Ukraine-Ticker Selenskyj: Duldung von Terror muss gestoppt werden +++ Moskau wirft Schweiz «unverantwortliches Festhalten an russlandfeindlichem Kurs» vor

Agenturen/red

15.4.2024

Putin: Angriffe auf ukrainische Energie-Anlagen sind Vergeltung

Putin: Angriffe auf ukrainische Energie-Anlagen sind Vergeltung

Die russischen Angriffe auf die Energie-Versorgung in der Ukraine sind nach Darstellung von Präsident Putin Vergeltung für entsprechende Attacken der Ukraine. Im Winter habe die russische Armee aus humanitären Gründen auf solche Angriffe verzichtet.

12.04.2024

Russland erwägt eine Verlegung der Südkaukasus-Gespräche aus Genf in ein anderes Land. Angesichts verstärkter russischer Angriffe auf die Ukraine fordert die EU-Kommissionspräsidentin den US-Kongress auf, endlich das Hilfspaket freizugeben. Die Entwicklungen im Ticker.

Agenturen/red

15.4.2024

Das Wichtigste im Überblick

  • Telefonat mit Selenskyj: Scholz bekräftigt Solidarität mit Ukraine.
  • Ukrainischer Oberbefehlshaber: Lage an der Front spitzt sich zu.
  • Deutschland liefert weiteres Patriot-System an Ukraine.
  • Ukraine baut mitten im Krieg neue Atomreaktoren.
  • Letzter Reaktor im AKW Saporischschja in Kaltzustand versetzt
  • Russischer Raketentest sorgt für Aufregung bei der Bevölkerung.
  • Die vorherigen Entwicklungen findest du hier.
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  • Liveticker beendet
  • 5.40 Uhr

    Von der Leyen fürchtet russische Manipulation bei Europawahl

    Zwei Monate vor der Europawahl rechnet EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen mit deren Beeinflussung durch Russland. Ähnliches gelte für die Landtagswahlen in den drei ostdeutschen Bundesländern Sachsen, Thüringen und Brandenburg, sagt von der Leyen dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). «Rund um diese Daten müssen wir mit Manipulationsversuchen rechnen, mit einer Flut von Falschmeldungen, aber auch mit Störungen und Provokationen, die bei genauem Hinsehen in Russland ihren Ursprung haben.»

  • 4.51 Uhr

    US-Republikaner Johnson verspricht neuen Anlauf für Ukraine-Hilfen

    Nach Irans Angriff will sich der parteiintern unter Druck stehende republikanische Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses, Mike Johnson, für die Freigabe weiterer Mittel für Israel einsetzen – und im Zuge dessen auch die Zustimmung seiner Partei für weitere Ukraine-Hilfen ausloten. Die Republikaner verstünden «die Notwendigkeit, Israel beizustehen», sagt Johnson im Sender Fox News. «Wir werden es diese Woche erneut versuchen.» Die Einzelheiten des Hilfspakets würden derzeit zusammengetragen. «Wir sehen uns die Optionen für all diese zusätzlichen Themen an», sagt Johnson mit Blick auf die seit Monaten von seiner Partei blockierten Mittel für die Ukraine.

  • Montag, 15. April 2024, 2.30 Uhr

    Ukraine-Hilfen: Von der Leyen drängt US-Kongress

    Angesichts verstärkter russischer Angriffe auf die Ukraine fordert EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen den US-Kongress auf, endlich das seit Monaten «ausgebremste» Hilfspaket für Kiew freizugeben. Das US-Repräsentantenhaus müsse sich jetzt einen Ruck geben, sagt von der Leyen dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Das von den regierenden Demokraten vorgelegte Hilfspaket weiterhin zu blockieren, «würde nicht nur der Ukraine schaden, sondern auch der atlantischen Allianz insgesamt».

  • 23.54 Uhr

    Wir beenden den Ticker am Sonntag, 14. April 2024

  • 23.37 Uhr

    Selenskyj: Duldung von Terror stoppen

    Der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj hat vom Westen mehr Bemühungen bei der Umsetzung der gegen Russland verhängten Sanktionen gefordert, um die immer stärker werdenden russischen Angriffe zu stoppen. «Leider ist die Hilfe für die Ukraine immer noch begrenzt, und der russische Staat hat immer noch Zugang zu wichtigen Komponenten, die für die Herstellung von Raketen und Drohnen benötigt werden», sagte er in seiner abendlichen Videoansprache. Jede Rakete, die die Ukraine treffe, enthalte viele Bauteile, die von Unternehmen in anderen Ländern bezogen und über das Territorium von Russlands Nachbarn eingeführt würden. «All das muss und kann gestoppt werden: die Duldung von Terror, die Fähigkeit der Terroristen, Verbündete in der ganzen Welt zu finden, und der russische Terror selbst – alle seine Erscheinungsformen.»

    Selenskyj forderte vom Westen mehr Unterstützung bei der Abwehr der russischen Luft- und Raketenangriffe und verwies auf die weitgehend erfolgreiche Abwehr der iranischen Angriffe auf Israel in der Nacht zum Sonntag. «Die ganze Welt sieht, was echte Verteidigung ist, und sie sieht, dass sie möglich ist», sagte Selenskyj. Die Welt habe auch gesehen, dass Israel bei der Verteidigung nicht allein war und von Verbündeten unterstützt wurde. «Und wenn die Ukraine sagt, dass ihre Verbündeten nicht die Augen vor den russischen Raketen und Drohnen verschliessen sollten, dann bedeutet das, dass sie handeln müssen, und zwar mit Nachdruck.»

    Es sei keine Zeit mehr zu verlieren, appellierte er an den Westen. «Es ist nicht die Rhetorik, die den Himmel schützt, es sind nicht die Gedanken, die die Produktion von Raketen und Drohnen für den Terror einschränken», sagte Selenskyj. Je länger die Hilfe auf sich warten lasse, desto mehr Vertrauen gewinne das russische Militär. «Die Ukraine, der Nahe Osten und alle anderen Teile der Welt haben gleichermassen einen gerechten und dauerhaften Frieden verdient.»

  • 20.08 Uhr

    US-Abgeordnetenhaus berät wohl bald über Hilfe für Ukraine und Israel

    Nach mehrmonatigem Zögern will der Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses der Kammer nach eigenen Angaben möglichst in der kommenden Woche ein Sicherheitspaket mit Hilfen für Israel, die Ukraine und US-Verbündete in Asien vorlegen. Mike Johnson steht unter grossem Druck seiner republikanischen Parteikollegen, da ein Teil von ihnen Zahlungen an die Ukraine zur Abwehr des russischen Angriffskriegs ablehnt. Das Paket mit einem Volumen von 95 Milliarden Dollar sieht auch humanitäre Hilfe für Zivilisten in der Ukraine und im Gazastreifen sowie Geld für Waffenlieferungen an Taiwan vor.

    Der beispiellose Angriff des Irans auf Israel vom Wochenende erhöhte den Druck auf Johnson noch einmal. Zugleich konnte er damit seine Haltung unterstreichen, wie wichtig die Freigabe der Finanzierung sei. Er und die anderen Republikaner wüssten, dass es nötig sei, an Israels Seite zu stehen, sagte Johnson am Sonntag in Sender Fox News. «Die Details dieses Pakets werden gerade zusammengestellt», sagte er.

    Johnson steht vor dem Problem, dass der Ex-Präsident Donald Trump nahe stehende rechte Flügel der Republikaner bei vielen Gesetzesentwürfen Kompromisse mit den Demokraten ablehnt. Johnson gilt selbst als rechter Republikaner, hat in seinem Amt als Vorsitzender wegen der knappen Mehrheit seiner Partei jedoch oft kaum eine andere Möglichkeit, als mit den Demokraten zusammenzuarbeiten, um Gesetze beschliessen zu lassen. Andererseits genügt die Stimme eines oder einer einzigen verärgerten Abgeordneten der republikanischen Fraktion, um ein Abwahlverfahren gegen Johnson in Gang zu setzen. Sein Vorgänger Kevin McCarthy war in einer ähnlichen Situation im Herbst gestürzt worden.

    Der Vorsitzende hat seine Unterstützung für ein Gesetz bekundet, das unter anderem einen Teil der Finanzierung für Kiew in Form von Darlehen strukturiert und den Weg für die USA ebnet, eingefrorene Guthaben der russischen Zentralbank anzuzapfen. Johnson dringt darauf, dass die Regierung von Präsident Joe Biden einen Genehmigungsstopp für Flüssiggasexporte aufhebt, und hat zeitweise auch Änderungen der Politik an der US-Grenze zu Mexiko gefordert.

    Das einzige Paket mit breiter parteiübergreifender Unterstützung im Kongress ist aber gegenwärtig der vom Senat verabschiedete Gesetzentwurf, der rund 60 Milliarden Dollar für die Ukraine und 14 Milliarden Dollar für Israel vorsieht. Der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats im Weissen Haus, John Kirby, forderte Johnson auf, dieses Paket «so bald wie möglich» auf den Tisch zu legen. Der Ukraine leidet wegen der ausbleibenden US-Unterstützung zunehmend unter Waffen- und Munitionsmangel.

  • 19.38 Uhr

    Fünf Verletzte durch Trümmer von russischem Marschflugkörper

    In der Region Dnipro im Südosten der Ukraine sind am Sonntag mindestens 15 Menschen durch herabfallende Trümmer eines abgeschossenen russischen Marschflugkörpers verletzt worden. Zudem wurden rund 30 Wohnhäuser beschädigt, wie die regionale Militärverwaltung auf Telegram mitteilte. 

    Weiter südlich wurden in der Stadt Nikopol mindestens vier Menschen durch russischen Artilleriebeschuss verletzt. Mehrere Häuser seien in Brand geraten, hiess es. Die Angaben konnten zunächst nicht unabhängig überprüft werden.

  • 17.49 Uhr

    Kiew befürchtet russische Sabotage an Kernkraftwerk

    Die ukrainische Militärführung befürchtet in den kommenden Tagen in dem von russischen Truppen besetzten Atomkraftwerk Saporischschja eine sogenannte Operation unter falscher Flagge. Die Verantwortung für die nicht näher beschriebenen Aktion solle der Ukraine anschliessend in die Schuhe geschoben werden, schrieb der Generalstab in Kiew auf Facebook. «Russland ist der einzige Terrorist auf der Welt, der ein Kernkraftwerk als Geisel hält und es benutzt, um die Ukraine und die ganze Welt zu erpressen.» Niemand ausser Russland habe die Welt jemals so nahe an den Rand einer vorsätzlichen atomaren Katastrophe gebracht.

    Die sechs Reaktoren des Kernkraftwerks Saporischschja.
    Die sechs Reaktoren des Kernkraftwerks Saporischschja.
    Bild: Keystone/AP/LIBKOS

    Das mit einer Leistungsfähigkeit von knapp sechs Gigawatt potenziell grösste Atomkraftwerk Europas wurde kurz nach Beginn von Moskaus Angriffskrieg gegen die Ukraine von russischen Truppen besetzt - und später vermint. Mehrfach geriet es unter Beschuss, worauf international die Sorge vor einem Atomunglück stieg. Beide Kriegsparteien werfen sich gegenseitig immer wieder vor, einen Vorfall am AKW provozieren zu wollen. Alle sechs Reaktoren sind inzwischen im Kaltzustand.

  • 17.26 Uhr

    Zwölfjährige Ukrainerin mit Prothesen vor Debüt bei Boston-Marathon

    Bei einer Wohltätigkeitsveranstaltung im Rahmen des diesjährigen Boston-Marathons hat die zwölfjährige Ukrainerin Jana Stepanenko auf Prothesen eine fünf Kilometer lange Strecke zurückgelegt. «Nichts ist unmöglich», schrieb der Bürgermeister ihrer Heimatstadt Lwiw, Andrij Sadowyj, auf Telegram. Bei diesem Lauf sammelte das Mädchen Geld für Laufprothesen eines ebenfalls körperlich behinderten ukrainischen Soldaten. Beim eigentlichen Marathon am Montag, dem 15. April, will Stepanenko mindestens einen Kilometer mitlaufen.

    Die heute Zwölfjährige verlor vor zwei Jahren beide Beine bei einem russischen Angriff auf Kramatorsk. Bei dem Beschuss des Bahnhofs, an dem viele Menschen auf ihre Evakuierung warteten, waren am 8. April 2022 mehr als 50 Menschen getötet und über 110 weitere verletzt worden. Stepanenko erhielt ihre Prothesen später in den USA. Inzwischen lebt sie mit der ebenfalls bei dem Angriff verletzten Mutter und ihrem Bruder im westukrainischen Lwiw.

    Die Ukraine wehrt seit mehr als zwei Jahren eine russische Invasion ab. Infolge der Kriegshandlungen wurden mehrere Hunderttausend Menschen getötet. Zehntausenden verletzten Menschen mussten Arme oder Beine amputiert werden.

  • 15.27 Uhr

    Russland erwägt Verlegung der Südkaukasus-Gespräche aus der Schweiz

    Russland will die Schweiz für ihre Haltung im Ukraine-Krieg offenbar abstrafen. Das Land erwägt eine Verlegung der Südkaukasus-Gespräche aus Genf in ein anderes Land, wie eine Sprecherin des russischen Aussenministeriums laut der staatlichen Agentur Tass sagte.

    Russland sehe sich gezwungen, die Frage der Verlegung der Gespräche über die Konfliktregion Berg-Karabach im Südkaukasus von der Schweiz in ein anderes Land anzusprechen, sagte die Sprecherin des russischen Aussenministeriums, Maria Sacharowa.

    Die Sprecherin des russischen Aussenministeriums Maria Sacharowa.
    Die Sprecherin des russischen Aussenministeriums Maria Sacharowa.
    Bild: Keystone/AP/Russian Foreign Ministry Press Service

    «Wir haben die Schweizer Seite wiederholt darauf aufmerksam gemacht, dass ihr unverantwortliches Festhalten am offen russlandfeindlichen Kurs gegen die erklärte ‹Neutralität› verstösst», sagte die Sprecherin. Sie nannte dabei explizit die Teilnahme der Schweiz an den Sanktionen gegen Russland und die «uneingeschränkte Solidarität mit dem Kiewer Regime».

    Die Sprecherin des Aussenministeriums erklärte, dass sich mehrere andere Staaten bereiterklärt hätten, die regelmässigen Diskussionstreffen ausrichten zu wollen.

  • 15.16 Uhr

    Selenskyj: Wir kennen den Schrecken der iranischen Drohnen

    Im Namen der Ukraine hat Präsident Wolodymyr Selenskyj den iranischen Luftangriff auf Israel verurteilt. «Wir in der Ukraine kennen den Schrecken solcher Angriffe durch Russland sehr gut, weil es die gleichen Shahed-Drohnen und russischen Geschosse einsetzt, die gleiche Taktik kombinierter Luftangriffe.» Das schrieb Selenskyj am Sonntag im sozialen Netzwerk X (vormals Twitter).

    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj verurteilt den iranischen Angriff auf Israel.
    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj verurteilt den iranischen Angriff auf Israel.
    Bild: Keystone/AP/Efrem Lukatsky

    Eine weitere Eskalation im Nahen Osten müsse unbedingt verhindert werden. Der Iran bedrohe den gesamten Nahen Osten wie auch Russland eine Bedrohung sei. «Die offenkundige Zusammenarbeit beider Regime bei der Verbreitung von Terror braucht eine entschlossene und geeinte Antwort der Welt», schrieb der ukrainische Staatschef. Dazu gehöre, dass vor allem der Kongress in Washington die notwendigen Beschlüsse fasse, um die Verbündeten der USA zu unterstützen.

    Russland fliegt fast jede Nacht Luftangriffe auf die Ukraine mit Dutzenden Shahed-Kampfdrohnen iranischer Bauart. Teils werden die Drohnen aus dem Iran geliefert, teils baut Russland sie nach. Der Ukraine fehlt es in ihrem Abwehrkampf derzeit an Waffen - auch weil innenpolitischer Streit in den USA gerade Entscheidungen über neue Hilfen blockiert.

  • 13.55 Uhr

    Russland konzentriert Drohnenangriff auf Charkiw

    Russland hat seine Drohnenangriffe in der Nacht auf die ostukrainische Millionenstadt Charkiw konzentriert. In der Stadt, die seit Wochen immer wieder aus der Luft beschossen wird, waren Explosionen zu hören. «Charkiw ist Gefahrenzone. Die Stadt wird von Shahed-Drohnen angegriffen», schrieb Bürgermeister Ihor Terechow auf Telegram. Angaben zu Verletzten gab es nicht.

    Die ukrainische Luftwaffe berichtete morgens, alle zehn angreifenden russischen Kampfdrohnen über dem Gebiet Charkiw seien abgeschossen worden. Die Militärangaben waren nicht unabhängig überprüfbar. Ziel des Angriffs sei die kritische Infrastruktur der Stadt gewesen, teilte Gebietsgouverneur Oleh Synjehubow mit. Der öffentlich-rechtliche Kanal Suspilne meldete, in einigen Stadtteilen sei nach dem Angriff der Strom ausgefallen.

    Charkiw zählte vor dem russischen Angriffskrieg etwa 1,5 Millionen Einwohner. Die zweitgrösste Stadt der Ukraine liegt nur etwa 40 Kilometer von der russischen Grenze entfernt. Deshalb schlagen dort russische Raketen und Bomben so gut wie ohne Vorwarnzeit ein. Seit Mitte März hat Russland seine Angriffe auf die Stadt noch einmal verstärkt. Die Stromversorgung ist stark beeinträchtigt. Befürchtet wird, dass Charkiw mit diesen Angriffen allmählich unbewohnbar gemacht werden soll.

    Die Ukraine wehrt seit über zwei Jahren eine russische Invasion ab. Am Samstagabend gab es nach Behördenangaben einen Treffer auf das Dorf Wessele, das im Gebiet Charkiw dicht an der Grenze zu Russland liegt. Ein Mann und eine Frau seien tot in den Trümmern eines Hauses gefunden worden.

    Das russische Verteidigungsministerium in Moskau teilte am Sonntag mit, morgens seien über dem südrussischen Gebiet Krasnodar zehn ukrainische Kampfdrohnen abgefangen worden. Angaben zu Zielen und möglichen Auswirkungen dieses Angriffs wurden nicht gemacht.

  • Sonntag, 14. April 2024, 0.30 Uhr

    Moskau: Neun ukrainische Fallschirmjäger ergeben sich

    Nach russischen Angaben haben sich mehrere ukrainische Soldaten ergeben. Es handele sich um neun Fallschirmjäger, teilt das Verteidigungsministerium der staatlichen Nachrichtenagentur Tass zufolge mit. «Soldaten der 25. separaten Luftlandebrigade der ukrainischen Streitkräfte haben sich als Einheit den russischen Truppen der Kampfgruppe Tsentr (Zentrum) im Raum Awdijiwka ergeben», meldet das Ministerium demnach.

  • 21 Uhr

    Wir beenden den Ticker am Samstag, 13. April 2024

  • 20.43 Uhr

    Selenskyj unterstreicht Führungsrolle Deutschlands

    Nach der Entscheidung der Regierung in Berlin zur Lieferung eines weiteren Patriot-Flugabwehrsystems an die Ukraine hat deren Präsident Wolodymyr Selenskyj die Bedeutung Deutschlands für die Unterstützung des angegriffenen Landes betont. «Die Führungsrolle Deutschlands ist wirklich spürbar, und dank dieser Führungsrolle werden wir in der Lage sein, Tausende Menschenleben zu retten und der Ukraine mehr Schutz vor dem russischen Terror zu bieten», sagte Selenskyj am Samstag in seiner allabendlichen Videoansprache. Zugleich richtete er weitere Worte des Dankes an Bundeskanzler Olaf Scholz: «Olaf, Herr Bundeskanzler, noch einmal vielen Dank für die Flugabwehr.»

    Selenskyj deutete an, dass im Telefonat mit Scholz auch über weitere Waffenlieferungen gesprochen worden sei. «Wir arbeiten mit Deutschland auch an einem zusätzlichen IRIS-T-System, das ebenfalls ein starkes Luftabwehrsystem ist, und an Raketen für unsere bestehenden Luftabwehrsysteme.»

  • 16.05 Uhr

    Telefonat mit Selenskyj: Scholz bekräftigt Solidarität mit Ukraine

    Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat in einem Telefonat mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj Deutschlands Solidarität mit dem von Russland angegriffenen Land bekräftigt. Scholz habe mit Selenskyj Möglichkeiten der weiteren Stärkung der ukrainischen Luftverteidigung besprochen, teilte Regierungssprecher Steffen Hebestreit am Samstag mit. Zuvor hatte das Verteidigungsministerium mitgeteilt, dass Deutschland der Ukraine ein weiteres Patriot-Flugabwehrsystem liefern wird.

    Scholz und Selenskyj hätten übereingestimmt, dass weitere Anstrengungen von Partnern dabei erforderlich seien, teilte Hebestreit mit. «Der Bundeskanzler sagte zu, dass Deutschland die Initiative der Schweiz für eine hochrangige internationale Friedenskonferenz tatkräftig unterstützen werde und auf eine möglichst breite globale Teilnahme hinwirken werde», heisst es in der Mitteilung. Die Schweiz plant eine hochrangige internationale Ukraine-Friedenskonferenz im Juni. Russland wird daran allerdings nicht teilnehmen.

  • 15.49 Uhr

    Ukrainischer Oberbefehlshaber: Lage an der Front spitzt sich zu

    Das ukrainische Militär ist bei der Verteidigung gegen den russischen Angriffskrieg nach eigenen Angaben in eine schwere Lage geraten. «Die Lage an der Ostfront hat sich in den vergangenen Tagen deutlich zugespitzt», schrieb Oberbefehlshaber Olexander Syrskyj am Samstag auf Telegram. Dies hänge mit verstärkten Offensivbemühungen der russischen Truppen nach der Präsidentenwahl in Russland zusammen, meinte er. Besonders heikel ist seiner Einschätzung nach die Lage um die im Gebiet Donezk gelegenen Städte Lyman, Bachmut und Pokrowsk. Gerade in Pokrowsk, westlich der erst zu Jahresbeginn von den Russen eroberten Stadt Awdijiwka, versuche das russische Militär, unter Einsatz Dutzender Panzer die Verteidigungslinien zu durchbrechen.

    Generaloberst Olexander Syrskyj verkündet den Rückzug aus Awdijiwka.
    Generaloberst Olexander Syrskyj verkündet den Rückzug aus Awdijiwka.
    Bild: Keystone/Ukrainisches Präsidentialamt/Pool/Planet Pix via ZUMA Press Wire

    Syrskyj forderte die Aufrüstung der ukrainischen Armee mit Hightech-Waffen wie Drohnen. Nur mit technologischen Neuerungen könne es gelingen, das numerische Übergewicht der russischen Angreifer auszugleichen. Seit Monaten erbittet Kiew vom Westen eine stärkere Unterstützung. Wegen des Mangels an Munition und Waffen sind die Ukrainer immer stärker in die Defensive geraten.

    Ein ukrainischer Soldat bereit an der Front nahe Awdijiwka eine FPV-Drohne vor. Durch eine Brille sehen die Soldaten das Geschehen aus der Sicht der «First Person View-Drohne». (22. März 2024).
    Ein ukrainischer Soldat bereit an der Front nahe Awdijiwka eine FPV-Drohne vor. Durch eine Brille sehen die Soldaten das Geschehen aus der Sicht der «First Person View-Drohne». (22. März 2024).
    Bild: Keystone/AP Photo/Efrem Lukatsky
  • 15.12 Uhr

    Deutschland liefert weiteres Patriot-System an Ukraine

    Zur Stärkung der Ukraine in ihrem Abwehrkampf gegen Russland liefert die Bundesregierung ein weiteres Luftabwehrsystem vom Typ Patriot. Das teilte das Bundesverteidigungsministerium am Samstag mit. Es kommt aus Beständen der Bundeswehr und soll unverzüglich übergeben werden.

     Soldaten der deutschen Luftwaffe bei einer Übung mit Patriot.
     Soldaten der deutschen Luftwaffe bei einer Übung mit Patriot.
    Bild: Keystone/dpa/Jens Büttner
  • 14.20 Uhr

    Raketenschlag gegen russisch besetzte Stadt Luhansk

    Bei Raketenangriffen auf die von russischen Truppen besetzte Grossstadt Luhansk sind offiziellen Angaben zufolge mehrere Menschen verletzt worden. Einschläge habe es in der Nähe des Busbahnhofs und einer Maschinenbaufabrik gegeben, schrieb der russische Politiker Wladimir Rogow, Vorsitzender der Bewegung «Wir sind mit Russland zusammen», am Samstag auf seinem Telegram-Kanal. Demnach wurden drei Zivilisten verletzt und mehrere Wohnhäuser beschädigt. Ukrainische Medien wiederum berichteten, der Angriff habe einer Militäreinheit und einer Ansammlung von Militärfahrzeugen in der Nähe der Fabrik gegolten. Unabhängig lassen sich die Angaben nicht überprüfen.

    Luhansk wird bereits seit 2014 von moskautreuen Separatisten kontrolliert. Im Februar 2022 erkannte Kremlchef Wladimir Putin die selbst ernannten Volksrepubliken Donezk und Luhansk zunächst als unabhängige Staaten an und begann dann auch unter dem Vorwand, dort russische Staatsbürger zu schützen, seinen Krieg gegen die Ukraine.

    In der in dem Krieg ebenfalls von den Russen eroberten Kleinstadt Tokmak im Gebiet Saporischschja ist derweil die Zahl der Todesopfer nach einem Angriff am Freitag auf zehn gestiegen. Unter den Trümmern eines Wohnhauses seien zwei weitere Leichen gefunden worden, teilte der von Moskau eingesetzte Statthalter für den besetzten Teil des Gebiets Saporischschja, Jewgeni Balizki, bei Telegram mit. Zwei Personen würden noch vermisst, schrieb er. 18 Menschen wurden verletzt ins Krankenhaus eingeliefert.

  • 13.43 Uhr

    Ukraine baut mitten im Krieg neue Atomreaktoren

    Die Ukraine hat vor dem Hintergrund des anhaltenden Beschusses seiner Energieanlagen mit dem Bau von zwei weiteren Atommeilern im Westen des Landes begonnen. Im Beisein von Energieminister Herman Haluschtschenko und der US-Botschafterin in Kiew, Bridget Brink, sei der Grundstein für die Reaktorblöcke 5 und 6 des Atomkraftwerks Chmelnyzkyj gelegt worden, berichtete die Nachrichtenagentur Interfax-Ukraina am Samstag. Die Zeremonie soll bereits am Donnerstag stattgefunden haben, wurde aber aus Sicherheitsgründen erst jetzt bekannt.

    Im Gegensatz zu anderen Kraftwerkstypen hat Russland Nuklearanlagen mit seinen Drohnen- und Raketenangriffen bisher verschont - auch aus dem Bewusstsein heraus, dass dadurch eine vom Ausmass her schwer zu berechnende Atomkatastrophe hervorgerufen werden könnte.

  • 11.54 Uhr

    Armee: Militärische Lage in Ostukraine «erheblich verschlechtert»

    Die militärische Lage im Osten der Ukraine spitzt sich nach Angaben der Armeeführung zu: «Die Lage an der Ostfront hat sich in den vergangenen Tagen erheblich verschlechtert», sagte Armeechef Oleksandr Syrsky am Samstag.

    Seit der Präsidentschaftswahl in Russland vor einem Monat habe die russische Armee ihre Offensive «deutlich verstärkt». Die Ukraine wolle daher «die problematischsten Verteidigungs-Zonen mit elektronischer Kriegsführung und Luftverteidigung verstärken», kündigte Syrsky an.

    Bereits vor Tagen hatte die ukrainische Armee von einer «schwierigen und angespannten» Lage rund um die Stadt Tschassiw Jar gesprochen. Das Gebiet liege «unter Dauerfeuer». Tschassiw Jar liegt etwa 20 Kilometer westlich von Bachmut, das im Mai vergangenen Jahres nach monatelangen Kämpfen von russischen Truppen erobert wurde.

    «Der Feind greift unsere Stellungen in den Sektoren Lyman und Bachmut mit von gepanzerten Fahrzeugen unterstützten Kampfgruppen an», sagte Syrsky. Im Gebiet Pokrowsk versuchten russische Truppen, die ukrainischen Verteidigungslinien mit dutzenden von Panzern und gepanzerten Truppen zu durchbrechen.

  • 10.52 Uhr

    Letzter Reaktor im AKW Saporischschja in Kaltzustand versetzt

    Der letzte Reaktor des zuletzt mehrfach unter Beschuss geratenen Atomkraftwerks Saporischschja im Süden der Ukraine ist in den Kaltzustand versetzt worden. Damit seien nun alle sechs Reaktorblöcke im Kaltzustand, Radioaktivität sei bei der Prozedur nicht ausgetreten, teilte die von den russischen Besatzungstruppen eingesetzte Kraftwerksleitung am Samstag auf ihrem Telegram-Kanal mit. Die Arbeiten seien streng in Übereinkunft mit den geltenden Betriebsnormen vollzogen worden, betonte das Management.

    Das mit einer Leistungsfähigkeit von knapp sechs Gigawatt potenziell grösste Atomkraftwerk Europas wurde kurz nach Beginn von Moskaus Angriffskrieg gegen die Ukraine von russischen Truppen besetzt - und später vermint. Mehrfach geriet es unter Beschuss, worauf international die Sorge vor einem Atomunglück stieg. Beide Kriegsparteien werfen sich gegenseitig immer wieder vor, einen Vorfall am AKW provozieren zu wollen.

    Wegen der Gefahr wurde das Kraftwerk bereits im September 2022 heruntergefahren. Allerdings befand sich mehrfach wechselnd ein Block dabei im Warmzustand. In diesem Zustand produziert der Reaktor keinen Strom, sondern Dampf, der für den Bedarf der Anlage verwendet wurde. Der Kaltzustand gilt als der sicherste – dann sind die Blöcke auf niedrigen Druck heruntergefahren und werden durch kaltes Wasser gekühlt.

  • 07.09 Uhr

    Selenskyj beklagt fehlende Unterstützung

    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat einmal mehr die aus seiner Sicht mangelnde militärische Unterstützung des Westens im Abwehrkampf seines Landes gegen die russischen Invasionstruppen beklagt. «Leider verlangsamt sich ein Teil der Unterstützung, und wir müssen alles tun, was wir können, um unsere eigenen Fähigkeiten zu verbessern», sagte er am Freitag bei einem Treffen lokaler und regionaler Gebietskörperschaften in Tscherniwzi in der Westukraine. Dennoch müsse alles getan werden, damit die Aufmerksamkeit der Welt auf die Ukraine gerichtet bleibe.

    Aktuellstes Problemfeld der Ukraine sei gegenwärtig der Energiesektor, der im Visier ständiger schwerer russischer Angriffe steht und bereits unter grossen Ausfällen in der Stromversorgung leidet. Zwar bemühe sich die Regierung in Kiew um einen weiteren Ausbau der Flugabwehr, doch sollten die einzelnen Gemeinden die Probleme im Auge behalten. «Wir müssen uns auf allen Ebenen auf die nächste Heizperiode vorbereiten - in den Gemeinden, bei den Behörden und in unseren Energieunternehmen», betonte Selenskyj.

    Bei einem anschliessenden Treffen mit ukrainischen Wirtschaftsvertretern sagte Selenskyj, dass die Rüstungsindustrie weiterhin oberste Priorität habe. «Es herrscht Krieg und wir müssen schneller sein als der Feind», sagte Selenskyj. «Aber die Wirtschaft, die Arbeitsplätze schafft, ist genauso wichtig.» Allerdings habe der Krieg, genauer gesagt die ständigen russischen Angriffe, zu einer Verlagerung der Unternehmen in die Regionen geführt.

  • 23.57 Uhr

    Wir beenden den Ticker am Freitag, 12. April 2024

  • 23.11 Uhr

    Rockband in Belarus zu zwei Jahren Arbeitslager verurteilt

    Die Mitglieder der regierungskritischen belarussischen Rockband Nizkiz sind zu zwei Jahren Arbeitslager verurteilt worden. Alexander Iljin, Sergej Kulscha und Dmitri Chaljaukin seien für schuldig befunden worden, Aktionen organisiert und geplant zu haben, die gegen die öffentliche Ordnung verstiessen, teilten die belarussischen Behörden am Freitag mit.

    Ausserdem wurden sie und ihre Band als extremistisch eingestuft, wodurch ihre Songs de facto verboten sind und auch ihre Fans strafrechtlich belangt werden könnten. Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja forderte Musiker auf aller Welt auf, sich solidarisch mit Nizkiz zu zeigen.

    Die belarussische Rockband Nizkiz bei einem Auftritt in Polen im Juni 2022.
    Die belarussische Rockband Nizkiz bei einem Auftritt in Polen im Juni 2022.
    Archivbild: IMAGO/ZUMA Wire
  • 22.09 Uhr

    USA: Russland wird bei Ausbau seines Militärs von China unterstützt

    Russland bekommt beim Ausbau seines Verteidigungsapparats nach Angaben aus US-Regierungskreisen Unterstützung aus China. Peking sei der Schlüsselfaktor bei der Wiederbelebung des russischen Militärs, das seit Beginn der Invasion in der Ukraine «ansonsten erhebliche Rückschläge» erlitten hätte, sagte ein hochrangiger US-Vertreter am Freitag zu Reportern. «Ohne den Beitrag der Volksrepublik China hätte Russland Schwierigkeiten, seine Kriegsanstrengungen aufrecht zu erhalten», gab er weiter an.

    Moskau unternehme derzeit «seine ehrgeizigste Verteidigungsexpansion seit der Sowjet-Ära - und zwar schneller, als wir es zu Beginn des Konflikts für möglich gehalten hätten», sagte der US-Beamte. Nach Einschätzung der USA sei eine der wichtigsten Massnahmen zur Unterstützung der Ukraine, China davon zu überzeugen, Russland nicht mehr zu militärisch unterstützen.

  • 20.58 Uhr

    Russischer Raketentest sorgt für Angst und Schrecken bei der Bevölkerung

    Die Russische Föderation hat vom Startplatz Kapustin Yar im Gebiet Astrachan aus ohne Vorwarnung einen Test mit einer ballistischen Interkontinentalrakete gestartet und damit die Bewohner der Region und der Nachbargebiete in Angst und Schrecken versetzt.

    Die Bewohner der Regionen Wolgograd, Astrachan und Orenburg sowie Dagestan haben zuerst ein ungewöhnliches Objekt gemeldet. Am Himmel war eine Rauchspur zu erkennen. 

    Erst später teilte das russische Verteidigungsministerium mit, dass vom Testgelände Kapustin Yar ein erfolgreicher Teststart einer ballistischen Interkontinentalrakete durchgeführt wurde.

  • 19.24 Uhr

    Ukrainische Truppen erhalten Ruhephasen vom Frontalltag

    Ungeachtet des massiven Drucks der russischen Streitkräfte auf die Frontlinien in der Ukraine haben die ukrainischen Militärs Wege gefunden, ihren Soldaten Möglichkeiten zur Entspannung zu bieten. «Die geplante Rotation der Einheiten, die seit Beginn der umfassenden Invasion in den Kampfgebieten im Einsatz sind, geht weiter», teilte der Generalstab in Kiew am Freitagabend auf Facebook mit. Es seien Möglichkeiten gefunden worden, abwechselnd Brigaden von den Fronten abzuziehen und ihnen Ruhepause zu gönnen.

    Neu an die Fronten befohlene Einheiten seien mit Reservisten aufgefüllt und verstärkt worden. «Dieser Prozess wird fortgesetzt», hiess es. Viele ukrainische Soldaten hatten fast zwei Jahre ohne Pause an den Fronten gekämpft. Erst Anfang dieses Jahres war in Kiew beschlossen worden, viele der Frontkämpfer vorübergehend in die Reserve zu versetzen und die Streitkräfte mit der Einberufung neuer Rekruten zu verstärken.

  • 19.08 Uhr

    Fünf Welpen aus Trümmern von zerstörten Haus in der Ukraine gerettet

    Einsatzkräfte haben fünf Welpen aus den Trümmern eines zerstörten Hauses in der Ukraine gerettet. Der staatliche Notdienst der Ukraine postete am Freitag auf seinem Telegram-Kanal ein Video von den kleinen Hunden, die von Feuerwehrleuten in Händen gehalten und mit Wasser abgewaschen wurden.

    Den Angaben zufolge war das gewerblich genutzte Gebäude in der Stadt Sumy in Brand geraten – ob infolge eines russischen Angriffs oder nicht, blieb unklar. Auch wann sich die Rettung der Welpen ereignete wurde nicht mitgeteilt.

    «Glücklicherweise geht es den Kleinen gut, sie wurden nicht verletzt», hiess es in dem Telegram-Post. «Diese Geschichte einer Rettung erinnert uns an die Wichtigkeit menschlicher Anteilnahme und die Bereitschaft, jedem zu helfen, unabhängig von den Umständen», schrieb der Rettungsdienst.

  • 18.48 Uhr

    Ex-Geheimagent aus der Ukraine durch Autobombe in Moskau verletzt

    Ein ehemaliger Mitarbeiter des ukrainischen Inlandsgeheimdienstes SBU ist nach Berichten russischer Staatsmedien am Freitag bei einem Sprengstoffanschlag auf sein Auto in Moskau verletzt worden. Die Nachrichtenagentur Ria Nowosti berichtete unter Berufung auf Sicherheitskreise, Wassili Prosorow habe Verletzungen an Händen und Beinen erlitten.

    Ein Vertreter des Rettungsdienstes, der nicht namentlich genannt wurde, sagte russischen Medien, der Sprengsatz sei unter Prosorows Geländewagen platziert worden. Das Auto war demnach von seinem Wohnhaus im Norden der russischen Hauptstadt geparkt und der Sprengsatz ging hoch, als Prosorow den Wagen startete.

    In Online-Netzwerken veröffentlichte Aufnahmen zeigen einen Mann, der vor einem Wohnhaus ins Auto steigt, und dann eine Explosion. Wie russische Staatsmedien unter Berufung auf sein Umfeld berichteten, wurde Prosorow nicht lebensgefährlich verletzt.

  • 18.26 Uhr

    Scholz: Gespräch mit Putin derzeit nicht sinnvoll

    Der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz hält Gespräche mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin über ein Ende des Ukraine-Krieges derzeit nicht für zielführend. «Solche Gespräche sind dann sinnvoll, wenn man das Gefühl hat, etwas bewirken zu können. Die russische Kriegsführung spricht aktuell dagegen, sagte der SPD-Politiker der «wochentaz» (Samstag).

    Der Kanzler verwies darauf, dass er in der Vergangenheit einige Gespräche mit Putin geführt habe, was mitunter kritisch beäugt worden sei. «Und ich schliesse weitere Gespräche für die Zukunft nicht aus», fügte er hinzu. Scholz hat nach eigener Aussage zuletzt im Dezember 2022 mit Putin geredet. Auf die Frage, wann ein Gespräch wieder sinnvoll sei, sagte der Kanzler: «Auf alle Fälle, wenn Russland einsieht, dass es keinen Diktatfrieden geben wird, und Putin erkennt, dass er seinen Feldzug abbrechen und Truppen zurückziehen muss.»

  • 17.43 Uhr

    Estland bemerkt mehr Aktivitäten der russischen Geheimdienste

    Russische und chinesische Geheimdienste weiten ihre Aktivitäten in Estland einem Bericht des Inlandsnachrichtendienstes des baltischen EU- und Nato-Landes zufolge immer mehr aus. «Die russischen Geheimdienste und Sicherheitsdienste sind deutlich aggressiver geworden. Während sie in mancher Hinsicht grober vorgehen, wenden sie auch verdecktere Methoden an», schreibt die Sicherheitspolizei des an Russland grenzenden Ostseestaats in ihrem am Freitag in Tallinn veröffentlichten Jahresbericht. «Die Konfrontation mit der Ukraine hat ihnen eine neue Richtung und einen neuen Zweck gegeben – sie stellen eine ernsthafte Bedrohung dar.»

  • 16.44 Uhr

    Niederlande erhöhen Hilfe für Ukraine auf drei Milliarden Euro

    Die Niederlande erhöhen ihre Hilfe für die Ukraine in diesem Jahr von zwei auf drei Milliarden Euro. «Die Ukraine hat mehr nötig, um sich selber zu schützen», teilte Premierminister Mark Rutte am Freitag in Den Haag mit und verwies dabei auf die anhaltenden russischen Angriffe auf die Energieversorgung und auf Städte in der Ukraine. Deswegen habe er dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in einem Gespräch am Freitag eine Aufstockung der niederländischen Unterstützung zugesichert. Beschlossen worden sei ausserdem, der Ukraine im folgenden Jahr drei Milliarden Euro an Militärhilfe zur Verfügung zu stellen.

  • 16.06 Uhr

    Ständerats-Kommission will russische Spione konsequenter ausweisen

    Der Bundesrat soll russische und andere ausländische Spione konsequenter des Landes verweisen. Das fordert nach dem Nationalrat auch die zuständige Ständeratskommission. Der Bundesrat will unabhängig vom Ausgang des Geschäfts weiterhin jeden Fall einzeln prüfen.

    Mit 8 zu 4 Stimmen hat die Aussenpolitische Kommission des Ständerats (APK-S) eine Motion ihrer Schwesterkommission des Nationalrats zur Annahme empfohlen, wie die Parlamentsdienste am Freitag mitteilten. Die grosse Kammer hiess den Vorstoss in der Wintersession mit 103 zu 74 Stimmen bei 19 Enthaltungen gut.

    Stimmt auch die kleine Kammer dem Vorstoss zu, muss der Bundesrat sämtliche ausländischen Personen konsequent des Landes verweisen, die durch verbotene nachrichtendienstliche Tätigkeit die innere oder äussere Sicherheit der Schweiz oder die Rolle der Schweiz als Gaststaat gefährden und die nicht strafrechtlich verfolgt werden können.

    Nach Meinung der Mehrheit der APK-S gefährden illegale Tätigkeiten die geschützten Dialogräume, die namentlich durch das Internationale Genf zur Verfügung gestellt werden, wie es in der Mitteilung hiess. Darüber hinaus könnten diese Tätigkeiten für die diplomatischen Interessen der Schweiz und die ins Visier genommenen Personen ein Risiko darstellen. Deshalb sollten die Wegweisungsmechanismen für Personen, die nicht strafrechtlich verfolgt werden können, ausgebaut werden, ohne jedoch auf eine Einzelfallprüfung zu verzichten.

    Verteidigungsministerin Viola Amherd stellte im Nationalrat klar, dass auch bei einer Annahme der Motion weiterhin eine Einzelfallprüfung und ein Einzelfallentscheid erfolgen würden, um jeweils den besonderen Umständen und den Interessen der Schweiz gebührend Rechnung zu tragen.

  • 15.17 Uhr

    Kreml holt geplatztes Friedensabkommen aus Schublade

    Der Kreml sieht ein kurz nach Kriegsbeginn ausgehandeltes, letztlich aber gescheitertes Abkommen zwischen Russland und der Ukraine über einen Friedensschluss als mögliche Basis für eine neue Lösung - und stellt Zusatzforderungen.

    Die damals in Istanbul ausgehandelte Vereinbarung könne als Grundlage für neue Verhandlungen dienen, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Freitag der Nachrichtenagentur Interfax zufolge. «In unserer Verfassung sind nun neue Gebiete verankert, was vor zwei Jahren noch nicht so war», schränkte er zugleich ein.

    Kreml-Sprecher Dimitri Peskow (Archivbild). 
    Kreml-Sprecher Dimitri Peskow (Archivbild). 
    KEYSTONE
  • 14.38

    Ukraine hat fast alle Wärmekraftwerke verloren

    Nach massiven russischen Angriffen seit Mitte März ist der Grossteil der ukrainischen Wärmekraftwerke zerstört oder unter russischer Kontrolle. Das lässt sich aus einer ukrainischen Medienrecherche und den Angaben von Unternehmen ableiten.

    «Nach dem letzten Beschuss und der Zerstörung des Tripyllja-Wärmekraftwerks hat das Staatsunternehmen Zentrenerho einhundert Prozent seiner Stromerzeugungskapazitäten verloren», schrieb das Online-Nachrichtenportal Ukrajinska Prawda am Freitag. Zuvor war bereits das Wärmekraftwerk bei Smijiw im ostukrainischen Gebiet Charkiw zerstört worden. Seit Sommer 2022 ist das ebenso zu Zentrenerho gehörende Kraftwerk Wuhlehirsk im Gebiet Donezk unter russischer Kontrolle.

    Nach Angaben des grössten privaten Energieunternehmens DTEK sind fünf seiner sechs Kraftwerke zumindest stark beschädigt. Nur 20 Prozent der Kapazitäten zur Stromproduktion seien intakt. Die Ukrajinska Prawda geht nach den neuerlichen Angriffen davon aus, dass es eher weniger sind.

    Beim dritten Betreiber von Wärmekraftwerken, Donbassenerho, ist die Situation nicht besser. Das Kraftwerk bei Starobeschewe im Gebiet Donezk ist der Recherche zufolge bereits seit 2015 unter Kontrolle der prorussischen Separatisten. Das zweite Kraftwerk des Unternehmens bei Slowjansk werde regelmässig beschossen, hiess es.

    Wärmekraftwerke verbrennen Kohle, Heizöl oder Gas, um Strom zu erzeugen. Der Grossteil der ukrainischen Wärmekraftwerksblöcke wird mit Kohle betrieben.

    Russland greift auch Wasserkraftwerke an. Im März setzte Raketenbeschuss das grosse Dnipro-Wasserkraftwerk in Saporischschja durch Raketenangriffe ausser Betrieb. Die Angriffe zielten vor allem auf die Wärme- und Wasserkraftwerke, da diese wichtig für die Netzstabilität seien, erläuterte Ukrajinska Prawda. Sie könnten die Stromproduktion am Morgen und Abend schnell hochfahren, wenn der Verbrauch stark ansteige.

    Die drei unter ukrainischer Kontrolle verbliebenen ukrainischen Atomkraftwerke, die die Grundlast gewährleisten, seien von den Angriffen ausgenommen. Energieminister Herman Haluschtschenko gab am vergangenen Sonntag den Atomanteil an der Stromerzeugung mit mehr als 50 Prozent an.

    Trotz der massiven Zerstörungen der Energieinfrastruktur gibt es nach Angaben des Stromnetzbetreibers Ukrenerho regelmässige Stromabschaltungen bislang nur im ostukrainischen Gebiet Charkiw. Im Gebiet Dnipropetrowsk seien Industrieabnehmer von Stromabschaltungen betroffen. Um die Versorgung zu gewährleisten, werde zu den Spitzenverbrauchszeiten morgens und abends Strom aus den Nachbarstaaten Rumänien, Slowakei, Ungarn und Moldau importiert.

  • 13.28 Uhr

    Russische Soldaten sollen massenhaft desertieren

    Zahlreiche russische Soldaten in der Region Cherson legen offenbar ihre Waffen nieder und weigern sich, weiter zu kämpfen. Das berichtet die militärische Partisanenbewegung Atesh auf ihrem Telegram-Kanal. Gemäss internen Informationen des russischen Geheimdiensts weigern sich die Soldaten vermehrt, in den Kampf zu ziehen, viele verlassen ihren zugewiesenen Ort vorsätzlich und ohne Absprache», schreibt die Gruppe. Zahlreiche Russen würden sich in leerstehenden Häusern verstecken. «Gemäss unseren Informationen sind zahlreiche desertierte Soldaten Gefangene.»

    Unabhängig überprüft werden können die Angaben nicht. Allerdings hat die Atesh-Bewegung seit dem Ausbruch des Kriegs im Jahr 2022 immer wieder Informationen über den Krieg veröffentlicht, die später unabhängig bestätigt werden konnte. Atesh sammelt Informationen über lokale russische Operationen in den besetzten Gebieten und operiert gleichzeitig als militärische Partisanengruppe. 

  • 12.34 Uhr

    Belgiens Justiz ermittelt zu russischem Einflussversuch

    Von Russland gesteuerte Netzwerke versuchen nach Erkenntnissen belgischer Geheimdienste, prorussischen Kandidaten zu Erfolgen bei der kommenden Europawahl zu verhelfen.

    Belgiens Regierungschef Alexander De Croo sagte heute in Brüssel: «Belgischen Nachrichtendienste haben die Existenz prorussischer Einmischungsnetzwerke mit Aktivitäten in mehreren europäischen Ländern und auch hier in Belgien bestätigt.»

    Den Informationen der Nachrichtendienste zufolge sei das Ziel Moskaus klar. Es bestehe darin, mehr prorussische Kandidaten in das Europäische Parlament zu wählen und ein prorussisches Narrativ in dieser Institution zu verstärken. Ermittlungen seien eingeleitet worden.

  • 12.07 Uhr

    Schweiz äussert sich nicht zu Putin-Kritik 

    Das Schweizer Aussendepartement reagiert nicht auf die Kritik des russischen Präsidenten Wladimir Putin an der geplanten Ukraine-Friedenskonferenz auf dem Bürgenstock NW. Man kommentiere Äusserungen von ausländischen Staatschefs nicht, hiess es auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA am Freitag.

    Putin hatte in einer Rede am Donnerstag gesagt, Russland werde nicht eingeladen, gleichzeitig werde zugegeben, dass sich ohne Moskau nichts entscheiden lasse. Und weil keine russische Delegation hinfahre, werde gesagt, dass Russland Verhandlungen ablehne. Das sei ein echtes Panoptikum, ein Kuriositätenkabinett, sagte Putin.

    Nach Angaben des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) werden die Einladungen zur Friedenskonferenz im Juni in den kommenden Wochen an rund 120 Staaten versandt. Russland werde daran nicht teilnehmen, hatte Cassis bereits am Mittwoch gesagt. Es sei aber klar, dass ein echter Friedensprozess letztlich nur unter Beteiligung beider Parteien stattfinden könne, schrieb das EDA dazu am Freitag.

    Der russische Aussenminister Sergej Lawrow sei deshalb auch der Erste gewesen, mit dem sich Bundesrat Ignazio Cassis über die konkrete Durchführung einer Konferenz unterhalten habe. Dabei habe Cassis auch betont, dass die Schweiz offen über alle Standpunkte diskutieren und alle Friedenspläne anschauen wolle.

