Österreich

Innenminister: «Augenscheinlicher Terroranschlag» in Wien

SDA/sob

2.11.2020 - 22:15

Schwerbewaffnete Einsatzkräfte sind nach den Schüssen in der Wiener Innenstadt im Einsatz. Foto: -/AP/dpa
Source: Keystone/AP/-

In der Wiener Innenstadt sind am Montagabend Schüsse gefallen. Österreichs Innenminister Karl Nehammer sagte, dass es sich augenscheinlich um einen Terroranschlag handele. Laut Polizei gab es Tote, darunter ein Attentäter, und mehrere Schwerverletzte.

«Der Angriff läuft noch», sagte Österreichs Innenminister Karl Nehammer am Abend im ORF. Er ergänzte, dass es mehrere Verletzte und wohl auch Tote gegeben habe. Genaueres sei in diesem Moment noch schwierig zu sagen. Die Polizei hatte zuvor auf Twitter berichtet, dass es einige Verletzte gegeben habe. Die österreichische Nachrichtenagentur APA berichtete unter Berufung auf das Innenministerium, dass es eine Festnahme gegeben habe.

Ein Täter soll tot sein, ein weiterer befand sich möglicherweise auf der Flucht. Einer Ministeriumssprecherin zufolge wurde bei dem Schusswechsel in der Nähe des Schwedenplatzes ein Polizeibeamter angeschossen und schwer verletzt.

Polizei erschiesst Täter

Auf Videos, die der Privatsender «Oe24» am Montagabend ausstrahlte, war ein maskierter Schütze zu sehen, der auf offener Strasse zumindest zwei Schüsse abfeuerte. Ein anderes Video zeigte eine grosse Blutlache vor einem Restaurant.

Laut Angaben der Wiener Polizei gab es insgesamt sechs Tatorte und mehrere Täter, ausgerüstet mit Gewehren. Mindestens ein Passant starb, mehrere wurden schwer verletzt. Die Polizei erschoss einen der Angreifer.

Ob die nahe gelegene Synagoge Ziel des Angriffs war, lasse sich noch nicht bestätigen, sagte die Sprecherin. Die Hintergründe waren zunächst unklar. Eine ORF-Reporterin berichtete, dass weite Teile der Innenstadt abgesperrt seien und die Polizei nach etwaigen weiteren Tätern suche.

War Synagoge das Ziel?

Der Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde, Oskar Deutsch, schrieb auf Twitter, es könne derzeit nicht gesagt werden, ob der Stadttempel eines der Ziele war. «Fest steht allerdings, dass sowohl die Synagoge in der Seitenstettengasse als auch das Bürogebäude an der selben Adresse zum Zeitpunkt der ersten Schüsse nicht mehr in Betrieb und geschlossen waren.»

Die Polizei rief die Bürger dazu auf, öffentliche Plätze zu meiden. «Wir sind mit allen möglichen Kräften im Einsatz. Bitte meiden Sie alle öffentlichen Plätze im Stadtgebiet», hiess es bei Twitter. Zudem wurde darum gebeten, keine Videos oder Fotos hochzuladen. «KEINE Videos und Fotos in sozialen Medien posten, dies gefährdet sowohl Einsatzkräfte als auch Zivilbevölkerung!»

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