Indien stellt sich bei der Klimakonferenz wegen Kohleausstieg quer

AP/SDA/tpfi

13.11.2021

Alok Sharma President of the COP26 summit, bottom right, and Patricia Espinosa, UNFCCC Executive-Secretary, second left, speak at the end of a plenary session at the COP26 U.N. Climate Summit in Glasgow, Scotland, Friday, Nov. 12, 2021. (AP Photo/Alberto Pezzali) Foto: Alberto Pezzali/AP/dpa
Alok Sharma, Präsident des COP26-Gipfels, unten rechts, und Patricia Espinosa, UN-Klimachefin, zweite von links, sprechen am Ende einer Plenarsitzung auf dem Klimagipfel in Glasgow
Bild: Alberto Pezzali/AP/dpa

Indien hat bei der internationalen Klimakonferenz in Glasgow versucht, eine Formulierung zum Kohleausstieg in der Abschlusserklärung abzuschwächen. Entwicklungs- und Schwellenländer hätte ein Anrecht auf eine verantwortungsvolle Nutzung von fossilen Energieträgern, sagte der indische Umweltminister Bhupender Yadav am Samstag.

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13.11.2021

Nicht nachhaltige Lebensweisen und Verschwendung in reichen Ländern seien schliesslich verantwortlich für die Erderwärmung.

Der Klimawandel sei «durch untragbaren Lifestyle und verschwenderische Konsumgewohnheiten» verursacht worden. Indien stehe nicht hinter der Initiative der COP26, die nationalen Pläne zur Emissionsminderung im Vergleich zum Pariser Klimaschutzabkommen von 2015 zu beschleunigen. «Es gibt einen gut definierten Kreislauf zur Vorlage der nationalen Klimaschutzziele (NDCs). Es gibt keinen Bedarf, davon abzuweichen», so Bhupender Yadav.

«Um Himmels Willen», jetzt bloss nicht stolpern

EU-Kommissar Frans Timmermans warnte kurz darauf, dass man Gefahr laufe, in diesem Marathon kurz vor der Ziellinie zu stolpern. «Um Himmels Willen: Zerstört diesen Moment nicht». Die Teilnehmer des Gipfels sollten sich geschlossen hinter den Entwurf der Abschlusserklärung stellen.

COP26: Aufruf zu Kohleausstieg deutlich abgeschwächt

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Der UN-Klimagipfel geht in die Verlängerung – unter anderem wegen Differenzen über den Kohle-Ausstieg. Den Konferenzteilnehmern in Glasgow liegt ein neuer Entwurf für eine Gipfelerklärung vor, mit deutlich verwässerten Forderungen zur Energiewende

13.11.2021

Anders als viele andere Staaten will Indien Klimaneutralität nicht 2050, sondern erst 2070 erreichen.

Kerry: Entscheidung über Leben und Tod

Der US-Klimabeauftragte John Kerry hat auf der Weltklimakonferenz in Glasgow eindringlich dafür geworben, den neuesten Entwurf für die Abschlusserklärung zu billigen. Der Text sei «ein sehr wichtiger Schritt in die richtige Richtung», sagte Kerry am Samstag vor dem Plenum des Gipfels. Nicht jeder stehe, so wie nun die Delegierten, einmal vor der Frage, über Leben und Tod zu entscheiden.

«Nicht jeder muss Entscheidungen treffen, die faktisch einen ganzen Planeten betreffen», sagte Kerry. Die Billigung des Abschlusstexts trage dazu bei, dass jeder seinen Kindern und Enkelkindern sagen könne, dass man im Kampf gegen die Klimakrise «den Job erledigt» habe. «Und ich bin stolz, hier zu sein und Teil dessen zu sein», sagte er.

Hitzige Diskussionen über Details und Fragen über die Klima-Finanzierung hatten den Weltklimagipfel zuvor in die Länge gezogen. Geplant war, noch am Abend abschliessend abzustimmen.