Die griechischen Feuerwehren sind weiterhin im Dauereinsatz: Mit mehr als 600 Kräften bemühten sie sich am Sonntag unterstützt von Kolleginnen und Kollegen aus vielen europäischen Ländern, drei grosse Waldbrände unter Kontrolle zu bringen. Papst Franziskus erinnerte in seiner Ansprache auf dem Petersplatz in Rom an die Opfer der Feuer, die er in seine Gebete einschloss.
Ein Feuer in den Regionen Evros und Alexandroupolis im Nordosten des Landes wütete bereits seit neun Tagen. Die Feuersbrunst, die sich aus mehreren kleineren Bränden zu einem der grössten Waldbrände in der Europäischen Union entwickelte, vernichtete weite Teile eines Waldgebiets und zerstörte Häuser in der Umgebung der Stadt Alexandroupolis. Fast 300 Feuerwehrleute waren an dem Löscheinsatz beteiligt, dazu sieben Flugzeuge und fünf Hubschrauber. Für zwei Dörfer wurden Evakuierungen angeordnet. Der Brand verwüstete bisher nach Angaben des Copernicus-Diensts der Europäischen Union 77’000 Hektar Land.
Drei grosse Brände
Auch ein grosser Waldbrand am nordwestlichen Stadtrand von Athen wütet seit Tagen. Die Flammen griffen bereits auf den Nationalpark Parnitha-Gebirge über, eines der letzten Waldgebiete in der Nähe von Athen. Nach Angaben der Feuerwehr waren 260 Feuerwehrleute, ein Flugzeug und drei Hubschrauber im Einsatz, um die Flammen unter Kontrolle zu bringen.
Der dritte grosse Waldbrand brach am Samstag auf der Kykladeninsel Andros aus und war auch am Sonntag noch nicht eindämmt. 73 Feuerwehrleute, zwei Flugzeuge und zwei Hubschrauber waren im Einsatz, um die Flammen zu löschen. Es wurde vermutet, dass ein Blitzeinschlag das Feuer auslöste.
Böiger Wind erschwert Löscharbeiten
In der vergangenen Woche wurden in Griechenland täglich Dutzende neue Brände gemeldet. Böiger Wind und die trockenen Bedingungen fachten die Flammen an und erschwerten die Brandbekämpfung. Weil die griechischen Feuerwehren ihre Belastungsgrenzen erreichen, bat die Regierung andere europäische Länder um Hilfe. Deutschland, Schweden, Kroatien und Zypern schickten Flugzeuge, während vor Ort rumänische, französische, tschechische, bulgarische, albanische, slowakische und serbische Einsatzkräfte Unterstützung leisteten.
Die Ursache für die derzeit zwei grössten Feuer in Griechenland ist noch unklar. Die Behörden vermuten hinter einigen kleineren Bränden Brandstiftung oder Fahrlässigkeit. Mehrere Verdächtige wurden festgenommen.