Corona-Pandemie

Politakteure formulieren ihre Vorstellungen vom Corona-Ausstieg

Agenturen/red.

15.4.2020 - 22:00

Die Zahl der neuinfektionen geht weiter zurück. Für die geplante Bundesratsentscheidung formulierten die Politikvertreter ihre Forderungen. Unterdessen hat die Zahl der Infektionen weltweit die Zwei-Millionen-Marke geknackt – mehr als 128'000 Menschen sind bisher an Covid-19 gestorben. Die Entwicklungen des Tages im Überblick.

Die Behörden in der Schweiz zeigten sich zuversichtlich, dass sich die Ausbreitung des Virus stabilisiert hat oder sogar zurückgeht. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) meldete innerhalb eines Tages und bis Mittwochmorgen 260 neue Infektionen. Insgesamt gab es 26'336 bestätigte Fälle.

973 Menschen starben nach BAG-Angaben bisher im Zusammenhang mit Covid-19. Das Amt bezieht sich auf Meldungen, die die Laboratorien sowie Ärztinnen und Ärzte im Rahmen der Meldepflicht bis Mittwochmorgen übermittelt hatten. Die Zahl könne deshalb von den Zahlen der Kantone abweichen, schrieb das BAG.

Am Tag vor erwarteten Bundesratsentscheiden und vor der ausserordentlichen Parlamentssession haben Politakteure ihre Vorstellungen zum Ausstieg aus dem Notstand wegen der Corona-Pandemie verkündet. Die Gewerkschaften fordern den Erhalt von Kaufkraft und Arbeitsplätzen. Für die FDP muss es schnell gehen.

Der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) forderte am Mittwoch vor Medienvertretern eine hundertprozentige Lohngarantie und den Verzicht auf Entlassungen. Der Erhalt von Kaufkraft und Arbeitsplätzen sei Grundvoraussetzung für jede Ausstiegsstrategie.

Gemäss dem SGB trifft die Krise vor allem Berufstätige mit mittleren oder kleineren Einkommen. Für sie seien Lohneinbussen von 20 Prozent bei Kurzarbeit schwer zu verkraften.

Mittlerweile sei die Zahl der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Kurzarbeit auf 1,5 Millionen oder 25 Prozent der Erwerbstätigen hochgeschossen - ein Allzeithoch, wie SGB-Chefökonom Daniel Lampart erklärte. Hinzu kamen Entlassungen. Lampart sprach von mehr als 10'000 neuen Arbeitslosen zwischen Ende März und 9. April.

Die Schweiz brauche rasch eine Ausstiegsstrategie, sagte FDP-Parteipräsidentin Petra Gössi an einer im Internet übertragenen Medienkonferenz. Dank den Massnahmen des Bundesrates habe man die Epidemie zwar in den Griff bekommen. Diese Vorkehrungen hätten aber grosse Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft.

Die SVP-Fraktion teilte mit, ein Ausbau der Sozialwerke etwa mit einem Vaterschaftsurlaub oder einer Überbrückungsrente für ältere Arbeitslose komme nun nicht mehr in Frage. Auf die Sozialversicherungen würden riesige Ausgaben zukommen. Vorlagen, die zu höheren Lohnnebenkosten führten, vertrage es nicht mehr.

Die CVP formulierte für die ausserordentliche Session ebenfalls einen Punktekatalog. Darin steht die Forderung nach Unterstützung der Kinderkrippen und eine verstärkte Beihilfe an Selbstständige. Zudem gelte es, eine Explosion der Krankenkassenprämien zu verhindern. Auch für die Rückzahlung der Überbrückungskredite brauche es Lösungen, etwa einen Verlustrücktrag im Steuerrecht.

Die Grüne Fraktion wiederum will einen ökosozialen Neustart. Dazu soll der Bund ein Impulsprogramm von mehreren Milliarden Franken auflegen. Der durch die Corona-Krise beschleunigte Strukturwandel soll in Richtung Nachhaltigkeit und Ökologie gehen.

In den kommenden Wochen sollen Flugzeuge laut einem Medienbericht hunderte Millionen Schutzmasken und weiteres Schutzmaterial aus China in die Schweiz bringen, beschafft von der Armee.


Die Ereignisse des Tages im Überblick

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Schweizer Armee soll in einer geheimen Beschaffungsaktion mehrere Hundert Millionen Schutzmasken sowie weiteres Schutzmaterial auf dem Weltmarkt einkaufen.
  • Die Maskenproduktion in der Schweiz verzögert sich laut einem Zeitungsbericht weiter.
  • In Deutschland sollen die Schulen ab 4. Mai schrittweise wieder öffnen.
  • In der Schweiz gibt es 260 Neuinfektionen. Damit stieg die Zahl der bestätigten Fälle auf 26'336. 
  • Die Konsumentenstimmung in der Schweiz sinkt auf historische Tiefstwerte ab.
  • Gewerkschaften befürchten einen deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit in der Schweiz.
  • Die nationalrätliche Wirtschaftskommission fordert zusätzliches Geld für Selbstständige.
  • Die EU-Kommission plant eine Konferenz, um weltweit Geld für die Entwicklung und Herstellung eines Impfstoffs zu sammeln.
  • Im Tessin sind bis jetzt 2'927 Personen positiv auf das Virus getestet worden.
  • US-Präsident Donald Trump verhängt einen Stopp der Beitragszahlungen für die Weltgesundheitsorganisation (WHO).

21.41 Uhr: Hunderte Corona-Infizierte auf französischem Flugzeugträger

Viele Militärs auf dem französischen Flugzeugträger «Charles de Gaulle» haben sich mit dem Coronavirus angesteckt. Von knapp 1800 getesteten Seeleuten, die überwiegend von dem Flugzeugträger kamen, hätten sich rund 670 infiziert, teilte das Verteidigungsministerium am Mittwochabend in Paris mit. 31 von ihnen würden in Krankenhäusern behandelt.

Aus den Angaben ging hervor, dass für ein rundes Drittel der Tests noch keine Ergebnisse vorlagen — die Zahlen könnten also noch steigen.

Das riesige Kriegsschiff war Ostersonntag im südfranzösischen Hafen Toulon eingelaufen. Zuvor war bekanntgeworden, dass sich Dutzende Besatzungsmitglieder mit dem Coronavirus infiziert hatten. Die Ursache ist unklar. Rund 1900 Besatzungsmitglieder der Charles-de-Gaulle und der sie begleitenden Fregatte wurden in Toulon und Umgebung für zwei Wochen isoliert.

21.19 Uhr: Bericht: Armee soll mehrere Hundert Millionen Masken beschaffen

In den kommenden Wochen sollen Flugzeuge hunderte Millionen Schutzmasken und weiteres Schutzmaterial aus China in die Schweiz bringen, beschafft von der Armee und 800 Millionen Franken teuer.

Dies berichtet der «Tages-Anzeiger» (kostenpflichtiger Inhalt). Demnach habe der Bund eine geheime Beschaffungsaktion gestartet, mit der das benötigte Material in die Schweiz gelangen soll.

Dem VBS zufolge habe die Armeeapotheke im Rahmen der Covid-19-Verordnung vom 3. April das Budget sowie die Beschaffungsvorgaben des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) erhalten. Zur genauen Anzahl der Schutzmasken sowie zu weiteren Details machte weder das Department noch das BAG weitere Angaben. Vom BAG heisst es jedoch: «Sollten Masken an alle Einwohnerinnen und Einwohner der Schweiz verteilt werden, so wären mehrere Hundert Millionen Masken nötig.»

Nicht näher bezeichneten Insidern zufolge sollen für die Beschaffung von Schutzmaterial 800 Millionen Franken freigegeben worden sein.

21.00 Uhr: Fast 100-jähriger Brite sammelt mit Gartenrunden Millionen-Spenden

Ein 99-jähriger Brite hat fast 100 Runden mit dem Rollator durch seinen Garten geschafft und so eine Millionenspende für den staatlichen Gesundheitsdienst NHS gesammelt. Kriegsveteran Tom Moore brachte bis zum Abend über eine Spendenseite im Internet schon fast neun Millionen Pfund (umgerechnet etwa zehn Millionen Franken) aus aller Welt zusammen.

