Schweizer Chefs im Style-Check

«Den Sparfuchs erkennst du an den Schuhen, den Bünzli an den Socken»

Von Bruno Bötschi

13.8.2022

Schweizer Chefs im Style-Check: «Den Sparfuchs erkennst du an den Schuhen, den Bünzli an den Socken»

Schweizer Chefs im Style-Check: «Den Sparfuchs erkennst du an den Schuhen, den Bünzli an den Socken»

Ob klassisch oder modern, ob mit Farbe oder ohne Krawatte: Bei den Schweizer Manager*innen ist alles dabei. Mode- und Stilexperte Jeroen van Rooijen beurteilt ihre Outfits für blue News.

04.08.2022

Ob klassisch oder modern, ob mit Farbe oder ohne Krawatte: Bei den Schweizer Manager*innen ist alles dabei. Mode- und Stilexperte Jeroen van Rooijen beurteilt ihre Outfits für blue News.

Von Bruno Bötschi

13.8.2022

Jeroen van Rooijen, kürzlich sprachen wir über das modische Äussere von Schweizer Politiker*innen. Heute möchte ich mit dir über die Outfits der helvetischen Manager*innen reden.

Ich denke, das Äussere der Wirtschaftskapitän*innen wird die Leser*innen weniger emotionalisieren als jenes der Politiker*innen. Aber vielleicht täusche ich mich auch.

Gemäss deiner Einschätzung kleiden sich Politiker*innen, die in Bern politisieren, schon nach kurzer Zeit im «Chic fédéral»-Stil. Erkennst du in den Schweizer Chefetagen eine ähnliche Entwicklung?

Ich denke schon, dass es einen ungeschriebenen Konsens darüber gibt, wie eine Führungsperson im Wirtschaftsleben auszusehen hat. Bei den Männern ist diese Norm sehr sichtbar, bei den Frauen etwas weniger ausgeprägt. Viele fügen sich diesen vorgefertigten Mustern, ohne gross darüber nachzudenken.

Nur wenige Menschen sind wirklich stilsicher bis ins Detail. Und die allerwenigsten schaffen es, sich jeden Tag perfekt anzuziehen – ausser vielleicht du.

Nein, ich schaffe das auch nicht.

So grundsätzlich: Was hältst du vom Look der Schweizer Chef*innen?

Ich bin immer wieder ernüchtert darüber, wie verbreitet die robuste Fantasielosigkeit in unserem Land ist. Gleichzeitig fällt mir jedoch auf, dass sich die interessanteren Wirtschaftsbosse auf internationalem Parkett, etwa Elon Musk oder auch der verstorbene Apple-Gründer Steven Jobs, sich um solche Muster kaum scheren.

Elon Musk ist für dich ein modisches Vorzeigemodell unter den Wirtschaftsbossen?

Zur Person: Jeroen van Rooijen
Bild: zVg

Jeroen van Rooijen, Jahrgang 1970, aufgewachsen in der Ostschweiz, hat an der Zürcher Hochschule für Gestaltung in den späten 1980er Jahren Mode studiert. Das journalistische Handwerk erwarb in den mittleren 1990er Jahren bei Radio Zürisee, Radio 24, der Annabelle und der Modezeitschrift Bolero. Ab 2003 prägte er während 15 Jahren die Lifestyle-Berichterstattung der NZZ und der NZZ am Sonntag, wo er das Ressort «Stil» leitete und vielbeachtete Kolumnen schrieb. Von 2014 bis 2019 war er ausserdem wöchentlich mit dem «Stiltipp» auf Radio SRF3 zu hören. Seit 2018 ist van Rooijen als selbständiger Texter und Entwickler von Content-Strategien tätig und schreibt Kolumnen.

Charakterlich mag er schwierig sein, aber stilistisch hat er etwas. Musk ist oft in Pulli und Lederjacke unterwegs. Anzug trägt er meistens nur noch auf Investoren-Konferenzen.

Was auffällt: Immer mehr Schweizer Manager verzichten auf die Krawatte.

Es stimmt, die Krawatte fällt seit Jahren immer öfter weg. Was ich schade finde.

Warum?

Die Krawatte ist ein Distinktionsmerkmal. Mit ihr waren im Heer der dunkelblauen Businessanzüge wenigstens da und dort noch ein paar feine Farbtupfer erkennbar. Das ist heute immer weniger der Fall.

Stilexpert*innen behaupten, der Verpackung von Unternehmenslenkern und CEO-Alphatieren komme eine wachsende Bedeutung zu.

