Eine Beileidskarte zum Geburtstag

Von Carlotta Henggeler

9.4.2021

Bundesrat Alain Berset spricht an einer Medienkonferenz ueber die neusten Entscheide des Bundesrates zur Coronavirus-Pandemie, am Mittwoch 31. Maerz 2021, in Bern. (KEYSTONE/Marcel Bieri)
Ein oft gesehenes Bild: Bundesrat Alain Berset spricht an einer Medienkonferenz über die neusten Entscheide des Bundesrates zur Coronavirus-Pandemie, am Mittwoch 31. März 2021, in Bern. 
KEYSTONE/Marcel Bieri

Heute stehen 49 Kerzen auf dem Kuchen von SP-Bundesrat Alain Berset. Wir hätten ihm als Musikliebhaber gern ein Ständchen geschenkt. Ist aber nicht coronakonform, deshalb verzichten wir darauf. Und schicken ihm stattdessen eine Beileidskarte zum Geburtstag nach Bern.

Von Carlotta Henggeler

9.4.2021

Mit Alphorn und Gejodel von Oesch's die Dritten, so ein richtig urchiges Ständchen hätten wir Ihnen gern zum Jubeltag ins EDI zukommen lassen.

Bestimmt hätte Sie das gefreut. Sie sind ein geselliger Mensch und ein bravouröser Pianist. 

Die Bundesraete Simonetta Sommaruga, links, und Alain Berset spielen zusammen Klavier beim Jubilaeum 125 Jahre SP Schweiz, am Samstag, 7. September 2013 in Bern. (KEYSTONE/Peter Schneider)
Simonetta Sommaruga und Alain Berset musizierten am der 125-Jahr-Feier der SP Schweiz am 7. September 2013 in Bern. 
KEYSTONE/Peter Schneider

Doch die bösen Aerosole, die Sie seit Pandemiebeginn bekämpfen, lassen einen Geburi-Song leider nicht zu. Das wissen wir spätestens seit dem Blasmusik-Shitstorm zu Ueli Maurers 70. im Parlament.

Also kein Ständchen für Sie. Dafür möchten wir Ihnen ganz coronakonform eine Karte zum Jubeltag nach Bern schicken. Allerdings keine fröhliche Geburtstagskarte mit Ballonen, Kuchen oder lustigen Tieren darauf. 

Passenderweise müsste man Ihnen eine Beileidskarte schicken. Das passt besser zur herrschenden Epidemienlage. 

Eine Beileidskarte? Ja, genau. Denn ich möchte nicht in Ihrer Haut stecken. Wenn Sie mit der Geduld eines Primarschullehrers, der Zen-Meditation macht, in den Konferenzen immer zu den gleichen Vorsichtsmassnahmen aufrufen. An die Vernunft des Volkes appellieren, um irgendwie aus dieser Corona-Hölle auszubrechen. Und das stets höflich und mit Ihrem charmanten Accent.

Und dabei von Corona-Skeptikern angefeindet werden, als wären Sie persönlich für die aktuelle Lage verantwortlich.

Auf Ihren Schultern lastet enorm viel Druck. Zum Glück sind Sie athletisch und als Marathonläufer resistenter als andere Menschen. 

Denn nicht einmal der unglaubliche Hulk, Superman und Rambo zusammen könnten wohl dem Druck in der Realität aushalten. 

Seit Corona sei Ihr Alkoholkonsum gesunken, sagten Sie kürzlich im Interview mit Radio SRF3. Können wir verstehen. Aber gönnen Sie sich wenigstens heute mit Ihrer Familie ein Gläschen Schweizer Weisswein … Und vielleicht spielt Simonetta Sommaruga dazu auf dem Klavier? Das würde gehen.