Selbst der britische Gesundheitsminister Matt Hancock zeigte sich beeindruckt: «Sie sind eine Inspiration für uns alle.» Ursprünglich wollte Moore sein Ziel bis zu seinem 100. Geburtstag Ende April erreichen — doch er dürfte seinen Plan Medienberichten zufolge voraussichtlich schon an diesem Donnerstag umgesetzt haben. Eigentlich hatte der Senior mit nur 1000 Pfund an Spenden gerechnet. «Wow — ich bin sprachlos», teilte der 99-Jährige angesichts der Hunderttausenden Spender im Kurznachrichtendienst Twitter mit.

Er bedankt sich mit seiner Aktion bei den «wunderbaren» NHS-Mitarbeitern, die ihm bei der Behandlung seines Hautkrebses und einer gebrochenen Hüfte geholfen haben. Jede Runde in seinem Garten in Marston Moretaine nahe Cambridge hat einen Länge von 25 Metern.

20.39 Uhr: Frankreich will Gesundheitspersonal für Corona-Einsatz Bonus zahlen

Frankreich will dem Personal im Gesundheitswesen wegen der Corona-Krise eine Sonderprämie zahlen. In den besonders betroffenen Gebieten soll es jeweils 1500 Euro (rund 1580 Franken) geben, kündigte Premierminister Édouard Philippe am Mittwoch an. Auch das Personal in weniger betroffenen Départements, die Patienten aus anderen Regionen aufgenommen haben, soll einen Bonus in dieser Höhe erhalten. Das übrige Personal bekommt 500 Euro (rund 530 Franken).



Auch Mitarbeiter in Altersheimen und von Betreuungsdiensten sollen eine finanzielle Belohnung bekommen. Einige Angestellte im öffentlichen Dienst, die trotz Krise ihren Dienst verrichteten, erhalten ebenfalls bis zu 1000 Euro (rund 1050 Franken). Die Prämien sind steuerfrei. Familien in finanzieller Not versprach der Premier für Mai eine Soforthilfe.

Die Pandemie forderte bisher im Land mindestens 17'167 Todesopfer, wie Gesundheitsdirektor Jérôme Salomon am Abend mitteilte. Davon entfiel über ein Drittel auf Alten- und Pflegeheime. Die Zahl der Patienten auf Intensivstationen ging weiter zurück — es wurden dort noch knapp 6500 Menschen behandelt.

20.16 Uhr: Maskenproduktion im Inland verzögert sich weiter

In der Schweiz gibt es derzeit zwei Projekte für die Produktion medizinischer Schutzmasken im Inland. Unternehmen in Flawil SG und Rothrist AG wollen schon bald mit der Produktion beginnen. Die Lieferung der hierfür benötigten Maschinen verzögert sich aber nun offenbar.



Dies berichtet der «Tages-Anzeiger» (kostenpflichtiger Inhalt). Demnach wolle die Firma Wernli aus Rothrist AG schon bald rund 800'000 Masken herstellen, rund 30 Millionen hätten Kantone und Spitäler bereits geordert. Die Produktionsmaschinen aus China sollten am 18. April kommen. 

Allerdings sei es schwierig, derzeit einen Frachtraum in einem Flugzeug zu bekommen. «Im besten Fall kommt die erste Maschine nächste Woche an», sagte Geschäftsführer Felix Schönle dem Bericht zufolge. Er erhebt schwere Vorwürfe gegen den Bund. Demnach habe er um Unterstützung gebeten, «doch man sagte mir, dass ich für die Organisation alleine verantwortlich sei», erklärte Schönle.

Wie es weiter heisst, äusserte sich das zuständige Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) nicht zu den Vorwürfen.

Auch in Flawil rechne man erst Ende April mit dem Start der Produktion — die benötigten Maschinen befänden sich ebenso noch in China.

Immerhin laufen bei der Firma Flawa derzeit bereits Universalmasken vom Band, diese entsprechen allerdings nicht medizinischen Standards.

19.51 Uhr: Mehrere Lebensmittelgeschäfte in Südafrika geplündert

In dem von einer strikten Ausgangssperre betroffenen Südafrika sind mehrere Lebensmittelgeschäfte geplündert worden. Betroffen war vor allem der Grossraum um Kapstadt. Der für die Sicherheit der Westkap-Provinz zuständige Minister verurteilte die Übergriffe am späten Dienstagabend in einer Erklärung. Zuvor hatte es auch Berichte über Tumulte bei der Verteilung von Hilfspaketen in einem Township gegeben. Der Kap-Staat hat am 27. März eine der weltweit strengsten Ausgangssperren verhängt, zugleich die Landgrenzen geschlossen und den Personen-Flugbetrieb eingestellt. Der tägliche Anstieg der Neuinfektionen ist seitdem spürbar gesunken.

Die zunächst auf drei Wochen befristete Ausgangssperre wurde gerade um zwei Wochen verlängert. Sie trifft vor allem in den Townships viele Menschen hart, die auf engstem Raum leben und keinerlei Rücklagen haben. Die von Polizei und Armee oft mit harter Hand durchgesetzte Beschränkung sieht ein Verlassen der Wohnung nur bei medizinischen Notfällen oder dringenden Versorgungsgängen vor. Das damit einhergehende strikte Verbot des Alkohol- und Tabakverkaufs führte auch zu Plünderungen von Spirituosenläden. Südafrika, das eine grossangelegte Testreihe gestartet hat, hat mit 2506 bestätigten Fällen die höchste Zahl an Infizierten auf dem Kontinent.

19.28 Uhr: New Yorks Gesundheitssystem in Corona-Krise stabilisiert

Im besonders heftig von der Corona-Pandemie betroffenen US-Bundesstaat New York sind die Krankenhäuser anders als zuvor befürchtet bislang nicht überfordert worden. «Das Gesundheitssystem hat sich stabilisiert», sagte Gouverneur Andrew Cuomo bei seiner täglichen Pressekonferenz. «Die Furcht vor einer Überforderung des Gesundheitssystems hat sich nicht verwirklicht.» Das liege vor allem an riesigen Anstrengungen aller Beteiligten. Die Krankenhäuser hätten beispielsweise mehr als 50 Prozent zusätzliche Kapazitäten für Patienten innerhalb von nur einem Monat geschaffen.



Die Gesamtzahl der Patienten, die mit dem neuartigen Coronavirus infiziert sind und im Krankenhaus liegen, sei in dem Bundesstaat mit 19 Millionen Einwohnern erneut gesunken und liege nun bei 18'335, sagte Cuomo weiter. Allerdings seien zwischen Dienstag und Mittwoch erneut rund 2250 Menschen hinzugekommen. 752 Menschen seien in diesem Zeitraum gestorben. Insgesamt sind es nun bereits mehr als 11'000. Mehr als 500'000 Menschen sind in New York bereits auf eine Infektion getestet worden, deutlich mehr als im Rest der USA.

19.19 Uhr: Hoffnungszeichen in Italien mehren sich

In Italien mehren sich positive Anzeichen in der Corona-Pandemie. Die Zahl der Intensivpatienten sank im Vergleich zum Vortag um mehr als 100 auf 3079 ab, wie der Zivilschutz mitteilte. Insgesamt sind mittlerweile 165'155 Infizierte offiziell gemeldet, ein Anstieg im Vergleich zum Vortag um nur 1,6 Prozent — so wenig wie in mehr als einem Monat nicht. Allerdings sterben pro Tag immer noch Hunderte Menschen. Die Zahl der Toten stieg nun um 578 auf 21'645. Die Dunkelziffer liegt aber nach Expertenmeinung wesentlich höher.



Die Zahl der Patienten auf der Intensivstationen ist wichtig, weil die Krankenhäuser besonders im Norden hoffnungslos überfordert waren. Die Lage in den Hospitälern bestimmte mit darüber, welche Massnahmen die Politik ergriffen hat. Die strengen Ausgangsverbote für die Bürger gelten noch bis mindestens 3. Mai, mit Schulöffnungen vor den Sommerferien wird nicht gerechnet. Italien ist weltweit eines der am schwersten getroffenen Länder in der Corona-Pandemie.

19.13 Uhr: Zahl der Todesfälle im Kanton Zürich steigt auf 85

Im Kanton Zürich sind 7 weitere Personen an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben. Damit gab es bis Mittwochnachmittag insgesamt 85 Todesfälle. Die Verstorbenen waren im Durchschnitt 85 Jahre alt.

