Begräbnismitarbeiter nach Fotos mit totem Maradona entlassen

dpa/tpfi

27.11.2020

Tausende Fans folgten dem Konvoi mit dem Sarg des verstorbenen Idols Diego Maradona. Drei Begräbnismitarbeiter. gingen zu weit.
Bild: Keystone/EPA/Enrique Garcia Medina 

Drei Mitarbeiter eines Beerdigungsinstituts haben neben dem Leichnam des Fußballidols Diego Maradona für Fotos posiert und sind deshalb entlassen worden. Er sei von der Aktion überrascht worden, versicherte Claudio Fernández am Freitag dem Radiosender Diez.

Auf einem der Fotos ist er zusammen mit seinem Sohn Ismael an Maradonas offenen Sarg zu sehen, der Sohn mit erhobenem Daumen. Ein weiteres Bild zeigt den dritten Mitarbeiter in ähnlicher Pose.

Für viele Argentinier kommen die im Internet verbreiteten Bilder der toten Fußballikone einem Sakrileg gleich. Es gab wutentbrannte Kommentare. Fernández sagte, er habe sogar Todesdrohungen erhalten. «Die kennen mich. Ich bin aus der Nachbarschaft», sagte der Vater aus dem Viertel El Paternal, wo Maradona 1976 beim Club Argentinos Juniors seine Profilaufbahn begonnen hatte. «Die sagen, sie werden uns umbringen.»

Maradona war am Mittwoch im Alter von 60 Jahren an einem Herzinfarkt gestorben. Vor der Beisetzung einen Tag später gab es chaotische Szenen, weil Tausende Fans vergeblich versucht hatten, sich am Sarg zu verabschieden, der im Präsidentenpalast aufgebahrt gewesen war.

Fernández beteuerte, er habe von den Plänen der anderen beiden kurz vor der Beerdigung nichts gewusst und erst recht nichts davon, dass die Bilder im Internet verbreitet werden sollten. «Es war etwas Unmittelbares. Ich habe bloss meinen Kopf gehoben und mein Sohn hat reagiert, wie jedes Kind von 18 Jahren.»

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