Das sehe ich auch so, Kleidung ist keine Nebensache mehr. Heute überlegen sich die Manager*innen viel öfter, was sie mit ihrem Äusseren beim Gegenüber auslösen. Früher waren Unternehmenschefs oft etwas korpulente, ältere Herren. Heute stehen sportlich fitte Typen an der Spitze von Unternehmen, die vielleicht nicht mehr ganz jung sind, aber mit ihrem Äusseren auf jünger machen wollen. Es gibt zudem immer mehr Manager*innen, die sich auch in Sachen Mode professionell beraten lassen. Das Resultat fällt bisher aber nicht besonders fantasievoll aus …

… ausser vielleicht in der Kreativbranche.

Lustigerweise glänzen auch die Schweizer Kreativen nur selten mit einem coolen Äusseren. Schau dir nur einmal das modische Äussere von den Architekt*innen an. Deren Hang zur Banalität ist gerade dort sehr ausgeprägt. Die Architekt*innen und Designer*innen würden ihren Still wohl mit reduce to the max beschreiben. Es gibt jedoch Ausnahmen.

Wer zum Beispiel?

Der Zürcher Designer Alfredo Häberli.

«Die Architekt*innen und Designer*innen würden ihren Still wohl mit reduce to the max beschreiben. Es gibt jedoch Ausnahmen – etwa Alfredo Häberli»: Jeroen van Rooijen über den Zürcher Designer.
«Die Architekt*innen und Designer*innen würden ihren Still wohl mit reduce to the max beschreiben. Es gibt jedoch Ausnahmen – etwa Alfredo Häberli»: Jeroen van Rooijen über den Zürcher Designer.
Bild: Keystone

Wie gut sind die Schweizer Manager*innen im Vergleich mit ihren Kolleg*innen im Ausland angezogen?

Manager aus der Schweiz erkennt man meist an den Schuhen und den Socken.

Gehe ich richtig in der Annahme, dass Schweizer Manager ähnlich wie unsere Politiker oft schlimme Schuhe tragen?

Es stimmt, in Sachen Schuhe sind unsere CEOs und Wirtschaftsbosse den Politikern durchaus ähnlich. Den Sparfuchs erkennt man an seinen Schuhen, den Bünzli an den Socken. Wenn du in der Flughafen-Lounge einen Businessmann sitzen siehst, der die Beine übereinandergeschlagen hat und du dann einen Streifen käsig-weisse Haut zwischen Socken und Hosen entdecken kannst, ist es fast in jedem Fall ein oft nicht sehr weit gereister Wirtschaftskapitän aus der Schweiz.

Die österreichische Stilexpertin Elisabeth Motsch sagt: «Noch vor vielleicht 10, 15 Jahren genügte es, einen Anzug zu tragen. Irgendeinen. Heute braucht niemand mehr verkleidete Manager. Die Kollegen und die Öffentlichkeit wollen den Menschen hinter der Kleidung erkennen können.»

Ich sehe es ähnlich. Ich bin aber nicht sicher, ob diese Information auch bei der Mehrheit der Schweizer Manager angekommen ist. Wäre dem so, würde manch einer mehr Wagnis bei seiner Kleiderwahl an den Tag legen.

Was hältst du von der Kleiderregel «Weniger ist mehr» für Businessleute?

Im Prinzip befürworte ich diese Regel – mit einer Ausnahme.

Welcher?

Bezieht sich das «Weniger» auf das Budget, finde ich das Motto nicht gut.

Was hältst du von modischen Experimenten im professionellen Umfeld?

Davon rate ich ab. Ein modischer Akzent geht immer, also wenn er gekonnt angewandt wird und nicht nur ein Schuss ins Blaue ist. Es geht heute unter Businessleuten ja deutlich weniger steif und streng zu und her also noch vor einigen Jahren.

Früher hiess es, ein souveräner Auftritt gelingt einem Manager am besten in den klassischen Farben Schwarz, Anthrazit und Dunkelblau. Habe ich dich richtig verstanden, dass es heute auch einmal ein roter oder gelber Anzug sein darf?

Ach, du willst mich doch nur aufs Glatteis führen (lacht). Nein, derart farbenfrohe Anzüge empfehle ich nicht. Auch ein senfgelber, tannengrüner oder bordauxfarbener Anzug funktioniert meines Erachtens bei Managern nicht.

Wie farbig darf es bei den Managerinnen sein?

