Fisch aus dem Eisloch – frischer geht's nicht

Von Nico Morawitz, Olivia Sasse und Christian Thumshirn

7.2.2021

Foodnerds: Fisch aus dem Eisloch – frischer geht's nicht

Foodnerds: Fisch aus dem Eisloch – frischer geht's nicht

Eisfischen ist trendy – auch in der Schweiz. Ein Hotspot ist der Oeschinensee hoch über Kandersteg. Doch der Aufwand für einen frischen Fang ist enorm. Und stimmt nachdenklich.

04.02.2021

Eisfischen ist trendy – auch in der Schweiz. Ein Hotspot ist der Oeschinensee hoch über Kandersteg. Doch der Aufwand für einen frischen Fang ist enorm. Und stimmt nachdenklich.

Man sieht kaum die Hand vor den Augen. Dicke Schneeflocken verhindern an diesem kalten Wintermorgen den Blick auf das Hochgebirgspanorama. Doch Daniel Kilian strahlt vor Freude. Für den Eisfisch-Profi ist das Wetter ideal. «Nichts gegen Fischen bei Sonnenschein, aber so sind wir allein auf der Eisfläche des Oeschinensees», sagt er und strahlt bis über beide Ohren. Denn Eisfischen liegt im Trend – und begeistert inzwischen auch ein grösseres Publikum, das mutig der Kälte trotzt.

Wir kämpfen uns durchs dichte Schneegestöber. Unser Ziel liegt rund eine halbe Stunde Fussmarsch von der Bergstation entfernt. Wir wollen von Daniel Kilian lernen, wie man ein Loch ins Eis bohrt und einen guten Fang macht. Was wir als Erstes erfahren? Das ist nicht ganz ungefährlich. So lauschen wir erst einmal bibbernd seinen Ausführungen zum Thema «Sicherheit auf dem Eis».

«Foodnerds» – die Dok-Serie auf «blue News»

Um was es geht? – Ganz einfach: Wir stellen Ihnen Menschen vor, die für das beste Produkt und das feinste Essen wirklich alles geben. Ob aus der Schweizer Scholle, vom Tier oder frisch aus dem Kochtopf, Sie werden überrascht sein, wie viel Zeit, Erfahrung und Herzblut es braucht, um aus natürlichen Rohstoffen geniale Lebensmittel zu zaubern.

Dann geht's los. Wir lernen: Eisfischen ist mehr, als einfach einen Köder am Haken ins Loch zu werfen. Was wir vor allem brauchen: Geduld. Denn erst nach rund einer Stunde beisst ein Fisch an. Die Belohnung folgt sogleich: Kilian tötet den Seesaibling fachgerecht binnen Sekunden, nimmt ihn aus und röstet ihn über offener Flamme auf einer Feuerschale direkt auf dem Eis.

Der Snack aus reinem Fisch ohne Salz und Pfeffer ist – wider Erwarten – ein Gedicht.

Frischer geht's nicht.

Der realistische Preis für unseren kleinen Zwischensnack aus schonend in einem Schweizer See gefangenen Fisch? Den schätzt Kilian auf circa 200 Franken pro Kilo. Trotzdem kommen ihm keine Supermarktfische mehr auf den Teller.

Warum sich seine Einstellung zu Lebensmitteln durch sein Hobby verändert hat und wie er seinen Fang zu Hause zubereitet, erfahren Sie in «Foodnerds».

Sehen Sie die Folge auch auf «blue Zoom» in der 30-Minuten-Fassung: