Corona

«Wir sind noch lange nicht aus der Gefahrenzone heraus»

Agenturen/red

17.4.2020

Die Kurve der Corona-Infektionen in der Schweiz flacht weiter ab. Laut BGA gebe es aber noch keinen Grund zur Entwarnung. Während hierzulande die ersten Medikamententests anstehen, klagt die Wirtschaft über die Verschlechterung der Lage. Das Wichtigste im Überblick.

«Wir sind noch lange nicht aus der Gefahrenzone heraus», sagte Daniel Koch, BAG-Delegierter für Covid-19, am Freitag vor den Bundeshausmedien. Aus epidemiologischer Sicht bestehe immer noch ein grosses Risiko, dass sich mehr Leute ansteckten und es wieder mehr schwere Fälle gebe.

Die Todesfälle nahmen nach einer Zählung der Nachrichtenagentur Keystone-SDA bis Freitagabend innerhalb von 24 Stunden um 37 auf 1'319 zu. Der Kanton Waadt überholte erstmals den bisherigen Rekordhalter Tessin und gab die Zahl seiner Todesopfer mit 279 an, im Tessin starben bis Freitag 270 Menschen an der Lungenkrankheit.

Die ersten Medikamententests im Kampf gegen das Coronavirus laufen in der Schweiz an. An der ersten solchen Initiative der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nehmen 16 Spitäler teil – die Führung hat das Chuv in Lausanne inne. Spätestens nächste Woche werden die ersten Patienten in der Schweiz am WHO-Test mit dem Namen «Solidarity» teilnehmen, wie Oriol Manuel, Arzt am Centre hospitalier universitaire vaudois (Chuv) und «Solidarity»-Leiter für die Schweiz, am Freitag sagte. Weltweit nehmen mehrere Dutzend Länder ebenfalls am WHO-Test teil.

Die teilweise Stilllegung der Schweizer Wirtschaft wegen der Corona-Pandemie führt zu immer tieferen Spuren in der Schweizer Wirtschaft. In einer Umfrage des Wirtschaftsdachverbands Economiesuisse erklärten 85 Prozent der Unternehmen, dass sich ihre Lage in den letzten drei Wochen verschlechtert habe.

Derweil verlässt der Epidemiologe Marcel Salathé der ETH Lausanne das Entwicklungsprojekt der App PEPP-PT. Die soll es ermöglichen, die Kontaktpersonen von Covid-19-Infizierten ausfindig zu machen.

Nach dem Coronavirus-Ausbruch auf dem französischen Flugzeugträger «Charles de Gaulle» sind Hunderte weitere Militärs positiv auf das Virus getestet worden. Insgesamt gebe es nun 1'081 positive Testergebnisse, wie Verteidigungsministerin Florence Parly gemäss «Le Figaro» bestätigte.

Das Wichtigste in Kürze

  • Kinder sind laut Daniel Koch vom Bundesamt für Gesundheit nicht die Übertrager des Coronavirus, viele würden gar nicht infiziert.
  • Der Engpass bei der Versorgung mit Hygienemasken ist inzwischen laut dem Bundesamt für Gesundheit behoben.
  • Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus steigt in der Schweiz wieder leicht.
  • US-Geheimdienste wollen schon im November 2019 vor dem neuen Coronavirus gewarnt haben.
  • Thomas Süssli, Chef der Schweizer Armee, zeigt sich sehr zufrieden mit der Mobilmachung in der Coronakrise.
  • Wuhan korrigiert die Zahlen bei den Toten deutlich nach oben. 
  • US-Präsident Trump will die USA in drei Phasen zurück in die Normalität führen – ein genauer Zeitplan fehlt jedoch.
  • Donald Trump zufolge seien in China viel mehr Menschen an den Folgen des Coronavirus gestorben, als das Land einräumt.
  • Laut einer US-Studie verloren 9,2 Millionen Menschen in den USA ihre Krankenversicherung.

22.00 Uhr: Damit beenden wir den Corona-Ticker für heute

21.51 Uhr: Rückgang bei neuen Coronavirus-Patienten in französischen Kliniken

In Frankreich sinkt die Zahl der in Krankenhäusern aufgenommenen Coronavirus-Patienten nach Angaben der Gesundheitsbehörden weiterhin leicht. Den dritten Tag in Folge seien weniger Menschen in Kliniken gebracht worden, sagte Gesundheitsdirektor Jerôme Salomon am Freitag. Innerhalb von 24 Stunden seien es 115 weniger gewesen als im Vergleich zum Vortag. «Es ist ein langsamer, aber stetiger Rückgang», sagte Salomon. Die Zahl der registrierten Todesfälle stieg auf rund 18'680.

21.11 Uhr: US-Studie: Millionen verlieren wegen Corona ihre Krankenversicherung

Infolge des dramatischen Anstiegs der Arbeitslosigkeit in den USA haben einer Studie zufolge innerhalb eines Monats Millionen Menschen ihre Krankenversicherung verloren. Weil fast die Hälfte der Arbeitnehmer in den USA über den Arbeitgeber krankenversichert seien, hätten bis zu 9,2 Millionen Menschen ihren Schutz verloren oder könnten sich die neuen Beiträge wohl nicht mehr leisten, hiess es in der Studie des Instituts für Wirtschaftspolitik (EPI). Wegen der Corona-Krise haben in den USA seit Mitte März rund 22 Millionen Menschen Arbeitslosenhilfe beantragt.

Millionen Menschen in den USA verlieren infolge der Corona-Krise ihre Krankenversicherung.
Archiv / Rick Bowmer

Eine exakte Zahl, wie viele Menschen in den vergangenen Wochen ihre Krankenversicherung verloren haben, gab es zunächst nicht, weil die Daten nicht sofort zentral erfasst werden. Das Institut für Wirtschaftspolitik forderte in seiner am Donnerstag veröffentlichten Analyse, die Regierung müssten allen helfen, die ihren Job wegen der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Epidemie verloren hätten. Ihnen müsse nun der Zugang zu den staatlichen Gesundheitsprogrammen Medicare und Medicaid ermöglicht werden, hiess es weiter.

20.34 Uhr: Serbien spendet dem Kosovo 1'000 Corona-Tests

Humanitäre Geste: Serbien hat seiner ehemaligen, abtrünnig gewordenen Provinz Kosovo 1'000 Test-Kits für die Corona-Diagnose gespendet. Die Lieferung traf am Freitag in der Republik Kosovo ein, wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in der kosovarischen Hauptstadt Pristina bestätigte. Die Schenkung sei Teil der regionalen Zusammenarbeit, die zur Zurückdrängung des Sars-CoV-2-Virus vereinbart wurde, fügte er hinzu.

19.57 Uhr: 17'000 Mitarbeiter im Gesundheitswesen in Italien mit Coronavirus infiziert

Fast 17'000 Mitarbeiter des Gesundheitswesens in Italien haben sich mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt. Sie machen damit rund ein Zehntel der landesweiten Corona-Fälle aus, wie das nationale Institut für Gesundheit (ISS) am Freitag mitteilte. Gut 43 Prozent der 16'991 Infizierten sind demnach Krankenpfleger und Hebammen. Knapp ein Fünftel der Erkrankten sind Krankenhausärzte und weitere zehn Prozent Mitarbeiter im medizinisch-sozialen Bereich. Die übrigen Infizierten arbeiten in anderen Berufen im Gesundheitssektor.

19.31 Uhr: Trump: Zahl der Corona-Toten in China sei in Wahrheit viel höher

US-Präsident Donald Trump zufolge sind in China wesentlich mehr Menschen nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben, als das Land einräumt. In Bezug auf die von chinesischen Behörden am Freitag nach oben korrigierte Opferzahl in der Metropole Wuhan schrieb Trump auf Twitter, deren wahre Zahl sei noch «wesentlich höher» als jetzt angegeben.

Die Zahl der Corona-Toten in China insgesamt sei auch höher als jene in den USA, schrieb Trump. Das stand allerdings im Widerspruch mit den offiziellen Zahlen, wonach es in China mehr als 4'600 Todesfälle gab und in den USA bislang rund 34'000. Trump hatte Chinas offizielle Zahlen bereits zuvor in Frage gestellt.

Die Zahl der Corona-Toten in China war viel höher als angegeben, so US-Präsident Donald Trump.
dpa

18.42 Uhr: Russland verschiebt grosse Siegesparade am 9. Mai

Russland verschiebt die grosse Militärparade zum 75. Jahrestag des Sieges der Sowjetunion über den Hitlerfaschismus. Grund sei die Krise um die Coronavirus-Pandemie, teilte Kremlchef Wladimir Putin nach Angaben der Agentur Interfax am Donnerstag in Moskau mit. Für Russland ist die symbolträchtige Parade das wichtigste politische Ereignis in diesem Jahr.