Bei den Frauen ist mehr Farbe erlaubt. Da darf es auch einmal cremefarbenes Kleid sein oder sogar ein wein- oder feuerrotes Modell.

Die Temperaturen im Sommer steigen immer weiter. Was denkst du, werden demnächst Bermudas bei Schweizer Managern in Mode kommen?

Wer weiss, wie sich das Wetter hierzulande noch entwickeln wird. Aber ehrlich gesagt, ich glaube nicht, dass sich Bermudas für Wirtschaftsleute durchsetzen werden. Tritt ein Politiker aus den Bahamas in Bermudas, mit hohen weissen Socken und Sandalen auf, finde ich das cool. Bei uns sieht das, zumindest in der heutigen Zeit, nach wie vor zu aufgesetzt auf. Und darum: Kurze Hosen gehören in unseren Breitengraden nach wie vor nicht ins Büro.

Vor ein paar Jahren sagtest du in einem Interview in der NZZ: «Die Weiterbildung im Modebereich ist genauso essentiell wie in anderen Gebieten.» Warst du damals vielleicht etwas zu optimistisch?

Wir beissen nach wie vor auf Granit und kämpfen gegen Windmühlen (lacht).

Und ernsthaft?

Ich denke, die Manager*innen in der Schweiz gehen heute mit dem Thema «Mode» souveräner um als noch vor ein paar Jahren. Der Vormarsch der Frauen in den Teppichetagen hat natürlich auch einiges dazu beigetragen. Was auch damit zu tun hat, dass die Frauen in Sachen Mode einen viel grösseren Spielraum haben. Managerinnen können wählen zwischen Kleid, Rock, Bluse und T-Shirt. Und bei den Blazern gibt es auch mehrere Varianten, also lang, kurz und mit oder ohne Kragen.

Bei den Männern ist und bleibt der Anzug aber das A und O.

Ja und nein. Ich finde, es hat sich durchaus etwas getan. Heute kann man zu einem Anzug auch einmal ein T-Shirt kombinieren oder ein sogenanntes Worker-Jacket tragen. Vielerorts sind auch Sneakers erlaubt. Schön finde ich zudem, dass das Einstecktuch gerade ein Comeback feiert.

Ich zeige dir nun sechs Bilder von Schweizer Wirtschaftsbossen. Nach kurzer Bedenkzeit möchte ich von dir jeweils eine kurze, knackige Einschätzung zum Outfit hören.

Nick Hayek, CEO Swatch Group

«Wenn ein Shirt unter dem Hemd, dann bitte ein richtiges Unterleibchen»: Jeroen van Rooijen über Nick Hayek, der hier neben Bundesrätin Simonetta Sommaruga steht.
«Wenn ein Shirt unter dem Hemd, dann bitte ein richtiges Unterleibchen»: Jeroen van Rooijen über Nick Hayek, der hier neben Bundesrätin Simonetta Sommaruga steht.
Bild: Keystone

«Nick Hayek ist in die übergrossen Fussstapfen seines Vaters getreten. Ich muss sagen: Er macht es nicht so schlecht, insbesondere was die charakterliche Annäherung betrifft. Herr Hayek verkörpert für mich den unorthodoxen Businessmann. Aber als Chef der Swatch-Gruppe ist er ja auch nicht verpflichtet, sich wie ein Banker zu kleiden.

Ich finde sogar, er muss etwas frecher gekleidet daherkommen. Und er macht das recht gut. Das leichte Jeanshemd mit aufgesetzter Brusttasche passt zu ihm. Darunter trägt er ein Langarm-Henley-T-Shirt, was auch okay wäre, wenn er es nicht unter einem Hemd tragen würde. Das wirkt irgendwie gschpässig. Wenn ein Shirt unter dem Hemd, dann bitte ein richtiges Unterleibchen.»


Philipp Gaydoul, CEO Gaydoul Group

«Die fünf Armknöpfe sind Hinweis auf die gute Machart des Anzuges, dessen Farbe ich allerdings maximal langweilig finde»: Jeroen van Rooijen über Philippe Gaydoul.
«Die fünf Armknöpfe sind Hinweis auf die gute Machart des Anzuges, dessen Farbe ich allerdings maximal langweilig finde»: Jeroen van Rooijen über Philippe Gaydoul.
Bild: Keystone

«Ich weiss aus einem persönlichen Gespräch mit Herr Gaydoul, dass er Interesse an Mode hat. Das sieht man seinem Anzug auch an. Er scheint von exklusiver und teurer Qualität zu sein. Man erkennt dies paradoxerweise an einer Eigenheit, die auf den ersten Blick wie ein Qualitätsmangel aussieht. Die wellenartigen Erhebungen an der Reverskante würde man bei einem Konfektionsanzug ab Stange um jeden Preis vermeiden wollen. Weil man meinen könnte, es sei ungenau gearbeitet worden. Bei Massanzügen, insbesondere in der englischen Schneiderkunst, ist dies hingegen ein subtiles Signal für die gute Qualität der Verarbeitung.

