Druck auf Westen

Iran kurbelt Urananreicherung auf bis zu 20 Prozent an

AP/toko

2.1.2021 - 13:32

Satellitenbild der iranischen Atomanlage Fordo, nördlich der heiligen Stadt Qom.
Satellite image ©2019 Maxar Technologies/AP/dpa (Archivbild)

Der Iran hat angekündigt, in seiner unterirdischen Atomanlage Fordo Uran auf bis zu 20 Prozent anreichern zu wollen.

Der Iran erhöht den Druck auf den Westen wegen seines Atomabkommens. Das Land kündigte am Samstag an, dass es in seiner unterirdischen Atomanlage Fordo Uran auf bis zu 20 Prozent anreichern wolle. Damit wäre der Iran nur einen technischen Schritt von der Herstellung von atomwaffenfähigem Uran entfernt. Die Internationale Atomenergiebehörde IAEA bestätigte, dass der Iran ihre Inspektoren über das Vorhaben in einem Brief informiert habe. Das Land habe nicht angegeben, ab wann es die Anreicherung ankurbeln wolle.

Mit der erhöhten Anreicherung soll Europa dazu gedrängt werden, für eine Befreiung von Sanktionen für den Iran zu sorgen. Die US-Regierung von Präsident Donald Trump hatte die USA 2018 aus dem Atomabkommen zurückgezogen. Gemäss dem Abkommen hatte der Iran eingewilligt, die Anreicherung zu begrenzen, wenn er dafür eine Erleichterung von Sanktionen bekommt.

Der Chef der iranischen Atomenergieorganisation, Ali Akbar Salehi, sagte dem Staatsfernsehen, «wir sind wie Soldaten und unsere Finger sind an den Abzügen. Der Kommandeur sollte kommandieren und wir schiessen. Wir sind dazu bereit und werden (auf 20 Prozent angereichertes Uran) so bald wie möglich produzieren.» Das Verfahren zur Anreicherung «sollte unter Überwachung durch die IAEA gemacht werden», sagte Salehi.

Der Iran reichert derzeit Uran auf bis zu 4,5 Prozent an, womit er gegen die Vorgaben des Atomabkommens verstösst. Dort ist nur eine Anreicherung von bis zu 3,67 Prozent vorgesehen. Experten zufolge hat der Iran genug niedrig angereichertes Uran für mindestens zwei Atomwaffen. Der Iran gibt seit langem an, dass sein Atomprogramm friedlich sei.

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