Lage in der Schweiz verschärft sich — BAG empfiehlt Maskenpflicht für Läden

Agenturen/red

30.7.2020 - 21:50

Patrick Mathys, Leiter Sektion Krisenbewaeltigung und internationale Zusammenarbeit, Bundesamt fuer Gesundheit BAG, links, und Pascal Strupler, Direktor des Bundesamts fuer Gesundheit BAG, rechts während der Medienkonferenz zur Situation des Coronavirus am Donnerstag in Bern.
KEYSTONE/Anthony Anex

Die Covid-19-Pandemie hat die Schweiz weiterhin fest im Griff. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) schlägt den Kantonen eine Harmonisierung der Massnahmen, etwa bei der Maskenpflicht vor. Die Ereignisse des Tages im Überblick.

220 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus innerhalb nur eines Tages in der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) gemeldet worden. Damit sei am Donnerstag erstmals seit dem 23. April wieder die 200-er-Marke überschritten worden, erklärte Pascal Strupler, Direktor des Bundesamts für Gesundheit, am Donnerstag vor den Bundeshausmedien. Die Situation habe sich verschärft und die Lage sei ernst.

Die Positivitätsrate habe bei den innert 24 Stunden gemeldeten Test drei Prozent betragen. Das sei eine deutliche Zunahme gegenüber den Werten von vergangener Woche, wo innerhalb eines Tages zwei bis 2,3 Prozent der Tests positiv ausfielen. Strupler sprach von einer gewissen Trendwende, eine zweite Welle sei es hingegen nicht.

Mit der besonderen Lage obliege die Eindämmung der Pandemie wieder den Kantonen, betonte Strupler. Ihnen sei bewusst, dass die Fallzahlen rasch und nachhaltig sinken müssten. Einzelne Kantone hätten schon schärfere Massnahmen ergriffen. Es brauche indessen einheitliche und widerspruchsfreie Verhaltensregeln, sagte Strupler. Das bedürfe einer gewissen Koordination und das BAG suche mit den Kantonen nach Lösungen.

Maskenpflicht und Kontaktdatenkontrolle

Die aktuellen BAG-Vorschläge seien in Bezug auf diese Harmonisierung einmal eine Maskenpflicht auch in Geschäften oder sogar in allen öffentlich zugänglichen Räumen. Sodann schlage man eine obligatorische Kontrolle der Kontaktdaten in Ausgehlokalen vor sowie eine maximale Gästezahl von 100 Personen in diesen Lokalen.

Die Kantone prüfen eine Maskenpflicht in Geschäften oder öffentlich zugänglichen Räumen und andere Massnahmen. Je nach regionalen Gegebenheiten würden sie entsprechende Verschärfungen auch verordnen, sagte der Zuger Kantonsarzt Rudolf Hauri, zu den neuen Vorschlägen des BAG. Die unterschiedlichen Vorschriften in den Kantonen erklären sich durch unterschiedliche Situationen, wie Hauri vor den Bundeshausmedien ausführte.

Laut Hauri funktioniert das Zurückverfolgen der Ansteckungswege durch das Contact Tracing in den Kantonen gut. Alle hätten mit mehr Personal auf den Anstieg der Infektionen reagiert. Wenn aber viele Fälle auf ein Mal auftreten, seien die Kapazitäten schnell einmal erschöpft. Grosse Club-Anlässe mit mehreren hundert Gästen würden sehr rasch zu einer solchen Situation führen.

Quarantäne als solidarische Handlung

Patrick Mathys, Leiter Sektion Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit beim BAG, betonte seinerseits vor den Medien, die Situation habe sich in den letzten fünf Wochen verändert und müsse wirklich ernst genommen werden. Die Zahl der Infizierten habe sich beispielsweise von Woche 25 zu Woche 30 verfünffacht.

Aktuell lassen sich in der Schweiz rund 10 Prozent der Infektionen auf Ansteckungen im Ausland zurückführen. 6 Prozent davon stammen aus Risikoländern, wie Mathys weiter ausführte.

Rund 9000 Menschen sind nach der Rückreise in Risikoländer in Quarantäne. Dies zeige, dass sich die Rückreisenden ihrer Verantwortung bewusst seien, stellte Mathys fest. «Die Einhaltung der Quarantäne ist eine solidarische Handlung. Eine Nichteinhaltung ist kein Kavaliersdelikt», sagte Mathys.


Die Ereignisse des Tages im Überblick:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Laut Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger werden nicht alle Kantone die Empfehlung des Bundes zur Maskenpflicht umsetzen.
  • Auch in Deutschland steigen die Neuinfektionen stark an. Das RKI meldet 902 Ansteckungen mit dem Coronavirus.
  • «Die Situation verschärft sich, wir müssen jetzt einen Gang hochschalten», sagt BAG-Direktor Pascal Strupler – und empfiehlt den Kantonen eine Maskenpflicht in den Läden.
  • Das BAG registriert einen markanten Anstieg bei den Neuinfektionen: Innerhalb 24 Stunden wurden 220 Neuinfektionen gemeldet. 
  • Das BAG will mehr Personal einstellen, um die Daten von Reisenden aus Risikoländern rascher an die Kantone zu übermitteln.
  • Nachdem eine positiv getestete Person drei Bars und Clubs im Kanton Freiburg besucht hat, haben die Behörden 240 Personen in Quarantäne geschickt. 
  • Indien stellt einen traurigen Rekord auf: Erstmals verzeichnet das Land mehr als 50'000 Neuinfektionen an einem Tag. 

21.50 Uhr: Wir beenden den Live-Ticker am Donnerstag

21.31 Uhr: Simbabwes Landwirtschaftsminister an Covid-19 gestorben

In Simbabwe ist Landwirtschaftsminister Perrance Shiri infolge einer Covid-19-Erkrankung gestorben. Das teilte der Präsident des Staates im südlichen Afrika, Emmerson Mnangagwa mit. Der ehemalige General Shiri war am Putsch beteiligt gewesen, der Langzeitpräsident Robert Mugabe im November 2017 stürzte.

Shiris Beerdigung am Freitag werde den Corona-Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) folgen, sagte Mnangagwa. In Simbabwe wurden bislang mindestens 2879 Corona-Fälle gemeldet, mindestens 41 Menschen sind gestorben. Das Land steckt in einer schweren Wirtschaftskrise und hatte bereits vor der Pandemie ein sehr schwaches Gesundheitssystem.

21.15 Uhr: Air France-KLM mit tiefrotem Quartal — Kaum Besserung in Sicht

Die Coronakrise drückt die angeschlagene Fluggesellschaft Air France-KLM immer tiefer in die roten Zahlen. Im zweiten Quartal sei unter anderem wegen einer Abschreibung auf ausgemusterte Flugzeuge ein Verlust von 2,6 Milliarden Euro angefallen. Damit stieg das Minus in diesem Jahr bereits auf 4,4 Milliarden Euro an.

Die Fluglinie hatte bereits vor Corona Probleme und schrieb auch in der ersten Jahreshälfte 2019 rote Zahlen, allerdings deutlich weniger. Der Umsatz brach in den ersten sechs Monaten um mehr als die Hälfte auf 6,2 Milliarden Euro ein, wie der Lufthansa-Konkurrent am Donnerstag nach Börsenschluss in Paris mitteilte.



Auch wenn die ganz strengen Corona-Auflagen inzwischen gefallen sind, sieht Konzernchef Ben Smith weiter viele Gefahren wie die wieder steigenden Corona-Infektionszahlen. Die Unsicherheit sei nach wie vor enorm hoch. Zudem sei mittelfristig auch mit einem komplett anderen Verhalten der Kunden zu rechnen. So geht die Fluglinie, die wie die Lufthansa bereits staatliche Hilfen in Anspruch nehmen musste, auch im zweiten Halbjahr von einem deutlichen operativen Verlust aus. In den ersten sechs Monaten musste Air France im operativen Geschäft 2,4 Milliarden Euro draufzahlen. Vor einem Jahr hatte der Konzern noch einen operativen Gewinn erzielt.

20.28 Uhr: Lukas Engelberger: Nicht alle Kantone werden Empfehlung zu Maskenpflicht umsetzen

Heute hat der Bund das Tragen eine Maske in Läden und weiteren geschlossenen Räumen empfohlen. Der Präsident der Gesundheitsdirektorenkonferenz glaubt allerdings nicht, dass alle Kantone die Empfehlung umsetzen dürften.

