Huawei-Finanzchefin bietet 15-Millionen-Kaution an

SDA

11.12.2018 - 04:33

Meng Wanzhou spricht mit ihrem Anwalt David Martin. 
Foto: Jane Wolsak/The Canadian Press/dpa

Die Anwälte der in Kanada festgenommenen Finanzchefin des chinesischen Technologieriesen Huawei, Meng Wanzhou, bieten eine exorbitante Kaution an. China findet, die Managerin werde unmenschlich behandelt.

Die Verteidiger der chinesischen Managerin Meng Wanzhou versuchen in Kanada alles, um ihre Klientin auf freien Fuss zu bekommen. Bei der Fortsetzung der Anhörung am Montag in Vancouver boten sie dafür eine Kaution von 15 Millionen kanadischen Dollar an – umgerechnet rund 11 Millionen Schweizer Franken.

Bereits am Freitag hatte Anwalt David Martin argumentiert, es gebe keine Fluchtgefahr. Meng würde nicht das Risiko eingehen, mit einem solchen Schritt ihren Vater und Firmengründer oder den grossen Konzern zu blamieren, den sie mit aufgebaut habe. Der Mann seiner Mandantin sei bereit, ihre beiden Häuser in Vancouver sowie zusätzlich eine Million kanadische Dollar als Sicherheit zu hinterlegen.

Das Gericht traf zunächst keine Entscheidung. Es vertagte die Anhörung auf Dienstag.

Ständige Überwachung

Die Staatsanwaltschaft drang auf eine Ablehnung des Antrags. Meng habe die Mittel zur Verfügung, eine Flucht nach China zu arrangieren, das kein Auslieferungsabkommen mit den USA habe, hiess es zur Begründung. Überdies sei Meng in Besitz von sieben Pässen aus Hongkong und China, berichtete CBC.

Die Verteidigung schlug bei der Anhörung vor, Meng auf Kaution und unter ständiger Überwachung freizulassen. Der Geschäftsführer einer privaten Sicherheitsfirma sagte, sein Unternehmen könne die Technik für elektronische Überwachung, einen Fahrer und ein Sicherheitsteam stellen. Damit solle sichergestellt werden, dass Meng sich an Kautionsauflagen hält.

Will ihre beiden Häuser in Vancouver als Kaution hinterlegen: die verhaftete Huawei-Finanzchefin Meng Wanzhou. (Archivbild)
Source: Keystone

US-Ermittler fordern die Auslieferung Mengs. Sie werfen ihr vor, Verbindungen zu einer Firma vertuscht zu haben, die trotz Sanktionen technische Geräte an den Iran verkaufte. China forderte von Kanada die Freilassung Mengs und drohte andernfalls mit ernsthaften Konsequenzen. Welche Folgen Kanada bei einer Weigerung drohten, blieb allerdings offen.

Sorgen an Finanzmärkten

China wirft den kanadischen Behörden eine Verletzung der Menschenrechte vor. Das chinesische Aussenministerium teilte mit, Ottawa habe Peking weder über Mengs Festnahme unterrichtet noch die notwendige medizinische Versorgung der 46-Jährigen gewährleistet. Das sei eine unmenschliche Behandlung. Laut einem Bericht des kanadischen TV-Senders CBC leidet Meng an Bluthochdruck. Sie erhalte dafür in Haft jedoch Medikamente.

Die Huawei-Managerin, die zugleich stellvertretende Vorstandschefin und Tochter des Konzerngründers Ren Zhengfei ist, war am 1. Dezember auf Betreiben der US-Behörden in Kanada festgenommen worden. Bei einer Auslieferung in die USA und einer Verurteilung drohen ihr bis zu 30 Jahre Haft wegen «Verschwörung zum Betrug von Finanzinstitutionen». Der Fall schürt an den globalen Finanzmärkten Sorgen vor einer Zuspitzung des Handelskonflikts zwischen den USA und China.

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