Iranische Marine verliert ihr grösstes Schiff

dpa/uri

2.6.2021

The Iranian navy's replenishment vessel IS Kharg passes through the Suez canal at Ismailia, Egypt, Tuesday, Feb.22, 2011. The Kharg accompanied by the frigate IS Alvand entered the Suez Canal on Tuesday en route to Syria, officials said, the first time in three decades that Tehran has sent military ships through the strategic waterway.(AP Photo)
Das iranische Versorgungsschiff Charg durchquert im Jahr 2011 den Suezkanal. (Archiv)
KEYSTONE

Angesichts der Spannungen im Nahen Osten hat es im Golf von Oman in den vergangenen Jahren immer wieder mysteriöse Vorfälle gegeben. Jetzt hat die Marine des Iran ihr grösstes Schiff verloren – es diente der Versorgung anderer Schiffe.

dpa/uri

2.6.2021

Das grösste Schiff der iranischen Marine ist im Golf von Oman gesunken. Das berichteten die halboffiziellen Agenturen Fars und Tasnim. Am Mittwochfrüh sei gegen 2:25 Uhr (Ortszeit) auf dem Hilfsschiff «Charg» ein Feuer ausgebrochen und Feuerwehrleute hätten versucht, es unter Kontrolle zu bringen, berichtete das Staatsfernsehen. Das Schiff sank in der Nähe des iranischen Hafens Dschask, der sich etwa 1270 Kilometer südöstlich von Teheran in der Nähe der Strasse von Hormus befindet.

Die genauen Umstände des Vorfalls waren zunächst unklar. In sozialen Netzwerken kursierten Fotos von Matrosen in Sicherheitswesten, die das Schiff verliessen, während hinter ihnen die Flammen loderten. Das Staatsfernsehen und die beiden Agenturen beschrieben die «Charg» als Ausbildungsschiff.

In this satellite image provided by Planet Labs Inc. the Iranian navy's Kharg support ship is seen off the coast of Jask, Iran, Tuesday, June 1, 2021. The Kharg, the largest ship in the Iranian navy, caught fire and later sank Wednesday, June 2, 2021 in the Gulf of Oman under unclear circumstances, semiofficial news agencies reported. (Planet Labs Inc. via AP)
Ein Satellitenbild zeigt die «Charg» am 1. Juni vor der iranischen Küste. 
Planet Labs/Keystone

Die «Charg» war eines von mehreren Schiffen der iranischen Marine, die andere Schiffe auf See mit Nachschub versorgen können. Sie konnte auch schwere Ladung befördern und als Startplatz für Hubschrauber dienen. Sie war in Grossbritannien gebaut worden und hatte 1977 ihren Stapellauf. In den Dienst der Marine gelangte sie 1984, nachdem es nach der islamischen Revolution im Iran von 1979 zunächst lange Verhandlungen gegeben hatte.

Ihr Sinken ist der jüngste Rückschlag für die iranische Marine. Im vergangenen Jahr hatte während einer Übung des iranischen Militärs eine Rakete versehentlich ein Marineschiff in der Nähe des Hafens von Dschask getroffen. Dabei starben 19 Matrosen, 15 weitere wurden verletzt. 2018 sank ein Zerstörer der iranischen Marine im Kaspischen Meer.