USA treten aus WHO aus – Parmelin rechnet mit weiteren Hiobsbotschaften aus Wirtschaft

Agenturen/red

7.7.2020 - 22:00

Das Wichtigste im Überblick:

  • Inmitten der Corona-Krise treten die USA offiziell aus der WHO aus.
  • Wirtschaftsminister Parmelin rechnet angesichts der anhaltenden Coronavirus-Pandemie mit mehr Hiobsbotschaften aus der Wirtschaft.
  • In der Schweiz und in Liechtenstein sind innerhalb eines Tages 54 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus gemeldet worden.
  • In Japan leiden fast ein Drittel aller Ärzte, Krankenschwestern und anderer medizinischer Mitarbeiter unter depressiver Stimmung.

Die USA machen ernst: Inmitten der Corona-Krise erklärte das Land offiziell seinen Austritt aus der Weltgesundheitsorganisation WHO. Der Schritt soll in einem Jahr, am 6. Juli 2021, in Kraft treten.

Das Coronavirus verbreitet sich unterdessen weiter. Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität vom Dienstagabend lag die Zahl der Menschen, die sich weltweit mit dem Virus infiziert haben, bei knapp 11,7 Millionen. Die Zahl der Toten stieg auf mehr als 540.000.

Nach den USA mit fast drei Millionen Infizierten ist Brasilien das am zweitstärksten von der Pandemie betroffene Land. Hier wurden bislang mehr als 1,6 Millionen Infektionen bestätigt, mindestens 65.000 Menschen starben. Am Dienstagabend wurde bekannt, dass auch der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro positiv auf das Coronavirus getestet wurde.

In der Schweiz und in Liechtenstein meldete das BAG am Dienstagmittag 54 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus innerhalb eines Tages. Damit bleibt die Zahl erneut deutlich unter 100. Am Vortag waren noch 47 neue Fälle registriert worden, am Wochenende deutlich mehr.

Der Schweizer Wirtschaftsminister Guy Parmelin rechnet angesichts der anhaltenden Coronavirus-Pandemie mit mehr Hiobsbotschaften aus der Wirtschaft. Es werde bestimmt weitere Ankündigungen geben wie etwa jene aus dem Ausland des Flugzeugherstellers Airbus über den Abbau von 15'000 Stellen.

22.00 Uhr: Wir beenden unseren heutigen Ticker

20.33 Uhr: USA treten offiziell aus WHO aus

Die Vereinten Nationen haben den Eingang einer Erklärung der USA über den geplanten Austritt aus der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bestätigt. UN-Generalsekretär António Guterres sei am Montag entsprechend informiert worden, sagte sein Sprecher Stephane Dujarric am Dienstag in New York. Der Austritt solle demnach am 6. Juli 2021 in Kraft treten. Guterres prüfe derzeit gemeinsam mit der WHO, ob die Konditionen für einen solchen Austritt vorlägen.

Die USA sind seit dem 21. Juni 1948 Mitglied der WHO. In der damaligen Resolution des US-Kongresses zum Beitritt zur WHO hiess es, dass die USA sich das Recht für einen Rückzug vorbehielten - allerdings mit einer zwölfmonatigen Kündigungsfrist. Voraussetzung ist demnach auch, dass die USA alle ausstehenden Beiträge an die WHO gezahlt haben.

19.51 Uhr: Zunehmende Hinweise auf Corona-Übertragung in der Luft über mehrere Meter

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht zunehmende Indizien dafür, dass sich das neuartige Coronavirus auch über mehrere Meter hinweg in der Luft übertragen kann. WHO-Expertin Benedetta Allegranzi sprach am Dienstag von möglichen Beweisen für diese These. Sie forderte die Mitgliedstaaten auf, «offen» für diese Erkenntnisse zu sein – und für «die Vorsichtsmassnahmen, die getroffen werden müssen».

Eine Gruppe aus 239 internationalen Wissenschaftlern hatte zuvor angesichts der weltweiten Lockerungen bei den Corona-Einschränkungen Alarm geschlagen und auf Studien verwiesen, wonach sich das neuartige Coronavirus auch über einen Abstand von mehr als zwei Metern in der Luft übertragen kann.

In einem am Montag in der Fachzeitschrift «Clinical Infectious Diseases» veröffentlichten Artikel warnten die Experten davor, dass sich das Virus über «kleine bis mittlere Distanzen» in der Luft übertragen könne. Diese Distanzen reichten von «mehreren Metern bis zur Grösse eines Raums». Zwar seien häufiges Händewaschen und Abstandsregeln «angemessene» Massnahmen, schrieben die Wissenschaftler. Zugleich seien sie aber unzureichend, um ausreichenden Schutz vor Mikrotröpfchen zu gewährleisten, die als Aerosole in der Luft schweben und das Virus in sich tragen können.

19.12 Uhr: Gesundheitsminister diskutieren über Grippesaison

Die Bewältigung der Grippesaison stellt das Gesundheitswesen vor dem Hintergrund der Covid-19-Therapie vor besondere Herausforderungen. Deshalb diskutierten die deutschsprachigen Gesundheitsministerinnen und -minister über die Verteilung von Grippeimpfstoffen.