  • 11.21 Uhr

    FSB: Britische Spezialeinheit hilft Kiews Truppen

    Der russische Geheimdienst FSB wirft Grossbritannien vor, Truppen in die Ukraine geschickt zu haben. Wie «Reuters» berichtet, würden demnach britische Spezialeinheiten der ukrainischen Armee bei Kommando-Aktionen bei der Tendra-Nehrung helfen.

    Die Tendra-Nehrung ist eine unbewohnte ukrainische Insel im Schwarzen Meer, die rund 85 Kilometer südwestlich von Cherson liegt. Dort wollen die Russen einen ukrainischen Marineinfanteristen gefagen genommen haben.

    Lage der Tendra-Nehrung, die rund 85 Kilometer südwestlich von Cherson liegt.
    Lage der Tendra-Nehrung, die rund 85 Kilometer südwestlich von Cherson liegt.
    Google Earth

    Dessen Einheit war laut FSB «von einer Einheit des Special Boat Service (SBS) angeführt worden, was eine direkte Beteiligung Grossbritanniens in dem Konflikt anzeigt». London wollte diese Meldung zunächst nicht kommentieren.

    Der SBS existiert seit 1940 und ist in seiner Rolle vergleichbar mit anderen maritimen Spezialeinheiten wie die Navy Seals oder die Kampfschwimmer der Bundesmarine. Landungsoperationen, Sabotage-Akte, Aufklärung und Anti-Terror-Einsätze gehören zum Portfolio. 

  • 9.47 Uhr

    Rebellion im EU-Parlament: Budget des Europäischen Rats wird blockiert, bis Patriot für Kiew aufgetrieben werden

    Als am 11. April in Brüssel das EU-Parlament zusammenkommt, steht eigentlich nichts Kontroverses auf der Agenda. So soll zum Beispiel das Budegt des Europäischen Rats durchgewunken werden. Doch so weit kommt es nicht, weil Guy Verhofstadt eine Rebellion anzettelt.

    Der Belgier hält im Forum eine flammende Rede. Er bittet darum, die Tagesordnung zu ändern. Der Grund: «Was in der Ukraine passiert, macht mich sowas von krank», sagt der 71-Jährige. «Warum? Wie sie alle in den letzten 20 Tagen gesehen haben, gab es zahlreiche Angriffe der Russen auf gewöhnliche Städte, Spitäler, Energie-Einrichtungen, Wohnhäuser.»

    Verhofstadt fährt fort: «Was ich skandalös finde, ist, dass Europa der Ukraine die Tür geöffnet hat., und der Europäischen Rat ist trotz der Dringlichkeit nicht in der Lage, sich dazu durchzuringen, eine Zahl von Raketenabwehr-Systemen.» Applaus brandet auf, während der Politiker nachschiebt, dass es in Europa 100 Patriot-Systeme gebe.

    «[Wolodymyr Selenskyj] hat um sieben Systeme gebeten, um seine Städte zu schützen», sagt Verhofstadt weiter. Sein Vorschlag: Die Genehmigung des Budgets des Europäischen Rats solle auf das nächste Treffen verschoben werden, und der Europäischen Rat solle zusehen, dass er sieben Patriot-Systeme auftreibt.

    Zur Überraschung viele Beobachter macht das EU-Parlament prompt Nägel mit Köpfen: Mit 515 Stimmen bei nur 62 Gegenstimmen wird der Vorschlag angenommen. Der Europäische Rat sitzt nun finanziell auf dem Trockenen, bis Kiew sieben Patriot-Systeme erhält.

    Hinweis: In einer früheren Version dieses Eintrags war vom Europarat anstatt dem Europäischen Rat die Rede. Der Artikel wurde angepasst. 

  • 6.05 Uhr

    Klitschko: «Das ist kein Krieg, das ist Terror»

    Angesichts der verstärkten russischen Angriffe auf die Ukraine hat Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko dringend um weitere Waffenlieferungen seiner Verbündeten gebeten. «Das ist ein Krieg der Ressourcen, und deswegen brauchen wir Unterstützung unserer Partner», sagte Klitschko am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung «Maybrit Illner». Die Ukraine brauche dringend mehr Luftabwehrsysteme. «Wir haben nicht genug.» Jeden Tag gebe es Angriffe und die Russen ruinierten die Infrastruktur. «Das ist kein Krieg, das ist Terror.» Der russische Präsident Wladimir Putin habe angefangen, das Land zu verbrennen, damit Menschen dort nicht mehr leben könnten, weil ohne Elektrizität und Wasser Leben unmöglich sei.

    Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko im bei einem russischen Luftangriff beschädigten Stadtteil Pechersk. (25. März 2024)
    Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko im bei einem russischen Luftangriff beschädigten Stadtteil Pechersk. (25. März 2024)
    Bild: Keystone/AP Photo/Vadim Ghirda

    Auch die Verbündeten würden durch den ukrainischen Kampf geschützt. «Wir verteidigen jeden von euch», betonte Klitschko. Allein in Kiew seien trotz mehr Luftabwehrsystemen als anderswo im Land mittlerweile mehr als 800 Gebäude zerstört und mehr als 200 Zivilisten getötet worden. Zuvor hatte bereits der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj auf weitere westliche Waffenhilfe zur Abwehr russischer Luftangriffe gedrängt.

    In den vergangenen Tagen hatte Russland mit schweren Raketenangriffen mehrere Wärmekraftwerke zerstört und einmal mehr zahlreiche Anlagen und Stromleitungen in der Ukraine beschädigt. Schon kurz nach Kriegsbeginn hat Russland mit diesen Attacken begonnen, die vor allem die ukrainische Zivilbevölkerung treffen. Derzeit steht die ostukrainische Region Charkiw besonders unter russischem Beschuss.

    Chancen auf Verhandlungen zwischen der Ukraine und dem russischen Aggressor sieht Klitschko derzeit nicht. Russland versuche, sein Land «durch seine Muskelspiele» an den runden Tisch und zu Kompromissen zu zwingen, sagte er. Aus der Sicht Moskaus heisse das, einen grossen Teil der Ukraine abzutreten. Diplomatische Lösungen seien derzeit nicht möglich. Im Moment gebe es nur die Möglichkeit, an der Frontlinie und politisch stark zu sein. Die Ukrainer müssten ihr Land verteidigen, danach könne man reden. «Kompromisse sehen wir nicht.»

  • 5.28 Uhr

    Tusk: EU muss verstärkt auch Nachbarländer der Ukraine in den Blick nehmen

    Vor dem Hintergrund der Bedrohung durch Russland hat Polens Regierungschef Donald Tusk die Europäische Union (EU) aufgefordert, verstärkt auch die Nachbarländer der Ukraine in den Blick zu nehmen. Die EU müsse der Ukraine «so viel wie möglich helfen», sagte Tusk am Donnerstag nach einem Treffen mit EU-Ratspräsident Charles Michel in Warschau. Aber ganz Europa müsse «auch langsam aktiver darüber nachdenken, wie man Ländern wie Polen und Estland, die an der Frontlinie liegen, helfen kann».

  • 5.20 Uhr

    Putin: Russische Luftangriffe auf Ukraine Teil von deren «Entmilitarisierung»

    Die jüngsten russischen Luftangriffe auf das ukrainische Energienetz haben nach den Worten des russischen Präsidenten Wladimir Putin unter anderem die «Entmilitarisierung» der Ukraine zum Ziel. «Wir gehen davon aus, dass wir auf diese Weise Einfluss auf den militärisch-industriellen Komplex in der Ukraine nehmen», sagte Putin bei einem Treffen mit seinem belarussischen Kollegen Alexander Lukaschenko in Moskau am Donnerstag.

    Die Angriffe seien zudem eine Reaktion auf die Angriffe Kiews auf die russische Energieinfrastruktur, darunter insbesondere Raffinerien. «Wir haben in letzter Zeit eine Reihe von Angriffen auf unsere Energieanlagen beobachtet und waren gezwungen, darauf zu reagieren», sagte Putin weiter. Die russischen Streitkräfte hätten aber in diesem Winter «aus humanitären Gründen» keine ukrainischen Stromversorgungsanlagen ins Visier genommen. «Wir wollten soziale Einrichtungen, Krankenhäuser nicht von der Stromversorgung abschneiden», sagte der Kreml-Chef.

    In der Nacht zuvor hatte Russland mit schweren Raketenangriffen mehrere Wärmekraftwerke zerstört und einmal mehr zahlreiche Anlagen und Stromleitungen in der Ukraine beschädigt. Schon kurz nach Kriegsbeginn hat Russland mit diesen Attacken begonnen, die vor allem die ukrainische Zivilbevölkerung treffen.

    Im Winter 2022/2023 hatte Russland zahlreiche Luftangriffe auf das ukrainische Energienetz geflogen. Millionen Menschen waren bei Temperaturen unter null Grad Celsius immer wieder stundenlang ohne Strom und Heizung gewesen. In diesem Winter gab es zunächst weniger Angriffe, doch seit Ende März greift Moskau nahezu täglich das ukrainische Energieversorgungsnetz an.

    Der wirtschaftlich, politisch und militärisch stark vom Kreml abhängige Lukaschenko pflichtete seinem Gastgeber bei und behauptete, die Ukraine habe den Beschuss der Energieanlagen provoziert. 

  • 3.50 Uhr

    Macron ruft zu dauerhaft erhöhter Rüstungsproduktion auf

    Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat die Rüstungsindustrie seines Landes zu einer erhöhten Waffenproduktion aufgefordert. «Wir müssen uns dauerhaft auf einen geopolitischen und geostrategischen Wandel einrichten, in dem die Verteidigungsindustrie eine wachsende Rolle spielen wird», sagt Macron bei der Grundsteinlegung für eine neue Sprengpulverfabrik in Bergerac. Nötig sei eine Kriegswirtschaft, um der Ukraine Waffen zur Abwehr des russischen Angriffs liefern zu können und auch zur eigenen Verteidigung. «Wir Europäer müssen mehr tun und müssen es schneller tun und wenn die amerikanischen Finanzmittel nicht da sind, müssen wir Europäer uns mobilisieren und eine neue finanzielle Lösung finden. Wir arbeiten daran Hand in Hand mit Deutschland.»

  • 2.40 Uhr

    Ex-Botschafter Grenell hält Nato-Beitritt der Ukraine für sinnvoll

    Der ehemalige US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, hält Gespräche über eine Mitgliedschaft der Ukraine im Verteidigungsbündnis Nato für sinnvoll. «Wir müssen über territoriale Integrität sprechen», sagt Grenell dem deutschen Medienunternehmen Table.Briefings. Zudem fordert er einen Friedensplan für die Ukraine. «Das Problem ist, dass wir keinen Friedensplan von den Nato-Ländern gesehen haben. Wir haben keinen Friedensplan von Amerika gesehen. Wir haben keinen Friedensplan von den Deutschen gesehen», moniert er. Grenell wird als Kandidat für den Posten des US-Aussenministers gehandelt, sollte der Republikaner Donald Trump die US-Präsidentenwahl im November gewinnen.

  • Freitag, 12. April 2024, 1.17 Uhr

    Niger erhält russisches Waffensystem und Militärpersonal

    Russland hat dem westafrikanischen Niger ein Luftabwehrsystem und 100 Militärausbilder geschickt. Das Militärpersonal des russischen Verteidigungsministeriums solle das System installieren und die nigrischen Soldaten im Umgang damit schulen, berichtete am Donnerstagabend der staatliche nigrische Sender RTN. Vorangegangen sei bereits Ende März ein Telefonat des Juntachefs Abdourahamane Tiani mit Russlands Präsidenten Wladimir Putin.

    Der Niger war bis zum Militärputsch im vergangenen Juli der letzte demokratische Verbündete europäischer Staaten und der USA in der strategisch wichtigen Sahelzone in Westafrika, in der sich islamistische Terrorgruppen ausbreiten. Im März beendete die Junta ihre militärische Kooperation mit den USA im Anti-Terror-Kampf. 

    Das Staatsfernsehen zeigte Bilder einer Iljuschin-76-Maschine, die am Mittwoch auf dem Flughafen in Niamey gelandet sei. «Wir sind hier, um die Armee des Niger mithilfe der hier eingetroffenen militärischen Ausrüstung auszubilden», sagte ein vermummter hellhäutiger Mann in Militäruniform auf Französisch mit Akzent in die Kamera.

    Der Niger habe seit der Machtergreifung des Militärs am 26. Juli einen neuen Weg eingeschlagen, der zu einer Diversifizierung seiner Partner führe, um seine Souveränität gegenüber der Welt zu behaupten, hiess es in dem Beitrag weiter. Putin und Tiani hätten über die «Stärkung einer sektorübergreifenden und umfassenden strategischen Zusammenarbeit zwischen Niger und Russland zur Bewältigung der aktuellen Bedrohungen, insbesondere im Sicherheitsbereich» gesprochen.

    Der Niger wendet sich wie zuvor seine Nachbarn Mali und Burkina Faso von den westlichen Partnern, insbesondere Ex-Kolonialmacht Frankreich, ab und Russland zu. Alle drei Länder werden seit Putschen vom Militär regiert. In Mali kämpfen russische Militärs, die seit 2021 als Söldner der Wagner-Gruppe ins Land kamen und ebenfalls offiziell als Ausbilder bezeichnet werden, an der Seite der Armee gegen Aufständische. Die früheren Söldner unterstehen nun dem «Afrika-Korps» des russischen Verteidigungsministeriums. In Burkina Faso landeten im Januar die ersten 100 russischen Militärs, 200 weitere sollten folgen. Die drei Staaten haben sich in der Allianz der Sahel-Staaten (AES) zusammengeschlossen und verfolgen eine immer engere gemeinsame Aussen- und Sicherheitspolitik.

  • 23.57 Uhr

    Wir beenden den Ticker am Donnerstag, 11. April 2024

  • 23.42 Uhr

    Finnischer Grenzschutz besorgt über Risiko durch russische Öltanker in der Ostsee

    Der finnische Grenzschutz hat angesichts einer Flotte von «Geistertankern», die trotz Sanktionen russisches Öl durch die Ostsee transportieren, vor dem Risiko einer Ölpest gewarnt. Wie die Behörde erklärte, passieren wöchentlich 70 dieser Schiffe mit 100'000 Tonnen Rohöl an Bord den Finnischen Meerbusen, nachdem sie in verschiedenen russischen Häfen beladen wurden. Es bestehe «ein erhöhtes Unfallrisiko mit Folgen für die Umwelt», sagte der Leiter der Abteilung für maritime Sicherheit, Mikko Simola.

    Die Zahl der Tankerfahrten in dem Gebiet sei «ungefähr gleich hoch oder sogar höher als vor dem russischen Angriff auf die Ukraine», erklärte der finnische Grenzschutz weiter. Die älteren Schiffe ohne eindeutige Zugehörigkeit und Versicherung ermöglichen es Russland Experten zufolge trotz der wegen des Angriffskriegs verhängten Sanktionen weiter massiv Öl zu exportieren.

    Dem Grenzschutz zufolge fahren die Tanker etwa unter den Flaggen von Kamerun, Gabun, Dschibuti, Palau oder Belize. Diese seien in der nördlichen Ostsee «noch nie zuvor» gesehen worden. Die Überwachung des Gebiets sei verstärkt worden, erklärte der Grenzschutz. Finnland sei bereit, mit Unterstützung anderer Anrainerstaaten der Ostsee wie Schweden oder Estland einzugreifen.

  • 23.17 Uhr

    Lukaschenko fühlt sich vom Westen bedroht

    Der Machthaber von Belarus, Alexander Lukaschenko, hat bei einem Treffen mit Russlands Präsident Wladimir Putin über eine angebliche Bedrohung seines Landes aus dem Westen geklagt. «Die Lage ist schwer. Am meisten beunruhigt mich die Position der polnischen Führung», sagte Lukaschenko bei einem im Fernsehen übertragenen Gespräch in Moskau. Er kritisierte die Abhaltung von Militärmanövern im Baltikum und die Stationierung zusätzlicher Nato-Einheiten in den Nachbarländern von Belarus.

    «Amerikaner wurden verlegt und Deutsche, was verwunderlich ist — die Lektion haben sie nicht gelernt», sagte Lukaschenko; offensichtlich eine Anspielung auf den Zweiten Weltkrieg, als Soldaten der deutschen Wehrmacht die Sowjetunion überfallen hatten. Belarus sei wegen der hohen Militärpräsenz der Nato gezwungen, ebenfalls seine Einheiten in Grenznähe zu verstärken. «Wir haben aber nicht vor, irgendwo zu kämpfen», sagte er.

    Sowohl Putin als auch Lukaschenko bestritten die Absicht, europäische Länder anzugreifen. Die Beziehungen zwischen Russland und Belarus auf der einen und dem Westen auf der anderen Seite sind gespannt. Hintergrund ist der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine. Moskaus Truppen haben bei der Invasion vor mehr als zwei Jahren auch belarussisches Territorium als Aufmarschgebiet genutzt. Bis kurz vor dem Einmarsch hat Moskau damals vehement Pläne eines Angriffs als «Provokation» des Westens zurückgewiesen.

  • 22.22 Uhr

    Putin kritisiert geplante Ukraine-Konferenz auf dem Bürgenstock

    Russlands Präsident Wladimir Putin hat die geplante Friedenskonferenz auf dem Bürgenstock kritisiert. Russland werde dorthin nicht eingeladen, gleichzeitig werde zugegeben, dass sich ohne Moskau nichts entscheiden lasse, sagte Putin der Nachrichtenagentur Interfax zufolge bei einem Treffen mit Belarus' Machthaber Alexander Lukaschenko. «Und weil wir dort nicht hinfahren, wird nun gesagt, dass wir Verhandlungen ablehnen. Das ist ein echtes Panoptikum», sagte der Kremlchef. Am Mittwoch hatte allerdings die russische Botschaft in Bern mitgeteilt, dass Russland selbst bei einer Einladung nicht an dem Treffen teilnehmen würde.

    Nach Darstellung Putins hat sich die Ukraine mit dem Abbruch der Verhandlungen vor zwei Jahren — kurz nach Beginn des russischen Angriffskriegs — in die Ecke manövriert. Die Gegenseite habe gedacht, Russland könne auf dem Schlachtfeld besiegt werden. Dies habe sich aber als unmöglich herausgestellt. Russland sei zu Verhandlungen bereit, allerdings nicht über Schemen, «die nichts mit der Realität zu tun haben», sagte Putin.

    Auf dem Bürgenstock soll unter anderem auch über die sogenannte Friedensformel des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj verhandelt werden. Der hatte einen Rückzug der russischen Truppen aus allen besetzten Gebieten der Ukraine gefordert. Moskau hingegen beharrt auf einem Frieden zu seinen Bedingungen. Das schliesst den Einbehalt der bisherigen Eroberungen, den Verzicht der Ukraine auf einen Nato-Beitritt und eine schlagkräftige Armee ein. Hinzu kommen möglicherweise weitere Forderungen nach Gebietsabtretungen an Russland.

  • 21.38 Uhr

    Putin rechtfertigt Beschuss ukrainischer Energieanlagen

    Kremlchef Wladimir Putin hat den anhaltenden Beschuss ukrainischer Energieanlagen durch das russische Militär als nötige Antwort auf Angriffe Kiews bezeichnet. «Leider haben wir eine Reihe von Schlägen gegen unsere Energieobjekte beobachtet in letzter Zeit und waren gezwungen, darauf zu antworten», sagte er der Nachrichtenagentur Interfax zufolge bei einem Treffen mit dem Machthaber von Belarus, Alexander Lukaschenko in Moskau. Der russische Beschuss ukrainischer Kraftwerke dient nach Darstellung von Putin einer «Demilitarisierung des Nachbarlands», da sie den Ausstoss der Rüstungsproduktion beeinflussten.

    Wladimir Putin und Alexander Lukaschenko bei einem Treffen im Kreml.
    Wladimir Putin und Alexander Lukaschenko bei einem Treffen im Kreml.
    Bild: Keystone/AP/Gavriil Grigorov

    Der wirtschaftlich, politisch und militärisch stark vom Kreml abhängige Lukaschenko pflichtete seinem Gastgeber bei und behauptete, die Ukraine habe den Beschuss der Energieanlagen provoziert.

    Laut russischem Präsidenten hat Moskau bis nach Ende des Winters gewartet, damit die Bevölkerung weniger unter dem Ausfall der Stromversorgung zu leiden habe. Allerdings hat Russland bereits kurz nach Beginn seines Angriffskriegs mit der systematischen Zerstörung der Strom- und Wasserversorgung der Ukraine begonnen. Schon im ersten Kriegswinter wurden so gezielt Energieanlagen im Hinterland der Ukraine mit Raketen und Drohnen attackiert.

  • 19.11 Uhr

    Türkei bereitet laut Medienbericht neuen Friedensplan für Ukraine vor

    Die Türkei will einem Medienbericht zufolge mit einer neuen Friedensinitiative den Krieg in der Ukraine für mehr als ein Jahrzehnt einfrieren. Der Plan, der mit Unterstützung des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan lanciert worden sei, liege Kiew und Moskau bereits vor, schrieb die kremlkritische Zeitung «Nowaja Gaseta. Europa» unter Berufung auf eigene Quellen.

    Wichtigste Punkte des Dokuments sind demnach: Die USA und Russlands verpflichten sich, unter keinen Umständen Atomwaffen einzusetzen und zum Atomwaffenabrüstungsvertrag New Start zurückzukehren. Der Konflikt in der Ukraine wird auf der derzeitigen Frontlinie eingefroren. 2040 soll dann die Ukraine in einem Referendum über ihren weiteren aussenpolitischen Kurs entscheiden - bis dahin wird sie nicht der Nato beitreten. In den von Russland besetzten Gebieten werden zeitgleich unter internationaler Kontrolle ebenfalls Referenden abgehalten. Die Kriegsparteien tauschen alle Gefangenen gegeneinander aus. Russland widersetzt sich dem EU-Beitritt der Ukraine nicht.

    Im Juni ist eine grosse Friedenskonferenz auf dem Bürgenstock geplant. Nach Einschätzung der Zeitung ist die Annahme der türkischen Initiative unwahrscheinlich. So unterscheidet sich der Plan deutlich von den Forderungen Kiews, das auf dem Rückzug der russischen Truppen aus dem eigenen Land besteht. Auch aus Moskau, das bereits etwa ein Fünftel des Nachbarlands besetzt hält, wurden zuletzt — nach der Verbesserung der eigenen Lage an der Front — weitere Gebietsforderungen an die Ukraine laut.

  • 18.59 Uhr

    Ostukrainisches Gebiet Charkiw ordnet Zwangsevakuierung von Kindern an

    Die besonders unter russischem Beschuss leidende ostukrainische Region Charkiw hat die Zwangsevakuierung von Familien mit Kindern aus 47 grenznahen Ortschaften angeordnet. Es handele sich um Gemeinden in den drei Landkreisen Bohoduchiw, Isjum und Charkiw, teilte der Militärgouverneur des Gebiets, Oleh Synjehubow, per Telegram mit. Die Gebietshauptstadt sei jedoch davon nicht betroffen. Anlass sei der beinahe tägliche Beschuss der Orte durch die russische Armee. Alle Betroffene erhielten die entsprechende humanitäre und juristische Hilfe, versprach er.

    Tags zuvor war ein junges Mädchen im knapp zehn Kilometer von der russischen Grenze entfernten Dorf Lypzi im Landkreis Charkiw bei russischem Beschuss getötet worden. Behördlich angeordnete Evakuierungsmassnahmen gibt es regelmässig für Gebiete nahe der russischen Grenze oder entlang der gut 1000 Kilometer langen Frontlinie zwischen ukrainischen und russischen Truppen. Die Ukraine wehrt seit über zwei Jahren eine russische Invasion ab.

  • 18.46 Uhr

    Selenskyj: Ukraine braucht Nato-Einladung

    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat bei einem Besuch in Litauen die Hoffnungen seines Landes auf einen Beitritt zur Nato bekräftigt. «Unsere Leben und unsere Sicherheit haben keine Alternative. Es gibt keine echten Alternativen zur Einladung der Ukraine in die Nato», sagte er nach dem Gipfeltreffen der Staaten der sogenannten Drei-Meere-Initiative in Vilnius. Russlands Präsident Wladimir Putin wolle die Ukraine zerstören. «Wir brauchen diese Einladung in die Allianz. Die Ukraine, alle unsere Menschen, unsere Krieger, sie haben es verdient», sagte Selenskyj.

    Russland begründet seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine auch mit dem Streben des Landes in die Nato. Eine Aufnahme ist bisher jedoch nicht in Sicht. Selenskyj warb zudem für einen EU-Beitritt seines Landes. Im Juni wäre die richtige Zeit, mit den Verhandlungen darüber zu beginnen, sagte er. Europa brauche dieses Signal seiner eigenen Stärke. Es sei wichtig zu zeigen, dass die EU keine Angst vor sich selbst habe und die Nato sich nicht vor ihren eigenen Regeln fürchte, sagte der ukrainische Präsident.

    Selenskyj drängte zudem auf weitere westliche Waffenhilfe zur Abwehr russischer Luftangriffe. «Die Flugabwehr hat jetzt oberste Priorität. Putin versucht im dritten Jahr in Folge, unsere Energieinfrastruktur zu zerstören», sagte der ukrainische Staatschef. «Wir müssen Charkiw, Odessa, Mykolajiw, Saporischschja und alle anderen unserer Städte dringend vor den Angriffen Russlands schützen.»

  • 18.09 Uhr

    IAEA-Chef sieht steigende Gefahr von Atomunfall im AKW Saporischschja

    Die Gefahrenlage im russisch besetzten Kernkraftwerk Saporischschja in der Ukraine hat sich aus Sicht der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) zuletzt deutlich verschärft. Die jüngsten Drohnenangriffe auf die Anlage «haben das Risiko eines Atomunfalls signifikant erhöht», warnte IAEA-Chef Grossi am Donnerstag in Wien.

    In einer Sondersitzung des Gouverneursrates der IAEA forderte er militärische Entscheidungsträger und die Staatengemeinschaft dringend dazu auf, für Deeskalation zu sorgen. Vertreter Moskaus und Kiews machten sich in der Sitzung erneut gegenseitig für die Angriffe verantwortlich. Grossi vermied hingegen Schuldzuweisungen.

    Am Sonntag hatten in Saporischschja stationierte IAEA-Beobachter über drei Drohnenattacken auf das grösste AKW Europas berichtet. Demnach wurde die Kuppel eines Reaktors und Ziele in unmittelbarer Nähe von Reaktorgebäuden getroffen. Dabei sei es zu keinen schweren Schäden an der Anlage gekommen, doch mindestens eine Person sei zu Schaden gekommen, hiess es.

    Die ukrainische Diplomatin Natalija Kostenko wies bei der IAEA-Sitzung russische Vorwürfe als «Lügen» zurück, wonach das ukrainische Militär das frontnahe AKW attackiert habe. Das Gegenteil sei der Fall. «Die Beweise sind eindeutig: Russland verursacht absichtlich nukleare Bedrohungen», sagte sie. Russlands Botschafter Michail Uljanow sprach hingegen auf X (vormals Twitter) von «fahrlässigen ukrainischen Angriffen».

  • 17.05 Uhr

    Kiew verschärft Gesetz zur Mobilmachung

    Überschattet von schweren russischen Angriffen auf die eigene Infrastruktur und vielen Rückschlägen an der Front hat die Ukraine am Donnerstag ein umstrittenes Gesetz zur verstärkten Mobilmachung verabschiedet. Medienberichten zufolge stimmten 283 Abgeordnete dafür. Notwendig waren 226 Stimmen.

    Hauptsächlich verschärft das Gesetz die Regeln zur Erfassung von Wehrfähigen. Mit Inkrafttreten sind alle Männer im wehrfähigen Alter zwischen 18 und 60 Jahren verpflichtet, während des geltenden Kriegsrechts ihren Wehrpass bei sich zu führen. Innerhalb von zwei Monaten müssen die Männer auch ihre persönlichen Daten auf den aktuellen Stand bringen, ansonsten drohen Strafen.

    Neue Reisedokumente werden im Ausland nur ausgestellt, wenn die Wehrpapiere vorliegen. Diese sind aber nur bei einer Rückkehr in die Ukraine erhältlich. Wer Einberufungen und Musterungsbescheide ignoriert, dem droht neben Geldstrafe künftig auch der Entzug der Fahrerlaubnis.

    Nicht im Gesetzestext enthalten ist das Recht für Soldaten, nach drei Jahren ihren Dienst zu quittieren. Im Vorfeld hiess es, dass dazu ein gesondertes Gesetz verabschiedet werden soll. Regelmässig protestieren Angehörige von Soldaten in Kiew und anderen Orten, die eine Entlassung ihrer Verwandten aus dem Militärdienst nach über zwei Jahren Krieg fordern.

  • 16.48 Uhr

    Autobiografie von Alexej Nawalny erscheint im Oktober

    Im Oktober erscheint posthum die Autobiografie des im Straflager gestorbenen Kremlgegners Alexej Nawalny. Das gab der deutsche S. Fischer Verlag am Donnerstag bekannt. Das Buch trägt den Titel «Patriot».

    Nawalny habe mit der Arbeit daran im Jahr 2020 begonnen, kurz nach dem Giftanschlag auf ihn, hiess es vom Verlag. Das Werk umfasse unveröffentlichte Aufzeichnungen aus dem Gefängnis. Es soll weltweit am 22. Oktober erscheinen.

    Kremlkritiker Alexej Nawalny ist im vergangenen Februar unter ungeklärten Umständen ums Leben gekommen.
    Kremlkritiker Alexej Nawalny ist im vergangenen Februar unter ungeklärten Umständen ums Leben gekommen.
    Bild: Uncredited/Moscow City Court/AP/dpa

    «Es ist die umfassende Geschichte seines Lebens: seine Jugend, seine Berufung zum Aktivisten, seine Ehe und Familie sowie sein Einsatz für Demokratie und Freiheit in Russland angesichts einer Supermacht, die ihn unbedingt zum Schweigen bringen will», schreibt der Verlag. «Patriot» zeige Nawalnys absolute Überzeugung: «Der Wandel ist nicht aufzuhalten. Er wird kommen.»

    Der russische Oppositionspolitiker, ein entschiedener Gegner von Präsident Wladimir Putin, war am 16. Februar in einem Straflager in Sibirien gestorben. Es wurde nicht unabhängig geklärt, wie es zum Tod des 47-Jährigen kam.

  • 16.22 Uhr

    Baerbock: Schweiz «guter Ort» für Ukraine-Friedensgipfel

    Die deutsche Aussenministerin Annalena Baerbock hat die Pläne für eine Ukraine-Friedenskonferenz auf dem Bürgenstock im Juni begrüsst. Die Schweiz sei «ein guter Ort» dafür.

    Angesichts der brutalen Gewalt des russischen Präsidenten Wladimir Putin in der Ukraine sei es «umso wichtiger, dass wir als Weltgemeinschaft deutlich machen: Wir alle auf der ganzen Welt wollen Frieden.» Dies sagte die Vertreterin der Grünen am Donnerstag an einem Treffen in Berlin. «Da ist die Schweiz ein guter Ort, um das zu unterstreichen», so Baerbock.

    Die Friedenskonferenz ist für den 15. und 16. Juni auf dem Bürgenstock im Kanton Nidwalden geplant. Dies hatte der Bundesrat am Mittwoch bekannt gegeben.

  • 13.25 Uhr

    EU will an der Ukraine-Friedenskonferenz teilnehmen

    Die Kommission der Europäischen Union (EU) würde «mit Freude» an der Ukraine-Friedenskonferenz auf dem Bürgenstock teilnehmen. Allerdings hat sie noch keine offizielle Einladung für diesen Anlass erhalten, wie eine Sprecherin der EU-Kommission am Donnerstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA in Brüssel sagte. Der Kreml kritisiert den Bürgenstock-Gipfel abermals.

    Wer vonseiten der EU teilnehmen würde, war noch nicht bekannt. Die Kommission begrüsse aber die Ankündigung der Schweizer Regierung, eine hochrangige Konferenz über den Frieden in der Ukraine durchzuführen.

    Weiter hielt die Sprecherin fest, dass sowohl die EU wie auch deren Mitgliedstaaten sich intensiv für einen umfassenden, gerechten und dauerhaften Frieden, dem die Grundsätze und Ziele der ukrainischen Friedensformel zugrunde liegen, einsetzen würden.

    Derweil übte Russland ebenfalls am Donnerstag erneute Kritik an der Friedenskonferenz. «Wir haben schon oft gesagt, dass ein Verhandlungsprozess ohne Russland keinen Sinn macht», sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Es handle sich um einen vergeblichen Verhandlungsprozess.

    Am Mittwoch hatte der Bundesrat angekündigt, eine Ukraine-Friedenskonferenz am 15. und 16. Juni auf dem Bürgenstock in der Innerschweiz zu organisieren. In den kommenden Tagen sollen Einladungen an über 100 Staaten versendet werden.

  • 10.41 Uhr

    Selenskyj zu Besuch in Litauen eingetroffen

    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist zu einem Besuch in Litauen eingetroffen. In der Hauptstadt Vilnius will das Staatsoberhaupt des von Russland angegriffenen Landes am Donnerstag an einem Gipfeltreffen der Staaten der sogenannten Drei-Meere-Initiative teilnehmen.

    Auch werde er Gespräche mit den Staats- und Regierungschefs der Partnerländer führen, schrieb Selenskyj auf Telegram. Dabei sollen neue bilaterale Sicherheitsabkommen unterzeichnet werden. Zudem dürfte der ukrainische Staatschef bei dem Treffen um weitere Unterstützung bei der Flugabwehr und mehr Waffenhilfe für sein Land werben.

    Die 2015 ins Leben gerufene Drei-Meere-Initiative umfasst die baltischen Staaten Estland, Lettland, Litauen, die Visegrád-Staaten Polen, Slowakei, Tschechien, Ungarn, die Schwarzmeerländer Bulgarien und Rumänien sowie die Adria-Anrainer Slowenien und Kroatien. Dazu beteiligt sich als weiteres Mitglied auch das Binnenland Österreich an dem Vorhaben. Deutschland ist Partnerland der Initiative. Sie ist keine zwischenstaatliche Organisation, sondern ein informelles Forum.

  • 09.21 Uhr

    Schwere Raketenangriffe auf Energieanlagen in der Ukraine

    Die Energieversorgung der Ukraine ist in der Nacht auf Donnerstag nach Behördenangaben erneut zum Ziel schwerer russischer Raketenangriffe geworden. Betroffen seien Anlagen zur Stromerzeugung und -verteilung in den Gebieten Charkiw, Saporischschja, Lwiw und Kiew, teilte Energieminister Herman Haluschtschenko auf Facebook mit.

    Der grösste Stromproduzent des Landes, DTEK, teilte auf Telegram mit, zwei seiner Wärmekraftwerke seien beschädigt worden.

    Im Umland der Hauptstadt Kiew brach ein Brand in einem Objekt der kritischen Infrastruktur aus. «Heute Nacht ist das Gebiet massiv mit Kamikaze-Drohnen und Raketen angegriffen worden», schrieb der Verwaltungschef des Kiewer Gebietes, Ruslan Krawtschenko, auf Telegram. «Der Luftalarm dauerte mehr als fünf Stunden.»

    In und um die besonders gefährdete ostukrainische Millionenstadt Charkiw nahe der russischen Grenze wurden mindestens zehn Infrastrukturanlagen mit Raketen angegriffen, wie Gouverneur Oleh Synjehubow mitteilte. Ein genauer Überblick über Schäden und mögliche Opfer lag bis zum Donnerstagmorgen nicht vor.

    Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe setzte Russland mehrere der gefürchteten Hyperschallraketen vom Typ Kinschal ein. Von 40 angreifenden Shahed-Kampfdrohnen iranischer Bauart seien 37 abgefangen worden. Die Ukraine wehrt seit mehr als zwei Jahren eine grossangelegte russische Invasion ab. Mit den Luftangriffen weit im ukrainischen Hinterland versucht Moskau immer wieder, die ukrainische Energieversorgung lahmzulegen.

  • 6.10 Uhr

    Ukrainischer Aussenminister fordert Patriot-Systeme

    Die Ukraine setzt darauf, so bald wie möglich weitere sieben Patriot-Luftabwehrbatterien zu erwerben. Kiew habe anderen Ländern angeboten, die Systeme auszuleihen, sagt der ukrainische Aussenminister Dmytro Kuleba in einem Interview mit der «Washington Post».

    Laut dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj braucht die Ukraine 25 Patriots, um das ganze Land abzudecken.

    Kuleba führt aus, er konzentriere sich zunächst darauf, sieben zu beschaffen. Das würde ausreichen, um die grössten Städte der Ukraine zu schützen und mindestens eine Batterie näher am Schlachtfeld zu lassen. Sein Team habe im Ausland über 100 verfügbare Patriot-Systeme identifiziert. Kuleba fügt hinzu, er könne «nur schwer verstehen», warum einige Länder sich weigerten, auch nur eines ihrer Systeme an die Ukraine zu liefern.

  • 6.06 Uhr

    Charkiw erneut unter russischem Beschuss Charkiw

    Das ostukrainische Gebiet Charkiw ist in der Nacht zu Donnerstag erneut von Russland angegriffen worden. Der Gouverneur des Gebiets, Oleh Synjehubow, teilte auf Telegram mit, es habe mindestens zehn Raketenangriffe auf die kritische Infrastruktur der Stadt Charkiw und der Region gegeben. Stromausfälle würden bereits behoben. Bisher seien keine Opfer gemeldet worden. Am Mittwoch waren durch russischen Beschuss mindestens drei Menschen getötet worden.

    Die Ukraine wehrt seit über zwei Jahren eine russische Invasion ab. Die ostukrainische Grenzregion Charkiw ist seit mehreren Wochen besonders heftigen Angriffen aus der Luft ausgesetzt.

  • 4.31 Uhr

    Spionageverdacht in Österreich: Experte sieht Belastung für FPÖ Wien

    Wenige Monate vor der Nationalratswahl in Österreich könnte die bisher in Umfragen deutlich führende rechte FPÖ nach Ansicht eines Polit-Experten erstmals seit Monaten in die Defensive geraten. Die aktuelle Debatte um mutmassliche Spionage zugunsten Russlands durch einen ehemaligen Geheimdienstmitarbeiter berge einige Brisanz für die oft als Moskau-nahe bezeichneten Rechtspopulisten, sagte der Wiener Polit-Berater Thomas Hofer der Deutschen Presse-Agentur. «Das Thema hat Potenzial, wenn die Ermittlungen den Verdacht des Geheimnisverrats weiter erhärten.»

    Der ehemalige Mitarbeiter des Bundesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) soll vor, während und nach der Amtszeit des einstigen Innenministers und heutigen FPÖ-Chefs Herbert Kickl in Hunderten Fällen vertrauliche Personendaten an Moskau geliefert haben. Der Verdächtige wurde jüngst festgenommen, sitzt in Untersuchungshaft und bestreitet die Vorwürfe.

    Zwar sei das Innenministerium und damit das damalige BVT seit 20 Jahren fast immer in der Hand der konservativen ÖVP gewesen, sagte Hofer. Allerdings passten die neuen Vorwürfe sehr in das allgemein gezeichnete Bild, dass die FPÖ vor und nach dem Einmarsch der Russen in die Ukraine politisch eng mit Moskau verbandelt sei.

    «Auch wenn noch kein substanzieller Verlust bei Wählerstimmen droht, könnte doch die Erzählung der anderen Parteien vom ‹Sicherheitsrisiko› Kickl spätestens bei Koalitionsverhandlungen verfangen», sagte Hofer. Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat schon mehrfach angedeutet, dass er nicht automatisch den Chef der stimmenstärksten Partei mit der Regierungsbildung beauftragen müsse.

    Es sei jedenfalls ein Zeichen von Defensive, dass die FPÖ die Bedeutung des 2016 geschlossenen Freundschaftsvertrags mit der Partei des russischen Präsidenten Wladimir Putin «Einiges Russland» zu relativieren beginne, sagte der Politberater weiter. Der ehemalige FPÖ-Parteichef Norbert Hofer hatte am Mittwoch erklärt, dieser Vertrag sei von beiden Seiten nie mit Leben gefüllt worden. Wohl auch um die Bedeutungslosigkeit des Vertrags für die FPÖ zu unterstreichen, berichtete Hofer, dass man den Vertrag zunächst nicht mehr habe finden können.

    FPÖ-Chef Kickl wird am Donnerstag vor einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss zum mutmasslichen Machtmissbrauch durch SPÖ und FPÖ als Zeuge erwartet. Die Abgeordneten hatten angekündigt, Kickl auch zur aktuellen Affäre befragen zu wollen. Im Herbst wird in Österreich ein neues Parlament gewählt. Die FPÖ liegt laut Umfragen mit rund 27 Prozent in Front, vor SPÖ und ÖVP mit jeweils etwa 21 Prozent.

  • 4.30 Uhr

    Neutralitätsinitiative: Unterschriften werden eingereicht

    Die Schweiz soll keinem Militär- und Verteidigungsbündnis beitreten und keine Sanktionen gegen Krieg führende Staaten – wie jene der EU gegen Russland – verhängen dürfen. Das verlangt die Neutralitätsinitiative der Gruppierung Pro Schweiz. Heute Nachmittag werden in Bern die gesammelten Unterschriften für das Begehren eingereicht. In die Verfassung geschrieben soll ausserdem, dass die Schweiz die immerwährende Neutralität für das Verhindern und Lösen von Konflikten nutzt. Das Komitee sieht die Neutralität als Mittel für die Friedenspolitik.

  • 3 Uhr

    UN: Zahl ziviler Opfer in Ukraine im März gestiegen

    In der Ukraine ist nach UN-Angaben die Zahl der zivilen Opfer gestiegen: Im März seien mindestens 604 Zivilisten verletzt oder getötet worden, erklärt die Menschenrechtsbeobachtungsmission der Vereinten Nationen in der Ukraine. Das sei ein Anstieg von 20 Prozent verglichen mit dem Februar. Der Anstieg der Opfer sei vor allem «auf Angriffe der russischen Streitkräfte mit Raketen und Streumunition in der gesamten Ukraine sowie auf verstärkte Luftangriffe in der Nähe der Frontlinie zurückzuführen», hiess es weiter.

  • Donnerstag, 11. April 2024, 0.30 Uhr

    Trump will nicht in die Ukraine reisen

    Der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump hat die Einladung abgelehnt, in die Ukraine zu reisen. «Es gab keine Kontaktaufnahme von Selenskyj und Präsident Trump hat öffentlich erklärt, es wäre nicht angemessen für ihn, jetzt in die Ukraine zu reisen, da er nicht Oberbefehlshaber ist», teilte sein Wahlkampf-Büro mit. Zuvor hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ihn via Zeitungs-Interview gebeten, in die Ukraine zu kommen und seine Vorstellungen für einen Frieden zu erläutern.

  • 23.54 Uhr

    Wir beenden den Ticker am Mittwoch, 10. April 2024

  • 23.11 Uhr

    Tote bei ukrainischen Drohnenangriffen im russischen Grenzgebiet

    Bei einem ukrainischen Drohnenangriff sind im westrussischen Gebiet Kursk drei Menschen ums Leben gekommen. Unter den Opfern seien zwei Kinder, teilte der Gouverneur der Region, Roman Starowoit, mit. Demnach wurde in der Ortschaft Ananassowka, wenige Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt, von einer Drohne ein Sprengsatz auf ein Auto abgeworfen, in dem die Zivilisten unterwegs waren.

    Später in der Nacht warnte Starowoit vor neuen Drohnenangriffen. Auch im benachbarten Gebiet Woronesch wurde Drohnenalarm ausgelöst.

    Russland führt seit mehr als zwei Jahren einen Angriffskrieg gegen die Ukraine und beschiesst dabei immer wieder auch das Hinterland des Nachbarstaats mit Drohnen und Raketen. Allerdings klagen auch die russischen Grenzregionen immer mehr über ukrainischen Beschuss. Die Opfer und Schäden auf russischer Seite stehen aber in keinem Verhältnis zur Vielzahl der Toten und Verletzten und den Zerstörungen, die Moskau in der Ukraine anrichtet.

  • 22.34 Uhr

    US-General: Verteidigungsfähigkeit der Ukraine schwindet

    Der Oberbefehlshaber der US-Truppen in Europa schlägt wegen ausbleibender Nachschublieferungen an die Ukraine Alarm. Schon jetzt hätten die russischen Invasionstruppen fünf Mal so viel Artilleriegeschosse wie die Ukraine, sagte Christopher Cavoli in einer Anhörung im Kongress. «Die Russen feuern also fünfmal so viele Artilleriegranaten auf die Ukrainer ab, wie die Ukrainer zurückschiessen können. In wenigen Wochen wird sich das Verhältnis auf zehn zu eins ändern», sagte er. «Wir sprechen nicht über Monate. Wir sprechen nicht über Annahmen.»

    Der Oberbefehlshaber der US-Truppen in Europa, General Christopher Cavoli. (Archivbild)
    Der Oberbefehlshaber der US-Truppen in Europa, General Christopher Cavoli. (Archivbild)
    Bil: Keystone/AP Photo/Virginia Mayo 

    Cavoli sagte, Russland habe seine Geschossproduktion hochgefahren und könne alle paar Tag grossflächige Angriffe starten. Auf der anderen Seite müssten die ukrainischen Verteidiger ihre Munition rationieren, während ein US-Hilfspaket im Umfang von 60 Milliarden Dollar (rund 55 Milliarden Franken) im Kongress feststecke.

    «Der grösste Killer auf dem Schlachtfeld ist die Artillerie — in den meisten Konflikten, in diesem aber definitiv», sagte Cavoli. Die Lieferung von 155-Millimeter-Granaten aus den USA sei eine Rettungsleine für die Ukraine gewesen. Ohne Nachschub schwinde die Fähigkeit der Ukraine, ihr Territorium und ihren Luftraum zu verteidigen, schnell. «Sollte der Ukraine die Munition ausgehen, würde sie ihr ausgehen, weil wir nicht mehr liefern — denn wir liefern den Löwenanteil der Munition», sagte der General.

    Ein Standbild aus einem vom russischen Verteidigungsministerium zur Verfügung gestellten Video zeigt Soldaten russischer Artillerieeinheiten im Kampf gegen ukrainische Einheiten im von Russland kontrollierten Teil von Donezk. (10. April 2024) 
    Ein Standbild aus einem vom russischen Verteidigungsministerium zur Verfügung gestellten Video zeigt Soldaten russischer Artillerieeinheiten im Kampf gegen ukrainische Einheiten im von Russland kontrollierten Teil von Donezk. (10. April 2024) 
    Bild: Keystone/EPA/Russian Defence Ministry Press Handout

    Der republikanische Repräsentantenhausvorsitzende Mike Johnson sucht nach Möglichkeiten, das Milliardenpaket beschliessen zu lassen, mit dem weitere Munitionslieferungen an die Ukraine finanziert werden könnten. Er stösst dabei aber auf Bedenken von Republikanern, die sich auf innenpolitische Belange wie die Grenzsicherheit berufen. Der äusserste rechte Flügel seiner Fraktion droht in dieser Frage zudem, Johnson zu stürzen.

  • 22.13 Uhr

    Moskau hat kein Interesse am Ukraine-Gipfel auf dem Bürgenstock

    Russland wird nach eigenen Angaben nicht am Ukraine-Gipfel in der Schweiz teilnehmen. Moskau habe keine Einladung zur Konferenz erhalten, teilte die russische Botschaft in Bern mit. «Aber selbst im Fall des Erhalts einer Einladung für so ein Ereignis würde sie die russische Seite nicht annehmen», heisst es weiter in der Pressemitteilung. Ohne russische Beteiligung verkomme das Treffen am Berg Bürgenstock zu einer weiteren Runde fruchtloser Konsultationen. Der Gipfel ist am 15. und 16. Juni geplant.

    Die Botschaft erklärte die Ablehnung damit, dass in der Schweiz angeblich nur der Friedensplan des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj verhandelt werde. Dessen Friedensformel aber «ist eine Ansammlung an Ultimaten gegenüber Russland und zieht die Interessen der nationalen Sicherheit unseres Landes nicht in Betracht». Selenskyj hatte unter anderem den vollständigen Abzug der russischen Truppen von ukrainischem Gebiet gefordert — darunter auch von der bereits seit 2014 von Moskau annektierten Krim.

    Moskau bemängelte, dass andere Friedensinitiativen — unter anderem aus China und Afrika — bei der Konferenz keine Beachtung fänden. Dagegen sagte der Schweizer Aussenminister Iganzio Cassis bei der Vorstellung der Konferenz, dass sie über den von Selenskyj erarbeiteten Friedensplan hinausgehen und auch existierende Vorschläge von anderen Ländern, beispielsweise China, berücksichtigen werde.

  • 20.40 Uhr

    Selenskyj bedankt sich bei Amherd

    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bedankt sich bei Präsidentin Viola Amherd für die Organisation der Friedenskonferenz und kündigt eine Vorlage für ein seinen Worten nach «gerechtes Ende dieses Krieges» an. Bisher bestand die Ukraine auf einem vollständigen Truppenabzug Russlands aus den besetzten Gebieten als Grundlage für eine Friedenslösung. Moskau hingegen beansprucht mindestens die bisher eroberten Gebiete für sich.

    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj.
    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj.
    Bild: Keystone/AP/Efrem Lukatsky

    Ausserdem komme die Ukraine nach Darstellung Selenskyjs bei der Produktion von Raketen für die Verteidigung gegen Russlands Angriffskrieg voran. Die Serienfertigung sei angelaufen, neue Modelle würden entwickelt, sagte Selenskyj in seiner täglichen Videoansprache. Es sei nun wichtig, dass das Militär die Ergebnisse der Rüstungsproduktion in Erfolge ummünzen könne. Drohnen und Raketen gelten in dem seit zwei Jahre dauernden Krieg als die mit wichtigsten Waffen.

    Zugleich appellierte er angesichts der anhaltenden Angriffe auf ukrainische Städte aus der Luft und dem langsamen, aber steten Vormarsch der russischen Truppen am Boden an den Durchhaltewillen der Bevölkerung. Kremlchef Wladimir Putin tue alles, um die Schläge gegen die Ukraine zu verstärken. Zwar stärke auch Kiew seine militärischen Möglichkeiten. «Aber wir brauchen nicht weniger innere Stärke, ein inneres Verständnis dafür, dass nur die Starken den Krieg zu ihren eigenen Bedingungen beenden», sagte Selenskyj.

