Corona-Krise hat Vertrauen in Institutionen laut Studie gestärkt

gg, sda

22.6.2021 - 13:00

Das Vertrauen der Bevölkerung in den Bundesrat hat in der Corona-Krise keinen Schaden genommen. Das zeigt eine neue Studie der ETH Zürich. (Archivbild)
Keystone

Während der Corona-Pandemie hat das Vertrauen von Schweizerinnen und Schweizern in den Bundesrat, das Parlament, die politischen Parteien und die Gerichte zugenommen. Das zeigt die aktuelle Sicherheitsstudie der ETH Zürich.

gg, sda

22.6.2021 - 13:00

«Die Schweizer Stimmbevölkerung fühlt sich sicher und hat grosses Vertrauen in Schweizer Institutionen.» So lautet das Fazit der jährlich durchgeführten Untersuchung der Militärakademie (Milak) und dem Center for Security Studies (CSS) der ETH Zürich. Am Dienstag wurden deren Ergebnisse publiziert. Nach wie vor ist das Vertrauen in die Polizei, die Wissenschaft und in die Gerichte am grössten.

Angesichts der teilweise harschen Kritik von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft an der Corona-Politik überraschen die Ergebnisse: Das mittlere Vertrauen in Schweizer Institutionen sei im Januar 2021 überdurchschnittlich hoch und gegenüber Januar 2020 gestiegen, heisst es in einer Mitteilung. Dem Bundesrat werde ebenfalls überdurchschnittlich stark vertraut.

Die Studie «Sicherheit 2021» zeigt weiter, dass sich junge Erwachsene zwischen 18 und 29 Jahren deutlich häufiger in ihrem Arbeitsleben, ihrem Freizeitverhalten und in ihrer psychischen Gesundheit durch die Corona-Pandemie beeinträchtigt fühlen als ältere Personen. Das deckt sich mit weiteren aktuellen Untersuchungen.

Keine Annäherung an die EU

Das allgemeine Sicherheitsempfinden der Schweizer Stimmbevölkerung ist gemäss der Studie mit 95 Prozent unverändert hoch. Der Zukunftsoptimismus in Bezug auf die Schweiz ist im Januar 2021 mit 83 Prozent hingegen geringer als im Januar 2020. Die positive Zukunftseinschätzung der weltpolitischen Lage ist dagegen gegenüber dem Vorjahr um 8 Prozentpunkte gestiegen.

«Insgesamt fühlen sich Schweizerinnen und Schweizer ausserdem kaum bedroht», heisst es weiter. Als vergleichsweise erhöht wird die Bedrohung durch eine Pandemie, durch Cyber-Angriffe, durch die Verbreitung von Fake News oder durch eine Wirtschaftskrise eingeschätzt.

Aussenpolitisch bevorzugt die Schweizer Stimmbevölkerung «eine neutrale, politisch autonome Schweiz, die nur in wirtschaftlichen und humanitären Belangen mit anderen Staaten kooperiert». Während einer wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit der EU zugestimmt wird, werden auch Anfang 2021 eine EU-Annäherung und ein EU-Beitritt von einer klaren Mehrheit abgelehnt. Mehr Befragte als im Vorjahr sind der Ansicht, dass die Schweiz stärker mit der Uno kooperieren sollte.

Unveränderte Einstellung gegenüber Armee

Die Notwendigkeit der Armee wird von knapp drei von vier der Befragten befürwortet, wie die ETH-Untersuchung weiter zeigt. Das entspricht dem Niveau des Vorjahres. Nach dem ersten Corona-Einsatz der Armee im Frühjahr war die Stimmbevölkerung historisch stark mit der Leistung und der Notwendigkeit der Armee zufrieden.

Im Januar 2021 ist in der Schweizer Stimmbevölkerung gemäss der Untersuchung «eine hohe Bereitschaft vorhanden, einen obligatorischen Dienst für Männer und Frauen mit freier Wahl zwischen Militär-, Zivil- oder Sozialdienst zu unterstützen». 67 Prozent sind dafür, 14 Prozentpunkte mehr als bei der letzten Erhebung im Jahr 2015.

Die Daten der Studie wurden zwischen dem 5. und dem 26. Januar 2021 durch das Meinungsforschungsinstitut Link erhoben. Hierfür wurden 1228 Stimmbürgerinnen und Stimmbürger aus der Deutschschweiz, der Westschweiz und dem Tessin telefonisch befragt. Der Stichprobenfehler liegt bei einem Sicherheitsgrad von 95 Prozent im ungünstigsten Fall bei plus/minus 2,9 Prozentpunkten.

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