Auch die Versorgung mit einem möglichen künftigen Impfstoff gegen das Coronavirus war Thema bei dem traditionellen Treffen am Dienstagabend, das dieses Jahr virtuell stattfand. Die Minister wiesen darauf hin, dass eine frühzeitige und sorgfältige Vorbereitung auf die nächste Grippesaison wichtig ist, um einer Überlastung des Gesundheitswesens entgegen zu wirken. Wie das Eidgenössische Departement des Innern weiter mitteilte, unterstrich die Ministerrunde in der Schlusserklärung die Wichtigkeit der internationalen Zusammenarbeit bei der Bekämpfung von Pandemien.

Die deutschsprachigen Gesundheitsministerinnen und -minister treffen sich seit 2013 jährlich. Das diesjährige virtuelle Treffen fand auf Einladung von Rudolf Anschober, dem österreichischen Bundesminister für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz, statt. Die fünf teilnehmenden Länder Österreich, Deutschland, Liechtenstein, Luxemburg und die Schweiz stehen aufgrund ihrer ähnlichen Gesundheitssysteme vor vergleichbaren Herausforderungen.

Alain Berset diskutierte mit seinen deutschsprachigen Kollegen am Dienstag über die Coronakrise (Archivbild).
Bild: Keystone

18.56 Uhr: Krise vernichtet laut UN jahrzehntelangen Fortschritt

Die weltweite Corona-Pandemie wirft die Menschheit in Armutsbekämpfung, Gesundheitswesen und Bildung nach einem neuen UN-Bericht um Jahrzehnte zurück. Bereits Ende des vergangenen Jahres habe die Menschheit beim Erreichen der bis 2030 definierten UN-Nachhaltigkeitsziele hinterhergehangen, erklärten die Vereinten Nationen am Dienstag. «Wegen Covid-19 bedroht nun eine nie gesehene Gesundheits-, Wirtschafts- und Gesellschaftskrise Leben und Existenzgrundlagen, was das Erreichen der Ziele noch herausfordernder macht», sagte UN-Generalsekretär António Guterres am Dienstag.

Unter anderem würden voraussichtlich 71 Millionen Menschen in diesem Jahr wieder in Armut zurückfallen, heisst es in der neuesten Ausgabe des jährlichen UN-Berichts zu den 17 Nachhaltigkeitszielen, die sich die Weltgemeinschaft 2015 gegeben hatte. Es wäre der erste Anstieg seit 1998. Auch bei der Kinderarbeit könnte es erstmals seit Jahrzehnten wieder einen Anstieg geben. Die UN sagen zudem weltweit Hunderttausende Tote durch Probleme bei Gesundheits- und Impfversorgung voraus. Überproportional oft seien weltweit Arme, Menschen mit Behinderungen und häufig auch Frauen von der Corona-Krise betroffen.

18.25 Uhr: Gebremste Swisscovid-App

Der Run auf die Swisscovid-App hat offenbar einen Gipfelpunkt erreicht. Am Montagabend lag die Zahl der aktivierten Apps bei 1'019'830. In den vorangegangenen fünf Tagen betrug der Zuwachs noch knapp 30'000, wie aus den aktuellsten Zahlen des Bundesamtes für Statistik (BFS) hervorgeht.

17.45 Uhr: Parmelin rechnet mit weiteren Hiobsbotschaften aus der Wirtschaft

Der Schweizer Wirtschaftsminister Guy Parmelin rechnet angesichts der anhaltenden Coronavirus-Pandemie mit mehr Hiobsbotschaften aus der Wirtschaft. Es werde bestimmt weitere Ankündigungen geben wie etwa jene aus dem Ausland des Flugzeugherstellers Airbus über den Abbau von 15'000 Stellen.

Solche Neuigkeiten seien Grund zur Sorge, schrieb Parmelin in einem am Dienstag auf seinem Blog veröffentlichten Eintrag. Unter den Zulieferern des europäischen Flugzeugbauers befänden sich auch Schweizer Unternehmen. Solche Entwicklungen im Ausland hätten somit auch Folgen für die Schweiz.

Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) beobachte die Situation aufmerksam und halte den Bundesrat auf dem Laufenden. Die Wirtschaft erhole sich insbesondere im Dienstleistungsbereich, schrieb der Vorsteher des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) weiter. Für die Industrie bleibe die Lage jedoch angespannt.

17.13 Uhr: Aktuelle Zahlen zur Corona-Pandemie

17.05 Uhr: Konsumenten wollen Einkaufsgewohnheiten ändern

Gut ein Drittel der Schweizer Konsumenten wollen laut einer Studie des Beratungsunternehmens Alvarez & Marsal (A&M) ihre Einkaufsgewohnheiten infolge der Coronakrise nachhaltig ändern. Dazu setzen sie auf bewusstere Kaufentscheide und weniger Ladenbesuche.

Konkret beabsichtigen laut der am Dienstag veröffentlichten Studie 34 Prozent der Schweizer Konsumenten ihre Einkaufsgewohnheiten neuen Vorstellungen anzupassen. Dazu wollen die Befragten insbesondere die Häufigkeit ihrer Ladenbesuche reduzieren und gleichzeitig mehr Online-Käufe tätigen, aber auch einen «durchdachteren» Konsumansatz wählen.