  • 20.17 Uhr

    Selenskyj: Friedenskonferenz ist «logische Fortsetzung der Arbeit an Friedensformel»

    Für den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj ist die geplante Friedenskonferenz in der Schweiz «eine logische Fortsetzung der Arbeit an der Umsetzung der ukrainischen Friedensformel». So steht es in einer Mitteilung auf Selenskyjs Webseite.

    Das letzte Treffen zur von Selenskyj lancierten Friedensformel hatte im Rahmen des Weltwirtschaftsforums (WEF) im vergangenen Januar in Davos stattgefunden. Mehr als achtzig Staaten waren vertreten. Davor hatte es Friedensformel-Zusammenkünfte in Kopenhagen, Dschidda in Saudi-Arabien und Malta gegeben.

    Bundespräsidentin Viola Amherd hatte Selenskyj am Mittwoch telefonisch über den Entscheid des Bundesrates informiert, im Juni auf dem Bürgenstock in der Innerschweiz eine hochrangige Ukraine-Friedenskonferenz organisieren zu wollen.

    Der ukrainische Präsident und Amherd hätten sich geeinigt, möglichst viele Länder an der Konferenz dabei zu haben, hiess es in der Mitteilung auf der präsidialen Webseite. Diese Staaten sollten eine gemeinsame Vision für die praktische Umsetzung eines gerechten, nachhaltigen und umfassenden Friedens für die Ukraine entwickeln.

    Selenskyj äusserte sich gemäss den Angaben auch zum Entscheid des Bundesrates vom Mittwoch, den Wiederaufbau in der Ukraine bis ins Jahr 2036 mit insgesamt fünf Milliarden Franken unterstützen zu wollen. «Das ist ein starkes Zeichen der Solidarität mit den Ukrainerinnen und Ukrainern», liess er sich zitieren.

  • 19.12 Uhr

    Tote und Verletzte nach russischem Raketenangriff auf Odessa

    Bei russischen Raketenangriffen auf die ukrainischen Hafenstadt Odessa sind nach offiziellen Angaben mindestens vier Menschen getötet und sieben weitere verletzt worden. Unter den Todesopfern sei auch ein zehnjähriges Mädchen, teilte der Militärgouverneur der Region, Oleh Kiper, auf seinem Telegram-Kanal mit. Der Beschuss erfolgte seinen Angaben nach mit ballistischen Raketen vom Typ Iskander.

    Odessa ist eine der am schwersten von russischen Angriffen aus der Luft betroffenen Regionen. Auch heute waren die Stadt und das umliegende Gebiet tagsüber Ziel zahlreicher Angriffe.

    Das Datum hat für Odessa dabei besondere Bedeutung: Am 10. April 1944 wurden im Zweiten Weltkrieg die deutschen Besatzungstruppen aus der Stadt vertrieben. Gebiets- und Stadtverwaltung begingen die Befreiung Odessas von den Faschisten mit einer Blumenniederlegung. Russland begründet seinen Krieg gegen die Ukraine auch immer wieder damit, gegen die dort angeblich herrschenden Faschisten zu kämpfen.

  • 18.07 Uhr

    Über 80 Prozent der Ukrainer glauben weiter an Sieg über Russland

    Trotz sich häufender Rückschläge an der Front sind weiter mehr als 80 Prozent der Ukrainer überzeugt von einem Sieg über Russland. 59,5 Prozent der Befragten glauben uneingeschränkt an einen Sieg im Krieg, teilte das renommierte Rasumkow-Institut in Kiew mit. Weitere 23,4 Prozent antworteten mit «Eher ja» auf die Frage. Mit «Nein» oder «Eher nein» antworteten dabei lediglich zusammengefasst elf Prozent. Der Rest enthielt sich der Antwort. Von einem Sieg noch in diesem Jahr gehen jedoch nur 21,9 Prozent der von einem Sieg überzeugten Teilnehmer aus. Weitere 34,5 Prozent erwarten die russische Niederlage innerhalb von ein bis zwei Jahren. Die Übrigen gehen von einem längeren Krieg aus.

    Unter den siegesgewissen Ukrainern ist für 45,5 Prozent der Sieg mit einer kompletten Vertreibung der russischen Angreifer aus dem ukrainischen Staatsgebiet einschliesslich der Krim verbunden. Weitere 23,1 Prozent sehen eine Vernichtung der russischen Armee mit einem anschliessenden Aufstand beim Kriegsgegner und dem Zerfall Russlands als Sieg an. Knapp ein Viertel sieht aber auch ein Ende des Krieges ohne kompletten Rückzug russischer Truppen bereits als ukrainischen Sieg an.

    Die Ukraine wehrt seit über zwei Jahren eine russische Invasion ab. Einschliesslich der bereits 2014 von Russland annektierten Schwarzmeerhalbinsel Krim steht gut ein Fünftel des ukrainischen Staatsgebiets unter russischer Kontrolle.

    An der vom 21. bis 27. März mit persönlichen Befragungen in allen ukrainisch kontrollierten Teilen des Landes durchgeführten Umfrage nahmen 2020 Ukrainer über 18 Jahre teil. Der Erhebungsfehler beträgt maximal 2,3 Prozent.

  • 15.25 Uhr

    EU-Gericht kippt Sanktionen gegen russische Oligarchen

    Das Gericht der EU hat Sanktionsbeschlüsse der Europäischen Union gegen die russischen Oligarchen Michail Fridman und Pjotr Awen für nichtig erklärt. Der Rat der EU habe bei den Entscheidungen zwischen Februar 2022 und März 2023 keine hinreichenden Belege für die Aufnahme in die Sanktionsliste geliefert, entschieden die Richter am Mittwoch in Luxemburg.

    Fridman und Awen sind Gründer und wichtige Anteilseigner des grossen Finanzkonzerns Alfa-Group. Die EU hatte gegen die Milliardäre kurz nach dem russischen Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 Strafmassnahmen verhängt. Sie ordnete an, Gelder einzufrieren und erliess ein Einreiseverbot. Auch die US-Regierung sanktionierte sie.

    Die EU hatte die Sanktionen damit begründet, dass Fridman und Awen russische Entscheidungsträger finanziell unterstützt und damit die territoriale Unversehrtheit der Ukraine untergraben hätten. Die Richter entschieden nun aber, dass diese Vorwürfe nicht hinreichend belegt seien und die Aufnahme in die Liste daher ungerechtfertigt sei. Auch wenn sich möglicherweise eine gewisse Nähe der beiden Personen zum russischen Präsidenten Wladimir Putin bejahen lasse, beweise dies nicht, dass damit Massnahmen unterstützt würden, die die Ukraine bedrohten.

  • 12.17 Uhr

    Bundesrat will Milliarden für Ukraine-Aufbau

    Der Bundesrat will den Wiederaufbau in der Ukraine bis ins Jahr 2036 mit insgesamt fünf Milliarden Franken unterstützen. Dies hat er an seiner Sitzung vom Mittwoch beschlossen.

    Mit dem Betrag setze die Schweiz «ein starkes Zeichen der Solidarität mit den vom Krieg in der Ukraine betroffenen Menschen» und trage zu mehr Stabilität auf dem europäischen Kontinent bei, schreibt der Bundesrat in seiner Mitteilung.

    In den kommenden zwölf Jahren will der Bundesrat die Unterstützung des Wiederaufbaus verstärken und die Zusammenarbeit mit dem Privatsektor fördern. In einem ersten Schritt sollen bis ins Jahr 2028 rund 1,5 Milliarden Franken aus der internationalen Zusammenarbeit beantragt werden.

    Für die Zeit ab 2029 sollen dann «weitere Finanzierungswege» über die internationale Zusammenarbeit hinaus geprüft werden, um die 3,5 Milliarden Franken zu finanzieren.

  • 5.34 Uhr

    Ukraine-Gipfel: Bundesrat entscheidet über Zeit und Ort 

    Der Bundesrat entscheidet an seiner Sitzung am heutigen Mittwoch über Zeit und Ort des für diesen Sommer in der Schweiz angekündigten Ukraine-Gipfels. Dies berichteten mehrere Medien, gestützt auf angeblich verlässliche Quellen in Regierungs- und Diplomatenkreisen. Genannt wurde dort als Datum Mitte Juni, Tagungsort solle Luzern oder der Bürgenstock in Nidwalden sein.

    Bundespräsidentin Viola Amherd hatte die Friedenskonferenz bereits beim Besuch des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj im Januar in Bern angekündigt. Spekuliert wird über eine Teilnahme von US-Präsident Joe Biden, zumal er zu dieser Zeit am G7-Gipfel in Süditalien teilnehmen wollte und sozusagen in der Nähe wäre. Der Haken: Aggressor Russland nimmt nicht an der Ukraine-Konferenz in der Schweiz teil, und auch die Teilnahme Chinas ist noch unsicher. Vertreter aus über 80 Staaten sollen hingegen zugesagt haben.

  • 5.15 Uhr

    Ukraine meldet 50 Explosionen im Gebiet Sumy

    Wie die Regionalverwaltung von Sumy mitgeteilt hat, haben die russischen Streitkräfte im Laufe des Tages sechs Gemeinden in der nordöstlichen ukrainischen Oblast Sumy angegriffen. In den vergangenen 24 Stunden wurden im Gebiet Sumy mindestens 50 Explosionen gemeldet. Betroffen sind die Gemeinden Yunakivka, Bilopillia, Krasnopillia, Okhtyrka, Esman und Seredyna-Buda.

  • 5.03 Uhr

    Selenskyj kritisiert erneut ausbleibende Waffenhilfe des Westens

    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat erneut die ausbleibende Waffenhilfe des Westens beklagt. «Unsere Partner haben bestimmte Waffen, die wir heute brauchen, um zu überleben. Und ich verstehe einfach nicht, warum wir diese Waffen nicht bekommen», sagte Selenskyj, der sich am Dienstag in Charkiw im Osten der Ukraine aufhielt, in einem Interview der «Bild»-Zeitung und weiterer Axel-Springer-Medien («Welt», «Politico», «Business Insider» und «Onet»). Er hatte zuletzt immer wieder mehr Flugabwehrsysteme und Munition gefordert.

    Selenskyj besuchte die von russischen Angriffen gezeichnete Region Charkiw, um dort auch auf die Schäden etwa an der Energieinfrastruktur sowie auf Probleme bei der Stromversorgung hinzuweisen. Er machte laut dem Interview zudem deutlich, dass er weiter auf den deutschen Marschflugkörper Taurus hofft. Der deutsche Kanzler Olaf Scholz und der Bundestag hatten die Lieferung des Taurus abgelehnt. «Soweit ich es verstehe, sagt der Bundeskanzler, dass Deutschland keine Atommacht ist und dass es das stärkste Waffensystem in Deutschland ist», sagte Selenskyj. Der ukrainische Präsident deutete demnach an, dass das deutsche Nein zu Taurus-Lieferungen auch mit den Atomdrohungen von Kremlchef Wladimir Putin zu tun habe.

    Putin führt seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine seit mehr als zwei Jahren. Selenskyj hofft vor allem auch weiter auf die US-Hilfen in Milliardenhöhe für den Krieg. Zwar habe Russland mehr Waffen und Menschen. «Aber die modernen Waffensysteme hat der vereinigte Westen», sagte Selenskyj. Damit könne Russland geschlagen werden und die Ukraine siegen.

    Den Angaben zufolge bestätigte Selenskyj auch, dass die Ukraine eine neue Gegenoffensive zur Befreiung ihrer von Russland besetzten Gebiete plane. Dafür seien die Waffen nicht zuletzt aus den USA nötig. Dazu erwartet Selenskyj auch Trump, der wieder als Präsident gewählt werden will im Herbst, bald in der Ukraine. Trump habe einer Einladung zugestimmt. Einen Termin gebe es aber nicht.

    Selenskyj hatte immer wieder erklärt, dass ohne Hilfe des Westens der Ukraine eine Niederlage in dem Krieg drohe. In dem Interview sagte er nun auch, dass er bei einem drohenden Scheitern trotzdem im Land bleiben wolle. «Ich kann mein Land nicht verlassen. Unter keinen Umständen.»

  • 4.39 Uhr

    Deutsche Rüstungsexporte steigen nach Rekordjahr weiter

    Nach einem Höchststand 2023 sind die Exportgenehmigungen für deutsche Rüstungsgüter zu Beginn dieses Jahres wegen der zunehmenden Waffenlieferungen in die Ukraine weiter gestiegen. Vom 1. Januar bis zum 27. März erlaubte die Bundesregierung die Ausfuhr militärischer Güter für mindestens 4,89 Milliarden Euro und damit fast so viel wie im gesamten ersten Halbjahr 2023 mit 5,22 Milliarden Euro.

    Fast drei Viertel davon (72 Prozent oder 3,54 Milliarden Euro) sind für die Ukraine bestimmt, die von Deutschland in ihrem Abwehrkampf gegen Russland unterstützt wird. Das geht aus einer Antwort des Wirtschaftsministeriums auf eine Anfrage der Bundestagsabgeordneten Sevim Dagdelen vom Bündnis Sahra Wagenknecht hervor, die der deutschen Nachrichtenagentur DPA vorliegt.

    Wichtigstes Empfängerland nach der Ukraine war Singapur mit 583,9 Millionen Euro. Dahinter folgen Indien (143,3 Millionen Euro), Saudi-Arabien (126,4 Millionen Euro) und Katar (97 Millionen Euro).

    Für Saudi-Arabien hatte die Regierung von Union und SPD 2018 die Rüstungslieferungen wegen der Beteiligung des Königreichs am Jemen-Krieg sowie wegen des brutalen Mords an dem Journalisten Jamal Khashoggi im Generalkonsulat in Istanbul weitgehend gestoppt. Im vergangenen Jahr wurden die Beschränkungen von der Ampel-Koalition allerdings wegen der Einstellungen der Kampfhandlungen im Jemen gelockert. Das Wirtschaftsministerium weist darauf hin, dass die genehmigten Exporte für Saudi-Arabien «fast ausschliesslich» Gemeinschaftsprojekte mit EU- und Nato-Partnern betreffen.

    Im vergangenen Jahr waren die Genehmigungen für deutsche Rüstungsexporte auf den Rekordwert von 12,2 Milliarden Euro gestiegen – davon 4,4 Milliarden Euro für die Ukraine.

  • 1.11 Uhr

    Haftstrafe für Nawalny-Mitarbeiterin in Russland verlängert

    Ein russisches Gericht hat die siebeneinhalbjährige Haftstrafe einer ehemaligen Mitarbeiterin des verstorbenen Oppositionsführers Alexej Nawalny um zwei weitere Jahre verlängert. Das Oberste Gericht der Region Baschkortostan habe am Dienstag verfügt, dass Lilia Tschanyschewa insgesamt neuneinhalb Jahre im Gefängnis bleiben müsse, teilte ihr Anwalt Ramil Gizatullin über die Messaging-App Telegram mit. Die Anhörung fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

    Lilia Tschanyschewa in einem Käfig bei einer Anhörung in einem Gerichtssaal in der russischen Stadt Ufa. (14. Juni 2023)
    Lilia Tschanyschewa in einem Käfig bei einer Anhörung in einem Gerichtssaal in der russischen Stadt Ufa. (14. Juni 2023)
    Bild: Keystone/AP Photo

    Tschanyschewa hatte früher Nawalnys Büro in Baschkortostan geleitet. Sie war im November 2021 verhaftet und im vergangenen Sommer wegen Aufrufs zum Extremismus, Bildung einer extremistischen Gruppe und Gründung einer Organisation, die Rechte verletzt, verurteilt worden. Die Anklage geht auf ein Gerichtsurteil zurück, das Nawalnys Stiftung zur Korruptionsbekämpfung und seine regionalen Büros als extremistische Organisationen eingestuft hatte.

    Nawalny starb im Februar in einem entlegenen arktischen Gefängnis. Er war der bekannteste Oppositionelle Russlands und der schärfste Kritiker von Präsident Wladimir Putin. Nawalny war seit Januar 2021 inhaftiert und verbüsste eine 19-jährige Haftstrafe wegen des Vorwurfs des Extremismus.

  • 0.42 Uhr

    USA schicken Tausende beschlagnahmte Waffen in die Ukraine

    Die US-Regierung hat der von Russland angegriffenen Ukraine eigenen Angaben nach Tausende beschlagnahmte Maschinengewehre aus dem Iran geschickt. Die Waffen seien vom US-Militär und den Streitkräften von Verbündeten auf vier Schiffen ohne Flagge zwischen 2021 und 2023 im Arabischen Meer beschlagnahmt worden, teilte das US-Justizministerium am Dienstag mit. Die Schiffe hätten sich auf dem Weg vom Iran in den Jemen befunden.

    Es seien rund 5000 Sturmgewehre vom Typ AK-47, Scharfschützengewehre und Maschinengewehre sowie rund 500'000 Schuss Munition gesichert worden, hiess es weiter. Dem Justizministerium zufolge wollte der Iran die Waffen den Huthi-Rebellen im Jemen schicken – ein Verstoss gegen eine Resolution des UN-Sicherheitsrats. Die USA erklärten die Munition folglich zu ihrem Eigentum.

    «Mit diesem Waffentransfer stört die Regierung der Vereinigten Staaten die destabilisierenden Bemühungen des Irans und unterstützt den Kampf der Ukraine gegen die brutale, unprovozierte Invasion Russlands», sagte US-Justizminister Merrick Garland. Die US-Regierung hat der Ukraine bereits zuvor vom Iran beschlagnahmte Munition zukommen lassen.

    Die USA gelten als wichtigster Verbündeter der Ukraine im Abwehrkampf gegen die russische Invasion. Aktuell sind weitere Hilfen für Kiew allerdings in der Schwebe. Ein militärisches Hilfspaket der USA mit einem Umfang von 60 Milliarden Dollar hängt seit Monaten im Kongress fest. Der von den Demokraten kontrollierte Senat hat dem Paket bereits zugestimmt, doch im Repräsentantenhaus blockieren Republikaner seit Wochen die dafür benötigte Abstimmung.

  • Mittwoch, 10. April 2024, 0.30 Uhr

    Selenskyj besucht von Russland angegriffene Region Charkiw

    Bei seinem Besuch im ostukrainischen Grenzgebiet Charkiw hat sich der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj selbst ein Bild von der Lage und den Schäden nach den russischen Angriffen gemacht. Er warf Russland in einer Videobotschaft vor, über die Raketenangriffe und Bombardierungen von Charkiw und Umgebung die Menschen aus der Millionenstadt und der Region vertreiben zu wollen.

    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selensky bei seinem Besuch im ostukrainischen Grenzgebiet Charkiw am Dienstag.
    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selensky bei seinem Besuch im ostukrainischen Grenzgebiet Charkiw am Dienstag.
    Bild: Keystone/Ukrainian Presidential Press Office via AP

    «Alles was (der russische Präsident Wladimir) Putin anfasst, verwandelt sich in Ruinen», sagte Selenskyj. Kiew werde jedoch alles tun, um die Stadt besser vor russischen Angriffen zu schützen. «Wir haben eine Lösung, um die Flugabwehr hier zu verstärken.» Selenskyj appellierte zugleich an die internationalen Verbündeten, mehr für eine Stärkung der ukrainischen Flugabwehr zu tun – nicht nur in Charkiw.

    Ebenso inspizierte der Staatschef den Fortschritt beim Bau von Verteidigungslinien entlang der russischen Grenze. Zuletzt hatten sich Befürchtungen über einen neuen russischen Vorstoss in Richtung der nach Kiew zweitgrössten ukrainischen Stadt gehäuft.

    Die Ukraine wehrt sich seit über zwei Jahren gegen die russische Invasion. Die nur etwa 30 Kilometer von der russischen Grenze entfernte Grossstadt Charkiw war im März besonders stark von russischen Angriffen vor allem auf die Energieinfrastruktur betroffen. Zeitweise war die Millionenstadt komplett ohne Strom und es kommt regelmässig zu Stromabschaltungen.

  • 23.55 Uhr

    Wir beenden den Ticker am Dienstag, 9. April 2024

  • 23.49 Uhr

    Austin sieht positive Folgen des Drucks der USA auf Israel

    Der jüngste Druck der USA für mehr humanitäre Hilfe im Gazastreifen hat nach Angaben von Verteidigungsminister Lloyd Austin Wirkung gezeigt. Israel habe reagiert, sagte Austin am Dienstag bei einer Befragung im Senat. «Das Verhalten hat sich geändert, und es wurde mehr humanitäre Hilfe in den Gazastreifen gebracht», sagte er. Es müsse aber noch mehr passieren und ob dies geschehe, müsse sich noch zeigen.

    Die Anhörung wurde wiederholt von Menschen unterbrochen, die ein Ende von Waffenlieferungen nach Israel verlangten und mit erhobenen, rot bemalten Händen riefen: «Stoppt den Völkermord!» Auch Senatsmitglieder beklagten die hohe Zahl getöteter Zivilisten im Gazastreifen und forderten, die US-Regierung müsse mehr für die Menschen dort tun.

    Austin verwies darauf, dass er erst am Montag mit seinem israelischen Kollegen Joav Galant gesprochen habe. Die USA drängten Israel, mehr für die Zivilisten im Gazastreifen zu tun, sie aus der Kampfzone zu bringen und angemessen für sie zu sorgen.

  • 23.15 Uhr

    USA stellen Millionen für Erhalt von Raketensystem in Ukraine bereit

    Das US-Aussenministerium hat grünes Licht für ausländische Rüstungslieferungen an die Ukraine in Höhe von 138 Millionen Dollar gegeben. Damit sollen wichtige Ersatzteile für Reparaturen an Hawk-Raketensystemen möglich werden, wie die Regierung am Dienstag mitteilte. Diese Wartungen seien dringen nötig, um das System einsatzbereit zu halten.

    Bei Hawk handelt es sich um ein Boden-Luft-Raketensystem mittlerer Reichweite, das der Luftverteidigung dient. Die Ukraine müsse dringend ihre Abwehrfähigkeiten gegen russische Raketenangriffe verbessern, erklärte das Außenministerium. Hawk könne dabei helfen, die ukrainische Bevölkerung zu verteidigen und wichtige nationale Infrastruktur zu schützen.

  • 19.15 Uhr

    Cameron wirbt in den USA um Hilfe für die Ukraine

    Grossbritanniens Aussenminister David Cameron warb bei seinem USA-Besuch für weitere Unterstützung für die Ukraine, die sich seit mehr als zwei Jahren gegen einen Angriffskrieg Russlands zur Wehr setzt. «Ich komme hierher, ohne die Absicht, irgendjemanden zu belehren oder irgendjemandem zu sagen, was er zu tun hat, oder mich in den politischen Prozess und andere Dinge der Vereinigten Staaten einzumischen», betonte der britische Aussenminister. Er komme als Freund der USA und sei der festen Überzeugung, dass weitere Unterstützung Kiews im eigenen Sicherheitsinteresse Amerikas sei. «Wenn wir den Ukrainern die Unterstützung geben, die sie verdienen, können sie diesen Krieg gewinnen», mahnte er. Cameron sagte, er habe dazu auch diverse Treffen mit Abgeordneten und Senatoren aus dem US-Kongress geplant.

  • 19.01 Uhr

    Kiew: Russen haben mehr als 50 ukrainische Kriegsgefangene erschossen

    Der ukrainischen Staatsanwaltschaft sind nach eigenen Angaben 54 Fälle bekannt, in denen russische Soldaten ukrainische Kriegsgefangenen erschossen haben sollen. Dazu seien insgesamt 27 Strafverfahren eingeleitet worden.

    Das sagte der für Kriegsverbrechen zuständige Abteilungsleiter der Staatsanwaltschaft, Jurij Bjeloussow, gemäß einer Mitteilung bei Telegram vom Dienstag. Der jüngste Fall gehe auf ein am Sonntag bekannt gewordenes Video aus der Ortschaft Krynky im südukrainischen Gebiet Cherson zurück.

  • 17.54 Uhr

    Neuer Drohnenangriff bei AKW Saporischschja gemeldet

    Im Bereich des besetzten ukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja ist erneut ein Drohnenangriff gemeldet worden. Nach Angaben des russischen Managements der Anlage wurde ein Ausbildungszentrum neben dem Kraftwerk angegriffen.

    Die berichtete Explosion decke sich mit Beobachtungen von Experten der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), die vor Ort stationiert sind, teilte IAEA-Chef Grossi auf X (vormals Twitter) mit. «Diesmal keine unmittelbare Bedrohung der Atomsicherheit, aber dieser jüngste Vorfall zeigt einmal mehr, wie extrem ernst die Lage ist», sagte Grossi.

    Am Sonntag war das AKW an drei Stellen von Drohnen angegriffen worden. Laut einem Bericht der IAEA kam es zu keinen schweren Schäden. Dennoch wertete die in Wien ansässige Behörde den Angriff als «schweren Vorfall», der die Strahlenschutzhülle eines Reaktors in Gefahr gebracht habe. Die IAEA äusserte sich nicht darüber, von welcher Seite das AKW jeweils attackiert wurde. Sie berichtete jedoch, dass am Sonntag russische Truppen die Drohnen bekämpft hätten.

    Russland, dessen Truppen beim Angriff auf die Ukraine vor mehr als zwei Jahren auch das Kernkraftwerk erobert haben und es seither besetzt halten, inszeniert sich als Sicherheitsgarant der Anlage. Der einflussreiche erste Vizechef der Präsidialverwaltung, Sergej Kirijenko, hat offiziellen Angaben zufolge im Kraftwerk eine Sitzung zur aktuellen Lage und Fragen der Sicherheit der Anlage abgehalten.

    Das Kernkraftwerk Saporischschja in der Ukraine aus der Vogelperspektive. 
    Das Kernkraftwerk Saporischschja in der Ukraine aus der Vogelperspektive. 
    Bild: Keystone/AP
  • 16.30 Uhr

    Amherd: Bei russischem Angriff ist Neutralität hinfällig

    Die Schweiz will sich im Falle eines russischen Angriffs gemeinsam mit ihren europäischen Nato-Partnern wehren. Das machte Bundespräsidentin und Verteidigungsministerin Viola Amherd in Wien klar.

    Zwar gebe es bei der europäischen Luftabwehrinitiative «European Sky Shield» einen Neutralitätsvorbehalt. «Sollte es einen Angriff auf die Schweiz geben, dann ist die Situation anders, dann fällt die Neutralität dahin», sagte Amherd. In einem solchen Fall könne die Schweiz «mit Partnern unsere Verteidigung organisieren».

    Wie bei jedem Waffensystem hoffe sie, dass der europäische Luftabwehrschirm nicht zum Einsatz komme. Die Kooperation würde der Schweiz aber im Verteidigungsfall helfen, sagte Amherd bei einem gemeinsamen Pressegespräch mit dem österreichischen Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen in der Hofburg in Wien.

    Die beiden neutralen Länder beteiligen sich an der im Jahr 2023 vom Nato-Staat Deutschland ins Leben gerufenen Luftabwehrinitiative «Sky Shield». Bei dieser geht es insbesondere um gemeinsame Beschaffung, Schulungen und Informationsaustausch, etwa durch Radardaten.

    Van der Bellen äusserte ebenfalls klare Unterstützung für die Initiative. Die Beschaffung von Raketenabwehrsystemen sei «sehr teuer» und «für kleine Staaten zu teuer, um es allein zu machen». Mit Blick auf die Neutralität beider Staaten bezeichnete er es als «Glück der Geschichte», dass Österreich und die Schweiz im militärischen Bereich kooperieren könnten.

    «Sollte es einen Angriff auf die Schweiz geben, dann ist die Situation anders, dann fällt die Neutralität dahin», sagte Bundespräsidentin Amherd in Wien. (Archivbild)
    «Sollte es einen Angriff auf die Schweiz geben, dann ist die Situation anders, dann fällt die Neutralität dahin», sagte Bundespräsidentin Amherd in Wien. (Archivbild)
    Bild: Keystone
  • 12.23 Uhr

    Tote und Verletzte bei russischen Angriffen in der Ukraine

    Bei russischen Raketen- und Bombenangriffen in der Ukraine sind mehrere Menschen getötet und verletzt worden. In Poltawa im Zentrum des Landes forderte ein Raketenangriff in der Nacht zum Dienstag Behördenangaben zufolge mindestens ein Todesopfer und zwölf Verletzte.

    Ein zweistöckiges Wohnhaus wurde dabei beschädigt. Im nordukrainischen Gebiet Sumy wurde am Montag ein Mensch bei russischen Luftangriffen getötet und mindestens sechs verletzt. Zudem wurde eine Person im Gebiet Donezk getötet, fünf weitere wurden verwundet. Weitere mindestens vier Verletzte gab es in den Gebieten Charkiw und Cherson. Bei den russischen Angriffen wurden Dutzende Wohnhäuser beschädigt oder zerstört.

    Die Zahl der Opfer nach russischen Raketenangriffen vom Montag im südostukrainischen Gebiet Saporischschja stieg auf vier Tote und acht Verletzte, teilte Gouverneur Iwan Fedorow mit. Insgesamt seien 13 Ortschaften im südostukrainischen Gebiet angegriffen worden.

  • 5.48 Uhr

    Russland bittet Kasachstan offenbar um Benzinlieferungen

    Russland hat Kasachstan gebeten, 100'000 Tonnen Benzin zu liefern, falls es aufgrund der zunehmenden ukrainischen Drohnenangriffe auf Ölraffinerien zu Engpässen kommen sollte, so drei Quellen gegenüber Reuters. Eine der Quellen aus der Industrie erklärt gegenüber Reuters, dass bereits eine Vereinbarung über die Nutzung der kasachischen Reserven getroffen worden sei.

    Ein Berater des kasachischen Energieministers bestritt, dass Russland überhaupt eine solche Anfrage gestellt habe. Die angebliche Anfrage Russlands kommt zu einem Zeitpunkt, da die Ukraine als Vergeltung für die zunehmenden russischen Angriffe auf kritische ukrainische Infrastrukturen weiterhin russische Ölraffinerien angreift.

  • 4.52 Uhr

    Ukraine-Gipfel auf dem Bürgenstock?

    Der in der Schweiz geplante Ukraine-Gipfel soll laut Bloomberg am 16. und 17. Juni stattfinden. Gastgeberort könnte Luzern sein, berichtete die US-Nachrichtenagentur unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Der Gipfel soll im Luxusresort Bürgenstock Resort Lake Lucerne auf dem Bürgenstock NW stattfinden, wie Tamedia ebenfalls mit Bezug auf mehrere Quellen schrieb.

    Laut dem ukrainischen Präsident Wolodymyr Selenskyj werden hochrangige Vertreter aus 80 bis 100 Ländern bei dem Ukraine-Gipfel erwartet, der Berichten zufolge im Bürgenstock Resort hoch über dem Vierwaldstättersee stattfinden könnte.
    Laut dem ukrainischen Präsident Wolodymyr Selenskyj werden hochrangige Vertreter aus 80 bis 100 Ländern bei dem Ukraine-Gipfel erwartet, der Berichten zufolge im Bürgenstock Resort hoch über dem Vierwaldstättersee stattfinden könnte.
    Bild: Keystone/Urs Flüeler

    Das Schweizer Aussendepartement äusserte sich nicht zum Datum und Veranstaltungsort. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte am Wochenende angekündigt, dass hochrangige Vertreter aus 80 bis 100 Ländern erwartet werden. Im Zentrum stehen soll die Zukunft der Ukraine und die sogenannte ukrainische Friedensformel mit einem Zehn-Punkte-Plan für ein Ende des russischen Angriffskrieges. Um eigentliche Friedensgespräche handelt es sich nicht. Russland soll nicht dabei sein.

  • 4.30 Uhr

    Ukraine bereitet weiteren Schutz für Charkiw vor

    Die Ukraine erwartet eine russische Offensive gegen die Grossstadt Charkiw im Osten des Landes und unternimmt nach den Worten von Präsident Wolodymyr Selenskyj «maximale Anstrengungen» für den Schutz und die Unterstützung der Millionenstadt. Dies gelte sowohl für den zivilen als auch den militärischen Bereich, unterstrich Selenskyj am Montag in seiner abendlichen Videoansprache. «Wir arbeiten mit unseren Partnern an der Stärkung des Luftverteidigungssystems, um den russischen Plänen für Charkiw zu begegnen.» Nach Dafürhalten der ukrainischen Aufklärung dürfte die nächste russische Grossoffensive gegen Charkiw gerichtet sein.

    Jüngste russische Angriffe auf die Stadt haben dort schwere Zerstörungen angerichtet und unter anderem die Stromversorgung zum Erliegen gebracht. Die ukrainische Regierung habe erst am Montag Vorschläge erhalten, den Stromausfall in Charkiw und die schweren Schäden am gesamten Energienetz der Ukraine zu beheben. «Ich bin allen unseren Stromtechnikern und Reparaturteams dankbar», sagte Selenskyj. «Jeder, der das System, die Netze und die normale Versorgung der Menschen wiederherstellt, ist ein wirklich guter Arbeiter.» Russische Präzisionsangriffe mit Marschflugkörpern und Raketen haben in den vergangenen Wochen das ukrainische Energienetzwerk schwer getroffen.

    Unter dem Vorsitz Selenskyjs hatte die Stawka, das Oberkommando der ukrainischen Streitkräfte, am Montag bereits umfassende Massnahmen zum Schutz von Charkiw erörtert. «Das Hauptthema war Charkiw, die Verteidigung der Stadt gegen russische Angriffe und die Möglichkeit, unsere Luftabwehr und elektronische Kriegsführung in der Region Charkiw zu verstärken», schrieb Selenskyj auf Telegram. «Wir halten unsere Positionen, die Hauptsache ist jetzt eine effiziente Logistik.»

    Der Militärexperte Petro Tschernik zweifelte im ukrainischen Fernsehen die Fähigkeit der Streitkräfte Russlands zur Eroberung der Millionenstadt an. «Diese Stadt wird schon seit zwei Jahren zur Festung ausgebaut», sagte er. Die vergleichsweise kleinere Stadt Bachmut mit ursprünglich 70'000 Einwohnern habe sich den russischen Angriffen zehn Monate lang widersetzt.

    Neben den militärischen seien von der Stawka auch diplomatische Bemühungen erörtert worden, beispielsweise zur Beschaffung neuer Luftabwehrsysteme. Selenskyj hat in den vergangenen Wochen von den westlichen Partnern wiederholt weitere Flugabwehrwaffen für die Ukraine gefordert. In einem Fernsehinterview sagte er am Sonntag, sein Land brauche zumindest 25 Luftabwehrsysteme vom Typ Patriot, um die ukrainischen Städte ausreichend zu schützen.

  • 2.21 Uhr

    Ukraine und Ungarn eröffnen neuen Grenzübergang

    Die Ukraine und Ungarn haben sich darauf geeinigt, einen neuen Grenzübergang für Autos in Velyka Palad-Nagyhodos zu eröffnen und den Grenzübergang Luzhanka-Berehshuran für leere Fahrzeuge mit einem Gewicht von mehr als 7,5 Tonnen zu erweitern, teilt das ukrainische Infrastrukturministerium. Derzeit gibt es fünf Strassenübergänge zwischen den beiden Ländern: Tschop-Sachon, Luschanka-Berechschuran, Kosyno-Barabas, Dzvinkove-Lonya und Wylok-Tisabech. Nur der erste ist für Lkw mit einem Gewicht von über 7,5 Tonnen zugelassen. Täglich passieren rund 220 Lkw diesen Kontrollpunkt in Richtung Ungarn.

    Da polnische Landwirte und Lkw-Fahrer den Verkehr an der polnischen Grenze durch anhaltende Proteste gegen die Einfuhr ukrainischer Agrarerzeugnisse und den Green Deal der EU blockiert haben, versucht die Ukraine, den Exportfluss über andere Routen zu erhöhen.

  • Dienstag, 9. April 2024, 0.08 Uhr

    Russland startet offenbar Angriff auf Gebiet Poltawa

    Russische Streitkräfte haben am späten Montagabend ein Wohnhaus im Gebiet Poltawa angegriffen. Eine Person wurde getötet und zehn weitere verletzt, darunter drei Kinder, wie Gouverneur Filip Pronin berichtet.

    Poltawa liegt in der Zentralukraine, Hunderte von Kilometern von den Frontlinien entfernt.

  • Wir beenden den Ticker am Montag, 8. April 2024

  • 21.10 Uhr

    EU-Einigung auf strengere Zoll-Vorgaben für ukrainische Agrarwaren

    Unterhändler des Europaparlaments und der EU-Staaten haben sich auf strengere Zollvorgaben für bestimmte Lebensmittel aus der Ukraine geeinigt. Konkret geht es um Geflügel, Eier, Zucker, Hafer, Mais, Grobgriess und Honig, wie das Europaparlament am Montagabend mitteilte. Von den Regeln betroffene Waren dürften dann nur noch bis zu einer bestimmten Menge zollfrei in die EU importiert werden. Wenn diese Menge erreicht ist, sollen wieder Zölle fällig werden.

    Die Einigung muss noch vom Europaparlament und den EU-Staaten offiziell abgesegnet werden. Gelten sollen die Vorgaben ab dem 6. Juli für einen Zeitraum von einem Jahr. Wie stark die Zölle die ukrainische Wirtschaft belasten werden, hängt auch davon ab, ob das von Russland angegriffene Land andere Abnehmer für seine Waren findet.

  • 19.28 Uhr

    Stadt Saporischschja unter russischem Beschuss

    Bei einem russischen Raketenangriff auf die südukrainische Grossstadt Saporischschja sind am Montag nach offiziellen Angaben mindestens drei Menschen ums Leben gekommen. Weitere acht Menschen wurden verletzt, als russische Raketen in einer nicht näher beschriebenen Industrieanlage einschlugen. Wie der örtliche Militärverwalter Iwan Fjodorow weiter auf Telegram mitteilte, wurden 14 Gebäude beschädigt, darunter auch eine Gesundheitseinrichtung. Die Angaben konnten zunächst nicht unabhängig geprüft werden. Die Stadt Saporischschja liegt etwa 55 Kilometer nördlich des gleichnamigen Kernkraftwerks, das seit über zwei Jahren von russischen Truppen besetzt ist.

    Die ukrainischen Streitkräfte haben nach eigener Darstellung eine Reihe russischer Angriffe gegen Stellungen in der Region Nowopawliwka südlich von Saporischschja zurückgeschlagen. Der Generalstab in Kiew teilte in seinem Lagebericht am Abend mit, russische Bodentruppen seien insgesamt 20 Mal mit Artillerie- und Luftunterstützung gegen die Stellungen der ukrainischen Verteidiger angestürmt.

    Eine Reihe russischer Angriffe wurde auch aus der Region um Cherson im Süden des Landes gemeldet. Dort versuchten russische Bodentruppen, die von Ukrainern gehaltenen Brückenköpfe am linken Ufer des Dnipro einzudrücken. Diese Angriffe seien abgewiesen worden, hiess es. Auch diese Angaben konnten nicht unabhängig überprüft werden.

  • 16.16 Uhr

    Kiew wirft Moskau «Falschinformationen» zu Angriffen auf AKW Saporischschja vor

    Nach Angriffen auf das Atomkraftwerk in Saporischschja hat die Ukraine Russland vorgeworfen, Falschinformationen zu verbreiten. Moskau greife das AKW mit Drohnen an «und gibt vor, dass die Bedrohung für die Anlage und die nukleare Sicherheit von der Ukraine ausgeht», erklärte der Leiter des ukrainischen Zentrums für die Bekämpfung von Desinformation, Andrij Kowalenko, am Montag.

    Laut der russischen Atombehörde Rosatom hatte es am Sonntag eine «Reihe von Angriffen» auf das Atomkraftwerk im Süden der Ukraine gegeben. Eine Drohne habe die Kantine getroffen und drei Mitarbeiter verletzt. Weitere Drohnen trafen demnach den Frachthafen und das Dach eines der sechs Reaktoren. Nach Angaben aus Moskau handelte es sich dabei um ukrainische Drohnen.

    Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) bestätigte den Drohnenangriff, ohne dafür die Ukraine verantwortlich zu machen. Dabei sei einer der Reaktoren beschädigt worden, die nukleare Sicherheit sei allerdings nicht beeinträchtigt worden. Demnach gab es zudem einen Verletzten.

    Kowalenko warf Moskau nun vor, «die Bedenken der IAEA zu manipulieren» und «zu versuchen, der Ukraine Nuklearterrorismus vorzuwerfen». Die russischen Anschuldigungen seien Teil einer «Kampagne von Provokationen und Falschinformationen» gegen die Ukraine.

    Die IAEA teilte mit, dass ihre Experten über den Drohnenangriff informiert worden seien. Die gemeldete Detonation entspreche den Beobachtungen des IAEA-Personals. Es sei ein Opfer zu beklagen, hiess es. Sicherheitsrelevante strukturelle Schäden seien nicht festgestellt worden. Die IAEA sprach dennoch von einem «schwerwiegenden Vorfall».

    IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi warnte vor den Gefahren solcher Angriffe und rief dazu auf, von jeglichen Handlungen abzusehen, die die Nuklearsicherheit gefährden könnten. Er betonte, dass solche Angriffe «das Risiko eines schweren Atomunfalls erheblich erhöhen». Er sprach von mindestens drei direkten Treffern. «Das darf nicht passieren», schrieb Grossi auf der Plattform X, früher Twitter.

  • 12.57 Uhr

    London: Spitäler in Russland leiden unter dem Krieg

    Wichtige zivile Dienste in Russland wie Spitäler leiden nach britischer Darstellung unter den Folgen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Grund seien die gewaltigen personellen und finanziellen Ressourcen, die für den Krieg bereitgestellt würden, teilte das britische Verteidigungsministerium heute mit.

    «Die Zahl der medizinischen Fachkräfte in Russland wird im Laufe des Jahres 2024 weiter sinken», hiess es. Als Ersatz rekrutiere Russland medizinisches Personal in Afrika, hiess es unter Berufung auf die Denkfabrik Center for European Policy Analysis in Washington.

    Diese Mitarbeiter müssen demnach keine Qualifikationsnachweise vorlegen ausser einer Selbsteinschätzung. Das Vorgehen gefährde die klinischen Leistungen, betonte das britische Ministerium. Die Behörde zitierte den russischen Parlamentsvorsitzenden Wjatscheslaw Wolodin, der Anfang April von 30'000 fehlenden Ärztinnen und Ärzten gesprochen habe.

    Bei Bezirkskrankenhäusern liege der Mangel bei rund 50 Prozent. Das sei eine leichte Steigerung im Vergleich zum November 2023. Grund sei, dass einige Fachkräfte zu privaten Anbietern gewechselt seien und andere das Land verlassen hätten. Etwa 2 Prozent der Ärzte und des Fachpersonals seien ausgereist, um der Teilmobilmachung im September 2022 zu entgehen, hiess es in London weiter.

    Die Ukraine verteidigt sich seit mehr als zwei Jahren gegen einen Angriff Russlands. Das britische Verteidigungsministerium veröffentlicht seitdem regelmässig Informationen zum Kriegsverlauf. Moskau wirft London Desinformation vor.

  • 12.41 Uhr

    USA warnen China wegen Russland-Exporten

    US-Finanzministerin Janet Yellen hat Firmen in China davor gewarnt, Produkte nach Russland zu exportieren, die auch für den Krieg Moskaus gegen die Ukraine verwendet werden können.

    «Ich habe betont, dass Firmen, jene in der Volksrepublik China eingeschlossen, keine materielle Unterstützung für Russlands Krieg bereitstellen dürfen und dass sie deutliche Konsequenzen spüren werden, wenn sie das machen», sagte sie heute zum Abschluss ihrer Reise in Peking.

    Zudem setzen sich Yellen zufolge alle Banken der Gefahr von US-Sanktionen aus, die Überweisungen nach Russland ausführen, um damit der russischen Verteidigungsindustrie militärische oder andere für den militärischen Gebrauch verwendbare Güter zuzuführen.

    Die USA hatten bereits eine Reihe von Sanktionen gegen chinesische Firmen ausgerollt. Zum einen warf die Regierung von US-Präsident Joe Biden den Firmen vor, mit Lieferungen von sogenannten Dual-Use-Gütern, also Güter, die auch militärischen Nutzen haben können, Moskaus Krieg gegen die Ukraine zu unterstützen.

    Joe Biden (links) begrüsst am 15. November seinen chinesischen Amtskollegen Xi Jinping in Woodside, Kalifornien.
    Joe Biden (links) begrüsst am 15. November seinen chinesischen Amtskollegen Xi Jinping in Woodside, Kalifornien.
    KEYSTONE

    Zum anderen wollte die US-Regierung Unternehmen treffen, die im Verdacht standen, in Zwangsarbeit in der nordwestchinesischen Provinz Xinjiang involviert zu sein. Zudem gelten Sanktionen im Hightech-Bereich, mit denen Washington versucht, China von wichtiger Chip-Technologie abzuschneiden – aus Angst, Peking könnte diese im Militär nutzen.

    Yellen war seit Donnerstag in China. Bei ihren Treffen mit Vize-Ministerpräsident He Lifeng und Ministerpräsident Li Qiang war ein Hauptthema Überkapazitäten. Konkret lautet der Vorwurf, dass China mit Subventionen billige Produkte auf den Weltmarkt streut.

    Yellen vereinbarte, die Gespräche zu Überkapazitäten und einem ausgeglichenen Wirtschaftswachstum mit China weiterzuführen. Die chinesische Seite machte in ihren Mitteilungen weniger auf diese Probleme als vielmehr auf die US-Sanktionen aufmerksam, die aus Sicht Pekings dazu dienten, Chinas wirtschaftliche Entwicklung zu behindern.

    Von US-Seite betrachtet bestand 2023 ein grosses Handelsdefizit mit China von fast 280 Milliarden Dollar, weil die Vereinigten Staaten deutlich mehr aus dem Reich der Mitte importierten als dorthin exportierten. Für Washington sind die billigen Produkte für grüne Energie, die China auf dem Weltmarkt spült, ein Problem.

    Yellen nannte beispielhaft eine US-Solarfirma, die wegen der billigen Solarzellen aus China aufgab. «Es ist wichtig, dass so etwas nicht noch einmal passiert», sagte sie.

  • 10.33 Uhr

    Kadyrow verbietet zu schnelle oder zu langsame Musik

    Die russische Republik Tschetschenien verbietet Musk, die zu schnell oder zu langsam ist. Das Kulturministerium hat den Standard auf 80 bis 116 beats per minute (BPM) festgelegt, berichtet «Sky News».

    Ramzan Kadyrow (links) besucht zusammen mit Mufti Salah Meschiew im Oktober in Grosny die Einweihung einer neuen Moschee.
    Ramzan Kadyrow (links) besucht zusammen mit Mufti Salah Meschiew im Oktober in Grosny die Einweihung einer neuen Moschee.
    Imago

    Mit der Festlegung dieser Bandbreite sei ein relativ langsamer Rahmen gesetzt worden, der moderne Pop-Musik und im Westen beliebte Genres ausschliesse. Die Anweisung habe der starke Mann im Staate, Ranzan Kadyrow, erteilt: Kulturminister Musa Dadajew solle Musik damit «konform zur tschetschenischen Mentalität» machen.

    «Die Musikkultur von anderen Leuten zu übernehmen ist unzulässig», wird dann auch Minister Dudajew zitiert. Künstlerinnen und Künstler haben nun bis zum 1. Juni Zeit, ihre Werke zu überarbeiten, falls diese nicht den neuen Regeln entsprechen.

  • 9.49 Uhr

    Cameron will in USA für Freigabe von Hilfspaket werben

    Bei einem Besuch in den USA will der britische Aussenminister David Cameron für die Freigabe eines 60 Milliarden Dollar teuren US-Hilfspakets für die Ukraine werben.

    Cameron werde in einem Gespräch mit dem republikanischen Vorsitzenden des US-Repräsentantenhauses, Mike Johnson, warnen, dass die USA die Sicherheit des Westens gefährdeten, falls die Republikaner die vom Senat genehmigten Finanzhilfen weiter blockieren. Das berichtete die britische Zeitung «Telegraph».

    In einem Gastbeitrag für das Blatt betonten Cameron und sein französischer Kollege Stéphane Séjourné, die Ukraine müsse den Krieg gegen Russland gewinnen. «Falls die Ukraine verliert, verlieren wir alle. Die Kosten dafür, die Ukraine jetzt nicht zu unterstützen, werden weitaus höher sein als die Kosten, [Wladimir] Putin abzuwehren.»

    Der frühere britische Premier und jetzige Aussenminister David Cameron will in den USA ein ernstes Wort mit  Mike Johnson reden. Ob's hilft?
    Der frühere britische Premier und jetzige Aussenminister David Cameron will in den USA ein ernstes Wort mit  Mike Johnson reden. Ob's hilft?
    Bild: Keystone

    Aus dem britischen Aussenministerium hiess es laut «Telegraph», Cameron werde in Washington seine Mitteilung von voriger Woche bekräftigen.

    «Grossbritannien hat dieses Jahr Geld für die Ukraine bereitgestellt. Das Gleiche gilt für die Europäische Union. Die USA müssen es auch tun», hatte der ehemalige Premierminister in sozialen Medien betont. «Es ist die amerikanische Sicherheit, es ist die europäische Sicherheit, es ist die Sicherheit Grossbritanniens, die in der Ukraine auf dem Spiel steht, und sie brauchen unsere Hilfe.»

    Cameron will sich in Washington auch mit US-Aussenminister Antony Blinken treffen. Dabei soll es auch um den Gaza-Krieg gehen. Die britische Regierung kritisiert das israelische Vorgehen seit dem tödlichen Angriff auf sieben ausländische Helfer, darunter drei Briten, deutlicher. Am Sonntag warnte Cameron, dass Grossbritanniens Unterstützung für Israel nicht bedingungslos sei.

  • 8.42 Uhr

    Drohnen greifen Odessa und Mykolajiw an

    Nach neuen russischen Drohnenangriffen in der Ukraine haben Behörden in den südlichen Gebieten Odessa und Mykolajiw von Schäden berichtet. Im Gebiet Odessa haben Trümmer einer abgeschossenen Drohne ein Objekt der Transportlogistik und eine Tankstelle beschädigt, wie die Behörden heute mitteilten.

    Im Gebiet Mykolajiw sei durch abgeschossene Drohnenteile eine Elektroleitung beschädigt worden, wodurch in 14 Ortschaften der Strom ausgefallen sei. Verletzte habe es in den Fällen nicht gegeben. Insgesamt seien 17 von 24 Drohnen abgeschossen worden, teilten die Luftstreitkräfte in Kiew mit.