18.25 Uhr: Ein weiterer Corona-Todesfall in der Zentralschweiz

In der Zentralschweiz sind bis am Freitag 41 Personen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. Einen neuen Todesfall gab es seit Donnerstag im Kanton Luzern, in den anderen fünf Kantonen kam kein weiterer dazu.

In den Kantonen Luzern und Schwyz starben bislang somit je 14 Personen an den Folgen der Viruserkrankung. In Zug waren es 6, in Uri 5 und in Nidwalden 2 Personen. Keinen Todesfall gab es bislang in Obwalden.

17.55 Uhr: Schweizer Unternehmen sehen Lage immer pessimistischer

Die teilweise Stilllegung der Schweizer Wirtschaft wegen der Corona-Pandemie führt zu immer tieferen Spuren in der Schweizer Wirtschaft. In einer Umfrage des Wirtschaftsdachverbands Economiesuisse erklärten 85 Prozent der Unternehmen, dass sich ihre Lage in den letzten drei Wochen verschlechtert habe.

Sowohl Binnen- als auch Exportwirtschaft müssten erhebliche Einbussen in Kauf nehmen, heisst es in der Economiesuisse-Mitteilung. Gegenüber Ende März seien die Umsatzeinbussen von durchschnittlich 25 bereits auf 39 Prozent angestiegen. Immerhin erwarteten die Unternehmen in den nächsten zwei Monaten keine weitere Verschlechterung.

Die Wirtschaft werde auch nach der vollständigen Öffnung Zeit brauchen, um sich zu erholen, so der Wirtschaftsverband. Die Unternehmen erwarteten weiterhin, dass sich die Lage erst in sechs bis sieben Monaten normalisiert haben werde.

Immerhin zeigten die Antworten auch, dass die Massnahmen des Bundesrats – also Liquiditätshilfen und Kurzarbeitsentschädigungen - wirkten: Die Angst vor zukünftigen Liquiditätsproblemen habe bereits deutlich abgenommen. Zudem sei der Anteil der Unternehmen, bei denen Entlassungen erwartet werden, im Vergleich zur letzten Umfrage von 30 auf 17 Prozent gesunken.

Die Unzufriedenheit mit den Massnahmen des Bundesrats sei seit der letzten Umfrage dennoch gestiegen. Fast die Hälfte der Antwortenden beurteile diese negativ, in der Westschweiz seien es sogar deutlich mehr, stellt Economiesuisse fest. Vor allem forderten die Unternehmen Lockerungsmassnahmen und klare Perspektiven für die Geschäftsaufnahme.

17.35 Uhr: Flugzeugträger «Charles de Gaule» – mehr als 1'000 infizierte Seeleute und schwere Vorwürfe

Nach dem Coronavirus-Ausbruch auf dem französischen Flugzeugträger «Charles de Gaulle» sind Hunderte weitere Militärs positiv auf das Virus getestet worden. Insgesamt gebe es nun 1081 positive Testergebnisse, wie Verteidigungsministerin Florence Parly gemäss «Le Figaro» bestätigte.

Kurz zuvor hatte Maryline Gygax Généro, Zentraldirektorin des Gesundheitsdienstes der Streitkräfte, vor einem Senatsausschuss noch von 940 infizierten Seeleuten gesprochen. Vom Covid-19-Ausbruch auf dem Flaggschiff der französischen Marine seien 2300 Militärs betroffen, die etwa auf dem Flugzeugträger oder mit der begleitenden Flugzeugträgerkampfgruppe unterwegs waren.

Nach dem Coronavirus-Ausbruch wurde Kritik an den Bedingungen auf dem Schiff laut. Das Investigativportal «Mediapart» schrieb, dass die Seeleute während des Aufenthalts in Brest an Land gehen durften, um ihre Familien zu sehen, einige seien auch in Bars gegangen. Zu diesem Zeitpunkt galten in Frankreich noch keine Ausgangsbeschränkungen. Der erste Fall auf dem Schiff wurde demnach Anfang April bekannt.

«Mediapart» berichtete unter Berufung auf Seeleute, dass Vorsichtsmassnahmen nach dem Stopp in Brest zu früh gelockert worden seien. «Die Armee hat mit unserem Leben gespielt», zitierte der Sender «France Bleu» einen Matrosen, der anonym bleiben wollte. Ihm zufolge haben bereits in Brest Seeleute Symptome gezeigt.

17.05 Uhr: Thailands Strände erholen sich

An den wegen des Coronavirus für Besucher gesperrten Stränden im Süden von Thailand gibt es Zeichen für eine Erholung der Natur. «In Krisen liegt immer eine Chance», erklärte Umweltminister Warawut Silpa-archa am Freitag. Nach Angaben der für die Meere und Küsten zuständigen Behörde ist das Wasser sichtbar klarer geworden, die Korallen erholten sich.

In der Touristenhochburg Phuket und in Phang Nga wurden elf Nester der gefährdeten Lederschildkröten gezählt – so viele wie seit 20 Jahren nicht mehr. Thailändische Medien berichteten zudem, dass viele der sonst selten gesichteten Tiere zu sehen waren – darunter Dugongs (Gabelschwanzseekühe) und Walhaie.

16.30 Uhr: Prinzessin Sofia packt im Spital an

Die schwedische Prinzessin Sofia packt in der Coronakrise tatkräfig mit an. Die 35-Jährige hilft in einem Spital aus. Wie das Königshaus am Freitag in Stockholm mitteilte, hat sie einen Schnellkurs absolviert, um das Klinikpersonal in der Coronakrise entlasten zu können.

Im Sophiaheim in Stockholm werde die Prinzessin vor allem einfachere Pflegeaufgaben und Reinigungsarbeiten übernehmen. «Dass ich in den schweren Zeiten die Möglichkeit habe zu helfen, gibt mir unglaublich viel», schrieb Sofia auf Instagram. Sie ist mit dem Sohn von König Carl Gustaf, Carl Philip, verheiratet.

Prinzessin Sofia posiert an ihrem ersten Arbeitstag im Spital mit einem Krankenpfleger. 
Bild: Keystone

16.20 Uhr: Erste WHO-Medikamententests in der Schweiz

Die ersten Medikamententests im Kampf gegen das Coronavirus laufen in der Schweiz an. An der ersten solchen Initiative der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nehmen 16 Spitäler teil – die Führung hat das Chuv in Lausanne inne.

Spätestens nächste Woche werden die ersten Patienten in der Schweiz am WHO-Test mit dem Namen «Solidarity» teilnehmen, wie Oriol Manuel, Arzt am Centre hospitalier universitaire vaudois (Chuv) und «Solidarity»-Leiter für die Schweiz, am Freitag sagte. Weltweit nehmen mehrere Dutzend Länder ebenfalls am WHO-Test teil.

Um möglichst rasch Resultate zu erlangen, wurde «Solidarity» im Vergleich zu anderen klinischen Studien einfacher gestaltet. Es werde auch kein Placebo verwendet, sagte Manuel.

Der Schweizerische Nationalfonds beteiligt sich mit 1,6 Millionen Franken an den Kosten. Getestet wird an den Universitätsspitälern von Basel, Bern und Genf sowie in den Spitalverbünden der Kantone Wallis und Neuenburg, im Spital Riviera-Chablais in Vevey sowie in den Kantonsspitälern von Freiburg, Solothurn, Aargau und Thurgau.

16.10 Uhr: Was ist mit Gamern?

Videogame-Freunde trafen die Massnahmen gegen Covid-19 weniger hart als andere. «Zuhause bleiben und soziale Kontakte meiden, das kannte ich als Gamer schon lange vor den Vorgaben des Bundesrates und des BAG», schreibt Pascal Wengi mit einem Augenzwinkern in einem persönlichen Kommentar für «Bluewin». Doch was macht man mit all den Gamern eigentlich nach dem Lockdown? Den ganzen Bericht können Sie hier lesen

15.40 Uhr: Kosten von Online-Therapien bei Psychologen sollen übernommen werden

Mit mehr als 15'500 Unterschriften wurde Bundesrat Alain Berset (SP) am Freitag eine Petition überreicht, die fordert, dass die Kostenübernahme von Online-Therapien bei Psychologen während der Krise gewährleisten ist – ebenso wie das bei Psychiaterinnen und Psychiatern der Fall ist. Unterstütz wird die Petition von Pro Mente Sana. 

Der Bund erlaube Psychiatern in eigener Praxis, ambulante Therapien während der Corona-Pandemie per Telefon oder Videokonferenz weiterzuführen, so die Petitionäre. Den Psychologinnen hingegen stelle er für telefonische Konsultationen pro Halbjahr nur zwei zusätzliche Stunden zu den üblichen 240 Minuten zur Verfügung, die in Abwesenheit der Patienten abgerechnet werden könnten. "Unsere Patientinnen sind dringend darauf angewiesen, dass die Psychotherapie auch während der Pandemie fortgesetzt wird», wird die Hauptinitiantin zitiert.



