Bundesrat Maurer posiert als «Freiheitstrychler» +++ Impfgegner attackieren Beiz von Thurgauer Gastronomen

Agenturen/lpe

12.9.2021

Impf-Chef Christoph Berger erwartet die Zulassung der Impfung für Kinder ab fünf Jahren in der Schweiz erst nächstes Jahr. Derweil feiern in Dänemark 50'000 Musikfans auf einem Konzert, und der Kanton Bern gerät wegen niedriger Fallzahlen in die Schlagzeilen. Die Ereignisse des Tages im Ticker.

Agenturen/lpe

12.9.2021

Bundesrat Ueli Maurer hat an einer SVP-Veranstaltung ein T-Shirt der «Freiheitstrychler» übergezogen und sich damit Kritik wegen Verletzung des Kollegialitätsprinzips in der Regierung eingehandelt. Die Zentralschweizer Treichelschwinger gelten als ausgesprochene Kritiker der vom Gesamtbundesrat beschlossenen Corona-Massnahmen. Fotos des Finanzministers im weissen T-Shirt mit dem Logo der «Freiheitstrychler» kursierten am Sonntag in mehreren sozialen Medien.

Die ersten Studiendaten für die Impfung von Kindern unter 12 Jahren wird in den nächsten Wochen erwartet. Christoph Berger, Präsident der Eidgenössischen Impfkommission sagt jedoch im Gespräch mit der «NZZ am Sonntag», dass die Schweiz sich mit einer Zulassung wohl noch länger gedulden müssen. Er erwarte die Zulassung und Empfehlung der Impfung für diese Altersgruppe nicht vor 2022.

Der Berner Gesundheitsdirektor Pierre Alain Schnegg soll die Ansteckungszahlen an den Berner Schulen vertuscht haben. Diesen Vorwurf erhebt der «SonntagsBlick». Die Ansteckungszahlen, die der Öffentlichkeit präsentiert würden, würden nicht der Realität entsprechen. Die Gesundheitsdirektion wies die Vorwürfe zurück.

Dänische Rockband spielt vor 50'000 Fans

In Freiburg sollen am Sonntag mehrere Demonstrierende, die gegen die Corona-Massnahmen protestierten, in ein Spital eingedrungen sein. Dabei hätten sie keine Maske getragen und auch den Abstand nicht eingehalten, berichtet «20 Minuten». Laut Kantonspolizei Freiburg handle es sich um eine Solidaritätsbekundung gegenüber dem Spitalpersonal, schreibt das Medium weiter. Die Kantonspolizei bestätige die Aktion, dabei seien «keine grössere Probleme» aufgetreten.

Der Nachweis einer vollständigen Corona-Impfung wird in England doch keine Voraussetzung für den Zugang zu Nachtclubs und grösseren Veranstaltungen. Die britische Regierung hat entsprechende Pläne verworfen, wie Gesundheitsminister Sajid Javid am Sonntag der BBC sagte.

Derweil hat eine dänische Rockband ein Konzert vor Zehntausenden Fans gespielt und damit die pandemiebedingt fast vergessene Zeit grosser Stadionkonzerte wiederaufleben lassen. Nach der Aufhebung der letzten verbliebenen Corona-Beschränkungen in Dänemark zog die Band The Minds of 99 in Kopenhagen knapp 50'000 dicht an dicht stehende und sitzende Zuschauer in ihren Bann.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Kanton Bern ist wegen tiefer Fallzahlen bei Corona-Tests in den Schulen in die Schlagzeilen geraten. Die Gesundheitsdirektion weist die Kritik an der Einstellung der Massentests zurück.
  • Die Impfquote in Deutschland lässt immer noch zu wünschen übrig. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel appelliert daher an die Menschen, die Angebote für Corona-Impfungen zu nutzen.
  • Impf-Chef Christoph Berger erwartet den Impfstoff für Kinder unter 12 Jahren in der Schweiz erst 2022.
  • Der Berner Gesundheitsdirektor Pierre Alain Schnegg soll zu tiefe Ansteckungszahlen an den Schulen veröffentlicht haben. 
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  • 21.25 Uhr
    Deutsche Kanzlerkandidaten werben für mehr Corona-Impfungen

    Die Kanzlerkandidaten von SPD, Union und Grünen haben für mehr Corona-Impfungen geworben. Grünen-Chefin Annalena Baerbock kritisierte am Sonntagabend in der zweiten grossen TV-Wahlkampfdebatte bei ARD und ZDF, dass es erst nach eineinhalb Jahren Pandemie von diesem Montag an eine bundesweite Aktionswoche dazu gibt.

