Grossbritannien

Ex-Brexit-Minister veröffentlicht «Plan, um Boris zu retten»

dpa

19.2.2022 - 18:02

«Ich habe noch viel vor»: Boris Johnson
Wie lange kann sich Boris Johnson noch im Amt halten?
Bild: Kirsty O'connor/PA/dpa

Nach dem «Partygate»-Skandal hat Boris Johnson nur noch wenige Unterstützer. Einer davon ist Ex-Brexit-Minister David Frost, der nicht nur dem britischen Premier das Amt retten will, sondern gleich ganz Grossbritannien mit.

dpa

19.2.2022 - 18:02

Der konservative ehemalige Brexit-Minister David Frost hat einen Plan veröffentlicht, mit dem er «Boris [Johnson], die konservative Partei und das Land retten» will. Frost, der mit der EU in monatelangen Diskussionen den Brexit-Handelspakt aushandelte, schrieb am Samstag im «Telegraph», Johnson riskiere aktuell, die Unterstützung des Volkes zu verlieren.

Seine Regierung scheine sich nicht entscheiden zu können, ob sie eine «traditionelle Tory-Regierung mit niedrigen Steuern sein will oder Grossbritannien in eine europäische Sozialdemokratie umbauen will».

Frosts Kernforderung lautet, nach dem Brexit möglichst viele staatliche Interventionen und Ausgaben abzuschaffen und eine wettbewerbsfähige, innovative Wirtschaft mit möglichst niedrigen Steuern aufzubauen. «Unser Ziel muss sein, dass man in aller Welt nach Grossbritannien schaut und sagt: «Ja, sie sind auf dem richtigen Weg»», schrieb der Politiker, der künftig als Kolumnist regelmässig für das erzkonservative Blatt tätig sein will.

«Partygate» interessiert Frost nur am Rande

Frost war kurz vor Weihnachten aus dem britischen Kabinett zurückgetreten, als Boris Johnson wegen der hochansteckenden Omikron-Variante die Corona-Massnahmen wieder leicht verschärfte und damit eine Rebellion in seiner eigenen Partei provozierte.

Die mutmasslichen Verfehlungen des Premierministers bei Lockdown-Partys in der Downing Street, die möglicherweise zu einem Misstrauensvotum gegen Johnson führen könnten, interessieren Frost weniger: «Was auch immer mit «Partygate» passiert, die Dinge müssen wieder in Gang kommen», schreibt er.

dpa