Streit um Nil-Wasser Äthiopien produziert jetzt Strom mit Mega-Staudamm

dpa

20.2.2022 - 10:57

Der Grosse Renaissance-Staudamm am 19. Februar 2022. 
Der Grosse Renaissance-Staudamm am 19. Februar 2022. 
Bild: AFP via Getty Images

Äthiopien hat den in Ägypten und Sudan umstrittenen Nil-Staudamm in Betrieb genommen. Eine der 13 Turbinen des Grossen Renaissance-Staudammes (GERD) wurde am Sonntagmorgen in Gang gesetzt und soll etwa 375 Megawatt Strom erzeugen.

20.2.2022 - 10:57

Äthiopien hat den in Ägypten und Sudan umstrittenen Nil-Staudamm in Betrieb genommen. Eine der 13 Turbinen des Grossen Renaissance-Staudammes (GERD) wurde am Sonntagmorgen in Anwesenheit des Regierungschefs Abiy Ahmed in Betrieb genommen, und soll etwa 375 Megawatt Strom erzeugen. Ab jetzt gebe es nichts mehr was Äthiopien stoppen könne, sagte Abiy Ahmed.

Der Staudamm, der im Nordwesten Äthiopiens gebaut wird, soll nach seiner Fertigstellung in zwei bis drei Jahren, der grösste Staudamm Afrikas werden. Nach äthiopischen Angaben soll der Damm künftig bis zu 6500 Megawatt Strom aus Wasserkraft erzeugen. Addis Abeba will mit der 4,6 Milliarden Dollar teuren Talsperre den für die wirtschaftliche Entwicklung benötigten Strom erzeugen, und 60 Prozent der Bevölkerung mit Elektrizität versorgen.



GERD wird auf dem Blauen Nil erbaut und sorgt seit Jahren für Streit zwischen Äthiopien, Ägypten und dem Sudan. Ägypten, das mehr als 90 Prozent seines Wasserbedarfs aus dem Fluss deckt, befürchtet, dass künftig zu wenig Wasser den Nil herabfliessen wird. Die Staaten ringen um ein Abkommen, wie der Stausee zu füllen und der Staudamm zu betreiben ist. 

Der Blaue Nil mündet in Khartum, der Hauptstadt des Nachbarlandes Sudan, in den Weissen Nil. Der Strom heisst dann Nil. Er fliesst dann weiter Richtung Norden durch den Sudan und Ägypten bis ins Nildelta am Mittelmeer.

Satellitenaufnahme des Grossen Renaissance-Staudammes vom 28. Juli 2020.
Satellitenaufnahme des Grossen Renaissance-Staudammes vom 28. Juli 2020.
Bild. Keystone

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