Westminster Bridge

Demos in London gegen Polizeigesetz und Gewalt an Frauen 

SDA

15.3.2021 - 20:35

epa09077039 Protesters gather outside Parliament square during a protest for the murder of Sarah Everard, in London, Britain, 15 March 2021. The band stand in Clapham Common is where Sarah Everard was last seen alive on 03 March. She vanished while walking home from her friend's house, subsequently police officer Wayne Couzens has been charged with the murder of Sarah Everard. EPA/NEIL HALL
Hunderte demonstrierten in London gegen ein neues Polizeigesetz und Gewalt an Frauen.
KEYSTONE/EPA/NEIL HALL

Hunderte Menschen haben am Montag in London gegen ein neues Polizeigesetz und Gewalt an Frauen demonstriert. Zeitweise blockierten die Demonstranten die Westminster Bridge nahe des Parlaments. Der «Police, Crime, Sentencing and Courts Bill», der am Nachmittag in die zweite Lesung im Unterhaus ging, soll unter anderem die Befugnisse der Polizei zur Einschränkung von Protesten erweitern.

SDA

15.3.2021 - 20:35

Das Gesetzesvorhaben kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Polizei wegen ihres harten Einsatzes bei einer Mahnwache am Wochenende schwer in der Kritik steht. Beamte hatten am Samstagabend bei einer nicht genehmigten Versammlung zum Gedenken an die auf ihrem Nachhauseweg entführte und getötete Sarah Everard in London unter Berufung auf die Corona-Massnahmen eingegriffen und mehrere Menschen festgenommen. Doch die Bilder von mit Gewalt abgeführten und auf den Boden gerungenen Frauen führten zu heftiger Kritik und heizten die Stimmung weiter an.

Die Leiche der 33-jährigen Everard war in einem Waldstück in der südostenglischen Grafschaft Kent entdeckt worden. Sie war am 3. März in der Nähe des Parks Clapham Common zuletzt lebend gesehen worden. Im Verdacht steht ein 48 Jahre alter Polizist, der inzwischen in Untersuchungshaft sitzt. Der Fall hatte zu einem landesweiten Aufschrei gegen Belästigungen und Gewalt an Frauen geführt.

Innenminister Priti Patel verteidigte das Gesetzesvorhaben am Montag. «Wir haben in den vergangenen Jahren erhebliche Veränderungen in Protest-Taktiken gesehen, wobei Demonstranten Schlupflöcher im Gesetz ausgenutzt haben, die zu einem unverhältnismässigen Mass an Behinderungen geführt haben», so die konservative Politikerin.

SDA