    Im Gebiet Saporischschja meldeten die ukrainischen Behörden drei Tote nach und drei Verletzte nach Artilleriebeschuss. Die teils von russischen Truppen besetzten Region Saporischschja ist schwer umkämpft. Moskaus Armee will das annektierte Gebiet komplett unter seine Kontrolle bringen.

    Die Ukraine verteidigt sich seit mehr als zwei Jahren gegen den russischen Angriffskrieg. Täglich überzieht Moskau das Nachbarland mit Drohnen und Raketenangriffen.

    Kiew fordert deshalb vom Westen mehr Flugabwehrsysteme, um die Städte besser schützen zu können. Besonders im Osten und im Süden des Landes gibt es neben den Luftschlägen auch massive Artilleriegefechte, bei denen immer wieder Zivilisten sterben.

  • 5.48 Uhr

    Litauen bietet Ukraine Ersatzteile aus stillgelegten Kraftwerken an

    Das litauische Energieministerium schlägt vor, die stillgelegten Kraftwerke seines Landes zu demontieren, um die Ukraine mit Ersatzteilen zu versorgen, die für die Reparatur der beschädigten Energieinfrastruktur benötigt werden, und das in einer Zeit, in der die russischen Angriffe auf die kritische Infrastruktur der Ukraine zunehmen, sagt Energieminister Herman Haluschtschenko. «Ich hatte ein Gespräch mit dem Energieminister von Litauen. Sie haben vorgeschlagen, ihre geschlossenen Wärmekraftwerke zu nutzen. Sie als Spender zu nutzen, d. h. die Möglichkeit, sie zu demontieren und die benötigten Ersatzteile zu beschaffen.»

  • 5.12 Uhr

    Deutschland verlegt Kampfverband nach Litauen

    Der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius verabschiedet an diesem Montag das Vorkommando der künftigen Brigade Litauen in das östliche Nato-Land. Die etwa 20 Soldaten sollen unter anderem Voraussetzungen für die Verlegung weiterer Soldaten schaffen. Als Reaktion auf die veränderte Sicherheitslage in Europa hat die deutsche Bundesregierung zugesagt, einen gefechtsbereiten und eigenständig handlungsfähigen Kampfverband nach Litauen zu verlegen. Die Brigade soll bis 2027 einsatzfähig sein.

  • 5.10 Uhr

    Sergej Lawrow besucht China

    Der russische Aussenminister Sergej Lawrow beginnt am heutigen Montag einen zweitägigen China-Besuch. In Peking will er mit seinem chinesischen Kollegen Wang Yi über den Krieg in der Ukraine und andere internationale Themen sprechen. China gilt als enger Verbündeter Russlands, betont in dem Konflikt aber offiziell seine Neutralität. Die Regierung in Peking hat selbst einen Friedensplan vorgeschlagen, den die ukrainische Führung wegen der Nähe zur russischen Position ablehnt.

  • 3.20 Uhr

    Selenskyj warnt vor Niederlage der Ukraine

    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat erneut eindringlich an die Republikaner im US-Kongress appelliert, die von ihnen blockierten Milliarden-Hilfen für Kiew freizugeben. «Wenn der Kongress der Ukraine nicht hilft, wird die Ukraine den Krieg verlieren», sagte er bei einer Videokonferenz der Regierungsinitiative United24, die Spenden sammelt.

    Die Ukraine leidet angesichts der Verzögerungen unter Munitionsmangel an der Front. «Ohne die Unterstützung des Kongresses wird es für uns schwierig sein, als Land zu gewinnen oder sogar zu überleben», betonte Selenskyj in seiner in Online-Netzwerken verbreiteten Rede. «Wenn die Ukraine den Krieg verliert, werden andere Staaten angegriffen werden», warnte der ukrainische Präsident weiter.

  • 1.58 Uhr

    Militärverwaltung meldet Dutzende russische Angriffe auf Sumy Region

    Die russischen Streitkräfte starteten 40 Angriffe auf das Gebiet Sumy, wobei eine Person verletzt wurde, hat die hiesige Militärverwaltung mitgeteilt. Die Gemeinden Khotin, Myropillia, Vorozhba, Putyvl, Znob Novohordske, Bilopillia, Krasnopillia, Velyka Pysarivka, Esman, Seredyna-Buda und Shalyhyne wurden dabei angegriffen. In dem Dorf Myropillia wurde eine Person durch russischen Artilleriebeschuss verletzt. Über das Ausmass der Verletzungen des Opfers gibt es bisher keine Angaben.

  • Montag, 8. April 2024, 0.30 Uhr

    Drohnenangriffe auf Atomkraftwerk Saporischschja

    Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hat am Sonntag über Drohnenangriffe auf das russisch besetzte Atomkraftwerk Saporischschja in der Ukraine berichtet. Die Schutzhülle des sechsten Reaktors sei dreimal getroffen worden, teilte IAEA-Chef Rafael Grossi im sozialen Netzwerk X (früher Twitter) mit. Laut IAEA war die nukleare Sicherheit nicht gefährdet. Dennoch «ist dies ein schwerwiegender Vorfall, der das Potenzial hatte, die Unversehrtheit der Reaktorschutzhülle zu verletzen», warnte die IAEA, die mit einem Beobachterteam ständig vor Ort ist. Laut Grossi war dies das erste Mal seit November 2022, dass das Kraftwerk direkt getroffen wurde. «Das darf nicht passieren», schrieb er. Niemand könne einen militärischen oder politischen Nutzen aus Angriffen gegen Atomanlagen gewinnen.

    Das russisch besetzte Atomkraftwerk Saporischschja in der Ukraine. (Archivbild)
    Das russisch besetzte Atomkraftwerk Saporischschja in der Ukraine. (Archivbild)
    Bild: Keystone/EPA/Yuri Kochetkov

    Die russische Kraftwerksleitung berichtete von der Explosion einer Drohne über der Kuppel des sechsten Reaktors. Auf ihrem Telegram-Kanal machte die Werksleitung die ukrainische Armee für den Angriff verantwortlich. Gefährliche Schäden gebe es aber nicht, hiess es. Die Strahlung in und um das grösste AKW in Europa entspreche der Norm.

    Den russischen Angaben nach war schon früher am Sonntag eine Drohne an der Kantine des AKW eingeschlagen. Ein Lkw, der gerade entladen wurde, sei beschädigt worden. Dabei wurden nach Angaben des russischen Atomkonzerns Rosatom drei Mitarbeiter verletzt. Der IAEA lagen hingegen Informationen über ein Opfer vor. Überprüfbar waren die Angaben der russischen Seite nicht. Sie klagt seit Tagen über zunehmende Drohnenattacken auf das Werk und macht dafür die Ukraine verantwortlich.

    Das Atomkraftwerk im Süden der Ukraine wurde im Frühjahr 2022 von russischen Truppen besetzt. Die sechs Reaktoren liegen still, müssen aber weiter gekühlt werden. Immer wieder gab es Beschuss auf das Werk. Die internationale Öffentlichkeit ist in Sorge um die nukleare Sicherheit.

  • 23 Uhr

    Wir beenden den Ticker am Sonntag, 7. April 2024

  • 20.23 Uhr

    Selenskyj fordert dringend Flugabwehr für Charkiw

    Angesichts ständiger russischer Luftangriffe auf die ostukrainische Grossstadt Charkiw fordert Präsident Wolodymyr Selenskyj von den ausländischen Partnern dringend zusätzliche Flugabwehrsysteme. «Es ist ganz offensichtlich, dass die Luftverteidigungskapazitäten, die wir in der Ukraine haben, nicht ausreichen – und das ist allen unseren Partnern klar», sagte Selenskyj am Sonntag in seiner abendlichen Videobotschaft.

    «Wir suchen nach Möglichkeiten, Charkiw mehr Schutz aus der Luft zu geben.» Er trug allen ukrainischen Diplomaten und internationalen Unterhändler auf, mit den Partnern den Nachschub zu vereinbaren.

    Ein Wohnhaus steht nach einem russischen Drohnenangriff auf Charkiw in Flammen. (4. April 2024)
    Ein Wohnhaus steht nach einem russischen Drohnenangriff auf Charkiw in Flammen. (4. April 2024)
    Bild: Keystone/AP Photo/George Ivanchenko
  • 17.51 Uhr

    Drohnenangriffe auf Belgorod – ein Mädchen tot

    Das russische Grenzgebiet Belgorod ist Behördenangaben zufolge am Sonntag in mehreren Wellen von ukrainischen Kampfdrohnen angegriffen worden. Durch Trümmer einer abgeschossenen Drohne sei ein Mädchen getötet worden, das mit seiner Familie in einem Auto sass, teilte Gouverneur Wjatscheslaw Gladkow auf Telegram mit. Der Familienvater, ein Jugendlicher und zwei Kinder in dem Auto seien verletzt worden. Die Drohne sei über dem Dorf Schagarowka bei der Gebietshauptstadt Belgorod abgestürzt.

    Schon in der Nacht auf Sonntag gab es demnach Drohnenangriffe von ukrainischer Seite. Dabei seien in dem grenznahen Dorf Dronowka zwei Autos ausgebrannt und eine Gasleitung beschädigt worden, teilte Gladkow mit. Auch am Samstag waren Angriffe gemeldet worden. Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte mit, am Sonntagnachmittag seien zwölf Drohnen über dem Gebiet Belgorod und drei Drohnen über der Nachbarregion Brjansk abgefangen worden.

  • 16.34 Uhr

    Drohne über Atomkraftwerk Saporischschja explodiert

    Die russische Kraftwerksleitung des besetzen ukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja hat am Sonntag von der Explosion einer Drohne über der Kuppel des sechsten Reaktors berichtet. Auf ihrem Telegram-Kanal machte die Werksleitung die ukrainische Armee für den Angriff verantwortlich. Verletzte oder gefährliche Schäden gebe es aber nicht, hiess es. Die Strahlung in und um das grösste AKW in Europa entspreche der Norm.

    Die Internationale Atomenergiebehörde IAEA teilte mit, sie sei über die Explosion einer Drohne über dem Werk in Kenntnis gesetzt worden. Dies decke sich mit Wahrnehmungen der IAEA-Vertreter vor Ort. Im sozialen Netzwerk X (früher Twitter) rief Behördenchef Rafael Grossi dazu auf, nichts zu unternehmen, was die nukleare Sicherheit der Anlage gefährde.

  • 14.39 Uhr

    Grossoffensive in Charkiw? Das ist dran am Gerücht

    Verschiedene internationale und nationale Medien spekulieren seit Wochen über eine russischen Grossangriff auf Charkiw.

    Demnach sollen 300'000 Soldaten für die Attacke auf die zweitgrösste ukrainische Stadt mobilisiert werden, schreiben auch russische Zeitungen. Sollte das zutreffen, würde auch der Druck auf die Schlüsselstadt Kupjansk steigen, die der Kreml bisher nur von Süden angreifen lassen kann.

    Charkiw liegt gut 90 Kilometer westlich von Kupjansk.
    Charkiw liegt gut 90 Kilometer westlich von Kupjansk.
    Google Earth

    Doch sowohl das unabhängige russische Portal «Nowaja gaseta» als auch Reporting from Ukraine machen deutlich, dass Wladimir Putin zu schwach ist, um Charkiw zu überrollen.

    Kiew schätzt, dass Moskau mindestens 500'000 Mann aufbieten müsste, um Charkiw einzukesseln. Und auch diese hätten Mühe: Die Stadt mit ihren rund eineinhalb Millionen Einwohner*innen hat viele Hochhäuser und Industriegebiete, die die Verteidigung erleichtern.

    Eine russische Zangenbewegung im. Westen von Charkiw würde die russische Armee auf zwei starke Ukrainische Vereidigungslinien treffen lassen.
    Eine russische Zangenbewegung im. Westen von Charkiw würde die russische Armee auf zwei starke Ukrainische Vereidigungslinien treffen lassen.
    YouTube/Reporting from Ukraine

    Zehn Monate hat die russische Armee mit 80'000 Soldaten gebraucht, um Bachmut einzunehmen, rechnet Reporting from Ukraine vor: Charkiw habe eine zehn Mal grössere Fläche und 20 mal mehr Einwohner*innen und Gebäude.

    Auch in dem Gebier östlich von Charkiw hat sich die ukrainische Armee eingegraben. Flüsse erschweren zudem einen etwaigen Vormarsch der Russen.
    Auch in dem Gebier östlich von Charkiw hat sich die ukrainische Armee eingegraben. Flüsse erschweren zudem einen etwaigen Vormarsch der Russen.
    YouTube/Reporting from Ukraine

    Der Kreml hat an der ganzen Front keine 500'000 Soldaten stationiert: Dass er diese Anzahl – oder auch nur 300'000 Mann – vor Charkiw zusammenziehen kann, scheint unrealistisch. Sollte es weniger Personal sein, kann die Stadt nicht eingekesselt werden.

    Von Isjum aus könnte die russische Armee den Verteidigern gefährlich werden.
    Von Isjum aus könnte die russische Armee den Verteidigern gefährlich werden.
    YouTube/Reporting from Ukraine

    Dann müsste Putins Armee Charkiw einebnen – so wie Bachmut oder Awdijwka. Eine Alternative wäre die Einnahme der Stadt Isjum im Rücken der Verteidiger, von wo aus weitere Attacken folgen könnten. Doch davon ist der Kreml weit entfernt.

    Die Grossoffensive auf Charkiw ist also weniger real und fällt eher in den Bereich des Informationskrieges. So werden ukrainische Bürger und Bürgerinnen zermürbt und besterdings Kiews Kräfte anderswo von der Front abgezogen. «Charkiw ist heute nicht in Gefahr», versichert deshalb auch Wolodymyr Selenskyj.

  • 11.24 Uhr

    China und Russland bauen angeblich Kooperation aus

    Die USA warnen ihre Verbündeten davor, dass China und Russland ihre militärische Kooperation intensivieren, berichtet «Bloomberg». Demnach versorgt Peking Moskau mit Satellitenbildern, aber auch mit Mikroelektronik und Werkzeugen für den Bau von Panzern. Auch optische Geräte, Turbojet-Triebwerke oder Raketen-Treibstoff würden geliefert. Im Bereich der Raumfahrt werde die Zusammenarbeit zudem weiter ausgebaut.

  • 10.50 Uhr

    Aussenminister Lawrow reist nach Peking

    Der russische Aussenminister Sergej Lawrow will bei einem bis 9. April angesetzten Besuch in Peking mit seinem chinesischen Kollegen Wang Yi über den Krieg in der Ukraine und andere brisante Themen sprechen,  teilte das Aussenministerium in Moskau mit. Demnach sollte Lawrows Reise am morgigen Montag beginnen und bis Dienstag dauern.

    Bei den Verhandlungen gehe es um eine Vielzahl an Fragen, darunter auch die Lage in der Asien-Pazifik-Region und die Zusammenarbeit beider Länder in internationalen Organisationen wie den UN, Brics und G20. Lawrow und Wang Yi hatten sich zuletzt im Oktober ebenfalls in Peking getroffen, davor im September auch in Moskau.

    China bemüht sich seit längerem um eine Friedenslösung im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Im März warben ukrainische Spitzenpolitiker und Beamte in Kiew bei einem Treffen mit dem chinesischen Sondergesandten Li Hui erneut um Unterstützung für eine Lösung im russischen Angriffskrieg.

    China gilt als enger Verbündeter Russland und betont in dem Konflikt seine Neutralität. Peking hatte selbst einen Friedensplan vorgeschlagen, der in Kiew allerdings auf Kritik stiess. Die Ukraine besteht darauf, dass ausschliesslich der Plan von Präsident Wolodymyr Selenskyj umgesetzt wird.

    Kernpunkt von Selenskyjs Vorgehen ist die Forderung nach einem Abzug der russischen Truppen aus allen besetzten Gebieten der Ukraine. Erst dann will Kiew mit Moskau über eine friedliche Koexistenz verhandeln. Russland lehnt Selenskyjs Plan als «realitätsfern» ab.

  • 10.12 Uhr

    Geheimdienst erwartet russische Offensive im Frühjahr

    Der ukrainische Militärgeheimdienstchef Kyrylo Budanow hofft weiter auf die von Deutschland bisher abgelehnte Lieferung der Marschflugkörper vom Typ Taurus im Kampf gegen die russische Invasion.

    «Der Taurus würde unser Leben sicherlich einfacher machen», sagte der Chef des Militärgeheimdienstes HUR in einem Interview der ARD. «Um Kommandozentralen zu treffen, um einige sehr wichtige Ziele zu treffen, ist es eine ausgezeichnete Waffe.»

    Auch die russische Brücke zur annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim bleibe ein wichtiges Ziel für die Ukraine: «Die Brücke wird schwer bewacht und verteidigt. Aber alle arbeiten an diesem Thema.»

    Kyrylo Budanow am 25. Februar in Kiew.
    Kyrylo Budanow am 25. Februar in Kiew.
    Bild: Keystone

    Budanow bestätigte in dem heute veröffentlichten Interview auch Informationen, nach denen die Ukraine im Frühjahr oder im Sommer mit einer neuen russischen Offensive rechne – besonders im Gebiet Donbass. Dafür brauche das Land, das sich seit mehr als zwei Jahren gegen den russischen Angriffskrieg wehrt, vor allem mehr Artilleriesysteme und Munition.

    Zu konkreten Perspektiven des Krieges wollte sich HUR-Chef Budanow laut dem ARD-Interview nicht äussern. «Die Lage ist ziemlich schwierig, aber sie ist unter Kontrolle», sagte er. Demnach hält er anders als viele Militärexperten in diesem Jahr auch eine ukrainische Gegenoffensive für möglich.

    Zugleich sagte er, dass es ohne dauerhafte Unterstützung des Westens «katastrophal schwierig» werde für die Ukraine. Budanow erwartet demnach auch einen deutlichen Aufschwung der Rüstungsindustrie in Europa und traut der EU zu, mögliche ausbleibende US-Hilfen auszugleichen.

  • 9.02 Uhr

    USA genehmigen Weitergabe von 65 F-16-Jets

    Der Ausschuss für auswärtige Angelegenheiten des US-Repräsentantenhauses hat Dänemark, Norwegen und den Niederlanden die Weitergabe von insgesamt 65 F-16A und F-16B an die Ukraine genehmigt.

    Das Paket ist ein Geschenk der drei Nationen, hat aber einen Wert vom1,68 Milliarden Dollar. Das beinhaltet angeblich auch Ersatzteile, Simulatoren, Werkzeuge und weiteres Zubehör. 24 Maschinen kommen aus den Niederlanden: Sie sollen «im Sommer» geliefert werden, sagt Vereidigungsministerin Kajsa Ollongren

  • 8.26 Uhr

    Auch Estland findet Munition für Kiew

    Nachdem Tschechien bis zu 1,5 Millionen Artillerie-Granaten für die Ukraine kaufen will, hat nun auch Estland Munition ausgemacht, die für Kiew beschafft werden könnte. Laut Verteidigungsminister Hanno Pevkur hätte sein Land Zugriff auf weitere 800'000 Schuss Munition.

    Es handelt sich dabei sowohl um 152-Millimeter- als auch um 155-Millimeter-Granaten. Erste brauchen russische Geschütze, letztere die aus Nato-Staaten. Auch Raketen seien verfügbar. Die Munition könnten innerhalb von zwei Monaten geliefert werden, so Pevkur. Der Preis soll bei zwei Milliarden Euro liegen.

  • 8.25 Uhr

    Slowakei: Neuer Präsident hat Olaf Scholz zum Vorbild

  • 24 Uhr Uhr

    Wir beenden den Ticker am Samstag, 6. April 2024

  • 23.08 Uhr

    Tote und verletzte Zivilisten auf beiden Seiten im Gebiet Donezk

    Im ukrainisch kontrollierten Teil des Gebiets Donezk sind durch russischen Artilleriebeschuss offiziellen Angaben nach mindestens fünf Zivilisten getötet worden. Unter den Opfern im Landkreis Pokrowsk sei auch eine Minderjährige, teilte die ukrainische Staatsanwaltschaft des Gebiets am Samstagabend mit. Zudem seien zwei Menschen verletzt worden. Getroffen worden seien Wohnhäuser in mehreren Ortschaften. Der Landkreis Pokrowsk liegt nur wenige Kilometer von der Front entfernt westlich von Donezk. Auf der anderen Seite meldeten die Behörden der von russischen Truppen besetzten Gebietshauptstadt Donezk elf Verletzte durch ukrainischen Beschuss.

    Unter den Verletzten seien zwei Kinder, schrieb der Chef der von Russland annektierten Region Donezk, Denis Puschilin, am Samstag auf seinem Telegram-Kanal. Neun Wohnhäuser seien in verschiedenen Stadtteilen beschädigt worden. Neben der Stadt Donezk sind nach Angaben Puschilins auch die ebenfalls vom russischen Militär kontrollierten Städte Makijiwka und Horliwka angegriffen worden. Es habe 29 Mal Beschuss unter anderem durch Artillerie und Drohnen gegeben. Von ukrainischer Seite gab es dazu zunächst keine Angaben.

  • 22.03 Uhr

    Selenskyj zeigt sich offen für US-Waffenhilfe auf Kredit

    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich offen für das Angebot einer US-Waffenhilfe auf Kredit gezeigt. «Wir werden jede Option akzeptieren», sagte Selenskyj in einem am Samstag im ukrainischen Fernsehen ausgestrahlten Interview dazu. Die USA sind mit Waffenhilfen über umgerechnet 40 Milliarden Euro militärisch der wichtigste Verbündete der Ukraine bei ihrer Abwehr des russischen Angriffskriegs. Allerdings liegt weitere Rüstungshilfe derzeit wegen eines innenpolitischen Streits zwischen Demokraten und Republikanern in den USA auf Eis. Die Ukraine ist deswegen die Defensive geraten und verliert derzeit an Boden gegen die russischen Besatzungstruppen.

    Nach Angaben Selenskyjs gibt es für die Ukraine keine Wahl. Sie müsse jedes Angebot akzeptieren, um siegen und überleben zu können. Wenn er entscheiden müsse, ob er das Paket jetzt auf Kredit oder in einem Jahr gratis bekomme, würde er es sofort auf Kredit nehmen, sagte der ukrainische Staatschef.

    In einem Interview zuvor hatte Selenskyj erklärt, dass es für die Ukraine ohne weitere US-Militärhilfen nicht nur schwer werde, neue Erfolge auf dem Schlachtfeld zu erzielen, sondern auch sich weiter zu verteidigen.

  • 21.07 Uhr

    Selenskyj fordert 25 Patriot-Systeme für Flugabwehr der Ukraine

    Die Ukraine braucht aus Sicht von Präsident Wolodymyr Selenskyj insgesamt 25 Patriot-Flugabwehrsysteme für den Schutz ihres Luftraums gegen russische Raketen- und Drohnenangriffe. Um den Luftraum abzuriegeln, seien 25 Systeme mit jeweils 6 bis 8 Batterien nötig, sagte Selenskyj in einem am Samstag im Fernsehen ausgestrahlten Interview. «Alle unsere Partner wissen dies ganz genau, sie kennen sogar die Punkte, an denen die entsprechenden Systeme platziert werden sollten.» Patriots und analoge westliche Flugabwehrsysteme – darunter fällt auch das deutsche Iris-T – haben sich nach seinen Angaben hervorragend bewährt.

    Die Ukraine wehrt seit mehr als zwei Jahren einen russischen Angriffskrieg ab. Dabei beschiesst das russische Militär auch regelmässig das ukrainische Hinterland mit Drohnen und Raketen. Russland werde auch weiter die zivile Infrastruktur, speziell Objekte der Energieversorgung attackieren, sagte Selenskyj. Natürlich versuche die Ukraine, diese Anlagen mit der eigenen Flugabwehr zu schützen. «Aber es gibt Raketen, gegen die diese Verteidigungssysteme leider nichts ausrichten können», sagte Selenskyj.

  • 20.30 Uhr

    Selenskyj sieht keine Gefahr für eine russische Eroberung Charkiws

    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat angesichts der Gerüchte um eine bevorstehende russische Offensive auf die Millionenstadt Charkiw eine Eroberung der Metropole ausgeschlossen. «Charkiw ist heute geschützt», sagte Selenskyj in einem am Samstag im Fernsehen ausgestrahlten Interview. Er räumte ein, dass die Stadt weiter anfällig gegen Luftangriffe sei, doch für die Verteidigung des Gebiets am Boden sei er absolut zuversichtlich. Seinen Angaben nach sind die von der Ukraine gebauten Befestigungsanlagen nicht nur in Charkiw, sondern auch in weiten Teilen des Front- und Grenzgebiets weitgehend fertig.

    Dabei behauptete Selenskyj unter Berufung auf Geheimdienstinformationen, dass Russland zum 1. Juni eine weitere Mobilmachung von 300’000 Mann plane, um seine im Herbst begonnene Offensive fortsetzen zu können. Offiziell hat Moskau bislang Pläne für eine weitere Mobilisierungswelle dementiert.

  • 19.55 Uhr

    Ein Mensch bei Angriff auf Odessa getötet

    Bei einem russischen Raketenangriff auf Odessa ist eine Person ums Leben gekommen. Vorläufigen Angaben des Gouverneurs der Oblast Odessa, Oleh Kiper, zufolge hat Russland eine ballistische Rakete des Typs Iskander-M auf eine Versorgungseinrichtung in der Stadt abgefeuert.

  • 19.17 Uhr

    Deutsche Luftwaffe fängt russische Militärmaschine über der Ostsee ab 

    Die deutsche Luftwaffe hat nach eigenen Angaben ein russisches Militärflugzeug über der Ostsee abgefangen. Kampfflugzeuge des Typs Eurofighter seien am Samstag vom lettischen Stützpunkt Lielvarde aus gestartet, um ein Aufklärungsflugzeug vom Typ IL-20 abzufangen,  teilte die Luftwaffe im Onlinedienst X mit. Die Maschine war demnach ohne Transpondersignal unterwegs.

    Deutschland beteiligt sich im Rahmen der Nato an der Luftraumüberwachung über den baltischen Staaten, die über keine eigenen Kampfflugzeuge verfügen. In der Vergangenheit hatte es bereits mehrfach Zwischenfälle mit russischen Militärflugzeugen im Ostseeraum gegeben.

  • 17.38 Uhr

    Erneuter russischer Angriff auf Charkiw tötet mindestens einen Menschen

    Russische Streitkräfte haben am Nachmittag erneut Charkiw angegriffen. Mindestens eine Person wurde getötet. Der Regionalgouverneur sagte, russische Streitkräfte hätten am Nachmittag des 6. April Charkiw angegriffen und dabei mindestens eine Person getötet und eine weitere verletzt. Zudem sei die zivile Infrastruktur beschädigt worden.

    Charkiw wurde in der Nacht bereits angegriffen, wobei russische Raketen sieben Menschen töteten und elf weitere verletzten. 

  • 15.02 Uhr

    Mehr als 4000 Menschen in Russland nach Überflutung durch Dammbruch evakuiert

    Nach einem Dammbruch und dadurch ausgelösten Überschwemmungen in der russischen Region Orenburg im Ural sind nach Behördenangaben mehr als 4000 Menschen in Sicherheit gebracht worden. «4028 Menschen, darunter 1019 Kinder, wurden evakuiert», teilte der Pressedienst des Regionalgouverneurs Denis Pasler am Samstag mit. Mehr als 2500 Häuser seien in dem Gebiet an der Grenze zu Kasachstan «überflutet» worden. Die Behörden sprachen von sintflutartigen Regenfällen inmitten der Schneeschmelze.

    Russland eröffnete ein Strafverfahren wegen «Fahrlässigkeit und Verletzung von Sicherheitsvorschriften für den Bau» wegen des am Freitag erfolgten Dammbruchs in der Stadt Orsk. Nach Angaben der regionalen Staatsanwaltschaft war die Stadtverwaltung von Orsk im März wegen eines «Verstosses gegen die Gesetzgebung zum Schutz der Bevölkerung und der Gebiete vor natürlichen und von Menschen verursachten Notfällen» verwarnt worden.

    Nach Behördenangaben war die Situation in der ganzen Region schwierig. Sie warnten vor einem gefährlichen Wasserstand des Flusses Ural in der Stadt Orenburg, Hauptstadt der gleichnamigen Region.

  • 14.10 Uhr

    Angeblich Explosion bei russischer Öl-Pipeline 

    Erneuter Rückschlag für die russische Energieinfrastruktur: «In den frühen Stunden des Samstags ist nahe der Stadt Asow [im Oblast Rostow] eine Pipeline auf unbestimmte Zeit ausgesetzt worden, die Petroleum-Produkte aus einem Öl-Depot zu Tankern im Hafen von Asow gepumpt hat», teilt der ukrainische Militär-Geheimdiest GUR alias HUR mit.

    Lage von Asow (rot markiert) in Russland.
    Lage von Asow (rot markiert) in Russland.
    Google Earth
  • 13.28 Uhr

    Russischer Konvoi bei Terny aufgerieben

    Die ukrainische Streitkräfte haben nach eigenen Angaben bei Terny einen neu Fahrzeuge starken Konvoi aufgerieben. «Im Sektor Lyman haben unsere Soldaten generische Angriffe bei Terny im Oblast Donezk abgewehrt, wo der Feind durch die Verteidigung unserer Truppen brechen wollte», teilt der Generalstab mit.

    Lage von Terny (beim roten Pfeil oben mittig).
    Lage von Terny (beim roten Pfeil oben mittig).
    DeepStateMap

    Truppen der 95. Air Assault Brigade, der 60. Mechanisierten Brigade, der Brigade Asow und der Nationalgarde hätten die neun Fahrzeuge ins Visier genommen. «Die ersten beiden Fahrzeuge explodieren durch Minen, und dann haben ukrainische Soldaten die verbleibenden Fahrzeuge mit allem, was ihnen zur Verfügung stand – schwerer Artillerie, Stugna-Panzerabwehrraketen, Kamikaze-Drohnen et cetera.»

    In dem dazugehörigen Video ist zu sehen, wie gepanzerte Fahrzeuge vom Typ BTR-82 beschädigt werden. Der Kreml hat Terny schon länger im Fokus: «Die Situation ist angespannt. Die Russen versuchen seit Wochen, zu stürmen.» Angriffe wie den obigen gebe es «jeden Tag». Aber: «Nun sind sie insbesondere nachts aktiv., um unseren Drohnen und Aufklärungsoffiziere zu entgehen. Aber das hilft ihnen nicht.»

  • 11.40 Uhr

    Ukrainische Drohne setzt MG ein

    In den sozialen Netzwerken kursiert dieses Video, das angeblich eine russische Drohne gefilmt haben soll. Im Clip ist ein Hexacopter des Gegners zu sehen, der Moskaus Soldaten unter Beschuss nimmt.

  • 10.21 Uhr

    Ukraine baut Verteidigung aus

    Drachenzähne, Unterstände, Schützengräben: Ein Video zeigt, wie Wolodymyr Selenskyj sich den Ausbau der Verteidigungsanlagen im Oblast Tschernihiw zeigen, der an Belarus und Russland grenzt – siehe auch Eintrag 6.40 Uhr.

  • 9.46 Uhr

    Mindestens sechs Tote bei Angriff auf Charkiw

    Neue russische Drohnen- und Raketenangriffe haben in der Nacht offiziellen Angaben zufolge vor allem in der nordostukrainischen Millionenstadt Charkiw zivile Opfer gefordert. «Insgesamt wurden elf Menschen verletzt, sechs Personen wurden getötet», teilte der Militärgouverneur Oleh Synjehubow auf seinem Telegram-Kanal mit.

    Durch den Beschuss mit umfunktionierten Flugabwehrraketen vom Typ S-300 seien neun Wohnhäuser, Wohnheime, ein Verwaltungsgebäude, ein Kindergarten, ein Café, eine Autowaschanlage und ein Tankstellengeschäft sowie mehrere Fahrzeuge beschädigt worden.

    Bürgermeister Ihor Terechow hatte zudem von Drohnenangriffen auf die Stadt geschrieben. Insgesamt hat Russland nach Angaben aus Kiew in der Nacht 32 Kampfdrohnen und 6 Raketen verschiedenen Typs auf die Ukraine abgeschossen. 28 Drohnen und die Hälfte der Raketen sei abgefangen worden, teilte die ukrainische Luftwaffe mit.

    Neben Charkiw wurden aber auch Einschläge in den Gebieten Cherson und Saporischschja gemeldet. Dort traf es demnach einen Bauernhof und einen Industriebetrieb. Opfer und grössere Schäden wurden nicht gemeldet.

  • 8.37 Uhr

    Wirbel um russische Einflussnahme in der EU

    In der Affäre um eine russische Desinformationskampagne und mögliche verdeckte Zahlungen aus Russland an Politiker rechnet EU-Kommissions-Vizepräsidentin Vera Jourova mit weiteren Enthüllungen.

    «Ich bin überzeugt davon, dass das, was wir jetzt wissen, nur die Spitze des Eisbergs ist», sagte die in der Kommission für Werte und Transparenz zuständige 59-Jährige der tschechischen Zeitung «Hospodarske noviny». Sie gehe davon aus, dass es bei Weitem mehr bezahlte Politiker oder Menschen mit Einfluss in der Gesellschaft gebe, als bisher bekannt sei.

    «Wir verfügen selbstverständlich über keinen Apparat, um festzustellen, wer das ist, aber wir sehen, dass die Geheimdienste bereit sind, das zu enthüllen und die Öffentlichkeit zu informieren», sagte Jourova. «Und das ist gut so.» Zur rechtlichen Bewertung sagte sie, es gebe in den verschiedenen Mitgliedstaaten im Bereich der nationalen Sicherheit unterschiedlich strenge Gesetze.

    Dies sei auf EU-Ebene nicht harmonisiert. «Ob es sich um Korruption handelt, müssen selbstverständlich die Ermittler und Richter entscheiden», betonte die tschechische Politikerin.

    Der deutsche Bundestagsabgeordnete Petr Bystron (AfD) steht im Fokus. (Archivbild)
    Der deutsche Bundestagsabgeordnete Petr Bystron (AfD) steht im Fokus. (Archivbild)
    Bild: Keystone

    Die tschechische Zeitung «Denik N» hatte berichtet, der deutsche AfD-Bundestagsabgeordnete Petr Bystron stehe im Verdacht, mit der prorussischen Internetplattform «Voice of Europe» (VoE) in Kontakt gestanden zu haben, die das Prager Kabinett jüngst auf die nationale Sanktionsliste gesetzt hatte. Möglicherweise habe er auch Geld entgegengenommen.

    Auf der Kabinettssitzung soll Bystrons Name gefallen sein, wie die Zeitung unter Berufung auf mehrere Minister berichtete. Ein nicht genanntes Regierungsmitglied sagte demnach unter Berufung auf den Inlandsgeheimdienst BIS mit Bezug auf Bystron: «Sie können die Übergabe von Geld als Audio belegen.»

    Bystron gehört dem bayrischen AfD-Landesverband an und vertritt die AfD-Bundestagsfraktion als Obmann im Auswärtigen Ausschuss. Er hat die Vorwürfe bestritten. Der Deutschen Presse-Agentur sagte er, es handele sich «um unbewiesene Anschuldigungen und Behauptungen». Und: «Ich habe mir nichts vorzuwerfen.»

    In einer Stellungnahme an die Parteispitze, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, sprach er von einer Diffamierungskampagne und schrieb: «Zu keinem Zeitpunkt habe ich von einem Mitarbeiter von VoE (oder irgendeinem Russen) Geldzahlungen oder Kryptowährungen bekommen.»

  • 8 Uhr

    Ukraine-Fotos auf Handys der Attentäter?

    Russische Behörden haben erneut versucht, eine Verbindung zwischen dem verheerenden Terroranschlag auf eine Konzerthalle bei Moskau und der Ukraine herzustellen. Das russische Ermittlungskomitee teilte am gestrigen Freitag mit, auf dem Mobiltelefon eines Verdächtigen seien Fotos gefunden worden, auf denen Menschen in militärischen Tarnanzügen mit ukrainischer Flagge vor zerstörten Häusern posierten.

    Auf dem Telefon sei auch das Bild einer ukrainischen Briefmarke mit einer obszönen Botschaft gefunden worden. Einer der Verdächtigen habe zudem am 24. Februar, dem zweiten Jahrestag der russischen Invasion in die Ukraine, Bilder von Zugangsstrassen und Eingängen zu der Konzerthalle an seine Kontaktperson geschickt.

    Die Erkenntnisse könnten auf eine Verbindung des Terrorakts zur «militärischen Spezialoperation» hinweisen, erklärte das Ermittlungskomitee, und verwendete damit den Euphemismus der russischen Behörden für den Angriffskrieg gegen die Ukraine. Die Angaben konnten nicht unabhängig bestätigt werden.

    Seit dem Terroranschlag vom 22. März auf die Crocus City Hall im Moskauer Vorort Krasnagorsk, bei dem 145 Menschen getötet wurden, haben russische Behördenvertreter, darunter auch Präsident Wladimir Putin, versucht, der Ukraine die Schuld an dem Massaker zu geben.

    Kiew hat eine Beteiligung vehement bestritten und ein Ableger der Terrororganisation Islamischer Staat hat die Tat für sich reklamiert. Die russische Behörden haben bei ihrem Versuch, vom Versagen der russischen Sicherheitsbehörden abzulenken, keinerlei Beweise für eine Beteiligung der Ukraine präsentiert.

  • 7.25 Uhr

    Kiew will 19 Flugzeuge zerstört oder beschädigt haben

    Bei der Ausweitung ihrer Drohnenangriffe nimmt die Ukraine einen schweren Schlag gegen die russische Luftwaffe für sich in Anspruch. Medien in Kiew zitierten Informationen aus Sicherheitskreisen, die von 19 zerstörten oder beschädigten russischen Kampfflugzeugen sprachen.

    Russische Zivilbehörden meldeten nur ukrainische Drohnenangriffe in mehreren Regionen, in denen Militärflugplätze liegen. Ein russischer Militärblogger bestätigte den Angriff auf den Fliegerhorst Morosowsk im südrussischen Gebiet Rostow, dementierte aber den Verlust von Flugzeugen. Erste Satellitenaufnahmen liessen keine klare Bestätigung der Kiewer Angaben zu.

    Die Ukraine verteidigt sich seit mehr als zwei Jahren gegen die russische Invasion, am Samstag zählt sie den 773. Kriegstag. Die Ukraine hat in den vergangenen Wochen die Angriffe im russischen Hinterland mit Kampfdrohnen aus eigener Entwicklung ausgeweitet. Dabei wurden die Fluggeräte meist in russische Ölraffinerien gelenkt, zuletzt auch in eine Drohnenfabrik etwa 1200 Kilometer weit von der Ukraine entfernt.

    Gleichzeitige Angriffe auf mehrere bedeutende russische Luftwaffenstützpunkte wie in der Nacht auf den gestrigen Freitag gab es bislang aber nicht. In Morosowsk hat die russische Luftwaffe Bomber der Typen Suchoi Su-24 und Su-27 stationiert. Sie werden zum Abwurf der gefürchteten Gleitbomben auf Städte hinter der ukrainischen Front eingesetzt.

    Auf dem Stützpunkt seien sechs Flugzeuge zerstört und acht beschädigt worden, hiess es aus Sicherheitskreisen in Kiew. Der russische Militärblogger Fighterbomber verneinte dies. Die russische Seite sei gewarnt gewesen und habe die Jets rechtzeitig abgezogen. Unabhängig überprüfbar waren die Angaben beider Seiten nicht.

    Auf dem Stützpunkt Jeisk im südrussischen Gebiet Krasnodar wurden den Kiewer Informationen nach zwei Erdkampfflugzeuge des Typs Su-25 zerstört. Ein weiterer Angriff habe dem über 600 Kilometer von ukrainischem Gebiet entfernten Militärflughafen Engels bei Saratow an der Wolga gegolten.

    Dabei seien drei strategische Bomber des Typs Tu-95 beschädigt worden. Mit solchen Langstreckenbombern schiesst Russland oft Marschflugkörper auf die Ukraine ab. Zu den möglichen Folgen einer weiteren Attacke auf einen Militärflugplatz im Gebiet Kursk wurde vorerst nichts bekannt.

  • 6.40 Uhr

    Ukraine befestigt ihre Grenze im Norden

    Zwei Jahre nach der Rückeroberung des Gebiets Tschernihiw im Norden der Ukraine hat Präsident Wolodymyr Selenskyj die Region besucht. «Dank des Widerstands des Volkes ist es uns gelungen, diesem Krieg eine Wende zu geben, die Invasoren zu stoppen und sie aus unserer Heimat zu vertreiben», sagte der Staatschef in der Gebietshauptstadt Tschernihiw.

    Doch die Region an der Grenze zu Russland und Belarus werde weiterhin mit Artillerie beschossen. Selenskyj besuchte nach Angaben seines Präsidialamtes auch neu angelegte militärische Befestigungsanlagen mit Schützengräben, Minengürteln und Panzersperren. Die ukrainische Armee will damit einen möglichen zweiten Vorstoß russischer Truppen stoppen.

    Zu Beginn des Angriffskrieges im Februar 2022 war die russische Armee auch durch diese Region in Richtung Kiew vorgerückt. Die Gebietshauptstadt Tschernihiw wurde nicht besetzt, aber wochenlang belagert. Als die russischen Truppen sich im April 2022 zurückzogen, kamen Stadt und Umland wieder unter ukrainische Kontrolle.

  • 24 Uhr

    Wir beenden den Ticker am Freitag, 5. April 2024

  • 23.02 Uhr

    Deichbruch in Russland: Evakuierungen nach schweren Regenfällen

    Nach schweren Regenfällen ist in der russischen Stadt Orsk ein Deich gebrochen. Mehr als 4000 Häuser und rund 10’000 Menschen in der Stadt nahe der Grenze zu Kasachstan seien von Überschwemmungen bedroht, teilte die Stadtverwaltung am Freitag mit. Örtliche Behörden hätten Bewohner in mehreren Strassen zur Evakuierung aufgefordert, berichtete die Nachrichtenagentur Tass.

    Laut der Nachrichtenagentur Interfax wird derzeit an der Reparatur des Deichs in der Stadt mit 220’000 Einwohnern gearbeitet. In der südlichen Region Orenburg, in der Orst liegt, hatte es zuletzt heftig geregnet. Nach Angaben des Pressedienst des Gouverneurs wurden bereits 1800 Häuser in 95 Orten überschwemmt und mehr als 3000 Menschen evakuiert.

    «Die Nebenwirkungen, wenn man so viel Geld für den Krieg ausgibt», schreibt der ukrainische Militärblogger Anton Gerashchenko auf X (ehemals Twitter).

    Russland wird regelmässig von extremen Wetterereignissen heimgesucht, die durch den Klimawandel noch verschärft werden.

  • 22.15 Uhr

    Arsenals Abwehrspieler Sintschenko zur Verteidigung der Ukraine bereit

    Der ukrainische Fußballspieler vom englischen Verein FC Arsenal ist im Falle einer Einberufung bereit, in seinem Heimatland zu kämpfen. «Ich denke, es ist eine klare Antwort: Ich würde gehen», sagte Oleksandr Sintschenko in der Sendung «Newsnight» des britischen Senders BBC auf die Frage nach einer möglichen Einberufung zur Front. «Ich hoffe wirklich, dass dieser Krieg bald endet», fügte der 27-Jährige hinzu.

    Viele seiner ehemaligen Schulfreunde würden in dem Konflikt kämpfen, sagte Sintschenko. «Es ist schwer zu verstehen, dass wir noch vor kurzem in dieselbe Schule gegangen sind, auf dem Spielplatz oder auf dem Fußballplatz gespielt haben, und jetzt müssen sie unser Land verteidigen.» Es sei hart zu akzeptieren. «Aber es ist, wie es ist. Wir können nicht aufgeben», sagte der Verteidiger, der 60 Mal für die ukrainische Nationalmannschaft gespielt hat.

    Der ehemalige Spieler von Manchester City sagte, er habe rund eine Million Pfund (rund 1,14 Millionen Franken) gespendet, um den Menschen in seinem Land zu helfen. Kontakte zu russischen Freunden und ehemaligen Mannschaftskollegen habe er nicht mehr, sagte Sintschenko. Er wisse, dass diese Repressionen zu fürchten hätten, sollten sie gegen den Krieg Russlands protestieren. Gleichzeitig habe die Invasion «allen Ukrainern» gezeigt, dass sie nicht mehr mit Russen befreundet seien könnten.

    «Wir werden nie vergessen, was sie uns angetan haben, unserem Volk», sagte dOleksandr Sintschenko. «Das werde ich meinen Kindern beibringen und meine Kinder werden es ihren Kindern beibringen.»
    «Wir werden nie vergessen, was sie uns angetan haben, unserem Volk», sagte dOleksandr Sintschenko. «Das werde ich meinen Kindern beibringen und meine Kinder werden es ihren Kindern beibringen.»
    Archivbild: IMAGO/News Images
  • 21.54 Uhr

    Selenskyj gedenkt der Rückeroberung von Tschernihiw

    Zwei Jahre nach der Rückeroberung des Gebietes Tschernihiw im Norden der Ukraine hat Präsident Wolodymyr Selenskyj die Region besucht. «Dank des Widerstands des Volkes ist es uns gelungen, diesem Krieg eine Wende zu geben, die Invasoren zu stoppen und sie aus unserer Heimat zu vertreiben», sagte der Staatschef am Freitag in der Gebietshauptstadt Tschernihiw.

    Doch die Region an der Grenze zu Russland und Belarus leide weiter unter Artilleriebeschuss. Etwa 15’000 Menschen lebten unmittelbar an der Grenze, Russland habe sie im vergangenen Jahr mit 15’000 Granaten beschossen, schrieb Selenskyj auf dem Portal X (früher Twitter). Er besuchte nach Angaben seines Präsidialamtes auch neu angelegte militärische Befestigungsanlagen, mit denen die ukrainische Armee einen möglichen zweiten Vorstoss russischer Truppen zu stoppen hofft.

  • 21.04 Uhr

    Pro-russische Separatisten melden Drohnenangriff in Transnistrien

    In Moldaus abtrünniger Region Transnistrien hat eine Drohne nach Angaben der dortigen pro-russischen Regierung einen Militärstützpunkt getroffen. «Heute um 14.35 Uhr griff eine Kamikaze-Drohne einen Militärstützpunkt des Verteidigungsministeriums der Moldauischen Republik Transnistrien im Bezirk Rybnitsa, sechs Kilometer von der Grenze zur Ukraine entfernt, an», erklärte das Ministerium für Staatssicherheit der selbst ernannten Republik am Freitag.

    Ziel sei eine Radarstation gewesen, hiess es weiter. Den Angaben zufolge wurde die Station leicht beschädigt, Verletzte oder Tote habe es nicht gegeben. Die Ukraine wurde nicht direkt für den Angriff verantwortlich gemacht.

  • 19.08 Uhr

    Tote und Verletzte nach russischem Raketenschlag auf Saporischschja

    Durch russische Raketentreffer auf die südostukrainische Grossstadt Saporischschja sind mindestens drei Menschen getötet worden. 13 Menschen mussten in Krankenhäuser gebracht werden, darunter seien vier Schwerverletzte. Das teilte der Gouverneur des Gebiets, Iwan Fedorow, am Freitag im ukrainischen Nachrichtenfernsehen mit. Der Gebietsverwaltung zufolge wurden insgesamt mindestens 19 Menschen verletzt.

    Zu den Verletzten zählten nach Medienberichten auch zwei Journalistinnen. Insgesamt seien in zwei Wellen fünf Raketen auf Ziele in der Stadt abgefeuert worden. Die Raketenschläge galten Fedorow zufolge vor allem der zivilen Infrastruktur. Gut ein Dutzend Wohnhäuser sei beschädigt worden.

  • 18.45 Uhr

    Medien: Ukraine zerstört mehrere russische Kampfflugzeuge

    Bei einem Drohnenangriff auf den Militärflugplatz Morosowsk im südrussischen Gebiet Rostow hat die Ukraine eigenen Medienberichten zufolge ein halbes Dutzend Kampfflugzeuge am Boden zerstört. «Es wurden mindestens sechs Kampfflugzeuge der Russischen Föderation vernichtet und weitere acht beschädigt», berichteten am Freitag übereinstimmend mehrere ukrainische Medien unter Berufung auf Informanten in Sicherheitskreisen.

    Zudem seien mindestens 20 russische Soldaten entweder getötet oder verletzt worden. Der Angriff sei dabei vom ukrainischen Geheimdienst SBU durchgeführt worden. Unabhängige Bestätigungen dafür gab es zunächst nicht. Der Militärflugplatz befindet sich gut 270 Kilometer von der Frontlinie entfernt.

    Zuvor hatte bereits der Gouverneur des Rostower Gebiets, Wassili Golubew, über einen «massiven Drohnenangriff» informiert. Mehr als 40 Drohnen seien in Rostow von der eigenen Luftabwehr abgeschossen worden, hiess es von russischer Seite. Dabei seien eine Transformatorenstation und eine Hochspannungsleitung beschädigt worden.

  • 18.11 Uhr

    Atomkraftwerk Saporischschja meldet Drohnenangriffe

    Das Gelände des Atomkraftwerks Saporischschja im Süden der Ukraine wird nach Angaben der russisch kontrollierten Kraftwerksleitung seit Tagen verstärkt von Drohnen angegriffen. Am Freitag seien Einschläge am Frachthafens und an einer Stickstoff-Sauerstoffstation registriert worden, hiess es im offiziellen Telegram-Kanal des AKW. Die Kraftwerksleitung machte dafür das ukrainische Militär verantwortlich. Nicht nur der Beschuss der Nuklearanlage, sondern auch der anliegenden Infrastruktur könne schlimme Folgen haben und die Sicherheit des Atomkraftwerks gefährden, wurde gewarnt. Russland hat das grösste Kernkraftwerk Europas kurz nach Beginn seines Angriffskriegs erobert und hält es seither besetzt. Immer wieder werden Kämpfe um die Anlage gemeldet.