Auch die fünf Armknöpfe sind Hinweis auf die gute Machart des Anzuges, dessen Farbe ich allerdings maximal langweilig finde. Zwei Dinge fallen mir noch auf: Herr Gaydoul trägt ein filigranes Uhrmodell. Früher waren bei Businessleuten deutlich markantere Uhren angesagt. Und zudem trägt er ein ledernes Schmuckbändli, was heute viele Manager tun. Sie wollen damit zeigen, wie dynamisch sie sind und klar machen: ‹Hey, ich bin kein Stubentiger.›»


Peter Spuhler, Verwaltungsratspräsident der Stadler Rail

«Er schafft es, dass seine Anzüge satt sitzen, die Schultern gut betont werden und auch noch alles gut tailliert ist»: Jeroen van Rooijen über Peter Spuhler.
«Er schafft es, dass seine Anzüge satt sitzen, die Schultern gut betont werden und auch noch alles gut tailliert ist»: Jeroen van Rooijen über Peter Spuhler.
Bild: Keystone

«Die Postur von Peter Spuhler ist eigentlich nicht sehr sportlich. Trotzdem schafft er es, dass seine Anzüge satt sitzen, die Schultern gut betont werden und auch noch alles gut tailliert ist. Das ist durchaus bemerkenswert, weil viele Männer in seinem Alter den Oberkörper einer Aubergine haben. Der Anzug ist von sehr guter Machart, darauf weist unter anderem die Billettasche hin.

Peter Spuhler trägt – im Gegensatz zu Philipp Gaydoul – ein klobigeres Uhrenmodell. Das machen Manager noch gern, die auch mal etwas lauter auftreten. Das Doppelmanschetten-Hemd mit Manschettenknopf ist ebenfalls Hinweis darauf, dass es ein Stück aus der Luxusliga ist. Da will wohl einer sagen: Hey, ich kann das alles selber finanzieren. Spuhlers Frisur ist seit Jahren die gleiche und erinnert mich an Gordon Gecko im Film ‹Wall Street› gespielt von Michael Douglas.»


Ralph Hamers, CEO UBS Group

«Die Farbe des Anzuges ist ordentlich, die Qualität auch»: Jeroen van Rooijen über Ralph Hamers.
«Die Farbe des Anzuges ist ordentlich, die Qualität auch»: Jeroen van Rooijen über Ralph Hamers.
Bild: Keystone

«Da will einer mit seinem Outfit auf Nummer sicher gehen. Was mir bei Managern mit Wurzeln in Holland immer wieder auffällt sind ihre etwas zu langen Haare am Nacken. Das Poschettli hängt für meinen Geschmack zu weit aus der Brusttasche heraus. Das Hemd mit dem leicht erhöhten Kragen war mal sehr in Mode.

Die Farbe des Anzuges ist ordentlich, die Qualität auch. Ich denke, Herr Hamers trägt einen Halbmass-Anzug. Er hat ihn sicher in einem guten Herrenmodegeschäft gekauft. Was mir sonst noch auffällt? Der Banker zeigt Flagge mit dem UBS-Pin am Revers, nur hat er ihn viel zu tief platziert. Ich dachte zuerst, das ist ein Flecken.»


Vincent Ducrot, CEO SBB (links), und Linus Looser, Mitglied der Konzernleitung SBB und Leiter Produktion Personenverkehr

«Wer vor Leute tritt, sollte vorher aber immer den Autoschlüssel und das Handy aus den Hosentaschen herausnehmen»: Jeroen van Rooijen über Vincent Ducrot und Linus Looser.
«Wer vor Leute tritt, sollte vorher aber immer den Autoschlüssel und das Handy aus den Hosentaschen herausnehmen»: Jeroen van Rooijen über Vincent Ducrot und Linus Looser.
Bild: Keystone

«Der Anzug von Herr Ducrot verrät auf den ersten Blick: Ich bin ein Schweizer. Ein ziemlich ödes Stück aus zu kräftigem Material. Es ist der Standard-Stoff, aus dem Konfektionsanzüge hergestellt werden, die in Kaufhäusern gekauft werden können. Wer weiss, vielleicht trägt er das Teil, weil er als CEO der SBB modisch nicht zu dick auftragen will. Ducrot gehört sicher zu der Generation Männer, die den Umgang mit Mode nicht wirklich gelernt haben und sich in einem Geschäft eher hilflos bewegen.