15.25 Uhr: Ende der Medienkonferenz

Damit endet die Medienkonferenz, wir danken für die Aufmerksamkeit. Die nächste Orientierung ist geplant für Montag um 14 Uhr. Dann sollen wiederum Fachexperten des Bundes Auskunft geben.

15.20 Uhr: Noch keine Lösung bei Matura-Prüfungen

Während die Lehrabschlussprüfungen weitgehend geregelt sind, ist noch offen, ob und in welchem Rahmen die diesjährigen Matura-Prüfungen durchgeführt werden können. Rémy Hübschi stellt eine Lösung bis Ende Mai in Aussicht. Die Erziehungsdirektorenkonferenz habe sich der Thematik angenommen. 

15.17 Uhr: Coronavirus wird kaum von Mücken übertragen

In Anbetracht der kommenden Mücken-Saison kommt die Frage auf, ob das Virus allenfalls von Mücken auf den Menschen übertragen werden könne. Koch verneint. Das sei so gut wie ausgeschlossen. Für eine Übertragung durch Mücken gebe es bis anhin keine wissenschaftlichen Hinweise. 

15.14 Uhr: Entwicklung von App und Impfstoffen

Fragen in Bezug auf Forschungsergebnisse und Wissenschafts-Hotspots kumulieren sich. Koch führt aus, sämtliche Impfstoffe gegen das Virus seien noch in einer relativ frühen Entwicklungsphase. Weltweit sei man dabei, an möglichen Impfstoffen zu forschen – auch in der Schweiz.

Die App, auf die die Schweiz möglicherweise zurückgreifen werde, werde in Zusammenarbeit mit Experten aus der Task Force entwickelt, sagt Koch. Aber man warte erst einmal ab. «Wir wollen Ergebnisse sehen, bevor wir etwas über den Einsatz entscheiden.»

15.12 Uhr: Kinder dürfen zusammen spielen

Eine Journalistin will wissen, ob Kinder nun wieder ohne Einschränkung miteinander spielen dürfen. «Wir haben nie verboten, dass ich kleine Kinder zum Spielen treffen können. Kleinkinder fallen nicht unter das Versammlungsverbot», hält Daniel Koch fest. Das Versammlungsverbot gelte aber nach wie vor für die Eltern: Sie müssen sich auch auf dem Spielplatz weiterhin an die Vorgabe halten, dass nicht mehr als fünf Personen zusammenstehen dürfen.

Schwieriger sei die Frage zu beantworten, wie sich Eltern von schulpflichtigen Kindern verhalten sollen, die selbst zur Gruppe der Risikopatienten gehören. Es sei nicht vorgesehen, dass für die Kinder dieser Familie die Schulpflicht nicht mehr gelte, wenn der Präsenzunterricht wieder beginnt. Aber hier müsse man voraussichtlich die Einzelfälle prüfen, sagt Daniel Koch.

15.11 Uhr: Wiederaufnahme von Contact-Tracing

Sobald die Fallzahlen tief genug sind, will der Bund wieder auf das Nachvollziehen von Infektionsketten setzen, um das Virus weiter einzudämmen. Wer beteiligt sich daran, diese Infektionsketten nachzuvollziehen? Koch sagt, das liege in der Verantwortung der kantonsärztlichen Dienste. Das Personal würde die Erkrankten befragen und per Verfügung für 14 Tage in Quarantäne stecken. Das BAG habe sämtliche kantonsärztliche Dienste deshalb bereits dazu aufgerufen, die Kapazitäten auszubauen und allenfalls auch Hilfe vom Zivilschutz in Anspruch zu nehmen. 

«Es gibt Fälle, da haben Sie pro Fall 50 – 100 Personen, die Sie in Quarantäne setzen müssen», erklärt Koch. Bei solchen Szenarien sei man schnell überfordert. Die Schwelle, damit das Contact-Tracing wieder aufgenommen werden könne, liege irgendwo im Bereich von unter 100 Fälle, gibt Koch an.

14.57 Uhr: Bussen bei Grenzübergängen

Wieso ist es in der Vergangenheit zu Bussen bei Grenzübergängen gekommen? Und auf welcher legislativen Basis sind diese verordnet worden? Als gesetzliche Grundlage wird von Christian Bock von der Zollverwaltung auf Artikel 27 des Zollgesetzes verwiesen. Bei der Vergabe von entsprechenden Bussen sei es darum gegangen, die Grenzschutzorgane nicht zu überbeanspruchen. Wie viele Beschwerden im Anschluss an eine entsprechende Busse eingegangen seien, kann Bock nicht sagen.



14.53 Uhr: Wer darf wann was?

Welche Geschäfte ab welchem Zeitpunkt welches Sortiment genau verkaufen können, werde in der Erläuterung der entsprechenden Verordnung erklärt, sagt Daniel Koch. Und an dieser arbeite man derzeit noch, sagt Boris Zürcher vom Staatssekretariat für Wirtschaft. Man wolle die entsprechenden Angaben bis zum 27. April nachliefern.

Der Bund will ab diesem Datum «personenbezogene Dienstleistungen» wieder erlauben – damit gemeint sind Geschäfte, bei denen es zu Körperkontakt kommt. Gemeint sind damit beispielsweise Friseure, Massagepraxen oder Tätowierbetriebe.

14.50 Uhr: Finden Festivals im Sommer statt? 

Ein Journalist fragt nach, ob man beim Bund davon ausgehe, dass sämtliche Festivals im Sommer stattfinden werden könnten. Koch antwortet: «Es ist mit Sicherheit nicht möglich, irgendetwas Verlässliches zur Situation in drei Monaten zu sagen.»

Man sei sich bewusst, dass dies besonders für Grossveranstalter, die normalerweise ein Jahr im Voraus planen würden, eine unangenehme Situation darstelle. Es sei nachvollziehbar, die Reissleine zu ziehen und Festivals abzusagen, wie das etwa die Verantwortlichen des Paléo Festivals in Nyon gestern getan hätten.

14.46 Uhr: Mehr psychiatrische Konsultationen? 

Eine Medienschaffende will wissen, ob dem Bund bekannt sei, ob sich mehr Personen als sonst an einen Psychiater oder eine Psychiaterin gewandt hätten. Koch entgegnet, er habe keine Kenntnisse über mögliche Entwicklungen in Bezug auf die Nachfrage von psychiatrischen Leistungen. Er kündigt aber an, Nachforschungen zu möglichen Zahlen vorzunehmen. Problematisch könnte dabei jedoch sein, dass die meisten Personen Psychiaterinnen und Psychiater per Telefon konsultiert hätten.

14.45 Uhr: Bund will richtigen Maskeneinsatz erklären

Daniel Koch hat immer wieder betont, dass gewisses Schutzmaterial wie Masken erst dann wirklich nutzen, wenn sie richtig genutzt werden. Das Bundesamt für Gesundheit wird darum ab kommenden Montag mit einem entsprechenden Film über den richtigen Umgang aufklären. Und beispielsweise der Coiffeure-Branche könne man auch eine begrenzte Zahl von Masken zur Verfügung stellen.

14.44 Uhr: Branchen-Konzepte 

Eine Journalistin möchte wissen, wie genau mögliche Konzepte aussehen müssten, die der Bundesrat gestern etwa von der Gastro-Branche gefordert habe – damit der Betrieb unter Berücksichtigung der Hygiene-Massnahmen wieder aufgenommen werden könne.  Zürcher sagt: «Der Bund wird keine alleinigen Branchenkonzepte bewilligen. Ein Konzept kann deshalb weder ausreichend noch nicht ausreichend sein.»

Es sei unmöglich, dass für jede denkbare Tätigkeit ein separates Konzept erarbeitet würde, auf dessen Grundlage die Arbeitgeber den Mitarbeitenden einen genauen «Leitfaden» zu Schutzmassnahmen vorlegen könnten. Koch ergänzt: Der Bund fertige Grobkonzepte an, die anschliessend von der Branche – unter Berücksichtigung sämtlicher Punkte – verfeinert werden würden. Der Betrieb müsse diese dann umsetzen und die Kantone würden am Ende die Kontrollfunktion übernehmen.

14.38 Uhr: Zivilschätzer ersetzen ausgefallenes Personal

Wieso muss der Zivilschutz in den Altersheimen aushelfen, fragt ein Journalist. Das liege daran, dass ein erheblicher Teil des Personals krankheitshalber ausgefallen sei, sagt Christoph Flury vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz. In den Spitälern werden Zivilschützer nur dort eingesetzt, wo sie auch wirklich benötigt würden.

14.36 Uhr: Hat der Bund bei den Masken versagt?

Und wieder die Frage nach den Masken. Momentan gibt es in der Schweiz nicht genügend Masken für alle. Ein Journalist möchte deshalb wissen, ob der Bund hier im Vorfeld der Pandemie versagt habe. Koch antwortet: «Ich glaube, wir könnten uns hier alle an der Nase nehmen. In Zukunft werden wir es aber sicherlich besser machen.»