    Die Sprecherin des russischen Aussenministeriums, Maria Sacharowa, nutzte die Drohnenangriffe zu neuerlichen Vorwürfen gegen die Ukraine. Sie beschuldigte Kiew des Versuchs einer militärischen Rückeroberung der Anlage. «Wir warnen Kiew und seine westlichen Schutzpatrone vor jeglichen Angriffsversuchen oder einer Destabilisierung der Lage um das AKW Saporischschja», sagte sie.

  • 18 Uhr

    Russland: Jüngste Angriffe auf Ukraine sind «Antwort» auf ukrainische Drohnenattacken

    Russland hat seine jüngsten Angriffe auf die Ukraine als «Antwort» auf ukrainische Angriffe auf den russischen Energiesektor bezeichnet. Seit dem 31. März habe es 39 Angriffe auf die Ukraine gegeben «als Antwort auf die Versuche des Regimes in Kiew, russische Öl-, Gas- und Energieanlagen zu zerstören», teilte das Verteidigungsministerium in Moskau am Freitag mit.

    Diese Angriffe richteten sich etwa gegen Treibstoffdepots, die Militärindustrie sowie Luftverteidigungsanlagen, hiess es. Russische Angriffe auf ukrainische Kraftwerke seit Ende März haben Schäden in Milliardenhöhe verursacht und in mehreren Regionen zu Stromausfällen geführt.

  • 17.55 Uhr

    Norwegen plant grosse Investition in Verteidigung

    Norwegen will seinen Verteidigungshaushalt in den nächsten zwölf Jahren drastisch erhöhen. Die Regierung in Oslo plant, das Land bis 2036 mit zusätzlichen 600 Milliarden norwegischen Kronen (50,5 Milliarden Franken) aufzurüsten, wie sie bei der Vorstellung des neuen Verteidigungsplans am Freitag mitteilte.

    Bis dann soll das Verteidigungsbudget fast auf das Doppelte im Vergleich mit heute anwachsen. Die Regierung will 2036 sogar etwa drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung ausgeben – das Ziel der Nato liegt bei Ausgaben von mindestens zwei Prozent.

    Insbesondere bei der Marine soll demnach erheblich investiert werden. Geplant seien unter anderem mindestens fünf neue Fregatten und mindestens fünf U-Boote. Die norwegischen Streitkräfte sollen zudem um insgesamt mehr als 20'000 Soldaten, Angestellte und Reservisten verstärkt werden, so das Verteidigungsministerium. «Wir brauchen eine Verteidigung, die an die aktuelle Situation und die Bedrohungen angepasst ist», sagte Ministerpräsident Jonas Gahr Støre.

  • 15.15 Uhr

    Kinderpornografie-Verdächtiger aus den USA kämpfte in der Ukraine an der Seite Russlands

    Ein 28-Jähriger aus Massachusetts in den USA wird polizeilich gesucht, weil er Bilder von Kindesmissbrauch besessen haben soll. Zwei Tage vor seinem Gerichtstermin ist er untergetaucht. Jetzt ist er in einem russischen TV-Bericht aufgetaucht. Dort erzählt er, er habe in Awdijiwka, Ukraine, in der russischen Armee gedient.

    Der US-Amerikaner war Mitglied des Parlaments der Stadt Holyoke sowie der Nationalgarde des Bundesstaats Massachusetts. Neben dem Besitz von Kinderpornografie wirft ihm die Anklage die Behinderung der Justiz vor. 

    Bereits Anfang März ist ein Foto aufgetaucht, dass einen Kämpfer zeigt, der in Awdijiwka eine US-Flagge präsentiert. Das Gesicht der Person ist unkenntlich gemacht. Diverse Medien sind überzeugt, dass es sich bei der Person um den 28-jährigen ehemaligen Nationalgardisten aus Holyoke handelt.

  • 14.43 Uhr

    Litauen will 3'000 Drohnen für die Ukraine kaufen

    Regierungschefin Ingrida Simonyte kündigte nach einem Treffen mit ihrem ukrainischen Amtskollegen Denys Schmyhal den baldigen Kauf und die Lieferung von rund 3'000 Drohnen für das angegriffene Land an. Die unbemannten Fluggeräte im Wert von insgesamt rund 20 Millionen Euro sollen bis Ende dieses Jahres die Front erreichen, sagte Simonyte am Freitag in Vilnius. Auch werde das baltische EU- und Nato-Land mit der Entwicklung eines Rehabilitationsprogramms für verletzte ukrainische Soldaten beginnen. Die Regierung in Vilnius will dafür nach Angaben von Simonyte bis zu 15 Millionen Euro bereitstellen.

    Litauens Ministerpräsidentin schloss auch die Möglichkeit nicht aus, dass ihr Land Soldaten zur Ausbildung in das von Russland angegriffene Land entsenden könnte. Unter Verweis darauf, dass Militärausbilder bereits ukrainische Truppen in Litauen und anderswo unterrichteten, sagte Simonyte: «Könnten sie in der Ukraine ausgebildet werden? Mit einer angemessenen Luftverteidigung ist es sicherlich möglich, diese Risiken zu bewältigen.»

    Litauen gehört international zu den entschlossensten Unterstützern der Ukraine. Nach Angaben von Schmyhal hat der Baltenstaat seit Beginn des russischen Angriffskrieges im Februar 2022 die Ukraine mit Hilfen im Wert von rund 1,5 Prozent der Wirtschaftsleistung unterstützt. «Wir wissen das sehr zu schätzen», sagte er.

  • 11.17 Uhr

    Ukrainische Quellen melden Drohnenangriff auf russische Luftwaffenbasis in Rostow

    Die ukrainische Armee zusammen mit dem Geheimdienst SBU soll in der Nacht die russische Luftwaffenbasis Morosowsk in Rostow am Don (Russland) angegriffen haben. Dabei sollen sie mindestens sechs russische Flugzeuge zerstört haben. Welcher Art die getroffenen Flugzeuge sind, ist nicht bekannt. Beobachter aus der Open-Source-Intelligence-Szene schreiben, dass auf der Morosowsk-Luftwaffenbasis in der Nacht des Angriffs bis zu 30 Kampfjets parkiert gewesen seien, darunter solche des Typs Su-34 und Su-30 oder Su-35.

    Reuters hat die Nachricht von einer anonymen Quelle erhalten und meldet, sie noch nicht verifiziert zu haben. Die russische Nachrichtenagentur RIA meldet, die Luftwaffe habe 53 Drohnen abgeschossen.

  • 10.37 Uhr

    Ukrainische Flugabwehr fängt 13 russische Kampfdrohnen ab

    Die ukrainische Flugabwehr hat eigenen Angaben nach 13 russische Kampfdrohnen iranischer Bauart im Süden und Südosten des Landes abgefangen. Damit seien alle Kampfdrohnen rechtzeitig abgeschossen worden, teilte die ukrainische Luftwaffe am Freitag bei Telegram mit. Im Gebiet Odessa sollen Objekte der Energieversorgung Ziel des Angriffs gewesen sein. Zu möglichen Zielen in den Regionen Saporischschja und Dnipropetrowsk machten die Behörden keine näheren Angaben. Das russische Militär habe zudem aus dem russischen Grenzgebiet Belgorod in der Nacht fünf Raketen auf Ziele in der Ukraine abgefeuert.

    Im ostukrainischen Gebiet Donezk sind Behördenangaben nach durch russischen Beschuss in der Siedlung Nju-Jork und der Stadt Pokrowsk mindestens zwei Zivilisten getötet und fünf verletzt worden. Mehrere Dutzend Gebäude wurden beschädigt. Im angrenzenden Gebiet Charkiw sei zudem am Vortag ein Mensch bei Feldarbeiten durch eine russische Rakete getötet und zwei weitere verletzt worden, hiess es.

  • 5.50 Uhr

    USA: Rüsten Kiew nicht für Angriffe auf Russland

    Die USA stellen der Ukraine keine Fähigkeiten zur Verfügung, um ausserhalb ihres Territoriums Russland anzugreifen, sondern konzentrieren sich darauf, sicherzustellen, dass die ukrainischen Streitkräfte über alles Notwendige für die Verteidigung und den Schutz ihres eigenen Landes verfügen. Das antwortet Pentagon-Sprecher General Patrick Ryder auf die Frage, wie die USA Angriffe der Ukraine auf russische Ölraffinerien bewerten. «Die Hilfe, die wir der Ukraine leisten, soll es ihr ermöglichen, ihr souveränes Territorium zu verteidigen und zurückzugewinnen. Für den Einsatz ausserhalb dieser Grenzen leisten wir keine Hilfe», sagt Ryder laut der staatlichen Nachrichtenagentur Ukrinform.

  • 4.55 Uhr

    Russischer Militärflugplatz in Rostow am Don angegriffen

    Bei einem «massiven Angriff» auf einen Militärflugplatz im Gebiet Rostow in Russland sei ein Umspannwerk im Bezirk Morosowsk beschädigt worden, teilt der Gouverneur der russischen Region Rostow am Don auf Telegram mit. 40 Luftziele seien dabei mithilfe von Luftabwehrsystemen zerstört worden. Wassili Golubew schreibt, die Drohnenangriffe hätten sich auf den Bezirk Morosowsk nordöstlich von Rostow am Don konzentriert, der an der Ostgrenze der Ukraine liegt. Golubew zufolge werde daran gearbeitet, die Stromversorgung in den betroffenen Gebieten wiederherzustellen.

  • 4.10 Uhr

    Moldau meldet Fund russischer Drohnentrümmer

    Die Grenzpolizei in der Republik Moldau hat den Fund von Fragmenten einer russischen Drohne iranischer Herkunft an der Grenze zur Ukraine gemeldet. In einer Erklärung der Polizei hiess es, die Fragmente seien in der Nähe der Dörfer Etulia und Vladiceni gefunden worden und trügen die Aufschrift Geran-2, eine andere Bezeichnung für die von Russland eingesetzten iranischen Shahed-Drohnen. Die Fragmente wurden in einem Gebiet gefunden, das etwa 500 Meter von der ukrainischen Grenze entfernt ist. Der Polizei zufolge ist der Bereich nun abgesperrt.

  • Freitag, 5. April 2024, 0.45 Uhr

    Russischer Gouverneur bei Messerattacke verletzt

    Im Nordwesten Russlands ist ein ranghoher Politiker der Kremlpartei «Geeintes Russland» laut Behördenangaben bei einer Messerattacke schwer verletzt worden. Der 45 Jahre alte Gouverneur des Gebiets Murmansk, Andrej Tschibis, sei operiert worden und in einem schwierigen Zustand, sagte der behandelnde Arzt. Der mutmassliche Täter sei bei seiner Festnahme durch Sicherheitskräfte verletzt worden und erhalte ebenfalls medizinische Hilfe, teilte das russische Ermittlungskomitee in der Nacht zum Freitag mit. Die Hintergründe des Angriffs würden untersucht. Attentate auf Vertreter des Machtapparats sind selten in Russland.

    Tschibis hatte sich den Ermittlern zufolge in der Stadt Apatity auf der Halbinsel Kola mit Bürgern zu einem Gespräch getroffen, danach sei er von einem Bewohner mit dem Messer angegriffen worden. Um die Motive für das Verbrechen aufzuklären, würden Augenzeugen befragt, hiess es.

    Örtliche Medien berichteten, der Tatverdächtige sei ein 42 Jahre alter Bahnangestellter, der ausgesagt haben soll, eine innere Stimme habe ihm den Angriff auf den Gouverneur befohlen. Dieser habe eine Stichwunde im Bauchbereich erlitten.

    Eine Sprecherin des Gouverneurs sagte im russischen Staatsfernsehen, Tschibis sei nach dem Überfall noch selbst zu seinem Auto gegangen. Er sei dann ins Spital gefahren worden und habe auch seine Ehefrau selbst informiert, um sie zu beruhigen. Der Verdächtige werde verhört, sagte die Sprecherin.

  • 23.55 Uhr

    Wir beenden den Ticker am Donnerstag, 4. April 2024

  • 23.28 Uhr

    Nato-Generalsekretär warnt vor Scheitern der Ukraine

    Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat mit deutlichen Worten vor einem Scheitern der Unterstützungsbemühungen für die von Russland angegriffene Ukraine gewarnt. Wenn es nicht gelinge, mehr Hilfe zu mobilisieren, besteht die reale Gefahr, dass Russland noch mehr ukrainisches Territorium erobere, sagte Stoltenberg nach einem Aussenministertreffen in Brüssel. Und dann werde auch die Nato in eine noch gefährlichere Lage geraten. Er spielte damit darauf an, dass russische Streitkräfte dann noch weiter westlich stehen würden und das Risiko von Angriffen auch auf Nato-Staaten steigen könnte.

    Tatsache sei, dass der einzige Weg zu einem gerechten und dauerhaften Frieden in der Ukraine darin bestehe, starke ukrainische Streitkräfte zu garantieren, fügte der Norweger hinzu. Denn nur so könne der russische Präsident Wladimir Putin davon überzeugt werden, dass er auf dem Schlachtfeld nicht gewinnen werde.

    Der ukrainische Aussenminister Dmytro Kuleba hatte zuvor bei einer Sitzung des Nato-Ukraine-Rats eindringlich um mehr Patriot-Flugabwehrsysteme für sein Land gebeten. Diese seien deshalb so wichtig, weil sie ballistische Raketen abfangen könnten. Kulebas Angaben zufolge hat es allein im März 94 russische Angriffe mit ballistischen Raketen auf die Ukraine gegeben.

  • 22.05 Uhr

    Selenskyj nennt Zögern bei Militärhilfe im Westen inakzeptabel

    Nach dem Tod von Rettungskräften bei einem russischen Angriff in der ukrainischen Stadt Charkiw hat Präsident Wolodymyr Selenskyj in Kiew das Zögern im Westen bei der Militärhilfe für das Land als völlig inakzeptabel kritisiert. «Ein neues Flugabwehrsystem könnte die Lage fundamental verändern», sagte Selenskyj in seiner in Kiew verbreiteten abendlichen Videobotschaft. Er sei jedem Land dankbar, das nach Möglichkeiten suche, der Ukraine zu helfen. Zugleich sagte er: «Es ist völlig inakzeptabel, dass so viele Länder in der Welt noch immer darüber nachdenken, wie sie dem Terror entgegenwirken können, obwohl es nur ein paar politische Entscheidungen braucht.»

    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj pochte in seiner abendlichen Videoansprache erneut auf mehr internationale Hilfe bei der Flugabwehr.
    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj pochte in seiner abendlichen Videoansprache erneut auf mehr internationale Hilfe bei der Flugabwehr.
    Bild: Keystone/AP/Efrem Lukatsky

    Die Ukraine fordert für einen besseren Schutz ihrer Städte vor russischen Angriffen fast täglich noch mehr Flugabwehrsysteme etwa vom US-Typ Patriot. Eine stärkere Luftverteidigung für Charkiw und die gleichnamige Region sowie das Gebiet Sumy und die südlichen Regionen sei eine «absolut dringende Notwendigkeit», sagte Selenskyj.

    Der Präsident erinnerte daran, dass am Donnerstag bei einem russischen Drohnenangriff auf ein Wohngebiet ein Mensch gestorben sei; als die Rettungskräfte eintrafen, habe es einen zweiten Luftschlag gegeben. Drei Nothelfer starben. «Das ist eine widerliche russische Taktik», sagte Selenskyj, der im sozialen Netzwerk X (vormals Twitter) den Angehörigen der Opfer sein Beileid aussprach.

    Die Diplomaten der Ukraine seien aufgerufen, im Ausland um Flugabwehrsysteme zu werben, sagte der Staatschef. In seiner Videoansprache sagte Selenskyj auch, dass sich die Lage am Boden stabilisiere. Es gelinge, die Besatzer an einem weiteren Vordringen zu hindern. «Angesichts des Mangels an Munition und der erheblichen Verlangsamung der Lieferungen sind diese Ergebnisse wirklich gut.»

    Selenskyj sagte zudem, dass die Ukraine bei der Produktion von Drohnen und Mitteln der elektronischen Kriegsführung stärker werde. Gearbeitet werde auch an einem Raketenprogramm, um die Militärhandlungen der Streitkräfte in diesem Bereich zu stärken. Das Land verteidigt sich seit mehr als zwei Jahren gegen den russischen Angriffskrieg.

  • 20.56 Uhr

    Putins Studienkollegin soll Oberste Richterin Russlands werden

    Die 70 Jahre alte Irina Podnossowa, eine frühere Studienkollegin des russischen Präsidenten Wladimir Putin, soll nach Kremlangaben den Posten der Vorsitzenden des Obersten Gerichts in Moskau übernehmen. Über die Kandidatur informierte eine Kommission des Kreml, die sich unter anderem mit der Ernennung von Richtern befasst. Podnossowa wurde am 29. Oktober 1953 in Pskow geboren. Sie tritt die Nachfolge von Wjatscheslaw Lebedew an, der im Februar nach mehr als 30 Jahren an der Spitze des Obersten Gerichts im Alter von 80 Jahren gestorben war.

    Podnossowa hatte 1975 die Juristische Fakultät der Leningrader Staatlichen Universität absolviert — an der heutigen St. Petersburger Staatlichen Universität. Dort studierte sie gemeinsam mit Putin, wie die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass berichtete.

    Der 71 Jahre alte Putin hat in der Vergangenheit immer wieder Freunde und Weggefährten aus seiner St. Petersburger Zeit sowie Verwandte auf lukrative Posten gehoben. Kremlkritiker beklagen eine verbreitete Vettern- und Günstlingswirtschaft, mit deren Hilfe der Präsident seit langem auch seine Macht absichere. Putin hatte in der Vergangenheit auch die russische Verfassung ändern lassen, die ihm Schutz vor Strafverfolgung bietet. Podnossowa dürfte zusätzliche Gewähr geben, dass die Justiz in Russland im Sinne des Kremlchefs agiert.

    International steht Putin, der vom Internationalen Gerichtshof in Den Haag wegen mutmasslicher Kriegsverbrechen per Haftbefehl zur Fahndung ausgeschrieben ist, in der Kritik, die Justiz zu einem Instrument politischer Willkür gemacht zu haben. In den vergangenen Jahren hatte insbesondere der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg immer wieder russische Urteile gerügt, Klägern Recht gegeben und ihnen bisweilen Schmerzensgeld zugesprochen. Im Zuge seines Angriffskrieges gegen die Ukraine trat Russland nach 26 Jahren Mitgliedschaft 2022 aus dem Europarat aus – damit können sich Russen, die gegen Urteile in ihrer Heimat vorgehen wollen, nicht mehr an das Gericht in Strassburg wenden.

  • 20.27 Uhr

    WHO: Zahlreiche Angriffe auf Notfallteams in Ukraine

    Im Ukrainekrieg ist es nach Darstellung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in den vergangenen Monaten zu zahlreichen Angriffen auf die Gesundheitshelfer in Krankenwagen und bei anderen Gesundheitstransporten gekommen. «Viele Notfallteams geraten entweder auf dem Weg zu einem Einsatz oder an ihren Stützpunkten unter Beschuss», wurde Halyna Saldan, Leiterin des Zentrums für medizinische Notfallversorgung und Katastrophenmedizin der Regionalverwaltung des Gebiets Cherson, in einer Mitteilung der WHO zitiert. Damit hätten diese Helfer ein signifikant höheres Risiko verletzt oder getötet zu werden als anderes Gesundheitspersonal.

    Laut WHO wurden im ersten Quartal 68 Angriffe auf Einrichtungen des Gesundheitswesens gezählt, davon hätten zwölf Attacken den Rettungsdiensten gegolten. Es seien vier Helfer verletzt und zwei getötet worden. «Das ist ein erschreckendes Muster», sagte Emanuele Bruni, WHO-Vorfallmanager in der Ukraine. In den Monaten Januar und März habe es fast einen Angriff pro Tag gegeben, meist unter Einsatz schwerer Waffen.

    Die WHO bekräftigte ihre Forderungen nach dem Schutz von Gesundheitspersonal und Patienten. Seit der Invasion Russlands im Februar 2022 hat die WHO 1682 Angriffe auf das Gesundheitswesen in der Ukraine bestätigt, die zu 128 Todesfällen und 288 Verletzungen von medizinischem Personal und Patienten führten.

    Die WHO definiert einen Angriff auf die Gesundheitsversorgung als jeden Akt verbaler oder physischer Gewalt, Behinderung oder Androhung von Gewalt, der die Verfügbarkeit, den Zugang und die Bereitstellung von heilenden oder präventiven Gesundheitsdiensten in Notfällen beeinträchtigt.

  • 19.34 Uhr

    Nato und EU verurteilen neue Pläne für Agenten-Gesetz in Georgien

    Die Regierung des Nato-Partnerlandes Georgien muss sich wegen der Wiederaufnahme von Planungen für ein sogenanntes Agenten-Gesetz nach russischem Vorbild scharfe Kritik aus Brüssel gefallen lassen. «Ich lehne jeden Versuch ab, den die georgische Regierung unternimmt, um den Gesetzentwurf zu (...) ausländischem Einfluss wieder einzuführen», sagte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg nach einem Nato-Aussenministertreffen in Brüssel. Die Pläne würden den gesamten Bemühungen zur Stärkung der demokratischen Institutionen in Georgien widersprechen, sagte Stoltenberg. Das Land sollte stattdessen an Reformen arbeiten.

    Die Regierungspartei in der Südkaukasusrepublik hatte zuvor mitgeteilt, einen im vergangenen Jahr gescheiterten Gesetzesplan doch noch durchsetzen zu wollen. Er war damals nach tagelangen Massenprotesten zurückgezogen worden. «Auch das georgische Volk hat klargemacht, dass es eine demokratische, wohlhabende Zukunft innerhalb der europäischen und transatlantischen Familie wünscht», sagte Stoltenberg.

    Der Gesetzesplan sieht unter anderem vor, dass Nichtregierungsorganisationen, die zu mehr als 20 Prozent aus dem Ausland finanziert werden, einmal im Jahr Rechenschaft ablegen müssen. Die Regierungspartei Georgischer Traum, die enge Beziehungen zu Russland pflegt, unterstellt ihnen die Förderung von Projekten zugunsten der Opposition. Diese verbreiteten «pseudoliberale Ideologien», betrieben LGBT-Propaganda und machten Front gegen die orthodoxe Kirche.

    Vor Stoltenberg hatte bereits ein Sprecher des EU-Aussenbeauftragten Josep Borrell die neuen Pläne verurteilt. Die EU fordere Georgien auf, sein Engagement für die Förderung von Demokratie und Menschenrechten aufrechtzuerhalten, hiess es.

  • 18.47 Uhr

    Biden: Müssen Errungenschaften der Nato schützen

    Zum 75. Jubiläum der Nato hat US-Präsident Joe Biden dazu aufgerufen, die Errungenschaften des Verteidigungsbündnisses zu schützen. Die Nato sei «grösser, stärker und entschlossener als je zuvor», schrieb Biden in einer vom Weissen Haus veröffentlichten Stellungnahme. Mit dem Beitritt Finnlands und Schwedens und der Erhöhung der Verteidigungsausgaben sei die Allianz gestärkt worden. Während Gegner versucht hätten, die Einheit des Bündnisses zu brechen, hätten die Demokratien unerschütterlich standgehalten. «Wie die Generationen vor uns müssen wir uns nun dafür entscheiden, diese Fortschritte zu schützen und auf ihnen aufzubauen», so Biden.

    Biden ging auch auf die Beistandsverpflichtung der Nato-Mitglieder ein (Artikel 5). Diese besagt, dass ein bewaffneter Angriff gegen einen oder mehrere Alliierte als ein Angriff gegen alle angesehen wird. Man müsse sich daran erinnern, dass dieses Versprechen «ein Bollwerk der Sicherheit» auch für die USA bedeute. US-Verteidigungsminister Lloyd Austin äusserte sich ähnlich. Er schrieb, die USA würden ihre Beistandsverpflichtung «heute und jeden Tag» bekräftigen. «Unser Bekenntnis zu Artikel 5 bleibt unumstösslich.»

    Bidens klares Bekenntnis zur Nato steht im Kontrast zu Äusserungen des früheren US-Präsidenten Donald Trump, der nach der US-Wahl im November wieder ins Weisse Haus einziehen will. Er gilt als ausgewiesener Nato-Kritiker und hatte jüngst deutlich gemacht, dass er Bündnispartnern mit seiner Ansicht nach zu geringen Verteidigungsausgaben im Fall eines russischen Angriffs keine amerikanische Unterstützung gewähren würde. In einem Interview sagte er zudem, man dürfe nicht vergessen, dass die Nato wichtiger für Europa sei als für die USA, denn es liege ein Ozean, «ein schöner, grosser, herrlicher Ozean» zwischen den USA und «einigen Problemen» in Europa.

  • 18.18 Uhr

    Macron: Schoigu-Äusserungen über Anschlag bei Moskau lächerlich

    Der französische Staatspräsident Emmanuel Macron hat Andeutungen des russischen Verteidigungsministers Sergej Schoigu über eine angebliche Verwicklung Frankreichs in den Terroranschlag auf eine Konzerthalle bei Moskau als lächerlich zurückgewiesen. Damit reagierte Macron auf ein seltenes Telefonat zwischen seinem Verteidigungsminister Sébastien Lecornu und Schoigu am Vortag, dem beide Länder widersprüchliche Presseerklärungen folgen liessen.

    So hiess es in der Mitteilung des Verteidigungsministeriums in Moskau, Schoigu habe seinem französischen Amtskollegen im Hinblick auf das Massaker in der Crocus City Hall mit 145 Toten gesagt, dass das «Kiewer Regime nichts ohne Zustimmung seiner westlichen Betreuer macht». Dann fügte Schoigu demnach hinzu: «Wir hoffen, dass die französischen Geheimdienste nicht darin verwickelt waren.»

    Frankreichs Präsident Emmanuel Macron.
    Frankreichs Präsident Emmanuel Macron.
    Omar Havana/AP/dpa (Archivbild)

    Macron sagte dazu, solche Äusserungen «sind wahrhaft seltsam und bedrohlich, was nichts Neues» sei. «Mit anderen Worten, es ist lächerlich.» Zu behaupten, dass Frankreich und die Ukrainer hinter dem Anschlag bei Moskau stecken könnten, ergebe keinen Sinn und entspreche nicht der Realität, sagte Macron. «Aber es handelt sich um eine Manipulation von Informationen, was heute Teil des russischen Arsenals der Kriegsführung ist.» Der Präsident äusserte sich am Rande der Einweihung eines für die Olympischen Sommerspiele errichteten Schwimmbeckens im Norden von Paris vor Journalisten.

    Nach Angaben des französischen Verteidigungsministeriums verurteilte Ressortchef Lecornu im Gespräch mit Schoigu den Anschlag auf die Crocus City Hall am 22. März. Zudem habe er bestätigt, dass sein Land keine Informationen habe, die auf irgendeine Verbindung zwischen der Bluttat und der Ukraine hindeuteten. Zugleich habe Lecornu den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine verurteilt und betont, dass Paris die Regierung in Kiew weiterhin «solange und so intensiv wie nötig» unterstützen werde. Schoigu warnte Frankreich wiederum vor einem möglichen Einsatz von Bodentruppen in der Ukraine, wie es in der russischen Mitteilung hiess. Eine solche Option hat Macron nicht ausgeschlossen.

    Das Telefonat von Schoigu und Lecornu war der erste Kontakt zwischen den russischen und französischen Verteidigungsministern seit Oktober 2022. Anlass sei die Bereitschaft Frankreichs gewesen, «nützliche Informationen» über den Anschlag bei Moskau mit all jenen zu teilen, die von Terrorismus betroffen seien, erklärte Macron am Donnerstag.

    Zu dem Massaker hat sich ein Ableger der Terrormiliz Islamischer Staat bekannt. Die Führung in Kiew hat jegliche Verstrickung in die Bluttat vehement bestritten. Die USA erklärten, sie hätten den Kreml vorab vor einer unmittelbaren Anschlagsgefahr gewarnt.

  • 18.07 Uhr

    Finnland schliesst Grenze zu Russland auf unbestimmte Zeit

    Finnlands Grenze zu Russland bleibt auf unbestimmte Zeit dicht. Die Übergänge sollen auch über den 15. April hinaus geschlossen bleiben, wie die finnische Regierung mitteilte — im Februar hatte Helsinki die Schliessung zunächst bis zum 14. April angekündigt. Damit können Migranten an den Grenzübergängen auch weiterhin keine Asylanträge stellen. Ferner werden die Übergänge für den Seeverkehr auf der Insel Haapasaari, im Hafen von Nuijamaa und auf der Insel Santio ab dem 15. April für die Freizeitschifffahrt geschlossen. Finnland will mit der Schliessung für den Seeverkehr auch dort eine im Frühling aus Russland drohende, gezielte Migration vorbeugen.

    Finnland, das im Osten auf einer Länge von mehr als 1300 Kilometern an Russland grenzt, hatte die Grenze bereits im November nach und nach geschlossen. Die finnischen Behörden werfen Moskau vor, absichtlich Asylbewerber ohne Papiere an die Übergänge zu bringen, um das EU- und Nato-Land damit vor Probleme zu stellen. Der Kreml dementierte das.

  • 17.12 Uhr

    Moskauer Geheimdienst meldet drei neue Festnahmen nach Terroranschlag

    Nach dem Terroranschlag von Moskau mit mehr als 140 Toten hat der russische Inlandsgeheimdienst FSB nach eigenen Angaben drei weitere mutmassliche Helfershelfer festgenommen. Zwei der Festgenommenen sollen Geld für den Kauf von Waffen und Autos überwiesen haben, teilte der FSB am Donnerstag mit.

    Den Ermittlungen zufolge soll der dritte Mann in die Anwerbung von Komplizen und die Finanzierung der Terroristen verwickelt sein. Den Angaben nach stammten alle drei Festgenommenen aus Zentralasien, auch wenn einer einen russischen Pass habe. Als Orte der Festnahmen wurden Moskau, Jekaterinburg und Omsk genannt.

    Am 22. März hatten vier Männer in der Konzerthalle Crocus City Hall am Stadtrand von Moskau um sich geschossen und einen Brand gelegt. Bei diesem schwersten Terroranschlag in Russland seit Jahren wurden mindestens 144 Menschen getötet und etwa 550 Menschen verletzt. Die vier mutmasslichen Schützen wurden am Tag darauf festgenommen. Später gab es über ein Dutzend weiterer Festnahmen mutmasslicher Unterstützer. Die Verdächtigen stammen laut Staatsmedien überwiegend aus Tadschikistan in Zentralasien.

    Die Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) hat die Attacke in mehreren Botschaften für sich reklamiert. Die russischen Behörden beharren aber auf der Vermutung, dass hinter dem IS die Ukraine oder ihre westlichen Unterstützer als eigentliche Drahtzieher stünden. Den Terroristen sei es darum gegangen, das in Russland vorbildliche Zusammenleben verschiedener Völker und Religionen zu untergraben, sagte Präsident Wladimir Putin am Donnerstag. Putin legte für die Behauptungen keinerlei Belege vor.

    «Russland kann nicht Ziel von terroristischen Angriffen islamistischer Fundamentalisten sein», sagte der Kremlchef. Dabei lässt er ausser Acht, dass es in Russland seit den 2000er-Jahren immer wieder Anschläge extremistischer Islamisten gab. Russische Truppen waren auch am Kampf gegen den IS in Syrien beteiligt. Experten weisen zudem darauf hin, dass Russland durch seine früheren Kriege in der russischen Teilrepublik Tschetschenien im Nordkaukasus weiter auch im Land selbst viele Feinde hat, die sich radikalisiert haben.

  • 16.03 Uhr

    Lawrow: Ukraine-Gespräche in der Schweiz sind Zeitverschwendung

    Der russische Aussenminister Sergej Lawrow hat geplante Gespräche über eine Beendigung der Kämpfe in der Ukraine als Schachzug des Westens abgetan. Friedensgespräche könnten nur dann erfolgreich sein, wenn sie die Interessen Moskaus berücksichtigten, sagte er. Andernfalls handele es sich um «nutzlose Zeitverschwendung».

    Die geplanten Gespräche in der Schweiz über einen möglichen Friedensplan seien lediglich eine List des Westens, um breitere internationale Unterstützung für Kiew zu gewinnen. Es gehe darum, so viele Länder des globalen Südens wie möglich zur Teilnahme zu bewegen, um die Konferenz als Ausdruck überwältigender Unterstützung für Kiew verkaufen zu können.

    Russlands Aussenminister Sergej Lawrow hält die geplanten Friedensgespräche aus russischer Sicht für «Zeitverschwendung».
    Russlands Aussenminister Sergej Lawrow hält die geplanten Friedensgespräche aus russischer Sicht für «Zeitverschwendung».
    Bild: Bebeto Matthews/AP/dpa

    Die Teilnehmer könnten dabei nur über bestimmte Aspekte des Friedensplans des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj diskutieren, etwa über die globale Lebensmittelsicherheit, erklärte Lawrow. Er unterstrich die Ablehnung Moskaus für Selenskyjs Friedensformel. Diese sieht vor, dass sich die russischen Truppen aus der Ukraine zurückziehen, Russland Entschädigungszahlungen an die Ukraine leistet und sich vor einem internationalen Tribunal für sein Vorgehen verantworten muss.

    Jedes mögliche Friedensabkommen müsse die russischen Sicherheitsinteressen berücksichtigen und die «neuen Realitäten» anerkennen, erklärte Lawrow in einem Verweis auf die russischen Geländegewinne in dem Konflikt. «Wir verteidigen unsere Wahrheit, die Interessen unseres Volkes in den Gebieten, die von seinen Vorfahren gegründet wurden, die dort jahrhundertelang gelebt haben», sagte er. «Wenn sie bereit sind, auf der Grundlage von Gerechtigkeit, der Ausgewogenheit der Realitäten und der Ausgewogenheit von Sicherheitsinteressen zu sprechen, sind wir dazu jederzeit bereit.»

  • 15.22 Uhr

    Ukrainisches Militär schickt Urkunden an antirussische Hacker

    Für Russlands Angriffskrieg in der Ukraine stellt das Team von «One Fist» ein Problem dar: Die Hacker haben laut BBC Daten von russischen Militärfirmen gestohlen sowie Kameras gehackt, um russische Truppen auszuspionieren – und wurden dafür offenbar vom ukrainischen Militär mit Dankesurkunden geehrt: für «einen bedeutenden Beitrag zur Entwicklung und Aufrechterhaltung lebenswichtiger Aktivitäten des Militärs».

    Die Zertifikate, die vom Kommandeur der ukrainischen Luftstreitkräfte unterzeichnet wurden, gelten als umstrittene Praxis und als Symbol für die Veränderung moderner Kriegsführung: Staaten motivieren zivile Hacker zu Attacken auf den Gegner.

    Seit Beginn des Krieges ist der Angriff auf russische Ziele durch zivile Hacker umstritten, die Verleihung offizieller Auszeichnungen gilt jedoch als besonders kontroverser Schritt. Auf eine Bitte um Stellungnahme seitens der BBC reagierte das ukrainische Verteidigungsministerium nicht.

    Zur Hackergruppe «One Fist» zählt auch «Voltage», der eigentlich Kristopher Kortright heisst. Gegenüber der BBC erzählte der 53-jährige US-Amerikaner, der als IT-Mitarbeiter in Michigan arbeitet, er freue sich, dass sein Einsatz für die Ukraine offiziell mit einem Zertifikat gewürdigt werde. Insgesamt sind Hacker aus acht Nationen für «One Fist» tätig, unter anderem aus den USA, Grossbritannien und Polen.

    Zwar verfügen viele Staaten, auch das Vereinigte Königreich und die USA, über Auszeichnungssysteme für ethisches Hacken, allerdings dürfte es laut BBC-Bericht «das erste Mal sein, dass ein Land Hacker für böswillige und möglicherweise kriminelle Hacks auszeichnet».

    «Die Verleihung von Auszeichnungen kann die Grenzen zwischen Kombattanten und Zivilisten weiter verwischen und sogar die jüngste Forderung des IKRK untergraben, die Beteiligung von Zivilisten an Kampfhandlungen zu begrenzen und zu beenden. Auf lange Sicht ist eine solche Erosion gefährlich», erklärte Dr. Lukasz Olejnik, Autor des Buches «Philosophy of Cybersecurity», gegenüber der BBC.

    Das IKRK – das Internationale Komitee des Roten Kreuzes – warnte aufgrund zunehmender Selbstjustiz beim Hacken im Zuge des Ukraine- sowie des Gaza-Kriegs vor dem Einsatz und der Ermutigung ziviler Hacker.

  • 13.07 Uhr

    Kreml bezeichnet Nato-Tätigkeit als «destabilisierenden Faktor»

    Zum 75-jährigen Bestehen der Nato hat Russland das westliche Verteidigungsbündnis einmal mehr kritisiert. «Die Nato wurde von den USA als Konfrontationsinstrument – vor allem auf dem europäischen Kontinent – geplant, konfiguriert, erschaffen und gelenkt», sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow laut Agentur Interfax. Die Tätigkeiten der Nato fördern aus Sicht Peskows derzeit weder Sicherheit noch Stabilität in Europa, «sondern sind im Gegenteil ein destabilisierender Faktor».

    Kremlsprecher Dmitri Peskow bezeichnete die Tätigkeiten der Nato als «destabilisierenden Faktor».
    Kremlsprecher Dmitri Peskow bezeichnete die Tätigkeiten der Nato als «destabilisierenden Faktor».
    Bild: Alexander Zemlianichenko/AP/dpa

    Russland, das vor mehr als zwei Jahren ins Nachbarland Ukraine einmarschiert ist, schiebt die Schuld an seinem Angriffskrieg immer wieder dem Westen und behauptet, dieser habe Moskau bedroht. Mit Blick auf den Krieg sagte Peskow in Moskau, dass die Beziehungen zwischen Russland und der Nato «faktisch auf ein Niveau direkter Konfrontation» abgerutscht seien. Das westliche Bündnis sei «in den Konflikt um die Ukraine verwickelt». Die westliche Verteidigungsallianz begeht am Donnerstag in Brüssel den 75. Jahrestag ihrer Gründung.

  • 13.04 Uhr

    Russischer Topringer darf nicht bei Olympiaquali starten

    Der russische Topringer und zweimalige Olympiasieger Abdulraschid Sadulajew darf nicht am europäischen Qualifikationsturnier für die kommenden Sommerspiele in Paris teilnehmen. Das teilte der Ringer-Weltverband UWW mit. Ein externes Gremium habe diese Entscheidung auf Grundlage der vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) festgelegten Kriterien für die Startberechtigung von neutralen Athletinnen und Athleten getroffen, hiess es.

    Es seien neue Informationen zu einer Unterstützung des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine gefunden worden, so die Mitteilung. Sadulajew sei zudem immer noch Mitglied von Dynamo Moskau. Der Verein gilt traditionell als dem russischen Geheimdienst nahestehend.

    Ringerinnen und Ringer aus Russland und Belarus dürfen aktuell nur unter neutraler Flagge an internationalen Wettkämpfen teilnehmen. Das europäische Olympiaqualifikationsturnier in Baku findet von Freitag bis Sonntag statt. Sadulajew, Olympiasieger von 2016 und 2021, wäre in der Gewichtsklasse bis 97 Kilogramm Freistil als Favorit auf die Matte gegangen.

  • 13.02 Uhr

    Ukraine fordert bei Nato-Geburtstag mehr Flugabwehrsysteme

    Nach den jüngsten russischen Angriffen fordert der ukrainische Aussenminister Dmytro Kuleba von den Nato-Staaten mehr Flugabwehrsysteme. «Ich möchte die Feier nicht verderben, aber natürlich wird mein Hauptaugenmerk heute auf Patriots liegen», sagte Kuleba am Rande einer Feier zum 75. Jahrestag der Gründung des Verteidigungsbündnisses in Brüssel. Das Patriot-Flugabwehrsystem sei deshalb so wichtig, weil es das einzige System sei, das ballistische Raketen abfangen könne. Kulebas Angaben zufolge hat es allein im März 94 russische Angriffe mit ballistischen Raketen auf die Ukraine gegeben.

    Der Aussenminister betonte, die Bereitstellung hänge allein vom Willen der Nato-Verbündeten ab. Sie verfügten über genügend Patriot-Systeme.

    Die Ukraine war auch in der Nacht zu diesem Donnerstag wieder Ziel von russischen Angriffen geworden. Infolge einer schweren Drohnenattacke wurden in Charkiw offiziellen Angaben zufolge mindestens vier Menschen getötet und zwölf weitere verletzt.

  • 10.44 Uhr

    Briten verorten uns in der «Vorkriegswelt»

    Grossbritanniens Verteidigungsminister Grant Shapps hat angesichts aktueller Bedrohungen die Bedeutung der Nato hervorgehoben und zu einer Stärkung des Verteidigungsbündnisses aufgerufen. «Wir sind von einer Nachkriegs- zu einer Vorkriegswelt übergegangen», schrieb Shapps in einem Gastbeitrag für die britische Zeitung «Telegraph» zum 75-jährigen Bestehen der Nato.

    «Russland bedroht unsere Nachbarn. China ist zunehmend aggressiv. Iran nutzt seine Stellvertreter, um regionales Unheil vom Nahen Osten bis zur Meerenge am Jemen anzurichten», hiess es in seinem Gastbeitrag. «Und Nordkorea rasselt kontinuierlich mit dem nuklearen Säbel. Diese bösartigen Mächte verbünden sich zunehmend und unsere Demokratie steht in ihrem Fadenkreuz.»

    Der britische Verteidigungsminister Grant Shapps kommt am 26. März in der Londoner Downing Street an.
    Der britische Verteidigungsminister Grant Shapps kommt am 26. März in der Londoner Downing Street an.
    Bild: Keystone

    Shapps forderte drei Dinge. Das Bündnis müsse die Bemühungen zur Unterstützung der von Russland angegriffenen Ukraine verdoppeln. Die Mitgliedsstaaten müssten mehr für die Finanzierung tun. «Wir können es uns nicht erlauben, russisches Roulette mit unserer Zukunft zu spielen», schrieb Shapps.

    Ausserdem müsse der euroatlantische Verteidigungssektor ausgebaut werden: Russland passe die Industrie an seine militärischen Bedürfnisse an; die Nato-Staaten müssten dasselbe tun und mehr in Munition und Lagerbestände investieren.

  • 10.35 Uhr

    Nato wird 75: «Wir brauchen einander»

    Bei einer Feier zum 75. Jahrestag der Gründung der Nato hat Generalsekretär Jens Stoltenberg zum Zusammenhalt zwischen Nordamerika und Europa aufgerufen.

    «Zwei Weltkriege, der Kalte Krieg und jede Herausforderung, mit der wir seitdem konfrontiert waren, haben uns gelehrt, dass wir einander brauchen», sagte der Norweger heute bei der Zeremonie mit den Aussenministern der Bündnisstaaten in Brüssel. Europa brauche Nordamerika für seine Sicherheit. Gleichzeitig brauche Nordamerika aber auch Europa.

    «Die europäischen Verbündeten verfügen über erstklassige Streitkräfte, umfangreiche Geheimdienstnetzwerke und einen einzigartigen diplomatischen Einfluss, die Amerikas Macht vervielfachen», erklärte Stoltenberg. Durch die Nato hätten die Vereinigten Staaten mehr Freunde und mehr Verbündete als jede andere Grossmacht.

    Jens Stoltenberg hält am 4. April in Brüssel die Nato-Geburtstagsrede.
    Jens Stoltenberg hält am 4. April in Brüssel die Nato-Geburtstagsrede.
    Bild: Keystone

    «Gemeinsam sind wir stärker und sicherer», sagte Stoltenberg. Zugleich sei aber eine gerechte Lastenverteilung unerlässlich. Mit seinen Aussagen richtete sich Stoltenberg vermutlich vor allem an den früheren US-Präsidenten Donald Trump, der bei der US-Wahl im November wieder für die Republikaner antreten wird, und dessen Partei.

    Trump hatte in seiner Amtszeit von 2017 bis 2021 immer wieder Kritik an der Nato geübt und zeitweise sogar mit einem Austritt der USA aus dem Bündnis gedroht. Zuletzt machte er zudem im Wahlkampf deutlich, dass er Bündnispartnern mit seiner Ansicht nach zu geringen Verteidigungsausgaben im Fall eines russischen Angriffs keine amerikanische Unterstützung gewähren würde.

    In einem Interview sagte er, man dürfe nicht vergessen, dass die Nato wichtiger für Europa sei als für die USA, denn es liege ein Ozean, «ein schöner, grosser, herrlicher Ozean» zwischen den USA und «einigen Problemen» in Europa.

  • 9.25 Uhr

    «Die Nato ist unser zentraler Sicherheitsanker»

    Die deutsche Aussenministerin Annalena Baerbock hat die Nato zum 75-jährigen Bestehen und vor dem Hintergrund des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine als zentralen Sicherheitsanker Europas bezeichnet. Zugleich rief sie die Nato-Partner im Deutschlandfunk dazu auf, die angegriffene Ukraine maximal zu unterstützen, um langfristig Frieden sicherzustellen.

    «Wir haben immer geglaubt, dass wir auf unserem europäischen Kontinent gemeinsam in Frieden leben können», sagte die Grünen-Politikerin. «Jetzt, wo der russische Präsident aber mit all diesem friedlichen Zusammenleben gebrochen hat, indem er die Ukraine und damit die europäische Friedensordnung angegriffen hat, ist natürlich unsere oberste Verantwortung, dass wir unser Europa, dass wir unser Land, dass wir die Menschen auf unserem Kontinent bestmöglich schützen. Und dafür ist die Nato unser zentraler Sicherheitsanker.»

    Ukraine-Hilfe: Nato-Generalsekretär wirbt für stärkere Bündnisrolle

    Ukraine-Hilfe: Nato-Generalsekretär wirbt für stärkere Bündnisrolle

    Die Nato spielt bei Waffenlieferungen für die Ukraine bislang keine grosse Rolle. Aus Sicht des Generalsekretärs sollte sich das ändern. Zum Auftakt eines Aussenministertreffens der Bündnisstaaten wirbt Jens Stoltenberg für eine deutlich stärkere Rolle der Militärallianz bei der Unterstützung der Ukraine. Es gehe darum zu diskutieren, wie die Nato mehr Verantwortung für die Koordinierung von Waffenlieferungen und Ausbildungsaktivitäten übernehmen könnte, sagt Stoltenberg am Mittwoch in Brüssel. Zudem bräuchte es mehrjährige Finanzzusagen, um die Unterstützung aufrechtzuerhalten. TEXTTAFEL «Jede Verzögerung bei der Bereitstellung von Unterstützung hat derzeit Konsequenzen auf dem Schlachtfeld», erklärt Stoltenberg mit Blick auf die jüngsten grossen Angriffe Russlands. Es gehe deswegen darum, eine neue Dynamik zu schaffen und mehr auf feste mehrjährige Nato-Zusagen als auf freiwillige Beiträge zu setzen.

    04.04.2024

    Baerbock betonte, dass die europäischen Staaten innerhalb des Bündnisses mehr für ihre eigene Sicherheit tun müssten, indem sie verlässliche Ausgaben für die Verteidigung sicherstellten und langfristig gemeinsam in die Rüstungsindustrie investierten. «Als Europäer müssen und werden wir mehr zu unserer eigenen Verteidigung beitragen», sagte Baerbock.

    Die Nato war am 4. April 1949 in Washington in Reaktion auf die als bedrohlich wahrgenommene Politik der kommunistischen Sowjetunion gegründet worden, am heutigen Donnerstag feiert sie ihr Jubiläum. Bei einer Zeremonie im Hauptquartier in Brüssel wollen Generalsekretär Jens Stoltenberg und die Aussenminister der mittlerweile 32 Mitgliedstaaten an die Erfolge des Verteidigungsbündnisses erinnern und den Zusammenhalt beschwören.

  • 7.13 Uhr

    Selenskyj bittet Verbündete um Hilfe 

    In der Ukraine warnte Präsident Wolodymyr Selenskyj vor neuen russischen Operationen und einer Mobilmachung. Angesichts befürchteter neuer russischer Offensiven bat er die westlichen Verbündeten erneut mit Nachdruck um Hilfe.

    «Wir müssen diesen Krieg gewinnen. Das ist eine historische Chance für die Ukraine, den russischen Revanchismus zu durchkreuzen, und wir müssen sie ergreifen», sagte Selenskyj in seiner in Kiew gestern verbreiteten abendlichen Videobotschaft. Der Ukraine sei klar, was Russland vorhabe und wozu das Land Soldaten rekrutiere, sagte der Präsident. Details nannte er nicht.

    Experten gehen davon aus, dass Russland einen neuen Grossangriff planen könnte, um über die bisher teils besetzten ukrainischen Regionen Luhansk, Donezk, Saporischschja und Cherson hinaus weitere Gebiete komplett unter seine Kontrolle zu bringen. Die russische Armee könnte demnach auch versuchen, die Regionen Charkiw und Odessa zu annektieren. Der Machtapparat in Moskau hat diese Regionen zuletzt immer wieder als historische russische Gebiete bezeichnet.

    Wolodymyr Selenskyj (l.) trifft am 3. April den finnischen Präsidenten Alexander Stubb.
    Wolodymyr Selenskyj (l.) trifft am 3. April den finnischen Präsidenten Alexander Stubb.
    Bild: Keystone

    Selenskyj zufolge will Russland bis 1. Juni 300'000 Reservisten für neue Militäroperationen mobilisieren. Kremlsprecher Dmitri Peskow wies das zurück. «Das ist nicht die Wahrheit», sagte er. Russland hat mehrfach erklärt, genügend Freiwillige für den Kriegsdienst zu haben. Eine neue Mobilmachung wie im Herbst 2022 soll es demnach nicht geben. Damals gab es Proteste gegen die von Kremlchef Wladimir Putin veranlasste Zwangseinberufung von 300'000 Reservisten zum Krieg, Hunderttausende Männer flüchteten ins Ausland.

    Für eine Verteidigung ihres Gebiets ist die Ukraine, die sich seit mehr als zwei Jahren gegen den russischen Angriffskrieg wehrt, auf breite westliche Hilfe angewiesen. Selenskyj fordert deshalb immer wieder noch mehr Waffen und Munition. «Und wir, alle von uns, unsere Partner, müssen eine starke Reaktion auf die russischen Operationen parat haben», sagte Selenskyj.

    Wichtig sei, die Verteidigung der ukrainischen Positionen zu stärken und weiter Druck auf die russischen Stellungen auszuüben. Selenskyj plädierte einmal mehr für eine Einladung der Nato an die Ukraine, dem Bündnis beizutreten. «Wir dürfen keine Zeit verlieren», sagte er. Es gehe «um unsere gemeinsame Sicherheit, um den Schutz von Millionen von Menschen vor russischen Mördern.»