Dies sagte Engelberger dem «Tages-Anzeiger» (kostenpflichtiger Inhalt). Demnach werden die Kantone je nach Lage abwägen, welche Massnahmen sie umsetzen werden: «Da werden wohl zuerst jene Kantone aktiv, die viele Fälle haben.» Auch juristische Fragen spielten eine Rolle, so Engelberger. Die Empfehlung sieht der Basler Gesundheitsdirektor als «relativ spontante Reaktion des BAG auf die höheren Fallzahlen am Mittwoch und Donnerstag».

Laut Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger werden nicht alle Kantone die Empfehlung des Bundes zur Maskenpflicht umsetzen.
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20.07 Uhr: Lonza erhält in USA Zulassung für Corona-Desinfektionsmittel

Der Pharmazulieferer Lonza hat in den USA die Zulassung für verschiedene Desinfektionsmittel erhalten. Insgesamt habe die entsprechende Zulassungsbehörde (Environmental Protection Agency; EPA) mehr als zehn Produkte zur Desinfektion von festen Oberflächen gegen die Ausbreitung des Coronavirus Sars-Cov-2 zugelassen, teilte Lonza mit.

Die Nachfrage nach Quat-basierten Desinfektionsmitteln sei beispielslos, so Lonza. Deshalb habe man sich verpflichtet, die Produktion dieser Mittel zu erhöhen.



20.01 Uhr: Auch Bolsonaros Frau infiziert

Kurz nachdem der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro seine Infektion mit dem Coronavirus eigenen Angaben zufolge überwunden hat, ist ein Corona-Test seiner Ehefrau positiv ausgefallen. «Die First Lady Michelle Bolsonaro wurde an diesem Donnerstag positiv auf Covid-19 getestet», bestätigte das Kommunikationsministerium in der Hauptstadt Brasília der Deutschen Presse-Agentur. Sie sei bei guter Gesundheit und folge den Vorgaben zum Umgang mit einer Corona-Infektion.

Jair Bolsonaro hatte am Samstag auf Twitter geschrieben, ein neuer Corona-Test bei ihm sei negativ ausgefallen. Bolsonaro hatte zwei Wochen zuvor bekanntgegeben, dass er sich mit dem Coronavirus infiziert habe. Seitdem führte er die Amtsgeschäfte aus der Quarantäne im Palácio da Alvorada in Brasília, mehrere Tests fielen positiv aus. First Lady Michelle wohnt mit Jair Bolsonaro und den beiden Töchtern in der Präsidentenresidenz.



Nach den USA ist Brasilien derzeit einer der Brennpunkte der Corona-Pandemie. Bislang haben sich in dem grössten Land Lateinamerikas mehr als 2,5 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Über 90 000 Patienten sind im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Experten gehen davon aus, dass die tatsächlichen Zahlen noch deutlich höher liegen, da in Brasilien nur wenig getestet wird.

Jair Bolsonaro bezeichnete das Coronavirus mehrfach als «leichte Grippe» und lehnte Einschränkungen und Schutzmassnahmen ab. Auch in der Quarantäne unternahm er Ausflüge auf dem Gelände der Präsidentenresidenz, sprach mit Anhängern und grüsste ohne Maske. Eigenen Angaben zufolge nahm er das umstrittene Malariamittel Hydroxychloroquin ein, dessen Wirksamkeit gegen das Virus Sars-CoV-2 bislang nicht nachgewiesen ist.

19.46 Uhr: WHO: Haben Stärke mancher Gesundheitssysteme überschätzt

Die Gesundheitssysteme bestimmter Länder haben in der Corona-Krise aus Sicht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) schlechter funktioniert als erwartet. «Vielleicht haben wir manche Annahmen über die Leistung in manchen Ländern gemacht, die sich nicht als zutreffend herausgestellt haben», sagte WHO-Nothilfekoordinator Mike Ryan in Genf. Konkrete Staaten nannte er nicht.

Die Organisation hatte die rasante Ausbreitung des neuartigen Coronavirus vor sechs Monaten, am 30. Januar, zum internationalen Gesundheitsnotstand erklärt. Unter den 20 Staaten mit den weltweit höchsten Infektionszahlen sind neben dem Spitzenreiter USA auch Grossbritannien, Spanien, Italien, Frankreich und Deutschland.

Die WHO habe sich zu Beginn der Pandemie auf Hilfestellung für Länder konzentriert, von denen sie Hilfsbedarf erwartet habe, sagte Ryan. Das seien klassischerweise Staaten niedrigen und mittleren Einkommens, die Schwachpunkte in ihren Systemen haben. «Wenn ich rückwirkend etwas ändern könnte, denke ich, es hätte mehr gebracht, die Hilfestellung Ländern anzubieten, von denen wir bestimmte Annahmen über Kapazitäten hatten», so der Krisenkoordinator.

19.23 Uhr: Mehrere französische Städte verschärfen Maskenpflicht wegen neuen Corona-Fällen

Wegen eines starken Anstiegs von Corona-Infektionsfällen verschärfen mehrere französische Städte ihre Corona-Auflagen wieder. Im an Belgien angrenzenden Département Nord kündigten die Behörden für Freitag striktere Beschränkungen an. Voraussichtlich soll eine Maskenpflicht auch im Freien eingeführt werden. Die französische Regierung hatte vor kurzem bereits eine landesweite Maskenpflicht für alle öffentlich zugänglichen Räume verhängt.

Auch in der Hafenstadt Saint-Malo in der Bretagne, die in diesem Sommer zehntausende Inlandstouristen angelockt, wurden die Corona-Auflagen verschärft. Nach Angaben der Stadtverwaltung muss jeder über elf Jahren nun in der Altstadt und auf den Stadtmauern einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

Im zentralfranzösischen Orléans müssen ab Freitag auch auf Märkten im Freien Mund und Nase bedeckt werden. Zudem gilt eine Maskenpflicht abends ab 21.00 Uhr an den Ufern der Loire. Dort hatten sich in den vergangenen Wochen immer wieder zahlreiche Menschen getummelt.

In den Innenstädten der südfranzösischen Städte Bayonne und Biarritz ist ab kommender Woche ein Mund-Nasen-Schutz laut den Behörden ebenfalls vorgeschrieben. Biarritz wird zudem seine Strände nachts sperren, um Strandpartys zu verhindern.



Wie in anderen europäischen Ländern steigt die Zahl der Neuinfektionen in Frankreich derzeit stark an. Zuletzt wurden den Gesundheitsbehörden zufolge mehr als tausend Neuinfektionen pro Tag gezählt. Das französische Gesundheitsministerium meldete am Mittwoch 15 neue Corona-Todesfälle binnen 24 Stunden. Insgesamt stieg die Zahl der Todesopfer damit auf 30'238.

18.45 Uhr: WHO warnt junge Menschen vor Nachlässigkeit

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat junge Menschen vor Nachlässigkeit in der Corona-Krise gewarnt. «Es scheint, dass der Wiederanstieg der Fälle in mehreren Ländern teilweise darauf zurückzuführen ist, dass junge Menschen unachtsam geworden sind», sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus auf einer virtuellen Pressekonferenz in Genf.

«Junge Menschen sind nicht unbesiegbar», betonte er. Auch sie könnten sich infizieren und sterben. Deshalb müssten sie die «gleichen Vorsichtsmassnahmen treffen wie der Rest der Bevölkerung, um sich und andere zu schützen».

Weltweit haben sich nach offiziellen Angaben bislang rund 17 Millionen Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Fast 670'000 Menschen starben an den Folgen der Infektion. Insbesondere in europäischen Urlaubsländern, wo junge Menschen Bars oder Strandpartys besuchen, ist die Zahl der Neuinfektionen zuletzt wieder angestiegen.

18.19 Uhr: Über 900: Neuinfektionen in Deutschland so hoch wie zuletzt im Mai 

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 902 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Das ist die höchste Zahl seit Mai abgesehen vom lokalen Corona-Ausbruch beim Fleischfabrikanten Tönnies im Juni. Seit Beginn der Coronakrise haben sich somit mindestens 207'828 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI im Internet meldete (Datenstand 30.7., 0.00 Uhr). Wegen technischer Schwierigkeiten präsentierte das RKI die Zahlen ausnahmsweise erst am Nachmittag.