Die Zahl der positiv Getesteten stieg um 47 auf 3114 wie die Gesundheitsdirektion am Mittwoch mitteilte. Zurzeit werden 136 Patientinnen und Patienten im Spital behandelt. Das sind 13 weniger als am Vortag. 50 Patienten müssen künstlich beatmet werden (Vortag: 52).

19.02 Uhr: Bildungskommission fordert 100 Millionen Franken für Kitas

Kitas und weitere Anbieter von Kinderbetreuungsplätzen sollen während der Corona-Pandemie finanziell unterstützt werden. Das fordert nun auch die Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur des Nationalrats (WBK). Es geht um 100 Millionen Franken.



Die nationalrätliche Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur unterstützt im Grundsatz die bisherigen Massnahmen des Bundesrats zur Abfederung der wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Corona-Krise, wie die Parlamentsdienste am Mittwoch mitteilten. Ergänzend dazu brauche es aber weitere Schritte.

18.51 Uhr: Merkel spricht von «Zwischenerfolg» und empfielt Masken

Bei einer Pressekonferenz zur Corona-Pandemie hat die deutsche Kanzlerin Angela Merkel von einem «zerbrechlichen Zwischenerfolg» geprochen. Man empfehle den Bürgern beim Einkaufen und im öffentlichen Nahverkehr «dringend» die Verwendung von Alltagsmasken zum Mund-Nasen-Schutz.

Bereits zuvor war bekannt geworden, dass die Schulen in Deutschland ab 4. Mai wieder geöffnet werden sollen. Der Regierungschef des besonders betroffenen Bundeslandes Bayern erklärte, in Bayern würde dieser Schritt etwas später, ab 11. Mai, erfolgen.

Die Regierungen des Bundes und der Länder hatten sich auf die Beibehaltung der Kontaktbeschränkungen bis zum 3. Mai geeinigt.

Grossveranstaltungen in Deutschland sollen wegen der Corona-Pandemie bis zum 31. August grundsätzlich untersagt werden — auch Fussballspiele sind davon betroffen.

Vizekanzler Olaf Scholz betonte: «Wir bewegen uns in eine neue Normalität.» Diese werde anhalten, bis es einen Impfstoff gebe.

Öffnen sollen nun zuerst Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von bis zu 800 Quadratmetern, was etwa der Grösse eines mittleren Supermarkts oder eines Schuhladens entspricht. Unabhängig von der Grösse sollen auch Buch-, Auto- und Fahrradhändler öffnen. Friseure sollen sich auf einen baldige Öffnung ab dem 4. Mai vorbereiten.

18.38 Uhr: Kolumbien entlässt Tausende Häftlinge in Hausarrest

Die Regierung Kolumbiens hat ein Dekret erlassen, nach dem durch das Coronavirus besonders gefährdete Häftlinge wie Menschen über 60, Kranke, Schwangere oder Frauen mit Kindern unter drei Jahren in den Hausarrest wechseln können. Der Justizministerin Margarita Cabello zufolge, auf die sich die kolumbianische Zeitung «El Tiempo» berief, könnte dies 4000 Gefangene betreffen.

Die Gefängnisse in Kolumbien sind wie auch andernorts in Lateinamerika, etwa in Brasilien, völlig überfüllt, was die Verbreitung des Coronavirus befördert. So starben etwa im Gefängnis von Villavivencio, 125 Kilometer südlich der Hauptstadt Bogotá, bislang zwei Insassen im Zusammenhang mit dem Coronavirus, 15 haben sich mit dem Virus infiziert.

In den vergangenen Wochen war es in verschiedenen Haftanstalten Kolumbiens zu Aufständen und Fluchtversuchen gekommen. Hunderte Gefangene begehrten gegen Coronavirus-Massnahmen auf, unter anderem dagegen, dass aufgrund der Beschränkungen des sozialen Lebens auch die Besuche eingeschränkt wurden.

18.20 Uhr: Italienischer Virologe warnt Trump vor Entlassung Faucis

Einer von Italiens führenden Coronavirus-Experten hat US-Präsident Donald Trump vor der Entlassung von Gesundheitsberater Anthony Fauci gewarnt. Dies wäre eine katastrophale Nachricht nicht nur für die USA, sondern für die gesamte internationale Gemeinschaft, schrieb der Mediziner Giuseppe Ippolito in einem Brief an Italiens Präsident Sergio Mattarella, der heute bekannt wurde.

Der Immunologe Fauci ist Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten in den USA und iTrumps Berater in der Corona-Krise. Nachdem er angedeutet hatte, dass strengere Massnahmen in den USA mehr Leben hätte retten können, schickte Trump einen Tweet mit dem Hashtag #FireFauci weiter. Damit beförderte er Spekulationen über eine Ablösung des Mediziners. Am Montag machte der US-Präsident aber klar, dass er zu Fauci stehe.



Ippolito ist Wissenschaftlicher Direktor des Spallanzani-Krankenhauses in Rom, Italiens Topadresse für Forschung und Behandlung ansteckender Krankheiten. Er würdigte Fauci als «einen der wichtigsten Wissenschaftler der Welt auf dem Gebiet der Infektionskrankheiten». «Wir brauchen Anthony Faucis Führung in den USA oder anderswo, um die Herausforderungen zu bewältigen, die diese Pandemie für unsere Gesundheitssysteme darstellt.»

Italien und USA gehören zu den beiden weltweit am schlimmsten von der Corona-Krise betroffenen Länder.

18.11 Uhr: WHO-Chef bedauert Zahlungsstopp der USA und fordert Solidarität

Der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation hat angesichts des Streits mit den USA zu Solidarität im Kampf gegen das Coronavirus aufgerufen. «Wir bedauern die Entscheidung des Präsidenten der USA, die Beitragszahlungen an die WHO zu stoppen», sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus bei einer Pressekonferenz in Genf.

WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus bedauert den Zahlungsstopp der USA.
KEYSTONE/SALVATORE DI NOLFI

«Wenn wir uns im Kampf gegen das Coronavirus spalten lassen, wird das Virus diese Risse ausnutzen», sagte Tedros. «Das ist eine Zeit, in der wir alle in unserem gemeinschaftlichen Kampf gegen eine gemeinsame Bedrohung zusammenstehen sollten.» Solidarität sei die wichtigste Regel für dieses Spiel, in dem es darum gehe, das Coronavirus zu besiegen.

Tedros erklärte, dass die Organisation nun prüfen müsse, welche Bereiche von den Zahlungsausfällen betroffen seien und wie mögliche Finanzierungslücken geschlossen werden könnten. Wie hoch die jährlichen Zahlungen der USA an die WHO genau sind, sagte er trotz entsprechender Nachfrage nicht.

17.43 Uhr: Hilfen auch für Selbstständige gefordert

Der Bundesrat erhält auch von der nationalrätlichen Wirtschaftskommission (Wak) grundsätzliche Rückendeckung für seine Strategie während der Coronakrise. Sie fordert jedoch gleichzeitig, zusätzliche Massnahmen für weitere Selbstständigerwerbende zu ergreifen.

Im Fokus hat die Wak dabei die indirekt vom Coronavirus und den damit verbundenen Schliessungen betroffenen Personen, etwa Taxifahrer oder Fotografen. Diese und weitere Berufsgruppen – «noch zu viele» -– fielen derzeit durch das Auffangnetz der Corona-Hilfen des Bundes, teilten die Parlamentsdienste am Mittwoch mit. Es bestehe Handlungsbedarf.

«Die Kommission fordert den Bundesrat daher eindringlich auf, treffsichere Instrumente zur Unterstützung aller betroffenen Selbstständigerwerbenden zu entwickeln.» Es seien Massnahmen zu ergreifen, welche die derzeitige Benachteiligung der Selbstständigen gegenüber den Berufstätigen derselben Branche in angestellten Arbeitsverhältnissen beseitigen.

17.34 Uhr: Corona-Krise trifft US-Wirtschaft ins Mark

Das Ausmass der wirtschaftlichen Schäden in den USA wird langsam klar. Der Einzelhandel baut in Rekordtempo ab, die Industrieproduktion bricht ein. Die Corona-Pandemie trifft wichtige Stützen der US-Wirtschaft mit voller Wucht. Angesichts neuer Konjunkturdaten vom Mittwoch warnten Experten vor einem «beispiellosen Absturz».