  • 6.17 Uhr

    General: Angriff auf EU-Land derzeit «unwahrscheinlich»

    Ein russischer Erfolg in der Ukraine würde für die Sicherheitslage in Europa eine wesentliche Verschlechterung bedeuten. Trotzdem halte er es im Augenblick für sehr unwahrscheinlich, dass Russland ein weiteres Land angreifen werde, sagte der Vorsitzende des EU-Militärausschusses, General Robert Brieger, im APA-Interview. «Russland hat grosse Verluste hinnehmen müssen», so der ehemalige Generalstabschef des österreichischen Bundesheeres.

    «Es wird Jahre brauchen, die russische Armee wieder so zu ergänzen, auszubilden und auszurüsten, dass sie voll operationsfähig ist.» Es gebe Analysten, die von drei bis fünf Jahren ausgingen, bis ein russischer Angriff auf ein EU-Land Realität werden könnte. Dies sei aber schwer abzuschätzen, so Brieger.

    Für die Ukraine werde die Situation in den kommenden Monaten schwierig bleiben. «Es wird insgesamt darauf ankommen, in den nächsten Monaten der Ukraine jene Waffen und Munition zur Verfügung zu stellen, die sie befähigen, einen russischen Erfolg am Schlachtfeld zu verhindern», meinte der General mit Blick auf die laufenden Diskussionen rund um europäische Munitionslieferungen.

    Neben Lieferungen aus bestehenden Lagern und der gemeinsamen Beschaffung sei als weiterer Schritt auch eine Stärkung der Produktionskapazitäten in Europa notwendig. Dieses Jahr werde die EU der Ukraine etwa eine Million Granaten zur Verfügung stellen können, ab 2025 sollen dann zwei Millionen jährlich möglich sein. «Die russischen Produktionskapazitäten sind derzeit wahrscheinlich höher», merkte Brieger an. «Allerdings weise ich darauf hin, dass der Westen qualitativ über bessere Kampfmittel und Munition verfügt, sodass es letztlich darauf ankommen wird, diese kritische Phase, die wir in einem Abnutzungskrieg derzeit durchlaufen, zu überbrücken.»

    Eine Entsendung europäischer Bodentruppen in die Ukraine, wie sie jüngst vom französischen Präsidenten Emmanuel Macron ins Spiel gebracht wurde, sieht Brieger skeptisch. Zudem habe die EU bereits 40'000 ukrainische Soldaten ausgebildet, sagte er. Es gebe aktuell in der EU keine Planungen zur Entsendung von Bodentruppen.

    Der Krieg in der Ukraine hat auch eine allgemeine Debatte zu Europas Wehrfähigkeit ausgelöst. «Für den Augenblick und für die nahe Zukunft gilt nach wie vor, dass eine Verteidigung Europas ohne die USA derzeit schwer vorstellbar ist» – auch wenn Europa seit 2022 bereits wirksame Schritte in diese Richtung unternommen habe, so Briegers Einschätzung. «Ein potenzieller Abzug amerikanischer Ressourcen (...) muss im besten Fall dazu führen, dass Europa sich stärker sicherheits- und verteidigungspolitisch aufstellt und mehr Verantwortung selbst übernimmt.»

    Grundsätzlich gebe es hierfür zwei Ansätze: einer, in dem der europäische Pfeiler der Nato verstärkt werde, oder einer im Rahmen der gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik. «Aber es bleibt unterm Strich, dass Europa für die eigene Verteidigung in jedem Fall mehr investieren muss.»

  • 5.20 Uhr

    Estland: Kiews Attacken auf russische Infrastruktur sind legitim

    Bei einem Treffen mit dem ukrainischen Ministerpräsidenten Denys Schmyhal in Tallinn bekräftigt der estnische Präsident Alar Karis seine Unterstützung für die Angriffe der Ukraine auf militärische Ziele in Russland.

    Karis erklärt, es sei «völlig legitim, dass die ukrainischen Streitkräfte für die russische Armee wichtige Infrastruktur zerstören». Laut Mitteilung des Präsidentenbüros sagt Karis weiter: «Ich halte es für völlig legitim, dass die Ukraine militärische und andere Ziele in Russland angreift, die den Krieg unterstützen, um den Fortschritt der russischen Kriegsmaschinerie zu verlangsamen.»

    Bei ihrer Abwehr des russischen Angriffskrieges greift die Ukraine seit mehreren Wochen systematisch russische Ölraffinerien mit Kampfdrohnen hoher Reichweite an.

  • 4.38 Uhr

    Zahl der Toten in Charkiw steigt auf fünf

    Der Leiter der Militärverwaltung von Charkiw, Oleg Synegubow, meldet «mindestens vier» Angriffe auf die Stadt im Laufe der Nacht. Vier Menschen, darunter drei Rettungskräfte, starben in der Nacht bei einem Angriff auf Wohngebäude in einem dicht besiedelten Gebiet, erklärt der Bürgermeister der zweitgrössten Stadt der Ukraine, Igor Terekow, im Onlinedienst Telegram. Fünf weitere Menschen wurden demnach verletzt. Bei einem Angriff in einem anderen Wohngebiet habe es einen weiteren Toten gegeben. Laut Terekow waren Schahed-Drohnen aus iranischer Produktion zum Einsatz gekommen.

  • 3.41 Uhr

    Drohnenangriff auf Charkiw: Drei Retter getötet

    Nach Angaben der Behörden der ukrainischen Region Charkiw haben russische Drohnen am frühen Morgen Wohnhäuser in der zweitgrössten Stadt der Ukraine angegriffen. Der Gouverneur der Region, Oleh Sinehubow, teilt auf Telegram mit, in einer der vier Angriffswellen seien drei Rettungskräfte getötet worden. Der Bürgermeister von Charkiw, Ihor Terekow, berichtet, ein Angriff habe einen Brand ausgelöst. Teile eines Gebäudes seien zusammengestürzt.

  • 3.18 Uhr

    Regierungschef: Ukraine braucht Hilfe bei Flugabwehr und Munition

    Die ukrainischen Streitkräfte benötigen nach Angaben von Ministerpräsident Denys Schmyhal gegenwärtig vor allem Waffenhilfe zur Abwehr russischer Luftangriffe. «Was brauchen wir am meisten? Meiner Meinung nach sind Flugabwehrsysteme und Raketen oberste Priorität», sagte er am Mittwoch bei einem Besuch in Estland. Demnach mangelt es der Ukraine an Ausrüstung, um Städte und Energieanlagen zu schützen. «Die zweite Priorität ist Munition für die Artillerie», sagte Schmyhal nach einem Treffen mit seiner Amtskollegin Kaja Kallas in Tallinn.

    Kallas sicherte der Ukraine weitere militärische Unterstützung Estlands zu und rief auch andere Länder dazu auf, ihre Militärhilfe zu erhöhen. «Wir müssen die Ukraine so lange wie nötig und – ebenso wichtig – im erforderlichen Umfang unterstützen. Wir müssen jetzt handeln, wir dürfen keine Zeit verlieren», betonte sie. «Die Ukraine benötigt dringend und schnell Lieferungen.» Estland gehört zu den entschlossensten Unterstützern der Ukraine.

  • Donnerstag, 4. April 2024, 0.10 Uhr

    Nato feiert 75-jähriges Bestehen

    Die Nato feiert an diesem Donnerstag in Brüssel ihr 75-jähriges Bestehen. Bei einer Zeremonie im Hauptquartier in Brüssel wollen Generalsekretär Jens Stoltenberg und die Aussenminister der mittlerweile 32 Mitgliedstaaten an die Erfolge des Verteidigungsbündnisses erinnern und den Zusammenhalt beschwören. Zudem sind nach der Feier noch Arbeitssitzungen mit dem ukrainischen Aussenminister Dmytro Kuleba und Vertretern der Indopazifik-Partnerstaaten Australien, Japan, Neuseeland und Südkorea geplant.

  • 24 Uhr

    Wir beenden den Ticker am Mittwoch, 3. April 2024

  • 23.44 Uhr

    Frankreich dementiert Bereitschaft zu «Dialog» mit Russland über Ukraine

    Nach dem ersten Telefongespräch der Verteidigungsminister Frankreichs und Russlands seit 2022 haben Moskau und Paris widersprüchliche Angaben zum Inhalt des Gesprächs gemacht. Das russische Verteidigungsministerium erklärte nach dem Telefonat am Mittwoch, Minister Sergej Schoigu und sein französischer Amtskollege Sébastien Lecornu hätten «Bereitschaft zum Dialog über die Ukraine festgestellt». Das französische Verteidigungsministerium dementierte dies wenig später.

    «Frankreich hat nichts dergleichen akzeptiert oder vorgeschlagen», hiess es aus dem direkten Umfeld Lecornus gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.

    Das russische Verteidigungsministerium hatte zuvor erklärt, der Ausgangspunkt für einen Dialog könne die «Friedensinitiative von Istanbul sein». Nähere Angaben dazu machte das Ministerium nicht.

  • 23.06 Uhr

    Selenskyj bittet Verbündete erneut um Hilfe für Sieg gegen Russland

    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat angesichts befürchteter neuer russischer Offensiven die westlichen Verbündeten erneut mit Nachdruck um Hilfe für einen Sieg des Landes gebeten. «Wir müssen diesen Krieg gewinnen. Das ist eine historische Chance für die Ukraine, den russischen Revanchismus zu durchkreuzen, und wir müssen sie ergreifen», sagte Selenskyj in seiner in Kiew am Mittwoch verbreiteten abendlichen Videobotschaft. Der Ukraine sei klar, was Russland vorhabe und wozu das Land Soldaten rekrutiere, sagte der Präsident, ohne Details zu nennen.

  • 22.29 Uhr

    Nato soll noch dieses Jahr Verbindungsbüro in Genf eröffnen

    Die westliche Militärbündnis Nato soll noch in diesem Jahr ein Verbindungsbüro in Genf eröffnen. Die Stadt ist Sitz der Uno und vieler internationaler Organisationen. Sowohl der Bundesrat als auch das nordatlantische Bündnis haben bereits zugestimmt.

    Das geht aus einem Dokument der Schweizer Armee hervor, das von der Wochenzeitung «WoZ» am Mittwochabend veröffentlicht wurde. Es handelt sich um eine Notiz des Generalstabes der Armee vom 22. Dezember vergangenen Jahres.

    Wörtlich heisst es in der Aktennotiz: «Das Büro soll in Räumlichkeiten des GCSP/Maison de la Paix bezogen werden. Der Bundesrat hat einer Eröffnung eines NATO-Verbindungsbüros auf Antrag des EDA am 22. 11. 2023 zugestimmt. Am 14. 12. 2023 hat nun die NATO ihrerseits die Schweiz formell informiert, dass die Alliierten ihre finale Zustimmung zur Eröffnung des Büros gegeben haben.»

    Der Zeitplan sei im Detail noch nicht ausgearbeitet. Es dürfe aber davon ausgegangen werden, dass das Verbindungsbüro zum internationalen Genf 2024 eröffnet werden könne.

  • 20.32 Uhr

    Französischer und russischer Verteidigungsminister telefonieren erstmals seit 2022

    In einem ersten Telefonat seit rund eineinhalb Jahren hat Frankreichs Verteidigungsminister Sébastien Lecornu mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Schoigu über den Konflikt in der Ukraine und den Antiterrorkampf gesprochen. Das Verteidigungsministerium in Paris teilte am Mittwochabend mit, Lecornu habe den islamistisch motivierten Terroranschlag bei Moskau verurteilt und an Frankreichs Bereitschaft zu einem verstärkten Austausch bei der Bekämpfung des Terrorismus erinnert. Lecornu habe betont, dass Frankreich keinerlei Informationen zu einer Verbindung zwischen dem Attentat und der Ukraine habe. Der Minister habe an Russland appelliert, jegliche Instrumentalisierung zu unterlassen.

    Frankreichs Verteidigungsminister verurteilte nach Pariser Angaben ausserdem vorbehaltlos den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Frankreich werde die Ukraine so lange und so intensiv wie nötig in ihrem Kampf um Freiheit und Souveränität unterstützen, um Frieden und Sicherheit auf dem europäischen Kontinent wiederherzustellen.

    Aus Moskau hiess es, Lecornu habe versucht, die russische Seite davon zu überzeugen, dass die Ukraine und die westlichen Länder nicht in den Terroranschlag verwickelt seien und die Verantwortung auf die Terrormiliz Islamischer Staat geschoben. Schoigu habe betont, dass die Ermittlungen bis zum Abschluss gebracht und alle Verantwortlichen bestraft würden. Die russische Seite habe Hinweise auf eine ukrainische Spur bei der Organisation des Terroranschlags. «Das Kiewer Regime tut nichts ohne die Zustimmung der westlichen Kuratoren. Wir vertrauen darauf, dass in diesem Fall nicht die französischen Geheimdienste dahinterstecken», sagte Schoigu in Moskau.

    Zur möglichen Entsendung französischer Truppen in die Ukraine erklärte Schoigu, dass das im Fall einer praktischen Umsetzung zu Problemen führen werde für das Land. Zugleich habe der russische Minister die Bereitschaft zum Dialog über die Ukraine signalisiert. Grundlage dafür könne die Friedensinitiative von Istanbul kurz nach Kriegsbeginn sein, sagte er. Damals soll die Ukraine etwa bereit gewesen sein, auf einen Nato-Beitritt zu verzichten. Als sinnlos habe Schoigu in dem Gespräch einen von Kiew in der Schweiz geplanten Friedensgipfel bezeichnet, weil Moskau da nicht Teilnehmer sei.

  • 20.12 Uhr

    Russischer Sicherheitsratschef: USA tragen Mitschuld an Anschlag

    Der Sekretär von Russlands nationalem Sicherheitsrat hat den USA indirekt eine Mitschuld am Anschlag auf eine Konzerthalle bei Moskau mit 145 Toten gegeben. «Sie versuchen uns weiszumachen, dass der Terroranschlag nicht vom Kiewer Regime verübt wurde, sondern von Unterstützern einer radikalen islamischen Ideologie, vielleicht vom afghanischen Ableger des IS», erklärte Nikolai Patruschew am Mittwoch bei einer Sitzung mit Kollegen der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit in Kasachstans Hauptstadt Astana.

    Die Spur des «monströsen Verbrechens» führe zum ukrainischen Inlandsgeheimdienst, behauptete er zudem. «Doch jeder weiss, dass das Kiewer Regime nicht unabhängig ist und komplett von den Vereinigten Staaten kontrolliert wird.»

    Den Anschlag vom 22. März auf die Crocus City Hall in Krasnogorsk reklamierte ein Ableger der Terrormiliz Islamischer Staat für sich. Dennoch beharren Kremlchef Wladimir Putin und andere russische Regierungsmitglieder darauf, dass hinter der Bluttat die Ukraine stecke, die sich inzwischen seit mehr als zwei Jahren russischer Angriffstruppen erwehrt. Zwei Wochen vor dem Anschlag hatte die US-Botschaft in Russland gewarnt, dass sie Berichten über geplante Terroranschläge auf öffentliche Einrichtungen nachgehe.

  • 18.04 Uhr

    Finnland und Ukraine unterzeichnen Sicherheitsvereinbarung

    Finnland und die Ukraine haben am Mittwoch beim Besuch des finnischen Präsidenten Alexander Stubb in Kiew eine zehnjährige Sicherheitsvereinbarung unterzeichnet. In dem Dokument sichert Helsinki zu, Kiew «weiterhin langfristige militärische, politische und finanzielle Unterstützung» zu gewähren, «so lange es nötig ist». Finnland werde der Ukraine überdies ein militärisches Hilfspaket in Höhe von 188 Millionen Euro (rund 184 Millionen Franken) bereitstellen, darunter Luftabwehr und schwere Munition, sagte Stubb bei einer Pressekonferenz.

  • 17.44 Uhr

    Nato-Staaten erlauben Planungen für neue Bündnisrolle im Ukraine-Krieg

    Die Nato treibt Vorbereitungen für die Übernahme von mehr Verantwortung bei der Unterstützung der Ukraine voran. Die Bündnisstaaten hätten sich darauf verständigt, konkrete Pläne für eine grössere Koordinierungsrolle erarbeiten zu lassen, erklärte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg am Mittwoch nach dem ersten Tag eines Aussenministertreffens in Brüssel. Die Hilfe der Ukraine-Verbündeten koordinieren bislang federführend die USA. Stoltenberg sagte, es gehe darum, die Unterstützung für die von Russland angegriffene Ukraine auf eine festere und dauerhaftere Grundlage zu stellen. Den Ukrainern gehe nicht der Mut aus, ihnen gehe die Munition aus, warnte er.

    Zu Details wollte der Norweger keine Angaben machen. Nach Angaben von Diplomaten sehen erste Vorschläge von Stoltenberg allerdings vor, dass sich das Bündnis künftig über eine «Nato Mission Ukraine» um die Koordination von Waffenlieferungen und Ausbildungsaktivitäten für die ukrainischen Streitkräfte kümmern soll. Derzeit liegt dieser Job in den Händen der USA, die dazu regelmässig Treffen auf ihrem Luftwaffenstützpunkt im rheinland-pfälzischen Ramstein oder zum Beispiel in Brüssel organisieren.

  • 17.34 Uhr

    Selenskyj: Kein Bedarf an 500’000 Soldaten im Kampf gegen Russland

    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sieht nach eigenen Angaben keinen Bedarf, die ursprünglich anvisierten 500’000 Soldaten für den Kampf gegen Russlands Angriffskrieg einzuziehen. «Eine halbe Million brauchen wir nicht», sagte der Staatschef am Mittwoch auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem finnischen Präsidenten Alexander Stubb in Kiew.

    Laut Selenskyj gibt es ausreichend Soldaten, die an die Front geschickt werden können. Zuvor hatte sich Armeechef Olexander Syrskyj unter Berufung auf eine Bestandsaufnahme ähnlich geäussert. Konkrete Angaben zum Personalbedarf machten weder Selenskyj noch Syrskyj.

  • 15.47 Uhr

    Warnung war sehr konkret: USA nannten Crocus City Hall als mögliches Terrorziel

    Nach dem Terroranschlag in Moskau sagte Russland, dass US-Warnungen zu ungenau waren. Doch die Informationen waren angeblich konkreter als bisher bekannt.

    Die US-Sicherheitsbehörden haben einem Zeitungsbericht zufolge die russische Seite direkt vor einem möglichen Terroranschlag auf die Moskauer Konzerthalle Crocus City Hall gewarnt. Die Zeitung «Washington Post» berief sich in ihrem Bericht vom Dienstag (US-Ortszeit) auf nicht genannte Quellen in der US-Regierung.

    Die US-Geheimdienste seien sich sehr sicher gewesen, dass die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) einen Anschlag gerade auf diesen Ort plane. Am 22. März stürmten vier Männer ungehindert das mit Tausenden Menschen besetzte Veranstaltungszentrum am Moskauer Stadtrand, schossen um sich und legten einen Brand. Bei diesem schlimmsten Terroranschlag in Russland seit Jahren kamen mehr als 140 Menschen ums Leben.

    Nach dem Anschlag bekräftigte der Nationale Sicherheitsrat der USA, dass Moskau auf internen Kanälen benachrichtigt worden sei. Der Bericht der «Washington Post» widerspricht Angaben des russischen Auslandsgeheimdienstes SWR vom Dienstag in Moskau. SWR-Chef Sergej Naryschkin bestätigte zwar, dass der russische Inlandsgeheimdienst FSB von den USA gewarnt worden sei. «Aber unsere russischen Kollegen sagen, dass die Information zu allgemein war und nicht erlaubte, die Personen zu finden, die an diesem schrecklichen Verbrechen beteiligt waren», sagte Naryschkin der Nachrichtenagentur Interfax.

    Die Sprecherin des russischen Aussenministeriums, Maria Sacharowa, nannte den Bericht der «Washington Post» eine gezielt durchgestochene Information. Um den Wahrheitsgehalt überprüfen zu können, sollten die Amerikaner offenlegen, was genau sie wann und wem übermittelt hätten, sagte sie am Mittwoch. 

  • Zerstörung «unvermeidlich»: Ukraine nimmt Krim-Brücke ins Visier

    Der ukrainische Militärgeheimdienst HUR, der in den vergangenen Wochen zahlreiche Drohnenangriffe auf russische Ziele koordiniert hat, hat ein neues Ziel im Visier: die 19 Kilometer lange Brücke von Kertsch, die die besetzte Krim mit Russland verbindet.

    Laut «Guardian» haben hochrangige Beamte verlauten lassen, dass nach zwei früheren Versuchen, die Brücke in die Luft zu sprengen, nun ein dritter Anschlag geplant wird. Die Zerstörung der Brücke sei «unvermeidlich». Der geplante Angriff auf die Krim-Brücke sei Teil des Plans des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskij, die russische Marinepräsenz im Schwarzen Meer zu minimieren.

    In der Ukraine gehe man demnach davon aus, die Brücke schon bald zerstören zu können. «Wir werden es in der ersten Hälfte des Jahres 2024 schaffen», wird ein nicht namentlich genannter Mitarbeiter des Militärgeheimdienstes im «Guardian» zitiert. Man verfüge bereits bereits über «die meisten notwenigen Mittel, um dieses Ziel zu erreichen».

    Unklar bleibt, wie ein solcher Angriff ablaufen würde. Es bestehen ernsthafte Zweifel daran, dass eine Spezialoperation gegen ein so gut verteidigtes Ziel erfolgreich sein k würde. Russland hat umfangreiche Massnahmen zum Schutz der Brücke ergriffen, die Flugabwehr verstärkt und setzt ausgediente Schiffe als Ablenkung für ankommende Lenkraketen ein.

  • 6.10 Uhr

    Deutscher General: Russland nutzt Vakuum in Afrika

    Der Befehlshaber des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr, Bernd Schütt, warnt vor einem weiter zunehmenden militärischen Einfluss Russlands in afrikanischen Staaten. Dies zeige, dass internationales Krisenmanagement und die Landes- und Bündnisverteidigung verknüpft seien, sagt der Generalleutnant. «Die Notwendigkeit, beides gleichzeitig militärisch bewältigen zu können, ist eine zentrale Herausforderung, nicht nur für die deutschen Streitkräfte. Eine reine Fokussierung auf die Landes- und Bündnisverteidigung nach dem Motto, das Hemd ist näher als die Hose, wird nicht funktionieren.» Die übergeordnete russische Intention sieht Schütt als «ein Füllen von sicherheitspolitisch relevanten Lücken». Schütt sagt weiter: «Dabei geht es nicht darum, die Lage mit einem großen Schlag umzubrechen, sondern stetig zum eigenen Vorteil zu verändern und westlichen Einfluss zurückzudrängen. Dazu nutzt Russland unverzüglich und gezielt das entsprechende Vakuum.»

  • 5.10 Uhr

    Offenbar Feuer in Kursk ausgebrochen

    In der russischen Stadt Kursk ist in der Nacht ein Feuer ausgebrochen, wie aus mehreren Videos auf Telegram hervorgeht. Der Gouverneur des Gebiets Kursk, Roman Starowoit, behauptet, dass vier Drohnen über der Stadt und den umliegenden Gebieten abgeschossen worden seien. Der Bürgermeister der Stadt teilt über seine offizielle Telegramseite mit, dass bei dem Angriff mehrere Wohnhäuser beschädigt wurden. Todesopfer gibt es offenbar nicht.

  • 5.02 Uhr

    Aussenminister von Berlin, Paris und Warschau dringen auf Aufrüstung

    Angesichts der russischen Aggression in der Ukraine dringen die Aussenminister von Deutschland, Frankreich und Polen auf eine noch stärkere Aufrüstung in Europa. «Wir müssen das gesamte industrielle Potenzial unseres Kontinents nutzen, um unsere militärischen Fähigkeiten zu verbessern», schrieben Annalena Baerbock, Stéphane Séjourné und Radoslaw Sikorski in einem Gastbeitrag auf der Nachrichtenseite «Politico» (Mittwoch). Diese dauerhafte Aufrüstung benötige verbindliche langfristige Verträge mit klaren Zeitplänen, ein «gewisses Mass an Ambitionen» und feste finanzielle Zusagen sowie Abnahmegarantien der europäischen Regierungen. Ausgaben von zwei Prozent des Bruttoinlandsproduktes für Verteidigung könnten «nur ein Ausgangspunkt» sein. Anlässlich des 75-jährigen Bestehens des Nordatlantik-Militärbündnisses Nato am Donnerstag schrieben die drei Aussenminister des sogenannten Weimarer Dreiecks weiter: «Die USA haben lange mehr Last auf sich genommen als der Rest unseres Bündnisses. Aber kollektive Verteidigung ist unsere gemeinsame Anstrengung.» Insofern müsse die europäische Verteidigung gestärkt werden und so zur transatlantischen Sicherheit beitragen. Im US-Wahljahr haben viele Nato-Mitgliedsstaaten Sorge davor, dass sich die militärische Supermacht unter einem möglichen Wahlsieger Donald Trump von seinen Bündnispflichten abwenden könnte.

    Mit Blick auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin und dessen Angriffskrieg in der Ukraine bekräftigten die Aussenminister, dass die Nato weiter klare Kante zeigen müsse: «Damit Europa in Frieden leben kann, muss der russische Imperialismus gestoppt werden.» Grauzonen und Zugeständnisse an Putin seien «naiv» und würden vom Kremlchef nur als Einladung für aggressives Verhalten und die Anwendung von militärischer Gewalt gesehen.

    Die Aussenminister der Nato-Staaten wollen an diesem Mittwoch bei einem Treffen in Brüssel die Vorbereitungen für den nächsten Bündnisgipfel vorantreiben. Konkret soll es insbesondere um die Frage gehen, wie die Unterstützung der von Russland angegriffenen Ukraine noch schlagkräftiger gestaltet werden kann. Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat dazu nach Angaben von Diplomaten mehrere Vorschläge gemacht. Sie sehen unter anderem vor, dass künftig eine Nato-Mission die Koordinierung von Waffenlieferungen und Ausbildungsaktivitäten für die ukrainischen Streitkräfte übernimmt.

  • 3.20 Uhr

    Schoigu: Ukrainische Streitkräfte Richtung Westen zurückgedrängt

    Nach Angaben des russischen Verteidigungsministers Sergej Schoigu drängt die russische Armee die «ukrainischen Verbände nach Westen zurück». Laut russischen Medien sagte Schoigu bei einem Treffen von Kommandeuren, die russischen Streitkräfte hätten seit Neujahr 403 Quadratkilometer Territorium erobert und im März die Kontrolle über fünf Städte und Dörfer in der Ostukraine erlangt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskij bestritt die Aussagen Schoigus in seiner abendlichen Videoansprache. Reuters konnte die Berichte beider Seiten über die militärische Situation nicht unabhängig überprüfen.

  • Mittwoch, 3. April 2024, 1.30 Uhr

    Blinken pocht auf weitere Unterstützung für Ukraine

    US-Aussenminister Antony Blinken hat in Paris auf eine weitere Unterstützung der Ukraine bei der Abwehr des russischen Angriffskriegs gepocht. «Wir haben einen kritischen Moment erreicht, in dem es absolut entscheidend ist, den Ukrainern weiterhin die Unterstützung zu ihrer Verteidigung zu liefern, die sie benötigen, insbesondere wenn es um Munition und Luftverteidigung geht», sagte Blinken bei einem Besuch des französischen Rüstungsunternehmen Nexter.

    Zur Frage, ob Angriffe auf russische Ölraffinerien die richtige strategische Herangehensweise der Ukraine sei, äusserte der US-Aussenminister sich zurückhaltend. «Was die Ukraine betrifft, so war es von Anfang an unsere Auffassung und Politik, alles in unserer Macht Stehende zu tun, um der Ukraine zu helfen, sich gegen diese russische Aggression zu verteidigen», sagte Blinken. «Gleichzeitig haben wir Angriffe der Ukraine ausserhalb ihres Territoriums weder unterstützt noch ermöglicht.»

  • 22 Uhr

    Wir beenden den Ticker am Dienstag, 2. April 2024

  • 21.19 Uhr

    Ukraine meldet Verletzte in Dnipro – Kindergarten beschädigt

    Infolge eines russischen Raketenangriffs sind in der ukrainischen Grossstadt Dnipro offiziellen Angaben zufolge mindestens 18 Menschen verletzt worden. Unter ihnen seien auch fünf Kinder, die nun in Spitälern behandelt würden, teilte der Gouverneur der zentralukrainischen Region, Serhij Lyssak, am Dienstag mit. Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte in seiner abendlichen Videoansprache, dass eine Hochschule und ein Kindergarten beschädigt worden seien.

    Der bei einem russischen Raketenangriff schwer beschädigte Kindergaten in Dnipro. (2. April 2024) 
    Der bei einem russischen Raketenangriff schwer beschädigte Kindergaten in Dnipro. (2. April 2024) 
    Bild: Keystone/EPA/Arsen Dzodzaiev

    Selenskyj forderte vor diesem Hintergrund erneut mehr internationale Hilfe bei der Luftverteidigung: «Die Luftverteidigungssysteme, die es auf der Welt gibt, dürfen nicht einfach irgendwo auf den Stützpunkten verstauben, wenn sie Tausende Menschenleben vor dem russischen Terror retten könnten.»

  • 19.09 Uhr

    Russlands Verteidigungsministerium bestätigt neuen Marinechef

    Russlands Verteidigungsministerium hat Berichte über die Ernennung von Admiral Alexander Moissejew zum neuen Oberbefehlshaber der Marine bestätigt. Der 61-Jährige, der zuvor die russische Nordflotte leitete, löst damit Nikolai Jewmenow ab, der den Posten seit 2019 bekleidete, wie Verteidigungsminister Sergej Schoigu am Dienstag bekannt gab.

    Moissejews bisherigen Posten als Chef der Nordflotte übernimmt demnach Vizeadmiral Konstantin Kabanzow. Auf ein weiteres Dekret von Präsident Wladimir Putin hin wurde ausserdem Vizeadmiral Sergej Pintschuk zum neuen Kommandeur der russischen Schwarzmeerflotte ernannt.

    Medien zufolge ist Moissejew bereits seit Mitte März als kommissarischer Oberbefehlshaber der russischen Marine im Einsatz gewesen. Eine offizielle Bestätigung gab es damals nicht. Auch über die Entlassung des bisherigen Schwarzmeerflotten-Chefs Viktor Sokolow gab es länger nur unbestätigte Berichte.

  • 18.45 Uhr

    Ukraine senkt Alter für Einberufung von Reservisten

    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat nach langem Zögern zugestimmt, dass Reservisten bereits ab einem Alter von 25 Jahren eingezogen werden können. Bislang waren es 27 Jahre. Damit ist eine Einberufung von zwei weiteren Jahrgängen für den laufenden Krieg mit Russland möglich. Am Dienstag wurde der entsprechende Eintrag auf der Parlamentsseite veröffentlicht. Selenskyj hatte sich vor der Entscheidung neun Monate Bedenkzeit genommen.

    Die Regierung hat nach der noch ausstehenden Publikation der Novelle im Amtsblatt ein halbes Jahr Zeit, diese umzusetzen. Ausgehend von den Geburtenziffern Ende der 1990er-Jahre können dann theoretisch gut 400'000 weitere Männer für den Kriegsdienst eingezogen werden. Parallel dazu wird weiterhin für kommende Woche der Beschluss von verschärften Mobilmachungsregeln erwartet.

  • 18.35 Uhr

    Waffenhilfe für Ukraine: Nato-Generalsekretär will Rolle für Bündnis ausweiten

    Die Nato soll nach dem Willen von Generalsekretär Jens Stoltenberg eine deutlich grössere Rolle bei der Unterstützung der Ukraine bekommen. Wie mehrere Diplomaten der Deutschen Presse-Agentur bestätigten, hat der Norweger dafür unter anderem den Aufbau einer speziellen Nato-Mission für das von Russland angegriffene Land vorgeschlagen. Kernaufgabe der «Nato Mission Ukraine» würde im Fall einer Zustimmung der Mitgliedstaaten die Koordinierung von Waffenlieferungen und Ausbildungsaktivitäten für die ukrainischen Streitkräfte werden. Diese Koordination nehmen derzeit die USA wahr.

    Die Idee von Stoltenberg sei es, die Unterstützung der Ukraine weniger abhängig von politischen Entwicklungen in einzelnen Bündnisstaaten zu machen, hiess es. Dies gelte besonders vor dem Hintergrund einer möglichen Rückkehr von Donald Trump als Präsident ins Weisse Haus. Damit verbunden ist die Sorge, dass der Republikaner dann die US-Unterstützung für die Ukraine stark reduzieren oder sogar einstellen könnte.

  • 18.19 Uhr

    Artilleriemunition für Ukraine: Deutschland gibt 576 Millionen Euro

    Die von Deutschland zugesagte Beteiligung an der tschechischen Munitionsinitiative für die Ukraine wird 576 Millionen Euro kosten. Dies sei der Betrag, der für die Beschaffung von 180'000 Artilleriegranaten gegeben werde, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Berlin am Dienstag. Tschechien will insgesamt 800'000 Granaten in Ländern ausserhalb der Europäischen Union einkaufen, um die unter Munitionsmangel leidenden ukrainischen Streitkräfte bei der Verteidigung gegen Russland zu unterstützen. Verteidigungsminister Boris Pistorius hatte die deutsche Beteiligung im März nach einem Treffen der sogenannten Ukraine-Kontaktgruppe auf dem US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein (Pfalz) verkündet.

  • 17.47 Uhr

    Estland und Litauen unterstützen Rutte als Nato-Generalsekretär

    Estland und Litauen unterstützen den niederländischen Ministerpräsidenten Mark Rutte als Kandidat für den Posten als Nato-Generalsekretär. «Nach gründlichen Gesprächen haben wir Gewissheit erhalten, dass Mark Rutte bereit ist, Massnahmen zur Stärkung des Bündnisses zu ergreifen, und dass Estland seine Ambitionen unterstützen kann», teilte das Aussenministerium in Tallinn mit. Auch Regierungschefin Kaja Kallas, die selbst als mögliche Nachfolgerin des scheidenden Generalsekretärs Jens Stoltenberg im Gespräch war, drückte ihre Zustimmung für Rutte aus — gegen ihn hatte es in dem Baltenstaat zuvor Vorbehalte gegeben.

    Litauen befürwortet ebenfalls die Kandidatur von Rutte. Der Niederländer gehöre zu den Politikern, die die Bedrohung durch Russland schon früh erkannten und der seine Haltung gegenüber Russland radikal veränderte, sagte Staatspräsident Gitanas Nauseda nach einem Treffen mit Rutte in Vilnius. Auch sei der 57-Jährige besonders sensibel und verständnisvoll gegenüber den Bedrohungen der Nato-Ostflanke.

    Um zum Nato-Generalsekretär ernannt zu werden, benötigt Rutte die Zustimmung aller 32 Mitglieder des Bündnisses. Nach Angaben aus Bündniskreisen könnte er mittlerweile die Unterstützung von 28 Bündnisstaaten haben — unter anderem Ungarn und Rumänien gelten nicht als Unterstützer des Niederländers, dessen Kandidatur vor allem von Deutschland, Grossbritannien und den USA unterstützt wird. Auch Rumäniens Staatspräsident Klaus Iohannis bewirbt sich um den Nato-Chefposten.

  • 17.10 Uhr

    Lukaschenko: Wir sind friedfertig, bereiten uns aber auf Krieg vor

    Der autoritäre belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko hat bei einem Besuch in der Grenzstadt Grodno im Dreiländereck mit Polen und Litauen die Friedfertigkeit seines Landes betont. «Wir müssen niemandem drohen. Wir wollen kein fremdes Gebiet», sagte er nach Angaben seines Präsidialamtes. «Glauben sie niemandem, dass wir kämpfen wollen!», forderte Lukaschenko die Anwesenden bei der Grundsteinlegung für ein Spital auf.

    Zugleich sagte er: «Wir bereiten uns auf Krieg vor, das sage ich offen.» Belarus statte seine Streitkräfte für den Fall aus, dass es angegriffen werde. Die Nato- und EU-Mitglieder Polen und Litauen schienen sich auf Krieg vorzubereiten, indem sie Schützengräben und Panzersperren bauten und Angriffswaffen anschafften, sagte er. Den Einwohnern von Grodno, das zwischen den beiden Weltkriegen polnisch war, sagte Lukaschenko: «Ihr gehört zu uns. Wir werden Euch niemandem abtreten.»

    Lukaschenko ist ein enger Gefolgsmann des russischen Präsidenten Wladimir Putin und hat Belarus auch als Aufmarschgebiet für dessen Angriffskrieg gegen die Ukraine zur Verfügung gestellt. Wie Putin sieht auch Lukaschenko sein Land in einem Dauerkonflikt mit dem Westen.

    Am entgegengesetzten Ende von Belarus bei Gomel an der Grenze zu Russland und der Ukraine begann am Dienstag der Heimatschutz ein dreitägiges Manöver. Dabei solle die Einsatzbereitschaft der Offiziere getestet werden, teilte das Verteidigungsministerium in Minsk mit. Auch solle die Gewinnung von Freiwilligen zur Heimatverteidigung in Kriegszeiten geübt werden.

  • 14.07 Uhr

    Ukraine ruft zu Verfolgung von russischen Kriegsverbrechen auf

    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die internationale Gemeinschaft zur vereinten Anstrengung bei der strafrechtlichen Verfolgung von russischen Kriegsverbrechen ermahnt.

    Die Aggressoren müssten für ihre Taten zur Rechenschaft gezogen werden, sagte Selenskyj in einer Videobotschaft anlässlich einer internationalen Konferenz zum Thema Gerechtigkeit in der Ukraine am Dienstag in Den Haag. Die Botschaft müsse klar sein: «Gerechtigkeit ist stärker als der Krieg des Kreml.»

    Der ukrainische Aussenminister Dmytro Kuleba erinnerte bei der Konferenz an das Massaker an Zivilisten in der Stadt Butscha vor zwei Jahren. Dies sei zum Symbol der russischen Gräuel in der Ukraine geworden. «Die gesamte Welt sah in Butscha dem Bösen ins Auge.»

    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj: «Gerechtigkeit ist stärker als der Krieg des Kreml.»
    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj: «Gerechtigkeit ist stärker als der Krieg des Kreml.»
    Bild: Keystone/AP/Efrem Lukatsky

    Gut zwei Jahre nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine beraten bei dem Treffen in Den Haag europäische Minister und internationale Ermittler über den Stand der strafrechtlichen Verfolgung von Kriegsverbrechen. Die Ukraine, ihre Verbündeten sowie die EU-Kommission wollen sicherstellen, dass mutmassliche Verbrecher vor Gericht gestellt werden und Russland für Schäden bezahlt.

    Am Dienstag wurde in Den Haag zugleich das erste Register für Schadensmeldungen von ukrainischen Kriegsopfern eröffnet. Ziel des Registers ist, Opfer zu entschädigen. Russland soll dafür aufkommen. Nach Angaben des niederländischen Aussenministeriums wurden bisher mehr als 100 000 mutmassliche Kriegsverbrechen in der Ukraine dokumentiert. Kurz nach Beginn des Krieges hatten einige Staaten mit der Ukraine sowie internationalen Justizbehörden eine Zusammenarbeit bei den Ermittlungen vereinbart.

    Einer der Hauptredner bei der Konferenz ist der Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofes, Karim Khan. Das Weltstrafgericht mit Sitz in Den Haag erliess bereits vier internationale Haftbefehle gegen hochrangige Russen, darunter Präsident Wladimir Putin.

  • 09.46 Uhr

    Mindestens sieben Verletzte bei Drohnenangriff in Russland

    Bei einem Drohnenangriff auf die russische Teilrepublik Tatarstan am Dienstag sind nach Angaben der Rettungsdienste mindestens sieben Menschen verletzt worden.

    Ziele seien Industrieanlagen in den Städten Jelabuga und Nischnekamsk gewesen, teilte Republikschef Rustam Minnichanow auf seinem Telegram-Kanal mit. Der «technologische Prozess» der Unternehmen, wie er es nannte, sei aber nicht gestört worden. In russischen Medienberichten war die Rede von drei mutmasslich ukrainischen Drohnen, die die Region etwa 1'200 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt angegriffen hätten.

    In Jelabuga explodierten nach russischen Angaben zwei Drohnen dicht bei einem Studentenheim. Videos in Telegram-Kanälen zeigen, wie sich Menschen angesichts der Explosionen zu Boden werfen. Nach früheren ukrainischen Angaben werden in einer Sonderwirtschaftszone in Jelabuga Kampfdrohnen des iranischen Bautyps Shahed produziert. Die Studenten einer technischen Hochschule arbeiten in dieser Fabrik. In der zweiten angegriffenen Stadt Nischnekamsk gibt es grosse Ölverarbeitungsanlagen des regionalen Ölkonzerns Tatneft.

    Bei ihrer Abwehr des russischen Angriffskrieges greift die Ukraine seit mehreren Wochen systematisch russische Ölraffinerien mit Kampfdrohnen hoher Reichweite an. Russland seinerseits setzte nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe in der Nacht auf Dienstag zehn Shahed-Drohnen gegen die Ukraine ein. Davon seien neun abgeschossen worden, hiess es.

  • 5.30 Uhr

    USA spenden der Ukraine mehr als 100 Generatoren

    Die USA spenden mehreren Regionen der Ukraine über USAID Notfallausrüstung, Fahrzeuge und mehr als 100 Generatoren. «Während Russland seine brutalen Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur fortsetzt, stellt USAID 109 Generatoren, 19 Blockheizkraftwerke und 13 Notfallfahrzeuge zur Verfügung, um die Versorgung aufrechtzuerhalten», sagt die US-Botschafterin in der Ukraine, Bridget Brink. Zu den Städten, die diese Hilfe erhalten, gehören Dnipro, Vinnytsia, Ivano-Frankivsk, Lviv, Cherkasy und Chernivtsi.

  • 5.15 Uhr

    Bürgermeister: Wiederaufbau Charkiws wird mehr als zehn Milliarden Dollar kosten

    Mehr als zehn Milliarden Dollar werden benötigt, um alles wieder aufzubauen, was die russischen Streitkräfte in Charkiw beschädigt oder zerstört haben, sagt Bürgermeister Ihor Terechow in einem Interview mit dem Medienportal «Liga.net». Der Bürgermeister betont, die Stadtverwaltung versuche, internationale Partner zur Deckung der Kosten einzubeziehen, denn «kein Stadthaushalt der Welt kann eine solche Belastung verkraften». «Russland lügt, wenn es sagt, dass es nur militärische Ziele trifft», fügt Terechow hinzu. «Mit jedem Angriff (auf die Stadt) haben wir mehr und mehr Beweise dafür, dass es sich um einen echten Völkermord handelt.»

  • 4.38 Uhr

    Neue Sanktionen gegen Russland wegen Unterstützung Nordkoreas

    Südkorea verhängt wegen Russlands Unterstützung des nordkoreanischen Atom- und Raketenprogramms weitere Sanktionen gegen zwei russische Organisationen und zwei russische Personen. Dies teilt das südkoreanische Aussenministerium am Dienstag mit. Das Land will auch Sanktionen gegen zwei russische Schiffe verhängen, die am Transport von Munition zwischen Nordkorea und Russland beteiligt sind, fügt das Ministerium hinzu.

  • 3 Uhr

    Putin lässt 150'000 Wehrdienstpflichtige einziehen

    Seit Montag (1. April) zieht Russland wie immer im Frühjahr Wehrpflichtige zum Grundwehrdienst ein. Ein entsprechender Erlass von Kremlchef Putin wurde in Moskau veröffentlicht. Die Soldaten würden regulär zum zwölfmonatigen Grundwehrdienst einberufen, aber nicht im Kriegsgebiet in der Ukraine eingesetzt, hatte das russische Verteidigungsministerium vorher mitgeteilt. Laut Dekret sollen bis zum 15. Juli 150'000 Soldaten im Alter von 18 bis 30 Jahren eingezogen werden.

  • Dienstag, 2. April 2024, 0.10 Uhr

    Bayerischer CSU-Fraktionschef Holetschek reist nach Kiew

    Mit dem Fraktionschef der CSU im bayerischen Landtag, Klaus Holetschek, reist erstmals ein hochrangiger Landespolitiker aus Bayern nach Kiew. «Der Besuch ist zum jetzigen Zeitpunkt wichtiger denn je, denn (der russische Präsident Wladimir) Putin setzt seinen massiven Raketenterror gegen die Ukraine jeden Tag fort. Er gibt sein Ziel, die Ukraine zu vernichten, nicht auf», sagte Holetschek vor der Abreise der Deutschen Presse-Agentur in München. Begleitet wird er unter anderem von dem CSU-Landtagsabgeordneten Gerhard Hopp.

  • 23.50 Uhr

    Wir beenden den Ticker am Montag, 1. April 2024

  • 22.50 Uhr

    In Dagestan festgenommene Verdächtige in Moskauer Anschlag verwickelt

    Vier Menschen, die am Sonntag in der Kaukasusrepublik Dagestan wegen mutmasslicher Anschlagspläne festgenommen worden sind, haben laut dem russischen Geheimdienst FSB Geld und Waffen für den tödlichen Anschlag auf die Crocus City Hall in einem Vorort von Moskau geliefert. Der FSB teilte am Montag mit, er habe am Vortag vier Menschen in der Region Dagestan festgenommen, «die direkt verwickelt waren in die Finanzierung und die Lieferung terroristischer Hilfsmittel an die Täter der Terrortat vom 22. März in der Crocus City Hall in Moskau».

    Das russische Nationale Antiterrorkomitee hatte am Sonntag mitgeteilt, es habe drei Menschen festgenommen, «die eine Reihe von terroristischen Verbrechen planten». Am Montag erklärte der FSB, dass vier ausländische Bürger bei dem Einsatz in der Stadt Machatschkala, der Hauptstadt Dagestans, und im etwa zehn Kilometer entfernten Kaspijisk festgenommen worden seien.

  • 21.18 Uhr

    Selenskyj: Drohnen werden entscheidender Faktor für Sieg sein

    Mehr als zwei Jahre nach Beginn des russischen Angriffskriegs wird die Produktion von Drohnen für die Ukraine laut Präsident Wolodymyr Selenskyj immer wichtiger. Insbesondere Kampfdrohnen zeigten «bemerkenswerte Ergebnisse bei der Zerstörung von Russlands militärischem Potenzial im Hinterland», sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache am Montag.

    Er habe deshalb ein weiteres Treffen mit Vertretern aus Regierung und Militär gehabt. «Unsere Verteidigungsindustrie muss genau das produzieren, was der Krieg erfordert», führte der Staatschef aus. «Drohnen werden offensichtlich einer der entscheidenden Faktoren für den Sieg in diesem Krieg sein.»

  • 20.28 Uhr

    Grossbrände in Russland

    In einer Fabrik bei Moskau ist ein Feuer ausgebrochen. Laut Medienangaben brennt ein Werksgebäude des Unternehmens «Electroizolit» in Chotkowo rund 60 Kilometer nordöstlich von Moskau. Das Unternehmen produziert Elektroisolierstoffe.

    Zuvor wurde auf dem Gelände der Maschinenbaufabrik Uralmash im russischen Jekaterinburg ein Brand gemeldet. Augenzeugen berichten, dass in der Anlage zunächst etwas explodierte und dann schwarzer Rauch ausströmte, so das Nachrichtenportal «Nexta». Die Brandfläche beträgt 4000 Quadratmeter.

  • 17.07 Uhr

    Ukraine trotzt offenbar massivem Panzer-Angriff

    Die russische Armee hat laut einem Bericht des US-Magazins «Forbes» am Samstag den bisher grössten Panzerangriff des Krieges gegen die Ukraine gestartet. 48 Panzer und Kampffahrzeuge griffen demnach entlang einer einzigen Strasse westlich von Awdijiwka an.

    Ukrainische Soldaten an der Front nahe Awdijiwka. (22. März 2024) 
    Ukrainische Soldaten an der Front nahe Awdijiwka. (22. März 2024) 
    Bild: Keystone/AP Photo/Efrem Lukatsky

    Die ukrainische Armee konnte den russischen Angriff abwehren. Zwölf Panzer und acht Schützenpanzer hat Putins Armee verloren. Der Rest der Fahrzeuge hat den Rückwärtsgang eingelegt und ist geflüchtet.

  • 16.30 Uhr

    Gericht in Tartastan verlängert Haft von US-russischer Journalistin Kurmasheva

    Ein russisches Gericht hat die Haft der US-russischen Journalistin Alsu Kurmasheva bis zum 5. Juni verlängert. Bei der Anhörung am Montag in Kasan, der Hauptstadt der Republik Tartastan, erschien Kurmasheva lächelnd, beklagte sich jedoch über den schlechten Zustand ihrer Gefängniszelle, wie ein bei der Anhörung anwesender AFP-Journalist berichtete. Die Reporterin der US-Sendergruppe Radio Free Europe/Radio Liberty (RFE/RL) war im vergangenen Jahr festgenommen worden, weil sie sich nicht als «ausländische Agentin» registriert hatte.

    Laut dem Sender wurde sie auch der Verbreitung «falscher Informationen» beschuldigt, was mit 15 Jahren Gefängnis bestraft werden kann. «Die gegen Alsu erhobenen Anschuldigungen sind unbegründet», erklärte ein Sprecher der Sendergruppe RFE/RL. Es handele sich «nicht um ein rechtmässiges Verfahren, sondern um eine politische List», betonte er.

    Die Journalistin Alsu Kurmasheva sitzt weiter in Russland in Haft
    Die Journalistin Alsu Kurmasheva sitzt weiter in Russland in Haft
    Archivbild: Claire Bigg/Radio Free Europe/Radio Liberty/AP/dpa/Archiv
  • 15.40 Uhr

    Selenskyj nach Luftschlägen und Kriegsgräueln: Ukraine wird siegen

    Nach neuen russischen Luftangriffen auch an Ostern hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj seine Siegeszuversicht in dem seit mehr als zwei Jahren andauernden Angriffskrieg betont. «Die Ukraine wird auf jeden Fall siegen», sagte er in dem vor zwei Jahren befreiten Ort Borodjanka, wo er eine Videobotschaft auf der Strasse aufzeichnen liess. Bei einem anderen Ortstermin erinnerte er in Butscha an das dort 2022 verübte Massaker an Zivilisten, die mit einem neuen Denkmal gewürdigt wurden.