Die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen in Deutschland erreicht ein bedenkliches Niveau.
Sven Hoppe/dpa/Symbolbild

Die Zahl registrierter Neuinfektionen von 902 bedeutet für Juli einen Höchstwert. Bereits zuvor hatte das RKI aufgrund der gestiegenen Zahlen eine Trendumkehr in Deutschland befürchtet. Als Ursache für den Anstieg nannte RKI-Präsident Lothar Wieler am Dienstag Nachlässigkeit bei der Einhaltung der Verhaltensregeln. Ob es sich um den Beginn einer möglichen zweiten Welle handle, könne man nicht wissen. Bis vor einiger Zeit habe man es geschafft, die Fallzahlen stabil bei täglich neu gemeldeten 300 bis 500 Fällen zu halten.

In Deutschland starben nach den RKI-Angaben bislang 9136 mit dem Virus infizierte Menschen — seit dem Vortag kamen somit sechs neue Todesfälle hinzu. Bis Donnerstagmorgen hatten 191 800 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 29.7., 0.00 Uhr, in Deutschland bei 1,14 (Vortag: 1,25). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 29.7., 0.00 Uhr, bei 1,13 (Vortag: 1,12). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

18.04 Uhr: Maskenpflicht in Amsterdam und Rotterdam

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen führen Amsterdam und Rotterdam als erste niederländische Städte eine Maskenpflicht ein. Diese gelte für besonders belebte Plätze, Strassen und Geschäfte, teilten die Grossstädte am Donnerstag mit. Die Maskenpflicht soll ab 5. August für alle Personen über 13 Jahren gelten.

In Amsterdam etwa dürfen dann das Rotlichtviertel, die Haupteinkaufsstrasse Kalverstraat und populäre Märkte nicht mehr ohne Maske besucht werden. Die Pflicht ersetze aber nicht die Regel, einen Sicherheitsabstand von 1,5 Metern einzuhalten, betonten die Behörden. Amsterdam hatte bereits für das Rotlichtviertel und den Innenstadtbereich strenge Massnahmen ergriffen. So wurden Touristen aufgerufen, die Stadt nicht an den Wochenenden zu besuchen. Vor allem durch den Zustrom von Touristen kann der Sicherheitsabstand oft nicht eingehalten werden.

Die niederländische Regierung lehnt zwar eine allgemeine Masken-Pflicht bisher ab, gestattet aber regionale Gebote. Bisher muss in den Niederlanden nur in öffentlichen Verkehrsmitteln eine Gesichtsmaske getragen werden — dazu gehören auch die Fähren.

17.50 Uhr: Angriff auf Zürcher Masken-Millionäre – aber an falscher Adresse

Autonome haben in der Nacht auf Donnerstag einen Brand am Zürichberg gelegt. Sie wollten damit die beiden Jungunternehmer schädigen, die mit dem Hygienemasken-Handel zu Millionären wurden. Allerdings: Die Jungunternehmer haben ihren Firmensitz längst nach Zug verlegt.

Auf einer einschlägigen Plattform publizierten die Autonomen ein Bild von ihrer Aktion: Es zeigt brennende Autoreifen unter einem Briefkasten. Mit dem Brandanschlag, über den auch der «Blick» berichtete, wollten die Autonomen die «zwei Polo-Hemden-Träger» treffen, die in Zeiten grösster Maskenknappheit chinesische Hygienemasken verkauften.

Mit dem Masken-Handel wurden die beiden Jungunternehmer zu Millionären, was in der Öffentlichkeit für Empörung sorgte. «Es sollte die Herrschaften vom Zürichberg nicht überraschen, dass sie mit ihrer Geschäfterei den Zorn der Menschen ohne Seesicht auf sich ziehen», begründeten die Autonomen ihre nächtliche Aktion.

Was sie in der Nacht auf Donnerstag offenbar nicht bemerkt hatten: Das Unternehmen der jungen Masken-Millionäre ist gar nicht mehr am Zürichberg beheimatet. Seit einigen Wochen ist es in Zug eingetragen, wie eine kurze Internetrecherche zeigt. Die Autonomen haben die Reifen also im falschen Garten angezündet.

17.37 Uhr: Stadt im Jura lässt nur Schweizer in die Badi

In der Kleinstadt Porrentruy JU dürfen nur noch Menschen mit Wohnsitz in der Schweiz in die Badi. So sollen die Hygienemassnahmen besser kontrolliert werden, schreibt «20 Minutes». Ausserdem könne der Einlass ganz eingestellt werden, wenn du viele Besucher gleichzeitig in das Freibad wollen. Zusätzliches Sicherheitspersonal soll darüberhinaus für einen «gegenseitigen respektvollen Umgang» sorgen, heisst es.

16.53 Uhr: Drastisch weniger gelbe Taxis in New York

Die Markenzeichen des Big Apple leiden unter Corona: Neu veröffentlichten Zahlen zufolge ist die Zahl der Taxifahrer in New York deutlich zurückgegangen. Nach Angaben der zuständigen Taxi- und Limousinen-Kommission der Metropole im Juni sank die Anzahl der Fahrer im Vergleich zum Vorjahr von mehr als 120'000 auf 30'675 – das entspricht einem Einbruch von 75 Prozent.

Auch die Zahl der Fahrten der berühmten gelben Autos konnte sich seit dem Höhepunkt des Ausbruchs in der Millionenstadt im April nur minimal erholen, obwohl viele New Yorker die U-Bahn meiden. Davon profitieren scheinbar eher Fahrdienst-Anbieter wie Uber oder Lyft, denn die Zahl für Wagen auf Abruf stieg deutlicher.

In einer Zeit, in der viele New Yorker zu Hause arbeiten, die berühmten Manhattaner Business-Lunchs in den teuren Restaurants ausfallen und es kaum Touristen in der Stadt gibt, ist die Nachfrage nach Taxis stark gesunken - die gelben Wagen stehen oft unbenutzt auf grossen Parkplätzen. Die Situation kann für die Fahrer, die oftmals bereits hohe Schulden für ihre Zulassung aufgenommen haben, existenzgefährdend sein.

Auf den Strassen New Yorks sind derzeit deutlich weniger Taxis unterwegs als sonst.
Bild: Keystone

16.38 Uhr: EU-Länder weiten Einreisebeschränkungen wieder aus

Die EU-Länder weiten die wegen der Corona-Pandemie verhängten Einreisebeschränkungen wieder leicht aus. Nach einem am Donnerstag veröffentlichten Beschluss der EU-Staaten werden von diesem Freitag an Reisende aus Algerien nur noch dann in die EU kommen dürfen, wenn dies zwingend notwendig ist. Lediglich Menschen aus elf Ländern dürfen demnach noch normal in die EU einreisen. Zu den Staaten gehören Australien, Kanada, Georgien, Japan, Marokko, Neuseeland, Ruanda, Südkorea, Thailand, Tunesien und Uruguay.

Zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie hatten sich Mitte März alle EU-Staaten ausser Irland sowie die Nicht-EU-Staaten Schweiz, Norwegen, Liechtenstein und Island darauf geeinigt, nicht zwingend notwendige Reisen in die EU zunächst zu verbieten. Anfang Juli wurde dieser Einreisestopp dann erstmals wieder gelockert. Grundsätzlich ist er ohnehin nicht bindend. 

Grundlage der EU-Liste ist vor allem die Zahl der neuen Covid-19-Fälle in den vergangenen 14 Tagen pro 100'000 Einwohner. Sie soll nahe am oder unter dem EU-Durchschnitt liegen. Aber auch Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus, der Trend der Infektionszahlen und die allgemeine Reaktion des jeweiligen Landes auf die Pandemie spielen eine Rolle. Für Staaten, aus denen Bürger noch nicht wieder einreisen dürfen, sind Ausnahmen vorgesehen - etwa für EU-Bürger und ihre Familien.

16.14 Uhr: Kantone für 1'000-Personen-Grenze bei Veranstaltungen bis Ende Jahr

Die Mehrheit der Kantone spricht sich dafür aus, das Verbot von Veranstaltungen mit über 1'000 Personen vorerst bis Ende Jahr zu verlängern. Das teilte die Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK) am Donnerstag mit. Aktuell gilt dieses Verbot bis mindestens am 31. August.

Angesichts der steigenden Zahl von neuen Ansteckungen mit dem Coronavirus seien die kantonalen Gesundheitsverantwortlichen weiterhin für eine Regulierung von Grossveranstaltungen. Denn diese könnten massgeblich zu einer weiteren Verbreitung des Virus beitragen.

Auf der Grundlage der epidemiologischen Entwicklung solle im November über eine allfällige Verlängerung entschieden werden. Für eine Verlängerung spreche unter anderem die noch sehr labile epidemiologische Lage. Die Herbstmonate sollen laut GDK genutzt werden, um Erfahrungen mit grösseren Veranstaltungen mit mehreren hundert Besuchenden zu sammeln.

