Umfahren oder ausharren? Stau-Tipps für Autofahrer

dpa

21.1.2019

Stau auf der Autobahn: Umfahren, ausharren oder gar nicht erst reingeraten? 
Source: Keystone

Warnblinkleuchten vorausfahrender Autos kündigen das Ungemach an: einen Stau. Mit etwas Planung kommen Autofahrer aber entspannt durch oder vermeiden die Blechlawinen sogar ganz.

Staus stellen die Nerven von Autofahrern regelmässig auf die Probe. Laut dem Bundesamt für Strassen (ASTRA) standen Schweizer Automobilisten 2017 25'853 Stunden im Stau fest. Das sind 7,4 Prozent mehr als noch im Vorjahr. 

Doch wie meiden Autofahrer verstopfte Strecken? Und was ist zu tun, wenn sie in einer Blechlawine feststecken? Fragen und Antworten im Überblick:

Im Radio kommt eine Staumeldung – umfahren oder nicht?

Wenn im Verkehrsfunk die Durchsage kommt, dass es sich auf der geplanten Route staut, stehen Autofahrer vor dieser Frage. Sind sie schon nah dran, dann ist eine Umfahrung meist weniger sinnvoll, weil viele andere auch auf die Idee kommen, den Stau zu umfahren. Ausweichrouten sind schnell überlastet – schlimmstenfalls dauert es dort länger, als im Stau zu warten, bis dieser sich auflöst.

Wenn es sich nicht gerade um eine Vollsperrung handelt, ist das Ausharren in der Blechlawine erfahrungsgemäss oft mit weniger Wartezeit verbunden als das Ausweichen. Eine grossräumigere Umfahrung kann sich dagegen aus Sicht der Experten schon eher lohnen.

Kann ich Staus mit richtiger Planung vermeiden?

Ja, zum Teil. Freitagnachmittag, wenn viele Pendler unterwegs sind, sowie am Beginn oder Ende von Ferien ist das Staurisiko stets hoch. Wer kann, fährt lieber antizyklisch, also nicht zu Stosszeiten. Auch eine gute Streckenplanung hilft. So gibt es etwa im Winter gerade an Samstagen, wenn in Hotels und Apartments in den Bergen Bettenwechsel sind, überlastete Strassenabschnitte und längere Wartezeiten vor Tunnels. Wer etwas Zeit mitbringt, kann hier alternativ planen und zum Beispiel mit einer Zwischenübernachtung die Strecke über Landstrassen fahren. So verbindet man die Fahrt mit einem Reiseerlebnis.

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Wie informiere ich mich am besten darüber, wo es eng werden könnte?

Aktuell natürlich stets über die Verkehrsnachrichten im Radio. Für die langfristigere Planung bietet etwa der TCS im Internet oder per App kostenfrei Prognosen, auf welchen Strecken in den folgenden Tagen die Staugefahr besonders hoch ist.

Was kann ich machen, wenn ich täglich zur Arbeit pendeln muss?

Pendler können Alternativrouten prüfen und eventuell Fahrgemeinschaften bilden. So tragen sie dazu bei, dass die Zahl der Autos auf den Strassen sinkt, ausserdem gibt es zumindest Unterhaltung mit den Mitfahrern während des Stillstands. Eine weitere Option: Mit dem Chef sprechen, ob sich die Arbeitszeiten etwas verändern lassen, sodass man die Rushhour vermeidet. Sonst bleibt der Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel oder auf E-Bike beziehungsweise Fahrrad – wenn die Strecke nicht zu lang ist.

Wie verhalte ich mich in der Blechlawine?

Ganz wichtig: eine Rettungsgasse bilden. Fahrzeuge auf der linken Spur fahren so weit wie möglich nach links, alle anderen Spuren weichen nach rechts aus und halten sofern möglich den Pannenstreifen frei. Dies gilt auch bei zweispurigen Fahrbahnen. Ansonsten ist Geduld gefragt. Ständige Spurwechsel bringen keine zeitlichen Vorteile.

Was ist noch zu beachten?

Der Motor sollte im Winter laufen, damit die Heizung läuft. Diese bezieht ihre Wärme nämlich vom Motor. Der Tank sollte darum stets gut gefüllt sein und der Füllstand nicht an der Reserve kratzen. Zwischen 0,8 und 1,5 Liter Benzin oder Diesel braucht ein Auto je nach Modell pro Stunde im Stau. Andere Verbraucher wie Sitzheizung, Gebläse oder Heckscheibenheizung brauchen Strom. Sie sind lieber nicht zahlreich eingeschaltet. Grund: je nach Fahrzeugmodell- und alter könnte sich die Batterie sonst leeren, da die Lichtmaschine im Leerlauf nicht ausreichend Strom produziert.

Was sollte im Fahrzeug bereitliegen?

Einige Snacks und Getränke gegen Hunger und Durst sowie im Winter Decken und warme Kleidung gegen die Kälte.

Was ist, wenn die Blase drückt?

Das menschliche Bedürfnis ist verständlich, doch die Regeln sind klar. Autobahnen zu betreten, ist generell verboten. Das gilt auch im Stau. Davon ausgenommen ist nur der Fall einer Fahrzeugpanne, bei dem Betroffene das Fahrzeug verlassen und zum eigenen Schutz hinter die Leitplanke klettern. Wenn das Auto den anrollenden Verkehr behindert, weil der Fahrer austritt, droht eine Strafe in Form von Bussen. Dazu kommt: In der Öffentlichkeit zu pinkeln, ist grundsätzlich untersagt. Darum raten die Experten: Menschen mit schwachen Blasen sollten eventuell über die Anschaffung eines sogenannten Notfall- oder Taschen-WCs nachdenken.

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