Riesenpartys mit 40'000 Teilnehmern in Barcelona +++ Massnahmen-Gegner radikalisieren sich

Agenturen/red.

26.9.2021

Agenturen/red.

26.9.2021

Laut Angaben der Johns-Hopkins-Universität liegt die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus in der Schweiz bei bislang insgesamt 833’385 Personen. 11’043 Menschen sind in Verbindung mit Covid-19 verstorben. Weltweit stieg die Zahl der Infizierten auf 231’742’992, die Zahl der Toten auf 4’746’565.

Das Wichtigste aus der Schweiz in Kürze:

  • André Duvillard, Delegierter des Sicherheitsverbundes Schweiz, warnt: Ein Teil der Massnahmen-Kritiker radikalisiere sich. 
  • Politiker*innen von SVP, SP und Grünen wollen den Bundesrat dazu verpflichten, die Corona-Gratistests beizubehalten. Nächste Woche wollen sie das Anliegen im Eilverfahren durchs Parlament bringen. 
  • Kommt die Booster-Impfung? Die Kantone bereiten sich bereits auf eine dritte Auffrischungs-Dosis vor.
  • Im Kanton St. Gallen erhalten Unternehmen bis zu 95 Millionen Franken Corona-Härtefallhilfen aus der Staatskasse. Die Stimmberechtigten hiessen die unumstrittene Vorlage gut.
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  • 17.19 Uhr
    Riesenpartys mit 40'000 Teilnehmern in Barcelona

    In der katalanischen Hauptstadt Barcelona haben sich am Wochenende Zehntausende junge Leute zu riesigen Partys unter freiem Himmel getroffen. Anlass war das Stadtfest La Mercè, das zu Ehren der Stadtpatronin La Mercè jeweils am 24. September abgehalten wird.

    In der katalanischen Hauptstadt haben sich am Wochenende Zehntausende junge Leute zu riesigen Partys getroffen.
    In der katalanischen Hauptstadt haben sich am Wochenende Zehntausende junge Leute zu riesigen Partys getroffen.
    Bild: dpa

    Am Rande kam es vor allem in der Nacht zu Samstag, als schätzungsweise 40'000 Menschen meist friedlich feierten, zu schweren Ausschreitungen kleinerer Gruppen von Jugendlichen, wie die Zeitung «La Vanguardia» am Sonntag berichtete. Politische Forderungen habe es dabei nicht gegeben, es sei «Gewalt um der Gewalt willen» gewesen.

    Autos, Motorräder und Müllcontainer aus Plastik wurden in Brand gesetzt, Scheiben eingeschlagen, Geschäfte geplündert und Verkehrsschilder demoliert. 34 Teilnehmer wurden – zum Teil durch Messerstiche – verletzt. Auch fünf Polizisten mussten ärztlich behandelt werden. Es habe 22 Festnahmen gegeben. Die Sicherheitskräfte seien angesichts der schieren Masse an Menschen überfordert gewesen. Auch in der Nacht zu Sonntag habe es wieder mehrere Partys im Freien gegeben, jedoch mit weniger Gewalt.

    Solche Partys im Freien, oft mit viel Alkohol, die in Spanien «Botellones» genannt werden, sind verboten und das Trinken von Alkohol in der Öffentlichkeit kann hohe Bussgelder nach sich ziehen. Die Innenbereiche von Diskotheken sind in Katalonien wegen Corona aber noch immer geschlossen, weshalb junge Leute auf öffentliche Plätze ausweichen.

    Die Corona-Lage ist in Spanien derzeit sehr entspannt, die Zahl der Neuinfektionen ist niedrig, die Situation in den Krankenhäusern hat sich beruhigt und die Impfkampagne ist weit fortgeschritten.

  • 14.10 Uhr
    Klares Ja zu Corona-Hilfen für St. Galler Unternehmen

    Im Kanton St. Gallen erhalten Unternehmen bis zu 95 Millionen Franken Corona-Härtefallhilfen aus der Staatskasse. Die Stimmberechtigten hiessen die unumstrittene Vorlage mit 105'679 Ja zu 47'457 Nein gut. Die Stimmbeteiligung betrug 49,1 Prozent.

    Der Ja-Stimmen-Anteil lag bei 69 Prozent. Das Gesetz sieht vor, Unternehmen, die wegen der Corona-Krise erhebliche Umsatzeinbussen erlitten haben, finanziell zu unterstützen. An den Beiträgen beteiligt sich auch der Bund. Die Härtefallhilfe kommt vor allem der Gastronomie, den Hotels, der Reise- und der Eventbranche zugute.

