Mode: 12 Trends, die wir nicht verstehen

Mara Ittig

29.9.2017 - 13:21

Die Mode muss sich ständig neu erfinden. Doch der Drang nach immer Neuem bringt manchmal merkwürdige Trends hervor.

Wer kennt das nicht? Wenn man sich Fotos von früher anschaut, denkt man sich oft: «Oh Gott, was hatte ich denn da an?» Was vor einigen Jahren der letzte Schrei war, erscheint uns mit gebührendem Abstand oft eigenartig. Denn: Mode ist immer auch dem Zeitgeist unterworfen und befindet sich im steten Wandel.

Und je schnelllebiger die Mode-Industrie wird, desto mehr Neues muss sie liefern. Dabei scheint die Innovationskraft der Designer manchmal eigenartige Blüten zu treiben. In der Blogger- und Streetstyle-Szene gilt zudem vorallem eine Währung: Aufmerksamkeit. Und so greifen die Fashionistas gerne zu möglichst auffälligen Teilen, um abgelichtet zu werden.

Wir stellen Ihnen im Folgenden 12 Trends vor, die wir nicht verstehen.

1. Fell-Slipper

Sooft wir den ultimativen Trend-Schuh von Gucci auch sehen: Wir gewöhnen uns einfach nicht an den Anblick. Die Kombination aus Opa-Finken und totem Haustier will einfach nicht richtig elegant rüberkommen. Abgesehen davon, dass ein halboffener Schuh in der Kombi mit Fell ohnehin nicht sehr sinnvoll ist: Im Sommer schwitzen wir das Fell voll und im Winter frieren wir an die Ferse. Und mit der völlig überflüssigen Verwendung von Echt-Pelz (Lammfell) wollen wir jetzt gar nicht erst anfangen.

2. Oversize

Zugegebenermassen: Ein Oversize-Teil kann ziemlich lässig wirken und einem Look dadurch auch das gewisse Etwas verleihen. Und es muss auch nicht immer alles knalleng sitzen, um sexy zu sein. Aber Oversize von Kopf bis Fuss? Man erkennt keine Silhouette mehr, wirkt unförmig und droht in einem Meer aus Stoff zu versinken. Da passen wir gerne.

3. Mom-Jeans

Diese Hose kann nur als Gag gemeint sein. Denn ganz ehrlich: Der Schnitt steht einfach wirklich niemanden. Sogar langbeinige Topmodels mit Apfelhintern sehen in der Jeans unvorteilhaft aus. Und die Ausrede, dass die Hose so bequem ist, zieht auch nicht: Da gibt es wesentlich bequemere Modelle, die nicht so schlecht geschnitten sind.

4. Motto-Shirts

Was lange Zeit nur Mitglieder von Kegelclubs in den Mallorca-Ferien tragen wollten, ist plötzlich zum Trend geworden. Während wir feministische Aufdrucke auf Shirts zumindest aus einer politischen Perspektive gutheissen können, sind wir bei all den unsinnigen Aufschriften wie «Bad since 1994», «Too cool for you» oder «No selfie please» definitiv raus.

5. Choker

Die eng am Hals anliegenden Ketten werden zu recht als Choker (von engl. to choke = würgen) bezeichnet. Die Dinger sind in den meisten Fällen nicht nur unbequem, sie stauchen den Hals zudem optisch und sehen einfach immer nach Goth-Party aus - im besten Fall. Im schlechtesten Fall liegt der Vergleich mit Haustieren und Fetisch-Party nahe. Weg damit!

6. Rote Overknee-Stiefel

Overknee-Stiefel sind toll. Rote Schuhe finden wir ebenfalls richtig cool, weil sie Farbe in graue Herbst- und Wintertage bringen. Aber die Kombination von beidem ist in vielen Fällen ein wenig schwierig. Weil: Es sieht einfach leider etwas billig aus. Wer kein Dasein als Fashion-Bloggerin fristet oder nicht stundenlang ins richtige Styling investieren will, ist mit den Stiefeln schlecht beraten.

7. Bauchtaschen-Revival

Echt jetzt? Bauchtaschen fanden wir schon damals in den 90ern einfach nicht schön. Das hat sich bis heute nicht geändert. Wieso soll man sich wie ein Känguru einen Beutel um die Hüfte schnallen, wo es doch so schöne Handtaschen gibt?

8. Logo-Shirts

Back to the Nineties! Mit den plakativen Logo-Drucken fühlen wir uns direkt um 25 Jahre zurückversetzt. Wer seiner Liebe zu einem Modelabel so offenkundig Ausdruck verleihen will, darf das gerne tun - auch wenn wir der Meinung sind, dass man das durchaus etwas dezenter zeigen kann. Aber ganz ehrlich: Für ein Logo-Shirt, das einem zur wandelnden Litfasssäule macht, dann auch noch Preise über 500 Franken hinblättern? Nein, danke!

9. Fake-Fur-Taschen

Auch wenn sie von Modemagazinen und auf Instagram gerade total gehypt werden: Wir verstehen nicht, wieso man eine Tasche aus Fake Fur will. Das wärmende Material ist an der Tasche ohnehin verschwendet und meist sieht es eher so aus, als ob man sich sein Plüschtier unter den Arm geklemmt hätte. Wir bleiben definitiv beim Leder.

10. Oversize-Daunen

Da hat sich die Modeindustrie jahrelang abgemüht, um endlich Daunen produzieren zu können, die uns nicht wie ein Michelin-Männchen aussehen lassen. Alles für die Katz: In sind jetzt Daunen-Jacken in gigantischen Dimensionen, die zwar sicher warm geben, uns aber komische Proportionen verleihen und durch ihre voluminöse Fülle auch schlicht unpraktisch sind.

11. Kleine Sonnenbrillen

Nach der Ära der übergrossen, an Skibrillen mahnende Modelle musste ja irgendwann die Gegenbewegunng kommen: Kleine Gestelle zieren nun wieder die Nasen von Fashionistas. Aber ganz ehrlich: Irgendwie sieht man darin immer ein bisschen nach strenger Primarlehrerin aus. Und wenn wir schon bei Brillen sind: Gelbe Gläser sehen nach Velosport aus und machen niemanden schöner.

12. Cut-Outs

Ganz klar ein Grenzfall. Sparsam eingesetzte Cut-Outs an der richtigen Stelle können einem Kleidungsstück die richtige Prise Erotik einhauchen und selbst langweilige Kleider im Nu spannend machen. Aber: Es gibt eben auch viele Kleidungsstücke, bei denen die Cut-Outs ziemlich grosszügig verteilt sind und das sieht leider meistens nicht nur billig sondern auch komisch aus.

Sehen Sie in unserer Galerie, die merkwürdigsten Trends der Saison.

Bluewin-Redaktorin Mara Ittig hat sich - obwohl in den modisch fragwürdigen 80ern geboren (oder vielleicht gerade deswegen) - schon als Kind leidenschaftlich gerne verkleidet und die Sachen ihrer Mutter anprobiert. Die Liebe zur Mode und zum Spiel mit Stilen ist bis heute geblieben. Auf Bluewin gibt sie wöchentlich Styling-Tipps und stellt neue Trends vor.
Bild: zVg
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