Die Befragung kommt zum Schluss, dass 41 Prozent der Konsumenten bereits heute Produkte nur noch online kaufen, die sie früher ausschliesslich in Geschäften erworben haben. Daher geht A&M davon aus, dass 2020 infolge der Corona-Pandemie die Online-Verkäufe um 320 Millionen Franken im Vergleich Vorjahr ansteigen werden.

16.29 Uhr: Filmfestspiele Venedig sollen stattfinden

Trotz Corona-Pandemie geht die Show weiter: Die Filmfestspiele von Venedig werden ihr Programm im September lediglich verkleinern und nicht absagen. Statt 55 sollten 50 Filme in die Auswahl kommen, teilten die Organisatoren der 77. Ausgabe des Festivals  mit. Gezeigt werden sollen die Werke in den traditionellen Veranstaltungsorten, aber auch in zwei Aussenanlagen.

Die Mostra ist vom 2. bis zum 12. September geplant. Wird der Zeitplan eingehalten, wäre es das erste grosse Filmfestival, seit die Corona-Pandemie Mitte März die gesamte Branche praktisch zum Erliegen gebracht hat. Die Filmfestspiele könnten eine optimistische Botschaft an die Welt des Kinos aussenden, «die sehr unter dieser Krise gelitten hat», sagte Festivaldirektor Alberto Barbera.

14.30 Uhr: So bestraft man Maskenmuffel

Der indische Bundesstaat Gwalior ergreift originelle Massnahmen, um jene Bürger zu bestrafen, die sich nicht an den dortigen Maskenzwang halten: Wer ohne Gesichtsschutz erwischt wird oder die Abstandsregeln nicht einhält, muss in der Praxis lernen, warum die Regeln so wichtig sind.

Wie das geht? Ganz einfach: Die Delinquenten müssen drei Tage freiwillige Arbeit leisten. Entweder sie schuften in einem Spital oder sie müssen Dienst an Polizei-Strassensperren schieben, berichtet «New India Express». Und eine Busse müssen die Corona-Ignoranten auch noch zahlen.

14 Uhr: Elton John und Deep Purple verschieben Konzert

Die Coronakrise hält die Konzertveranstalter weiterhin auf Trab. Für die britische Rockband Deep Purple sowie ihren Landsmann Elton John ist immerhin jetzt schon klar: Ihre Tourneen können um ein Jahr verschoben werden. Betroffen sind demnach auch die Schweizer Shows.

Das Zürcher Konzert der «Whoosh!»-Tour von Deep Purple findet neu am 21. Oktober 2021 im Zürcher Hallenstadion statt. Wie die Veranstalter am Dienstag mitteilten, behalten die bereits erworbenen Tickets für das abgesagte Konzert vom 20. Oktober 2020 ihre Gültigkeit. Der Vorverkauf für zusätzliche Tickets startet per sofort.

Auch der britische Musiker Elton John hat alles daran gesetzt, seine «Farewell Yellow Brick Road» im nächsten Jahr nachholen zu können. Er kommt nun am 6. Oktober 2021 anstatt am 7. Oktober 2020 ins Zürcher Hallenstadion. Auch diese Tickets sind weiterhin gültig.

13.30 Uhr: Melbourne muss wieder in den Lockdown

Australiens Millionen-Metropole Melbourne geht wegen eines starken Anstiegs der Corona-Infektionen erneut in einen sechswöchigen Lockdown. Die zweitgrösste Stadt des Landes hatte erst ab Anfang Juni langsam die Wirtschaft wieder geöffnet. Nun treten ab Mittwoch um Mitternacht wieder strikte Ausgangssperren in Kraft, wie der regionale Regierungschef Daniel Andrews am Dienstag mitteilte. Am selben Tag hatten die Gesundheitsbehörden 191 Neuinfektionen bestätigt, einer der höchsten Anstiege innerhalb eines Tages in Australien seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie.

«Wir müssen realistisch über die Umstände, mit denen wir konfrontiert sind, sein», sagte Andrews. Die Frustration habe scheinbar zu einer gewissen Nachlässigkeit geführt. «Ich denke, jeder von uns weiss, dass wir keine andere Wahl haben als diese sehr sehr schwierigen Schritte zu ergreifen», fügte der Regierungschef hinzu. In Melbourne, der Hauptstadt des Bundesstaates Victoria, dürfen die Bürger nun unter dem erneuten Lockdown bis mindestens 19. August nicht das Haus verlassen – ausser zum Einkaufen von Lebensmitteln, zu Arzt- und Pflegebesuchen, zur Ausübung körperlicher Fitness oder um zu arbeiten. Gäste dürfen zu Hause nicht empfangen werden.

Cafés und Restaurants müssen zum Take-Away-Verkauf zurückkehren, Gottesdienste gibt es nur noch online, Hochzeiten sind auf fünf Menschen beschränkt, Beerdigungen auf zehn, wie die Zeitung «The Age» berichtete. Ausserdem bleiben Schulen in den betroffenen Gebieten, die nächste Woche öffnen sollten, geschlossen.