16.01 Uhr: Island zieht Schraube wieder leicht an

Nach einer Reihe von Neuinfektionen kehrt Island zu etwas strengeren Massnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus zurück. Ab Freitag werde die maximale Teilnehmerzahl für Veranstaltungen wieder von 500 auf 100 herabgesetzt, kündigte Gesundheitsministerin Svandís Svavarsdóttir am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Reykjavik an. Die Zwei-Meter-Abstandsregel sei nun obligatorisch und nicht bloss eine Empfehlung. Restaurants, Bars, Fitnessstudios und Schwimmbäder dürften weiter offen bleiben, sofern sie diesen Abstand und die nötigen Hygienevorschriften gewährleisten könnten. All das gilt zunächst für die nächsten beiden Wochen.

Ministerpräsidentin Katrín Jakobsdóttir verwies darauf, dass in den vergangenen 24 Stunden zehn neue Coronavirus-Infektionen bestätigt worden seien, darunter eine Person, die ins Krankenhaus gekommen sei. Das klingt aus deutscher Sicht nach nicht sonderlich viel, bedeutet für die Isländer aber den ersten zweistelligen Infektionswert seit Mitte April. Insgesamt sind auf der Nordatlantik-Insel bislang 1'872 Corona-Infektionen bestätigt worden, es gab bisher zehn Todesfälle, aber keinen mehr seit April. Island hat rund 360'000 Einwohner.

15.30 Uhr: Medienkonferenz ist beendet

Hiermit endet die Medienkonferenz. Am Dienstag will der Bund darüber entscheiden, ob auch nächste Woche eine Medieninformation auf Fachebene stattfindet oder nicht. 

15.26 Uhr: Quarantäne für alle Clubbesucher?

Eine Medienschaffende will von Mathys wissen, wieso nach einem Corona-Fall in einem Zürcher Club nicht alle dort anwesenden Personen in Quarantäne gehen mussten. Mathys sagt, er kenne diesen spezifischen Fall nicht. Hauri ergänzt, je nachdem sei es möglich, dass der Kontakt innerhalb des Lokals nicht eng genug gewesen sei – und deshalb tatsächlich nicht alle Personen in Quarantäne müssten. 

15.22 Uhr: Datenübertragung soll schneller werden

In letzter Zeit wurde immer wieder kritisiert, dass die Übertragung von Daten zu Flugpassagieren aus Risikoländern an die Kantone zu lange dauern würde und unzureichend sei. Ein Journalist fragt nach, wann man hier mit einer schnelleren Lösung rechnen könne. Man arbeite mit Hochdruck daran, sagt Mathys. Es gehe vor allem um Datenschutz-Fragen – die reine Software-Lösung liesse sich relativ rasch umsetzten. «Wir hoffen, dass wir ein solches System in den nächsten Wochen bis Monaten zur Verfügung haben.» Bis dahin müsse man so weiterfahren wie bis anhin. 

15.19 Uhr: Durchsetzung von möglicher Maskenpflicht in Läden

Ein Journalist möchte in Erfahrung bringen, wer für die Durchsetzung einer möglichen Maskenpflicht in Geschäften zuständig wäre. Hauri gibt an, weil es sich bei der Maskenpflicht bisher nur um eine Empfehlung des BAG an die Kantone handle, sei dieser Aspekt noch nicht abschliessend geklärt. 

15.17 Uhr: Andere Situation als im März

Zu Beginn der Medienkonferenz hat Strupler von einer «Trendwende» gesprochen. Auf die Frage eines Journalisten entgegnet er, diese mache man an der doch drastischen Zunahme von Neuerkrankungen in einer kurzen Zeit fest. Die Situation sei jedoch eine andere als im März – weil die Leute sensibilisiert seien und sich vorwiegende junge Menschen ansteckten.

15.13 Uhr: Was ist mit den Langzeitfolgen bei leicht Erkrankten?

Was ist eigentlich mit den Langzeitfolgen? Ein Journalist führt aus, es gebe immer mehr Hinweise darauf, dass auch Personen mit nur leichten Symptomen nach überstandener Erkrankung unter Langzeitfolgen leiden würden. Mathys sagt, das Problem sei schon länger bekannt. Wie gross der Anteil an Leuten mit Langzeitfolgen sei, könne man jetzt noch nicht sagen. Klar sei aber, dass dies das Gesundheitssystem weiter belaste. Laut Mathys gilt es, hier noch mehr in Erfahrung zu bringen. 

15.10 Uhr: Schwangere vielleicht bald Risikopatientinnen

Eine Journalistin hakt nach, wie es um Schwangere stehe. Im Juni habe man angekündigt, bald darüber zu entscheiden, ob diese künftig auf die Liste von Risikopatientinnen und Risikopatienten kommen würden. Gemäss Mathys ist noch immer nichts definitiv entscheiden. Er sagt, er könne sich aber vorstellen, dass Schwangere künftig als Risikopatientinnen eingestuft werden. 

15.08 Uhr: Wohl keine vollen Stadien im September

Pascal Strupler antwortet auf die Frage eines Journalisten, dass er sich im September keine vollen Fussballstadien vorstellen könne.

15.03 Uhr: Jede vierte Ansteckung erfolgt in Geschäften

Ein Journalist fragt nach, wo momentan die allermeisten Ansteckungen erfolgen würden. Aktuell sind es laut den Experten vor allem junge Leute, die sich mit dem Coronavirus infizieren – etwa im Rahmen von Clubtätigkeiten. Auch die Familien werden genannt. 

Auf die Nachfrage einer Journalistin werden zudem Geschäfte genannt, so stecken sich laut Mathys im Kanton Bern rund 25 Prozent beim Einkaufen an. Ganz sicher sei er sich aber bei dieser Zahl nicht mehr. 

15.01 Uhr: «Kantone schlafen nicht»

Immer wieder kommen die Journalistinnen und Journalisten auf die Zusammenarbeit zwischen den Kantonen und die sich voneinander unterscheidenden Massnahmen zu sprechen. Dass es sich beim Zusammenspiel der Kantone um einen «Flickenteppich» handelt, verneint Hauri vehement. Die Kantone würden allesamt versuchen, der Situation in ihrer Region gerecht zu werden und entsprechend zu handeln. Strupler vom BAG ergänzt, die Kantone würden nicht schlafen. 

14.58 Uhr: Kommt die Maskenpflicht in den Schulen?

Im Hinblick auf den baldigen Schulstart im August möchte eine Medienschaffende wissen, ob das BAG den jeweiligen Kantonen rate, in ihren Schulen eine Maskenpflicht einzuführen. Beim BAG heisst es, man habe entsprechende Massnahmeempfehlungen bei der EDK deponiert. Jedoch müssten die lokalen Gegebenheiten berücksichtigt werden. Und: Allfällige Masken-Massnahmen an obligatorischen Schulen würden in erster Linie Lehrpersonen betreffen. 

14.54 Uhr: Wo ist eigentlich der Bundesrat?

Ein Journalist fragt nach dem Bundesrat. Strupler sagt, er habe sich heute Morgen mit Alain Berset über die Situation ausgetauscht. Der Innenminister sei informiert. Eine ausserordentliche Sitzung aufgrund der steigenden Fallzahlen sei aktuell seines Wissens aber nicht geplant. 

14.53 Uhr: Kanton Genf als Sorgekind

Eine Journalistin spricht den Kanton Genf an, wo sich die Corona-Fälle momentan auffallend häufen. Sie will wissen, ob man hier irgendwelche Mobilitätseinschränkungen plane, um  weitere Ansteckungen in anderen Regionen zu verhindern. Dies wird verneint.

14.45 Uhr: Wieso wird nicht mehr getestet?

Ein Journalist will wissen, wieso die Zahl an Tests momentan gleich bleibe, wo hingegen die Anzahl positiver Fälle stark ansteige. Mathys führt aus, man teste nach wie vor zielgeleitet. «Ein Fischen im Trüben würde nicht wirklich zu einem Erfolg führen.» Es sei nicht sinnvoll, einfach möglichst viel zu testen. 

Es gelte zudem zu berücksichtigen, dass die weltweiten Mittel noch immer begrenzt seien. Zwar könnte die Schweiz die Testkapazität deutlich hochschrauben, im Hinblick auf die steigenden Fallzahlen gilt es gemäss Mathys aber nachhaltig zu denken. Im Moment sei es nicht notwendig, die Teststrategie zu ändern. 