    Selenskyj sprach seinen Landsleuten Mut zu, sich weiter gegen den russischen Terror zu verteidigen. Das von einigen ukrainischen Christen in diesen Tagen gefeierte Osterfest sei eine Erinnerung daran, dass die Kraft des Geistes das Böse besiegen kann, sagte er in einer am Sonntag in den sozialen Netzwerken verbreiteten Botschaft. Die meisten Christen in der Ukraine feiern Ostern nach orthodoxem Brauch erst Anfang Mai. 

  • 15.30 Uhr

    Ostukraine: Autobombe tötet Vertreter russischer Besatzungsbehörden

    Im russisch besetzten Teil der Ostukraine ist ein Vertreter der Besatzungsbehörden nach offiziellen Angaben bei der Explosion einer Autobombe getötet worden. Walerij Tschaika, stellvertretender Leiter eines staatlichen Bildungsamts, sei am Montagnachmittag bei der Detonation eines «nicht näher identifizierten Gegenstands in einem Auto» getötet worden, erklärte die örtliche Vertretung des russischen Ermittlungskomitees.

    Das Ermittlungskomitee ist in Russland für die Verfolgung besonders schwerwiegender Straftaten zuständig. Der Vorfall ereignete sich einem kommunalen Bediensteten zufolge in Starobilsk in der ostukrainischen Region Luhansk. In den vergangenen zwei Jahren waren wiederholt Vertreter pro-russischer Einrichtungen in den besetzten ukrainischen Gebieten getötet worden.

  • 15.12 Uhr

    Sicherheitsrat tagt in Wien mit Blick auf russische Spionagenetzwerke

    Nach der Festnahme eines früheren Verfassungsschützers wegen Spionageverdachts hat der österreichische Bundeskanzler den Nationalen Sicherheitsrat einberufen. Es müsse verhindert werden, «dass russische Spionagenetzwerke unser Land bedrohen, indem sie politische Parteien oder Netzwerke unterwandern oder instrumentalisieren», teilte Bundeskanzler Karl Nehammer von der konservativen ÖVP am Montag mit. Der Rat soll am 9. April tagen.

  • 14.56 Uhr

    Hunderte protestieren an Berner Ostermarsch gegen Aufrüstung

    Rund 500 Menschen haben am Ostermontag in Bern für den Frieden demonstriert. «Demilitarisierung statt Aufrüstung» lautete das Motto des diesjährigen Ostermarschs.

    «Es gibt keine Kriege und Konflikte, weil zu wenig aufgerüstet wurde, sondern zu viel», hiess es im Aufruf der Organisatoren. Die Schweiz solle in die Bekämpfung von Sicherheitsrisiken wie geschlechtsspezifische Gewalt, Rassismus, Armut, Klimawandel und Pandemien investieren statt in die Armee.

    Weiter müsse die Schweiz endlich den Atomwaffenverbotsvertrag unterzeichnen und ratifizieren. Auch solle sie sich für die Entmilitarisierung der Grenzen einsetzen und einen besseren Schutz geflüchteter Menschen gewährleisten.

    Hunderte protestieren an Berner Ostermarsch gegen Aufrüstung

    Hunderte protestieren an Berner Ostermarsch gegen Aufrüstung

    Rund 500 Menschen haben am Ostermontag in Bern für den Frieden demonstriert. «Demilitarisierung statt Aufrüstung» lautete das Motto des diesjährigen Ostermarschs.

    01.04.2024

  • Montag, 1. April 2024, 6.40 Uhr

    Selenskyj erinnert an Gräueltaten von Butscha

    Zwei Jahre nach der Befreiung mehrerer Kiewer Vororte von der russischen Besatzung hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj an die Gräueltaten dort erinnert. Butscha, Borodjanka, Irpin und andere einst umkämpfte Orte stünden für den Kampf der Ukrainer für ihr Land und für ihr Leben, sagte Selenskyj in einer am Sonntag verbreiteten Videobotschaft. «Die Ukraine wird auf jeden Fall siegen», sagte er in dem vor zwei Jahren befreiten Ort Borodjanka, wo er die Botschaft nun aufzeichnen liess. Bei einem anderen Ortstermin erinnerte er in Butscha an das Massaker an Zivilisten, die mit einem neuen Denkmal gewürdigt wurden.

    In Butscha versammelten sich auch Botschafter mehrerer Staaten, um der Opfer zu gedenken. «Die Präsenz von uns Botschaftern bezeugt, dass die internationale Gemeinschaft zur Ukraine steht. Das Verbrechen von Butscha muss gesühnt werden», teilte der deutsche Botschafter Martin Jäger im sozialen Netzwerk X (vormals Twitter) mit. Russland, das am 24. Februar 2022 in die Ukraine einmarschiert war, weist bis heute zurück, dort Kriegsverbrechen begangen zu haben.

    Wie kein anderer Ort in der Ukraine steht Butscha als Symbol für Gräueltaten in Russlands Krieg gegen die Ukraine. Einige Leichen wurden mit gefesselten Händen auf dem Rücken gefunden. Am 2. April 2022, Tage nach dem russischen Abzug, gingen die Bilder von den auf der Strasse liegenden Toten um die Welt. Hunderte Menschen wurden dort nach dem russischen Einmarsch laut ukrainischen Ermittlern getötet.

  • 23.55 Uhr

    Wir beenden den Ticker am Sonntag, 31. März 2024

  • 22.06 Uhr

    Moskau verlangt Auslieferung des ukrainischen Geheimdienstchefs

    Russland fordert von der Ukraine die Auslieferung aller Personen, die mit in Russland begangenen Terroranschlägen in Verbindung stehen, einschliesslich des Leiters des ukrainischen Sicherheitsdienstes SBU, Vasyl Maliuk. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf das Aussenministerium in Moskau.

    Der SBU wies die russische Forderung demnach umgehend als «sinnlos» zurück und erklärte, das russische Ministerium habe «vergessen», dass gegen Kremlchef Wladimir Putin ein internationaler Haftbefehl vorliege.

    Das russische Aussenministerium teilte mit, die Untersuchung der Vorfälle habe gezeigt, dass «die Spuren dieser Verbrechen in die Ukraine führen». «Russland hat den ukrainischen Behörden seine Forderungen ... nach sofortiger Verhaftung und Auslieferung aller Personen, die mit den fraglichen terroristischen Handlungen in Verbindung stehen, übergeben», hiess es in der Erklärung.

  • 17.19 Uhr

    Zwei Tote nach russischen Angriffen in der Ukraine

    Bei russischen Luftangriffen auf die ukrainische Infrastruktur sind zwei Menschen getötet worden. Ein Marschflugkörper habe in der Region Lwiw ein Gebäude zerstört und einen Mann getötet, sagte der Gouverneur der Gegend, Maxym Kosyzkyi. Ausserdem sei ein Feuer ausgebrochen. Rettungsaktionen liefen noch. In Charkiw im Nordosten sei ein 19-Jähriger bei einem Luftangriff getötet worden, sagte der dortige Gouverneur Oleh Syniehubow.

    In Odessa im Süden waren Zehntausende ohne Strom. Trümmer einer abgeschossenen Drohne hätten einen Brand in einer Energieanlage ausgelöst, sagte Gouverneur Oleh Kiper. Der grösste private ukrainische Energieversorger DTEK teilte mit, etwa 170'000 Menschen seien deswegen ohne Strom.

    Die ukrainische Luftwaffe erklärte, sie habe neun von elf anfliegenden Drohnen des Typs Schahed abgefangen. Auch neun von 14 Marschflugkörpern seien abgeschossen worden.

  • 16.04 Uhr

    Drei Festnahmen bei russischem Anti-Terror-Einsatz in Dagestan

    Die russischen Behörden haben in der Kaukasusrepublik Dagestan drei Menschen festgenommen. «Drei Banditen, die eine Reihe von terroristischen Verbrechen planten, wurden festgenommen», erklärte das russische Nationale Antiterrorkomitee. Die Festnahmen fanden demnach in der Stadt Machatschkala, der Hauptstadt Dagestans, und im etwa zehn Kilometer entfernten Kaspijisk statt.

    «Bei der Durchsuchung der Orte, an denen die Festnahmen stattfanden, wurden eine automatische Waffe und die dazugehörige Munition sowie ein einsatzbereiter improvisierter Sprengsatz gefunden», erklärte das Antiterrorkomitee.

    Die Ankündigung erfolgte mehr als eine Woche nach dem Anschlag auf die Crocus City Hall in einem Vorort der russischen Hauptstadt Moskau, bei dem mindestens 144 Menschen getötet und 551 verletzt wurden. Zu dem Anschlag bekannte sich die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS).

    Nach dem Anschlag wurden zwölf Menschen festgenommen, darunter die vier mutmasslichen Angreifer, die aus Tadschikistan stammen. In der ehemaligen Sowjetrepublik in Zentralasien ist der IS aktiv.

    Am Freitagabend hatte der russische Inlandsgeheimdienst FSB mitgeteilt, dass er drei «Staatsangehörige eines zentralasiatischen Landes» festgenommen habe, die einen Bombenanschlag im Südwesten Russlands geplant hätten.

  • 13.29 Uhr

    Selenskyj zu Ostern: Böses kann besiegt werden

    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat nach neuen Luftangriffen seinen Landsleuten Mut zugesprochen, sich weiter gegen den russischen Terror zu verteidigen. Das von einigen ukrainischen Christen gefeierte Osterfest sei eine Erinnerung daran, dass die Kraft des Geistes das Böse besiegen kann, sagte Selenskyj in einer in den sozialen Netzwerken verbreiteten Botschaft.

    Die meisten Christen in der Ukraine feiern Ostern nach orthodoxem Brauch erst Anfang Mai – und nicht wie die westlichen Kirchen.

    «Und möge wahrhafter Friede für unsere gesamte Ukraine und alle Nationen, die unter Krieg leiden, näher kommen», schrieb Selenskyj bei X (vormals Twitter) und Telegram. «Es vergeht jetzt keine Nacht oder kein Tag, an dem der russische Terror nicht versucht, unsere Leben zu zerstören.»

    Auch in der Nacht zum Sonntag feuerte Russland wieder Raketen und Drohnen auf die Ukraine ab, massiv beschossen wurden erneut Energieanlagen des Landes. Die ukrainische Luftverteidigung meldete, dass 18 von 27 Angriffen abgewehrt worden seien, darunter waren Attacken mit Drohnen, Raketen und Marschflugkörpern. Nach Behördenangaben gab es dennoch Treffer.

    Im westukrainischen Gebiet Lwiw (früher Lemberg) wurde Behörden zufolge ein bereits mehrfach beschossenes Objekt wichtiger Infrastruktur getroffen, ein Mensch starb. Details wurden nicht genannt. Im Gebiet Odessa am Schwarzen Meer waren Zehntausende Menschen zeitweilig ohne Strom. Auch in anderen Regionen des Landes gab es den Versorgern zufolge teilweise Stromausfälle.

    In dem seit mehr als zwei Jahren andauernden russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine bombardiert Moskau besonders die Energieinfrastruktur immer wieder. Ziele sind andere Wärme- und Wasserkraftwerke und andere Anlagen zur Stromerzeugung. So soll auch der Widerstandsgeist der Ukrainer gebrochen werden.

    «Aber wir verteidigen uns, wir halten durch, unser Geist gibt nicht auf und weiss, dass es möglich ist, den Tod zu überwinden», teilte Selenskyj mit. «Leben kann siegen. Mögen alle Gebete für den Schutz vor dem Bösen heute erhört werden. Möge der Glaube alle guten Herzen vereinen und jene stärken, die ihr Heim verteidigen.»

    Die Ukraine verteidigt sich mit westlicher Hilfe gegen die Angriffe. Präsident Selenskyj hatte zuletzt vor allem mehr Unterstützung bei der Flugabwehr gefordert, um die Infrastruktur besser vor den russischen Luftschlägen sichern zu können.

  • 12.36 Uhr

    Frankreich will Ukraine weitere Radpanzer und Raketen liefern

    Frankreich will der von Russland angegriffenen Ukraine weitere Radpanzer und Abwehrraketen liefern. Er arbeite an einem entsprechenden Hilfspaket mit altem, aber noch funktionstüchtigen Gerät der französischen Armee, sagte Frankreichs Verteidigungsminister Sébastien Lecornu der Zeitung «La Tribune» (Sonntagsausgabe). Die allradgetriebenen VAB-Panzer seien für die Mobilität der Truppen entscheidend. Die Ukraine habe um diese Fahrzeuge gebeten – sie könnten helfen, die lange Frontlinie zu halten.

    Zusätzlich sollen weitere Raketen des Typs Aster für das Flugabwehrsystem Samp/T geliefert werden. Um welche Menge Radpanzer und Abwehrraketen es genau geht, sagte Lecornu nicht, er sprach auf Nachfrage zu den gepanzerten Militärfahrzeugen von «Hunderten». Die Ukraine könne noch in diesem Jahr und zu Beginn des kommenden Jahres damit rechnen.

    Jüngsten Angaben zufolge hat Frankreich der Ukraine seit Beginn des russischen Angriffskriegs militärisches Material im Wert von rund 2,6 Milliarden Euro geliefert.

    Ein «Véhicule de l’avant blindé» VAB der französischen Armee an einer Militärparade.
    Ein «Véhicule de l’avant blindé» VAB der französischen Armee an einer Militärparade.
    Bild: Wikipedia
  • 9.09 Uhr

    Kiew: Russland zieht praktisch ganze Schwarzmeer-Flotte von der Krim ab

    Nach anhaltenden Schiffsverlusten durch ukrainische Angriffe soll Russland praktisch seine gesamte Schwarzmeer-Flotte von der besetzten Krim abgezogen haben.

    Das weissrussische News-Portal Nexta zitiert einen Sprecher der ukrainischen Streitkräfte mit der Aussage: «Die meisten Kampfeinheiten, wenn man die Marschflugkörperträger nimmt – eigentlich sind alle verlegt, bis auf einen Loser, der noch keine einzige Rakete abgeschossen hat, obwohl er als Marschflugkörperträger gilt.»

  • Sonntag, 31. März 2024, 7.10 Uhr

    Klitschko: «Kiew war ein Ziel und bleibt ein Ziel für Putin»

    Zwei Jahre nach dem Abzug der russischen Truppen aus der Region rund um Kiew sieht Bürgermeister Vitali Klitschko derweil die Gefahr einer erneuten Offensive der Angreifer in Richtung der ukrainischen Hauptstadt. «Kiew war ein Ziel und bleibt ein Ziel für Putin, weil die Hauptstadt das Herz des Landes ist», sagte Klitschko der «Bild am Sonntag». Zugleich betonte er: «Wir wissen das und wir sind viel besser vorbereitet als vor zwei Jahren für mögliche neue Angriffe.» Klitschko sagte, dass immer alle Szenarien einkalkuliert werden müssten.

    Nach dem Abzug der Russen aus den Kiewer Vororten im Frühjahr 2022 war unter anderem in der Kleinstadt Butscha ein Massaker an Hunderten Zivilisten bekannt geworden. Es gilt als eines der schlimmsten Verbrechen überhaupt in diesem Krieg, den Kremlchef Wladimir Putin am 24. Februar 2022 begonnen hatte.

    «Wenn Putin eine solche Entscheidung trifft, dann wird es eine blutige Entscheidung», sagt Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko.
    «Wenn Putin eine solche Entscheidung trifft, dann wird es eine blutige Entscheidung», sagt Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko.
    Bild: Keystone/Ukrinform
  • 24 Uhr

    Wir beenden den Ticker am Samstag, 30. März 2024

  • 21.55 Uhr

    Weiter Stromabschaltungen in mehreren ukrainischen Regionen

    Infolge russischer Angriffe ist es in mehreren ukrainischen Gebieten bei der Stromversorgung erneut zu Notabschaltungen gekommen. Der Stromversorger DTEK sowie regionale Behörden berichteten am Samstagabend von Engpässen in Dnipropetrowsk, Sumy und Poltawa. Auch Charkiw im Osten, das derzeit besonders stark von russischem Beschuss betroffen ist, hat weiter Probleme bei der Energieversorgung.

    Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach in seiner abendlichen Videoansprache von «abscheulichen Attacken» der russischen Armee und bat zum wiederholten Mal eindringlich um mehr internationale Hilfe beim Schutz der Energie-Infrastruktur seines Landes. «Wir haben die notwendigen Signale und konkrete Anfragen an all unsere Partner gesendet, die über die nötigen Luftverteidigungssysteme und Raketen verfügen», sagte er. «Amerika, Europa und andere Partner wissen genau, was wir brauchen.»

  • 19.52 Uhr

    Tausende Teilnehmer bei Ostermärschen in Deutschland

    In vielen deutschen Städten haben sich auch in diesem Jahr wieder mehrere tausend Menschen am Karsamstag zu Ostermärschen versammelt. Angekündigt waren rund 70 Veranstaltungen im ganzen Land – ein Schwerpunkt war Berlin.

    Der Samstag galt als Hauptaktionstag der traditionellen Friedensdemonstrationen, die noch am Ostersonntag und Ostermontag weitergehen. Im Mittelpunkt standen der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine und der Gaza-Krieg.

    Der Sprecher des Netzwerks Friedenskooperative, Kristian Golla, zeigte sich zufrieden: Die Teilnehmerzahl liege etwa auf dem Niveau des Vorjahres, sagte er am späten Samstagnachmittag.

    Laut einer vorläufigen Übersicht der Friedenskooperative gingen in ganz Deutschland mehr als 10'000 Menschen für Frieden und Abrüstung auf die Strassen. Die grössten Märsche gab es demnach in Berlin mit rund 3'500 Teilnehmern, in Stuttgart mit etwa 2'000 und in Bremen mit rund 1'000 Menschen. In Köln hätten sich etwa 700 Menschen beteiligt und in München 500. Diese Zahlen deckten sich grösstenteils mit denen der Polizei.

  • 16.48 Uhr

    Kiew meldet zwei Tote durch russischen Beschuss im Osten der Ukraine

    Im Osten der Ukraine sind nach Angaben Kiews mindestens zwei Menschen durch russischen Beschuss getötet worden. Die Stadt Krasnohoriwka «stand in der Nacht und am Morgen unter feindlichem Beschuss», teilte der Gouverneur der Region Donezk, Vadym Filaschkin, am Samstag im Onlinedienst Telegram mit. Eine 70-jährige Frau und ein 73-jähriger Mann seien getötet worden.

    Filaschkin forderte die dort noch lebenden Zivilisten auf, die Stadt zu verlassen. Krasnohoriwka liegt direkt an der Frontlinie in der östlichen Region Donezk, die zu mehr als der Hälfte von den russischen Streitkräften kontrolliert wird.

  • 16.44 Uhr

    London: Moskau rekrutiert monatlich 30’000 Menschen für Ukraine-Krieg

    Das russische Militär rekrutiert nach Einschätzung britischer Experten pro Monat etwa 30’000 Menschen für seinen Angriffskrieg in der Ukraine. Das ging aus dem täglichen Geheimdienstbericht des Verteidigungsministeriums in London am Samstag hervor. Moskau werde so wohl auch weiterhin Verluste bei seinen Soldaten ausgleichen und seine Angriffe in dem Abnutzungskrieg gegen die Ukraine fortsetzen können, hiess es in der auf X (vormals Twitter) verbreiteten Mitteilung. Russland hat demzufolge auch hinsichtlich Munition und Ausrüstung weiterhin einen quantitativen Vorteil gegenüber den Ukrainern.

    Westlich der kürzlich von den russischen Angreifern eingenommenen Ortschaft Awdijiwka können die Russen demnach weiterhin schrittweise vorstossen, so die Mitteilung weiter. Ende März seien mit grosser Wahrscheinlichkeit auch die Dörfer Tonenke und Orliwka in die Hände der Russen gefallen. Weitere sind demnach umkämpft. Trotz zahlreicher anhaltender Angriffe an anderen Stellen der Frontlinie schätzen die Briten die russischen Fortschritte in den vergangenen Wochen als gering ein.

  • 16.10 Uhr

    Selenskyj entlässt weitere Mitarbeiter

    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat einen langjährigen Mitarbeiter und mehrere Berater entlassen. Ihren Hut nehmen mussten am Samstag Selenskyjs langjähriger Assistent Serhij Schefir, der dem ukrainischen Staatschef seit 2019 gedient hatte, sowie drei Berater und zwei Vertreter des Präsidialbüros, die für Freiwilligenarbeit und die Rechte von Soldaten zuständig waren. Eine Erklärung lieferte Selenskyj zunächst nicht.

  • 14.30 Uhr

    Russische Behörden: 5000 Kinder aus Grenzregion Belgorod evakuiert

    Infolge wochenlanger ukrainischer Luftangriffe haben die russischen Behörden nach eigenen Angaben tausende Kinder aus der Grenzregion Belgorod evakuiert. «5000 unserer Kinder sind bereits ausserhalb der Region. Gestern kamen 1300 Kinder in St. Petersburg, Brjansk und Machatschkala an», erklärte der Gouverneur der Region, Wjatscheslaw Gladkow, am Samstag. In der vergangenen Woche hatten die Behörden angekündigt, 9000 Minderjährige in andere Regionen bringen zu wollen.

    Kinder, die in der Region blieben und in grenznahen Gemeinden sowie der Stadt Belgorod lebten, würden ab dem kommenden Monat per Distanzunterricht beschult, erklärte Gladkow. Die wegen der ukrainischen Angriffe geschlossenen Geschäfte dürften erst wieder öffnen, wenn das Personal in erster Hilfe geschult sei und die Fenster gesichert seien, hiess es weiter.

  • Samstag, 30. März 2024, 9.27 Uhr

    Selenskyj warnt vor Umweltkatastrophe wegen russischen Angriffen auf Dnister-Staumauer

    Wolodymyr Selenskyj erklärt, dass Russland gezielt den Staudamm und das Wasserkraftwerk am Dnister angegriffen habe. Bricht der Staudamm würde gemäss dem ukrainischen Präsidenten ein ökologisches Desaster drohen, wie es sich nach dem Bruch des Chachowka-Staudamm bereits in der Region Cherson ereignet hat. 

    Die Flut würde auch die Republik Moldau gefährden, durch die der Dnister fliesst unterhalb der Ukraine fliesst. Selenskyj fordert seine Verbündeten auf, schnell und entschieden auf die russischen Angriffe zu reagieren.

  • 22 Uhr

    Wir beenden den Ticker am Freitag, 29. März 2024

  • 21.45 Uhr

    Verletzte nach Raketenangriff auf Odessa

    Bei einem russischen Raketenangriff sind in der südukrainischen Hafenstadt Odessa offiziellen Angaben zufolge mindestens fünf Menschen verletzt worden. Unter den Opfern sei auch ein 15-Jähriger, teilte Odessas Bürgermeister Hennadij Truchanow am Freitag mit. Zwar seien zwei Raketen von der Luftverteidigung abgeschossen worden, doch Trümmerteile seien auf Strassen und Gebäude herabgestürzt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj pochte in seiner abendlichen Videoansprache unterdessen erneut auf mehr internationale Hilfe bei der Flugabwehr.

  • 20.52 Uhr

    Russland beharrt auf ukrainischer Verwicklung in Anschlag bei Moskau

    Trotz mehrerer Bekenntnisse der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu dem Anschlag auf eine Konzerthalle bei Moskau vor einer Woche beharren russische Behörden weiter auf einer angeblichen Verwicklung der Ukraine. Die Tatverdächtigen hätten ausgesagt, dass sie per Sprachnachrichten auf Telegram Anweisungen von einem Unbekannten erhalten hätten, teilte das russische Ermittlungskomitee am Freitag mit. Dieser «Koordinator» habe die Terroristen nach dem Anschlag in Richtung der ukrainischen Grenze gelenkt und ihnen eine Belohnung in Aussicht gestellt, die sie demnach in der ukrainischen Hauptstadt Kiew erhalten sollten, hiess es weiter.

  • 17.27 Uhr

    US-Regierung fordert Freilassung von Reporter Gershkovich

    Ein Jahr nach der Festnahme des «Wall Street Journal»-Reporters Evan Gershkovich in Russland hat die US-Regierung einmal mehr die Freilassung des 32-Jährigen gefordert. Präsident Joe Biden sagte am Freitag, seine Regierung arbeite jeden Tag daran, ihn nach Hause zurückzuholen. Aussenminister Antony Blinken warf Russland vor, willkürlich Leute festnehmen zu lassen, um sie dann als politisches Druckmittel zu nutzen. Diese Praxis müsse aufhören. «Menschen sind kein Faustpfand», sagte er.

    «Journalismus ist kein Verbrechen, und Evan ist nach Russland gereist, um seiner Arbeit als Reporter nachzugehen – und hat seine Sicherheit riskiert, um die Wahrheit über Russlands brutale Aggression gegen die Ukraine ans Licht zu bringen», sagte Biden in einer Stellungnahme. Auf der Titelseite des «Wall Street Journals» blieb am Freitag . genau ein Jahr nach der Festnahme – ein Platz leer. Darüber stand: «Seine Geschichte sollte hier stehen».

  • 16.58 Uhr

    Toter und Verletzter bei Drohnenattacke in russischer Stadt Belgorod

    In der russischen Stadt Belgorod nahe der ukrainischen Grenze sind beim Einschlag einer Drohne in einem Wohnhaus ein Mann getötet und zwei weitere Menschen verletzt worden. Die Frau des getöteten Mannes sei mit einem Schädelhirntrauma und Verbrennungen ins Krankenhaus gebracht worden, teilte der Gouverneur Wjatscheslaw Gladkow am Freitag in seinem Kanal im Nachrichtennetzwerk Telegram mit. Es seien Fenster und Balkone an fünf Wohnungen sowie ein Auto beschädigt worden.

    Auf einem Video war zu sehen, wie die Drohne in das Hochhaus krachte. Die Echtheit der Aufnahmen konnte nicht von unabhängiger Seite überprüft werden. Das russische Verteidigungsministerium hatte zuvor mitgeteilt, dass die Flugabwehr eine Drohne abgeschossen habe. Am Morgen hatte das Ministerium gemeldet, im Gebiet Belgorod 15 Luftziele vernichtet zu haben. Gladkow sprach von Schäden an 17 Wohnhäusern und einem Dutzend Autos.

  • 13.51 Uhr

    Ukrainischer Aussenminister warnt Indien vor Verlass auf Russland

    Der ukrainische Aussenminister Dmytro Kuleba hat Indien dazu aufgerufen, die traditionell enge Beziehung zu Russland zu überdenken. «Die Kooperation zwischen Indien und Russland basiert grösstenteils auf dem sowjetischen Vermächtnis», sagte Kuleba während eines Besuchs in Neu-Delhi der britischen Tageszeitung «Financial Times» (Freitag). «Aber das ist nicht das Vermächtnis, das über Jahrhunderte bestehen wird; es ist ein Vermächtnis, das verdunstet.»

    Die Führung in Neu-Delhi verhält sich neutral zum russischen Angriffskrieg, trägt westliche Sanktionen gegen Moskau nicht mit und wirbt immer wieder für eine Konfliktlösung durch Dialog. Das bevölkerungsreichste Land der Welt mit 1,4 Milliarden Einwohnern hat gute Beziehungen zu westlichen Nationen und zu Russland.

    Seit Beginn des Krieges in der Ukraine hat Indien die Einfuhr von günstigem Öl aus Russland gesteigert – und gehört zu den grössten Abnehmern. Aus Russland bezieht das Land auch seit langer Zeit einen grossen Teil der Militärausrüstung. Indien versucht aber in dieser Hinsicht zunehmend seine Abhängigkeit zu verringern, mehr von anderen Ländern zu importieren oder im Inland zu produzieren.

    Kuleba sagte der «Financial Times» auch, dass Indien über die enger werdenden Beziehungen zwischen Russland und China besorgt sein sollte. Mit Nachbarland China hat Indien äusserst angespannte Beziehungen seit einem tödlichen Zusammenstoss an der gemeinsamen und stark militarisierten Grenze im Himalaja-Gebirge im Jahr 2020.

    Kuleba äusserte zudem Interesse an mehr Handel zwischen der angegriffenen Ukraine und Indien. Sein Land wolle etwa schwere Maschinen aus Indien importieren.

  • 12.24 Uhr

    US-Institut bestätigt russische Geländegewinne

    Experten des US-Instituts für Kriegsstudien (ISW) haben Russland in seinem Angriffskrieg gegen die Ukraine Geländegewinne bescheinigt. Die russischen Streitkräfte hätten eine Fläche von 505 Quadratkilometern seit Beginn der Offensivoperationen im Oktober eingenommen, berichtete das ISW in seiner Analyse vom Donnerstag (Ortszeit). Das entspricht mehr als dem Zweifachen der Fläche der Stadt Frankfurt am Main. Zwar verhindere die Ukraine noch, dass Russland grössere taktische Gewinne entlang der gesamten Frontlinie mache. «Aber eine weitere Verzögerung der US-Sicherheitshilfe wird die Gefahr eines russischen operativen Erfolgs vergrössern», hiess es.

    Zuvor hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj vor einer möglichen neuen russischen Grossoffensive im Frühsommer gewarnt. Nach ISW-Einschätzung wird Russland sein bisheriges Offensivtempo ungeachtet der derzeit schwierigen Wetterverhältnisse beibehalten und die Probleme der ukrainischen Streitkräfte bei der Materialbeschaffung und beim Personal ausnutzen.

    Die Ukraine hingegen sei gezwungen, ihre begrenzten Ressourcen an kritischen Stellen der Front zu konzentrieren. Dadurch wachse das Risiko, dass die russische Armee an weniger gut gesicherten Abschnitten die Verteidigungslinie durchbrechen könnte. Das könne zu bedeutenden Erfolgen der russischen Seite in Zukunft führen.

    Die ISW-Experten unterstrichen die Bedeutung westlicher Hilfe, um den russischen Vormarsch zu stoppen. Sie wiesen zudem darauf hin, dass der ukrainische Luftverteidigungsschirm immer schwächer werde. Selenskyj hatte immer wieder auch noch mehr Flugabwehrsysteme vom US-Typ Patriot gefordert, um den Luftraum besser schützen zu können. Eine weitere Schwächung der Flugabwehr gefährde nicht nur für den Krieg wichtige Stützpunkte und Logistikobjekte im ukrainischen Hinterland, sondern ermögliche auch mehr russische Luftschläge mit Gleitbomben entlang Front, hiess es in der ISW-Analyse.

  • 11.28 Uhr

    Wo ein russischer Jet seine Bombe verlor, gehen jetzt Autos in die Luft

    Im April 2023 verlor eine russische Suchoi-34 eine Bombe. Diese schlug zuerst auf einer Strasse in Belgorod, nahe der ukrainischen Grenze ein. 20 Sekunden später detonierte sie und schleuderte ein Auto weg. Die offizielle russische Version war, dass der Pilot das Geschoss notfallmässig abwerfen musste. Und ebenfalls offiziell: Die beiden Personen im Auto überlebten.

    Rund elf Monate später zeigt ein Video von derselben Stelle, dass der Bombenkrater geflickt ist. Jedoch bleibe eine Delle im Asphalt, die Schnellfahrer in die Luft katapultiert.

  • 7.15 Uhr 

    Polnischer Präsident erwartet Krieg in Europa

    Für Polens Ministerpräsidenten Donald Tusk ist Europa bereits auf dem Weg in einen neuen Krieg. «Ich weiss, es klingt niederschmetternd, vor allem für die jüngere Generation, aber wir müssen uns daran gewöhnen, dass eine neue Ära begonnen hat: die Vorkriegszeit. Ich übertreibe nicht; das wird jeden Tag deutlicher», sagte Tusk im Interview mit der «Welt» (Freitag). «Ich möchte niemandem Angst machen, aber Krieg ist kein Konzept mehr aus der Vergangenheit», fügte Tusk hinzu. «Er ist real, und er hat schon vor über zwei Jahren begonnen.» Eine derartige Situation habe es seit 1945 nicht mehr gegeben.

    In seiner ersten Zeit als polnischer Ministerpräsident (2007–2014) habe niemand ausser den baltischen Staaten auf seine Warnungen gehört. «Als ich sagte, Russland sei ein Problem für Europa, kein Partner, zuckte man mit den Schultern: klar, ein Pole, ein Russophober.» Nun beobachte er «ohne Genugtuung» die Veränderungen in allen europäischen Hauptstädten.

  • Freitag, 29. März 2024, 6.50 Uhr

    Selenskyj ernennt neuen Leiter des ukrainischen Auslandsgeheimdienstes

    Präsident Selenskyj ernannte am Donnerstag General Oleh Iwaschtschenko zum neuen Chef der Auslandsaufklärung. Dessen Vorgänger Olexandr Litwinenko wurde neuer Sekretär des Nationalen Sicherheitsrates der Ukraine. «Wir brauchen mehr Informationen, mehr Möglichkeiten der Einflussnahme», sagte Selenskyj am Donnerstagabend in seiner täglichen Videoansprache.

    Russland gebe jedes Jahr «Milliarden und Abermilliarden» von Dollar für Operationen in Ländern aus, die für das Land von Interesse seien. «Dieser Einfluss wirkt in vielerlei Hinsicht gegen unseren Staat und unsere Verteidigung», sagte Selenskyj. Da die Ukraine schon allein finanziell nicht dagegenhalten könne, sollte Russland «mit Mut, Entschlossenheit und Ideen» übertrumpft werden. Vor allem sollte der ukrainische Auslandsnachrichtendienst «viel aktiver werden».

  • 24 Uhr

    Wir beenden den Ticker am Donnerstag, 28. März 2024

  • 23.23 Uhr

    Macron: Einladung Putins zum G20-Gipfel in Rio nur bei Zustimmung aller Staaten

    Eine Einladung des russischen Präsidenten Wladimir Putin zum G20-Gipfel in Brasilien im November sollte nach Ansicht von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron nur erfolgen, wenn sich alle Teilnehmer darüber einig sind. Sinn des Zusammenschlusses der 20 Industrie- und Schwellenländer sei, «dass es einen Konsens mit den anderen 19 anderen geben muss, das wird die Aufgabe der brasilianischen Diplomatie sein», sagte Macron am Donnerstag bei einem Besuch in Brasília.

    «Wenn der Termin nützlich sein kann, dann muss man ihn machen. Wenn er nicht nützlich ist und zu Spaltung führt, sollte man ihn nicht machen», erklärte Macron auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem brasilianischen Amtskollegen Luiz Inácio Lula da Silva. Die G20 müssten «im Dienst des Friedens und des gemeinsamen Interesses» handeln, betonte er.

  • 21.00 Uhr

    Ukrainischer Geheimdienstchef: Russland wusste lange im Voraus von Terroranschlag

    Laut Kyrylo Budanov, Chef des ukrainischen Militärgeheimdienstes (HUR), wussten russische Dienste lange im Voraus von dem bevorstehenden Terroranschlag auf die Konzerthalle Crocus City Hall in Moskau. Dies berichtet die «Kyiv Post».

    Demnach sagte Budanov auf dem Dritten Internationalen Forum für strategische Kommunikation in Kiew, «spätestens am 15. Februar 2024» habe Russland von den Vorbereitungen gewusst. «Diese Informationen wurden durch das Geheimdienstdirektorat der Gruppe in Syrien erlangt.»

    Dem HUR-Chef zufolge wusste der Kreml auch über die Routen Bescheid, über welche die Kämpfer nach Russland eindringen wollten. Dies werfe die Frage auf, warum keine Präventivmassnahmen ergriffen wurden.

    «Es gibt mehrere Möglichkeiten, warum man dies zugelassen hat. Die erste ist (...) der Versuch der Entlassung mehrerer hochrangiger Beamter», so Budanov. «Die andere Möglichkeit ist, dass sie das Ausmass des Geschehens unterschätzt haben. Sie dachten, es würde eher lokal ablaufen und wollten der Ukraine die Schuld für alles geben.»

    In Bezug auf die wechselnden Darstellungen der russischen Behörden zur ukrainischen Beteiligung sagte Budanow, dass der Kreml seine Version der Ereignisse mehrfach geändert habe. Er verurteilte den Terrorismus gegen Zivilisten und distanzierte die Ukraine von derartigen Handlungen.

  • 20.36 Uhr

    Russland stoppt mit Veto Kontrolle von UN-Sanktionen gegen Nordkorea

    Russland hat mit seinem Veto im UN-Sicherheitsrat der Kontrolle der Sanktionen der Vereinten Nationen gegen Nordkorea ein Ende gesetzt. Die russische Delegation stimmte am Donnerstag gegen die Verlängerung des UN-Expertengremiums, welches die seit 2006 bestehenden und später mehrfach verschärften Sanktionen überwacht. Das Mandat der Beobachter läuft dadurch nun Ende April aus. Zehn der 15 Sicherheitsratsmitglieder, darunter die USA, Grossbritannien und Frankreich, verurteilten den Schritt Russlands in einer gemeinsamen Erklärung.

    In seinem jüngsten, Anfang März veröffentlichten Bericht hatte das Sanktions-Kontrollgremium erklärt, dass es Berichten nachgehe, denen zufolge Nordkorea Russland Waffen für den Einsatz in der Ukraine liefert. Weiter hiess es, Nordkorea verstosse weiterhin gegen die Sanktionen – unter anderem durch Tests ballistischer Raketen und die Verletzung von Einfuhrbeschränkungen auf Erdöl.

  • 20.33 Uhr

    Neue russische Angriffswelle in der Ostukraine

    Russische Truppen haben am Donnerstag den Druck auf die Verteidiger der Ostukraine erhöht. Dabei standen die Gebiete rund um Awdijiwka und Bachmut im Mittelpunkt schwerer Kämpfe, teilte der Generalstab in Kiew in seinem täglichen Lagebericht mit. Insgesamt seien dort elf Vorstösse russischer Soldaten gegen vier Ortschaften gemeldet worden.

    Entlang der gesamten Frontlinien vom Süden bis zu den östlichen Teilen der Ukraine seien insgesamt 48 Gefechte aufgeflammt. Bei Charkiw habe es russische Luft- und Artillerieangriffe gegeben. Die Angaben konnten nicht unabhängig geprüft werden.

  • 20.04 Uhr

    Selenskyj erwartet russische Offensive im Frühsommer – Bitte um Hilfe

    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj befürchtet eine Offensive der russischen Armee im Frühsommer und bittet deswegen den Westen, dabei vor allem die USA, erneut um dringende militärische Hilfe. «Wir brauchen Hilfe jetzt», sagte er in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview des US-Senders CBS. Das ukrainische Militär habe zwar in diesem Winter dem Druck der Angreifer standgehalten, sei aber am Ende seiner Möglichkeiten angelangt.

    Er vermutete, dass Russland Ende Mai oder im Juni eine neue Offensive starten werde. Und davor gelte es, sich vorzubereiten. Am dringendsten benötige die Ukraine amerikanische Patriot-Flugabwehrsysteme und weitere Artillerie.

    Selenskyj warnte vor möglichen Expansionsplänen des russischen Präsidenten Wladimir Putin. «Aktuell sind wir dran. Dann kommen Kasachstan, die baltischen Staaten, Polen und Deutschland», warnte er. Putins Raketen könnten jedes Land jederzeit erreichen. «Diese Aggression und Putins Armee können Europa erreichen, und dann müssen US-Bürger und US-Soldaten Europa verteidigen, da sie Nato-Mitglieder sind.»

    Er beklagte das Ausbleiben weiterer amerikanischer Hilfe in Milliardenhöhe, die seit Monaten im US-Repräsentantenhaus von den Republikanern blockiert wird. «Seien wir doch ehrlich: Das Geld, das vom Kongress und der US-Regierung zugeteilt wird, bleibt zu 80 oder zumindest 75 Prozent in den USA.» Zwar erhalte die Ukraine die Waffen und Munition, doch der Kaufpreis dafür bleibe in den USA. «Ja, es ist eine gewaltige Unterstützung, und wir brauchen sie», unterstrich der ukrainische Präsident.

  • 19.47 Uhr

    Deutsche Behörde warnt vor Anbahnungsversuchen aus Russland auf Dating-Portalen

    Das Auswärtige Amt hat deutsche Staatsbürger vor Anbahnungsversuchen aus Russland auf Datingplattformen gewarnt. «Russland ist derzeit nicht das beste Reiseziel für ein erstes Date mit dem Online-Flirt», schrieb das Ministerium am Donnerstag im Online-Dienst Instagram. Im selben Post hiess es, es komme in Russland «immer wieder» zu willkürlichen Festnahmen, das betreffe auch deutsche Staatsbürger.

    Die Behörde erwähnte ausdrücklich Anbahnungsversuche auf Dating-Portalen wie Tinder, Hinge und Bumble. «Hier können falsche Motive hinter neuen Kontakten stecken.» Zudem bekräftigte das Auswärtige Amt seine Aussage, dass von Reisen nach Russland «dringend abgeraten» werde.

    Weiter hiess es, in Russland festgenommene Deutsche könne das Auswärtige Amt oft lediglich konsularisch betreuen. «Um das einmal klar zu sagen: Wir können Deutsche nicht einfach aus dem Gefängnis holen.» Die Möglichkeiten des Auswärtigen Amts seien «nicht grenzenlos», die Realität «anders als in Hollywood-Filmen».

  • 18.55 Uhr

    Russische Raketen beschädigten zwei ukrainische Wärmekraftwerke stark

    Die russischen Raketenangriffe vor knapp einer Woche haben zwei Wärmekraftwerke in der Westukraine stark beschädigt. «Die Kraftwerksblöcke sind unterschiedlich stark zerstört: von komplett bis über 50 Prozent», sagte der Geschäftsführer des Energieunternehmens DTEK, Dmytro Sacharuk, wie ukrainische Medien am Donnerstag berichteten. Dabei handele es sich um die Wärmekraftwerke Burschtyn im Gebiet Iwano-Frankiwsk und Ladyschyn im Gebiet Winnyzja. Zusammengenommen hatten diese eine Stromerzeugungskapazität von 4200 Megawatt.

    Die Reparatur werde Monate in Anspruch nehmen und sei ohne internationale Hilfe nur schwer möglich. «Vielleicht können ein oder zwei Blöcke früher in Betrieb gehen, doch insgesamt werden 6, 12, 24 oder mehr Monate notwendig sein», unterstrich der Manager. Allein für grosse Ausrüstungen werden nach ersten Schätzungen umgerechnet mehr als 180 Millionen Franken benötigt. Den russischen Raketenangriff vom vergangenen Freitag bezeichnete er als schwersten seit Kriegsbeginn. Im ostukrainischen Gebiet Donezk ist zudem nach schweren russischen Bombardements das Wärmekraftwerk Kurachowe ausser Betrieb gesetzt worden.

  • 18.22 Uhr

    Litauens Präsident würdigt Nato-Beitritt als beste Investition

    Litauens Staatspräsident Gitanas Nauseda hat den Beitritt seines Landes zur Nato vor 20 Jahren gewürdigt. «Mitglied der Allianz zu werden, war die beste Entscheidung Litauens, die beste Investition, die wir je getätigt haben. Es hat uns auch die besten Freunde beschert, die man haben kann», sagte Nauseda der Agentur BNS zufolge bei einer Feier zum 20. Jubiläum des Beitritts von Litauen zum transatlantischen Verteidigungsbündnis in Siauliai. «Wir sind im stärksten Bündnis der Welt», betonte auch Verteidigungsminister Laurynas Kasciunas.

  • 17.31 Uhr

    US-Regierung: Wir haben Russland vor Terroranschlag gewarnt

    Die US-Regierung hat Russland nach eigenen Angaben rund zwei Wochen vor dem Terrorangriff bei Moskau mit mehr als 140 Toten vor einem möglichen Anschlag gewarnt. Washington habe den russischen Geheimdiensten «klare und detaillierte Informationen über die terroristische Bedrohung bei grossen Versammlungen und Konzerten in Moskau zur Verfügung gestellt», sagte der Kommunikationsdirektor des Nationalen Sicherheitsrats, John Kirby. Dies sei bereits am Anfang März schriftlich über die «üblichen Verfahren und über die etablierten Kanäle» geschehen. «Die Vereinigten Staaten haben versucht, diesen Terroranschlag zu verhindern.»

    Die US-Botschaft in Moskau hatte damals ausserdem öffentlich mitgeteilt, sie verfolge Berichte, wonach Extremisten unmittelbar bevorstehende Pläne haben, grosse Versammlungen in Moskau anzugreifen, darunter auch Konzerte. Die US-Regierung wies erneut russische Behauptungen, wonach die Ukraine in die Terrorattacke verwickelt sei, vehement zurück. Es handle sich dabei um «Unsinn» und «Propaganda», sagte Kirby. Stattdessen sei völlig klar, dass die Terrormiliz Islamischer Staat allein für den Terroranschlag verantwortlich gewesen sei.

    Bei dem Anschlag auf die Konzerthalle Crocus City Hall bei Moskau waren vor knapp einer Woche mehr als 140 Menschen getötet worden. Die Terrormiliz Islamischer Staat reklamierte die Tat für sich. Dagegen sprach unter anderem etwa Kremlchef Putin von einer «ukrainischen Spur», ohne jedoch Beweise vorzulegen. Kiew wies jede Beteiligung an der Tat zurück.

  • 17.14 Uhr

    Flugzeug bei Sewastopol abgestürzt

    Eine russische Su-27 ist bei Sewastopol auf der von Russland besetzten ukrainischen Halbinsel Krim ins Meer gestürzt. Der Pilot habe sich mit dem Fallschirm gerettet, teilte der von Moskau eingesetzte Krim-Gouverneur Michail Raswoschajew auf Telegram mit. Er sei etwa 200 Meter von der Küste entfernt im Wasser gelandet und kurz darauf unversehrt von einem Rettungsboot aufgenommen worden. Zur Absturzursache wurden keine Angaben gemacht.

    Ukrainische Medien spekulierten unterdessen, das Flugzeug könne irrtümlich von der russischen Flugabwehr abgeschossen worden sein. Die Agentur Unian veröffentlichte dazu ein Bild eines abstürzenden, brennenden Flugzeugs. Die Echtheit der Aufnahme konnte nicht unabhängig überprüft werden.

  • 16.54 Uhr

    Ukrainische Wirtschaft wächst 2023 trotz Krieg um über fünf Prozent

    Nach einem Einbruch im Vorjahr ist die ukrainische Wirtschaft 2023 auf niedrigem Niveau wieder gewachsen — trotz des russischen Krieges gegen das Land. Das Wirtschaftswachstum habe nach vorläufigen Angaben preisbereinigt 5,3 Prozent betragen, teilte das Statistikamt in Kiew mit. Die Wirtschaftsleistung habe sich dabei zu aktuellen Preisen umgerechnet auf etwas über 154 Milliarden Euro belaufen.

    Nach dem russischen Einmarsch im Februar 2022 war die ukrainische Wirtschaft um etwa 29 Prozent eingebrochen. Bereits vor dem Krieg war die Ukraine den Statistiken des Internationalen Währungsfonds nach beim Pro-Kopf-Einkommen das ärmste Land Europas.

  • 15.31 Uhr

    Einsatz polnischer Ermittler gegen russisches Spionagenetzwerk

    Die polnische Spionageabwehr ABW hat einen Einsatz gegen ein russisches Spionagenetzwerk bekannt gegeben. Ein Sprecher der Behörde teilte mit, die Aktivitäten des russischen Netzwerkes richteten sich gegen Länder und Institutionen der EU. Bei dem Einsatz habe es in Warschau und in der südlichen Stadt Tychy Hausdurchsuchungen und Befragungen gegeben.

    Ziel des russischen Spionagenetzwerks sei «die Umsetzung der aussenpolitischen Interessen des Kremls», darunter die Schwächung der polnischen Position auf internationaler Bühne, die Diskreditierung der Ukraine sowie die Beschädigung des Rufs von EU-Institutionen, erklärte der ABW-Sprecher.

    Seinen Angaben zufolge resultierte der nun erfolgte Einsatz unter anderem aus einer Untersuchung, die im Januar zur Anklage eines polnischen Staatsbürgers wegen mutmasslicher Spionage für den russischen Geheimdienst geführt hatte. Beauftragt und finanziert von Moskau habe der Mann auf europäischer Ebene Desinformation und Propaganda verbreitet.

    Der Einsatz der polnischen Spionageabwehr sei das Ergebnis der Zusammenarbeit von Diensten mehrerer Länder, darunter Tschechien, erklärte der Sprecher.

    Am Mittwoch hatte die Regierung in Prag mitgeteilt, der tschechische Geheimdienst habe ein von Moskau finanziertes Propaganda-Netzwerk enttarnt, das die Nachrichtenseite «Voice of Europe» genutzt habe, um in der Europäischen Union Stimmung gegen die Unterstützung der Ukraine im Krieg gegen Russland zu machen.

  • 15.02 Uhr

    Lettlands Verteidigungsminister: Nato-Mitgliedschaft «eine der grössten Errungenschaften»

    Lettlands Verteidigungsminister Andris Spruds hat die Nato-Mitgliedschaft als «eine der grössten Errungenschaften» seines Landes seit der wiedererlangten Unabhängigkeit 1991 bezeichnet. «Die Nato-Flagge hier ist ein grosser Garant dafür, dass wir uns sicher fühlen können», sagte Spruds in Riga der Deutschen Presse-Agentur am Rande der Feiern zum 20-jährigen Jubiläum des Beitritts seines Landes zum transatlantischen Verteidigungsbündnis. Die Nato habe unter Beweis gestellt, dass sie das erfolgreichste Bündnis zur kollektiven Verteidigung in der Geschichte der Menschheit sei.

    Lettland war am 29. März 2004 gemeinsam mit sechs weiteren osteuropäischen Staaten — Estland, Litauen, Rumänien, Bulgarien, Slowenien und die Slowakei – der Nato beigetreten. «Es ist sehr bedeutsam, dass wir Nato-Mitglied sind. Wir haben dadurch sozusagen zwei Fäuste: Eine davon ist unsere eigene Armee, die andere Faust sind unsere Verbündeten», betonte Spruds.

    Lettland grenzt im Osten an Russland und dessen engen Verbündeten Belarus. Wegen der russischen Invasion in die Ukraine vor gut zwei Jahren sieht sich auch Lettland von seinem Nachbarn bedroht. Russland habe gezeigt, dass es dazu bereit sei, ein Nachbarland vollumfänglich anzugreifen und sei «im Wesentlichen eine imperialistische Diktatur». Daher müsse man für alle Szenarien gerüstet sein, betonte der Verteidigungsminister.