Die grossen US-Banken bereiten sich unterdessen mit enormen Rückstellungen auf ein extremes Krisenszenario vor. Es wird immer klarer, dass die weltgrösste Volkswirtschaft mit hohem Tempo in eine schmerzhafte Rezession steuert. An den Börsen gingen Anleger wieder in die Defensive.

Diese Entwicklung übertraf sogar die düsteren Prognosen der Ökonomen: Die US-Industrieproduktion ist im März so stark gefallen wie seit 1946 nicht mehr.

17.15 Uhr: Keine Grossveranstaltungen in Deutschland

Grossveranstaltungen in Deutschland sollen wegen der Corona-Pandemie bis zum 31. August grundsätzlich untersagt werden – auch Fussballspiele sind davon betroffen.

Die Ministerpräsidenten der deutschen Bundesländer und Kanzlerin Angela Merkel einigten sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch bei einer Schaltkonferenz auf dieses prinzipielle Verbot.

Der Schulbetrieb in Deutschland soll dagegen am 4. Mai beginnend mit den Abschlussklassen, den Klassen, die im kommenden Jahr Prüfungen ablegen und den obersten Grundschulklassen wieder aufgenommen werden. Anstehende Prüfungen sind bereits vorher möglich.

In einer Schaltkonferenz haben die Ministerpräsidenten der deutschen Bundesländer (im Bild Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer) mit Bundeskanzlerin Merkel das weitere Vorgehen besprochen.
Bild: Keystone

16.45 Uhr: Luganeser Spital zurück zur Normalität

Die auf Covid-19 spezialisierte Luganeser Klinik Moncucco stellt schrittweise auf Normalbetrieb um. Innere Medizin, Onkologie und Geriatrie sind seit Dienstag wieder offen. Auch die «normale» Notaufnahme ist wieder in Betrieb.

Trotzdem würden auch weiterhin Covid-19-Patienten aufgenommen, hält die Leitung in einem am Mittwoch auf der Homepage aufgeschalteten Communiqué fest. Diese würden wie bis anhin von allen anderen Patienten separiert, um jegliche Ansteckungsgefahr zu vermeiden. Bis zum 26. April führen die Ärzte zudem ausschliesslich dringende ambulante Eingriffe und Behandlungen durch.

Die Privatklinik Moncucco in Lugano ist neben dem Referenzspital La Carità in Locarno die zweite auf Covid-19 spezialisierte Institution im Tessin. In der Luganeser Klinik wurde auch der sogenannte Patient Nummer eins behandelt. Der 70-jährige Mann war am 25. Februar positiv auf das Coronavirus getestet und in der Klinik Moncucco isoliert worden. Zehn Tage zuvor hatte er in der Gegend von Mailand eine Versammlung besucht und sich höchstwahrscheinlich mit dem Coronavirus infiziert.

16.35 Uhr: Baustellen im Fokus

97 Prozent der Baustellen in der Schweiz haben die Schutzmassnahmen gegen das Coronavirus soweit umgesetzt, dass die Arbeiten nicht gestoppt werden mussten. Das schreibt der Baumeisterverband gestützt auf Zahlen der Suva. Die Gewerkschaft Unia relativiert die Zahlen und spricht von einem Vollzugsproblem.

Die Suva habe seit dem 25. März mehr als 1'900 Kontrollen auf Baustellen durchgeführt, teilte der Schweizerische Baumeisterverband (SBV) am Mittwoch mit. Kontrolliert worden sei sowohl das Bauhauptgewerbe als auch das Ausbaugewerbe.

In 45 Fällen seien den zuständigen Kantonen Beanstandungen gemeldet worden. Vereinzelt hätten Anpassungen am Baustellenbetrieb vorgenommen werden müssen; trotzdem habe aber die Arbeit fortgesetzt werden können. Zur Sicherheit der Arbeiterinnen und Arbeiter wurden in vielen Fällen Nachkontrollen angesetzt.

Zudem habe die Zürcher Kantonspolizei auf ihrem Gebiet 1'200 eigene Kontrollen vorgenommen, hält der Baumeisterverband fest. In keinem Fall habe die Polizei eine Betriebsschliessung anordnen müssen. Auch die Zahl der Meldungen von aussen an die Kantone, denen Kontrolleure nachgingen, sei relativ gering.

16.35 Uhr: Kritik der Gewerkschaft

Nico Lutz, Verantwortlicher für das Bauhauptgewerbe bei der Unia, kritisierte auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA, dass die Suva nicht über die nötigen Ressourcen für die Kontrollen verfüge. «Es besteht ein massives Vollzugsproblem.»

Vorsichtig geschätzt gebe es in der Schweiz um die 30'000 Baustellen, sagte Lutz. Die Suva habe zudem nicht 1'900 Baustellen unter die Lupe genommen, sondern 1'900 Unternehmen. In Kantonen, die eigene Kontrolleure losschickten und nähere Abklärungen vornehmen liessen, seien die Resultate weniger positiv.

Auch sprächen die Suva-Kontrolleure mit den Unternehmen sowie mit Baumeistern oder allenfalls Polieren, aber nicht mit Arbeiterinnen oder Arbeitern. Schaue man genauer hin, zeige sich, dass namentlich die Abstandsregeln schwierig einzuhalten seien auf dem Bau.

16.15 Uhr: Zwei Millionen bestätigte Infektionen

Laut Johns Hopkins University ist die Zwei-Millionen-Marke weltweit durchbrochen worden. Die Zahl der Todesopfer hat weltweit 128'000 überschritten.

16.10 Uhr: New York – Todes-Statistik steigt um 3'700

New York hat der Statistik über die Todesopfer 3'778 «wahrscheinliche» Covid-19-Tote hinzu – damit steigt die Gesamtzahl an Todesopfern in New York City auf mehr als 10 000. Die zusätzlichen Zahlen enthalten unter anderem Kranke, die in der Notaufnahme, daheim oder in einer Pflegeeinrichtung gestorben waren, aber nicht offiziell positiv auf das Virus getestet wurden.

Die Annahme, dass die Toten unter Covid-19 litten, führen lokale Behörden Medienberichten zufolge auf ihre Symptome zurück. Bürgermeister Bill de Blasio hatte schon vor Tagen von deutlich ansteigenden Todesfällen von New Yorker Bürgern in den Wohnungen berichtet.

Zunächst blieb allerdings unklar, wie die neuen, «wahrscheinlichen» Fälle in internationalen Statistiken berücksichtigt würden. Die Johns-Hopkins-Universität in Baltimore zählte für die Stadt New York mit über 7'900 Corona-Toten zunächst weiterhin deutlich weniger als 10'000.

16 Uhr: Zürich bei Schweizer Kurzarbeit mit Abstand vorn

Im Kanton Zürich ist wegen der Corona-Pandemie bereits jeder dritte Angestellte von Kurzarbeit betroffen. Das Amt für Wirtschaft und Arbeit hat bereits Gesuche von 28'085 Betrieben bewilligt, die insgesamt 345‘460 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angemeldet haben.

Kurzarbeit haben wegen dem Lockdown vor allem Angestellte aus dem Gastgewerbe, dem Detail- und Grosshandel und dem Baugewerbe. Aber auch die Kunst-, Unterhaltungs- und Erholungsbranche ist stark betroffen, wie aus den am Mittwoch publizierten Zahlen hervorgeht.

15.45 Uhr: Mehr Masern wegen Corona-Krise

Im Schlepptau von Covid-19 können andere Krankheiten profitieren. Wie «Business Insider» berichtet, bekommen dieses Jahr über 100 Millionen Kinder keine Impfung gegen Masern. Wegen des weltweiten Lockdown könne die Weltgesundheitsorganisation WHO entsprechende Programme nicht durchführen, wolle aber die entsprechende Kinder erfassen und die Impfungen später nachholen.

