Diplomatie

Taliban-Verhandlungen in Norwegen gestartet

dpa

23.1.2022 - 13:19

epa09702828 Representatives of the Afghan Talibans arrive at the international airport in Gardermoen, Norway, 22 January 2022. Afghan Taliban arrived in Norway for talks on 23–25 January 2022 with the Norwegian authorities and representatives of the international community about human rights and emergency aid. EPA/TERJE BENDIKSBY NORWAY OUT
Die Taliban-Delegation am 22. Januar nach der Landung auf dem Flughafen Gardermoen in Norwegen.
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23.1.2022 - 13:19

In Norwegen haben Gespräche mit einer Delegation der militant-islamistischen Taliban begonnen. Die Delegation aus Afghanistan wurde von dem geschäftsführenden Taliban-Aussenminister Amir Chan Muttaki angeführt.

Sie sollte vor dem Hintergrund der sich verschlechternden humanitären Lage in dem Land während der auf drei Tage angesetzten Gespräche auf westliche Regierungsbeamte und Vertreter der afghanischen Zivilgesellschaft treffen. Heute sollen die Taliban-Vertreter mit Frauenrechtsvertretern und Fürsprechern von Menschenrechten aus Afghanistan und der afghanischen Diaspora zusammentreffen.

Vor dem Start der Gespräche hatte der stellvertretende Kultur- und Informationsminister der afghanischen Übergangsregierung, Sabihullah Mudschahid, bei Twitter eine angeblich von Muttaki stammende Sprachnachricht veröffentlicht, in der dieser seine Hoffnung auf «eine gute Reise voller Errungenschaften» zum Ausdruck brachte und sich bei Norwegen dafür bedankte, ein «Tor für eine positive Beziehung zu Europa» zu sein.

Es ist das erste Mal seit der Machtübernahme der Taliban im August, dass deren Vertreter offizielle Treffen in Europa abhalten. Es wurde erwartet, dass Muttaki mit Blick auf die humanitäre Lage in seinem Land in den Gesprächen die Freigabe von fast 10 Milliarden Dollar von den USA und anderen westlichen Staaten im Ausland eingefrorenen Geldern fordert.

Die norwegische Aussenministerin Anniken Huitfeldt hatte am Freitag unterstrichen, der Besuch der Delegation stelle keine «Legitimation oder Anerkennung der Taliban» dar. «Aber wir müssen mit jenen sprechen, die das Land in der Praxis heute regieren», sagte sie. «Wir können es nicht zulassen, dass die politische Situation zu einer noch schlimmeren humanitären Katastrophe führt.»

AP/phi

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