14.43 Uhr: Fragerunde beginnt

Nun können die Medienschaffenden ihre Fragen stellen. Eine Journalistin möchte wissen, ob das Contact Tracing momentan noch überall in der Schweiz gewährleistet sei. Strupler bejaht. Stosse ein Kanton an seine Grenzen, gelte es, das eigene Team zu vergrössern oder sich bei einem anderen Kanton Unterstützung zu holen. 

14.39 Uhr: Ab 3. August können Lebensparter aus Drittstaaten wieder einreisen

Als letzte stellt sich Barbara Büschi vom SEM den Journalistinnen und Journalisten. Sie kündigt an, dass Lebenspartnerinnen und Lebenspartner aus Drittstaaten ab dem 3. August wieder in die Schweiz einreisen könnten. Man müsse dabei jedoch beweisen können, dass die Partnerschaft seit längerem bestehe und man sie rege gepflegt habe.

Wichtig sei, dass man die Beziehung belegen könne, so Büschi. «Eine flüchtige Ferienbekanntschaft reicht also nicht aus.» Unabhängig von dieser neuen Regelung unterstehen die Lebenspartnerinnen und Lebenspartner aus Drittstaaten der geltenden Quarantänepflicht. 

14.37 Uhr: Kanton Zug will Maskenpflicht in Läden prüfen

Im Hinblick auf den Hinweis von Pascal Strupler, man habe sämtlichen Kantonen geraten, die Maskenpflicht in Einkaufsläden zu prüfen, kündigt Hauri an, ebendies im Kanton Zug nun zu tun. 

14.31 Uhr: Statistiken zu Verstösse gegen Quarantänepflicht

Ein nach wie vor bestehendes Problem beim Contact Tracing seien falsche Kontaktangaben oder die Nichteinhaltung von Quarantänemassnahmen. Komme man gegen diese verstossenden Personen auf die Spur, erlaube man sich – im Einklang mit den gesetzlichen Vorgaben – eine Anzeige, sagt Hauri. Wie viele Personen bereits angezeigt wurden, kann er zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Es würden jedoch Statistiken dazu geführt. 

14.27 Uhr: Updates zum Contact Tracing

Der Zuger Kantonsarzt Rudolf Hauri gibt Updates zum Contact Tracing. Hier laufe einiges, bemerkt er. Zwar seien die Fallzahlen lange Zeit verhältnismässig stabil geblieben, weil sich aber trotzdem eine sehr leichte Zunahme angedeutet habe, seien die Contact-Tracing-Stellen in letzter Zeit laufend ausgebaut worden. Das Problem seien jedoch sogenannte Super-Spreading-Events, führt Hauri aus. Diese könnten ein Contact-Tracing-Stelle schnell einmal vollständig auslasten. 

14.25 Uhr: BAG gegen Tests für alle Rückkehrer 

Darauf, Rückkehrerinnen und Rückkehrer aus Risikoländer flächendeckend zu testen, verzichtet das BAG im Moment. Mathys sagt, es gebe keine Studie, die belege, dass solche präventiven Tests zur Eindämmung des Virus beitragen würden. 

Schliesslich spricht über die Liste mit Risikoländern, die das BAG führt. Grundsätzlich werde diese einmal im Monat angepasst und erneuert. Man lasse sich aber die Möglichkeit offen, Änderungen spontan vorzunehmen, sollte sich die Situation in einem Staat drastisch verändern. 

14.19: 9'000 Personen in Quarantäne – nach Rückkehr aus Risikoland

Zurzeit befänden sich rund 9'000 Personen in Quarantäne – nachdem sie aus einem Risikoland zurückgekehrt seien, sagt Mathys. Die allermeisten Personen und die meisten Reisenden würden sich an diese Regeln halten – doch eben nicht alle. Die Missachtung der Quarantäneregelung betrachte das BAG keinesfalls als Kavaliersdelikt. 

14.18 Uhr: Zehn Prozent der Fälle aus dem Ausland importiert

Exemplarisch nennt Mathys unter anderem Hongkong, wo sehr viel gegen das Virus unternommen worden sei. Auch dort habe man mit einem Neuanstieg der Fälle zu kämpfen. 

In Italien – als «Sorgenkind der ersten Stunde» – sei die Lage momentan positiver zu bewerten als in der Schweiz. Nicht so in Spanien, hier spricht Mathys von der Möglichkeit eines erneuten Lockdowns. Diese Zahlen nennt er auch aufgrund der aktuellen Ferienzeit. 10 Prozent aller Fälle in der Schweiz seien auf eine Ansteckungsquelle aus dem Ausland zurückzuführen, weiss Mathys.

Jede zehnte Infektion in der Schweiz resultiert aus Ansteckungen im Ausland

Jede zehnte Infektion in der Schweiz resultiert aus Ansteckungen im Ausland

Aktuell lassen sich in der Schweiz rund zehn Prozent der Infektionen auf Ansteckungen im Ausland zurückführen. Sechs Prozent davon stammen aus Risikoländern, wie Patrick Mathys, Leiter Sektion Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit beim BAG, am Donnerstag erklärte.

30.07.2020

14.14 Uhr: Internationale Lage besorgniserregend

In der Folge nennt Mathys Details zu dem Coronavirus-Ausbruch in einem Musiklager im Bündnerland. Dort hätten sich vorwiegend Kinder und Jugendliche – und eben nicht die Erwachsenen – infiziert. Auch einen Fall aus dem Kanton Genf spricht er an, wo nach einem Clubbesuch mehrere Personen am Coronavirus erkrankt seien. Solche Fälle gelte es in Zukunft zwingend zu verhindern.

Mathys gibt an, die Schweiz befinde sich nicht alleine in der eben beschriebenen Lage. Fast überall im internationalen Umfeld liesse sich eine Zunahme von Corona-Fällen beobachten. Die weltweite Situation beschreibt er als besorgniserregend. 

14.12 Uhr: Erneuter Todesfall wegen Coronvirus

Strupler übrgibt das Wort an Patrick Mathys vom BAG. Er informiert darüber, dass es an diesem Donnerstag im Zusammenhang mit dem Coronavirus leider einen Todesfall zu beklagen gebe. Auch Mathys spricht über die steigende Positivitätsrate und sagt, man müsse die Situation nun zwingend ernst nehmen. 

14.11 Uhr: «Schweizerische Solidarität» sei gefragt

Im Hinblick auf den 1. August kommt Strupler auf die «schweizerische Solidarität» zu sprechen. Er appelliert an ebendiese. Sie werde in Zukunft umso wichtiger sein.

14.10 Uhr: Übertragungen in Clubs 

Weiterhin sei auch die Bevölkerung dazu aufgerufen, sich entsprechend zu verhalten. Strupler wiederholt die Hygiene- und Abstandsempfehlungen des BAG. 

Auch auf die Clubs kommt Strupler zu sprechen. In Ausgehlokalen würden zwar nicht die meisten aller Ansteckungen erfolgen, doch die letzten Wochen hätten gezeigt, wie leicht es in Clubs zu Übertragungen kommen könne. 

14.03 Uhr: «Wir müssen jetzt handeln»

Strupler: «Die Situation ist ernst und sie verschärft sich. Wir müssen jetzt handeln.» Damit spreche er nicht nur die Bevölkerung an, sondern etwa auch die Politik. 

Der BAG-Direktor sagt, er habe sich heute noch einmal ausführlich mit den zuständigen kantonalen Behörden ausgetauscht. Die Kantone seien sich ihrer Aufgabe bewusst. Strupler stellt noch einmal klar: «Wir müssen einen Gang hochschalten». Schliesslich sei man zum Entschluss gekommen, dass die Kantone ihre Massnahmen in einigen Bereichen angleichen müssten. Strupler stellt klar: «Das BAG schlägt den Kantonen vor, einheitliche Regeln zu prüfen.» Auch das Tragen von Masken in Supermärkten solle geprüft werden sowie die Begrenzung von Personen in Clubs oder Bars.

14.00 Uhr: BAG-Direktor: «Virus macht keine Ferien»

Die Medienkonferenz beginnt. Als erster ergreift BAG-Direktor Pascal Strupler das Wort und kommt auf die neue Kampagne des BAG zu sprechen. Diese solle die Bevölkerung daran erinnern, dass das Virus keine Ferien mache und noch immer unter uns sei. 

