John McCain soll im Kongress aufgebahrt werden

AP

27.8.2018

Die ersten Pläne für die Beisetzung des langjährigen Senators werden bekannt. Ein Blick auf die vom Verstorbenen selbst gewünschte Rednerliste sage eigentlich alles, findet dessen Kollege.

Der verstorbene US-Senator John McCain soll im Kongress aufgebahrt werden. Die Trauerfeierlichkeiten sollten am Mittwoch, dem 82. Geburtstag McCains, in dessen Heimatstaat Arizona beginnen, twitterte Gouverneur Doug Ducey am Sonntag. In der ersten Septemberwoche werde McCain unter der Rotunde des US-Parlaments in Washington aufgebahrt, teilten die Führer der Kongressparteien mit. McCain soll in Anapolis im Staat Maryland begraben werden, an der Seite von Admiral Chuck Larson, eines Freundes aus der Marineakademie. Ducey hat ausserdem die Aufgabe, einen Nachfolger für McCain zu ernennen. Die Wahl ist für die Republikanische Partei heikel.

Der über Parteigrenzen hinaus geachtete Vietnamkriegsveteran und langjährige Parlamentarier McCain war am Samstag auf seiner Ranch in Arizona an Hirnkrebs gestorben. Als der Leichenwagen am Sonntag über die Interstate 17 gen Süden fuhr, nahmen Hunderte Abschied von dem Verstorbenen. An jeder Brücke und jeder Abfahrt sammelten sich Menschen. Viele schwenkten US-Flaggen. Andere stoppten ihre Autos, um die Szene zu beobachten.

Einzelheiten für die Trauerfeiern wurden noch ausgearbeitet. Erwartet wurde, dass die früheren US-Präsidenten George W. Bush und Barack Obama bei der Beerdigung sprechen werden. Sie hatten die Ambitionen McCains auf das höchste Staatsamt vereitelt - Bush 2000 in der Vorwahl der Republikaner, der Demokrat Obama bei der Präsidentenwahl 2008. McCain habe sich mit beiden harte Kämpfe geliefert, sagte dessen Senatskollege Jeff Flake. Dass er sie als Redner zu seiner Beerdigung eingeladen habe, sage eigentlich alles.

Dagegen hat McCains Familie nach Angaben zweier Quellen im Weissen Haus bereits vor dem Tod des Senators darum gebeten, dass der aktuelle Amtsinhaber Donald Trump der Beisetzung fernbleiben möge. Es sei damit zu rechnen, dass stattdessen Vizepräsident Mike Pence kommen werde.

Trump, der um einen Vietnameinsatz herumgekommen war, hatte es im Wahlkampf 2016 für angebracht gehalten, sich mit der Bemerkung profilieren, für ihn sei McCain kein Held, weil dieser sich habe gefangen nehmen lassen. Dass McCain vor einem Jahr Trumps Krankenversicherungspläne mit seiner Stimme zu Fall brachte, nahm ihm der Präsident bis zum Schluss übel. Immerhin kondolierte der Familie via Twitter.

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