15.30 Uhr: Bürger sollen Immunität zuhause testen

Schnelle, einfache und repräsentative Tests sollen aufzeigen, wer Antikörper gegen Sars-CoV-2 hat und gegen das neue Virus immun ist – xdas will die Non-Profit-Initiative «Corona Immunity» erreichen, auf deren Webseite sich informieren lassen können, sobald der Test verfügbar ist. Ziel der Allianz ist, mit den Tests die Entwicklung der Immunität der Bevölkerung einschätzen zu können und damit die Rückkehr zum normalen Leben und eine sichere Gesundheitsversorgung zu ermöglichen.

Die Daten sollen aber auch Aufschluss geben zum Virus und zu dessen Ausbreitung. Die Idee basiere auf einer erprobten Technologie, die bereits seit mehreren Jahren vom Unternehmen Baze im Nährstoffbereich im Ausland eingesetzt werde. Offen ist laut den Initianten allerdings die Bedeutung von nachgewiesenen Antikörpern für die Weitergabe der Infektion mit der Krankheit Covid-19. Auch offen ist, ob eine Immunität langfristig vor einer neuen Ansteckung mit Sars-CoV-2 schützt.

Wolle man der Wirtschaft eine geordnete Rückkehr zu einer gewissen Normalität ermöglichen und Kontrolle über den weiteren Verlauf der Pandemie gewinnen, komme man um Immunitätstests nicht herum, liess sich Economiesuisse-Präsident Heinz Karrer im Communiqué zitieren. Auch andere Stellen in der Schweiz forschen derzeit für einen Coronavirus- Antikörpertest. Das Universitätsspital Zürich zum Beispiel untersucht mit einem experimentellen Test das Blut aller Patientinnen und Patienten.

15 Uhr: Fast zwei Millionen Infizierte weltweit

Laut den Coronavirus-Daten der Johns Hopkins Universität in Baltimore, USA, sind fast zwei Millionen Menschen weltweit mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Insgesamt sind demnach inzwischen über 128‘000 Menschen an Covid-19 gestorben. Mit Abstand am meisten Fälle werden derzeit in den USA registriert, wo sich bereits über 600‘000 Personen angesteckt hätten.

14.20 Uhr: Finanzdelegation gibt weitere Gelder frei

Der Bund kann dringend benötigtes Sanitätsmaterial und Medikamente beschaffen sowie die Entwicklung von Covid-19-Impfstoffen vorantreiben. Die Finanzdelegation (FinDel) hat am Mittwoch dringende Kredite in Höhe von 775 Millionen Franken freigegeben.



Insgesamt hatte der Bundesrat vergangene Woche dem Parlament neue dringliche Kredite zur Bekämpfung der Corona-Pandemie von insgesamt 2,24 Milliarden Franken beantragt. Ein Drittel davon wurde nun von der FinDel als dringlich eingestuft, wie die Parlamentsdienste mitteilten. Die Vorschüsse können sofort verwendet werden. Das Parlament wird Anfang Mai an der ausserordentlichen Session nachträglich darüber befinden.

13.50 Uhr: FDP zum Lockdown-Ausstieg: «Das Parlament soll virtuell tagen können»

Die FDP hat am Mittwoch eine digitale Medienkonferenz abgehalten. Gegenstand dieser waren die Forderungen, welche die Partei an den Bund zum Ausstieg aus dem Lockdown stellt. Parteipräsidentin Petra Gössi sagte: «Die staatlichen Eingriffe müssen so schnell wie möglich zurückgefahren werden – natürlich im Einklang mit den gesundheitlichen Massnahmen.» 

«Wir müssen wissen, was auf uns zukommt, wir brauchen diese Planbarkeit», so Gössi. Es brauche einen Digitalisierungsschub, der aktuell bestehende Mängel behebe und sicherstelle, dass die Bekämpfung einer neuerlichen Krise in Zukunft rascher erfolgreich sei.

Ein SRF Journalist verfolgt die Rede von FDP-Präsidentin Petra Gössi, während einer Video-Medienkonferenz.
Bild: Keystone

FDP-Ständerat Andrea Caroni dazu: «Die Digitalisierung spielt auch in der Politik eine wichtige Rolle. Deshalb ist es wichtig, dass das Parlament virtuell tagen kann.» Die FDP fordert deshalb, dass die Digitalisierung der politischen Prozesse langfristig beschleunigt wird.

Nationalrat Beat Walti ging auf die wirtschaftlichen Forderung der FDP ein. «Die Stützungsmassnahem des Bundes sollen möglichst schnell zurückgefahren werden.» Es sei nicht Aufgabe des Bundes, eine Finanzierungsquelle für private Unternehmen zu sein.

Zudem fordert die FDP, dass Geschäfte und Dienstleistungen möglichst rasch wieder zugänglich gemacht würden. «Für die Eröffnung braucht es geeignetes Schutzmaterial», so Walti. «Es ist Aufgabe des Bundes dieses den Geschäften zur Verfügung zu stellen.»

Erste Priorität bei der Wiedereröffnung hätten Unternehmen, die verderbliche und respektive oder saisonale Ware anbieten würden. Damit gemeint seien unter anderem Gartenzentren, Blumengeschäfte und Baumärkte. Auch die Schulen sollen laut der FDP «möglichst rasch» geöffnet werden.

13.30 Uhr: Neue bestätigte Fälle nehmen um 260 zu

In der Schweiz hat die Zahl der bestätigten Neuinfektionen mit dem Coronavirus innerhalb eines Tages erneut nur um 260 zugenommen. Insgesamt gab es damit am Mittwoch 26'336 bestätigte Fälle.

Die Todesfälle in Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung nahmen nach einer Zählung der Nachrichtenagentur Keystone-SDA bis am Mittwochmittag um 45 auf 1197 zu. Die Agentur analysiert dazu die auf den Internetseiten der Kantone vorliegenden offiziellen Daten und aktualisiert sie zweimal täglich, mittags und abends. Obwalden und Appenzell Innerrhoden sind gemäss dieser Zählung die einzigen Kantone ohne Todesopfer.

Das BAG gab die Zahl der Todesopfer mit 973 an, das sind 73 mehr als noch am Dienstag. Das Amt bezieht sich bei seinen Angaben auf die Meldungen, die die Laboratorien sowie Ärztinnen und Ärzte im Rahmen der Meldepflicht bis am Mittwochmorgen übermittelt hatten. Die Zahl könne deshalb von den Zahlen der Kantone abweichen, schrieb das BAG weiter.

Nach wie vor weise die Schweiz eine der höchsten sogenannten Inzidenzen in Europa auf. Am Mittwoch waren hochgerechnet auf 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner 308 Personen von Covid-19 betroffen. Bisher wurden in der Schweiz insgesamt 202'633 Corona-Tests durchgeführt, 15 Prozent davon verliefen positiv.

13.13 Uhr: Petition für bedingungsloses Grundeinkommen

Die Jungen Grünen fordern mit einer Petition vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie ein bedingungsloses Grundeinkommen, nach dem Muster einer 2016 abgelehnten Volksinitiative. Sie haben die Bittschrift am Mittwoch dem Bundesrat übergeben.

Die Petition trägt nach Angaben der Jungpartei mehr als 33'000 Unterschriften. Sie verlangt vom Bundesrat, per sofort ein bedingungsloses Grundeinkommen zu erlassen. Dieses soll unbefristet, aber mindestens bis zum Ende der ausserordentlichen Lage wegen des Coronavirus Bestand haben.

13.01 Uhr: Auflagen in EU haben Millionen Menschen gerettet

Die Corona-Beschränkungen in der Europäischen Union haben nach Einschätzung der EU-Kommission mehreren Dutzend Millionen Menschen das Leben gerettet. Die Schätzung gab ein EU-Beamter am Mittwoch in Brüssel ab. Ohne Ausgangsbeschränkungen und Auflagen könnte jeder mit dem Coronavirus Infizierte vier bis sechs Menschen anstecken, fügte er hinzu.

12.31 Uhr: Kein rascher Ausstieg aus Grenzkontrollen

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen rechnet nicht mit einem schnellen Ende der Grenzkontrollen in Europa. «Auf lange Sicht», wenn das Coronavirus bekämpft sei, müssten sämtliche Kontrollen im eigentlich grenzkontrollfreien Schengenraum wieder behoben werden, sagte sie am Mittwoch in Brüssel. Zum Schengenraum gehören die meisten EU-Staaten sowie die Schweiz, Island, Norwegen und Liechtenstein.

