Sommaruga: «Wir wollen Lockerungen nicht rückgängig machen müssen»

Agenturen/red/jen

16.4.2020 - 21:00

Der Bundesrat informierte am Donnerstag über die Lockerung aus dem Corona-Stillstand – diese erfolgt in drei Phasen. Den Beginn machen Baumärkte und Coiffeursalons. Das Wichtigste im Überblick.

Die Ausbreitung der Coronavirus-Epidemie in der Schweiz ist unter Kontrolle. Der Bundesrat hat daher am Donnerstag beschlossen, die Einschränkungen schrittweise aufzuheben. Am 27. April werden die Einschränkungen für Coiffeurgeschäfte, Baumärkte, Gartencenter und Spitäler aufgehoben. Zwei Wochen später soll der Unterricht an obligatorischen Schulen wieder aufgenommen werden. Wenn es nicht zu einem Wiederaufflammen der Epidemie kommt, sollen ab 8. Juni auch alle anderen Schulen, Museen und Zoos wieder öffnen dürfen. Noch keinen Fahrplan gibt es für die Gastronomie und die Bergbahnen. Der Bundesrat erwartet dazu von den Branchen Schutzkonzepte, die ein Hochfahren des Betriebs erlauben würden. Für den öffentlichen Verkehr soll ein solches am 11. Mai vorliegen. An einer seiner nächsten Sitzungen will der Bundesrat entscheiden, ob und wann Grossveranstaltungen stattfinden können.

Die meisten Parteien, Verbände und Kantone haben positiv auf den Entscheid des Bundesrates für eine schrittweisen Lockerung des Lockdowns reagiert. Nur die SVP, der Gewerbeverband und Gastrosuisse zeigten sich bitter enttäuscht.

Die kantonalen Gesundheitsdirektoren begrüssten die vom Bundesrat in Aussicht gestellten etappenweisen Lockerungen der Massnahmen gegen das Coronavirus. Gleichzeitig sprachen sie sich gegen Alleingänge der Kantone aus. Und sie unterstützen Begleitmassnahmen wie die freiwillige Nutzung einer App zur anonymisierten Kontaktverfolgung.

In der Schweiz hat unterdessen die Zahl der bestätigten Neuinfektionen mit dem Coronavirus innerhalb eines Tages um 315 zugenommen. Insgesamt gab es damit am Donnerstag 26'732 bestätigte Fälle.

Damit stieg die Zahl der neuen bestätigten Fälle im Vergleich zum Vortag leicht an. Gleichzeitig nahm auch die Zahl der Corona-Tests zu. Von Mittwoch auf Donnerstag wurden 3'737 Tests durchgeführt, nach 3'633 am Vortag. Vor einer Woche waren es noch über 6'000 Tests pro Tag gewesen.

Die Todesfälle in Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung nahmen nach einer Zählung der Nachrichtenagentur Keystone-SDA bis am Donnerstagabend innerhalb von 24 Stunden um 45 auf 1'282 zu. Die Agentur analysiert dazu die auf den Internetseiten der Kantone vorliegenden offiziellen Daten und aktualisiert sie zweimal täglich, mittags und abends. Obwalden und Appenzell-Innerrhoden sind gemäss dieser Zählung die einzigen Kantone ohne Todesopfer.


Ereignisse des Tages im Überblick

  • Frankreich verzeichnet 753 Corona-Tote innerhalb eines Tages.
  • Inzwischen mehr als 30'000 Corona-Tote in den USA.
  • Bundesrat: Ab dem 27. April können Spitäler wieder sämtliche, auch nicht-dringliche Eingriffe vornehmen.
  • Coiffeursalons und Gartencenter dürfen ebenfalls ab dem 27. April wieder offen haben.
  • Obligatorische Schulen sollen ab dem 11. Mai den Betrieb aufnehmen.
  • Am 8. Juni sollen Mittel-, Berufs- und Hochschulen sowie Museen, Zoos und Bibliotheken wieder öffnen. Das ist der dritte Öffnungsschritt.
  • Noch keine Antwort gibt es hingegen auf die Frage, wann Restaurants und Bars wieder geöffnet haben dürfen und wann wieder Events stattfinden können.

22.00 Uhr: Wir beenden unseren Live-Ticker für heute

21.35 Uhr Mehr als 750 Corona-Tote innerhalb eines Tages in Frankreich

In Frankreich sind innerhalb eines Tages weitere 753 Menschen nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben. Die Gesamtzahl der landesweiten Todesfälle erhöht sich damit auf insgesamt 17'920, wie der Generaldirektor für Gesundheit, Jérôme Salomon, am Donnerstag mitteilte. Mit 474 Patienten weniger sei die Zahl der Krankenhauseinweisungen weiter zurückgegangen, auch die Zahl der Intensivpatienten habe sich um 209 Menschen verringert, hieß es weiter.

21.10 Uhr: Corona-Krise ist für Macron «Moment der Wahrheit» in Europa

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sieht in der Coronavirus-Krise eine Gefahr für die Europäische Union, wenn reichere Länder sich nicht solidarisch zeigen. Für Europa sei die Krise ein «Moment der Wahrheit», sagte Macron der «Financial Times» am Donnerstag (Online). Die reicheren Länder hätten eine besondere Verantwortung. «Wir brauchen Finanztransfers und Solidarität, und sei es nur, damit Europa durchhält.»

Er warnte davor, dass fehlende Solidarität den Populisten in Italien, Spanien und vielleicht Frankreich zum Sieg verhelfen könnten. Es gehe nun darum, «zu entscheiden, ob die Europäische Union ein politisches Projekt oder nur ein Marktprojekt ist. Ich denke, es ist ein politisches Projekt», sagte er.

20.40 Uhr: Tschechisches Parlament beschließt Schuldenmoratorium

Unternehmen und Privatpersonen in Tschechien können ihre Kredit- und Hypothekenzahlungen einmalig für bis zu sechs Monate aussetzen. Grund ist die Coronavirus-Pandemie. Nach dem Abgeordnetenhaus stimmte am Donnerstag auch der Senat für eine entsprechende Gesetzesvorlage. Die fehlenden Raten einschließlich Zinsen müssen zu einem späteren Zeitpunkt zurückgezahlt werden. Ausgenommen sind unter anderem Kreditkartenkonten und Überziehungskredite sowie Neuverträge.

20.10 Uhr: Glückskette sammelt 6,5 Millionen an einem Tag für Corona-Opfer

Am nationalen Solidaritätstag der Glückskette vom Donnerstag sind bis zum Abend fast 6,5 Millionen Franken gesammelt worden. Die Spenden kommen Menschen in der Schweiz zugute, die wegen der Coronavirus-Pandemie von Armut oder Hunger bedroht sind.

19.55 Uhr: Tessin verbietet wirtschaftliche Aktivitäten bis 26. April

Der Kanton Tessin hat am Donnerstag seine besonders restriktiven Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus bis zum 26. April verlängert. Bereits am 11. hatte die Kantonsregierung die Notlage verfügt, derzufolge nicht obligatorische Schulen, Kinos, Theater, Sportzentren, Restaurants und Bars geschlossen wurden.

19.25 Uhr: UN: Hunderttausende Kinder könnten als Folge von Corona-Krise sterben

Hunderttausende Kinder könnten den Vereinten Nationen zufolge dieses Jahr weltweit infolge von Corona-Krise und globaler Rezession sterben. Ausbleibende Einnahmen würden arme Familien zu Einsparungen im Bereich der Gesundheit und Nahrungsmittelversorgung zwingen, was insbesondere Kinder, Schwangere und stillende Mütter treffe. Das sagte UN-Generalsekretär António Guterres in einer am Donnerstag veröffentlichten Botschaft. Zudem hätten einige Länder Impfkampagnen gegen Polio und Masern eingestellt.