Heute zeige sich, dass eine solche Kampagne dringend nötig sei, führt Strupler auf. «Die Positivitätsrate beläuft sich heute auf über drei Prozent. Das ist eine äusserst deutliche Zunahme der Fallzahlen und der Positivitätsrate», bilanziert der BAG-Direktor. Dies sei ein klares Zeichen für eine epidemische Trendwende. Die Zahl von 200 neu Erfassten Corona-Infektionen sei zum letzten Mal am 23. April überschritten worden.

13.50 Uhr: Medienkonferenz des Bundes beginnt in Kürze

Auch an diesem Donnerstagnachmittag informiert der Bund auf Fachebene über die aktuelle Situation rund um das Coronavirus in der Schweiz. Nebst Patrick Mathys, Leiter Sektion Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit beim BAG, werden Barbara Büschi, stellvertretende Direktorin vom Staatssekretariat für Migration (SEM), sowie der Zuger Kantonsarzt Rudolf Hauri  an der einberufenen Medienkonferenz teilnehmen. Schliesslich hat sich auch BAG-Direktor Pascal Strupler angekündigt. 

13.43 Uhr: USA verzeichnen mehr als 150'000 Tote

Mehr als 150.000 Corona-Tote in den USA

Mehr als 150.000 Corona-Tote in den USA

In den USA sind inzwischen mehr als 150.000 Menschen an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben. Die USA sind sowohl von den Ansteckungs- als auch Totenzahlen her das mit Abstand am schlimmsten von dem Coronavirus heimgesuchte Land der Welt.

30.07.2020

In den USA sind inzwischen mehr als 150'000 Menschen an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben. Die Vereinigten Staaten sind damit sowohl von den Ansteckungs- als auch Totenzahlen her das mit Abstand am schlimmsten von dem Coronavirus heimgesuchte Land der Welt.

13.27 Uhr: Schweden sollen auch im Herbst ins Homeoffice

Trotz konstanter Fortschritte im Corona-Kampf sollten die Schweden nach Ansicht ihres bekanntesten Gesundheitsexperten, Anders Tegnell, auch im Herbst im Homeoffice bleiben. Die Gesundheitsbehörde werde weiterhin empfehlen, wenn möglich weiter von zu Hause aus zu arbeiten, sagte Staatsepidemiologe Tegnell am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Stockholm. Die Situation in Schweden habe sich zwar verbessert. Es sei aber letztlich unklar, wie sich die Coronavirus-Pandemie im Herbst konkret entwickeln werde. Das Risiko eines erneuten Aufflammens sei weiterhin sehr hoch.

Geht es nach Schwedens Staatsepidemiologen Anders Tegnell, sollten die Schweden auch im Herbst im Homeoffice bleiben. (Symbolbild)
Bild: dpa

13.17 Uhr: Italien verlängert Notstand bis 15. Oktober

Italiens Regierung hat den Corona-Notstand bis zum 15. Oktober verlängert. Ein entsprechendes Dekret erliess das Kabinett von Ministerpräsident Giuseppe Conte am späten Mittwochabend. Zuvor hatten in dieser Woche beide Parlamentskammern mit Mehrheit für die Verlängerung gestimmt. Der Notstand gilt in Italien seit knapp sechs Monaten. Ohne Verlängerung wäre er am 31. Juli, also am Freitag, ausgelaufen.

13 Uhr: London dehnt Dauer häuslicher Quarantäne aus

Grossbritannien verlängert die Dauer häuslicher Quarantäne für positiv auf das Coronavirus getestete Personen oder solche mit Symptomen von sieben auf zehn Tage. Es gebe Hinweise darauf, dass das Virus noch mehr als eine Woche nach Auftreten von Symptomen weitergegeben werden könne, erklärten die Gesundheitsbehörden. Bei Menschen, die leicht an Covid-19 erkrankt und auf dem Weg der Besserung seien, bestehe «eine niedrige, aber vorhandene Möglichkeit», dass sie sieben bis neun Tage nach Beginn der Krankheit noch infektiös seien, hieß es.

Die siebentägige Quarantäne in Grossbritannien zählte zu den kürzesten in Europa. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt, dass sich Menschen mit Symptomen oder einem positiven Testergebnis für mindestens zehn Tage in Quarantäne begeben sollten.

12.14 Uhr: BAG meldet 220 Neuinfektionen

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Donnerstag innert einem Tag 220 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Damit ist ein markanter Anstieg zu beobachten.

Am Mittwoch waren 193 neue bestätigte Fälle gemeldet worden. Dienstag waren es 132, am Montag 65, am Sonntag 110, am Samstag 148, am Freitag 154 und am Donnerstag 117. Insgesamt gab es bisher 35'022 laborbestätigte Covid-19-Fälle, wie das BAG am Donnerstag mitteilte.

Bisher sind 1'704 Menschen gestorben, die positiv auf die Atemwegserkrankung Covid-19 getestet worden waren, einer mehr als am Vortag. Auf 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner gerechnet entspricht das 19,9 Opfern. Das BAG bezieht sich auf die Meldungen, die die Laboratorien sowie Ärztinnen und Ärzte im Rahmen der Meldepflicht bis Donnerstagmorgen übermittelt haben.

11.51 Uhr: Angst vor zweiter Welle in Hanoi

In der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi sollen Zehntausende Menschen auf das Coronavirus getestet werden. Mehr als 20'000 Einwohner, die zuvor den Corona-Hotspot Da Nang besucht hatten, seien per Textnachricht aufgefordert worden, sich innerhalb von drei Tagen auf das Virus testen zu lassen, teilten die örtlichen Behörden mit.

In der Küstenstadt Da Nang waren am vergangenen Wochenende erstmals wieder Infektionen verzeichnet worden, nachdem das südostasiatische Land fast 100 Tage lang keine lokale Ansteckung mit dem Coronavirus gemeldet hatte.

11.28 Uhr: Fauci warnt vor Zunahme von Fällen

Der führende US-Gesundheitsexperte Anthony Fauci hat vor einem Anstieg der Coronavirus-Fälle in einigen Gliedstaaten gewarnt.Er rief in einem Interview des Senders MSNBC daher am Mittwoch (Ortszeit) dringend dazu auf, fünf Massnahmen zu befolgen: Masken tragen, Menschenansammlungen meiden, einen Mindestabstand von mindestens sechs Fuss (rund 1,8 Meter) einhalten, Händewaschen und sich von Bars fernhalten oder diese, wo möglich, schliessen.

«Wenn wir nicht anfangen, diese fünf Prinzipien ziemlich strikt zu befolgen, wird es unvermeidlich passieren, dass die Gliedstaaten, die noch nicht in Schwierigkeiten sind, wahrscheinlich in Schwierigkeiten geraten werden», warnte der renommierte Immunologe. Fauci ist Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten und gehört als Berater der Coronavirus-Arbeitsgruppe des Weissen Hauses an.

In südlichen Gliedstaaten wie Florida, Texas oder Arizona, die bereits eine Wiederzunahme der Ansteckungen erlebt hätten, sei der Anteil der positiv ausgefallenen Tests gestiegen. Dies sei ein «todsicherer Hinweis darauf, dass man sich in einem Prozess befindet, bei dem man auf ein Wiederaufflammen zusteuert».

Anthony Fauci im Interview mit dem US-Sender MSNBC.

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10.50 Uhr: BAG startet neue Plakatkampagne 

Das Bundesamt für Gesundheit BAG) hat am Freitag eine neue Plakatkampagne im Kampf gegen die Covid-19-Pandemie gestartet. Sie erinnert Ferienreisende und Rückkehrer an die Hygieneregeln. Denn: «Das Coronavirus ist noch da.»

Seit der weitgehenden Lockerung der Massnahmen zum Schutz der Bevölkerung vor dem neuen Coronavirus sei die Selbstverantwortung noch wichtiger geworden, teilte das BAG mit. Wer Abstand hält, die Hände wäscht, in die Armbeuge niest und bei zu geringem Abstand eine Maske trägt, helfe weiterhin wesentlich mit, die Verbreitung der Lungenkrankheit Covid-19 zu verhindern.

Das BAG appelliert mit den neuen Plakaten an die Bevölkerung, dieses Verhalten auch in der Ferienzeit beizubehalten. In den Bergen, am Bahnhof, an der Tankstelle oder in der Stadt. So lautet ein Slogan «Das Virus arbeitet auch in der Ferienzeit. Halten Sie Abstand!»