    Wenn man etwa bei Pflege und Kliniken in eine Situation komme, dass nicht genug Menschen geimpft seien, müsse auch die Frage einer Impfpflicht für einzelne Berufsgruppen angegangen werden. Sie sprach sich dafür aus, dass es wie bei Schulkindern auch bei Arbeitnehmern Verpflichtungen zu regelmässigen Corona-Tests geben soll.

    Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) wandte sich gegen eine Testpflicht am Arbeitsplatz. In Betrieben würden Testangebote breitflächig genutzt. Dies sei «in dieser Phase der Pandemie der richtige Weg». Er wies darauf hin, dass eine Testpflicht Konsequenzen haben könnte, dass man möglicherweise seinen Arbeitsplatz verlieren könnte.

    CDU-Chef Armin Laschet warb unter anderem für mobile Impfangebote, etwa auch für Menschen, die keinen Hausarzt haben. Er betonte das Ziel, zu mehr Impfungen zu kommen, und das «ohne eine Pflicht».

  • 20.38 Uhr
    Bundesrat Maurer posiert als «Freiheitstrychler»

    Bundesrat Ueli Maurer hat an einer SVP-Veranstaltung ein T-Shirt der «Freiheitstrychler» übergezogen und sich damit Kritik wegen Verletzung des Kollegialitätsprinzips in der Regierung eingehandelt. Die Zentralschweizer Treichelschwinger gelten als ausgesprochene Kritiker der vom Gesamtbundesrat beschlossenen Corona-Massnahmen.

    Fotos des Finanzministers im weissen T-Shirt mit dem Logo der «Freiheitstrychler» kursierten am Sonntag in mehreren sozialen Medien. Aufgenommen worden waren sie gleichentags an einem Ortsparteianlass der SVP Wald auf einem Bauernhof im Zürcher Oberland.

    In den sozialen Medien wurde der Auftritt des Bundesrats teils harsch kritisiert. «Untragbar», «Spalten auf höchster Ebene» und «Rücktritt jetzt», kommentierten Menschen im Kurznachrichtendienst Twitter. Andere verteidigten den 60-jährigen Bundesrat als «senkrecht».

    Bundesrat Ueli Maurer ist skeptisch gegenüber einer Ausweitung der Zertifikatspflicht. (Archivbild)
    Ein Bild des Bundesrates Ueli Maurer sorgt in den sozialen Medien derzeit für Aufsehen. (Archivbild)
    Bild: Keystone/Peter Schneider

    Maurers Finanzdepartement nahm den Auftritt «zur Kenntnis», wie eine Departementssprecherin der Nachrichtenagentur Keystone-SDA auf Anfrage sagte. «Wir kommentieren das nicht.»

    Die «Freiheitstrychler» traten im Herbst 2020 erstmals in Erscheinung. Sie wehrten sich gegen die Corona-Massnahmen des Bundes und marschierten an teils unbewilligten Demonstrationen mit. Gegründet wurde die Gruppierung mit Sitz Altendorf SZ laut eigenen Angaben, um sich für verfassungsmässige Rechte einzusetzen. Nach dem deutlichen Ja des Schweizer Stimmvolkes zum Covid-Gesetz im Juni sprachen sie von einem «Rückschlag».

  • 20.02 Uhr
    Irak erhält über 100'000 Impfdosen über Initiative Covax

    Der Irak hat am Sonntag 100'800 Impfdosen des Vakzins Astrazeneca erhalten. Es handele sich um eine Spende Italiens im Rahmen der internationalen Initiative Covax, teilte das UN-Kinderhilfswerk Unicef mit. Insgesamt habe Italien die Lieferung von 15 Millionen Dosen zugesagt. Covax versorgt Entwicklungsländer mit Impfstoffen gegen das Coronavirus.