Die rund fünf Millionen Bewohner können ausserdem ihre Stadt nicht verlassen. Bereits am Montag hatte die Regionalregierung bekannt gegeben, dass die Grenze zwischen den beiden bevölkerungsreichsten Bundesstaaten Victoria und New South Wales wegen der steigenden Corona-Zahlen geschlossen wird. Das Militär ist mobilisiert, um die Polizei bei der Durchsetzung der Ausgangsbeschränkungen zu unterstützen. Unter anderem sollen Strassensperren errichtet werden, um Bürger am Verlassen der Region zu hindern, schrieb die Zeitung «Sydney Morning Herald».

Die Ordnungskräfte würden zudem eine Software zur Erkennung von Nummernschildern einsetzen, mit denen die Herkunft von Fahrzeugen überprüft werden kann. Man müsse die Situation so ernst nehmen wie man in Australien auch Buschfeuer ernst nehme. Es gehe um «Leben und Tod», sagte Andrews. Am Dienstag lag die Zahl bestätigter Corona-Fälle in ganz Australien mit seinen 25 Millionen Einwohnern bei 8'755. Landesweit sind 106 Menschen in Zusammenhang mit Covid-19 gestorben.

12.55 Uhr: Swiss-Mutter Lufthansa auf Sparkurs

Nach Vereinbarung des staatlichen Rettungspakets hat der Swiss-Mutterkonzern Lufthansa weitere Einsparungen beschlossen. So soll die Anzahl der Führungsposten etwa durch eine Verkleinerung von Leitungsgremien der Tochterunternehmen um 20 Prozent reduziert werden.

In der Verwaltung werden zudem 1'000 Stellen gestrichen, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Die schon angekündigte Flottenverkleinerung werde umgesetzt. Bis 2023 werde mit der Abnahme von maximal 80 neuen Flugzeugen für die Flotten der Airline-Gruppe das Investitionsvolumen für Neuanschaffungen halbiert. Zu dem Kostensenkungsplan gehört auch, dass die Kernmarke Lufthansa eine eigenständige Gesellschaft werden soll.

Im Bild: Trübe Aussichten für Lufthansa und Swiss.
Symbolbild: Keystone

Die Lufthansa musste wegen des Geschäftseinbruchs infolge der Pandemie mit einem neun Milliarden Euro schweren staatlichen Finanzpaket vor der Pleite bewahrt werden. Die Airline-Gruppe hat dem Vorstand zufolge langfristig 22'000 Vollzeitstellen Personalüberhang, weil das Management von einer dauerhaft kleineren Flotte ausgeht. Vereinbarungen mit Gewerkschaften zu Kostensenkungen sollen verhindern, dass die betroffenen Beschäftigten entlassen werden müssen.

An dem Rettungspakete für die Lufthansa hängen auch staatliche Hilfen für die Tochter Swiss: Die Schweiz bürgt im Umfang von 1,275 Milliarden Franken für Kredite. Diese werden ausgezahlt, wenn der Deal für die Lufthansa vom Stabilisierungsfonds der deutschen Regierung abgesegnet ist. Der Businessplan für die Kreditvergabe an die Swiss sieht Kostensenkungen von etwas weniger als 20 Prozent vor.

12.30 Uhr: 54 Neuinfektionen in der Schweiz

In der Schweiz und in Liechtenstein sind innerhalb eines Tages 54 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Damit bleibt die Zahl erneut deutlich unter 100. Die Fallzahlen unterliegen einer wöchentlichen Schwankung mit tieferen Zahlen am Wochenende. Insgesamt gab es bisher 32'369 laborbestätigte Covid-19-Fälle, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) mitteilte.

Am Montag waren 47 neue Fälle gemeldet worden, am Sonntag 70 und am Samstag 97 Fälle. In den letzten drei Wochentagen der vergangenen Woche waren jeweils über hundert Fälle gemeldet worden, mit einem Spitzenwert von 137 gemeldeten Neuansteckungen am Mittwoch.

Bisher starben gemäss den Angaben 1'686 Menschen, die positiv auf Covid-19 getestet worden waren. Das BAG bezieht sich auf die Meldungen, die die Laboratorien sowie Ärztinnen und Ärzte im Rahmen der Meldepflicht bis am Dienstagmorgen übermittelt hatten. In Spitalpflege befinden sich 4'061 Personen, drei mehr als am Vortag.

Die Zahl der durchgeführten Tests auf Sars-CoV-2, den Erreger von Covid-19, beläuft sich bisher auf insgesamt 641'982. Bei sechs Prozent dieser Tests fiel das Resultat positiv aus. Von Montag auf Dienstag wurden dem BAG 5'585 neue Tests gemeldet.

12.10 Uhr: Mehr private Schulden 

Beratungsstellen schlagen Alarm: Wer schon mit Schulden in die Krise gestartet ist, landet schnell in einer Überschuldung. Gemäss Bundesamt für Statistik (BFS) lebten bereits 2017 mehr als vier von zehn Schweizern in einem Haushalt, der Schulden in irgendeiner Form hatte – Hypotheken für den eigenen Wohnsitz ausgeklammert. Dabei sind Zahlungsrückstände die häufigste Verschuldungsart in der Schweiz.