  • 13.22 Uhr
    Norweger feiern Ende der Massnahmen mit Partys

    Mit zahlreichen Partys haben die Menschen in Norwegen am Samstagabend das Ende der Corona-Schuthmassnahmen gefeiert. Nachtclubs und Beizen waren voll, vielerorts herrschte ausgelassene Stimmung.

    In Warteschlangen vor Discos und Bars stimmten die Nachtschwärmer Lieder an. In der Stadt Trondheim mussten mehrere Menschen versorgt werden, die beim langen Anstehen ohnmächtig wurden. Aus mehreren Städten wurden allerdings auch Schlägereien, Verletzte und Festnahmen gemeldet, wie der öffentlich-rechtliche Sender NRK am Sonntag berichtete.

    «Es gab viele Ordnungswidrigkeiten, Gewaltausbrüche und Kämpfe», sagte Rune Hekkelstrand von der Polizei in Oslo. Mehrere Menschen seien wegen Waffenbesitzes festgenommen worden, einige wurden zum Teil schwer verletzt. In der Stadt Tønsberg südlich der Hauptstadt kam es an der Hafenmole zu einer Massenschlägerei, in der südwestlichen Region Agder wurden insgesamt zwölf Menschen wegen Krawallen festgenommen.

  • epa09488504 People queue in front of Storgata 26 in Oslo, Norway, 25 September 2021. On 25 September at 16.00 the government eases the national regulations introduced in connection with the Coronavirus pandemic.  EPA/Naina Helen JAma NORWAY OUT NORWAY OUT
    Party, Party, Party! In Oslo bilden sich lange Schlangen vor einem Nachtclub.
    Bild: EPA
  • 11.30 Uhr
    Schweizweite Initiative für Pool-Tests

    Ab Mitte Oktober soll der Zugang zu gepoolten – und damit günstigeren – PCR-Speicheltests einfacher werden. Je nach Vorgaben des zuständigen Kantons können auf diesem Weg auch Covid-Zertifikate ausgestellt werden.

    Die Plattform «Together We Test» der Hirslanden-Gruppe organisiert im Auftrag des Bundes landesweit Gratis-PCR-Pooltests für Schulen, Betriebe und Gesundheitseinrichtungen, wie der «SonntagsBlick» schreibt. Für Einzelpersonen kosten die Tests zwar etwas, aber rund fünf Mal weniger als PCR-Einzeltests, die 160 Franken oder mehr kosten, wie Gieri Cathomas, der Leiter von «Together We Test», im Interview sagt.

    Die Einzelproben können in Apotheken, beim Arzt oder bei der Spitex abgegeben werden. Sie werden zu Pools zusammengemischt und an Labors weitergeschickt, die mit der Plattform zusammenarbeiten.

  • 10.31 Uhr
    Kantone gleisen Booster-Imfpung auf

    Die Kantone bereiten sich auf die dritte Impfung gegen Covid-19 vor, die sogenannte Booster-Impfung. Das bestätigte Michael Jordi, Generalsekretär der Gesundheitsdirektorenkonferenz (GDK) der «NZZ am Sonntag». Im Fokus stünden die Pflegeheime.

    Auf die Booster-Impfung pocht Christian Streit, Geschäftsführer des Verbandes Senesuisse, dem 400 Heime angeschlossen sind. Die dritte Impfung müsse rechtzeitig verabreicht werden und nicht erst im Winter, wenn neben Covid-19 auch die Grippe wieder Thema sei. Laut dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) steht zurzeit noch nicht fest, ob und für wen eine Booster-Impfung allenfalls nötig wäre.

  • 10.26 Uhr
    SVP, Grüne und SP wollen Fortführung der Gratistests erzwingen

    Politikerinnen und Politiker von SVP, SP und Grünen wollen den Bundesrat dazu verpflichten, die Covid-19-Gratistests beizubehalten. Kommende Woche wollen sie eine parlamentarische Initiative im Eilverfahren durch beide Kammern bringen. Das berichtet die «SonntagsZeitung», der Beteiligte aus den drei Parteien diese Pläne bestätigt haben. SVP-Fraktionschef Thomas Aeschi habe zunächst gar eine ausserordentliche Session für den Entscheid über die Testkosten gefordert, sei nun aber davon abgekommen.

    Bringen die Parteien das Anliegen durch, müsste der Bundesrat den Willen des Parlaments umsetzen. Am Freitag will die Landesregierung entscheiden, ob und ab wann die für das Covid-Zertifikat nötigen Tests künftig etwas kosten sollen.