Aktuelles Kampagnenmaterial des ABG gibt es zum Download unter https://bag-coronavirus.ch/downloads/
BAG

10.52 Uhr: Konjunkturaussichten hellen sich auf

Die Aussichten für die Schweizer Wirtschaft hellen sich weiter auf. Das KOF-Konjunkturbarometer ist im Juli kräftig gestiegen. Es zog im Berichtsmonat um 25,1 auf 85,7 Punkte an, wie die Ökonomen der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF) am Donnerstag mitteilten. Die Coronakrise und der Lockdown hatten den Frühindikator noch im Mai auf einen historischen Tiefstand von 49,6 Punkten gedrückt. Im Juni hatte es dann eine erste leichte Erholung auf 60,6 Punkte gegeben

10.42 Uhr: Ende von Zivi-Notlageneinsätze am 31. Juli

Der Grossteil der Notlageneinsätze von Zivildienstleistenden endet am 31. Juli 2020. Weiterhin unterstützen Zivis jedoch Institutionen im Gesundheits-, Sozial- und Schulwesen in ordentlichen Einsätzen und Kantone mit Bedarf im Contact Tracing.

Damit erfülle der Zivildienst seine Rolle, bedarfsorientiert auch in der Regenerationsphase nach einer Krise Unterstützung zu leisten. Aktuell leisteten 33 Zivis bei kantonsärztlichen Diensten oder kantonalen Führungsorganen Unterstützung im Contact Tracing. Solche Einsätze könnten Wochen bis Monate dauern, teilte das Bundesamt für Zivildienst am Donnerstag mit.

Vom 16. März 2020 bis Ende Juli waren Zivis in 565 Notlageneinsätzen zur Bewältigung der COVID-19-Pandemie in der ganzen Schweiz tätig. Sie leisteten dabei 21'215 Diensttage.

Allein im von der Corona-Pandemie besonders stark betroffenen Kanton Tessin leisteten Zivis 6'093 Diensttage. Ebenfalls stark im Einsatz waren Zivis in den Kantonen Aargau (2855 Diensttage) und Zürich (2191 Diensttage).

10.04 Uhr: Deutsche Konjunktur bricht dramatisch ein

Die Wirtschaftsleistung in Deutschland ist im zweiten Quartal in Folge der Corona-Krise erheblich eingebrochen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte gegenüber dem Vorquartal um 10,1 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden in einer ersten Schätzung mitteilte.

Wirtschaft bricht in Rekordtempo ein

Wirtschaft bricht in Rekordtempo ein

Da Europas grösste Volkswirtschaft bereits im ersten Quartal wegen der beginnenden Corona-Pandemie um 2,0 Prozent geschrumpft ist, befindet sie sich nun auch offiziell in einer Rezession.

30.07.2020

10 Uhr: Berner Forscher präsentieren neuen Antikörpertest

Ein schweizerisch-deutsches Forscherteam aus Bern und Bochum hat einen schnellen Antikörpertest gegen SARS-Cov-2 entwickelt. Bis ein Testresultat vorliegt dauert es nicht mehr bis zu drei Tage, sondern noch 18 Stunden. Zudem braucht es keine aufwendigen Sicherheitsvorkehrungen.

Mit Antikörpertests kann die Immunität gegen das Coronavirus nachgewiesen werden. Dies ist unter anderem auch wichtig, um die Wirksamkeit von möglichen Impfstoffen zu bestimmen.

Medizinisches Personal beschriftet eine Blutprobe für einen Antikörpertest. (Symbolbild)
Bild: dpa

9.30 Uhr: Freiburg schickt 240 Personen in Quarantäne

Die Freiburger Behörden haben 240 Personen in Quarantäne geschickt. Wie sie am Donnerstag mitteilten, erhielten die Betroffenen am Dienstagabend eine offizielle SMS des Kantonsarztes.

Die Massnahme wurde verhängt, nachdem eine positiv getestete Person drei Bars und Clubs im Saanebezirk besucht hatte. Die Besuche in den Lokalen erfolgten, bevor das Testergebnis vorlag. Der Kanton bezeichnet die Lage als ernst. Die 240 in Quarantäne geschickten Personen wurden vom Kantonsarztamt auch telefonisch kontaktiert.

Am Donnerstag war das Amt mit weiterem Contact Tracing beschäftigt. Es rief alle Leute, die engen Kontakt zur erkrankten Person hatten, persönlich an.

Bei einer Kontrolle stellte sich heraus, dass sich eines der Lokale nicht an die Vorgaben des Gesundheitsschutzes gehalten hatte. Zudem verstiess es gegen andere Betriebsvorschriften. Die Behörden schlossen das Lokal.

Der Kanton teilte weiter mit, nicht nur die Einhaltung der Quarantäne, sondern auch die Schutzmassnahmen in den Gaststätten weiterhin strikt und unangekündigt zu kontrollieren. Die Kontrollen würden darüber hinaus verschärft.

Menschen amüsieren sich während der Corona-Pandemie in einem Club. (Symbolbild)
Bild: Keystone

9.15 Uhr: Ausbreitung des Coronavirus

Entwicklung der Fallzahlen nach Überschreitung von 100 Fällen pro Land.
Grafik: dpa

8.55 Uhr: Shell schreibt Milliardenverlust

Der Ölpreiseinbruch während der Coronakrise hat dem Ölkonzern Shell einen dicken Verlust eingebrockt. Wegen hoher Abschreibungen im zweiten Quartal stand unter dem Strich ein Fehlbetrag von 18,1 Milliarden US-Dollar, wie das Unternehmen am Donnerstag in London mitteilte. Im Vorjahreszeitraum hatte Shell noch einen Gewinn von knapp 3 Milliarden Dollar erzielt.

Wegen des beispiellosen Nachfrage- und Preisverfalls bei Öl schrieb Shell 16,8 Milliarden Dollar ab. Bereinigt brach der Gewinn wegen niedriger Preise für Öl und Flüssiggas auf 638 Millionen Dollar ein.

Shell-Raffinerie in Dear Park, Texas: Das Mineralöl- und Erdgas-Unternehmen hat wegen des Preisverfalls 16,8 Milliarden Dollar abgeschrieben. (Archiv)
Bild: Keystone

8.45 Uhr: BAG will Daten schneller an Kantone liefern

In Quarantäne muss, wer aus Risikogebieten in die Schweiz einreist. Allerdings fehlen den Kantonen derzeit noch die Daten vieler Einreisenden – dabei sind sie dazu angehalten, stichprobenartig zu überprüfen, ob die Vorgaben eingehalten werden.

Grund dafür ist, dass die Kantone kaum Daten vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) erhalten, wie SRF berichtet. «Bisher waren diese täglichen Meldungen wirklich an einer Hand abzuzählen – mit zehn Tagen Verzögerung», zitiert SRF den Präsidenten der Gesundheitsdirektorenkonferenz (GDK), Lukas Engelberger. Das sei eine «Farce» – er erwarte eine rasche Besserung der Situation.

Das BAG will laut SRF nun reagieren. «Wir sind daran, zusätzliches Personal einzustellen, damit wir grössere Stichproben oder allenfalls eben auch vollständige Datensätze liefern können», erklärte Patrick Mathys, Leiter der Sektion Krisenbewältigung beim BAG, dem Sender.

Aus Datenschutzgründen könnten zwar auch künftig keine kompletten Passagierlisten weitergeleitet werden. Ziel sei es aber, die Daten künftig innert zwei bis drei Tagen zu übermitteln. Das entspreche in etwa auch der Frist, die den Reisenden gegeben sei, um sich beim Kanton zu melden.

Reisende warten am 27. Juli 2020 am Flughafen in Zürich auf ihr Gepäck: Wer aus Risikogebieten wie dem Kosovo in die Schweiz einreist, muss sich in Quarantäne begeben.
Bild: Keystone

8.20 Uhr: Rekord-Zahlen in Australien

In Australien hat der besonders schwer von der Coronapandemie betroffene Bundesstaat Victoria am Donnerstag die bisher höchste Zahl an Neuinfektionen seit Beginn der Krise verzeichnet. Innerhalb von 24 Stunden seien 723 Fälle hinzugekommen, 13 Menschen seien in Zusammenhang mit Covid-19 gestorben, teilte der Premierminister von Victoria, Daniel Andrews, mit. Am Vortag waren noch weniger als 300 Neuinfektionen gemeldet worden. Nun sollen die Corona-Regeln weiter verschärft werden.