18.50 Uhr: Neue App soll Norwegern beim Aufspüren von Coronavirus helfen

Norwegen will die Verbreitung des neuartigen Coronavirus im Land mit Hilfe einer App noch schneller abbremsen. Die seit Donnerstagnachmittag zugängliche App «Smittestopp» soll es den Norwegern einfacher machen, mögliche Infektionen aufzuspüren, während erste in der Corona-Krise erlassenen Maßnahmen gelockert werden, wie die norwegische Regierung am Donnerstag mitteilte. Eine ähnliche Tracing-App wird auch gerade vom Robert Koch-Institut für Deutschland getestet.

18.10 Uhr: Zahl der Corona-Todesfälle in den USA überschreitet Marke von 30'000

In den USA sind mittlerweile mehr als 30'000 Menschen nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete am Donnerstag insgesamt 30'990 Todesfälle. Gemessen an den Todeszahlen sind die USA demnach das am stärksten von der Corona-Pandemie betroffene Land der Welt - vor Italien mit 21'645, Spanien mit 19'130 sowie Frankreich mit 17'167 Toten.

17.45 Uhr: Paleo-Festival abgesagt

Das bekannte Paleo-Festival in Lyon wird diesen Sommer nicht stattfinden. Die grösste Freiluftveranstaltung der Schweiz wird wegen der Covid-19-Pandemie auf 2021 verschoben. Das Paleo-Festival wird zum ersten Mal in seiner Geschichte abgesagt. Diese 45. Ausgabe hätte vom 20. bis 26. Juli stattfinden sollen.

17.15 Uhr: Zunahme der bestätigten Fälle stabil

In der Schweiz hat die Zahl der bestätigten Neuinfektionen mit dem Coronavirus innerhalb eines Tages um 315 zugenommen. Insgesamt gab es damit am Donnerstag 26'732 bestätigte Fälle.

Damit stieg die Zahl der neuen bestätigten Fälle im Vergleich zum Vortag leicht an. Gleichzeitig nahm auch die Zahl der Corona-Tests zu. Von Mittwoch auf Donnerstag wurden 3737 Tests durchgeführt, nach 3633 am Vortag. Vor einer Woche waren es noch über 6000 Tests pro Tag gewesen.

17 Uhr: Koch beendet Konferenz

Daniel Koch vom BAG beendet die Medienkonferenz mit folgenden Worten: «Anders als bei einer Grippe sind Kinder nicht Treiber der Coronavirus-Pandemie. Und das ist doch eine gute Neuigkeit.»

16.50 Uhr: Engpass bei Masken

Berset sagt, dass nicht alle Masken gleichen Schutz bieten würden. Zuerst müsse geschaut werden, welche Masken sicher verwendet werden können. «Bei den Masken aus dem Ausland muss die Qualität vorhanden sein», sagt Berset. Es sei Teil der Lockerungsstrategie, dass auch gesunde Menschen Masken tragen sollen. 

Man habe diese ganze Thematik zu Beginn vielleicht ein wenig unterschätzt, gesteht Berset. Momentan sei es schwierig, qualitativ gute Masken zu beschaffen. Es gebe Engpässe. Deshalb würde die Maskenpflicht schrittweise eingeführt.

16.38 Uhr: Sind Geheilte immun?

Noch gebe es keine gesicherten Erkenntnisse aus der Forschung, sagt Daniel Koch vom BAG. Man wisse heute nicht mit Gewissheit, ob Geheilte sich noch einmal infizieren können.

16.18 Uhr: Grosseltern schützen

Obwohl Kinder keine Überträger und nicht Treiber der Epidemie seien, gelte es Hygiene- und Abstandsmassnahmen vor allem im Umgang mit älteren Menschen einzuhalten, sagt Daniel Koch vom BAG. Es sei kein Freipass, dass die Grosseltern jetzt ihre Enkelkinder hüten dürfen. Die Empfehlungen würden weiter gelten.

Auch Grillfeste seien nicht erlaubt, sagt Gesundheitsminister Berset. Ansammlungen von mehr als fünf Personen seien weiterhin verboten. «Das Virus ist weiterhin da.» 

16.15 Uhr: Doch Maskenpflicht?

«Bei Personenkontakt wird es wohl zu einer Maskenpflicht kommen», sagt Gesundheitsminister Berset. Betroffen davon sein, würden wohl personenbezogenen Dienstleistungen – also in Coiffeursalons, Kosmetikstudis und Läden. Das werde aber in den nächsten Tagen noch genau besprochen. Es sei schweizerisch, mit den Branchen Lösungen zu finden, statt von oben zu entscheiden.

16.05 Uhr: Kein Risiko eingehen

«Wenn sich die Situation wieder verschlechtert, müssen gar Lockerungen wieder rückgängig gemacht werden», sagt Bundespräsidentin Sommaruga. Da dieses Risiko nicht eingegangen werden soll, werde die Lockerung Schritt für Schritt durchgeführt. Ein Stop and Go wäre aus psychologischer und wirtschaftlicher Sicht nicht erstrebenswert, so Sommaruga.

15.58 Uhr: Restaurants und Bars

Noch gebe es kein konkretes Datum, wann Restaurants und Bars wieder geöffnet haben dürfen. Der Bundesrat möchte abwarten, wie sich die Lage entwickelt. Bundespräsidentin Sommaruga sagt, dass die Restaurant-Branche Konzepte für eine etappenweise Öffnung vorlegen könnten. 

Auch das Veranstaltungsverbot sei noch nicht aufgehoben.

15.53 Uhr: Kinder kaum betroffen

Eine Schulöffnung sei möglich, weil Kinder sich nicht mit dem Coronavirus infizieren, so Berset. Sie seien deshalb keine Überträger. 

15.50 Uhr: Wieso Coiffeur und nicht Museen?

Eine Journalistin fragt, wieso das Coiffeursalons öffnen dürfen,  aber Musseun oder Zoos nicht? Gesundheitsminister Berset antwortet: Es gebe dort nur 1:1-Kontakte, man könne rekonstruieren, wer in Kontakt zu wem stand. Zudem seine keine grossen Ansammlungen möglich.

15.47 Uhr: Home-Office

Home-Office solle weiter betrieben werden, so Sommaruga. So könne sichergestellt werden, dass es nicht im öffentlichen Verkehr zu Ansteckungen komme.

15.45 Uhr: Geld für Forschung

Der Bund stellt der Forschung 20 Millionen Franken zur Verfügung.

15.40 Uhr: Berufs-Prüfungen für Lehrlinge

Wirtschaftsminister Guy Parmelin sagt: «Bei den Lehrabschlussprüfungen gibt es bei allen Berufen keine schulischen Prüfungen.» Praktische Prüfungen fänden statt, wenn es möglich sei. Für alle Kantone würden die gleichen Regeln gelten.

Es sei wichtig, dass die Lernenden ihren Abschluss machen können, sagt Parmelin. Für den schulischen Teil, der nicht schriftlich geprüft werden könne, würden sogenannte Erfahrungsnoten gelten. Wenn keine praktische Prüfung möglich sei, müsse der Ausbildungsbetrieb dem Lehrling eine Note geben. 75'000 Lehrlinge seien betroffen.

Wirtschaftsminister Guy Parmelin informiert vor den Bundeshausmedien.
Screenshot: Pressekonferenz Bundesrat

15.40 Uhr: Hilfe für Eltern

Eltern, die wegen behördlichen Massnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie ihre Erwerbstätigkeit unterbrechen müssen, um ihre Kinder betreuen zu können, beispielsweise wegen einer Schulschliessung, haben heute Anspruch auf den Corona-Erwerbsersatz, bis die Kinder 12 Jahre alt sind. Weil diese Altersgrenze Eltern von Kindern mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen Schwierigkeiten bereitet, setzt sie der Bundesrat bei diesen auf 20 Jahre hinauf.

Anspruchsberechtigt sind Eltern von Jugendlichen, die in eine Sonderschule gehen oder einen Intensivpflegezuschlag der IV erhalten. Voraussetzung ist, dass die Sonderschule, respektive die Schule oder die Eingliederungsstätte wegen den Massnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie geschlossen wurde.

Der Anspruch beginnt ab dem 4. Tag, an dem alle Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind. Der frühestmögliche Zeitpunkt für eine Entschädigung ist somit der 19. März 2020, da alle Schulen in der Schweiz offiziell seit dem 16. März 2020 geschlossen sind. Er endet mit der Aufhebung der Massnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie.