    Spruds würdigte die Entschlossenheit der Verbündeten beim Schutz der Nato-Ostflanke und lobte auch den dafür von Deutschland geleisteten Beitrag. Die Präsenz deutscher Truppen sei «sehr gut und sehr wichtig», sagte er. Für den Schutz des Nato-Luftraums über dem Baltikum hat Deutschland gegenwärtig fünf Eurofighter in Lettland stationiert. Anlässlich der Feierlichkeiten zum Jahrestag überflogen zwei davon das historische Stadtzentrum von Riga.

  • 6.55 Uhr

    Alt-Kanzler Schröder bringt sich wieder als Vermittler ins Spiel

    Alt-Kanzler Gerhard Schröder (SPD) kann sich weiterhin vorstellen, dass seine Freundschaft zum russischen Präsidenten Wladimir Putin zu einer Beendigung des Ukraine-Kriegs beitragen kann. «Wir haben über lange Jahre vernünftig zusammengearbeitet. Vielleicht kann das immer noch helfen, eine Verhandlungslösung zu finden, eine andere sehe ich nicht», sagte Schröder in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur.

    Auf die Frage, warum er trotz Zehntausender Toter und russischer Kriegsverbrechen im Ukraine-Krieg an der Freundschaft mit dem russischen Präsidenten festhalte, antwortete Schröder im dpa-Interview: «Es ist ja so, dass das eine Dimension ist, die eine andere ist.» Es habe schon einmal so ausgesehen, als könnte diese persönliche Beziehung auch mal hilfreich sein, um ein politisch ausserordentlich schwieriges Problem zu lösen. «Und deswegen hielte ich es für völlig falsch, alles vergessen zu machen, was es auch an positiven Ereignissen zwischen uns in der Politik in der Vergangenheit gegeben hat. Das ist nicht meine Art und das tue ich auch nicht.»

    Schröder spielt damit offensichtlich auf seine Vermittlungsmission im März 2022 kurz nach dem russischen Angriff auf die Ukraine an. Damals traf er nach eigenen Angaben zunächst den damaligen ukrainischen Parlamentarier und heutigen Verteidigungsminister Rustem Umerow in Istanbul und reiste zu Gesprächen mit Putin nach Moskau weiter. Die Initiative scheiterte aber. Heute plädiert Schröder für einen neuen Vermittlungsversuch auf Regierungsebene. «Frankreich und Deutschland müssten dazu die Initiative ergreifen. Dass der Krieg nicht mit einer totalen Niederlage der einen oder anderen Seite enden kann, das liegt doch auf der Hand.»

    Putin und Schröder während der Fusssball-WM in Russland im Juni 2018.
    Putin und Schröder während der Fusssball-WM in Russland im Juni 2018.
    KEYSTONE

    Die Spekulationen, Putin könnte einen Atomkrieg anzetteln oder ein Nato-Land an der Ostflanke angreifen, bezeichnete Schröder als «Quatsch». Um eine Eskalation hin zu solchen Szenarien im Keim zu ersticken und die Beunruhigung der Bevölkerung nicht grösser werden zu lassen, müsse neben der Unterstützung für die Ukraine ernsthaft über eine Lösung des Konflikts nachgedacht werden, betonte er.

    Schröder ist seit seiner Kanzlerschaft von 1998 bis 2005 mit Putin befreundet und weiterhin für die mehrheitlich russischen Gesellschaften der Nord-Stream-Pipelines durch die Ostsee tätig. Er hat den russischen Angriff auf die Ukraine zwar als «fatale Fehlentscheidung» bezeichnet, sich aber dennoch nicht von Putin losgesagt. Die SPD-Spitze grenzt ihn deshalb aus, ein Parteiausschlussverfahren gegen ihn scheiterte aber.

  • 5 Uhr

    Putin: F16-Kampfjets für Ukraine werden nichts ändern

    Laut Russlands Präsident Putin wird die Lieferung von F16-Kampfflugzeugen an die Ukraine die Lage auf dem Schlachtfeld nicht ändern. Mehrere russische Nachrichtenagenturen zitierten den Präsidenten mit diesen Worten, als er eine Rede vor Militärpiloten bei einem Treffen nördlich von Moskau hielt. Die Kampfjets könnten jedoch Atomwaffen tragen, was Moskau in seiner militärischen Planung berücksichtigen müsse, sagt Putin. Er sprach das Thema an, nachdem der ukrainische Aussenminister Dmytro Kuleba angekündigt hatte, dass die Flugzeuge in den kommenden Monaten in der Ukraine eintreffen werden.

  • 3.20 Uhr

    Selenskyj dringt auf schnellere F-16-Lieferung

    Angesichts der jüngsten russischen Angriffswelle auf den Süden und Osten der Ukraine, bei der am Mittwoch mindestens vier Menschen getötet und rund 30 weitere verletzt worden sind, fordert der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die Lieferung zusätzlicher Luftabwehrraketen und Kampfjets durch die westlichen Verbündeten. Die Stärkung der ukrainischen Luftverteidigung und die Beschleunigung der Lieferung von F-16-Kampfjets an die Ukraine seien «lebenswichtige Aufgaben», schreibt Selenskyj in Online-Diensten. «Es gibt keine rationalen Erklärungen dafür, warum die Patriot-Luftabwehrsysteme, die es auf der ganzen Welt in Hülle und Fülle gibt, immer noch nicht den Himmel über Charkiw und anderen Städten abdecken.»

    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sitzt auf dem dänischen Luftwaffenstützpunkt Vojens in einem F-16-Kampfjet. (20. August 2023)
    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sitzt auf dem dänischen Luftwaffenstützpunkt Vojens in einem F-16-Kampfjet. (20. August 2023)
    Bild: Keystone/Ritzau Scanpix via AP/Mads Claus Rasmussen
  • Donnerstag, 28. März 2024, 0.30 Uhr

    Drohneneinschlag in Verwaltungsgebäude in Belgorod

    Auch Belgorod meldete am Mittwoch wieder Beschuss. Laut Gouverneur Wjatscheslaw Gladkow stürzte eine Drohne in ein Verwaltungsgebäude. Dabei sei eine Frau verletzt worden. In einigen Telegram-Kanälen war von mehreren Verletzten die Rede. Demnach soll es sich bei dem betroffenen Gebäude um die Innenbehörde der Region handeln. Das russische Verteidigungsministerium teilte lediglich mit, dass drei Drohnen erfolgreich von der Luftverteidigung abgewehrt worden seien.

    Belgorod hat in den vergangenen Wochen immer wieder Beschuss gemeldet, teils auch mit Toten und Verletzten. Opferzahlen und Schäden stehen dabei in keinem Verhältnis zu den Kriegsfolgen in der von Russland angegriffenen Ukraine.

  • 23 Uhr

    Wir beenden den Ticker am Mittwoch, 27. März 2024

  • 22 Uhr

    Druck von Bauern: EU-Staaten wollen strengere Zollvorgaben für ukrainische Agrarwaren

    Wegen des Drucks von Bauern will eine Mehrheit der EU-Staaten strengere Zollvorgaben für bestimmte Lebensmittel aus der Ukraine. Die Botschafter der EU-Staaten einigten sich auf einen neuen Kompromiss zu Zollvorgaben für ukrainische Agrarprodukte, wie die belgische EU-Ratspräsidentschaft mitteilte. Er sieht nach Angaben von Diplomaten vor, dass weniger Waren als ursprünglich vorgesehen zollfrei in die EU verkauft werden dürfen. Das dürfte zum Nachteil der ukrainischen Landwirtschaft werden. Betroffen sind unter anderem Produkte wie Eier, Geflügel, Zucker und Mais. Die Verschärfung der Vorgaben braucht auch im Europaparlament eine Mehrheit.

  • 21.34 Uhr

    Tschechien setzt Website wegen Russland-Bezug auf Sanktionsliste

    Die tschechische Regierung hat die Betreiber der Website «Voice of Europe» auf ihre gegen Russland gerichtete nationale Sanktionsliste gesetzt. Das teilte das Aussenministerium in Prag am Mittwoch mit. Die Website sei Teil einer russischen Einflussoperation, deren Ziel es sei, die territoriale Unversehrtheit, Souveränität und Freiheit der Ukraine infrage zu stellen. Dahinter stehe der Oligarch Wiktor Medwedtschuk, der in der Ukraine wegen Hochverrats angeklagt wurde, aber im Zuge eines Gefangenenaustauschs nach Russland gelangte. Medwedtschuk, der als Vertrauter des russischen Präsidenten Wladimir Putin gilt, wurde nach Ministeriumsangaben auch persönlich auf die Sanktionsliste gesetzt.

  • 21.14 Uhr

    US-Aussenminister Blinken reist nach Paris und Brüssel

    US-Aussenminister Antony Blinken reist in der kommenden Woche nach Europa. Geplant sind mehrere Stopps, unter anderem ein Treffen mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron in Paris, wie das US-Aussenministerium am Mittwoch mitteilte. Dabei solle es um die Unterstützung für die Ukraine, den Gaza-Krieg und andere Themen gehen. Anschliessend werde Blinken nach Brüssel reisen, um am Treffen der Nato-Aussenminister und der Feier zum 75. Jahrestag der Gründung des Verteidigungsbündnisses am 4. April teilzunehmen, hiess es. Danach sei noch eine Visite in der belgischen Stadt Löwen geplant, wo Blinken einer Sitzung des Handels- und Technologierates von EU und USA beiwohne. Blinken werde mehrere Tage, vom 1. bis zum 5. April, unterwegs sein.

  • 20.08 Uhr

    Selenskyj besucht Grenzgebiet Sumy

    Inmitten anhaltender Kämpfe ist der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in das an Russland grenzende Gebiet Sumy im Nordosten seines Landes gereist. Er habe dort unter anderem verwundeten ukrainischen Soldaten Auszeichnungen überreicht, sagte Selenskyj am Mittwoch in seiner abendlichen Videoansprache, die er vor Ort aufnahm. Bei seinem Besuch habe er auch die weitere Verteidigung der Region besprochen. «Das ist besonders schwierig in der Grenzregion, die ständigem russischem Terror ausgesetzt ist», führte der Staatschef aus. Das ukrainische Präsidialamt veröffentlichte darüber hinaus Fotos, die zeigen, wie Selenskyj Schützengräben inspiziert.

  • 19.07 Uhr

    Lettland verweist russischen Diplomaten des Landes

    Lettland hat einen Mitarbeiter der russischen Botschaft in Riga zur unerwünschten Person erklärt und des Landes verwiesen. Auf Aufforderung des Aussenministeriums muss der Diplomat den baltischen EU- und Nato-Staat bis zum 10. April verlassen. Darüber sei der einbestellte Geschäftsträger der russischen Vertretung informiert worden, hiess es am Mittwoch in einer Mitteilung. Begründet wurde die Ausweisung mit der «inakzeptablen und provokativen öffentlichen Kommunikation der Botschaft», die über einen längeren Zeitraum erfolgt sei und in starkem Widerspruch zum Wiener Übereinkommen über diplomatische Beziehungen stehe.

  • 17.11 Uhr

    Fliegerbombenangriff auf Charkiw – ein Toter und Verletzte

    Die ostukrainische Grossstadt Charkiw ist nach Behördenangaben am Mittwoch von der russischen Luftwaffe mit Fliegerbomben angegriffen worden. Dabei sei mindestens ein Mensch getötet worden, berichtete der Gouverneur des Gebiets Charkiw, Ihor Terechow, auf Telegram. 16 weitere Personen seien verletzt worden. Mehrere fünfgeschossige Wohnhäuser seien beschädigt worden, ebenso ein Institut für Notfallchirurgie. Nach Angaben der örtlichen Polizei war es seit dem ersten Kriegsjahr 2022 der erste Luftangriff mit Bomben, die von feindlichen Flugzeugen abgeworfen wurden.

  • 16.49 Uhr

    Ukraine drängt auf mehr Patriot-Systeme von Partnerstaaten

    Wegen fast täglicher russischer Raketenangriffe hat die Ukraine ihre Verbündeten erneut zur Lieferung weiterer Patriot-Flugabwehrsysteme aufgefordert. «Patriots müssen jetzt hier stationiert werden, in der Ukraine, um reale Menschenleben zu schützen und nicht an Orten bleiben, an denen die Raketengefahr gleich null ist», sagte der ukrainische Aussenminister Dmytro Kuleba am Mittwoch bei einer Pressekonferenz.

    Allein in der Woche zwischen dem 18. und dem 24. März habe Russland 190 Raketen verschiedener Typen, 140 Kampfdrohnen und 700 Gleitbomben gegen Ziele in der Ukraine eingesetzt. Bei ballistischen Raketen, die erst auf eine grosse Höhe steigen und dann steil Richtung Erde fallen, sei die Gefahr besonders gross. «Sie können Ziele in besonders hohen Geschwindigkeiten erreichen, lassen den Menschen wenig Zeit, um Schutz zu suchen und verursachen starke Zerstörungen», betonte der Minister.

  • 2 Uhr

    Russland: «Fliegende Ziele» über Belgorod zerstört

    Nach Angaben des örtlichen Gouverneurs hat die russische Luftabwehr 18 «fliegende Ziele» über der südrussischen Region Belgorod abgeschossen. Eine Person sei verletzt worden, es habe Schäden an Wohnhäusern und Fahrzeugen gegeben, teilt Wjatscheslaw Gladkow auf Telegram mit. Die Region Belgorod grenzt an die Ukraine.

  • 1.20 Uhr

    Gericht in Moldau verwirft Verbot der Wahlteilnahme für pro-russische Partei

    Das Verfassungsgericht der Republik Moldau verwirft ein Gesetz, das darauf abzielte, die Wahlteilnahme einer Partei zu verbieten, die mit dem pro-russischen flüchtigen Geschäftsmann Ilan Schor verbunden ist. Schor, der wegen Korruption in Abwesenheit zu 15 Jahren Haft verurteilt worden war, hat von seinem Exil in Israel aus lautstarke Strassenproteste gegen Moldaus Präsidentin Maia Sandu organisiert. Diese strebt den EU-Beitritt für das an die Ukraine angrenzende Land an. Sandu beschuldigt Schor, mit russischer Hilfe zu versuchen, die Institutionen der Republik Moldau zu unterminieren. Laut Sandu ist Russland die grösste Bedrohung für die Souveränität der Republik Moldau. Die separatistische Enklave Transnistrien im Osten und die mit Ilan Schor verbundene Führung der autonomen Region Gagausien im Süden hatten in den vergangenen Wochen Russland um Unterstützung gebeten.

  • 0.40 Uhr

    UN-Bericht: Mindestens 32 ukrainische Kriegsgefangene hingerichtet

    Laut dem Bericht der Vereinten Nationen über die Menschenrechtslage in der Ukraine sind zwischen Dezember und Februar mindestens 32 ukrainische Kriegsgefangene von den russischen Besatzern hingerichtet worden, mehr als in jedem anderen Zeitraum. Es gebe dokumentierte glaubwürdige Berichte über zwölf separate Fälle, schreibt das Portal «Ukrainska Pravda». In Befragungen von 60 ukrainischen Soldaten, die kürzlich aus der Gefangenschaft entlassen worden waren, hätten die Befragten von Schlägen, Folter und sexueller Gewalt berichtet, so die UN.

    Ein bei einem Gefangenenaustausch im Januar freigelassener Ukrainer weint während er an der russisch-ukrainischen Grenze seine Verwandten anruft. 
    Ein bei einem Gefangenenaustausch im Januar freigelassener Ukrainer weint während er an der russisch-ukrainischen Grenze seine Verwandten anruft. 
    Bild: Keystone/AP Photo/Danylo Pavlov
  • Mittwoch, 27. März 2024, 0.30 Uhr

    Luftalarm in Charkiw

    Nach mehreren Nächten schwerer russischer Luftangriffe begann die Nacht auf Mittwoch für die Ukraine vergleichsweise ruhig. Luftalarm herrschte nur in der östlichen Grossstadt Charkiw, die ständig durch Raketenbeschuss aus dem nahegelegenen russischen Gebiet Belgorod bedroht ist.

    Von dort wiederum wurde eine Vielzahl anfliegender ukrainischer Kampfdrohnen gemeldet. 18 Fluggeräte seien abgefangen worden, teilte Gebietsgouverneur Wjatscheslaw Gladkow mit. Er sprach zunächst von einem Verletzten. In einigen Dörfern um die Stadt Belgorod habe es Schäden an Häusern oder Autos gegeben. Die Angaben waren nicht unabhängig überprüfbar.

    Seit mittlerweile mehr als zwei Jahren wehrt die Ukraine eine grossangelegte russische Invasion ab. Bei den Kämpfen am Boden sind die ukrainischen Streitkräfte seit Monaten in der Defensive, was unter anderem am Mangel an Munition und Unterstützung aus der Luft liegt. Die russischen Truppen können mehr Soldaten und Material aufbieten, ihre Angriffe werden durch Bombardements aus der Luft unterstützt. Bei Nowomychajliwka im Gebiet Donezk versuchen die russischen Truppen, eine seit Langem bestehende vorgeschobene Position der Ukrainer einzunehmen.

    Auch ausländische Beobachter wie das Institut für Kriegsstudien (ISW) in den USA bestätigten diese Kämpfe. Das ISW berichtete zudem von kleineren russischen Geländegewinnen jeweils westlich von Bachmut und von Awdijiwka.

  • 24 Uhr

    Wir beenden den Ticker am Dienstag, 26. März 2024

  • 23.50 Uhr

    Emotionaler Selenskyj nach EM-Qualifikation der ukrainischen Nationalmannschaft

    Die Ukraine, Georgien und Polen holen sich in den Play-off-Finals am Dienstag die heiss begehrten letzten drei Tickets für die Fussball-EM in Deutschland (14. Juni bis 14. Juli).

    Im Blickpunkt stand vor allem die Ukraine, die ihrem schwer vom Krieg gebeutelten Land durch ein 2:1 (0:1) gegen Island den erhofften Lichtblick bescherte. «Danke Jungs. Danke an das Team. Für grosse Emotionen für das ganze Land. Für einen wichtigen Sieg. Wir haben wieder einmal bewiesen: Wenn Ukrainer in Schwierigkeiten stecken, geben sie nicht auf und kämpfen weiter, bis sie gewinnen. In Zeiten, wo die Feinde versuchen, uns zu zerstören, zeigen wir jeden Tag, dass wir da sind und da sein werden», schrieb Ukraines Präsident Selenskyj emotional bei Instagram.

  • 20.03 Uhr

    Finnischer Geheimdienst: Russland ist grösste Bedrohung für Finnlands Sicherheit

    Die Aktivitäten der russischen Geheimdienste stellen nach finnischen Angaben die grösste Bedrohung für die Sicherheit Finnlands dar. Für Russland sei das Nachbarland ein «Ziel für Spionageaktivitäten und böswillige Einflussnahme», erklärte der finnische Geheimdienst Supo am Dienstag.

    Zwar habe Finnland durch «Gegenspionage», die Ausweisung russischer Geheimdienstmitarbeiter und eine strenge Visapolitik die Bedingungen für russische Nachrichtendienstmitarbeiter im vergangenen Jahr schwächen können. Dennoch blieben die russischen Geheimdienstaktivitäten eine Bedrohung, hiess es in der Erklärung des Supo.

    Russland werde auch weiterhin auf eine «Instrumentalisierung der Einwanderung» zurückgreifen, um «seine Unzufriedenheit mit Finnlands Nato-Beitritt» zum Ausdruck zu bringen, warnte der Supo. Finnland, das eine 1340 Kilometer lange Grenze mit Russland teilt, hatte im November sämtliche Grenzübergänge geschlossen, um einen Andrang von Asylbewerbern einzudämmen, in welchem finnische Behörden einen von dem Nachbarland inszenierten «hybriden Angriff» sehen. Die Grenze wird mindestens bis zum 14. April geschlossen bleiben.

  • 18.56 Uhr

    Frankreich kündigte baldige Haubitzenlieferung an die Ukraine an

    Frankreich hat die Lieferung von 78 Haubitzen an die Ukraine angekündigt. Sein Land, die Ukraine und Dänemark hätten sich über die Finanzierung der 155-Millimeter-Geschütze vom Typ Caesar geeinigt, sagte der französische Verteidigungsminister Sébastien Lecornu am Dienstag. Frankreich könne daher jetzt schnell liefern. Ausserdem wolle es in diesem Jahr 80’000 Granaten des Kalibers 155 Millimeter liefern, mehr als doppelt so viele wie seit dem Beginn des russischen Invasionskrieges vor gut zwei Jahren.

    Lecornu sagte, Frankreich beteilige sich darüber hinaus an der Initiative Tschechiens, 800’000 Artilleriegeschosse für die von Munitionsmangel geplagte Ukraine zu akquirieren. Dafür sollen Bestände ermittelt werden, die von Ländern ausserhalb der EU gekauft werden können. Der Initiative haben sich nach tschechischen Angaben 18 Staaten angeschlossen, darunter Deutschland und Polen. Die ersten Geschosse sollen spätestens im Juni geliefert werden.

  • 18.04 Uhr

    Ukraine hat ein Drittel russischer Kriegsschiffe zerstört oder beschädigt

    Die Ukraine will im Krieg mit Russland ein Drittel aller russischen Kriegsschiffe im Schwarzen Meer zerstört oder ausser Gefecht gesetzt haben. Das sagte ein Sprecher der ukrainischen Marine, Dmytro Pletentschuk, am Dienstag der Nachrichtenagentur AP.

    Der jüngste Angriff am Samstagabend habe das russische Amphibien-Landungsschiff «Kostjantyn Olschanski» getroffen, das in Sewastopol auf der Halbinsel Krim im Dock gelegen habe, sagte er. Das Schiff gehörte der ukrainischen Marine, bevor Russland die Krim im Jahr 2014 völkerrechtswidrig annektierte.

    Pletentschuk hatte zuvor erklärt, dass zwei weitere Landungsschiffe desselben Typs, die «Asow» und die «Jamal», bei dem Angriff am Samstag ebenfalls beschädigt worden seien, ausserdem das Aufklärungsschiff «Iwan Churs».

    Er sagte der AP, dass der Angriff am Wochenende mit Raketen des Typs Neptun zudem Einrichtungen am Hafen von Sewastopol sowie ein Öldepot getroffen habe. Russische Behörden bestätigten einen umfassenden Angriff auf Sewastopol, machten aber keine Angaben zu Schäden an der russischen Flotte.

    Mit der jüngsten Attacke sei ein Drittel aller Kriegsschiffe, die Russland vor dem Krieg im Schwarzen Meer eingesetzt habe, zerstört oder ausser Gefecht gesetzt, sagte Pletentschuk. Zugleich gestand der Marinesprecher ein, dass lediglich zwei von etwa einem Dutzend mit Raketen ausgerüsteten Kriegsschiffen versenkt worden seien.

    Sein Land werde die Angriffe fortsetzen. «Unser ultimatives Ziel ist die vollständige Abwesenheit von Militärschiffen der sogenannten Russischen Föderation in den Regionen Asow und Schwarzes Meer», sagte Pletentschuk der AP.

  • 17.59 Uhr

    Mehr Zusammenarbeit zwischen Schweiz und Rettungsdienst der Ukraine

    Der Botschafter der Schweiz in der Ukraine und der Republik Moldau, Félix Baumann, und der amtierende Leiter des staatlichen Notdienstes der Ukraine, Andrii Danyk, haben am Dienstag ein Partnerschaftsmemorandum zur Vertiefung der Zusammenarbeit unterzeichnet.

    Gestärkt werden soll dadurch die Zusammenarbeit in Notfällen zwischen der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza) und dem Staatlichen Notdienst der Ukraine (SESU), wie das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) am Dienstag weiter mitteilte. Ausserdem soll diese auch bei der Durchführung von Rettungseinsätzen und der Bereitstellung wesentlicher und unmittelbarer Unterstützung für die Zivilbevölkerung der Ukraine verbessert werden.

    Die Schweiz spendet unter anderem Fahrzeuge und Ersatzteile und verbessert die beruflichen Fähigkeiten des SESU-Personals durch Schulungen und Übungen. Zudem sollen die Kapazitäten in den Bereichen Wasser, Sanitäranlagen und Hygiene (WASH) und Energie-Notfalldienste erhöht werden.

  • 16.52 Uhr

    Selenskyj wechselt Sekretär des Sicherheitsrates aus

    In über zwei Jahren Krieg hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj an vielen seiner Mitstreiter festgehalten. Doch nun wird nach der Armeeführung auch beim Nationalen Sicherheitsrat durchgetauscht. Nach einer Reihe von Personalwechseln in der Armeeführung hat Selenskyj den Sekretär des Nationalen Rates für Sicherheit und Verteidigung, Olexij Danilow, entlassen. Ein entsprechender Erlass wurde am Dienstag veröffentlicht.

    An Danilows Stelle rückt der bisherige Chef des Auslandsgeheimdienstes, Olexander Lytwynenko. Dem 21-köpfigen Sicherheitsrat gehören Regierungsmitglieder, die Geheimdienstchefs, aber auch der Generalstaatsanwalt, der Chef der Zentralbank und der Präsident der Akademie der Wissenschaften an.

    In dem Rat werden unter Vorsitz des Präsidenten Fragen der nationalen Sicherheit diskutiert. Der Sekretär erfüllt dabei vor allem organisatorische Aufgaben und untersteht direkt dem Staatschef.

    Zum neuen Chef des Auslandsgeheimdienstes wurde Oleh Iwaschtschenko ernannt. Dieser war vorher Vizechef des Militärgeheimdienstes.

    Präsident Selenskyj erwähnte Danilows Entlassung in seiner abendlichen Videobotschaft am Dienstag, nannte aber keine Gründe. Danilow werde eine neue Aufgabe erhalten, kündigte er an. Im Präsidialamt sprach Berater Mychajlo Podoljak von einer üblichen Rotation des Personals. Danilow hatte vor knapp einer Woche im ukrainischen Nachrichtenfernsehen den chinesischen Vermittler Li Hui öffentlich beleidigt. Dieser war kürzlich nach Kiew und Moskau gereist, um die Möglichkeit einer Friedenslösung zwischen den Kriegsgegnern auszuloten.

    Dem 21-köpfigen Sicherheitsrat in der Ukraine gehören Regierungsmitglieder, die Geheimdienstchefs, der Generalstaatsanwalt, der Chef der Zentralbank und der Präsident der Akademie der Wissenschaften an. In dem Rat werden unter Vorsitz des Präsidenten Fragen der nationalen Sicherheit diskutiert. Der Sekretär erfüllt dabei vor allem organisatorische Aufgaben und untersteht direkt dem Staatschef.

  • 11.15 Uhr

    US-Reporter Gershkovich bleibt in russischer Haft

    Der in Russland unter Spionagevorwürfen inhaftierte «Wall Street Journal»-Reporter Evan Gershkovich muss bis mindestens Ende Juni in Untersuchungshaft bleiben.

    Dies habe heute ein Moskauer Gericht angeordnet, teilten Justizbeamte mit. Der 32-Jährige war im März 2023 in Jekaterinburg festgenommen worden, inzwischen sitzt er also seit fast einem Jahr hinter Gittern.

    Der Inlandsgeheimdienst FSB wirft Gershkovich vor, «auf Anweisung der amerikanischen Seite» Informationen über die Tätigkeit eines Unternehmens «des russischen militärisch-industriellen Komplexes» gesammelt zu haben. Sie stellten ein Staatsgeheimnis dar.

    Evan Gershkovich, hier am 26. März in Moskau vor Gericht, sitzt schon seit einem Jahr in russischer Haft.
    Evan Gershkovich, hier am 26. März in Moskau vor Gericht, sitzt schon seit einem Jahr in russischer Haft.
    Bild: IMAGO/ITAR-TASS/ Sipa USA

    Beweise haben die Behörden nicht vorgelegt. Gershkovich und das «Wall Street Journal» bestreiten die Vorwürfe. Die US-Regierung bezeichnet seine Inhaftierung als unrechtmässig. Gershkovich ist seit 1986 der erste US-Reporter, der in Russland unter Spionagevorwürfen festgenommen wurde.

    Er wird im Moskauer Lefortowo-Gefängnis festgehalten, das für seine harten Haftbedingungen bekannt ist. Beobachter halten es für möglich, dass Moskau inhaftierte Amerikaner inmitten der angespannten US-russischen Beziehungen als Faustpfand nutzt.

    Zuletzt kamen mindestens zwei in Russland festgenommene US-Bürger, darunter die Basketballspielerin Brittney Griner, im Gegenzug für die Freilassung in den USA inhaftierter Russen frei. Das Moskauer Aussenministerium hat erklärt, ein Austausch Gershkovichs komme erst nach einem Urteil in seinem Prozess in Betracht. Spionageprozesse können in Russland länger als ein Jahr dauern.

  • 8.40 Uhr

    Ukraine will Drohnen abgewehrt haben

    Die Ukraine hat in der Nacht zum heutigen Dienstag eigenen Angaben zufolge ein Dutzend russischer Kampfdrohnen abgewehrt. Alle zwölf Drohnen seien abgeschossen worden, schrieb Luftwaffenkommandeur Mykola Oleschtschuk am Morgen auf Telegram.

    Laut dem Bürgermeister der ostukrainischen Grossstadt Charkiw, Ihor Terechow, waren acht der Geschosse auf seine Region abgefeuert worden. Es gab zudem Berichte über nächtliche Raketenangriffe. Über mögliche Opfer oder Schäden war aber zunächst nichts bekannt.

    Unterdessen meldete auch die russische Grenzregion Belgorod Beschuss. Laut Gouverneur Wjatscheslaw Gladkow wurden drei Menschen verletzt. In den vergangenen Wochen haben sich die Angriffe auf Belgorod gehäuft. Trotzdem stehen Opferzahlen und Schäden auf russischer Seite weiter in keinem Verhältnis zu den Kriegsfolgen in der angegriffenen Ukraine.

  • 7.28 Uhr

    Angriffe auf Kiew und Odessa

    Die russischen Raketenangriffe auf die Ukraine sorgen für immer neue Opfer und Schäden. Am gestrigen Montagabend wurde die südukrainische Hafenstadt Odessa von einer Rakete getroffen, die drei Frauen verletzte, wie die regionale Militärverwaltung mitteilte.

    Zu den Schäden hiess es lediglich, «Objekte der zivilen Infrastruktur» seien getroffen worden. Später wurde gemeldet, dass in der Stadt der Strom für insgesamt 300'000 Menschen ausgefallen sei.

    Auch in anderen Teilen der Ukraine herrschte am Abend Luftalarm. So wurde die Hauptstadt Kiew mit Raketen angegriffen, die laut Bürgermeister Vitali Klitschko sieben Menschen im zentralen Stadtbezirk Petschersk verletzten. Ein unbewohntes dreistöckiges Gebäude wurde beschädigt. Raketentrümmer fielen auch in drei anderen Stadtteilen herab.

  • 7 Uhr

    Kiew: 2'000 Raketen seit Kriegsbeginn abgeschossen

    Die ukrainische Flugabwehr hat in den mehr als zwei Jahren seit Beginn des russischen Angriffskrieges nach eigenen Angaben 2'000 Marschflugkörper und Raketen abgeschossen.

    Durch die von den Partnern der Ukraine bereitgestellten modernen Flugabwehrsysteme seien Tausende von Menschenleben gerettet worden, teilte das Verteidigungsministerium in Kiew auf der Plattform X (vormals Twitter) mit.

    Die Behörde machte jedoch keine Angaben, wie viele Raketen und Marschflugkörper nicht von der Flugabwehr abgefangen wurden. Auch die Abwehr von Drohnen wurde von dieser Statistik nicht erfasst.

    Das Ministerium schloss sich der bereits mehrfach von Präsident Wolodymyr Selenskyj geäußerten Bitte um weitere Flugabwehrsysteme an, um die Bevölkerung der Ukraine noch besser zu schützen. «Denn die zivile Infrastruktur bleibt das Hauptziel russischer Angriffe», hiess es.

  • 6.40 Uhr

    Verstimmung in Polen

    Nach dem mutmasslichen Eindringen einer russischen Rakete in den Luftraum Polens auf ihrem Weg in die Westukraine herrscht in Warschau weiter Verstimmung. Der russische Botschafter in Polen war gestern trotz Einbestellung nicht im Aussenministerium in Warschau erschienen, um die mutmassliche Verletzung des polnischen Luftraums durch einen russischen Marschflugkörper zu erklären.

    Der Diplomat sei nicht zum anberaumten Gespräch gekommen, deshalb werde die diplomatische Note mit der Aufforderung, den Vorfall aufzuklären, nun auf einen anderen Weg ans russische Aussenministerium weitergeleitet, sagte ein Sprecher des polnischen Aussenministeriums der Agentur PAP.

    Russland hatte bei den Raketenangriffen auf die Westukraine nach polnischen Angaben am Sonntagmorgen kurzzeitig den Luftraum des Nato-Mitglieds Polen verletzt. Laut dem Generalstab der polnischen Streitkräfte gab es am 24. März um 4.23 Uhr eine Luftraumverletzung durch einen von einem russischen Langstreckenflugzeug abgeschossenen Marschflugkörper.

    Polen und die Nato erörterten am Montag mögliche Massnahmen gegen ein erneutes Eindringen russischer Raketen in polnischen Luftraum. Bei einem Gespräch zwischen Außenminister Radoslaw Sikorski und Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg sei es um Möglichkeiten zur Stärkung der Sicherheit des polnischen und alliierten Luftraums gegangen, teilte das Aussenamt in Warschau mit. Stoltenberg sei über die Einzelheiten des Vorfalls und die eingeleiteten Verfahren informiert worden.

  • 5.50 Uhr

    Peskow: Ukraine-Friedensgipfel ohne Russland «absurd»

    Ein globaler Friedensgipfel über die Ukraine ohne Russland ist nach Angaben des Sprechers des russischen Präsidialamts, Dmitri Peskow, «absurd» und zum Scheitern verurteilt. Dies erklärt Peskow in einem Interview mit der russischen Wochenzeitung «Argumenty I Fakty».«Kann das ukrainische Problem ohne Russlands Beteiligung gelöst werden? Die Antwort ist klar: Nein», sagt Peskow in dem Interview, das einen Tag vor dem Anschlag auf ein Konzert nahe Moskau geführt wurde. «Denn die Ukraine ist zu einem Instrument in den Händen des kollektiven Westens geworden, mit dessen Hilfe er, so scheint es, Russland noch mehr unter Druck setzen, einschränken und an den Rand der Entwicklung drängen will. Und, sollte es ihnen gelingen, es zu vernichten», fügt er hinzu.

  • 4.50 Uhr

    Deutscher Kanzler reist nach Slowenien

    Der deutsche Kanzler Olaf Scholz reist an diesem Dienstag nach Slowenien. Dort werde Scholz um 16.30 Uhr vom slowenischen Ministerpräsidenten Robert Golob empfangen, erklärt der stellvertretende Regierungssprecher Wolfgang Büchner. Demnach werden die beiden über «die bilateralen Beziehungen sowie die Fortsetzung der bestehenden engen Zusammenarbeit zu europa- und sicherheitspolitischen Fragen» sprechen. Slowenien ist eines von mehreren NATO-Ländern, das unter Ringtausch-Vereinbarungen mit Deutschland Kampfpanzer an die Ukraine liefert.

  • 3.58 Uhr

    «Krankes und zynisches Geschöpf»: Selenskyj kontert Putins Terrorvorwürfe

    Nach russischen Vorwürfen, die Ukraine stecke hinter dem Terroranschlag auf die Konzerthalle bei Moskau, zeichnet der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ein düsteres Psychogramm des russischen Präsidenten. «Heute hat Putin wieder Selbstgespräche geführt, und das wurde wieder im Fernsehen übertragen. Wieder beschuldigt er die Ukraine. Ein krankes und zynisches Geschöpf. Für ihn sind alle Terroristen, ausser er selbst, obwohl er schon seit zwei Jahrzehnten vom Terror angetrieben wird. Er ist der grösste Türöffner für den Terror. Er und seine Geheimdienste. Und wenn er weg ist, wird die Forderung nach Terror und Gewalt mit ihm verschwinden, denn es ist seine Forderung. Nicht die von irgendjemand anderem», sagt Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache.

  • Dienstag, 26. März 2024, 1.11 Uhr

    Altkanzler Schröder vor seinem 80.: Bereue nichts

    Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) bereut auch fast zwei Jahrzehnte nach dem Ende seiner politischen Laufbahn keine wichtige Entscheidung, die er in seiner aktiven Zeit getroffen hat. «Mir fällt zurzeit keine ein, muss ich sagen, keine von Bedeutung, die ich so nicht wieder treffen würde», sagte er in einem Interview der deutschen Nachrichtenagentur DPA kurz vor seinem 80. Geburtstag.

    Schröder steht auch weiter dazu, dass er kurz nach seiner Kanzlerschaft von 1998 bis 2005 als Lobbyist bei russischen Energieunternehmen eingestiegen ist. «Das ist meine Sache, und ich habe immer darauf geachtet, dass das, was ich im Beruflichen tue – ich bin Anwalt und bin natürlich auch mit Wirtschaftspolitik vertraut – im Einklang mit internationalem und deutschem Recht ist. Und das ist so und das bleibt so.»

    Schröder ist seit seiner Kanzlerschaft mit Putin befreundet und auch heute noch für die mehrheitlich russischen Gesellschaften der Nord-Stream-Pipelines durch die Ostsee tätig. Er hat den russischen Angriff auf die Ukraine zwar als Fehler bezeichnet, hält aber dennoch an seiner Freundschaft zu Putin fest. Die SPD-Spitze grenzt ihn deswegen aus, ein Parteiausschlussverfahren gegen ihn scheiterte aber.

    Von seiner Partei wünscht er sich heute, dass sie sich wieder auf ihre Anti-Kriegs-Traditionen besinnt und versucht, zu einer Friedenslösung in der Ukraine beizutragen. Er hoffe, dass die SPD und Bundeskanzler Olaf Scholz diese Verantwortung gerecht würden.

  • 22 Uhr

    Wir beenden den Ticker am Montag, 25. März 2024

  • 21.22 Uhr

    Polens Aussenminister informiert Nato über Luftraumverletzung

    Nach der Verletzung des polnischen Luftraums durch einen russischen Marschflugkörper haben Polen und die Nato mögliche Schutzmassnahmen erörtert. Bei einem Gespräch am Montag zwischen Aussenminister Radoslaw Sikorski und Generalsekretär Jens Stoltenberg sei es um Möglichkeiten zur Stärkung der Sicherheit des polnischen und allierten Luftraums gegangen, teilte das Aussenamt in Warschau mit. Stoltenberg sei dabei über die Einzelheiten des Vorfalls und die in diesem Zusammenhang eingeleiteten Verfahren informiert worden.

  • 18.34 Uhr

    Kiew: 2'000 Raketen seit Kriegsbeginn abgeschossen

    Die ukrainische Luftabwehr hat in den mehr als zwei Jahren seit Beginn des russischen Angriffskrieges eigenen Angaben zufolge 2'000 Marschflugkörper oder Raketen abgeschossen. «Das ist das Ergebnis der gigantischen Arbeit der ukrainischen Verteidiger des Luftraums», teilte das Verteidigungsministerium in Kiew am Montag auf der Plattform X (vormals Twitter) mit. Durch die von den Partnern der Ukraine bereitgestellten modernen Flugabwehrsysteme seien Tausende von Menschenleben gerettet worden.

  • 16.17 Uhr

    Russland verletzt Nato-Luftraum, Botschafter ignoriert Einbestellung in Polen

    Der russische Botschafter in Polen ist trotz Einbestellung nicht im Aussenministerium in Warschau erschienen. Er sollte die Verletzung des polnischen Luftraums durch einen russischen Marschflugkörper erklären (siehe Eintrag vom 24. März, 7.27 Uhr).

    Der Diplomat sei am Montag nicht zum anberaumten Gespräch gekommen, sagte ein Sprecher des Ministeriums der polnischen Agentur PAP. Die diplomatische Note mit der Aufforderung, den Vorfall aufzuklären, werde nun auf einen anderen Weg an das russische Aussenministerium weitergeleitet.

    Der Sprecher verwies darauf, dass die Pflichten eines Botschafters im Gastland im Wiener Übereinkommen über diplomatische Beziehungen klar festgelegt seien. «Wir fragen uns, ob der Botschafter die Anweisungen des Aussenministeriums in Moskau befolgt und ob er in der Lage ist, die Interessen der Russischen Föderation in Warschau ordnungsgemäss zu vertreten», sagte er.

    Russland hatte bei den Raketenangriffen auf die Westukraine nach polnischen Angaben am Sonntagmorgen kurzzeitig den Luftraum des Nato-Mitglieds Polen verletzt. Es soll am 24. März um 4.23 Uhr eine Luftraumverletzung durch einen von einem russischen Langstreckenflugzeug abgeschossenen Marschflugkörper gegeben haben, wie der Generalstab der polnischen Streitkräfte auf der Plattform X (vormals Twitter) schrieb.

  • 13.10 Uhr

    Russische Armee feuert ballistische Raketen auf Kiew ab

    Die russische Armee hat die ukrainische Hauptstadt Kiew mit ballistischen Raketen angegriffen. Bürgermeister Vitali Klitschko zufolge wurden im zentralen Stadtbezirk Petschersk sieben Menschen verletzt, zwei von ihnen kamen ins Spital. Ein unbewohntes dreistöckiges Gebäude wurde beschädigt. Raketentrümmer fielen auch in drei anderen Stadtteilen herab.

    Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko im zentralen Stadtbezirk Petschersk, der von Russland mit ballistischen Raketen beschossen wurde. (25. März 2024)
    Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko im zentralen Stadtbezirk Petschersk, der von Russland mit ballistischen Raketen beschossen wurde. (25. März 2024)
    Bild: Keystone/AP Photo/Vadim Ghirda

    Präsident Wolodymyr Selenskyj dankte Rettungskräften, Polizei und Helfern für ihren Einsatz. «Wir werden nicht müde zu wiederholen, dass die Ukraine mehr Flugabwehr braucht», schrieb der Staatschef auf Telegram. Damit würden Städte geschützt und Menschenleben gerettet.

    Angaben der ukrainischen Luftwaffe zufolge waren zwei ballistische Raketen von der russisch kontrollierten Halbinsel Krim auf die Millionenstadt abgefeuert worden. Beide seien abgeschossen worden. Im Zentrum waren zuvor gut ein halbes Dutzend Explosionen von Flugabwehrraketen zu hören gewesen. Der Luftalarm konnte nur wenige Sekunden vorher ausgelöst werden. Zum Typ der Rakete wurden keine Angaben gemacht.

  • 8.51 Uhr

    Ukraine und Russland zielen mit Drohnenangriffen jeweils auf Stromversorger

    Russische Kampfdrohnen haben in der Nacht auf Montag Anlagen der Stromversorgung in den Gebieten Odessa und Mykolajiw im Süden der Ukraine beschädigt. In einigen Teilen der Hafenstadt Odessa und in ihrem Umland fiel deshalb der Strom aus, wie das ukrainische Militär in der Region mitteilte. Der öffentliche Nahverkehr mit Strassenbahnen und Oberleitungsbussen in Odessa musste nach Angaben der Stadtverwaltung eingestellt werden. Niemand sei verletzt worden.

    Auch im Gebiet Mykolajiw sei ein Umspannwerk beschädigt worden und in Brand geraten, teilte der Energieversorger Ukrenerho mit. Nach Militärangaben stürzten dort auch Trümmer einer Drohne auf ein zweigeschossiges Wohnhaus. Es sei in Brand geraten. Elf Menschen seien verletzt worden, zwei von ihnen schwer.

    Die russische Armee richtet ihre Luftangriffe seit einigen Tagen wieder verstärkt gegen die Energieversorgung der Ukraine. Vor allem in der ostukrainischen Grossstadt Charkiw löste dies grosse Probleme aus. Die Reparaturen am Netz dort bräuchten noch etwa eine Woche, sagte Ukrenerho-Chef Wolodymyr Kudryzkyj im ukrainischen Fernsehen.

    In Russland gab es in der Nacht auf Montag einen Brand im Strom- und Wärmekraftwerk von Nowotscherkassk, der grössten Anlage dieser Art im Gebiet Rostow. Hier deuten inoffizielle Angaben auf einen ukrainischen Drohnenangriff hin. Offiziell teilte die Regionalverwaltung mit, die Brandursache werde ermittelt. Das Feuer sei gelöscht worden. Zwei Blöcke des Kraftwerks und zwei Überlandleitungen seien abgeschaltet worden.

  • 5.20 Uhr

    Selenskyj: Putin darf nicht gewinnen

    Ungeachtet der verstärkten russischen Angriffe mit Bomben und Raketen auf Städte der Ukraine gibt sich deren Präsident Wolodymyr Selenskyj kämpferisch. Sein russischer Widersacher, Kremlchef Wladimir Putin, habe als «Feind des menschlichen Lebens kein Recht zu gewinnen», sagte Selenskyj am Sonntag in seiner allabendlichen Videoansprache. «Er muss die Fähigkeit verlieren, das Leben anderer zu zerstören.» Nur so könne die Sicherheit gewährleistet werden – für die Ukrainer, die Europäer und die ganze Welt.

    Angesichts der verstärkten Angriffe mit Drohnen, Raketen und Gleitbomben betonte Selenskyj einmal mehr die Notwendigkeit, den Luftschutzschild zu stärken. Seit dem vergangenen Montag habe das russische Militär fast 190 Raketen verschiedener Typen und fast 140 Kamikaze-Drohnen eingesetzt. Dazu seien fast 700 gelenkte Luftbomben auf Ziele in der Ukraine abgeworfen worden, führte Selenskyj weiter aus. «In den mehr als zwei Jahren dieses Krieges hat es keine einzige Woche gegeben, in der Russland auf Terror verzichtet hat.» Allerdings bemühe sich die Ukraine, «dass die russischen Besatzungstruppen unsere völlig gerechte Antwort auf diesen Terror genauso zu spüren bekommen – jede Woche, jeden Tag».

  • 3.40 Uhr

    Luftangriffe: Ukrainischer Stromerzeuger verliert 50 Prozent seiner Kapazität

    Der grösste private Energieinvestor der Ukraine DTEK hat nach einem massiven russischen Angriff auf das ukrainische Stromnetz am Freitag etwa die Hälfte seiner Erzeugungskapazität verloren. Das teilt Serhyj Kowalenko, CEO des Vertriebsunternehmens Yasno, im ukrainischen Fernsehen mit. Die Reparatur werde Monate dauern. Stromengpässe im Sommer seinen nicht ausgeschlossen. Der US-Thinktank Institute for the Study of War (ISW) vermutet, dass Russland das ukrainische Stromnetz angreift, um Kiews Rüstungsindustrie zu treffen.

  • 3 Uhr

    200'000 Menschen in Charkiw ohne Strom

    Durch die jüngsten Angriffe ist in der ostukrainischen Grossstadt Charkiw und Umgebung die Versorgung mit Strom und Heizung ausgefallen. Fast 200'000 Menschen seien dort ohne stabile Stromversorgung und müssten zudem Abschaltungen hinnehmen, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Sonntag in seiner allabendlichen Videoansprache. Stromabschaltungen wurden auch aus der südukrainischen Hafenstadt Odessa gemeldet.

  • 2.20 Uhr

    Angriff auf Erdgasspeicher in Lwiw

    Ein Grossbrand in der Region Lwiw im Westen der Ukraine, ausgelöst durch den Einschlag von zwei Hyperschallraketen Kinschal, konnte erst am späten Sonntagnachmittag gelöscht werden. «Ein feindlicher Angriff hat die Infrastruktur eines unterirdischen Speichers beschädigt, aber es gibt keine kritischen Folgen», teilte später der Leiter der Naftogas-Gruppe, Olexij Tschernihow, nach einem Besuch des Erdgaslagers mit. «Der Angriff hat keine Auswirkungen auf die Versorgung der ukrainischen Verbraucher mit Erdgas.» Zuvor hatten die ukrainischen Medien lediglich von einem russischen Angriff auf ein «kritisches Objekt der Infrastruktur» berichtet.

  • 2.17 Uhr

    Neue ukrainische Angriffe auf Belgorod

    Die südrussische Stadt Belgorod an der Grenze zur Ukraine ist am Sonntag nach Darstellung der Gebietsverwaltung erneut Ziel eines ukrainischen Raketenangriffs geworden. Nach Darstellung von Gouverneur Wjatscheslaw Gladkow sind die meisten Raketen rechtzeitig abgefangen worden. Dennoch seien mindestens sieben Wohnhäuser getroffen und beschädigt worden. Dabei seien mindestens vier Menschen verletzt worden. Das ukrainische Militär nimmt Belgorod öfter unter Beschuss, um die Bevölkerung Russlands zu verunsichern.

  • 2.04 Uhr

    Ukraine-Aktivisten fordern Boykott von Milka-Osterhasen

    Kurz vor Ostern fordern ukrainische Aktivisten in Deutschland die Detailhändler Rewe und Edeka dazu auf, Milka-Schokolade aus den Regalen zu verbannen. Das solle so lange gelten, bis sich Milkas US-Mutterkonzern Mondelez vom russischen Markt zurückzieht, heisst es in einem Brief der Organisation Vitsche, der dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) vorliegt, an die Geschäftsführer der Supermarkt-Giganten. Trotz Versprechen, den Betrieb in Russland zu reduzieren, betreibe Mondelez weiterhin drei Fabriken in dem Land. Das Schreiben soll Rewe und Edeka am heutigen Montag zugehen.

  • Montag, 25. März 2024, 1.53 Uhr

    Kämpfe am Boden dauern an

    Russische und ukrainische Bodentruppen haben sich auch am Sonntag an verschiedenen Frontabschnitten erbitterte Kämpfe geliefert. Nach ukrainischer Darstellung wurde dabei bei Cherson im Süden des Landes eine grössere russische Truppenansammlung zerschlagen. Zudem sei auch zahlreiches Kriegsgerät zerstört worden. Die Angaben konnten nicht unabhängig geprüft werden.

    Insgesamt seien von den verschiedenen Frontabschnitten am Sonntag 52 Kampfhandlungen unterschiedlicher Intensität gemeldet worden, teilte der Generalstab in Kiew in seinem Abendbericht mit