Das deutsche Innenministerium will die in der Corona-Krise eingeführten Kontrollen an deutschen Grenzen um weitere 20 Tage verlängern, wie am Mittwoch aus Sicherheitskreisen verlautete. Über Einzelheiten wollte Innenminister Horst Seehofer noch mit den Ministerpräsidenten der deutschen Bundesländer sprechen.

12.13 Uhr: China verurteilt USA

China hat den von US-Präsident Donald Trump angeordneten Stopp der Zahlungen an die Weltgesundheitsorganisation WHO scharf kritisiert.

«China ist ernsthaft besorgt über die Entscheidung der USA», sagte Aussenamtssprecher Zhao Lijian am Mittwoch in Peking. Die Entscheidung der USA werde die Fähigkeit der WHO zur Bewältigung der Corona-Pandemie schwächen, so der Sprecher weiter.

Insbesondere Staaten, deren medizinische Fähigkeiten nicht gut entwickelt seien, würden darunter leiden. China fordere die USA «nachdrücklich» auf, ihren Verantwortungen und Verpflichtungen nachzukommen. Man werde die WHO «wie immer» dabei unterstützen, gegen globale Gesundheitskrisen anzukämpfen.

12.04 Uhr: SGB fordert Erhalt von Arbeitsplätzen 

Die Coronakrise trifft die Schweizer Wirtschaft mit grosser Wucht. Um soziale Probleme und grössere wirtschaftliche Schäden zu verhindern, fordert der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) eine hundertprozentige Lohngarantie und den Verzicht auf Entlassungen.

Der Erhalt von Kaufkraft und Arbeitsplätzen sei Grundvoraussetzung für jede zukunftsfähige Ausstiegsstrategie aus den Notstandsmassnahmen im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie, hielt der SGB an einer virtuellen Medienkonferenz fest.

Gemäss dem Gewerkschaftsdachverband trifft die Krise vor allem Berufstätige mit mittleren oder kleineren Einkommen. Für sie seien Lohneinbussen von 20 Prozent bei Kurzarbeit schwer zu verkraften.

Mittlerweile sei die Zahl der Arbeitnehmer in Kurzarbeit auf 1,5 Millionen oder 25 Prozent der Erwerbstätigen hochgeschossen. Für die Arbeitnehmenden mit tiefen und mittleren Löhnen braucht es gemäss dem SGB deshalb Massnahmen wie eine hundertprozentige Lohngarantie oder den Erlass der Krankenkassenprämie durch den Bund. Gleichzeitig müssen die durch Kurzarbeitszahlungen oder andere Massnahmen des Bundes unterstützten Unternehmen auf Entlassungen und Dividendenzahlungen verzichten..

11.59 Uhr: EU-Geberkonferenz für Impfstoff

Um weltweit Geld für die Entwicklung und Herstellung eines Impfstoffs gegen Covid-19 zu sammeln, veranstaltet die EU-Kommission am 4. Mai eine Online-Geberkonferenz.

Diese werde helfen, unmittelbare Finanzierungslücken zu schliessen, sagte Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Mittwoch in Brüssel. Eine solche Konferenz hatte sie zusammen mit EU-Ratschef Charles Michel Ende März bei einer Videokonferenz der G20-Staaten vorgeschlagen.

Das Coronavirus könne nur durch internationale Zusammenarbeit besiegt werden, sagte von der Leyen. Dazu gehöre, die Arbeit an Diagnose, Behandlung und Impfstoffen zu beschleunigen. Sobald es einen Impfstoff gebe, müsse dieser auf der ganzen Welt bereitgestellt werden. Dies sei die beste Möglichkeit, das Virus zu besiegen, sagte die CDU-Politikerin. Sie hoffe, dass Organisationen und Länder auf der ganzen Welt auf diesen Aufruf reagierten.

11.30 Uhr: Konsumentenstimmung sackt massiv ab

Die Stimmung der Konsumenten in der Schweiz war noch nie so schlecht wie heute. Das Coronavirus habe die Konsumentenstimmung auf historische Tiefstwerte sinken lassen, teilte das Staatsekretariat für Wirtschaft (Seco) aufgrund provisorischer Daten am Mittwoch früher als geplant mit.

So gehen die Befragten von einer schweren Rezession aus und beurteilen die eigene finanzielle Lage so negativ wie seit den 1990er-Jahren nicht mehr.

Die Stimmung der Konsumenten in der Schweiz befindet sich auf einem Rekordtief. Die Mehrheit der Befragten geht von einer Rezession aus.
Bild: Keystone

Das Seco publizierte die provisorischen Ergebnisse zur Stimmung im April aufgrund der aktuellen Lage ausserplanmässig. Gemäss den Daten fiel die Stimmung der Konsumenten auf -40,0 Punkte von einem Minus von 9,4 Punkten im Januar.

Die Erwartungen der Befragten für die allgemeine Wirtschaftsentwicklung haben sich dabei sehr stark verschlechtert. Der entsprechende Teilindex ist auf rekordtiefe -83,6 Punkte (-7,1) abgestürzt. Auch für ihr eigenes Budget stellen sich die Befragten auf schlechte Zeiten ein. Der Teilindex zur erwarteten finanziellen Lage liegt neu bei -24,3 Punkten (-8,0).

Zudem wurde die Frage, ob derzeit ein guter Moment für grössere Anschaffungen sei, so negativ beantwortet wie noch nie. Dieser Teilindex steht bei -47,9 Punkten (-8,3). Dazu tragen laut Seco sowohl die aktuell sehr grosse Unsicherheit als auch die Schliessung zahlreicher Geschäfte bei.

Noch keine Angaben machte das Seco zu den Erwartungen hinsichtlich der Entwicklung am Arbeitsmarkt. Die definitiven Zahlen zur Konsumentenstimmung sind für den 5. Mai angesagt.

10.50 Uhr: Ballenberg-Theater auf 2021 verschoben

Auf dem Ballenberg gibt es diesen Sommer kein Landschaftstheater. Das hat der Trägerverein aufgrund der Corona-Krise entschieden. «Der Geltstag» von Jeremias Gotthelf wird auf 2021 verschoben.

«Wir können die Proben auch in näherer Zukunft nicht verantworten», erklärte Lorenz Hess, Präsident des Vereins Landschaftstheater Ballenberg, in einem Communiqué. Die Gesundheit stehe an oberster Stelle.

Zudem sei die Ausgangslage auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht viel zu unsicher: Man wisse ja noch länger nicht, ob im Sommer eine Veranstaltung mit 700 Gästen überhaupt erlaubt sein werde.

«Der Geltstag» soll neu vom 30. Juni bis 14. August 2021 über die Bühne gehen. Der Vorverkauf beginnt im kommenden Frühling.

10.45 Uhr: Russland kritisiert «egoistischen» US-Zahlungsstopp

Russland hat den von US-Präsident Donald Trump verfügten Stopp der Zahlungen an die Weltgesundheitsorganisation WHO als egoistisch kritisiert. «Das ist der Ausdruck eines äußerst egoistischen Herangehens der amerikanischen Regierung gegenüber dem, was in der Welt im Zusammenhang mit der Pandemie geschieht», sagte Vize-Aussenminister Sergej Rjabkow am Mittwoch der Staatsagentur Tass zufolge. Er rief dazu auf, «weitere Angriffe» auf die WHO zu unterlassen.

10.42 Uhr: 128'500 Nachweise und über 3'200 Tote in Deutschland

In Deutschland sind bis Mittwochvormittag mehr als 128'500 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 10.15 Uhr: Mehr als 126'600 Infektionen). Dies entspricht einem Plus von nur noch 1,5 Prozent.

Mindestens 3'222 (Vortag Stand 10.15 Uhr: 2998) mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang in Deutschland gestorben. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

10.32 Uhr: Fünf weitere Tote im Tessin

Im Kanton Tessin sind in den letzten 24 Stunden erneut fünf Personen an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. 15 Personen sind neu positiv auf das Virus getestet worden.

