Intervallfasten lässt das ungesunde Bauchfett wachsen

#Von Sulamith Ehrensperger

4.3.2021

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Intervallfasten lässt den Bauchansatz nicht unbedingt verschwinden. Es löst beim viszeralen Fett offenbar sogar eine Gegenreaktion aus.
Bild: Getty Images

Intervallfasten wird immer beliebter, es soll ja auch beim Abnehmen helfen. Doch lässt es den Bauchansatz offenbar nicht verschwinden. Im Gegenteil: Das Bauchfett schaltet auf Produktion statt Abbau, wie Forscher herausgefunden haben.

Das Intervallfasten gilt als viel propagiertes Rezept gegen Fettpolster. Doch ausgerechnet das ungesunde Bauchfett soll die populäre Methode nicht zum Schmelzen bringen. Hinweise dafür haben Forscher bei Proteinanalysen des Fettgewebes von intervallfastenden Mäusen gefunden, wie das «Deutsche Ärzteblatt» berichtet. 

Das Intervallfasten ist ein richtiger Hype, weil es eine Gewichtsabnahme auch ohne Ernährungsumstellung verspricht. Wer intervallfastet, darf sich weiter wie bisher ernähren, dies aber nur zu definierten Zeitfenstern. Je nach Fastenmethode wird an 16 Stunden am Tag, an zwei Tagen in der Woche oder an jedem zweiten Tag gefastet. Die Methode verspricht, effektiv und langfristig beim Abnehmen zu helfen. Studien weisen auch auf positive Effekte auf den Blutzucker-Stoffwechsel und die Cholesterinwerte hin.

Enzyme für Fettabbau machen schlapp

Dass dieses Konzept auf Dauer aufgeht, wird jedoch von vielen Ernährungswissenschaftlern bezweifelt. Eine experimentelle Studie von der Universität Sydney zeigt nun an Mäusen, warum es schnell wieder zu einer Gewichtszunahme kommen könnte. Die Forscher haben die Tiere zu einer strengeren Variante des Intervallfastens gezwungen, ihnen jeden zweiten Tag das Futter verweigert. Dabei analysierten die Forscher die Auswirkungen auf den Stoffwechsel. 

Die auffälligsten Veränderungen fanden sie bei den Enzymen, die beim Fettabbau eine Rolle spielen. Diese Enzyme bauen die Fettdepots ab – also der erwünschte Effekt einer Diät. Hingegen ist beim Abnehmen weniger erwünscht, dass die Aktivität dieser Enzyme zurückgeht, weil so weniger Fett abgebaut wird. Doch genau diesen unerwünschten Effekt konnten die Forscher nach dem Intervallfasten der Mäuse vor allem im viszeralen Fettgewebe, also dem ungesunden Bauchfett, nachweisen. 

Körper schaltet auf Fettproduktion 

Sie fanden heraus, dass viszerales Fett mit dem strengen Intervallfasten gegen die Freisetzung von Fettsäuren resistent wurde. Es gab auch Hinweise dafür, dass vermehrt Energie als Fett gespeichert wurde – also das Bauchfett quasi auf Produktion statt Abbau schaltete. Dies ist ein Hinweis darauf, dass sich diese Fettdepots ans Intervallfasten anpassen und der Körper seinen Energiespeicher schützen kann.

Die Studie deutet darauf hin, dass das ungesunde Bauchfett offenbar gegen diese Diätform resistent werden kann. Die offene Frage ist nun: Warum ist das so und wie kann man dies verhindern?

#Von Sulamith Ehrensperger

4.3.2021