Jemen

Mehr als 80 Tote nach Brand in Migrantenlager

SDA

10.3.2021 - 15:19

Smoke rises after Saudi-led airstrikes on an army base in Sanaa, Yemen, Sunday, Mar. 7, 2021. The Saudi-led coalition fighting Iran-backed rebels in Yemen said Sunday it launched a new air campaign on the war-torn countryâÄ™s capital and on other provinces. The airstrikes come as retaliation for recent missile and drone attacks on Saudi Arabia that were claimed by the Iranian-backed rebels. (AP Photo/Hani Mohammed)
In einem Migrantenlager in der Stadt Sanaa hat es am Sonntag gebrannt. 
Bild: Keystone

Bereits am Sonntag hat es in einem Migrantenlager in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa gebrannt. Nun wird klar: Über 80 Personen sind dabei ums Leben gekommen – und von den 150 Verletzten schweben die meisten in Lebensgefahr.

SDA

10.3.2021 - 15:19

Bei dem Brand in einem Migrantenlager in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa am Sonntag sind medizinischen Kreisen zufolge mehr als 80 Menschen ums Leben gekommen. Die Mehrheit der weiteren 150 Verletzten schwebten in Lebensgefahr, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch.

Die meisten Opfer seien Migranten. Die Internationale Organisation für Migration (IOM) hatte zunächst von acht Toten und 170 Verletzten gesprochen. Laut IOM waren fast 900 Migranten vorwiegend aus Äthiopien dort untergebracht. 

Die Huthi-Rebellen, die den Norden des Landes einschliesslich der Hauptstadt Sanaa kontrollieren, hätten strenge Regeln in den Krankenhäusern erlassen, hiess es aus medizinischen Kreisen. Vertreter und Augenzeugen dürften nicht öffentlich über den Brand oder die Zahl der Opfer sprechen. Die Huthi-Rebellen kommentierten den Brand zunächst nicht.

Die jemenitische Menschenrechtsorganisation Mwatana for Human Rights teilte mit, dass einige der Verletzten festgenommen worden seien. Ihnen werde humanitäre Hilfe und der Besuch von Angehörigen verwehrt. Die Organisation berichtete unter Berufung auf Augenzeugen, dass zwischen Migranten und Huthi-Aufsehern Streit ausgebrochen sei.

Als dieser eskalierte, hätten die Aufseher «rauchende Projektile» durch das Fenster geworfen. Diese seien explodiert und hätten den Brand verursacht. Im Internet kursierte ein Video, das Szenen nach dem Brand zeigen soll. In einem ausgebrannten Raum liegen mehrere verkohlte Leichen teils übereinander am Boden.

Im Jemen kämpft ein von Saudi-Arabien geführten Militärbündnis an der Seite der Regierung gegen die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen. Trotz des Krieges brechen jedes Jahr Zehntausende Afrikaner in den Jemen auf, unter anderem, um von dort auf der Suche nach Arbeit in Richtung der reichen Golfstaaten zu reisen. Allein im Januar zählte die IOM die Ankunft von 2500 Migranten aus Äthiopien und Somalia.

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