Ein Rückblick nütze momentan nicht viel, zudem habe niemand mit dem Ausbruch eines derartigen Virus rechnen können. Der Bund habe niemals geplant gehabt, für sämtliche Bevölkerungsmitglieder Masken vorrätig zu haben.

«Es sollte jetzt keinen Maskenengpass mehr geben», sagte Koch weiter. Derzeit verfüge der Bund über rund 20 Millionen Schutzmasken, bis Ende April sollen es 100 Millionen Masken sein.

Die «obligatorisch Frage nach den Masken» beantwortet Daniel Koch bei jeder Pressekonferenz.
Bild: Keystone

14.32 Uhr: Risikopatienten sollen weiterhin zu Hause bleiben

Für die Risikogruppe der über 65-Jährigen bleibt die Empfehlung bestehen, dass sie sich wann immer möglich zu Hause isolieren sollen, wie Daniel Koch sagt. Auch in Bezug auf Alters- und Pflegeheime seien keine anderen Empfehlungen geplant. Man sei sich aber bewusst, wie stark diese Gruppe unter den Massnahmen leide, so Koch.

14.28 Uhr: Fragerunde beginnt

Einmal mehr stellen sich die Expertinnen und Experten den Fragen der Medienschaffenden. Ein erster Journalist möchte wissen, wieso die Kinder nicht zu den Grosseltern gehen könnten, wenn sie doch keine Überträger der Krankheit seien. Koch antwortet, es sei niemals zu 100 Prozent gesichert, dass keine Übertragung stattfinden könne. Es sei trotzdem vereinzelt möglich, dass sich Kinder infizieren würden. Diese Ausführungen basierten auf Erkenntnisse von Sachverständigen, die aber noch nicht publiziert worden seien.

14.24 Uhr: Uptdate zum Zivilschutz-Einsatz

Die meisten Zivilschutzangehörige seien in der Westschweiz im Einsatz, aber auch in Zürich und Basel gebe es grössere Einsätze, sagt Christoph Flury vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz. Bisher seien Hunderte von kleinen Unterstützungseinsätzen vom Zivilschutz geleistet worden. 

Der Zivilschutz werde weiterhin substituär zum Einsatz kommen, versichert Flury. Das heisst: Dort, wo niemand anderes eine gewisse Aufgabe übernehmen kann, wird der Zivilschutz zu Hilfe gezogen. Die Motivation der Zivilschutzangehörigen sei nach wie vor gut, noch immer würden sich viele freiwillig für einen Kurzeinsatz melden.

14.20 Uhr: 75'000 junge Leute vor Lehrabschluss

Nun spricht Rémy Hübschi vom Staatssekretariat für Bildung und Forschung. Er geht auf die gestern beschlossenen Regelungen zu den Lehrabschlüssen 2020 ein. Insgesamt 75'000 junge Frauen und Männer seien davon betroffen, da sie in diesem Sommer ihre Lehre abschliessen würden, sagt Hübschi.

14.15 Uhr: Schutz für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer

Die Regeln zu den Schutzmassnahmen an den Arbeitsplätzen würden vom Bund erarbeitet, sagt Zürcher vom Seco. Die Umsetzung der Schutzkonzepte für Arbeitnehmende liege anschliessend bei den Arbeitgebern, erklärt Zürcher. Der Bund vertraue auf ebendiese und ihre Fürsorgepflicht.

Anschliessend liege es an den Kantonen, zu kontrollieren, ob die Schutzmassnahmen von den Arbeitgebern entsprechend umgesetzt würden. 

14.12 Uhr: Zahlen zu Kurzarbeitsstunden 

Wie viele Stunden Kurzarbeit tatsächlich bereits abgerechnet wurden, wisse man aktuell nicht, sagt Zürcher. Dazu fehlten noch wichtige Zahlen. Klar sei momentan: Für über ein Drittel aller Erwerbstätigen liege ein Gesuch für Kurzarbeit vor. Wie viele Gesuche tatsächlich bewilligt wurden, sei noch unklar. Zürcher geht aber davon aus, dass es die ganz grosse Mehrheit ist.

Insgesamt 176'238 Unternehmen hätten Gesuche für Kurzarbeit eingereicht, weiss Zürcher.

14.09 Uhr: Arbeitslosigkeit wegen Coronakrise

Boris Zürcher vom Seco spricht über die aussergewöhnliche Lage auf dem Schweizer Arbeitsmarkt. Die Arbeitslosigkeit habe rasch zugenommen, weil es zu einem kompletten Nachfrageeinbruch gekommen sei. 

1'800 bis 1'900 neue Arbeitslose habe man zu Beginn der Krise täglich verzeichnet, sagt Zürcher. Dieser Wert sei nun auf 1'500 pro Tag gefallen. 

14.07 Uhr: Die allermeisten Kinder infizieren sich nicht

Seine Ausführungen von gestern in Bezug zur Öffnung der Schulen Mitte Mai habe er auf Grundlage eines Gesprächs mit einem Experten gemacht, erklärt Koch. Kinder seien mit grosser Sicherheit nicht die Überträger dieser Krankheit – und würden in den allermeisten Fällen wohl auch nicht infiziert. 

14.06 Uhr: Beschränkung hat «überhaupt nicht funktioniert»

Koch geht noch einmal auf den Fahrplan des Bundesrats ein, weil vor allem die Gastrobranche kritisiert hat, dass die Öffnung ihrer Betriebe erst so spät angegangen werden soll. Man werde die Situation von Restaurants und Bars noch einmal sehr genau anschauen.

Mit Blick auf die Regelung, die vor der Schliessung im März galten, sagt Koch: «Man muss sich auch bewusst sein: Das ist ein schwieriger Bereich.» Abstand halten habe im Restaurant nicht erste Priorität. Und weiter: «Die Beschränkung auf 50 Personen in Restaurants hat überhaupt nicht funktioniert.»

14.05 Uhr: Koch warnt vor «gefährlicher Krankheit»

Koch betont, die Krankheit dürfe weiterhin nicht unterschätzt werden. Immer wieder gebe es Fälle von jüngeren Personen ohne Vorerkrankungen, die trotzdem schwere Verläufe zeigten. «Es ist eine gefährliche Krankheit, nicht nur für Hochrisiko-Patienten», so Koch. 

Punkto Wettbewerbsverzerrung sagt er, es treffe nicht zu, dass die Grossisten nun sämtliche Produkte einfach so verkaufen könnten. Auch sei man sich beim Bund darüber im Klaren, dass die Gastrobranche mit den gestrigen Entscheidungen des Bundesrats nicht zufrieden sei. Laut Koch ist dieser Bereich aber besonders anspruchsvoll. Das Ganze werde aber weiter beobachtet und sei nicht «einfach so vom Tisch».

14.00 Uhr: Medienkonferenz beginnt

Ein weiteres Mal informiert der Bund über die aktuelle Situation im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Daniel Koch vom BAG eröffnet mit den Zahlen. So seien 346 Personen neu positiv auf das Coronavirus getestet worden. Insgesamt verzeichne die Schweiz damit rund 27'000 Fälle und über 100 Todesfälle. 

Die Kurve sei sehr schnell zurückgegangen und abgeflacht, sagt Koch. Weiter sei sei nicht so steil angestiegen, wie teils befürchtet worden sei. Entwarnung gibt er aber nicht. «Noch immer besteht die Gefahr, dass sich wieder mehr Leute anstecken und es dann auch mehr schwere Verläufe gibt.»

13.45 Uhr: In Kürze informiert der Bund

In Kürze informieren wieder die Experten des Bundes über die neueste Entwicklung in der Coronakrise. Die Medienkonferenz ist für 14 Uhr angekündigt – auf «Bluewin» begleiten wir den Anlass wie gewohnt mit Video und im Ticker.

13.35 Uhr: Zahl neuer Covid-19-Fälle steigt wieder leicht

In der Schweiz und in Liechtenstein hat die Zahl der bestätigten Neuinfektionen mit dem Coronavirus innerhalb eines Tages um 346 zugenommen. Insgesamt gab es damit am Freitag 27'078 laborbestätigte Fälle. Damit stieg die Zahl der neuen bestätigten Fälle im Vergleich zum Vortag an, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Freitag mitteilte. Insgesamt wurden in der Schweiz bisher 211'400 auf das Coronavirus getestet, 15 Prozent davon verliefen positiv.

Die Todesfälle in Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung nahmen nach einer Zählung der Nachrichtenagentur Keystone-SDA bis Donnerstagmittag innerhalb von 24 Stunden um 105 auf 1304 zu. Der Kanton Waadt gab die Zahl seiner Todesopfer mit 279 an, im Tessin starben bis Freitag 270 Menschen an der Lungenkrankheit. Obwalden und Appenzell-Innerrhoden sind gemäss dieser Zählung die einzigen Kantone ohne Todesopfer.