Bei selbständigerwerbenden Eltern ist der Anspruch auf 30 Taggelder beschränkt, analog der Entschädigung für Eltern mit Kindern ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen. Bei Eltern von Jugendlichen, die in einer Regelschule integrativ geschult werden und keinen Intensivpflegezuschlag erhalten, endet der Anspruch auf die Entschädigung nach wie vor mit dem 12. Altersjahr des Kindes.

15.40 Uhr: Unterstützung für Selbstständige

Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 16. April zudem beschlossen, den Anspruch auf Corona-Erwerbsersatz auszuweiten, sagt Berset. Eine Entschädigung erhalten neu auch die Selbständigerwerbenden, die nur indirekt von den behördlichen Massnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie betroffen sind, weil sie zwar weiterarbeiten dürfen, aber wegen den Massnahmen weniger oder keine Arbeit mehr haben, wie beispielsweise Taxifahrer.

Voraussetzung ist, dass ihr AHV-pflichtiges Erwerbseinkommen höher ist als 10 000 Franken, aber 90 000 Franken nicht übersteigt. Die Entschädigung ist, wie die bereits bestehende Corona-Erwerbsausfallentschädigung, auf 196 Franken pro Tag, also auf 5'880 Franken pro Monat begrenzt.

Der Anspruch entsteht rückwirkend ab dem 1. Tag des Erwerbseinbruchs, frühestens ab dem 17 März, und endet nach zwei Monaten, spätestens aber mit der Aufhebung der Massnahmen zur Bekämpfung der Coronapandemie. Die Ausgleichskassen können unrechtmässig bezogene Leistungen zurückfordern.

15.35: Keine Maskenpflicht

Das Tragen einer Maske sei für gesunde Personen noch nicht empfohlen, so Berset. «Sie sind für kranke Personen und für Personen im Gesundheitswesen sinnvoll.»

Masken seien nicht verboten, so Berset. «Wir wissen aber noch nicht, ob sie für gesunde Personen sinnvoll sind.» Es gelte die Hygiene- und Abstandsbestimmungen des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) einzuhalten. Es werde geprüft, wie Übertragungsketten verfolgt werden könnten.

«Eine Maskenpflicht muss mit den Branchen ausgearbeitet werden», so Alain Berset.

15.30 Uhr: Noch keine Grossveranstaltungen

Für Lockerungen im Bereich von grossen Veranstaltungen ab 1000 Personen seien noch keine Lockerungen in Sicht. «Wir haben und diesbezüglich noch nicht entschieden», sagt Berset.

Es müsse zuerst geschaut werden, wie sich die schrittweise Lockerungen entwickeln.

15.25 Uhr: Operationen wieder erlaubt

Gesundheitsminister Alain Berset sagt: «Wir wollen die Massnahmen so schnell es geht lockern, aber eben nur so schnell als möglich.»

Ab dem 27. April können Spitäler wieder sämtliche, auch nicht-dringliche Eingriffe vornehmen. Damit wolle man einen Operationsstau verhindern. 

Innenminister Alain Berset informiert über die neusten Entwicklungen zum Coronavirus.
Bild: Screenshot Bundesrat

15.20 Uhr: Senkung Medienabgabe

Jeder Haushalt müsse künftig nur noch 335 Franken statt 365 Franken Serafe-Gebühren bezahlen, sagt Sommaruga. Der Gebührenanteil der SRG werde um 50 Millionen Franken erhöht. «Damit reagiert der Bundesrat auf die zuletzt weniger eingenommenen Werbegebühren.»

15.20 Uhr: Schrittweise Öffnung

Zuerst spricht Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga: «Die Massnahmen wirken. Das ist eine gute Nachricht.» Nun könne gelockert werden. Der erste Öffnungsschritt erfolgt am 27. April. Die Lockerungen würden schrittweise erfolgen. «Das Ziel ist es, einen Wiederanstieg der Ansteckungen zu verhindern.»

Geschäfte, die am 27. April wieder öffnen, müssten zuerst ein Konzept vorstellen, wie sie die Hygienemassnahmen einhalten wollen. «Wir müssen vermeiden, dass die Pandemie wieder aufflammt.» Die Distanz- und Hygieneregeln müssten von allen weiterhin eingehalten werden.

Einen Rückschlag wolle man auch im öffentlichen Verkehr verhindern. Die Verkehrsbetriebe sollen ihre Schutzkonzepte auffrischen können, besonders im Hinblick auf den 11. Mai, wo die Schulen wieder öffnen.

15.15 Uhr: Coiffeursalons dürfen öffnen

Einen Monat nach Ausrufen der ausserordentlichen Lage stellt der Bundesrat die Lockerung des Lockdowns vor. Sie sieht wie folgt aus:

- Ab dem 27. April können Spitäler wieder sämtliche, auch nicht-dringliche Eingriffe vornehmen.

- Ambulante medizinische Praxen sowie Coiffeur-, Massage- und Kosmetikstudios dürfen ihren Betrieb wieder aufnehmen.

- Baumärkte, Gartencenter, Blumenläden und Gärtnereien dürfen wieder öffnen. Der Schutz des Publikums und der Arbeitnehmenden muss dabei sichergestellt sein.

- Wenn es die Entwicklung der Lage zulässt, sollen am 11. Mai die obligatorischen Schulen und die Läden wieder öffnen.

- Am 8. Juni sollen dann Mittel-, Berufs- und Hochschulen sowie Museen, Zoos und Bibliotheken wieder öffnen. 

15 Uhr: In einer Viertelstunde informiert der Bundesrat

Zur heutigen Bundesratssitzung findet eine Medienkonferenz statt. Um 15.15 Uhr informieren Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga, Gesundheitsminister Alain Berset und Wirtschaftsminister Guy Parmelin über die Situation in der Corona-Krise und die Lockerung aus dem Lockdown.

14.21 Uhr: China weist Berichte über Sars-CoV-2-Ursprung zurück

China hat Berichte zurückgewiesen, wonach das neue Coronavirus aus einem Labor nahe der Stadt Wuhan – dem Epizentrum der Pandemie – stammt. Der Sprecher des Pekinger Aussenministeriums, Zhao Lijian, berief sich am Donnerstag dabei auf den Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation, Tedros Adhanom Ghebreyesus, und andere namentlich nicht von ihm genannte Fachleute. Sie alle hätten erklärt, dass es keine «wissenschaftliche Grundlage» für eine derartige Behauptung gebe. Weltweit sind in der Pandemie mehr als 135‘000 Menschen gestorben.

Berichte über ein Labor als Ursprung des Virus waren in US-Medien erschienen, ohne das direkt zu belegen. China hat auch Berichte zurückgewiesen, es habe erst verzögert den Ausbruch in Wuhan Ende 2019 gemeldet und dann zu niedrige Fallzahlen kommuniziert. Einer These zufolge ist das Virus in Fledermäusen entstanden und von denen an andere Tierarten weitergegeben worden, die auf einem sogenannten Wet Market in Wuhan gehandelt wurden. Endgültig geklärt ist das aber nicht.

14.14 Uhr: Notstand in ganz Japan

Japans Ministerpräsident Shinzo Abe hat wegen steigender Coronavirus-Fälle den Notstand auf das ganze Land ausgeweitet. Abe hatte den Notstand noch kürzlich nur für den besonders betroffenen Grossraum Tokio und einzelne andere Provinzen bis zum 6. Mai verhängt und die Bürger aufgerufen, zu Hause zu bleiben. Von den regionalen Entscheidungsträgern wurde das jedoch als nicht genug empfunden.

14 Uhr: Medienkonferenz des Bunderats um 15.15 Uhr

Zur heutigen Bundesratssitzung findet eine Medienkonferenz statt. Um 15.15 Uhr informieren Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga, Gesundheitsminister Alain Berset und Wirtschaftsminister Guy Parmelin über die Situation in der Corona-Krise und weitere Entscheide.

