Jetzt jagen sie das SchiffKreuzfahrtpassagiere verpassen Boarding und stranden auf afrikanischer Insel
Vanessa Büchel
2.4.2024
Acht Passagiere eines norwegischen Kreuzfahrtschiffs haben die Boarding-Zeit beim Stopp in São Tomé und Príncipe verpasst und sind nun gestrandet. Sie versuchen seit Tagen, wieder aufs Schiff zu kommen. (Photo by Carl Court/Getty Images)
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Für ein Ehepaar aus dem US-Bundesstaat South Carolina entwickelt sich eine Kreuzfahrt zum Wettrennen mit dem Schiff. Die beiden sind zusammen mit sechs anderen Passagieren gestrandet, weil sie die Einsteigezeit verpasst haben.
Anstatt gemütlich auf dem Deck ihrer Kreuzfahrt der Norwegian Cruise Line zu entspannen, eilen Jill und Jay Campbell aus South Carolina, USA, nun quer durch Afrika ihrem Schiff hinterher.
Die beiden hatten laut CNN am 27. März zusammen mit sechs weiteren Passagieren die Boarding-Zeit verpasst und seien nicht mehr aufs Schiff gekommen.
Das passierte, nachdem sie auf der Insel São Tomé und Príncipe an einem Landausflug teilgenommen hatten und es dort zu Komplikationen kam. Deshalb seien sie zu spät zum Kreuzfahrtschiff zurückgekommen.
Laut CNN sollen sie zwar noch rechtzeitig beim Schiff angekommen sein, bevor dieses ablegte, doch niemand mehr hätte einsteigen dürfen, da die offizielle Boarding-Zeit schon vorüber war.
Wie Norwegian Cruise Line gegenüber CNN bestätigte, habe man die Pässe der gestrandeten Passagiere an den örtlichen Hafenagenten ausgehändigt, wo die Gäste sie abholen konnten.
«Dies ist zwar eine sehr bedauerliche Situation, aber die Gäste sind dafür verantwortlich, dass sie zu der veröffentlichten Zeit zum Schiff zurückkehren, die über die Sprechanlage des Schiffes, in der täglichen Kommunikation und durch Aushänge kurz vor dem Verlassen des Schiffes bekannt gegeben wird», so Norwegian Cruise Line zu CNN.
Der Versuch, in Gambia wieder aufs Schiff zukommen, scheiterte
Seither versuchen die Passagiere, wieder aufs Schiff zu kommen, wo ihr Gepäck auf sie wartet. Anscheinend befinde sich unter den Gestrandeten auch eine schwangere Frau und ein Reisender, der auf wichtige Herzmedikamente angewiesen sei. Er sei bereits krank geworden, da er die Tabletten seit fünf Tagen nicht eingenommen habe.
Der erste Versuch, wieder an Bord zu kommen, tätigte die Gruppe am Sonntag, als das Schiff planmässig in Gambia hätte andocken sollen. Wegen zu niedrigen Wasserstands am dortigen Hafen wurde jedoch nichts daraus. Zuvor hatte man mit der US-Botschaft in Angola Kontakt aufgenommen, wie die Campbells laut CNN erklärten.
Die nächste Chance hat die Gruppe nun am Dienstag. Heute soll das Kreuzfahrtschiff in Senegal anlegen.
Die Reise quer durch Afrika hätte die Zurückgelassenen bereits mehrere Tausende von US-Dollar gekostet. Da auf São Tomé und Príncipe viele der Kreditkarten der Passagiere nicht akzeptiert worden seien, hätten die Campbells mit ihrer Visa-Karte einspringen und für Unterkunft sowie andere lebensnotwendige Dinge bezahlen müssen.
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