13.25 Uhr: EU gewährt Schweizer Med-Tech-Firmen Verschnaufpause

Gute Nachrichten für Schweizer Medtech-Branche: Nach den EU-Staaten hat am Freitag auch das EU-Parlament zugestimmt, die neuen EU-Regeln für die Zulassung von Medizinprodukten (MDR) um ein Jahr zu verschieben. Das gab EU-Parlamentspräsident David Sassoli bekannt.

Das Inkrafttreten der neuen Regeln wäre für den 26. Mai dieses Jahres geplant gewesen. Auch für all jene Schweizer Medizinprodukte-Hersteller, die in die EU exportieren, galt dieses Datum als wichtige Deadline. Nicht nur hätten sie bis zu diesem Zeitpunkt die Bedingungen der neuen EU-Regeln erfüllen müssen, sie hätten sich auch noch auf den Verlust ihres privilegierten Zugangs zum EU-Binnenmarkt vorbereiten sollen. Mit dem jetzt verabschiedeten Moratorium haben die Schweizer Unternehmen eine Verschnaufpause erhalten.

Doch die neue EU-Verordnung stellte die Medizintechnikbranche in ganz Europa vor Probleme. Denn es gibt zu wenig Zulassungsstellen, die die Produkte nach den neuen Regeln zertifizieren konnten. Die Coronakrise verschärfte nun dieses Problem.

13.05 Uhr: Löwen im Krüger-Nationalpark erobern die Strasse

In Südafrikas berühmtem Krüger-Nationalpark nutzen die Löwen die Gunst der Stunde – und erobern den Asphalt für sich. Die Nationalparkverwaltung Sanparks veröffentlichte Bilder von Rudeln, die es sich auf den von der Sonne aufgeheizten Teerdecken der Strassen bequem machten. Sie werden zu normalen Zeiten von Tausenden Besuchern aus aller Welt befahren, sind jetzt wegen der im Kampf gegen das Coronavirus verhängten Beschränkungen im Lande aber weitgehend menschenleer. 

12.42 Uhr: Schweizer Forscher kehrt Corona-App den Rücken

Die Contact-Tracing-App PEPP-PT soll dazu beitragen, die Coronavirus-Pandemie einzudämmen. Der Schweizer Epidemiologe Marcel Salathé gehörte zu den treibenden Kräften des internationalen Projekts. Nun zieht er sich daraus zurück, wie er am Freitag auf Twitter bekanntgab.

Er glaube noch immer an einen internationalen Ansatz unter Schutz der Privatsphäre, schreibt der Forscher der ETH Lausanne. Er könne aber nicht hinter etwas stehen, von dem er nicht wisse, für was es stehe. Im Moment sei PEPP-PT nicht offen und nicht transparent genug.

Entscheidend seien die Details, schreibt Salathé. Dazu gehören für ihn die Protokolle, Privatsphäre oder Systemsicherheit. Alle, die an einer Lösung arbeiteten, sollten dies offen tun. «Transparenz ist zwingend», schreibt der Forscher auf Twitter. Salathé will sich nun voll und ganz dem DP-3T-Projekt widmen. Es handelt sich um ein Open-Source-Projekt. 

12.20 Uhr: USA wussten schon im November Bescheid

Die US-Geheimdienste haben schon im November vom Ausbruch des Coronavirus in China gewusst. Das berichtet «The Times of Israel» unter Berufung auf das nationale Fernsehen. Demnach verfassten die Schlapphüte in der zweiten Novemberwoche einen entsprechenden Geheimbericht, den sie der Nato und Israel zukommen liessen.

Natürlich informierten die Agenten auch die Administration von Präsident Donald Trump, die es jedoch «für uninteressant befunden hat». Der Rapport sei auch den israelischen Gesundheitsbehörden zugestellt worden, aber «nichts wurde getan», heisst es. 

12.02 Uhr: Eidgenössisches Jodlerfest wird um ein Jahr verschoben

Das ursprünglich für Ende Juni geplante Eidgenössische Jodlerfest in Basel wird wegen der Corona-Pandemie um ein Jahr verschoben. Neu findet der Grossanlass vom 25. bis 27. Juni 2021 statt.

Die Verschiebung werde möglich, weil die meisten Sponsoren und Partner ihre Unterstützung auch bei einer Durchführung im Jahr 2021 zugesichert hätten, teilte das Organisationskomitee des 31. Eidgenössischen Jodlerfestes am Freitag mit.

Zudem hätten sich auch die drei geplanten Unterverbands-Jodlerfeste 2021 in der Westschweiz, in der Zentralschweiz sowie im Kanton Bern bereit erklärt, ihre Anlässe ebenfalls um ein Jahr zu verschieben.

12 Uhr: Schweizer IT-Branche hart getroffen, aber ...

Die Corona-Krise trifft die Schweizer IT- und Telekomunternehmen (ICT) hart. Laut dem Branchenverband Swico rechnen alle Segmente der Branche mit deutlichen Rückgängen beim Auftragseingang, dem Umsatz und den Bruttomargen. Wie düster es um die Stimmung in der ICT-Branche tatsächlich bestellt ist, kommt in dem von Swico monatlich erhobenen ICT Index zum Ausdruck. Dieser tauchte im April auf 66,2 Punkte, was gegenüber dem Vorjahreswert einem Minus von 44 Prozent entspricht.

Im Index berücksichtigten werden die Branchen Unterhaltungselektronik, ICT sowie Bildbearbeitung und Druck. Die einzelnen ICT-Teilbranchen haben gemäss Swico zwar mit unterschiedlichen Auswirkungen der Coronakrise zu kämpfen, das Resultat sei aber für alle dasselbe: Eine signifikant pessimistische Stimmung hinsichtlich der zu erwartenden Marktentwicklung. Die Indizes der einzelnen Segmente sanken dabei zwischen 42,4 und 62,7 Punkte.

Swico-Geschäftsführerin Judith Bellaiche sieht in der Krise aber auch Potenzial für die Branche. «Durch den Lockdown ist ein veritabler Digitalisierungsrutsch durchs Land gegangen», wird Bellaiche in der Mitteilung zitiert. Sie sei überzeugt, dass Die Schweiz in Sachen Digitalisierung nach der Corona-Krise nicht mehr wiederzuerkennen sein werde. Davon werde die ICT-Branche mittel- und langfristig profitieren.

11.45 Uhr: Das alte Duell – Simpsons oder Family Guy?

Die Macher der amerikanischen Zeichentrickserie «Die Simpsons» haben in ihrem legendären Vorspann offensichtlich einen Kommentar zur Corona-Krise verpackt. Die Botschaft in Kürze: Zuhause ist es am schönsten und sichersten. Die Folge, die Fox am kommenden Sonntagabend ausstrahlen wird, zeigt zu Beginn eine völlig andere Optik.

Sie ähnelt einem Ego-Shooter-Videospiel. Homer, Marge, Bart, Lisa und Maggie wirken grösser, kantiger und athletischer. Alles ist in Blau-Schwarz-Weiss getaucht. Die Musik ist monoton-rockig. Am Ende kippt die Szene: Homers Flugzeug schmiert ab und zerschellt mit einer Explosion mitten in Springfield. Überblendung ins Wohnzimmer der Simpsons: Alle tragen Brillen, mit denen sich Virtual-Reality-Videospiele verfolgen lassen. Homer wirft seine Brille kreischend weg und schaltet selig den Fernseher an.

Ohne voreingenommen zu sein oder einseitig zu berichten: Der Corona-Podcast der «Family Guy»-Charaktere Stewie und Brian ist dagegen um Lichtjahre besser. Wer beide Clips vergleicht, kann zu keinem anderen  Ergebnis kommen. Ist so!!!

11.35 Uhr: Hacker haben Hochkonjunktur

Die Angriffe von Hackern haben angesichts des in der Corona-Krise verstärkten Trends zum Home Office zugenommen. Die vom US-Sicherheitsdienstleister VMWare Carbon Black beobachteten Angriffe mit Schadsoftware auf Computer seien im März um 148 Prozent gegenüber dem Vormonat gestiegen, teilte das Unternehmen mit.

«Vor dem Hintergrund der Pandemie kommt es zu einem historischen Ereignis in der digitalen Welt - und das ist eine Pandemie der Cyber-Kriminalität», sagte VMWare-Experte Tom Kellerman. Es sei einfacher, einen Nutzer zu hacken, der von zu Hause aus arbeite und nicht direkt im Netzwerk einer Firma. Auch die Nutzung von virtuellen privaten Netzwerken (VPN) biete keinen sicheren Schutz: «VPN ist nicht kugelsicher», warnte Kellermann.