13.59 Uhr: Bundesrat beschliesst Massnahmen gegen Konkurse

Der Bundesrat verordnet im Zuge der Coronakrise eine temporäre Aufweichung von der Pflicht zur Überschuldungsanzeige. Diese würde im Normalfall zum Konkurs führen. Zudem soll eine befristete und unbürokratischen Stundung für KMU in Gang gesetzt werden. Die Regelungen werden am 20. April in Kraft treten.

13.43 Uhr: Mehr als 131'400 Corona-Nachweise in Deutschland

In Deutschland sind bis Donnerstagvormittag mehr als 131'400 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 10.15 Uhr: Mehr als 128'500 Infektionen). Das entspricht einem Plus von 2,25 Prozent.

Mindestens 3'554 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang in Deutschland gestorben. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. 

13.14 Uhr: Untersuchung nach Hunderten Infizierten auf Flugzeugträger

Nach einem Coronavirus-Ausbruch auf dem französischen Flugzeugträger «Charles de Gaulle» will Frankreichs Marine klären, wie sich Hunderte Militärs mit dem Virus anstecken konnten.

Eine Untersuchung sei im Gange, um herauszufinden, wie das Virus auf das Schiff gekommen sei, sagte der Sprecher der Marine, Eric Lavault, am Donnerstag im französischen Fernsehen. Derzeit seien 20 Soldaten im Krankenhaus, einer von ihnen auf der Intensivstation.

Am Mittwochabend wurde bekannt, dass von knapp 1'800 getesteten Seeleuten, die überwiegend von dem Flugzeugträger kamen, sich rund 670 infiziert haben. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums lagen für rund ein Drittel der Tests noch keine Ergebnisse – die Zahlen könnten also noch steigen.

13.06 Uhr: Sechs weitere Tote im Tessin

Im Kanton Tessin sind in den letzten 24 Stunden sechs Personen an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. 26 Personen sind neu positiv auf das Virus getestet worden.

Insgesamt wurden bis Donnerstagmorgen im Kanton Tessin 2953 Personen positiv auf das Virus getestet. 269 Menschen verloren aufgrund des Coronavirus ihr Leben. 568 Personen konnten bisher aus den Tessiner Spitälern entlassen werden

13.04 Uhr: Über die Hälfte aller Zürcher Todesfälle in Altersheimen

Im Kanton Zürich sind bisher 87 Menschen an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben. Mehr als die Hälfte davon lebte in einem Alters- oder Pflegeheim. Deshalb passt der Kanton seine Empfehlungen an: Nun sollen bei einem Infektionsfall ganze Abteilungen durchgetestet werden.

13 Uhr: Freiburger erwarten Lockerungen mit «gesundem Menschenverstand»

Der Bundesrat hat für Ende April mögliche Lockerungen der Corona-Massnahmen in Aussicht gestellt. «Bluewin» hat bei den Menschen in Freiburg nachgefragt, wie sie sich den Ausstieg aus den «Lockdown»-Bestimmung vorstellen.

Frage der Woche: Wie stellen Sie sich den Ausstieg aus dem Lockdown vor?

Frage der Woche: Wie stellen Sie sich den Ausstieg aus dem Lockdown vor?

Für Ende April hat der Bundesrat eine mögliche Lockerung der bisherigen Corona-Massnahmen in Aussicht gestellt. Doch wie könnte diese aussehen? – Das wollte «Bluewin» von Passanten in Freiburg wissen.

15.04.2020

12.52 Uhr: Swiss verlängert Minimalflugplan

Die Swiss verlängert ihren Minimalflugplan zunächst bis zum 17. Mai. Damit reagiert die Lufthansa-Tochter auf die weiterhin bestehenden Reisebeschränkungen, wie das Unternehmen in einer Mitteilung vom Donnerstag schrieb.

Seit dem 23. März hat die Airline nur noch sechs Flugzeuge für Linienflüge im Einsatz, davon fünf für Kurz- und Mittelstrecken sowie eines für Langstrecken. Beim deutlich reduzierten Flugplan werde der Fokus auf ausgewählte europäische Städte ab Zürich und Genf gelegt. Zudem fliege die Swiss drei Mal wöchtenlich nach New York, heisst es im Communiqué weiter. Der Rest der Flotte steht am Boden. Insgesamt sind 85 Maschinen parkiert.

12.40 Uhr: Zwei weitere Todesopfer im Kanton Bern

Im Kanton Bern sind zwei weitere Menschen an den Folgen der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Die Zahl der Todesopfer im Kanton Bern erhöhte sich damit auf 55.

Rückläufig ist die Zahl der Hospitalisierten. Am Donnerstag befanden sich noch 70 Menschen im Spital, die an Covid-19 erkrankt sind. Das sind zwölf weniger als am Vortag. Insgesamt 26 Menschen lagen auf der Intensivstation, noch zwölf mussten beatmet werden.

12.30 Uhr: Einkaufstourismus bleibt verboten

Der Bundesrat verbietet weiterhin den Einkaufstourismus. Dieser behindere die Arbeit der Grenzschutzbehörden. Wer nur zum Einkaufen über die Grenze reist, erhält bei der Rückkehr in die Schweiz eine Busse von 100 Franken.

11.50 Uhr: Bundesrat lockert Deklaration bei Lebensmitteln

Die Coronakrise führt dazu, dass gewisse Zutaten und Verpackungsmaterialien in der Lebensmittelindustrie fehlen und ersetzt werden müssen. Deshalb stimmen die Angaben auf der Verpackung bei gewissen Lebensmitteln nicht mehr mit dem Inhalt überein. Um die Verfügbarkeit dieser Produkte zu sichern und Food Waste vorzubeugen, verabschiedete der Bundesrat in seiner Sitzung vom 16. April 2020 eine Änderung der Lebensmittel- und Gebrauchsgegenständeverordnung. Die Änderung ist ab sofort und während sechs Monaten gültig.

11.15 Uhr: 47 Todesfälle in Zürcher Alters- und Pflegeheimen

Die Zürcher Alters- und Pflegeheime sind überdurchschnittlich stark vom Corona-Virus betroffen: Von den 87 Patienten, die im Kanton Zürich bisher an den Folgen einer Infektion starben, lebten 47 in einem Heim.

Somit entfällt mehr als die Hälfte der Todesfälle auf Heimbewohner, wie die Gesundheitsdirektion am Donnerstag bekannt gab. Das Durchschnittsalter aller Verstorbenen liegt bei 85 Jahren.

10.50 Uhr: Trump möchte Land wieder öffnen

US-Präsident Trump will heute seine Marschroute für ein Wiederhochfahren der US-Wirtschaft bekannt geben - trotz steigender Infektionszahlen. Mit den Gouverneuren der Bundesstaaten wolle er zusammenarbeiten - notfalls aber auch gegen deren Massnahmen vorgehen.

10.00 Uhr: Berliner Museum plant Corona-Sammlung

Mit Objekten und Erinnerungen aus der Bevölkerung will das Stadtmuseum Berlin eine Sammlung für das neue Corona-Zeitalter aufbauen. «Nach meiner Einschätzung ist das sehr gravierend, was gerade passiert. Es ist Geschichte, die jetzt geschrieben wird», sagte der Museumsdirektor. «Wir sind ein Geschichtsmuseum. Ein historisches Museum schaut natürlich sehr genau, wie die Stadt sich ändert.»

09.10 Uhr: Projekt am Flughafen Zürich verzögert sich

Der Bau des Grossprojekts «The Circle» am Flughafen Zürich schreitet auch in der Corona-Krise weiter voran. Allerdings seien derzeit weniger Leute auf der Baustelle tätig als unter normalen Umständen und einzelne Lieferanten nicht einsatzfähig, teilte der Flughafen am Donnerstag mit.

Gemäss heutigem Wissenstand sei denn auch mit Verzögerungen von zwei bis drei Monaten zu rechnen, wenn auch nicht alle Mieter davon betroffen seien, heisst es weiter. Und sollte die erschwerende Situation länger dauern, könnte dies den Terminplan weiter verschieben.

