Mittelmeer-Konflikt Griechenland will im Streit mit der Türkei militärisch aufrüsten

SDA/ttpfi

7.9.2020

Aufrüstung im Mittelmeer: Die griechische Kriegsschiffe im östlichen Mittelmeer sollen verstärkt werden. 
Aufrüstung im Mittelmeer: Die griechische Kriegsschiffe im östlichen Mittelmeer sollen verstärkt werden. 
Bild: Uncredited/Greek Defense Ministry/AP/dpa

Im Konflikt um Bodenschätze lassen die Türkei und Griechenland die Muskeln spielen. Das griechische Militär sei heruntergekommen, sagt der türkische Präsident Erdogan. Griechenland plant neue Waffenkäufe.

Griechenland hat eine Aufrüstung mit neuen Waffen, mehr Soldaten und einer Stärkung der eigenen Rüstungsindustrie angekündigt. Die Türkei ergehe sich im Streit um im Mittelmeer vermutete Bodenschätze beinahe täglich in Kriegsdrohungen und Provokationen, sagte Regierungssprecher Stelios Petsas am Montag. «Wir reagieren mit politischer, diplomatischer und operativer Bereitschaft und sind entschlossen, zu tun, was auch immer nötig ist, um unsere souveränen Rechte zu schützen.»

Die Türkei sucht im östlichen Mittelmeer nach Erdgas- und Erdölvorkommen, allerdings in Gebieten, die aus Athener Sicht zum griechischen Festlandsockel gehören. Die Türkei wirft Griechenland vor, einen unfairen Anteil der Ressourcen für sich zu beanspruchen. Beide Länder habe Militär zu Manövern in die Gegend geschickt.

Petsas sagte, Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis werde am Samstag Einzelheiten der Aufrüstungspläne bekannt geben. Griechenland stehe im Kontakt mit befreundeten Regierungen, um die Ausrüstung seiner Streitkräfte zu verstärken. Medien hatten berichtet, Griechenland könne möglicherweise französische Rafale-Kampfflugzeuge und mindestens eine französische Fregatte kaufen. Petsas sagte, Mitsotakis werde am Donnerstag mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron sprechen.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sagte, das griechische Militär sei in einem schlechten Zustand: «Ich rate denen, die, statt sich mit uns an einen Tisch zu setzen, mit ihren heruntergekommenen Streitkräften Trotz zeigen, unsere diplomatischen Bemühungen und militärischen Einsätze der vergangenen vier Jahre zu prüfen.»

Die Nato versucht, zwischen ihren beiden zerstrittenen Mitgliedern zu vermitteln. Der Vorsitzende des Nato-Militärausschusses, Stuart Peach, sprach mit dem türkischen Verteidigungsminister Hulusi Akar über den Konflikt und Möglichkeiten, unbeabsichtigte Zwischenfälle zu vermeiden. Dialog und gutnachbarliche Beziehungen könnten Probleme lösen, sagte Akar danach. Die Türkei sei jedoch entschlossen, ihre Rechte zu verteidigen.

Der griechische Außenminister Nikos Dendias sagte, die Türkei sei das einzige Land in der Region, das seinen Nachbarn mit Krieg drohe. Griechenland sei immer zu einem Dialog mit der Türkei bereit. Dieser müsse allerdings auf internationalem Recht beruhen und sei unter Drohungen nicht möglich.

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