Gewaltsame Proteste gegen Corona-Politik in Thailand

SDA

12.8.2021 - 09:52

dpatopbilder - Ein Demonstrant spült die Augen eines weiteren Demonstranten aus bei einem Protest gegen die Corona-Politik. Trotz Verbots öffentlicher Versammlungen protestierten Hunderte Demonstranten am Siegesdenkmal gegen die Regierung und fordern den Rücktritt des Premierministers. Foto: Peerapon Boonyakiat/SOPA Images via ZUMA Press Wire/dpa
Keystone

In Thailands Hauptstadt Bangkok mehren sich die Proteste gegen die Corona-Politik der Regierung.

SDA

12.8.2021 - 09:52

Sowohl am Dienstag als auch am Mittwoch gab es trotz eines Verbots öffentlicher Versammlungen teils gewalttätige Demonstrationen mit Hunderten Teilnehmern, wie die Zeitung «Bangkok Post» am Donnerstag meldete.

Insgesamt seien an beiden Tagen mehr als 60 Teilnehmer festgenommen worden, darunter auch rund ein Dutzend Minderjährige, teilte die Polizei mit.

Die Demonstranten, die den Rücktritt von Ministerpräsident Prayut Chan-o-cha fordern, setzten unter anderem ein Polizeifahrzeug in Brand und warfen Feuerwerkskörper und Brandsätze auf die Polizisten. Die Einsatzkräfte reagierten mit Gummigeschossen und Tränengas. Mindestens elf Beamte seien bei Zusammenstössen verletzt worden, sagte Polizeisprecher Krisana Pattanacharoen.

Die Aktionen richten sich vor allem gegen die finanziellen Folgen des strengen Corona-Lockdowns in vielen Landesteilen und die schleppende Impfkampagne. Bisher sind in dem südostasiatischen Land nur 6,5 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft. Viele erhalten das Vakzin des chinesischen Herstellers Sinovac, das laut Experten nur begrenzt wirksam sein soll.

Die täglichen Neuinfektionen steigen derweil – speziell in Bangkok – immer weiter. Am Donnerstag verzeichnete das Land eine Rekordzahl von mehr als 22 700 neuen Fällen. Thailand war im vergangenen Jahr noch sehr glimpflich durch die Pandemie gekommen, kämpft aber seit April gegen eine schwere Welle.

2020 hatten teilweise Zehntausende für mehr Demokratie demonstriert. Sie forderten unter anderem eine neue Verfassung und eine Reform der Monarchie. Jedoch waren die Proteste im Zuge der steigenden Corona-Zahlen und des harten Vorgehens der Behörden gegen Aktivisten seit Ende letzten Jahres abgeflaut.

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