Die auf den im September 2020 geplante Eröffnungsfeier wurde denn auch auf einen noch unbekannten Zeitpunkt verschoben.

08.30 Uhr: Warnung an japanische Regierung

Japanische Ärzte warnen angesichts der staatlichen Restriktion von Coronavirus-Tests vor einem Zusammenbruch des Gesundheitssystems. Wie japanische Medien am Donnerstag berichteten, forderten Spitäler in der Stadt Kyoto in einer gemeinsamen Erklärung den Staat auf, Coronatests mit öffentlichen Mitteln auch für Patienten zuzulassen, die keine Symptome aufzeigen.

Bislang würden die Versicherungen nur Coronatests bei Patienten bezahlen, die Symptome wie Fieber hätten. Als Folge dieser Politik könnten sich Ärzte und Krankenschwestern bei Operationen oder Geburten infizieren, wenn symptomlose Patienten das Virus in sich tragen, hiess es. Bei vielen Menschen führt eine Infektion mit Sars-CoV-2 zu keinen oder zumindest nur sehr milden Symptomen.

Noch immer werden in der drittgrössten Volkswirtschaft der Welt viel weniger Tests durchgeführt als in anderen Ländern.

07.55 Uhr: Banksy im Homeoffice

Selbst der mysteriöse Streetart-Künstler Banksy muss während der Coronavirus-Pandemie im Homeoffice arbeiten. Auf Instagram postete der Brite – dessen Identität noch immer unbekannt ist – ein Bild, das mehrere an die Wand gemalte Ratten zeigt. Eine Ratte ziert sogar den hochgeklappten WC-Deckel. Darunter schreibt Banksy: «Meine Frau hasst es, wenn ich von zu Hause aus arbeite.»

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

. . My wife hates it when I work from home.

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7.45 Uhr: Vorsichtige Entwarnung zu häuslicher Gewalt

Anders als in Frankreich ist in der Schweiz wegen des Lockdowns keine Häufung von Fällen häuslicher Gewalt festzustellen – noch. Denn bei den Frauenhäusern erwartet man, dass der Anstieg erst noch kommen werde, wie SRF berichtet. 

Katja Niemeyer, Geschäftsführerin des Frauenhauses Winterthur, warnt in dem Bericht vor einem voreiligen Aufatmen – das zeige die Erfahrung: «Die Anrufe kommen dann meistens nach den Feiertagen oder den Ferien. Das heisst, wenn der Gefährder nicht mehr zu Hause ist und das Opfer überhaupt die Möglichkeit hat, Hilfe zu holen.»

Patrick Fassbind, Präsident der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) des Kantons Basel-Stadt, sprach kürzlich gegenüber «Bluewin» von einer «Extremsituation» für Paare und Familien. «Die Überforderung von Familien in diesem Ausnahmezustand wird zu Krisen führen», ist sich Fassbind sicher.

7.30 Uhr: Schräge Ideen sollen Badeferien retten

Der Sommer am Strand ist den Italienern heilig – wegen der Krise sind nun gute Ideen gefragt. «Wir bekommen die absurdesten Vorschläge, wie die Saison zu retten ist», sagt Mauro Vanni vom Verband der Badeanstalten in Rimini. «Einige Firmen wollen Plexiglas-Boxen um die Sonnenliegen bauen, andere Tunnels zum Strand graben, die wir mit Desinfektionsmittel abspritzen sollen.»

Das seien aber tollkühne, aber unrealistische Vorschläge, denn sicher sei: Solange man sich nicht zu nahe kommen dürfe, könne man auch die Badeferien vergessen.

Die Adriaküste der Region Emilia-Romagna, in der auch Rimini liegt, gehört zu den beliebtesten in Italien. Dort hatte ein Unternehmen mit transparenten Plastikbarrieren mit eingebauten Desinfektionsmittel-Spendern Schlagzeilen gemacht. «Wir werden alle fünf Minuten angerufen. Niemand kann erwarten, wiederzueröffnen und sie überlegen, wie das am sichersten wäre», sagt der Gründer der Nuova Neon Group, Claudio Ferrari.



06.26 Uhr: Alain Bersets schrittweiser Öffnungsplan

Noch bleibt abzuwarten, wie der Bundesrat die Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus lockern will. Laut dem «Tages-Anzeiger» und «Blick» hat Gesundheitsminister Alain Berset (SP) bereits einen Vorschlag in die Ämterkonsultation gegeben. Berset will den Berichten zufolge einen Ausstieg in drei Phasen vollziehen.

In einer ersten Phase sollen ab dem 27. April Baumärkte und Gartenzentren wieder öffnen – unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln. Zudem sollen jene wieder normal arbeiten dürfen, die «personenbezogene Dienstleistungen» erbringen – etwa Coiffeusen und Coiffeure sowie Physiotherapeutinnen und -therapeuten. In Berufen mit Körperkontakt werde eine Schutzmaskenpflicht gelten. Zudem sollen Spitäler ambulante Therapien wieder durchführen können.

Schritt zwei des Ausstiegsplans soll zwei Wochen später folgen: Ab dem 11. Mai sollen die Primarschulen die Klassenzimmer schrittweise wieder öffnen. Mitte Mai soll laut «Blick» der komplette Detailhandel freigeben und auch stationäre Spitalbehandlungen wieder zugelassen werden.

In einem dritten Schritt sollen am 8. Juni Bars und Restaurants wieder öffnen dürfen, schreibt der «Tages-Anzeiger». Auf dieses Datum hin ist der grösste Teil der Lockerungsmassnahmen vorgesehen. 

Die Seepromenade in Brunnen am Vierwaldstättersee war über die Ostertage wegen der Corona-Pandemie abgesperrt.
Bild: Keystone

Der Plan von Berset ist noch nicht abgesegnet. Die Ämter und zuletzt der Gesamtbundesrat haben noch ein Wörtchen mitzureden. Laut dem «Tages-Anzeiger» kritisieren besonders Wirtschaftsvertreter den Ausstiegsplan – die Lockerungen erfolgten zu langsam.



06.16 Uhr: Schweizer Branchenverband Interpharma wirbt für offene Grenzen für Waren und Güter

Der Branchenverband Interpharma hat sich für weiterhin offene Grenzen und gegen einen Protektionismus ausgesprochen. «Wir fordern von der Politik – national wie international –, dass die Grenzen offen bleiben.» Dies sagte der Interpharma-Geschäftsführer René Buholzer zum «Blick» vom Donnerstag. Der Verband vertritt die Interessen der forschenden pharmazeutischen Industrie.

«Der Austausch von Waren und Gütern muss garantiert sein. Das Schlimmste wäre ein Aufflammen des Protektionismus, dann würden Lieferketten unterbrochen», betonte er. Anhand der Coronavirus-Testmaschine von Roche erläutert er dies exemplarisch: «Die Maschine kommt aus der Schweiz, die Tests aus den USA und das Verbrauchsmaterial aus Deutschland», sagte Buholzer. Geschlossene Grenzen würden Tests mit dieser Maschine verhindern, warnte er. Da die Pharmaindustrie ein Teil der kritischen Infrastruktur sei, sei den Pharmamitarbeitern derzeit der Grenzübertritt gestattet, erklärte er weiter.

Zur aktuellen Situation in der Branche sagte der Interpharma-Chef, dass die Produktion auf Hochtouren laufe und die Nachfrage nach Medikamenten stark angestiegen sei. «Gerade bei patentgeschützten Medikamenten gibt es fast keine Engpässe», betonte Buholzer.

06.03 Uhr: Nicaragua: Kritik an Massenveranstaltungen – Staatspräsident Ortega taucht wieder auf

Amnesty International hat der Regierung Nicaraguas vorgeworfen, mit ihrem Verhalten in der Corona-Krise das Leben Tausender Menschen zu gefährden. Anstatt auf die Empfehlungen internationaler Organisationen zu hören, organisierten die Behörden in dem mittelamerikanischen Land mitten in der Pandemie Massenveranstaltungen, teilte die Menschenrechtsorganisation am Donnerstag mit. Sie verwies auch auf schlimme Verhältnisse in den Gefängnissen Nicaraguas, besonders für politische Häftlinge.