    Die irakische Bevölkerung steht der Impfung gegen das Coronavirus mehrheitlich skeptisch gegenüber. Bislang haben nach jüngsten Angaben des Gesundheitsministeriums mehr als vier Millionen Iraker eine oder zwei Impfungen gegen das Coronavirus erhalten, das sind etwa zehn Prozent der rund 40 Millionen Iraker. Die Impfkampagne begann in März, im Rahmen der Covax-Initiative erreichten das Land bislang drei Lieferungen.

    Mehr als 1,9 Millionen Menschen haben sich im Irak bislang mit dem Coronavirus infiziert, rund 21'500 Menschen starben. Das Gesundheitssystem des Landes kann die Corona-Pandemie nach jahrelanger Korruption, Konflikten und Vernachlässigung nur schwer bewältigen.

    ARCHIV – Eine Notfallsanitäter zieht den Corona-Impfstoff von Biontech in eine Spritze. Der deutsche Impfstoff-Hersteller Biontech und sein US-Partner Pfizer wollen weitere Daten für die Zulassung einer Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus bei der US-Arzneimittelbehörde FDA einreichen. Foto: Fabian Sommer/dpa
    Über die Initiative Covax kam der Irak nun an mehr als 100'000 Dosen Corona-Impfstoff. (Symbolbild)
    Bild: Fabian Sommer/dpa
  • 18.58 Uhr
    Schulen in Bangladesch öffnen erstmals seit Beginn der Pandemie

    In Bangladesch sind die Schüler am Sonntag nach 543 Tagen erstmals wieder in ihre Klassenzimmer zurückgekehrt. Zahlreiche Schulen waren mit Ballons und Girlanden dekoriert, Schüler bekamen vielerorts Süssigkeiten geschenkt. Gleichzeitig warnte Bildungsministerin Dipu Moni, dass die Corona-Sicherheitsmassnahmen penibel eingehalten werden müssten. Zunächst soll jede Klasse einmal pro Woche wieder zum Präsenzunterricht erscheinen. Das Tragen von Masken ist Pflicht.

    Die Schulen in Bangladesch waren am 17. März 2020 geschlossen und seitdem nicht wieder für den Unterricht geöffnet worden. Die Behörden entschlossen sich zur Wiederöffnung, nachdem 97 Prozent der Lehrkräfte geimpft waren.

    In Bangladesch mit seinen mehr als 160 Millionen Einwohnern starben zuletzt rund 55 Menschen pro Tag nach einer Infektion mit dem Coronavirus. Ende Juli waren es noch rund 250 gewesen. Insgesamt verzeichnete das Land mehr als 26'000 Todesfälle.

  • 18.08 Uhr
    Chinesische Millionenstadt Putian im Lockdown

    Die Stadt Putian im Süden Chinas wird nach einer Reihe von Corona-Fällen abgeriegelt. Die 2,9 Millionen Bewohner sollten die Stadt nur noch für unbedingt nötige Reisen verlassen und auch nur dann, wenn sie einen negativen Corona-Test vorweisen könnten, der nicht älter sei als 48 Stunden, teilte die Stadtregierung am Sonntag mit. Der Bus- und Zugverkehr wurde eingestellt. Kinos, Bars und öffentliche Einrichtungen wurden geschlossen.

    China hatte die Ausbreitung des Coronavirus nach einer ersten Welle Anfang 2020 weitgehend eingedämmt, doch die ansteckendere Delta-Variante brauchte auch dort zahlreiche neue Virus-Cluster. Meist machen die Behörden dafür Reisende aus Russland, Myanmar oder anderen Staaten verantwortlich.

    In Putian südlich von Shanghai wurden für den Samstag 19 Neuinfektionen gemeldet, bei denen Übertragung vermutlich dort stattfand. In Quanzhou, das wie Putian in der Provinz Fujian liegt, gab es einen neuen Fall.

  • 17.33 Uhr
    Keller-Sutter warnt vor Spaltung der Gesellschaft

    Justizministerin Karin Keller-Sutter hat an die Schweizer Bevölkerung appelliert, «Spaltung und Blockaden zu überwinden und gemeinsam neue Wege zu finden». Es sei wichtig, auch Andersdenkenden das Gehör zu schenken und auf sie einzugehen.

    «Spaltung kann nicht das Ziel sein in unserem Land», sagte Keller-Sutter am Sonntag am Zentralfest des Schweizerischen Studentenvereins. Spaltung stehe im Widerspruch zu dem, was die Schweiz sei. Es gehe darum, gemeinsam Lösungen zu finden – «zusammen, als Vielfalt in der Einheit».

