Mocca-Joghurt und Co. sollen künftig weniger Zucker enthalten

SDA/jka

21.1.2021 - 14:00

Yoghurts in the branch of retailer Coop at the shopping center Seewen Markt in Seewen, Canton of Schwyz, Switzerland, on May 15, 2018. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Joghurts in der Filiale des Detailhaendlers Coop im Einkaufszentrum Seewen Markt, aufgenommen am 15. Mai 2018 in Seewen, Kanton Schwyz. (KEYSTONE/Gaetan Bally)
Die Schweizerinnen und Schweizer essen zu viel Zucker – das liegt laut Agroscope auch an den Joghurts.
Bild: Keystone

Joghurts mit Aroma enthalten meist viel Zucker. Die Forschungsanstalt Agroscope will das ändern und hat verschiedene Strategien getestet, um das Problem mit der zugesetzten Süsse zu reduzieren. 

Aromatisierte Joghurts enthalten viel Zucker. Die Forschungsanstalt Agroscope hat nun einen Leitfaden zur Zuckerreduktion ausgearbeitet. Sie rät den Produzenten zu einer schrittweisen Reduktion des Zuckergehalts und zu weniger sauren Joghurt-Kulturen.

Eigentlich sollte gemäss der Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation WHO weniger als zehn Prozent des täglichen Kalorienbedarfs aus Zucker stammen. Der Pro-Kopf-Konsum in der Schweiz ist indessen mehr als doppelt so hoch, wie Agroscope am Donnerstag schreibt.

Mit Anteilen von 47 Prozent tragen vor allem Süsswaren, Süssgetränke (29 Prozent) und Milchprodukte (9 Prozent) einschliesslich Joghurt (6 Prozent) dazu bei. Agroscope untersuchte vier mögliche Strategien für das Zuckerproblem im Joghurt anhand von Erdbeer-, Himbeer- und Mocca-Joghurt. Dabei gaben Experten und Laien ihr Süsseempfinden zu Protokoll.

Konsumenten müssen sich an weniger Zucker gewöhnen

Die Strategien waren: unmerkliche Zuckerreduktion, Zugabe von Stoffen für ein stärkeres Süsseempfinden, technologische Anpassungen und Zuckerersatzstoffe.

Ziel der unmerklichen Zuckerreduktion ist es, die Konsumentinnen und Konsumenten schrittweise an weniger süssen Joghurt zu gewöhnen. Wie Agroscope dazu schreibt, müssen die Schritte experimentell abgestimmt werden. Beim Probieren durch Fachleute zeigte sich, dass sich der Zuckergehalt je nach Anfangskonzentration und Aroma um bis zu 7,3 und 10,4 Prozent reduzieren liess.

Bei der Degustation durch Konsumenten waren Reduktionen von 12,5 bis 16,7 Prozent möglich. Soll diese Strategie zum Ziel führen, müsste die stufenweise Zuckerreduktion flächendeckend erfolgen, schreibt Agroscope.

Trend zu natürlichen Produkten

Die Strategie mit Zusatzstoffen, welche die Süsse anheben, erwies sich allein als wenig aussichtsreich. Mehr Hoffnung setzen die Forscher in die Kulturen der Milchsäurebakterien für die Joghurt-Erzeugung. Dabei lässt sich ihren Erkenntnissen zufolge mit mild säuernden Kulturen die Süsse signifikant steuern.

Zuckerersatzstoffe schliesslich können den Süsseverlust durch Zuckerverzicht kompensieren. Bislang ist gemäss Agroscope aber kein Ersatz bekannt, der das Süsseprofil des Zuckers vollständig abdeckt.

Auch geht der Konsumtrend zu natürlichen Produkten und Zuckerersatz kommt schlecht an. Und der Konsument solle sich schliesslich an weniger süssen Joghurt gewöhnen, was bei der Kompensation durch Ersatzstoffe nicht geschieht.

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