So konnten 18,9 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer 2017 mindestens einmal pro Jahr zum Beispiel ihre Steuerrechnung, die Krankenkassenprämie oder die Miete nicht begleichen. Und 14,6 Prozent der Haushalte hatte Schulden in Form von Auto-Leasingraten. Dahinter folgten Darlehen von der Familie oder von Freunden (10,3%) sowie Klein- oder Konsumkredite (9,0%).

In der Schweiz ist der Kauf eines Autos der wichtigste Grund, einen Konsumkredit aufzunehmen. Und die Covid-19-Pandemie hat die Nachfrage nach Autokrediten zuletzt in die Höhe getrieben. Die Menschen meiden den öffentlichen Verkehr und steigen auf individuelle Transportmittel um. Nach Ende des Lockdown kletterte die Nachfrage nach einem Darlehen für den Autokauf Anfang Juni um satte 36 Prozent.

Sie lag damit – nach einem Rückschlag im März – wieder über dem Vorkrisenniveau, erklärte jüngst Credaris, ein Partner des Online-Vergleichsdienstes Comparis. Statt ein Auto zu kaufen, kann es auch geleast werden. Der Schweizerische Leasingverband (LSV) zählte per Ende 2019 Autoleasing-Verträge von Privatpersonen im Gesamtwert von fast 10 Milliarden Franken. Der durchschnittliche Betrag pro Auto lag bei 34'500 pro Auto.

12 Uhr: Flächendeckende Tests in Sommer-Rekrutenschule

Die Schweizer Armee hat zum Start der Sommer-Rekrutenschule alle 11'828 eingerückten Rekruten und das Kader auf das Coronavirus testen lassen. Laut Armee fielen 38 Tests positiv aus, was einem Anteil von 0,3 Prozent entspricht.

Mehrere Personen mit Symptomen seien gar nicht erst eingerückt, teilte die Armee am Dienstag mit. Die 38 positiv getesteten Armeeangehörigen seien in eine zehntägige Isolation in Einrichtungen des Sanitätsdienstes der Armee geschickt worden. Die Tests wurden innert 48 Stunden nach dem Einrücken durchgeführt.

482 junge Rekruten rücken am 29. Juni in Airolo in die Sommer-Rekrutenschule ein.
Bilkd: Keystone

73 Armeeangehörige hatten engen Kontakt mit den Infizierten und wurden für ebenfalls zehn Tage unter Quarantäne gestellt. Sie sind in einem von der restlichen Truppe abgesonderten Bereich untergebracht, wo die Ausbildung der Rekruten weiterhin möglich ist. Die engen Kontakte sowohl in der Armee als auch im zivilen Bereich seien in Zusammenarbeit mit den kantonalen Gesundheitsbehörden nachverfolgt worden.

Mit den flächendeckenden Tests schuf die Armee nach eigenen Angaben eine «weitgehend vollständige Erfassungsbasis eines ganzen Jahrgangs». Die zivilen Behörden würden so einen «einzigartigen Überblick» über die Coronavirus-Infektionen bei Personen im dienstpflichtigen Alter erhalten.

11.30 Uhr: EU-Kommission sagt tiefere Rezession voraus

Die EU-Kommission rechnet wegen der Coronavirus-Pandemie mit einem deutlich tieferen wirtschaftlichen Einschnitt als zunächst angenommen. In diesem Jahr werde die Wirtschaftsleistung aller 27 Mitgliedsländer um 8,3 Prozent zurückgehen, erklärte die Kommission am Dienstag. Für das kommende Jahr rechne man dann mit einem Wachstum von 5,8 Prozent. Doch Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni warnte: «Der Weg zur Erholung ist immer noch mit Unsicherheiten gepflastert.»

Im Mai hatte die Kommission den Rückgang 2020 noch auf 7,5 Prozent und die Erholung im kommenden Jahr auf 6,0 Prozent geschätzt. Gentiloni begründete die schlechtere Prognose damit, dass die wegen der Pandemie erlassenen Auflagen langsamer gelockert würden, als zunächst angenommen.

Die Eurozone bekam eine noch schlechtere Prognose. Deren 19 Mitgliedsländern sagte die Kommission einen Rückgang von 8,7 Prozent in diesem Jahr voraus. 2021 solle es dann um 6,1 Prozent aufwärts gehen. Im Mai hatte die Kommission hier noch mit 7,8 Prozent Rückgang in diesem Jahr und einem Plus von 6,3 Prozent 2021 gerechnet.

11 Uhr: Indien mit mehr als 700'000 Infektionen

Die Coronavirus-Pandemie hat in Indien traurige Werte überschritten. Das Land meldete am Dienstag mehr als 22'000 Neuinfektionen, womit die Gesamtzahl die Marke von 700'000 überschritt. In den vergangenen 24 Stunden seien zudem 467 Infizierte gestorben. Die Gesamtzahl stand somit bei 20'160. Neuinfektionen und Todesfälle nehmen in Indien derzeit in grossen Tempo zu. Das Land mit seinen 1,3 Milliarden Einwohnern ist nach den USA und Brasilien weltweit am stärksten von der Pandemie betroffen.