Auch Sicherheitsexperten der Arctic Security in Finnland stellen fest, dass sich die Zahl der angegriffenen Netzwerke im März in den USA und zahlreichen europäischen Staaten im Vergleich zum Januar verdoppelt hat. Viele Hacker nutzten auch die Corona-Angst als Köder, um etwa über E-Mails Schadsoftware auf Computer zu schmuggeln, sagen Sicherheitsexperten.

Aber auch die staatlichen Hilfsprogramme zur wirtschaftlichen Abfederung der Corona-Folgen ziehen Datendiebe an. Das nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerium musste etwa Auszahlungen stoppen, nachdem Cyberkriminelle offiziellen Webseiten täuschend ähnliche Internetseiten geschaltet hatten, um die Daten von Unternehmen abzugreifen und öffentliche Zahlungen auf ihre Konten umzuleiten.

11.20 Uhr: Sucht im Lockdown

Neben der Furcht vor einer Erkrankung bringt der Lockdown für die meisten Menschen in der Schweiz eine neue Situation mit sich. Einige hätten mehr Stress durch Homeoffice und gleichzeitiger Kinderbetreuung, schrieb Sucht Schweiz in einer Mitteilung. «Der Suchtmittelkonsum im Ausgang hat zwar abgenommen, doch einige Menschen greifen nun zu Alkohol, Tabak und anderen Suchtmitteln, um mit dem Stress klar zu kommen oder die Leere aufzufüllen.»

Sucht Schweiz hat daher das neue Informationsportal «Sucht und Coronakrise» lanciert, wo drei «Survival Kits« mit Informationen zu Substanzen und Verhalten mit Suchtpotenzial zur Verfügung stehen. Sie geben Antworten auf Fragen wie «Wie kann ich meinen Konsum im Griff behalten?» – «Wie können Eltern die Bildschirmzeit und den Substanzkonsum ihrer Sprösslinge begrenzen?» oder «Wie können Jugendliche mit der einschränkenden Situation zurechtkommen?»

Zugleich werden für Fachleute und Medien Briefing Papers zu fünf Suchtbereichen aufgeschaltet, als erstes zu den illegalen Drogen.

11.12 Uhr: Pandemie drückt Schweizern auf die Stimmung

Die Corona-Krise drückt vielen Schweizerinnen und Schweizern aufs Gemüt. In einer Studie hat mehr als ein Drittel der Befragten angegeben, dass sich ihre Lebensqualität verschlechtert habe.

35 Prozent haben im Rahmen des COVID-19 Social Monitor der ZHAW und der Universität Zürich angegeben, dass sich ihre allgemeine Lebensqualität im Vergleich zur Zeit vor der Coronakrise verschlechtert habe, wie die ZHAW in einer Mitteilung vom Freitag schrieb. Lediglich neun Prozent gaben an, dass sich ihre Lebensqualität verbessert habe.

Rund 50 Prozent der Befragten zeigten gewisse psychische Belastungs- und Erschöpfungssymptome wie beispielsweise Ein- oder Durchschlafstörungen oder Müdigkeitserscheinungen. Rund neun Prozent der Befragten gaben auch an, sich häufig oder sehr häufig einsam zu fühlen.

11 Uhr: Zum ersten Mal kein Jazzfest in Montreaux

Anstatt der Programmbekanntgabe, kommt die Absage: Das Montreux Jazz Festival 2020 findet im Juli aufgrund der Corona-Krise nicht statt. Acts wie Lenny Kravitz, Black Pumas oder Lionel Richie hätten diesen Sommer am Ufer des Genfer Sees auftreten sollen.

Einzelne Programmpunkte, die für die diesjährige Ausgabe vorgesehen waren, werden nach Möglichkeit ins nächste Jahr verschoben, teilten die Veranstalter am Freitag in einem Communiqué mit. Das nächste Montreux Jazz Festival findet vom 2. bis 17. Juli 2021 statt. Noch nie vorher in der 53-jährigen Festivalgeschichte habe eine Ausgabe abgesagt werden müssen.

10.30 Uhr: Update Tessin und Graubünden

Die Zahl der Infektionen stieg im Tessin seit dem Vortag um 24 auf 2’970. Mit einem neuen Opfer gab es bisher 270 Tote. Zwölf entlassene Patienten erhöhen die Zahl der Genesenen auf 580. In Graubünden kam es zu 752 Infektionen: Das sind sieben mehr als am Vortag. Ein Patient starb, womit bisher 39 Opfer zu beklagen sind. 

10.20 Uhr: Mafia profitiert

Die italienische Mafia nutzt nach Meinung von Experten die Corona-Krise zu ihren Gunsten aus. «Wir wissen, dass ‹Familien von Freunden›, die alle Kredithaie sind, sich anbieten, um Familien mit Problemen mit Geld zu helfen», sagte Amedeo Scaramella im britischen «Independent». Er gehört zu einer Kirchengruppe, die das Gewerbe in Neapel bekämpft.

Anfangs hätten die Zinsen noch die marktübliche Höhen und stiegen dann schnell auf bis zu 300 Prozent. Die Comorra verteile auch Nahrung, fordere dann aber «Gefallen» ein wie etwa den Transport von Drogen. «Die Mafia weiss, dass das eine gute Zeit für Investitionen ist», ergänzt Mafiajäger Federico Cafiero De Raho.

10 Uhr: Erntehelfer eingeflogen

Grossbritannien hat bisher 150 Erntehelfer nach London einfliegen lassen, um die diesjährige Ernste zu sichern. Die Rumänen blieben bis Ende Juni im. Land, berichtete «BBC».  Die 150 sind aber nur ein Tropfen auf dem heissen Stein: Allein in der Gegend würden 3'000 Erntehelfer gebraucht. Nach einer Kampagne hätten sich aber auch 500 Briten gemeldet, um Pflanzen zu pflücken.

9.30 Uhr: RIP Christophe

Frankreich hat einen grossen Chansonier an Covid-19 verloren.

9.12 Uhr: Fünf Millionen Dollar für Palästinenser 

Nach massiven Kürzungen finanzieller Hilfen vor zwei Jahren wollen die USA nun die Palästinenser im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus unterstützen.

«Ich freue mich sehr, dass die USA fünf Millionen Dollar für palästinensische Krankenhäuser und Haushalte zur Verfügung stellen, um dringende, lebensrettende Bedürfnisse im Kampf gegen Covid-19 zu decken», schrieb der US-Botschafter in Israel, David Friedman, am Donnerstagabend auf Twitter.

9.09 Uhr: Ansteckungsrate in Deutschland deutlich gesunken

Die Ansteckungsrate mit dem neuartigen Coronavirus ist in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) deutlich gesunken. Laut der am Donnerstagabend veröffentlichten Statistik steckt derzeit jeder Infizierte weit weniger als einen weiteren Menschen an. Die sogenannte Reproduktionsrate (R) liegt bei 0,7. Zehn Infizierte stecken damit nur sieben weitere Menschen an - was bedeutet, dass die Zahl der täglichen Neuansteckungen zurückgeht.

8.48 Uhr: Facebook macht keine grösseren Veranstaltungen bis Ende Juni 2021

Facebook stellt sich auf längere Einschränkungen durch die Coronavirus-Gefahren ein und hat alle Veranstaltungen mit mehr als 50 Personen bis Ende Juni kommenden Jahres gestrichen. Einige davon sollen online stattfinden, schrieb Firmenchef Mark Zuckerberg am Donnerstag.

8.20 Uhr: Ebola-Medikament zeigt Erfolge bei Covid-19

Ein Medikament des US-Pharmakonzerns Gilead Science zeigt einem Medienbericht zufolge Erfolge bei der Behandlung von Covid-19-Patienten. In einer Studie der Universitätsklinik in Chicago führte das ursprünglich gegen Ebola entwickelte Mittel Remdesivir zu einer schnellen Fiebersenkung und einem Rückgang der Symptome der Lungenkrankheit.

In der Folge konnten fast alle Patienten in weniger als einer Woche entlassen werden, wie aus einem am Donnerstagabend veröffentlichten Bericht der Onlineplattform für Medizinnachrichten, Stat, hervorgeht. Die Aktien des Unternehmens stiegen nach US-Börsenschluss um 16 Prozent.

7.35 Uhr: Swatch kürzt Dividende

Die Swatch Group kürzt aufgrund des Nachfrageeinbruchs im Zuge der Coronakrise die Dividende. Statt 8 Franken sollen pro Inhaberaktie nur noch 5,50 Franken ausgeschüttet werden.

Besitzer von Namenaktien erhalten pro Anteil noch 1,10 Franken statt 1,60 Franken, wie aus der am Freitag veröffentlichten Einladung zur Generalversammlung hervorgeht. Der Verwaltungsrat habe sich Zuge der Covid-19-Situation und den drastischen Folgen für die Wirtschaft für ein umsichtiges Vorgehen mit den finanziellen Mitteln der Gesellschaft entschieden, heisst es in der Medienmitteilung von Swatch. Neben der Dividendenkürzung um rund 30 Prozent reduziert sich der Verwaltungsrat demnach auch das eigene Honorar um denselben Prozentsatz.