Insgesamt wurden bis Mittwochmorgen im Kanton Tessin 2'927 Personen positiv auf das Virus getestet. 263 Menschen verloren aufgrund des Coronavirus ihr Leben. 548 Personen konnten bisher aus den Tessiner Spitälern entlassen werden.

ein Intensivpflegezimmer im Regionalkrankenhauses Lugano wird gereinigt und desinfiziert. (Archiv)
Bild: Keystone

10.30 Uhr: Rap-Song für beliebten Virus-Bekämpfer

Besonnen, bestimmt, bescheiden: So sehen seine Fans in Neuseeland Dr. Ashley Bloomfield, der als Generaldirektor des Gesundheitswesens für die Strategie des Landes im Kampf gegen das Coronavirus zuständig ist. Mit seiner coolen Art, die neuesten Entwicklungen auf der täglichen Pressekonferenz zu präsentieren, ist der 54-Jährige in der Corona-Krise zu einem Liebling der sozialen Netzwerke in dem Pazifikstaat geworden.

Es gibt inzwischen Handtücher mit seinem Konterfei und mehrere ihm gewidmete Songs, darunter den Rap «Sir Ashley Bloomfield». Darin wird dazu aufgerufen, ihn zum Ritter zu schlagen. Seine Anhänger, die sich selbst «Bloomers» nennen und inzwischen auch ein eigenes Twitter-Konto besitzen, haben zudem eine Online-Petition gestartet, um ihn zum nächsten «Neuseeländer des Jahres» zu küren.

10.05 Uhr: Forscher rechnen in den USA mit «Social Distancing» bis 2022

Wissenschaftler der Harvard University liefern eine düstere Prognose für die USA: Sie rechnen damit, dass noch bis ins Jahr 2022 mit starken Einschränkungen wie dem «Social Distancing» zu rechnen ist. An dieser Einschätzung werde sich erst etwas ändern, wenn ein Impfstoff gefunden sei, oder die Kapazität an Intensivpflege-Plätzen substanziell erhöht werde, schreiben die Forscher in ihrem Bericht. Pandemie-Wellen seien auch bei Fortschritten noch bis ins Jahr 2024 zu erwarten. 

10.02 Uhr: Trumps Name soll auf Hilfsschecks gedruckt werden

Das US-Finanzministerium hat laut «Washington Post» angeordnet, den Namen von US-Präsident Donald Trump auf Notschecks für Millionen von Amerikanern drucken zu lassen.

Es handle sich dabei um einen beispiellosen Schritt, der drohe, die Auslieferung an Empfänger um einige Tage zu verzögern, schreibt das Blatt am Mittwoch unter Berufung auf namentlich nicht genannte Mitarbeiter der US-Steuerbehörde IRS.

Rund 70 Millionen Menschen sollen in der Corona-Krise als Teil des US-Konjunkturpakets von den kommenden Tagen an einen Scheck über 1'200 US-Dollar bekommen, pro Kind soll es zusätzlich 500 US-Dollar geben.

9.54 Uhr: Kurzarbeit in Spitälern – Berset stellt Lockerung in Aussicht 

Weil die Spitäler sich auf schwere Corona-Fälle vorbereiten, sind alle nicht zwingend notwendige Eingriffe und Behandlungen dort untersagt. Laut SRF hat das zur Folge, dass viele Abteilungen unterbelegt sind und sich mehr als 20'000 Angestellte in Kurzarbeit befinden.

Der Bundesrat habe inzwischen aber erkannt, dass die Spitäler möglichst bald wieder zum Normalbetrieb zurückkehren wollen. EDI-Vorsteher Alain Berset deutete gegenüber SRF an, dass ab Ende April auch die Spitäler auf Lockerungen hoffen dürften. 

9.45 Uhr: Kontaktbeschränkung in Deutschland bis 3. Mai?

Die deutsche Regierung will den Bundesländern vorschlagen, die bestehenden Kontaktbeschränkungen für die Bürger noch mindestens bis zum 3. Mai aufrecht zu erhalten.

Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch nach einer Schaltkonferenz des Kanzleramts mit den Staatskanzleichefs der Länder vom Dienstag. Ein Eckpunktepapier mit entsprechenden Empfehlungen sollte am Mittwoch (ab 9.30 Uhr) in den Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel mit den Mitgliedern des Corona-Kabinetts beschlossen werden.

9.41 Uhr: Eurogruppen-Chef schliesst Corona-Bonds nicht aus

Eurogruppen-Chef Mario Centeno hält Corona-Bonds für eine mögliche Antwort der Währungsunion auf die erwartete schwere Rezession infolge der Virus-Krise. «Es gibt einen Vorschlag, den europäischen Haushalt zu nutzen, und einen für die Ausgabe gemeinsamer Schulden», sagte Mario Centeno der italienischen Tageszeitung «Corriere della Sera».

«Und das eine schliesst das andere nicht aus.» Auf die Frage, ob gemeinsame Anleihen ausgegeben werden könnten, antwortete er: «Nicht unbedingt, aber ich schliesse es nicht aus.» Bisher sträuben sich unter anderem Deutschland, die Niederland und Österreich, über Corona-Bonds für hoch verschuldete Partnerländer wie Italien mitzuhaften.

8.25 Uhr: Bill Gates kritisiert Trump 

Microsoft-Gründer und Mäzen Bill Gates auf Twitter den US-amerikanischen Stopp der Beitragszahlungen an die WHO kritisiert. Das während einer Gesundheitskrise zu tun, «sei so gefährlich, wie es sich anhört», schreibt Gates. Keine andere Organisation könne die WHO im Kampf gegen Covid-19 ersetzen. «Die Welt braucht die WHO dringender denn je.»

8 Uhr: Masken made in Switzerland

Flawa Consumer GmbH in Flawil (SG) stellt neu Universalmasken her. Problematisch sei noch die Versorgung mit Spinnvlies, sagte der CEO gegenüber «Kassensturz». «Die Beschaffung des Rohmaterials gestaltet sich unglaublich schwierig», klagte Claude Rieser. Die Sankt Galler wollen dennoch bald 200'000 Masken pro Woche herstellen.

7.30 Uhr: Bauern wollen Selbstversorgung

Der Schweizer Bauernverband SBV sieht in der Coronavirus-Krise die Zeit gekommen, den Selbstversorgungsgrad der Schweiz hochzuhalten. Dies sagte der Direktor des Schweizer Bauernverbandes, Martin Rufer, in einem Interview mit den «Zeitungen der CH-Media» vom Mittwoch.

«Ein gewisser Grad an Selbstversorgung ist wichtig», erklärte er. «Bisher hatten wir einen Selbstversorgungsgrad von knapp 60 Prozent. Unser Ziel ist, dieses Niveau zu halten», sagte Rufer. Ginge es nach dem Bundesrat, solle der Selbstversorgungsgrad aber mit der neuen Agrarpolitik auf 52 Prozent sinken. «Das ist für uns nicht akzeptabel», betonte er.

«Die Corona-Krise zeigt auf, dass kurze, nicht globalisierte Wertschöpfungsketten durchaus ihre Vorteile haben. Die regionale Produktion mit kürzeren Wegen ist zuverlässiger und robuster, die globalisiere anfälliger», erklärte der Bauernverbandsdirektor.

Die Schweiz brauche zudem einen gewissen Grenzschutz, um ein angemessenes Preisniveau halten zu können, hiess es weiter. Laut Rufer werden im Ausland viele Produkte nicht kostendeckend hergestellt und zu Dumpingpreisen auf den internationalen Märkten verscherbelt. «Wichtig ist, dass neben Zöllen künftig bei Importen auch Qualitätsstandards und Nachhaltigkeitskriterien eine Bedeutung gewinnen», forderte er.

7 Uhr: Jacinda Ardern kürzt sich selbst  das Gehalt

Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern will angesichts der Coronavirus-Pandemie sechs Monate lang auf 20 Prozent ihrer Bezüge verzichten. Die Kürzung gelte auch für die Mitglieder ihrer Regierung sowie für andere hohe Staatsbedienstete, sagte sie am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Wellington.

4.59 Uhr: Trump dreht WHO den Geldhahn zu

Mitten in der Coronavirus-Pandemie hat US-Präsident Donald Trump einen Stopp der Beitragszahlungen für die Weltgesundheitsorganisation (WHO) veranlasst. Trump machte die Organisation am Dienstagabend (Ortszeit) für die Vielzahl an Toten mitverantwortlich.