10.30 Uhr: Covid in der Schweiz 

10 Uhr: Pubs wieder geschlossen

Kurz nach der Wiederöffnung sind mehrere Pubs in England wegen Coronavirus-Infektionen von Gästen wieder geschlossen worden. Betroffen sind mindestens drei Kneipen in Burnham-on-See an der Südwestküste, in Batley im nördlichen England und in Alverstoke im Süden.

Die Pubs seien gründlich gereinigt und die Mitarbeiter getestet worden, teilten die Betreiber in sozialen Medien mit. Nach mehr als dreimonatiger Schliessung wegen der Pandemie durften am vergangenen Samstag die beliebten Kneipen im grössten Landesteil Grossbritanniens wieder öffnen. Es gelten strenge Auflagen, beispielsweise müssen Pub-Besucher ihre Kontaktdaten hinterlassen. Bestellungen dürfen nur am Tisch oder per App aufgenommen werden.

Kritiker halten die Lockerungen für viel zu früh. Denn Grossbritannien ist das am schlimmsten vom Coronavirus-Ausbruch betroffene Land in Europa. Jeder Landesteil kann über seine eigenen Massnahmen im Kampf gegen die Pandemie entscheiden.

9.30 Uhr: Wegen Corona – Trudeau sagt Trump-Treffen ab

Kanadas Premierminister Justin Trudeau wird nicht am für Mittwoch und Donnerstag geplanten Treffen mit US-Präsident Donald Trump und dessen mexikanischem Amtskollegen Andrés Manuel López Obrador teilnehmen. Dies bestätigte das Büro des kanadischen Regierungschefs. Anlass des Treffens ist das neue nordamerikanische Freihandelsabkommens USMCA, das am Mittwoch in Kraft trat. Trudeau werde stattdessen wegen Parlaments- und Kabinettssitzungen in Ottawa sein, zitierten kanadische Medien eine Sprecherin.

Vor der offiziellen Absage hatte Trudeau Bedenken geäussert. «Wir sind natürlich besorgt über den Vorstoss zu Zöllen auf Aluminium und Stahl, den die Amerikaner kürzlich vorgebracht haben», hatte Trudeau am Freitag auf eine Frage zum geplanten Treffen gesagt. Man sei auch «besorgt über die Gesundheitssituation und die Realität des Coronavirus» in den USA, Kanada und Mexiko.

Aus Sorge vor einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus hatte Kanada Ende Juni angekündigt, die Grenze zum Nachbarland USA einen weiteren Monat weitgehend geschlossen zu halten. Sie soll frühestens erst nach dem 21. Juli wieder öffnen. Die zeitweisen Grenzschliessungen waren Ende März in Kraft getreten und schon zweimal verlängert worden.

USMCA löst den 1994 abgeschlossenen nordamerikanischen Freihandelspakt Nafta ab. Das Abkommen betrifft fast 500 Millionen Menschen und deckt ein Gebiet mit einer Gesamtwirtschaftsleistung von rund 23 Billionen Dollar ab. Die Partnerländer tauschten 2018 Waren und Dienstleistungen im Wert von rund 1,4 Billionen Dollar aus.

8.45 Uhr: Deutscher Tüv lässt Schweizer Masken durchfallen

Atemschutzmasken «made in Switzerland» sind bei einer ersten Prüfung des Tüv Nord durchgefallen. Es sei kein formaler, sondern ein technischer Grund gewesen, sagte der Leiter des Labors bei Tüv Nord, Dirk Grenschen, dem Schweizer Sender SRF in einem Beitrag, der am Dienstag ausgestrahlt wurde. Welche Mängel das Institut beanstandete, sagte er nicht. Es müssten Verbesserungen an der Maske vorgenommen werden.

Die Firma Flawa in Flawil 70 Kilometer östlich von Zürich hatte bereits über den Rückschlag informiert. Von rund 40 Prüfkriterien sei ein Punkt der Produktion moniert worden. Die Firma machte geltend, dass sie innerhalb kürzester Zeit ein neues Geschäftsfeld hätte aufbauen müssen. Verbessertes Material sei bereits eingereicht worden. Die Prüfung inklusive Bericht braucht nach Angaben von Grenschen etwa zwei Wochen.

Die Schweizer Produktion hätte eigentlich schon im April anlaufen sollen. Avisiert waren zu dem Zeitpunkt bereits 64'000 Masken pro Tag. Die Schweiz hatte zu Beginn der Corona-Krise angesichts des Mangels an Schutzmasken den Aufbau einer eigenen Produktion beschlossen. Die Lieferung der Maschinen aus China verzögerte sich aber.

Die Maschinen produzierten bereits seit Anfang Juni, weil das Unternehmen nicht mit nötigen Nachbesserungen rechnete. Die bereits produzierten Masken kämen nicht in den Verkauf, sondern würden nun intern, etwa für Mitarbeiter, verwendet, sagte Unternehmenssprecher Alfredo Schilirò der dpa am Dienstag.