    In ihrer Rede verzichtete die Justizministerin, die Pandemie und den Umgang damit explizit zu erwähnen. In den vergangenen Wochen und Monaten wurden die Coronakrise und die gesundheitspolitischen Massnahmen gegen das Virus indes teils gehässig diskutiert.

    Bundesrätin Karin Keller-Sutter hat von der Schweizer Bevölkerung Solidarität eingefordert.
    Bild: Keystone/Peter Schneider
  • 16.54 Uhr
    Impfgegner attackieren Beiz von Thurgauer Gastronomen

    Am Donnerstag hatte der Gastronom Ruedi Bartel klare Kante zur Zertifikatspflicht gezeigt. Gegenüber «Blick» sagte der Thurgauer: «Man hätte einfach eine Impfpflicht für alle einführen sollen. Das wäre schlauer gewesen als das Zertifikat.» Für Gastronomen hätte eine derlei klare Regelung ein normales Arbeiten ermöglicht.

    Das sehen offenbar bei weitem nicht alle so eindeutig wie der Präsident von Gastro Thurgau. Wie «Blick» nun berichtet, hat Bartel nach seinen Äusserungen einen Drohanruf erhalten. Und das ist nicht alles: Am Sonntag wurde Bartels Restaurant, das «Gasthaus Krone» in Balterswil TG, von Impfgegnern attackiert. Nicht nur wurde die Eingangstüre mit Blut verschmiert, auch Schweinefüsse und Nazi-Symbole auf dem Trottoir fand Bartel vor.

    «Es ist eine Sauerei. Der Aussenbereich wurde beschmutzt. Auf den Schweinefüssen steht sogar mein Name», beklagte der Geschädigte. Die Polizei versucht nun, die Verursacher der Schmierereien ausfindig zu machen.

  • 16.01 Uhr
    Merkel ruft zu Corona-Impfung auf

    Die Impfquote in Deutschland lässt immer noch zu wünschen übrig. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel appelliert daher an die Menschen, die Angebote für Corona-Impfungen zu nutzen. Die CDU-Politikerin hat die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland zum Start einer bundesweiten Impfaktionswoche aufgerufen, die Angebote für Corona-Impfungen zu nutzen.

    «Nie war es einfacher, eine Impfung zu bekommen. Nie ging es schneller», sagte sie vor dem Start der Aktion an diesem Montag. Impfangebote werde es etwa bei den Freiwilligen Feuerwehren, in der Strassenbahn, am Rand von Fussballfeldern und in Moscheen geben. Jeder könne sich dann ohne Termin und kostenfrei impfen lassen. «Ich bitte Sie daher: schützen Sie sich selbst und andere. Lassen Sie sich impfen», appelliert die deutsche Bundeskanzlerin. Die Impfaktionswoche dauert bis zum 19. September.

    «Nie war es einfacher, eine Impfung zu bekommen. Nie ging es schneller»: Angela Merkel-
    Sieht in der Impfung den entscheidenden Faktor im Kampf gegen die Corona-Pandemie: die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel.
    Bild: Rolf Vennenbernd/dpa

    Leider steige die Zahl der Neuinfektionen wieder, warnte Merkel in einem am Sonntag veröffentlichten Video-Podcast. Die grosse Mehrheit der Patienten, die im Krankenhaus oder auf der Intensivstation behandelt würden, seien ungeimpft. Um gut durch Herbst und Winter zu kommen, «müssen wir daher noch mehr Menschen überzeugen, sich impfen zu lassen».

    Vier Millionen Menschen in Deutschland seien an dem Virus erkrankt und über 90'000 Menschen daran gestorben. Die Kanzlerin sprach von «Zahlen, die für enormes Leid und tiefe Trauer stehen». Hinzu komme, dass viele Bürgerinnen und Bürger an den Spätfolgen der Erkrankung leiden würden.

  • 15.06 Uhr
    Verharrendes Corona-Infektionsgeschehen in Deutschland

    Die Sieben-Tage-Inzidenz lag am Sonntag in Deutschland laut Robert Koch-Institut (RKI) bei 80,2 Neuinfektionen pro 100'000 Einwohner – und damit etwas niedriger als am Vortag (82,8).

    Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 7345 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche hatte der Wert bei 10.453 Ansteckungen gelegen. Allerdings wies das RKI-Dashboard am Sonntag für Baden-Württemberg nur einen neu hinzugekommenen Fall aus. In den Tagen zuvor waren es jeweils deutlich über 1000.

    Ob es weitere Unstimmigkeiten gab, wurde vom RKI zunächst nicht mitgeteilt. Generell ist seit einigen Tagen annähernd ein Plateau beim Infektionsgeschehen zu beobachten: Am Sonntag vor einer Woche hatte die Inzidenz bei 83,1 gelegen, sie hat sich also seither kaum verändert.

    Ein Corona-Patient wird auf der Intensivstation des Universitätsklinikums Greifswald behandelt.
    Seit einigen Tagen stagniert die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland. (Symbolbild)
    Bild: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

    Auch bei den Covid-19-Patienten auf Intensivstation scheint der zunächst steile Anstieg inzwischen etwas abzuflachen. Am Samstag wurden vom Divi-Intensivregister 1439 Covid-19-Patienten in intensivmedizinischer Behandlung gemeldet – ein Plus von 27 zum Vortag. Am vorherigen Samstag hatte es ein Plus von 41 gegeben, am Samstag vor zwei Wochen (28.8.) ein Plus von 51 Patienten.

  • 14.26 Uhr
    Peter Maffay beklagt Lage der Künstler in Coronakrise

    Sänger Peter Maffay hat auf die immer noch dramatische Lage der Künstler in den Coronakrise aufmerksam gemacht. «Die Situation ist brutal», sagte der 72-Jährige der «Augsburger Allgemeinen» (Montagsausgabe). «Viele von uns stehen längst mit dem Rücken zur Wand, einige sind bereits durchs Raster gefallen.» Der sechstgrösste Wirtschaftszweig in Deutschland leide immens, sagte Maffay.

    Der Musiker nannte es extrem wichtig, «wenn wir wieder in eine gewisse Normalität zurückfinden könnten». Das bedeute für Konzerte etwa eine 2G-Regelung, mit vollem Publikum aus Geimpften und Genesenen. «Anders wird es nicht gehen. Das muss das Modell sein für die nahe Zukunft.»

  • 13.36 Uhr
    Berner Gesundheitsdirektion weist Vorwürfe zurück

    Der Kanton Bern ist wegen tiefer Fallzahlen bei Corona-Tests in den Schulen in die Schlagzeilen geraten. So berichtet der «Sonntagsblick», dass der Gesundheitsdirektor Pierre Alain Schnegg trotz steigender Ansteckungszahlen an den Schulen die Massentests eingestellt habe, ohne die Öffentlichkeit über die Infektionen zu informieren. Die Gesundheitsdirektion weist die Vorwürfe zurück.

    Zu den von der Nachrichtenagentur Keystone-SDA an die Gesundheitsdirektion gestellten Fragen nahm diese am Sonntag nicht konkret Stellung. Direktionssprecher Gundekar Giebel warf die Vorwürfe einzig als «völlig unhaltbar» zurück. Die Direktion werde Anfang nächster Woche detailliert Stellung nehmen, kündigte er an.

  • 13.04 Uhr
    Dänemark: Konzert vor 50'000 Zuschauer

    Eine dänische Rockband hat ein Konzert vor Zehntausenden Fans gespielt und damit die pandemiebedingt fast vergessene Zeit grosser Stadionkonzerte wiederaufleben lassen. Nach der Aufhebung der letzten verbliebenen Corona-Beschränkungen in Dänemark zog die Band The Minds of 99 in Kopenhagen knapp 50'000 dicht an dicht stehende und sitzende Zuschauer in ihren Bann, wie Aufnahmen aus dem Stadion Parken zeigten. Die Veranstalter hatten vorab von der ersten Stadion-Show mit voller Zuschauerauslastung in Europa seit Beginn der Coronavirus-Pandemie gesprochen.

