Armenier erinnern an Völkermord im Ersten Weltkrieg

SDA

24.4.2021 - 14:00

Ministerpräsident Nikol Paschinjan (2.v.l) nimmt anlässlich des 106. Jahrestages des Massakers an den Armeniern an einer Gedenkveranstaltung in Eriwan teil. Foto: Tigran Mehrabyan/PAN Photo/dpa
Keystone

In der Südkaukasus-Republik Armenien haben Menschen an die Massaker an Armeniern während des Ersten Weltkrieges im Osmanischen Reich erinnert. Anlässlich des 106. Jahrestags legten der armenische Präsident Armen Sarkissjan und Ministerpräsident Nikol Paschinjan am Samstag am Genozid-Mahnmal Zizernakaberd in der Hauptstadt Eriwan Blumen nieder.

SDA

24.4.2021 - 14:00

Das Thema sorgt immer wieder für Spannungen mit der Türkei, die als Nachfolgerin des Osmanischen Reiches eine Einstufung als Völkermord vehement zurückweist. Eine Anerkennung der Gräueltaten als Genozid durch den Deutschen Bundestag im Jahr 2016 belastete die deutsch-türkischen Beziehungen schwer.

Während des Ersten Weltkriegs waren die christlichen Armenier der Kooperation mit dem Zarenreich verdächtigt und unter anderem auf Todesmärsche in die syrische Wüste geschickt worden. Historiker sprechen von Hunderttausenden bis zu 1,5 Millionen Opfern in den Jahren 1915 und 1916. Die Türkei hält die Zahlen für überzogen und gesteht den Tod von 300 000 bis 500 000 Armeniern während des Ersten Weltkrieges ein. Dutzende Staaten und Organisationen sprechen hingegen von Genozid.

Bereits am Freitagabend hatten sich Tausende Armenier zu einem Gedenkmarsch versammelt. Mit Fackeln zogen sie durch Eriwan und verbrannten dabei auch eine türkische Flagge. Sie verlangten von der Regierung in Ankara, die Massaker an ihrem Volk als ersten Genozid des 20. Jahrhunderts anzuerkennen.

SDA