8.30 Uhr: Kündigung wegen Fahrlässigkeit denkbar

Wer sich als Arbeitnehmer fahrlässig in Gefahr begibt, weil er in der Pandemie im Ausgang in Clubs geht, riskiert eine Kündigung. Das sagte Roger Rudolph, Professor für Arbeitsrecht an der Universität Zürich, gegenüber «20 Minuten»: «Wenn das Verhalten des Arbeitnehmers als fahrlässig bezeichnet und die Quarantäne als von ihm verschuldet angesehen werden muss, wird er sich gegen eine Kündigung kaum wehren können.» Wer dagegen wegen eines Restaurantbesuchs in Quarantäne muss und dann von seinem Arbeitgeber gefeuert wird, habe gute Chancen, die Entlassung anzufechten. Das gelte auch für eine Infektion im ÖV.

Der Zürcher Club Hive am 3. Juli.
Bild: Keystone

8 Uhr: Gesteigerter Alkoholkonsum

Eine Studie des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim in Kooperation mit dem Klinikum Nürnberg zeigt, dass der Alkoholkonsum bei rund einem Drittel der Erwachsenen seit Beginn der Corona-Krise gestiegen ist. 35,5 Prozent der mehr als 3'000 Teilnehmenden gaben bei der anonymen Online-Umfrage an, während der Covid-19-Pandemie mehr oder viel mehr Alkohol getrunken zu haben als zuvor.

Die Erhebung ist nicht repräsentativ, liefert aber erste Erkenntnisse über die Konsumgewohnheiten während der coronabedingten Ausgangsbeschränkungen. Unterdessen berichten deutsche Suchtberatungsstellen und Selbsthilfegruppen von deutlich mehr Interessenten: «Die Frequenz bei den Anrufen und bei den schriftlichen Anfragen, dem sogenannten Erste-Hilfe-Button, hat deutlich zugenommen», sagt Peter K. von den Anonymen Alkoholikern.

«Risikofaktoren für eine Vermehrung des Konsums waren zum Beispiel der Wechsel des Arbeitsstatus, etwa ins Homeoffice, ein hohes gefühltes Stressniveau und Zweifel daran, dass die Krise gut gemanagt wird», sagt Anne Koopmann vom ZI in Mannheim. Menschen mit einem hohen Stresslevel und geringerem sozialen Status gaben demnach eher an, in der Krise mehr Alkohol zu trinken. Menschen in systemrelevanten Berufen, die weiter arbeiten konnten, tranken den Angaben zufolge dagegen eher weniger oder behielten ihren Konsum bei.

«Die Corona-Krise ist für viele Menschen auch eine emotionale Krise: Sowohl gesundheitsbezogene als auch finanzielle Sorgen und Ängste sind für viele Menschen sehr präsent. Alkohol ist ein Mechanismus, eine kurzfristige Linderung dieser Sorgen zu erleben», erklärte Koopmann. Das könnte auch erklären, warum der Konsum bei Menschen mit einem niedrigeren sozialen Status ausgeprägter war. «Hier mehren sich die Sorgen und es gibt weniger Kompensationsmöglichkeiten.»

3.03 Uhr: Bolsonaro hat Corona-Symptome – Test

Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro hat sich einem Test auf das Coronavirus unterzogen. Der Staatschef habe am Montag Symptome gezeigt und sich daraufhin in einem Militärhospital in der Hauptstadt Brasília untersuchen lassen, berichtete das Nachrichtenportal UOL. Er habe eine Röntgenaufnahme seiner Lunge anfertigen lassen und einen Corona-Test gemacht. Entgegen seiner Gewohnheit trug er bei seiner Rückkehr aus der Klinik eine Maske und riet einem Anhänger, sich ihm nicht zu nähern.

Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hat sich erneut auf Corona testen lassen, weil er Symptome der Lungenkrankheit Covid-19 zeigte.
Keystone

Bolsonaro bezeichnete das Coronavirus immer wieder als «leichte Grippe» und stemmte sich gegen Schutzmassnahmen. Der Präsident hat sich bislang bereits dreimal auf das Virus testen lassen. Nach einer Klage der Zeitung «O Estado de S. Paulo» legte die Regierung die Ergebnisse im Mai dem Obersten Gerichtshof vor – alle waren negativ. Nach einer Reise von Bolsonaro in die USA im März waren allerdings mindestens 23 Mitglieder seiner Delegation positiv getestet worden.

Brasilien ist neben den Vereinigten Staaten derzeit der Brennpunkt der Corona-Pandemie. Bislang haben sich in dem grössten Land Lateinamerikas 1,6 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert, 65'487 Patienten sind im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Experten gehen davon aus, dass die tatsächlichen Zahlen noch deutlich höher liegen, da in Brasilien nur recht wenig getestet wird.

Fieber und Coronatest: Bolsonaro trägt jetzt doch Maske

Fieber und Coronatest: Bolsonaro trägt jetzt doch Maske

Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hat mögliche Covid-19-Symptome gezeigt und sich deshalb erneut einem Test unterzogen. Medienberichten zufolge sagte er alle Termine in dieser Woche ab.