Herr Ducrot und Herr Looser mögen ähnlich geschnittene Hemden mit farbigen Knöpfen. Der Farbtupfer verleiht etwas Pep, auch wenn diese Oberteile schon länger aus der Mode gekommen sind. Was bei Looser auffällt, ist sein sehr kurzes Jackett. Ich nenne diese Teile Konfirmationsjäckli, weil die oft sehr lächerlich aussehen. Bei Looser passt das kurze Jacket jedoch sehr gut, obwohl er ein gross gewachsener Mann ist. Zudem ist die Farbe seines Oberteils deutlich frischer als jenes von seinem Chef.

Wer vor Leute tritt, sollte vorher aber immer den Autoschlüssel und das Handy aus den Hosentaschen herausnehmen. Sonst müssen sich die Zuschauer ständig fragen, was das für eine Beule ist.»


Roberto Cirillo, CEO der Schweizerischen Post

«Der Anzug sieht für mich nach Stangenware aus. Dies ist daran zu erkennen, dass die Knöpfe an den Ärmeln relativ weit hinten sitzen»: Jeroen van Rooijen über Roberto Cirillo.
«Der Anzug sieht für mich nach Stangenware aus. Dies ist daran zu erkennen, dass die Knöpfe an den Ärmeln relativ weit hinten sitzen»: Jeroen van Rooijen über Roberto Cirillo.
Bild: Keystone

«Herr Cirillo überrascht mit einer Strubelfrisur, einer sehr symmetrisch gebundenen Krawatte und einem Hemd mit Kragen made in Italy. Der Anzug ist anständig-brav und seine Armlänge stimmt, was bei der Mehrheit der Schweizer Manager nicht der Fall ist. Als Grundregel gilt hier: Es sollten immer anderthalb bis zwei Zentimeter der Hemdmanschette sichtbar sein.

Der Anzug sieht für mich nach Stangenware aus. Dies ist daran zu erkennen, dass die Knöpfe an den Ärmeln relativ weit hinten sitzen. Sie werden so angeordnet, damit ein*e Schneider*in, wenn sie oder er die Ärmel kürzen müssen, weniger Arbeit hat.»


Fabrice Zumbrunnen, CEO Migros

«Ein Knopf wird offengelassen, wahrscheinlich um zu zeigen, dass es sich um einen besseren Anzug handelt»: Jeroen van Rooijen über Fabrice Zumbrunnen.
«Ein Knopf wird offengelassen, wahrscheinlich um zu zeigen, dass es sich um einen besseren Anzug handelt»: Jeroen van Rooijen über Fabrice Zumbrunnen.
Bild: Keystone

«Wow, Herr Zumbrunnen ist durchaus schmissig angezogen. Ich finde, sein Anzug hat etwas. Es ist ein Flanell-Tweed-Teil mit farblich abgesetzten Knöpfen. Ein Knopf wird offengelassen, wahrscheinlich um zu zeigen, dass es sich um einen besseren Anzug handelt.

Die Krawatte ist etwas kurz geraten, aber mir gefällt sie. Auch das Hemd ist gut gewählt. Der Gürtel ist okay, wenn auch etwas brav. Das Outfit scheint auf die Haarfarbe und die Situation abgestimmt zu ein. Ich denke, dieser Mann hat ziemlich viel Ahnung von Mode.»


Am nächsten Wochenende beurteilt Mode- und Stilexperte Jeroen van Rooijen für blue News die Outfits von mehreren Schweizer Wirtschaftsfrauen.


Schweizer Politiker*innen im Style-Check // Jeroen van Rooijen: «Es herrscht ein Gesetz der Mittelmässigkeit»

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Ob klassisch oder modern, eher graue Maus oder bunter Hund: Bei den Schweizer Politiker*innen ist alles dabei. Der Mode- und Stilexperte Jeroen van Rooijen hat ihre Outfits für blue News beurteilt.

29.03.2022