7.25 Uhr: Roche weit bei Antikörper-Test

Roche zeigt sich im Kampf gegen das Coronavirus unermüdlich. Wie der Konzern am Freitag mitteilte, werde man nun an der Entwicklung und künftigen Markteinführung eines neuen Corona-Tests arbeiten. Dieser Test soll nun dabei helfen, bei jenen Menschen, die dem Coronavirus ausgesetzt waren, die entsprechenden Antikörper nachzuweisen.

Man strebe an, den Antikörpertest bis Anfang Mai in Ländern, die die CE-Kennzeichnung der Europäischen Union akzeptieren, verfügbar zu haben. Zugleich arbeite Roche aktiv mit der FDA für eine Notfallzulassung zusammen.

Antikörpertests spielen eine zentrale Rolle, um genau jene Menschen zu identifizieren, die mit dem Virus möglicherweise infiziert waren, aber keine Symptome zeigten, wie es in der Mitteilung heisst.

6.45 Uhr: Wuhan meldet 1'290 mehr Tote als bisher berichtet

Die chinesische Stadt Wuhan hat die Zahl der Corona-Toten überraschend um rund 50 Prozent nach oben korrigiert. Wie die Behörden am Freitag berichteten, sind in der zentralchinesischen Metropole, in der die Pandemie ihren Ausgang genommen hatte, doch noch weitere 1'290 Menschen in Folge der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Damit erhöht sich die Gesamtzahl der Toten in Wuhan auf 3'896 Tote. Bislang waren nur 2'579 Tote berichtet worden.

Die landesweite Gesamtzahl von bisher 3'342 Toten in China wurde am Freitag zunächst noch nicht offiziell korrigiert, dürfte sich damit aber auf mehr als 4'600 erhöhen. Die neuen Angaben bestätigen schon länger bestehende Vermutungen, dass in den offiziellen chinesischen Statistiken viele Fälle nicht mitgerechnet worden waren.

Es wurden mehrere Gründe für die erhebliche Korrektur genannt. So seien Patienten anfangs zuhause gestorben. Auch seien Krankenhäuser überfordert und Ärzte und medizinisches Personal mit dem Ansturm der Infizierten zu beschäftigt gewesen, «was zu verspäteten, fehlenden und falschen Berichten führte», wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete.

6.32 Uhr: Credit Suisse erwartet kräftigen Rückgang des BIP

Die Ökonomen der Grossbank Credit Suisse korrigieren ihre Konjunkturprognose für die Schweiz im laufenden Jahr kräftig nach unten. Sie erwarten nun für 2020 einen Rückgang des Bruttoinlandprodukts (BIP) um 3,5 Prozent. Bisher waren sie von einem Minus von 1,0 Prozent ausgegangen.

Mit dem Beginn der Lockerungen des «Lockdowns» sollte sich zwar auch die Wirtschaft wieder zu erholen beginnen, heisst es in einer am Donnerstag publizierten Analyse der Credit Suisse. Die Erholung dürfte aber vor allem in den auslandsorientierten Branchen langsamer ausfallen als bisher erwartet.

Soldaten der Schweizer Armee beim Transport eines Patienten mit Covid-19 am Eingang der Notaufnahme im Kantonsspital «'La Carita»' in Locarno. (Archiv)
Keystone

Der vom Bundesrat am Donnerstag publizierte Ausstiegsplan decke sich mit den früheren Annahmen der CS, dass die schärfsten Massnahmen nach zwei bis drei Monaten aufgehoben werden. Für den Bundesrat habe jedoch nach wie vor die Minimierung der Neuansteckungen Priorität. Es zeichne sich entsprechend ab, dass gewisse Einschränkungen noch länger Bestand haben würden.

6.30 Uhr: Armeechef Süssli zufrieden mit Armee in Coronkrise

Der Chef der Schweizer Armee, Thomas Süssli, hat sich zufrieden mit dem Einsatz der Streitkräfte während der Coronavirus-Pandemie gezeigt. «Die Mobilmachung hat sehr gut funktioniert», sagte er der «Neuen Zürcher Zeitung» vom Freitag.

«Die Armee konnte zeigen, dass die geplante Erhöhung der Bereitschaft richtig und wichtig ist. Unsere Milizarmee hat bewiesen, dass sie innert Stunden eine Mobilmachung durchführen und unsere Bevölkerung schützen und unterstützen kann», führte Süssli weiter aus. Auch das Aufgebot per SMS habe sich bewährt, sagte er. «Über 80 Prozent der Aufgebotenen haben innert einer Stunde geantwortet», betonte Süssli.

Der Armeechef sei zudem viel vor Ort gewesen, um mit eigenen Augen zu sehen, wie gearbeitet wurde und wie die Schutzmassnahmen eingehalten würden. «Was ich gesehen habe, hat mich beeindruckt: Chefs, die sich um ihre Truppe kümmern, die Sorgen der Leute ernst nehmen und sie seriös auf den anspruchsvollen Einsatz vorbereiten», lobte er weiter.

Zu Verbesserungsmassnahmen sagte er, «dass wir in sehr vielen Bereichen Entscheidungswege und Prozesse verkürzen und optimieren können.» Dies gelte nicht nur innerhalb der Militärverwaltung sowie der Armee, sondern auch im Austausch mit den zivilen Partnern, erklärte Süssli weiter. Ein weiteres wichtiges Thema sei für ihn nunmehr die Balance zwischen dem, was man leisten solle und den Ressourcen. «In den Wiederholungskursen haben wir immer weniger Leute, und es nicht sicher, dass wir langfristig die Bestände sichern können», mahnte er.



5.01 Uhr: EU-Länder drängen weiterhin zu Corona-Bonds

Mehrere europäische Finanzminister setzen sich weiterhin dafür ein, zur Finanzierung des geplanten Wiederaufbaufonds für die europäische Wirtschaft gemeinsame Anleihen auszugeben. Die Stimmen kommen etwa aus Frankreich und Griechenland.

«Der Fonds für den Wiederaufbau sollte uns erlauben, gemeinsam Schulden aufzunehmen. Für die Zukunft, lediglich zeitlich befristet und nur für einen einzigen Zweck, nämlich Investitionen», sagte der französische Finanz- und Wirtschaftsminister Bruno Le Maire der «Welt» vom Freitag. «Der entscheidende Unterschied zu Euro-Bonds wäre, dass wir einen zeitlich befristeten, zielgerichteten Fonds schaffen und nicht darum bitten, auf Dauer vergangene und zukünftige Schulden zu vergemeinschaften.»

Der kroatische Finanzminister Zdravko Maric sagte dem Blatt: «Was den Wiederaufbaufonds und dessen Finanzierung angeht, unterstützen wir sehr die Idee von Corona- oder Euro-Bonds.» Sein Land hat gerade die Präsidentschaft des Europäischen Rates inne und koordiniert die Verhandlungen. Der griechische Finanzminister Christos Staikouras meinte, die Schaffung des Wiederaufbau-Fonds sei zentral, um die europäischen Volkswirtschaften nach der Krise wieder in Gang zu bringen. «Er sollte jede mögliche Art von Finanzierung nutzen, ganz besonders innovative Finanzinstrumente, wie gemeinsam begebene Schuldtitel.»

4.37 Uhr: Chinas Wirtschaft schrumpft im ersten Quartal um 6,8 Prozent

Wegen der Coronavirus-Pandemie ist Chinas Wirtschaft erstmals seit Jahrzehnten geschrumpft. Wie das Statistikamt am Freitag mitteilte, verkleinerte sich das Bruttoinlandprodukt im ersten Quartal im Vergleich zu den ersten drei Monaten des Vorjahres um 6,8 Prozent.

Es ist der erste negative Wert seit mindestens 1992, als die Volksrepublik damit begann, Wachstumszahlen quartalsweise zu veröffentlichen. Ein ganzes Jahr mit einer schrumpfenden Wirtschaft verzeichnete China zuletzt 1976. Vergangenes Jahr war die zweitgrösste Volkswirtschaft noch um 6,1 Prozent gewachsen.



Der starke Rückgang verdeutlicht, wie schwer chinesische Unternehmen vom Ausbruch des Coronavirus getroffen wurden. Die strengen Massnahmen gegen die Ausbreitung des Virus hatten die chinesische Wirtschaft seit Ende Januar praktisch zum Stillstand gebracht. Die Auswirkungen wurden daher besonders im Februar spürbar. Seit Wochen nehmen Fabriken und Unternehmen die Arbeit langsam wieder auf.