Nach dem bereits seit mehr als drei Wochen geltenden Lockdown in der Metropole Melbourne kündigte Andrews jetzt auch eine allgemeine Maskenpflicht für die gesamte Region im Südosten des Landes an. Zudem dürfen in weiten Teilen von Victoria die Menschen keine Besucher mehr in ihren Häusern empfangen. Allerdings werde das Virus besonders häufig am Arbeitsplatz übertragen, sagte Andrews. «Zu viele Menschen gehen weiter zur Arbeit, manche sogar mit einem positiven Testergebnis.»

Der strikte Lockdown in Melbourne soll zunächst noch bis zum 19. August dauern. Ob er noch einmal verlängert wird, ist noch nicht entschieden. Am Mittwoch wurde auch die Millionenmetropole Sydney zu einem Corona-Hotspot erklärt. Der nördliche Nachbar-Bundesstaat Queensland führte Beschränkungen für Besucher ein: Bürger aus Sydney dürfen die Grenze nach Queensland nicht mehr überqueren. Heimkehrer müssen 14 Tage in Quarantäne.

Im Kontrollzentrum für die Coronapandemie in Melbourne zeigt eine Karte auf einem Monitor die Region mit besonders vielen Covid-19-Fällen an. 
Bild: Keystone

7.41 Uhr: Über 50'000 Neuinfektionen an einem Tag in Indien

Indien stellt einen traurigen Rekord in der Coronavirus-Krise auf: In dem Land sind innerhalb eines Tages erstmals mehr als 50'000 Neuinfektionen mit dem Virus verzeichnet worden. Die konkrete Zahl lag am Donnerstag laut Gesundheitsministerium bei 52'123, die Zahl der Gesamtfälle stieg damit auf nun fast 1'600'000. Wieder genesen sind mehr als eine Million Menschen.

Indien hat die drittmeisten Coronafälle weltweit, davor liegen die USA und Brasilien. Allerdings liegt die Sterberate in Indien deutlich niedriger als in den anderen zwei Ländern. In den vergangenen 24 Stunden starben 775 Menschen nach einer Erkrankung mit dem Virus in Indien, die Zahl der Toten liegt damit bei fast 35'000.

In Neu-Delhi, Indien, werden Ende Juli Covid-19-Tests genommen. 
Bild: Keystone

6.59 Uhr: Airbus macht Verlust von fast zwei Milliarden Euro 

Die Coronakrise hat Airbus im ersten Halbjahr einen Verlust von knapp zwei Milliarden Euro eingebrockt. Der konsolidierte Netto-Verlust liege bei 1,9 Milliarden Euro, nach einem Gewinn von knapp 1,2 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum, teilte der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern am Donnerstag mit. Die Konsequenzen der Pandemie für das Geschäft des Unternehmens zeigten sich nun sehr deutlich, sagte Konzernchef Guillaume Faury. Im ersten Halbjahr seien nur noch halb so viele Verkehrsflugzeuge ausgeliefert worden wie im Vorjahreszeitraum.

4.28 Uhr: Madonna verbreitet zu viele Lügen

Der Onlinedienst Instagram hat Beiträge des Popstars Madonna gelöscht, in dem die Sängerin falsche und irreführende Informationen über einen angeblichen Corona-Impfstoff und über ein Heilmittel verbreitet hatte.

Instagram hat einen Beitrag von Madonna zur Coronapandemie wegen irreführender Aussagen gelöscht. (Archivbild)
KEYSTONE/AP/Evan Agostini

Ein von Madonna geteiltes Video, das unter anderem auch von US-Präsident Donald Trump weiterverbreitet wurde, sei entfernt worden, weil es «falsche Behauptungen über Heilungs- und Präventionsmethoden für Covid-19 aufgestellt hat», sagte eine Sprecherin des Onlinedienstes Facebook, zu dem Instagram gehört, am Mittwoch. In dem von Madonna gepostete Video preist die umstrittene texanische Ärztin Stella Immanuel das Malaria-Mittel Hydroxychloroquin als Wundermittel gegen Coronaviren an.

In ihrem Beitrag behauptete Madonna ausserdem gegenüber ihren 15,4 Millionen Anhängern, es sei seit Monaten ein bewährter Corona-Impfstoff verfügbar. Dieser werde jedoch geheim gehalten, «damit die Reichen reicher und die Armen und Kranken kränker werden».

Erst am Dienstag hatte das Onlinenetzwerk Twitter mehrere Beiträge von Trump mit dem Immanuel-Video gelöscht, weil diese «gegen unsere Politik zu Falschinformationen zu Covid-19» verstiessen. Immanuel sagt in dem am Montag aufgenommenen Video unter anderem: «Niemand muss krank werden. Dieses Virus hat ein Heilmittel – es heisst Hydroxychloroquin.» Es gibt jedoch keinen Beleg für eine Wirksamkeit des Malaria-Mittels gegen die vom Coronavirus ausgelöste Krankheit Covid-19.



Immanuel wettert in dem Video zudem gegen das Tragen von Schutzmasken im Kampf gegen die Pandemie und andere Corona-Auflagen. Recherchen zu früheren Aussagen Immanuels offenbaren eine lange Liste bizarrer und unwissenschaftlicher Überzeugungen. Unter anderem macht sie Sex mit bösen Geistern für gynäkologische Probleme verantwortlich und glaubt, dass die US-Regierung von «Reptilien» geführt wird. Des Weiteren glaubt sie, dass die Ehe zwischen Homosexuellen dazu führt, dass Erwachsene Kinder heiraten.

3.36 Uhr: Pelosi verordnet US-Parlament Maskenpflicht

Im Plenum des US-Repräsentantenhauses müssen jetzt Atemschutzmasken getragen werden. Dies ordnete die Vorsitzende der Kongresskammer, Nancy Pelosi, an. Ohne Atemschutz dürfen Abgeordnete und Mitarbeiter den Plenarsaal nicht mehr betreten. Die Anführerin der oppositionellen Demokraten reagierte damit auf den Fall eines republikanischen Abgeordneten, der sich mit dem Coronavirus infiziert hat.

Die Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, hat für alle Abgeordneten eine Masken-Tragpflicht angeordnet. (Archivbild)
KEYSTONE/AP/Jacquelyn Martin

Der Parlamentarier heisst Louie Gohmert, ist aus Texas und hatte kurz zuvor mitgeteilt, dass er positiv auf das Virus getestet worden sei. Er habe jedoch keine Symptome, sagte der 66-Jährige. Gohmert ist ein Verbündeter von Präsident Donald Trump. Am Mittwoch hatte er eigentlich mit Trump in den Bundesstaat Texas reisen sollen, deswegen war der Abgeordnete auf das Coronavirus getestet worden.

US-Kongress: Maskenverweigerer positiv auf Corona getestet

US-Kongress: Maskenverweigerer positiv auf Corona getestet

«Anscheinend habe ich das Wuhan-Virus», musste der republikanische US-Kongressabgeordnete Louie Gohmert einräumen. Ein Schnelltest während seines Besuchs im Weissen Haus am Mittwoch sei positiv ausgefallen, ebenso ein anschliessender Test. Der Abgeordnete aus Texas hatte es in der Vergangenheit abgelehnt, eine Maske aufzuziehen. In den vergangenen zwei Wochen habe er aber häufig eine Maske getragen, sagte er.

30.07.2020

3.14 Uhr: Neue Corona-Rekorde in Brasilien

Brasilien hat bei der Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus wie auch bei den Todesfällen in Verbindung mit der Lungenkrankheit Covid-19 neue Höchststände verzeichnet.

Das Gesundheitsministerium in Brasília meldete am Mittwochabend (Ortszeit) 69'074 neue Infektionsfälle binnen 24 Stunden. Insgesamt wurden in dem grössten und bevölkerungsreichsten Land Lateinamerikas damit bisher über 2,5 Millionen Fälle registriert.

Auch die am Mittwoch neu gemeldeten 1'595 Todesfälle sind ein neuer trauriger Rekord. Allerdings hatte der Bundesstaat São Paulo zuvor – nach einem Bericht der Zeitung «Folha de Sao Paulo» aus technischen Gründen – seine Daten vom Dienstag zurückgehalten, was die tägliche Zählung etwas verzerrt. Mit den neu registrierten Todesfällen durchbrach Brasilien die Marke von insgesamt 90'000 Corona-Toten. Die tatsächlichen Zahlen in Brasilien dürften aber noch weit höher liegen, auch weil das Land sehr wenig testet. Wissenschaftliche Studien legen nahe, dass sich mindestens siebenmal so viele Menschen infiziert haben wie bisher bekannt, und doppelt so viele wie erfasst gestorben sind.

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