US-Wahlen

Kamala Harris ist für viele die eigentliche Hoffnungsträgerin

dpa/sob

7.11.2020

Als erste Frau, erste Schwarze und erste Amerikanerin mit indischen Wurzeln für das Vize-Amt geht Kamala Harris für viele als die eigentliche Hoffnungsträgerin der Wahl in den USA hervor. Sollte sich Joe Biden aus gesundheitlichen Gründen zurückziehen, würde sie übernehmen.

Die gewählte US-Vizepräsidentin Kamala Harris verspricht, sich mit Joe Biden in den Dienst des Landes stellen zu wollen. «Bei dieser Wahl geht es um so viel mehr als um Joe Biden und mich. Es geht um die Seele Amerikas und unsere Bereitschaft, dafür zu kämpfen», schrieb sie auf Twitter, als Bidens Sieg feststand. «Wir haben eine Menge Arbeit vor uns. Lasst uns anfangen.»

Noch nie zuvor war eine Schwarze und Frau in den USA im Amt des Vizepräsidenten. Im Wahlkampf bestand eine ihrer Aufgaben darin, nicht-weisse Wähler für Joe Biden zu mobilisieren. Einmal im Amt wird von ihr erwartet, dass sie sich in den kommenden vier Jahren für deren Belange einsetzt.

Die gewählte Vizepräsidentin Kamala Harris mit ihrem Mann Douglas Emhoff an einer Wahlveranstaltung in Philadelphia, Pennsylvania, am 2. November 2020. 
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Vater aus Jamaika, Mutter aus Indien

Harris wurde am 20. Oktober 1964 in Oakland in Kalifornien geboren, wo sie in einer afroamerikanischen Community aufwuchs. Ihr Vater war aus Jamaika in die USA eingewandert, um Wirtschaft zu studieren. Ihre Mutter – eine Krebsforscherin und Bürgerrechtlerin – kam aus Indien.

Im Laufe ihrer Karriere war Harris mehrfach die Erste: Nach ihrem Studium in Washington und in Kalifornien wurde sie als erste Schwarze Bezirksstaatsanwältin von San Francisco. Ab 2010 hatte sie als erste Frau den Posten der Attorney General (Justizministerin und Generalstaatsanwältin) in ihrem Heimatstaat inne. In den US-Senat zog sie 2017 als erste Schwarze ein, die Kalifornien repräsentierte - und war die zweite Afroamerikanerin in der Parlamentskammer überhaupt.



Am Tag zum Gedenken an den Bürgerrechtler Martin Luther King 2019 gab Harris ihre Bewerbung um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten bekannt. "Die Amerikaner wollen eine Kämpferin, sie wollen jemanden, der wie verrückt für sie kämpft", sagte sie damals. Ihre Gegner kritisierten, dass sie sich ideologisch nicht verorten lasse, und versuchten, ihre Karriere in der Justiz gegen sie zu verwenden: Sie sahen einige ihrer Entscheidungen nicht im Einklang mit ihrem Versprechen nach Reformen eines "kaputten" Strafjustizsystems. Im Dezember beendete sie ihre Kampagne.

Im Sommer machte Biden Harris zu seiner Vize-Kandidatin. Ganze Artikel beschäftigten sich mit der Tatsache, dass Harris im Wahlkampf meist Turnschuhe trug - wie auch oft ihr Mann Douglas Emhoff. Einige sahen darin ihren Tatendrang. Biden beschreibt Harris als "furchtlose Kämpferin". Mit seiner Entscheidung für sie ebnete er den Weg dafür, dass es in nicht allzu ferner Zukunft eine schwarze Präsidentin in den USA geben könnte. Der gewählte Präsident Biden ist 77 Jahre alt - die 56-Jährige Harris könnte ihn beerben, zumindest als nächste Präsidentschaftskandidatin der Demokraten.

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