    Die Impfquote ist in Dänemark im europäischen Vergleich besonders hoch: Mehr als 83 Prozent aller Bürger über zwölf Jahre sind im Land bereits vollständig geimpft, wie Zahlen des dänischen Gesundheitsinstituts SSI zeigten.

    epa09463107 Members of the audience cheer during a concert of the Danish band The Minds of 99 in the Park in Copenhagen, Denmark, 11 September 2021 (issued 12 September 2021). EPA/Olafur Steinar Gestsson DENMARK OUT
    Zuschauer jubeln der dänischen Band The Minds of 99 zu. Dänemark hat letzte Woche alle Massnahmen aufgehoben.
    Keystone
  • 12.47 Uhr
    England will nun doch keine Impfpflicht für Clubs

    Der Nachweis einer vollständigen Corona-Impfung wird in England doch keine Voraussetzung für den Zugang zu Nachtclubs und grösseren Veranstaltungen. Die britische Regierung hat entsprechende Pläne verworfen, wie Gesundheitsminister Sajid Javid am Sonntag der BBC sagte. Man habe sich diese Idee ausgiebig angeschaut, werde solche Pläne aber nicht weiter verfolgen.

    Die Regierung hatte zwischenzeitlich geplant, eine Nachweispflicht für den Landesteil England ab Ende des Monats einzuführen. Dann hätte nur in Clubs oder zu Grossveranstaltungen gehen können, wer doppelt geimpft ist. Viele Abgeordnete auch der Regierungspartei von Premierminister Boris Johnson stemmten sich aber gegen diese Pläne.

    Im britischen Landesteil Schottland soll dagegen ab Oktober der Zutritt zu Nachtclubs und vielen Grossveranstaltungen für Volljährige nur noch mit Corona-Impfnachweis möglich sein. Nordirland plant eine solche Regelung nicht. In Wales steht eine Entscheidung in der kommenden Woche an.

  • 11.50 Uhr
    Demonstrierende dringen in Spital ein

    In Freiburg sollen mehrere Demonstrierende, die gegen die Corona-Massnahmen protestierten, in ein Spital eingedrungen sein. Dabei hätten sie keine Maske getragen und auch den Abstand nicht eingehalten, berichtet «20 Minuten». Laut Kantonspolizei Freiburg handle es sich um eine Solidaritätsbekundung gegenüber dem Spitalpersonal, schreibt das Medium weiter. Die Kantonspolizei bestätige die Aktion, dabei seien «keine grössere Probleme» aufgetreten. 

  • 11.45 Uhr
    Einige Gynäkologen raten Frauen von Impfung ab

    Frauen lassen sich nicht impfen, weil ihnen ihre Gynäkologen davon abraten. Von mehreren solchen Fällen berichtet der «Blick». Dies habe man auch bei der Schweizerischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (SGGG) festgestellt. «Wir erhalten fast täglich Anfragen von verunsicherten Patientinnen», sagt Generalsekretär Thomas Eggimann (54 gegenüber «Blick». 

    Die Skepsis ist nicht nur bei den Gynäkologen spürbar. Seit Beginn des Jahres haben laut «Blick» 958 Beschäftigte im Gesundheitswesen  die Forderung nach einem Moratorium für mRNA-Impfstoffe unterzeichnet.

    Von den 43'000 Mitglieder ihres Verbandes hätten etwa 136 Ärzte unterschrieben, bestätigt Charlotte Schweizer, Sprecherin des Ärzteverbandes FMH gegenüber der Zeitung. Ihre Einschätzung: «Es gibt zwar impfskeptische Ärzte, aber das sind absolute Einzelfälle, die allerdings viel Aufmerksamkeit generieren.» Die überwältigende Mehrheit der Mediziner kläre ihre Patienten darüber auf, dass die Risiken einer Covid-Erkrankung massiv schwerwiegender seien als die einer Impfung, sagte sie weiter. 

  • 10.05 Uhr
    Zürich verliert Bewohner wegen Pandemie

    Der Traum vom Haus im Grünen: Schon lange wird vermutet, dass die Pandemie diesen Traum in den Köpfen der Schweizer Bevölkerung noch stärker gesät hat. Nun bestätigen Zahlen des Bundesamt für Statistik, dass mehr Menschen aufs Land gezogen sind.

    Am stärksten von der Abwanderung betroffen ist demnach die Stadt Zürich mit einem Minus von knapp 5400 Personen im vergangenen Jahr, wie die «Sonntagszeitung» schreibt. Deutliche Rückgänge gab es auch in Genf, Lausanne, Bern und Basel.