Der von den linken Sandinisten regierte Staat hat bislang kaum Massnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus ergriffen. Es gibt weder Ausgangsbeschränkungen noch Verbote von Menschenansammlungen. In der Karwoche organisierte die Regierung eine Reihe von Veranstaltungen, darunter Musikfestivals, und warb um Touristen.

Staatspräsident Daniel Ortega sprach am Mittwochabend (Ortszeit) zur Nation. Er war zuvor seit rund einem Monat nicht in der Öffentlichkeit in Erscheinung getreten, was zu erneuten Spekulationen über den Gesundheitszustand des 74-Jährigen geführt hatte. Das Coronavirus sei ein Zeichen Gottes, dass es der falsche Weg sei, Milliarden für die Aufrüstung mit Atombomben auszugeben, erklärte Ortega. Die grösste Militär- und Wirtschaftsmacht in der Geschichte der Menschheit habe nicht die Kapazitäten, sich um die Menschen in ihren Grossstädten zu kümmern, sagte er mit Blick auf den Corona-Brennpunkt USA.

Seit die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die weltweite Ausbreitung des Virus am 11. März zur Pandemie erklärte, seien 1'237 Menschen in Nicaragua gestorben – nur einer davon an Covid-19. «Wenn wir hier aufhören, zu arbeiten, stirbt das Land», sagte Ortega. «Und wenn das Land stirbt, stirbt das Volk und wird ausgelöscht.»

05.22 Uhr: US-Fluggesellschaft United plant Stellenabbau

Die US-Fluglinie United Airlines schliesst trotz der staatlichen Finanzhilfen einen Stellenabbau nicht mehr aus. Das gab das Management der Belegschaft bekannt. «Wir glauben, dass die gesundheitlichen Bedenken in Bezug auf Covid-19 wahrscheinlich anhalten werden, was bedeutet, dass selbst dann, wenn die sozialen Distanzierungsmassnahmen gelockert werden und Unternehmen und Schulen wieder öffnen, das Leben nicht notwendigerweise zur Normalität zurückkehren wird», erklärten Geschäftsführer Oscar Munoz und Präsident Scott Kirby in einem Memo an die Mitarbeiter am Mittwoch (Ortszeit).

Die US-Airline habe ihren Flugplan im Mai um 90 Prozent zusammengestrichen. Für Juni würden ähnliche Kürzungen als Folge der Coronavirus-Pandemie erwartet. Die Reisenachfrage, die jetzt «im Wesentlichen bei Null» liege, zeige keine Anzeichen für eine kurzfristige Verbesserung. United rechne damit, im gesamten Monat Mai weniger Menschen zu fliegen als an einem einzigen Tag im Mai letzten Jahres, so Munoz und Kirby weiter.

Der 5-Milliarden-Dollar-Rettungsschirm, den United nach dem CARES Act von der US-Regierung erhalte, schliesse zwar Kündigungen vor dem 30. September aus, decke aber nicht die gesamten Lohnkosten, die einen Anteil von 30 Prozent an den Gesamtkosten darstellten. Das Unternehmen kündigte daher an, in den kommenden Wochen neue Programme für Beurlaubungen und freiwillige Kündigungen aufzusetzen. Bisher haben sich mehr als 20'000 United-Mitarbeiter freiwillig für unbezahlten Urlaub entschieden.

05.13 Uhr: Erster NFL-Spieler mit Coronavirus infiziert

NFL-Profi Brian Allen hat sich nach Angaben von Fox Sports als erster Spieler der American-Football-Liga mit dem Coronavirus infiziert. Wie ein Reporter des TV-Senders am Mittwoch (Ortszeit) unter Berufung auf ein Gespräch mit dem Center der Los Angeles Rams berichtete, wurde der 24-Jährige in den vergangenen drei Wochen zweimal positiv auf das Virus getestet. Eine Bestätigung seines Teams gab es zunächst nicht. Alle Trainingsgelände der NFL-Teams sind wegen der Pandemie derzeit gesperrt.

05.00 Uhr: Staats- und Regierungschefs der G7 beraten über Corona-Krise

Die Staats- und Regierungschefs der G7-Gruppe führender Industrieländer wollen am Donnerstag in einer Videoschalte über den Kampf zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie beraten. Das Gespräch kommt unmittelbar nach US-Präsident Donald Trumps Frontalangriff gegen die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Es gehe bei der Videoschalte darum, die nationalen Corona-Strategien zu koordinieren, erklärte ein Sprecher des Weissen Hauses vorab.

Die US-Regierung hat derzeit turnusgemäss den Vorsitz der G7-Gruppe inne, zu der auch Deutschland, Frankreich, Italien, Grossbritannien, Kanada und Japan gehören. Ein ursprünglich für Juni in den USA geplantes G7-Gipfeltreffen hatte Washington im vergangenen Monat wegen der Pandemie abgesagt. Damals hatte Trump seine Amtskollegen erstmals zu einer Videoschalte eingeladen. Diese sollen nun regelmässiger stattfinden.

Bislang gab es im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie viele nationale Alleingänge, etwa die zuerst von der US-Regierung verhängten Einreisesperren für Reisende aus China und dann später dem europäischen Schengen-Raum. Die G7 verständigten sich aber zum Beispiel Anfang der Woche darauf, den ärmsten Ländern Schuldenerleichterungen zu gewähren. Damit soll den Staaten mehr Spielraum zur Verfügung stehen, die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie abzufedern. Auch China und die übrigen Staaten der G20-Gruppe haben dem Vorhaben inzwischen zugestimmt.

Doch schon am Mittwoch wurde erneut deutlich, dass es bislang keine international abgestimmte Linie für den Kampf gegen das Virus gibt: Weltweit – auch im Kreis der G7-Staaten – stiess Trumps Ankündigung, US-Zahlungen an die WHO trotz der Pandemie bis auf Weiteres zu stoppen, auf heftige Kritik. Trump macht die Organisation für die Vielzahl an Toten in der Krise mitverantwortlich. Seine Regierung werde in den kommenden 60 bis 90 Tagen prüfen, welche Rolle die WHO bei der angeblich «schlechten Handhabung und Vertuschung der Ausbreitung des Coronavirus» gespielt habe.

Deutschlands Aussenminister Heiko Maas etwa erklärte daraufhin: «Gegenseitige Schuldzuweisungen helfen in der Corona-Krise nicht.» Es sei jetzt im Gegenteil an der Zeit, die «unterfinanzierte» WHO für den Kampf gegen die Pandemie zu stärken. Uno-Generalsekretär António Guterres mahnte ebenfalls, es sei nun die «Zeit für Einheit und für eine Zusammenarbeit der internationalen Gemeinschaft in Solidarität, um das Virus und seine erschütternden Konsequenzen zu stoppen».

Am Mittwoch griff Trump die UN-Organisation bei seiner täglichen Pressekonferenz erneut scharf an. Die WHO sei «ein Werkzeug Chinas» in der Krise gewesen, behauptete er. «Schauen Sie sich alles an, was passiert ist, sie haben falsch gelegen.» Das sei entweder ein «tragischer Fehler» gewesen, oder die WHO habe bewusst so gehandelt. Beobachter werten Trumps Angriffe auf die WHO als Ablenkungsmanöver, mit dem die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit von seinen Fehltritten in der Corona-Krise abgelenkt werden soll.

04.45 Uhr: Glückskette sammelt für die Meistbetroffenen der Coronavirus-Krise

Seit dem 23. März hat die Glückskette rund 17 Millionen Franken für die Soforthilfe während der Coronavirus-Krise gesammelt. Am heutigen nationalen Solidaritätstag sollen noch einmal namhafte Beträge dazukommen.

Zusammen mit der SRG und mit der Unterstützung einiger privater Medien wird am Donnerstag in allen vier Sprachregionen der Schweiz auf die Spendensammlung «Coronavirus» aufmerksam gemacht. Es handle sich um «ein wichtiges Zeichen der Solidarität», hiess es in einer Mitteilung im Vorfeld des Sammeltags.