    Auch Strafrechtsexperten kritisierten in der «SonntagsZeitung» die kostenpflichtigen Tests für den Erhalt des Covid-Zertifikats. Dies würde einkommensschwache Personen faktisch zum Impfen zwingen. 

    Thomas Aeschi, Fraktionspraesident SVP, spricht waehrend einer Medienkonferenz zum Thema
    Thomas Aeschi, Fraktionspräsident der SVP, will mit linken und Grünen Mitstreiter*innen den Bundesrat zu einer Weiterführung der kostenlosen Covid-Schnelltests zwingen.
    Bild: Keystone
  • 10.11 Uhr
    Ausschreitungen an Corona-Demo in Mailand

    Bei einer Demonstration gegen die Corona-Massnahmen ist es am Samstag in Mailand zu Ausschreitungen gekommen. Protestierende, die gegen Impfungen und den vorgeschriebenen «Grünen Pass» auf die Strasse gingen, gerieten mit Polizisten und Carabinieri aneinander.

    Die Ordnungskräfte schafften es, die Teilnehmer*innen der nicht angemeldeten Aktion vom Domplatz fernzuhalten, bis sich dort eine Wahlkampfveranstaltung der Partei Fratelli d'Italia aufgelöst hatte.

    Nach Medienberichten wurden einige Demonstranten leicht verletzt – die Polizei setzte Schlagstöcke ein.

    In anderen Städten wie Rom oder Triest wurde ebenfalls gegen die Massnahmen der Regierung protestiert. Auch in der Hauptstadt wurden Polizisten attackiert.

  • 9.44 Uhr
    Massnahmen-Gegner radikalisieren sich

    Ein Teil der Menschen, die gegen die Schutzmassnahmen gegen das Coronavirus mobil machen, beginnt, sich zu radikalisieren. Diese Warnung kommt von André Duvillard, dem Delegierten des Sicherheitsverbundes Schweiz. Diese Personen seien bereit, Gewalttaten zu begehen.

    Man sehe, dass eine Randgruppe unter den Gegnern der Corona-Schutzmassnahmen an Stärke gewinne, besonders seit der Ausweitung der Zertifikatspflicht, sagte Duvillard im Interview mit der Zeitung «Le Matin Dimanche». Bei den jüngsten Demonstrationen von Massnahmen-Gegnern in Bern seien Messer und Schraubenzieher beschlagnahmt worden.

    Diese Demonstranten sind in den Worten von Duvillard, einem Spezialisten für die Bekämpfung von Radikalisierung «monothematische Extremisten». Sie gehörten weder der extremen Linken noch der extremen Rechten an, sondern sie seien bereit, wegen etwas ganz Bestimmtem, nämlich wegen Covid-19, gewalttätig zu werden.

    Die Polizei setzt den Wasserwerfer gegen die Demonstranten auf dem Bundesplatz ein, waehrend einer Demonstration gegen die Massnahmen im Zusammenhang mit dem Coronavirus, am Donnerstag, 16. September 2021 in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)
    Die Polizei setzt den Wasserwerfer gegen Demonstranten auf dem Bundesplatz in Bern ein.
    Bild: Keystone/Peter Klaunzer
  • 9.00 Uhr
    Gericht bremst New Yorker Impfvorschrift aus

    Eine Corona-Impfvorschrift für Lehrkräfte und andere Angestellte des New Yorker Schulwesens ist vorerst gestoppt. Wenige Tage vor ihrem geplanten Inkrafttreten erliess ein Berufungsgericht am späten Freitagabend (Ortszeit) eine einstweilige Verfügung gegen die Vorgabe und verwies die Angelegenheit an ein Richtergremium, das sich im Eilverfahren damit befassen soll.

    Behördenvertreter hofften nun auf eine schnelle Lösung durch die Instanz kommende Woche, schrieb die Sprecherin der Bildungsbehörde, Danielle Filson, in einer E-Mail. Man man sei guter Dinge, dass die Impf-Vorschrift bestätigt werde, sobald alle Fakten präsentiert worden seien. Schliesslich sei dies das Mass an Schutz, das die Schülerinnen und Schüler und das Personal verdienten.

    Nach Angaben von Filson sind mehr als 82 Prozent der Angestellten im Bildungswesen in New York gegen Corona geimpft. Gewerkschaften, die Rektoren und Lehrkräfte in New York City vertreten, warnten indes, dass damit noch immer bis zu 10'000 Lehrer*innen fehlen könnten, die sich nicht impfen liessen. Hinzu kämen andere Mitarbeiter*innen, etwa Cafeteria-Personal oder Polizeibeamte an Schulen.