  • 9.06 Uhr
    Hat Schnegg Infektionszahlen an Schulen vertuscht?

    Der Berner Gesundheitsdirektor Pierre Alain Schnegg soll die Ansteckungszahlen an den Berner Schulen vertuscht haben. Diesen Vorwurf erhebt der «SonntagsBlick». Die Ansteckungszahlen, die der Öffentlichkeit präsentiert würden, würden nicht der Realität entsprechen.

    Drei Wochen nach Beginn des Schuljahres hat der Berner Gesundheitsdirektor Pierre Alain Schnegg die Massentests an Schulen gestoppt. Dies mit der Begründung, dass die Ansteckungszahlen sehr tief seien. In der zweiten Woche habe die durchschnittliche Positivitätsrate bei 0,09 Prozent gelegen, so tief wie in keinem anderen Kanton.

    Zu diesem Zeitpunkt sind laut «SonntagsBlick» sämtliche Schultests im Kanton Bern von einem Labor in Münsingen durchgeführt worden. Das BAG habe zur Sicherheit eine Analyse der Proben durch zwei weitere Labors angeordnet. Dabei zeigte sich, dass die Positivitätsrate sehr viel höher lag. Regierungsrat Schnegg habe die Öffentlichkeit bisher nicht darüber informiert.

    Der Berner Gesundheitsdirektor Regierungsrat Pierre Alain Schnegg nimmt an einer ausserordentlichen Delegiertenversammlung zur Wahl des neuen Praesidenten der SVP des Kantons Bern teil, am Dienstag, 6. Juli 2021 in Belp. (KEYSTONE/Alessandro della Valle)
    Der Berner Gesundheitsdirektor Pierre Alain Schnegg.
    Keystone/Alessandro della Valle
  • 8.30 Uhr
    Berger: Kinder unter 12 können sich erst 2022 impfen

    Die ersten Studiendaten für die Impfung von Kindern unter 12 Jahren wird in den nächsten Wochen erwartet. Christoph Berger, Präsident der Eidgenössischen Impfkommission sagt jedoch im Gespräch mit der «NZZ am Sonntag», dass die Schweiz sich mit einer Zulassung wohl noch länger gedulden müssen. Er erwarte die Zulassung und Empfehlung der Impfung für diese Altersgruppe nicht vor 2022.

    «Den Kindern und Jugendlichen ab 12 Jahren empfehlen wir die Impfung ganz klar», sagt Berger. Bei den jüngeren Kindern falle das Nutzen-Risiko-Verhältnis nicht unbedingt gleich aus.  Die nötigen klinischen Versuche seien noch nicht abgeschlossen. 

  • 8 Uhr
    Grosse Arbeitgeber planen nicht mit Zertifikatspflicht

    Die grossen Arbeitgeber in der Schweiz zeigen laut einer Umfrage des «SonntagsBlick» wenig Interesse an einer Zertifikatspflicht für ihre Mitarbeitenden. Die Migros-Gruppe, die rund 90'000 Personen beschäftigt, sieht keinen Bedarf und wird das Zertifikat nicht einfordern. Der Grossverteiler setzt stattdessen auf die bewährten Schutzkonzepte.

    Bei anderen Firmen tönt es ähnlich, so etwa bei den Grossbanken UBS und Credit Suisse. Coop, Nestlé, Novartis, Post, Roche und SBB können noch nicht sagen, ob sie Anpassungen vornehmen werden. Ähnlich äussern sich öffentliche Arbeitgeber. Ab Montag dürfen sie ihre Beschäftigten nach einem Covid-Zertifikat fragen.

    SBB employees are working at a counter in the SBB Travel Centre of the railway station in Zurich Oerlikon, Switzerland, pictured on November 27, 2017. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

SBB-Mitarbeiter arbeiten an einem Schalter des SBB Reisezentrums im Bahnhof Zuerich Oerlikon, aufgenommen am 27. November 2017. (KEYSTONE/Gaetan Bally)
    Die grossen Arbeitgeber zeigen kein grosses Interesse an einer Ausweitung der Zertifikatspflicht im eigenen Unternehmen. Einige wollen jedoch noch nicht abschliessend kommunizieren, so auch die SBB. (Symbolbild)
    Keystone