Die Promenade am Sarnersee in Sarnen im Kanton Obwalden ist für die Spaziergänger und Radfahrer trotz der Corona-Pandemie weiterhin geöffnet. (11. April 2020)
Bild: Keystone/Urs Flüeler

Das Geld wird für die Soforthilfe von Caritas Schweiz, dem Schweizerischen Rotes Kreuz und weiteren Organisationen eingesetzt. Es gehe um eine möglichst umfassende Hilfe für jene Menschen, welche durch die Maschen der sozialen Netzwerke fielen.

Neben der Lebensmittelhilfe für Obdachlose oder «Working Poor» sollen etwa Opfer von häuslicher Gewalt unterstützt werden. Alle von der Glückskette unterstützten Aktionen müssen immer subsidiär zu den öffentlichen Massnahmen sein.



03.58 Uhr: Bei Corona-Krise in New York zeichnet sich Trendwende ab

Im besonders heftig von der Corona-Pandemie betroffenen US-Bundesstaat New York mehren sich die Anzeichen für eine Trendwende. Die Zahl der Patienten in den Spitälern sei rückläufig, sagte Gouverneur Andrew Cuomo am Mittwoch (Ortszeit) bei seiner täglichen Pressekonferenz. «Das Gesundheitssystem hat sich stabilisiert», sagte Cuomo. «Die Furcht vor einer Überforderung des Gesundheitssystems hat sich nicht verwirklicht.»

18'335 Menschen lägen demnach wegen Covid-19 in Kliniken – weniger als noch vor einigen Tagen. Die Spitäler seien anders als zuvor befürchtet bislang nicht überfordert worden. Das liege vor allem an riesigen Anstrengungen aller Beteiligten. Die Spitäler hätten beispielsweise mehr als 50 Prozent zusätzliche Kapazitäten für Patienten innerhalb von nur einem Monat geschaffen.

Cuomo warnte aber davor, dass der Staat noch nicht aus dem Gröbsten raus sei, man befinde sich nach wie vor in einer «monumentalen Gesundheitskrise». Er wies New Yorker an, an Orten mit Kontakt zu anderen Menschen eine Maske oder eine andere Art von Gesichtsschutz zu tragen. Die Zahl der Toten pro Tag hält sich derweil konstant auf einem hohen Level. Von Dienstag auf Mittwoch starben in dem Bundesstaat mit 19 Millionen Einwohnern demnach 752 Menschen – insgesamt sind es nun bereits mehr als 11'000.

Ein Grossteil dieser Toten kommt aus der gleichnamigen Millionenmetropole New York City. Dort könnten bislang sogar deutlich mehr Menschen gestorben sein als bisher angenommen. Die Grossstadt an der US-Ostküste fügte ihrer Statistik über die Todesopfer am Dienstag (Ortszeit) 3'778 «wahrscheinliche» Covid-19-Tote hinzu. Damit steigt die Gesamtzahl an Todesopfern in New York City auf mehr als 10'000 – diese wahrscheinlichen Toten sind in der offiziellen Statistik des Bundesstaates aber noch nicht eingerechnet.

Die zusätzlichen Zahlen enthalten unter anderem Kranke, die in der Notaufnahme, daheim oder in einer Pflegeeinrichtung gestorben waren, aber nicht offiziell positiv auf das Virus getestet wurden. Bürgermeister Bill de Blasio hatte schon vor Tagen von deutlich ansteigenden Todesfällen von New Yorker Bürgern in den Wohnungen berichtet.

03.46 Uhr: US-Bürgermeister: Grosse Live-Veranstaltungen wohl nicht vor 2021

Der Bürgermeister von Los Angeles hält es angesichts der Corona-Bedrohung für unwahrscheinlich, dass in diesem Jahr in seiner Stadt grosse Events wie Konzerte oder Sportveranstaltungen vor einem Live-Publikum stattfinden werden. «Es ist schwer vorstellbar, dass wir in absehbarer Zeit zu Tausenden zusammenkommen können», sagte Eric Garcetti am Mittwoch dem US-Sender CNN. Ohne Impfstoff, Herdenimmunität oder eine Behandlung seien grosse Menschenansammlungen aus Sicht von Gesundheitsexperten nicht angebracht.

Auch die Bürgermeisterin von New Orleans, LaToya Cantrell, riet von Grossveranstaltungen in diesem Jahr ab. Das sollte man erst für 2021 planen, sagte Cantrell am Mittwoch. Das berühmte New Orleans Jazz Festival, das ursprünglich Ende April starten sollte, war vor einem Monat auf diesen Herbst verlegt worden. Eine Absage des 51. Festivals gilt nun als wahrscheinlich. Die Veranstalter des Essence-Musikfestivals, das schwarze Kultur feiert, sagten am Mittwoch den Event für 2020 ab. Anfang Juli waren Hunderttausende Zuschauer in New Orleans erwartet worden.

Wegen der Corona-Pandemie waren in den vergangenen Wochen bereits grosse Festivals wie Coachella in Südkalifornien oder Burning Man in der Wüste von Nevada verschoben oder abgesagt worden.



03.40 Uhr: Experten: Erstmals mehr als 2'400 Corona-Tote in den USA an einem Tag

In den USA sind einer Universität zufolge innerhalb von 24 Stunden so viele Menschen infolge einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben wie noch nie zuvor. Bis Mittwochabend (Ortszeit 21 Uhr/3 Uhr MESZ) verzeichneten die Experten der Johns Hopkins University in den Vereinigten Staaten 2'494 Todesfälle binnen 24 Stunden. Der vorherige Höchstwert war demnach am Dienstag mit 2'303 Toten erreicht worden. Das Virus Sars-CoV-2 kann die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen.

Seit Beginn der Epidemie sind der Universität zufolge in den USA mehr als 28'300 Menschen infolge einer Infektion mit dem Virus ums Leben gekommen. Die Zahl der bestätigten Fälle in den USA liegt demnach bei mehr als 630'000 – mehr als in jedem anderen Land der Welt. US-Präsident Donald Trump behauptete am Mittwochabend im Weissen Haus, viele andere Länder würden ihre Zahlen nicht so transparent veröffentlichen – daher lägen die USA ganz oben in der Statistik.

03.00 Uhr: Fluglinie Virgin Australia setzt Aktienhandel während Rettungsgesprächen aus

Die verschuldete australische Fluggesellschaft Virgin Australia hat am Donnerstag den Handel mit ihren Aktien ausgesetzt. Das Unternehmen wolle die vertraulichen und bisher unabgeschlossenen Gespräche über Finanzhilfen und Restrukturierungsalternativen fortsetzen, erklärte Australiens zweitgrösste Fluglinie am Donnerstag.

Virgin Australia ist zu 90 Prozent fest in der Hand ausländischer Investoren und war daher bisher erfolglos mit ihrem Antrag an die australische Regierung, Kredite in Höhe von umgerechnet rund 1 Milliarde Franken aufzunehmen, um die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Epidemie abzufangen.

Eine Insolvenz wäre für Virgin Australia das letzte Mittel: Einem Insider zufolge benötige die Airline eine Entscheidung über staatliche Hilfen bis kommende Woche.

02.10 Uhr: Schwangere Pflegerin mit Coronavirus in Grossbritannien gestorben

Eine schwangere Krankenpflegerin mit Coronavirus ist in Grossbritannien nach einem Notkaiserschnitt gestorben. Mary Agyeiwaa Agyapong sei «eine fantastische Krankenschwester und ein grossartiges Vorbild» gewesen und am Sonntag gestorben, teilte eine Organisation innerhalb des staatlichen britischen Gesundheitswesens NHS, der Bedfordshire Hospitals NHS Foundation Trust, mit.

Die Entscheidung zum Notkaiserschnitt sei getroffen worden, nachdem sich der Zustand der Frau verschlechtert habe, hiess es in einer internen E-Mail an ihre Kolleginnen und Kollegen. Dem Sender Channel 4 News zufolge, der zuerst über den Fall berichtet hatte, hatten Ärzte zunächst geglaubt, es würde Agyapong besser gehen, bevor ihre Symptome sich verschlimmerten. Der Direktor David Carter des Spitals Luton and Dunstable in der Stadt Luton nördlich von London sagte Channel 4, das Überleben der kleinen Tochter sei ein «Lichtschimmer in dieser sehr dunklen Zeit».