Die Daten erhöhen den Druck auf Regierung und Zentralbank, weitere Massnahmen im Kampf gegen die Folgen der Pandemie zu ergreifen. Die Regierung hat bereits ihre Ausgaben hochgefahren, Steuern gesenkt und Sonderanleihen der Kommunalverwaltungen für Grossprojekte erlaubt. Die Zentralbank hat zudem Zinsen gesenkt und verlangt von den Geschäftsbanken weniger Rücklagen, so dass das dadurch freiwerdende Geld in die Wirtschaft gepumpt werden kann. Ökonomen erwarten für dieses Jahr das schwächste Wachstum der chinesischen Wirtschaft seit dem Ende der Kulturrevolution 1976.

4.30 Uhr: Trump präsentiert Weg zur Normalität für USA

US-Präsident Donald Trump will die USA mit neuen Richtlinien in der Corona-Krise in drei Phasen auf den Weg zur Normalität zurückführen. Dabei will er die Wirtschaft graduell wieder öffnen.

Eine landesweite Schliessung könne keine langfristige Lösung sein, sagte Trump am Donnerstagabend (Ortszeit) im Weissen Haus. Rund 30 Prozent des Landes hätten in den vergangenen sieben Tagen keine neuen Coronavirus-Fälle gemeldet. Trumps Plan sieht eine weitgehende Rückkehr zur Normalität in drei Phasen vor, wenn in Bundesstaaten oder Regionen in den USA bestimmte Kriterien erfüllt sind. Einen genauen Zeitplan beinhalten die Richtlinien aber nicht.



Stattdessen sollen Bundesstaaten oder Regionen vor dem Eintritt in jede der drei Phasen eine Reihe von Voraussetzungen erfüllen. So soll dort beispielsweise vor jeder neuen Phase die Zahl der nachgewiesenen Coronavirus-Infektionen jeweils über einen 14-tägigen Zeitraum abgenommen haben. «Wir öffnen einen vorsichtigen Schritt nach dem anderen», sagte Trump weiter. Er betonte, den Gouverneuren der Bundesstaaten bleibe es überlassen, die Richtlinien umzusetzen. Sollten sie beschliessen, dass schärfere Schutzmassnahmen weiter notwendig seien, «werden wir ihnen das erlauben». Damit ruderte Trump zurück.

Noch am Montag hatte der Präsident gesagt, er habe bei der Frage der Wiederöffnung Amerikas die «allumfassende Macht». Trump reagierte damit auf Äusserungen von Gouverneuren mehrerer US-Bundesstaaten, die zuvor erklärt hatten, sich bei der Aufhebung der von ihnen verhängten Beschränkungen untereinander abstimmen zu wollen. Am Mittwoch sagte Trump, dass er mit den Gouverneuren der Bundesstaaten zusammenarbeiten wolle, dass er notfalls aber auch gegen deren Massnahmen vorgehen wolle. «Wir haben das Recht zu tun, was immer wir wollen. Aber das würden wir nicht tun wollen.»

In der ersten Phase werden die bisherigen Richtlinien, die zum Monatsende auslaufen, nur leicht gelockert. Ansammlungen von mehr als zehn Menschen sollen weiterhin vermieden werden. Wer von zu Hause arbeiten kann, soll dies weiter tun. Wo das möglich ist, sollen Arbeitnehmer stufenweise an ihre Arbeitsstellen zurückkehren. Schulen, die derzeit geschlossen sind, sollen geschlossen bleiben. Restaurants, Kinos und Gotteshäuser sollen nur öffnen, wenn ein Sicherheitsabstand zwischen Besuchern gewährleistet werden kann.



In der zweiten Phase sollen Arbeitnehmer weiterhin zur Arbeit von zu Hause aus ermutigt werden. In Unternehmen sollen Gemeinschaftsbereiche, wo Menschen zusammenkommen, geschlossen bleiben. Besuche in Altersheimen und Spitälern sollen weiter untersagt bleiben. Reisen, die nicht essenziell sind, sollen aber wieder möglich sein. Schulen sollen wieder öffnen.

In der dritten Phase sollen Arbeitnehmer wieder ohne Einschränkungen an ihre Arbeitsstellen zurückkehren, dann sollen auch wieder Besuche in Altersheimen und Krankenhäusern erlaubt werden. Gefährdete Bevölkerungsgruppen sollen aber weiterhin Abstand zu anderen Menschen einhalten. Personen, die nicht zu diesen Gruppen gehören, sollen erwägen, so wenig Zeit wie möglich in Menschenmengen zu verbringen.

3.17 Uhr: Uber schreibt bis zu 2,2 Milliarden Dollar ab

Der Fahrdienstvermittler Uber kündigt wegen der Coronavirus-Krise milliardenschwere Abschreibungen an. Gleichzeitig zieht der Konzern seine Jahresprognose zurück.

Das Unternehmen teilte am Donnerstag (Ortszeit) nach US-Börsenschluss mit, dass der Verlust im ersten Quartal aufgrund von Abwertungen in der Bilanz um 1,9 Milliarden bis 2,2 Milliarden Dollar höher als bisher angenommen ausfallen dürfte. Uber steckt ohnehin schon tief in den roten Zahlen; im Schlussquartal 2019 hatte der Konzern ein Minus von 1,1 Milliarden Dollar verbucht.

Die am 6. Februar ausgegebenen Geschäftsprognosen für das laufende Jahr zog Uber zudem zurück – angesichts der Coronavirus-Pandemie sei es derzeit unmöglich, Vorhersagen zu Finanzergebnissen zu machen, hiess es.

Zunächst hatte Uber nur angekündigt, dass ein Hilfsprogramm für Fahrer und Lieferanten, die unter der Krise litten, die Erlöse im vergangenen und laufenden Quartal belaste. Die nunmehr angekündigten Abschreibungen beziehen sich laut der Medieninformation vom Donnerstag auf Minderheitsbeteiligungen, die Uber an anderen Unternehmen hält. Ein ausführlicher Quartalsbericht solle am 7. Mai vorlegt werden, hiess es weiter.

2.45 Uhr: Boeing will Produktion wieder aufnehmen

Der angeschlagene US-Luftfahrtriese Boeing will die aufgrund der Coronavirus-Krise gestoppte Flugzeugproduktion schon in der kommenden Woche wieder anlaufen lassen. Dies teilte der Airbus-Rivale am Donnerstag (Ortszeit) in Seattle mit.

Der Betrieb in den Fabriken in der Region Puget Sound im Bundesstaat Washington solle ab 20. April schrittweise wieder hochgefahren werden, hiess es. Boeings Aktien reagierten nachbörslich mit einem über achtprozentigen Kurssprung.

Rund 27'000 Beschäftigte sollen laut Boeing die Arbeit wieder aufnehmen. Zunächst würde die Montage von den Modellen 747, 767 und 777 wieder aufgenommen, hiess es weiter. Ab dem 23. oder 24. April auch diejenige der 787. Die Luftfahrtbranche bräuchte aber finanzielle Hilfen vom Staat, sagte Boeing-Chef Dave Calhoun.

2.30 Uhr: Bulgarien riegelt seine Hauptstadt Sofia ab

Die bulgarische Hauptstadt Sofia ist im Kampf gegen die Ausbreitung des neuen Coronavirus vor den orthodoxen Osterfeiertagen für den Strassenverkehr unbefristet abgeriegelt worden. Fahrzeuge dürfen seit Freitag die Stadt weder verlassen noch in sie hineinfahren.

Nach der Anordnung von Gesundheitsminister Kiril Ananiew sind nur wenige Ausnahmen erlaubt, unter anderem für Polizeiautos und Krankentransporte. Die Zahl der nachgewiesenen Coronavirus-Infektionen in dem ärmsten EU-Land war am Donnerstag sprunghaft auf 800 angestiegen, 38 infizierte Menschen starben.

Die unbefristete Sperrung der Hauptstadt wurde notwendig, nachdem viele Bulgaren am Mittwoch und am Donnerstag Sofia mit dem Auto verlassen hatten – weil sie in ihren obligatorischen Deklarationen falsche Angaben gemacht hatten, wie Innenminister Mladen Marinow in der Nacht zum Freitag erläuterte. Der Chef des Corona-Krisenstabs, Wenzislaw Mutaftschijski, schloss wegen der schlechten Disziplin einiger Bulgaren strengere Einschränkungen nicht aus.

Die vornehmlich orthodoxen Bulgaren feiern das Osterfest in diesem Jahr am 19. April – eine Woche später als die Westkirchen. Die rund 4000 Gotteshäuser sollen geöffnet bleiben, die Gläubigen wurden aber aufgerufen, wegen der Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus zuhause zu beten. Märkte und Blumenbörsen müssen vom orthodoxen Karfreitag bis Ostersonntag geschlossen bleiben. Geöffnet haben nur Supermärkte, Apotheken sowie Tankstellen. In dem Balkanland gilt seit 13. März ein Ausnahmezustand, der bis 13. Mai verlängert wurde.

Zurück zur Startseite