Iran will Kooperation mit IAEA-Inspekteuren einschränken

dpa/tgab

16.2.2021 - 19:33

In this photo released by the official website of the office of the Iranian Presidency, President Hassan Rouhani, right, meets Director General of International Atomic Energy Agency, IAEA, Rafael Mariano Grossi at the presidency office in Tehran, Iran, Wednesday, Aug. 26, 2020. The U.N. nuclear watchdog agency said Wednesday that Tehran has agreed to allow inspectors in to two sites where Iran is suspected of having stored or used undeclared nuclear material. (Iranian Presidency Office via AP)
Präsident Hassan Rouhani (rechts) trifft den Generaldirektor der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) Rafael Mariano Grossi in seinem Büro in Tehran. (Archivbild)
Bild: KEYSTONE

Der Iran wird seine Zusammenarbeit mit den Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) ab kommendem Dienstag reduzieren. Das teilte die Aufsichtsbehörde mit Sitz in Wien am Dienstag mit.

Der Iran habe die IAEA darüber informiert, ab dem 23. Februar die freiwilligen Transparenzmassnahmen aus dem Wiener Atomabkommen nicht mehr durchzuführen. Ausserdem habe Teheran der IAEA mitgeteilt, dass es sich nicht mehr an das sogenannte Zusatzprotokoll halten werde, das IAEA-Inspektoren kurzfristige Besuche erlaubt.

Teheran hatte am Montag bereits mit erheblichen Einschränkungen für die UN-Atombehörde bei den Inspektionen gedroht, falls es bis zum Ende des Monats keinen Durchbruch im Atomstreit mit den USA geben sollte. «Generaldirektor Grossi hat angeboten, in den Iran zu reisen, um eine für beide Seiten akzeptable Lösung zu finden, damit die Agentur ihre wichtige Verifikationsarbeit fortsetzen kann», hiess es in der IAEA-Mitteilung am Dienstag.

Ist das Abkommen nun nutzlos?

Der unbegrenzte Zugang der Inspektoren zu den iranischen Atomanlagen auf der Basis des IAEA-Zusatzprotokolls ist Teil des Wiener Atomabkommens von 2015, das den Iran vom Bau einer Atombombe abhalten sollte. Ohne diesen Zugang bliebe von dem Abkommen de facto nichts mehr übrig. Nach dem Ausstieg der USA aus dem Abkommen hat auch der Iran seit Mai 2019 schrittweise alle technischen Vorlagen in dem Deal ignoriert. Unter anderem hat das Land mit einer höheren Urananreicherung sowie der Produktion von Uranmetall begonnen, arbeitet nun mit schnelleren Zentrifugen und lagert weitaus mehr Uran als im Atomdeal erlaubt.



Der ehemalige US-Präsident Donald Trump war im Mai 2018 aus dem internationalen Atomvertrag ausgetreten. Mit harten Sanktionen und einer Politik des maximalen Drucks wollte er die Führung in Teheran dazu bewegen, ein Abkommen mit stärkeren und längerfristig geltenden Auflagen zu verhandeln. Besonders die Sanktionen führten im Iran zu der schlimmsten Wirtschaftskrise seiner Geschichte.



Der iranische Präsident Hassan Ruhani hofft weiterhin auf einen Kurswechsel der USA unter Präsident Joe Biden, um so sowohl den Atomdeal als auch das Land vor einem wirtschaftlichen Kollaps zu retten. Dafür müsse aber laut Ruhani die USA – und nicht der Iran – den ersten Schritt machen und zunächst zum Verhandlungstisch zurückkehren.

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