Cholera-Gefahr in der Ukraine Darum drohen nach der Zerstörung tödliche Krankheiten

Von Nicole Agostini

11.6.2022

Ukraine: Darum drohen nach der Zerstörung tödliche Krankheiten

Ukraine: Darum drohen nach der Zerstörung tödliche Krankheiten

Experten warnen vor Cholera- und Ruhr-Epedemien in den zerstörten ukrainischen Städten. Warum diese Krankheiten vom Krieg begünstigt werden, und was das für die Menschen bedeutet, erfährst du im Video.

10.06.2022

Experten warnen vor Cholera- und Ruhr-Epidemien in den zerstörten ukrainischen Städten. Auch in der Schweiz wird die Situation aufmerksam beobachtet. 

Von Nicole Agostini

11.6.2022

Vor tausenden Opfern warnt der ukrainische Präsident, falls die Cholera im Kriegsgebiet ausbricht. Besonders zerstörte Städte wie Mariupol sind gefährdet (siehe Video).  Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht ein hohes Risiko für einen Cholera-Ausbruch in der Stadt Mariupol.

«Die WHO hat aber bislang keine Meldung von Verdachtsfällen oder bestätigten Fällen erhalten», sagte eine Sprecherin am Samstag in Genf. Die WHO sei selbst nicht in Mariupol, aber in engem Kontakt mit Partnern vor Ort.

Während schwerer Kämpfe an der Front in Sjewjerodonezk liegen ausgebrannte Autowracks am Rand einer Strasse.
Während schwerer Kämpfe an der Front in Sjewjerodonezk liegen ausgebrannte Autowracks am Rand einer Strasse.
Oleksandr Ratushniak/AP/dpa

Das britische Verteidigungsministerium und der vom russischen Militär aus Mariupol vertriebene Bürgermeister Wadym Boitschenko hatten bereits von einzelnen Cholerafällen in der Stadt gesprochen. 

Da Cholera auch übertragen werden kann, werden die Entwicklungen auch in der Schweiz genau beobachtet, wie «Blick» berichtet. «Der Erreger der Cholera kann durch symptomatisch erkrankte Personen mit Durchfall oder durch Personen, welche die Erkrankung kürzlich durchgemacht haben, bei Reisen weitergetragen werden», erklärt Peter M. Keller, stellvertretender Leiter für Diagnostik am Institut für Infektionskrankheiten an der Uni Bern der Zeitung. 

Jan Fehr, Departementsleiter Public & Global Health und Arzt an der Uni Zürich, erwartet zwar keine grossflächige Ausbreitung über Flüchtlinge ausserhalb des Krisengebietes. «Dennoch muss man hier wachsam sein, und unser Gesundheitspersonal tut gut daran zu denken, wenn eine Person aus dieser Region mit Durchfall auffällt.» 

erstellt mit Agentur-Material