Attacke von Trump 23 Länder stellen sich hinter die WHO — und gegen Trump

dpa/tpfi

16.4.2020

US-Präsident Donald Trump hat am Dienstag in Washington den Stopp von US-Zahlungen an die Weltgesundheitsorganisation WHO angekündigt. (Archivbild)
US-Präsident Donald Trump hat am Dienstag in Washington den Stopp von US-Zahlungen an die Weltgesundheitsorganisation WHO angekündigt. (Archivbild)
Bild: Keystone/Martial Trezzini 

US-Präsident Trump hat die WHO für eine Vielzahl von Corona-Toten verantwortlich gemacht — und der Organisation kurzerhand den Geldhahn zugedreht. 23 Länder stellen sich nun demonstrativ hinter die WHO.

23 Länder der von Deutschland initiierten «Allianz für Multilateralismus» haben die Weltgesundheitsorganisation WHO im Streit um deren Rolle in der Corona-Krise demonstrativ unterstützt. In einer gemeinsamen Erklärung betonten die Aussenminister am Donnerstag nach einer Videokonferenz die Bedeutung der globalen Zusammenarbeit und internationalen Organisationen im Kampf gegen die Pandemie. «Wir müssen in unserer Menschlichkeit vereint bleiben», heisst es darin. «Die Covid-19 Pandemie ist ein Weckruf für Multilateralismus.» Man unterstütze den Aufruf der Vereinten Nationen zu globaler Solidarität in der Krise, «und besonders die Rolle der WHO bei der Koordination der Antwort auf die Epidemie im Gesundheitsbereich».

US-Präsident Donald Trump hatte am Dienstag einen Stopp der Beitragszahlungen an die WHO angeordnet. Er machte die Organisation für die vielen Toten in der Krise mitverantwortlich und warf ihr vor, die Epidemie mit Missmanagement und Vertrauen auf Angaben aus China dramatisch verschlimmert zu haben. Seine Regierung werde in den kommenden 60 bis 90 Tagen prüfen, welche Rolle die WHO bei der «schlechten Handhabung und Vertuschung der Ausbreitung des Coronavirus» gespielt habe. So lange lägen die Zahlungen auf Eis. Trumps Schritt stiess international auf Kritik — zudem dem US-Präsidenten selbst vorgeworfen wird, die Krise über eine lange Zeit kleingeredet zu haben.

Die «Allianz für Multilateralismus» war 2018 von Bundesaussenminister Heiko Maas initiiert worden, um die internationale Zusammenarbeit zu stärken. Sie hat keine festen Mitglieder wie die G7 oder G20 und tagt in unterschiedlichen Zusammensetzungen. Das Dokument zur Corona-Krise unterzeichneten neben Maas die Aussenminister von Argentinien, Belgien, Kanada, Chile, Costa Rica, der Dominikanische Republik, Estland, Äthiopien, Finnland, Frankreich, Irland, Indonesien, Italien, Jordanien, Mexiko, den Niederlanden, Norwegen, Peru, Singapur, Südafrika, Schweden und Spanien.

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