07.07.2020

2.58 Uhr: Medizinpersonal in Japan zunehmend depressiv

Der Kampf des medizinischen Personals in Japan gegen das Coronavirus hinterlässt zunehmend Spuren: Laut einer am Dienstag vom japanischen Fernsehsender NHK veröffentlichten Umfrage des Japanischen Roten Kreuzes unter Ärzten, Krankenschwestern und anderen Mitarbeitern leidet fast ein Drittel unter depressiver Stimmung. Der Umstand, dass Menschen das Virus übertragen können, auch wenn sie keine Symptome aufweisen, verursache beim medizinischen Personal zunehmend ein Gefühl der Unsicherheit und Besorgnis. Es seien Massnahmen erforderlich, das Personal psychologisch zu unterstützen.

In Japan leidet jeder dritte Mensch, der einen medizinischen Beruf ausübt, unter Depressionen. (Symbolbild Tokio)
Keystone

An der Umfrage unter rund 2'000 Ärzten, Krankenschwestern und anderen medizinischen Mitarbeitern nahmen rund 850 Personen teil. 27,9 Prozent von ihnen gaben an, sich in einem depressiven Zustand zu befinden, berichtete NHK. Japan zählt bisher rund 20'000 Infektionsfälle und 991 Tote. Darunter sind auch Menschen, die sich an Bord eines zeitweise unter Quarantäne gestellten Kreuzfahrtschiffes befunden hatten. Damit steht die Nummer Drei der Weltwirtschaft international gesehen zwar noch relativ gut da. Doch sind die Neuinfektionen vor allem in Tokio zuletzt wieder gestiegen.

1.23 Uhr: Quarantäne-Zentren in Neuseeland voll

Neuseeland schränkt internationale Flüge ein, damit die Quarantäne- und Isolationszentren des Landes nicht an ihre Kapazitätsgrenzen geraten. Die nationale Fluglinie Air New Zealand hat in Absprache mit der neuseeländischen Regierung einem kurzfristigen Buchungsstopp zugestimmt, wie Wohnungsministerin Megan Woods am Dienstag mitteilte. Mit der Massnahme solle sichergestellt werden, dass für alle Heimkehrer genügend Plätze für eine geordnete Isolation oder Quarantäne zur Verfügung stünden.

Air New Zealand streicht internationale Flüge, weil die Quarantäne-Zentren für Einreisende voll sind.
Keystone

Neuseeland hat seine Grenze wegen der Corona-Pandemie seit März geschlossen. Nur Bürger und Einwohner des Landes dürfen noch einreisen. Mit der Ausbreitung des Coronavirus weltweit sei die Zahl der Heimkehrer jüngst rapide angestiegen, sagte Woods weiter. «Unsere erste Priorität ist es, das Virus an der Grenze zu stoppen. Deshalb muss sich jeder einer Quarantäne oder einer geleiteten Isolation unterziehen», so Woods. Dafür müssten ausreichend Plätze zur Verfügung stehen.

Offiziellen Angaben zufolge befinden sich in Neuseeland derzeit knapp 6'000 Menschen in 28 Isolationszentren. Seit dem 26. März hätten bereits mehr als 26'400 Menschen eine Isolation oder Quarantäne durchlaufen.

Neuseeland hatte am 8. Juni die erste Coronavirus-Welle für überstanden erklärt. Auf den beiden Inseln gab es bisher rund 1'530 bestätigte und mögliche Infektionsfälle. 22 Menschen starben in Zusammenhang mit Covid-19.

1.00 Uhr: USA weisen viele ausländische Studierende aus

Ausländische Studenten an US-Universitäten, die im Wintersemester wegen des Coronavirus ausschliesslich Online-Kurse anbieten, sollen nach dem Willen der US-Regierung das Land verlassen. Die US-Einwanderungsbehörde ICE teilte am Montag mit, an solchen Universitäten immatrikulierte Ausländer müssten ausreisen oder an eine Hochschule wechseln, die persönliche Vorlesungen abhalte. Ansonsten drohe ihnen die Ausweisung. Ausländern, die ihr Studium an einer von Herbst an ausschliesslich online lehrenden Hochschule aufnehmen wollten, werde kein Visum ausgestellt. Die Einreise ins Land werde ihnen nicht gestattet.

Die US-Elite-Universität Harvard in Cambridge bei Boston hält im kommenden Wintersemester alle Kurse online ab. (Bild: Langdell Hall, Juristische Fakultät)
Keystone

Betroffen von der Neuregelung sind Studenten, die ein F-1-Studentenvisum besitzen oder beantragen wollen. Sie gilt aber nach ICE-Angaben auch für Kursteilnehmer an nicht-akademischen beruflichen Bildungseinrichtung wie etwa Flugschulen (M-1-Visum). Die Behörde teilte mit, damit werde eine wegen der Ausbreitung des Virus für das vergangene Sommersemester geschaffene Ausnahmeregelung modifiziert, die wegen der Ausbreitung des Coronavirus mehr Online-Kurse erlaubt habe, als eigentlich für Ausländer gestattet sind.

Unter anderem hatte die amerikanische Elite-Universität Harvard am Montag angekündigt, wegen des Coronavirus im Wintersemester alle Vorlesungen online abzuhalten. Der Sender CNN berichtete, Tausende ausländische Studenten an Universitäten oder Teilnehmer an beruflichen Trainingsprogrammen könnten betroffen sein.

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