Afghanistan Bekannter afghanischer Journalist Sarwari ausser Landes

SDA

23.8.2021 - 10:24

ARCHIV - Bilal Sarwari, einer der bekanntesten afghanischen Journalisten, sitzt in seinem Büro in Kabul. Einer von Afghanistans bekanntesten Journalisten, Bilal Sarwari, hat nach der Machtübernahme der militant-islamistischen Taliban das Land verlassen. Foto: Arne Immanuel Bänsch/dpa
ARCHIV - Bilal Sarwari, einer der bekanntesten afghanischen Journalisten, sitzt in seinem Büro in Kabul. Einer von Afghanistans bekanntesten Journalisten, Bilal Sarwari, hat nach der Machtübernahme der militant-islamistischen Taliban das Land verlassen. Foto: Arne Immanuel Bänsch/dpa
Keystone

Einer von Afghanistans bekanntesten Journalisten, Bilal Sarwari, hat nach der Machtübernahme der militant-islamistischen Taliban das Land verlassen.

23.8.2021 - 10:24

In einem auf Twitter veröffentlichten Video sagte Sarwari unmittelbar vor seinem Abflug, er und seine Familie hätten nur wenige Sachen mitnehmen können.

«Ich habe alles zurückgelassen, wofür ich seit mehr als 20 Jahren gearbeitet habe. Das ist niederschmetternd – vorsichtig formuliert.» Offen war zunächst, wo der zuhause ausgezeichnet vernetzte Journalist künftig eben will.

Sarwari sagte weiter, er habe sich nie vorstellen können, seine Heimat zu verlassen. Nun sei die Situation jedoch «ausser Kontrolle». Viele Menschen müssten ihre Hoffnungen, Träume und Lebenspläne begraben. Es breche ihm das Herz zu sehen, wie viele gut ausgebildete Menschen ins Ausland müssten. Zugleich äusserte er die Hoffnung, dass die Taliban aus Fehlern der Vergangenheit gelernt haben. Sie müssten verstehen, dass sie nun nicht länger eine Schattenregierung seien, sondern grosse Verantwortung trügen und den Übergang vom Kämpfen zum Regieren schaffen.

Auf Twitter folgen Sarwari mehr als 187 000 Menschen. Auch viele westliche Journalisten vertrauen auf seine Expertise. Zwischen Berichten über Terroranschläge, gezielte Tötungen oder Angriffe auf Militärstützpunkte berichtete er immer auch über Seiten des Landes, die man selten zu sehen bekam. Mit dem Hashtag #Afghanistanyouneversee versah er Tweets über die Wassermelonen-Ernte, Fotos von Kindern beim Cricket-Spiel oder Bilder über die Naturschönheiten des Landes.

SDA