Durch das Missmanagement der WHO und deren Vertrauen auf Angaben aus China habe sich die Epidemie dramatisch verschlimmert und rund um die Welt verbreitet, sagte Trump im Rosengarten des Weissen Hauses. Seine Regierung werde in den kommenden 60 bis 90 Tagen prüfen, welche Rolle die WHO bei der «schlechten Handhabung und Vertuschung der Ausbreitung des Coronavirus» gespielt habe. So lange lägen die Zahlungen auf Eis.

Fast zehn Minuten trug Trump seine vernichtende Kritik an die Adresse der WHO vor. «Eine der gefährlichsten und kostspieligsten Entscheidungen der WHO war die katastrophale Entscheidung, sich gegen Reisebeschränkungen aus China und anderen Ländern auszusprechen», sagte er. «Zum Glück war ich nicht überzeugt und setzte Reisen von China aus und habe damit unzählige Leben gerettet. Tausende und Abertausende Menschen wären gestorben.»

Ende Januar verhängten die USA ein Einreiseverbot für ausländische Reisende aus China. Andere Länder hätten die Empfehlungen der WHO dagegen befolgt und damit «die Pandemie auf der ganzen Welt beschleunigt», behauptete Trump. «Die Entscheidung anderer grosser Länder, das Reisen offenzuhalten, war eine der grossen Tragödien und verpassten Chancen in der ersten Zeit.»

4.30 Uhr: Dänemark öffnet Kindergärten und Schulen wieder

Dänemark wagt sich mit der Öffnung seiner Schul- und Tageseinrichtungen für jüngere Kinder an eine erste vorsichtige Lockerung seiner Corona-Massnahmen. Nach einem Monat mit geschlossenen Türen öffnen ab dem heutigen Mittwoch neben Kinderkrippen und Kindergärten auch die Schulen für die Schüler bis zur fünften Klasse wieder.

Damit sollen in erster Linie Eltern entlastet werden, die ihre jüngeren Kinder in der Corona-Krise bisher neben der Arbeit zu Hause betreuen mussten. Weitere Lockerungen der Massnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus könnten folgen.

Dänemark hatte besonders früh mit strikten Massnahmen auf die ersten bestätigten Infektionsfälle im Land reagiert. Die Regierung der Ministerpräsidentin Mette Frederiksen hatte am 14. März unter anderem die Grenzen geschlossen, auch Restaurants, Cafés, Kneipen sowie Theater und weitere Freizeiteinrichtungen sind seit Wochen dicht. All diese Massnahmen hatte Frederiksen vor knapp einer Woche bis zum 10. Mai verlängert. Versammlungen mit mehr als zehn Personen sind damit weiter verboten, Grossveranstaltungen bis Ende August untersagt.

3.05 Uhr: Mehr als 2'200 Tote an einem Tag in den USA

In den USA sind einer Universität zufolge innerhalb von 24 Stunden so viele Menschen infolge einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben wie noch nie zuvor. Bis Dienstagabend (Ortszeit) verzeichneten die Experten der Universität Johns Hopkins in den Vereinigten Staaten 2'228 Todesfälle.

Der vorige Höchstwert war mit 2'108 Toten am vergangenen Freitag erreicht worden. Das Virus Sars-CoV-2 kann die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen. Seit Beginn der Epidemie waren der Universität zufolge in den USA fast 26'000 Menschen infolge einer Infektion ums Leben gekommen.

2.54 Uhr: Weltkriegsveteran überwindet Erkrankung

Als er im Rollstuhl das Armeekrankenhaus in Brasília verliess, ertönten Trompetenklänge, die Ärzte und Pfleger klatschten Beifall, Ermando Armelindo Piveta ballte die Fäuste: Der 99-Jährige ist nach Angaben des brasilianischen Gesundheitsministeriums der bisher älteste Brasilianer, der sich von einer Coronavirus-Infektion erholt hat, wie das Portal «G1» am Dienstag berichtete.

Piveta war acht Tage zur Behandlung im Krankenhaus gewesen und hatte den Ärzten wegen seines hohen Alters Sorgen bereitet. «Diese Schlacht zu gewinnen, war für mich grösser, als im Krieg zu gewinnen», sagte der Veteran, der im Zweiten Weltkrieg aufseiten der Alliierten unter anderem in Afrika gekämpft hatte. «Denn das hier ist wie die Seuche (Spanische Grippe) im Jahr 1918. Es betrifft die ganze Welt, nicht nur einen Ort.»

2 Uhr: Trump erwägt Lockerungen noch im April

US-Präsident Donald Trump hat eine abgestufte und baldige Lockerung der Coronavirus-Beschränkungen in Aussicht gestellt. Einige Bundesstaaten könnten schon vor Monatsende ihre Beschränkungen des öffentlichen Lebens wieder aufheben.

In anderen schwerer betroffenen Gliedstaaten werde es wohl länger dauern, sagte Trump am Dienstagabend (Ortszeit) im Garten des Weissen Hauses. Die neuen Richtlinien dafür würden in Kürze veröffentlicht, erklärte Trump weiter. Die Entscheidung liege dann bei den Gouverneuren der jeweiligen Bundesstaaten.

Die Sicherheit und Gesundheit der Menschen gehe bei der Aufhebung der wegen der Coronavirus-Epidemie erlassenen Beschränkungen vor, betonte Trump. In weiten Teilen des Landes gebe es bisher kaum Probleme mit dem Coronavirus, sagte der US-Präsident. Die Zahlen der bestätigten Neuinfektionen und Todesfälle «beginnen zu sinken», sagte Trump. Die von der Regierung in Washington seit Mitte März empfohlenen Schutzmassnahmen gelten derzeit noch bis Ende April.

Trump will die Beschränkungen möglichst bald wieder lockern, um den bereits dramatischen Einbruch der amerikanischen Wirtschaft abzubremsen.

In den USA gab es der Johns-Hopkins-Universität zufolge bis Dienstagabend (Ortszeit) rund 600'000 bekannte Infektionen. Das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2 kann die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen. Rund 25'000 Menschen sind demnach infolge der Infektion in den USA ums Leben gekommen.

1.30 Uhr: Gouverneur von Rio de Janeiro infiziert

Der Gouverneur des Bundesstaates Rio de Janeiro, Wilson Witzel, ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das gab Witzel am Dienstag (Ortszeit) bekannt. «Ich habe mich seit Freitag nicht gut gefühlt, Fieber gehabt, Halsschmerzen, den Geruchssinn verloren und den Test gemacht», sagte der 52-Jährige in einem Video auf Twitter.

«Heute habe ich das Ergebnis bekommen.» Jetzt fühle er sich besser und wolle weiter arbeiten. Während der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro das Virus verharmlost und Empfehlungen zur sozialen Distanzierung missachtet, ist Witzel zusammen mit João Doria aus São Paulo einer der Gouverneure in Brasilien, der restriktive Massnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie verfügt hat und dafür von Bolsonaro harsch kritisiert wurde.

Die Ereignisse vom Dienstag im Überblick:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Der Epidemiologe Marcel Salathé hält den Zeitpunkt einer Debatte über Lockerungen für richtig.
  • UN-Chef António Guterres hat in einer Video-Botschaft vor einer «Epidemie der Falschnachrichten» gewarnt.
  • Auf dem Flughafen Zürich sind die Passagierzahlen im März dramatisch eingebrochen.
  • In der Schweiz gibt es bisher 25'834 bestätigte Fälle – das sind 254 mehr als am Vortag. Laut BAG sind seit Ostermontag 15 Patienten an Covid-19 gestorben, was die Opferzahl hierzulande auf mindestens 900 erhöht.
  • Die Behörden sind zufrieden, wie die Bevölkerung sich über Ostern verhalten hat. Patrick Mathys vom BAG zeigte sich vor den Medien verhalten optimistisch, dass der Peak der Epidemie erreicht sein könnte.
  • Rückversicherer Swiss Re rechnet mit einem Impfstoff gegen die Coronavirus-Pandemie erst im Frühjahr 2021. Dies sagt der Verwaltungsratspräsident des Konzerns, Walter Kielholz.
  • Österreich wagt am Dienstag mit einer stufenweisen Lockerung der Anti-Corona-Massnahmen als eines der ersten Länder in Europa einen Schritt Richtung Normalität.
  • Frankreich hält bis mindestens am 11. Mai an seinen strengen Ausgangssperren fest.
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Agenturen/red.