01.35 Uhr: Trump rühmt «grossen, fetten» Corona-Scheck in seinem Namen

Auf den Schecks der Direkthilfen für amerikanische Steuerzahler wird als Absender auch der Name von US-Präsident Donald Trump stehen. Es handelt sich dabei um die Auszahlung von Geld im Rahmen des vom US-Kongress beschlossenen Corona-Konjunkturpakets. «Ich bin mir sicher, dass sich die Menschen sehr freuen werden, einen grossen, fetten Scheck zu bekommen und mein Name steht darauf», sagte Trump am Mittwochabend (Ortszeit) im Garten des Weissen Hauses.

Die «Washington Post» hatte am Dienstag berichtet, die ungewöhnliche Entscheidung, Trumps Namen hinzuzufügen, verzögere die Auszahlung der Hilfen durch die Steuerbehörde IRS. Der Republikaner Trump bestritt das am Mittwoch. «Ich verstehe es so, dass dadurch nichts verzögert wird», sagte er. «Ich bin damit zufrieden.»

Die demokratische Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, verurteilte die von Trump verursachte Verzögerung der Auszahlung. Dies sei «ein weiteres beschämendes Beispiel des katastrophalen Versagens von Präsident Trump, dieser Krise mit der erforderlichen Dringlichkeit zu begegnen», erklärte Pelosi. Der «Washington Post» zufolge ist es bislang noch nie vorgekommen, dass der Name des Präsidenten auf Schecks der Steuerbehörde stand – erst recht nicht in einem Wahljahr.

Als Teil des Konjunkturpakets in Höhe von rund 2,2 Billionen US-Dollar sollen Millionen Amerikaner einen Scheck über 1'200 Dollar bekommen, pro Kind soll es zusätzlich noch 500 US-Dollar geben. In vielen Fällen soll das Geld von der Steuerbehörde überwiesen werden, es sollen aber auch Papierschecks verschickt werden.

00.39 Uhr: Trump droht Kongress in Corona-Krise mit Zwangspause

Mitten in der Corona-Krise hat US-Präsident Donald Trump mit der Anordnung einer Zwangspause für das Parlament gedroht, um freie Stellen in seiner Regierung schnell ohne den Kongress besetzen zu können. Besonders wegen der Epidemie sei es nötig, dass seine Regierung freie Positionen endlich füllen könne, sagte Trump am Mittwochabend (Ortszeit) im Weissen Haus. Die Verfassung gebe ihm das Recht, eine solche Pause für den Kongress anzuordnen.

Der republikanische Mehrheitsführer im Senat, Mitch McConnell, gab am Mittwochabend (Ortszeit) zu verstehen, dass er Trumps Ansinnen eine Absage erteilen werde. 

Trump verurteilte die Praxis, den Kongressbetrieb durch Pro-Forma-Sitzungen, bei denen keine Abgeordnete oder Senatoren anwesend seien, aufrechtzuerhalten. Dies sei eine «Vernachlässigung der Pflichten, die sich das amerikanische Volk in dieser Krise nicht leisten kann». Die Senatoren etwa – die in der Regel der Ernennung von Top-Beamten und Ministern zustimmen müssen – seien bis mindestens Anfang Mai gar nicht in Washington.

Sollte Trump eine offizielle Parlamentspause anordnen, könnte der Republikaner zahlreiche Posten auch ohne Zustimmung des Kongresses besetzen. Die Demokraten dürften die Anordnung einer Zwangspause des Parlaments vehement ablehnen. Derzeit treten – vor allem wegen der Coronavirus-Epidemie – weder das Repräsentantenhaus noch der Senat in Washington zu regulären Sitzungen zusammen.

00.15 Uhr: Trump kündigt Richtlinien für Rückkehr zur Normalität an

US-Präsident Donald Trump hat in der Corona-Krise neue Richtlinien angekündigt, die eine Rückkehr zur Normalität in den Vereinigten Staaten einläuten sollen. Diese Richtlinien seiner Regierung für US-Bundesstaaten sollten an diesem Donnerstag vorgestellt werden, sagte Trump am Mittwoch bei einer Pressekonferenz im Rosengarten des Weissen Hauses. «Der Kampf dauert an, aber die Daten deuten darauf hin, dass wir landesweit den Höhepunkt der Fälle überwunden haben. Hoffentlich wird das andauern.» Trump fügte hinzu: «Während wir wachsam bleiben müssen, ist es deutlich, dass unsere aggressive Strategie funktioniert.» Trump sagte, manche Bundesstaaten könnten früher wieder öffnen als andere – sogar schon vor dem 1. Mai.

Die Entscheidung über die Lockerung der Massnahmen liegt bei den Bundesstaaten, nicht beim Präsidenten. Trump machte deutlich, dass er mit den Gouverneuren der Bundesstaaten zusammenarbeiten wolle, dass er notfalls aber auch gegen deren Massnahmen vorgehen wolle. «Wir haben das Recht zu tun, was immer wir wollen», behauptete Trump. «Aber das würden wir nicht tun wollen.» Trump hatte erst am Dienstag Kritik ausgelöst, als er fälschlicherweise behauptete, er habe die «allumfassende Macht» bei der Wiedereröffnung des öffentlichen Lebens auch in den Bundesstaaten. Unter anderem hatte New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo gesagt, Trump sei kein «König», sondern ein gewählter Präsident.

In den USA gab es nach Statistiken der Johns Hopkins University bis Mittwochabend mehr als 630'000 bestätigte Fälle von Infektionen durch das neuartige Coronavirus – mehr als in jedem anderen Land der Welt. In Folge von Covid-19-Erkrankungen sind demnach mehr als 27'800 Menschen gestorben. Trump wird vorgeworfen, die Bedrohung durch das neuartige Coronavirus zunächst kleingeredet zu haben.

00.06 Uhr: Litauen diskutiert weitere Lockerungen der Corona-Vorschriften

Nach der ersten Lockerung der strengen Schutzvorschriften in der Corona-Krise hat Litauens Regierung weitere Schritte auf dem Weg in Richtung Normalität diskutiert. Das Kabinett in Vilnius erörterte am Mittwoch die nächsten Etappen eines Vier-Stufen-Plans, nachdem es Erleichterungen für den Handels- und Dienstleistungssektor beschlossen hatte. Einen Zeitplan gab es zunächst nicht.

Nach vierwöchiger Schliessung können nun in dem baltischen EU-Land Nicht-Lebensmittelgeschäfte sowie kleinere Anbieter von Haushalts- und Reparaturdienstleistungen unter strengen Auflagen wieder öffnen. Weitere Aktivitäten könnten – abhängig von der Lage – in den ersten zehn Tagen im Mai zugelassen werden, sagte Regierungschef Saulius Skvernelis dem Internetportal Delfi.

Demnach könnten in der zweiten Phase kulturelle Einrichtungen, Strassencafés und vereinzelte Sport- und Gesundheitseinrichtungen wieder ihren Betrieb aufnehmen dürfen. Danach könnten Beschränkungen für Hotels und Restaurants gelockert werden. Die vierte Phase mit Lockerungen für Massenveranstaltungen sei indes eine Perspektive, die gegenwärtig noch schwer zu definieren sei.

Litauen hat bisher 1'091 bestätigte Coronavirus-Infektionen und 30 Todesfälle verzeichnet. Die Regierung rief angesichts der Corona-Pandemie den Notstand aus und stellte das ganze Land bis zum 27. April unter Quarantäne. Während des Ausnahmezustands durften bislang nur Lebensmittel und andere lebenswichtige Güter verkauft werden. Auch gilt eine Mundschutzpflicht in der Öffentlichkeit. Die Regierung genehmigte am Mittwoch zudem die Einreise von mehr als 100 ausländischen Spezialisten. In Litauen gilt seit Mitte März ein Einreiseverbot für Ausländer.

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