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Immer mehr Länder wollen Kampfpanzer in die Ukraine schicken

Agenturen/red

25.1.2023

Kampfpanzer für die Ukraine: «Für unsere Jungs wird es einfacher»

Kampfpanzer für die Ukraine: «Für unsere Jungs wird es einfacher»

Die angekündigte Lieferung von Kampfpanzern ist auf den Strassen von Kiew mit Erleichterung aufgenommen worden. «Unsere Jungs werden es jetzt leichter haben,» sagte eine Frau.

25.01.2023

Nur Stunden nach der deutschen Zusage von 14 Leopard-Panzern für Kiew hat die US-Regierung angekündigt, der Ukraine 31 Kampfpanzer vom Typ M1 Abrams zu liefern. Weitere Länder wollen der Ukraine Kampfpanzer überlassen. Die Entwicklungen im Ticker.

Agenturen/red

25.1.2023

Das Wichtigste im Überblick

  • Deutschland will in einem ersten Schritt 14 Leopard-Kampfpanzer des Typs 2A6 aus den Beständen der Bundeswehr in die Ukraine liefern.
  • Nur Stunden nach der deutschen Zusage von Leopard-Panzern für Kiew hat die US-Regierung angekündigt, der Ukraine 31 Kampfpanzer vom Typ M1 Abrams zu liefern.
  • Immer mehr Länder erklären sich nun zu Lieferungen von Kampfpanzern bereit – darunter Polen, Portugal, Spanien und Norwegen. Andere Länder wie Finnland und Schweden schliessen Lieferungen nicht aus.
  • In einer ersten offiziellen Reaktion auf den Durchbruch bei den Gesprächen über die Lieferung schwerer Panzer aus dem Westen hat sich die Regierung der Ukraine hocherfreut gezeigt.
  • Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg warnt angesichts der Waffen- und Munitionslieferungen an die Ukraine vor Ausrüstungslücken in den Mitgliedstaaten der Allianz.
  • Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Entlassung hochrangiger Regierungsvertreter infolge eines mutmasslichen Korruptionsskandals in der Armee als «notwendig» verteidigt.
  • Die Entwicklungen von Dienstag findest du hier.
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    Wir beenden unseren Live-Ticker vom 25. Januar 2023

  • 21.49 Uhr
    US-Regierung sieht keinen Riss in Beziehung mit Deutschland

    Die US-Regierung sieht die Beziehung zu Deutschland trotz des zähen Ringens um die Lieferung von Kampfpanzern an die Ukraine nicht beschädigt. Deutschland habe bewiesen, dass es ein treuer Partner der USA sowie der Ukraine sei und auch ein treues Nato-Mitglied, sagte Aussenministeriumssprecher Ned Price am Mittwoch.

    Die Entscheidung, Kampfpanzer an die Ukraine zu liefern, sei ein Ergebnis erfolgreicher Diplomatie, sagte Price weiter. Man diskutiere jeden Schritt mit allen Partnern, die sich bereit erklärt hätten, die Ukraine zu unterstützen. Normalerweise fänden diese Diskussionen hinter verschlossenen Türen statt, gelegentlich liefen sie aber auch öffentlich ab. Das untergrabe aber nicht das Signal der Einigkeit, das von der Panzer-Entscheidung ausgehe.

  • 21.27 Uhr
    Portugal kündigt Leopard-Entscheidun an

    Portugals Regierung will «in den kommenden Tagen» über die Lieferung von Leopard-Kampfpanzern an die Ukraine entscheiden. Das sagte Verteidigungsministerin Helena Carreiras am Mittwoch, wie die Nachrichtenagentur Lusa meldete. Zunächst müsse noch geprüft werden, welche Auswirkungen die Abgabe solcher Panzer auf die Verteidigungsfähigkeit der portugiesischen Armee haben würde. «Es besteht aber kein Zweifel: Portugal wird sich beteiligen und der Ukraine helfen, ihre Kapazitäten im Bereich von Leopard-2-Panzern auszubauen», sagte Carreiras laut Lusa.

  • 19.48 Uhr
    Polen begrüsst Lieferung von US-Kampfpanzern an die Ukraine

    Polens Regierungschef Mateusz Morawiecki hat US-Präsident Joe Biden für die geplante Unterstützung der Ukraine mit Kampfpanzern gedankt. «Erst die (deutschen) Leopard-Panzer, jetzt die (amerikanischen) Abrams», schrieb Morawiecki am Mittwoch auf Twitter, «Der Frieden in Europa rückt näher.» Zuvor hatte die US-Regierung angekündigt, dass sie der Ukraine zur Abwehr des russischen Angriffskriegs 31 Kampfpanzer vom Typ M1 Abrams liefern werden. Auch die Bundesregierung entschied, dass Deutschland in einem ersten Schritt 14 Leopard-Kampfpanzer des Typs 2A6 an die Ukrainer übergeben wird.

    Polen hatte in der Diskussion um die Kampfpanzer-Lieferungen erheblichen Druck auf Deutschland ausgeübt. Bereits in der vorvergangenen Woche verkündete Präsident Andrzej Duda, man wolle der Ukraine 14 Leopard-Kampfpanzer überlassen. Am Dienstag stellte die polnische Regierung einen entsprechenden Exportantrag bei der Bundesregierung, die der Weitergabe der deutschen Panzer zustimmen muss, und setzte Berlin damit weiter unter Zugzwang. Nun ist klar, dass die Bundesregierung den polnischen Antrag, die in Deutschland hergestellten Panzer weiterzugeben, genehmigen wird.

  • 18.48 Uhr
    Auch Norwegen will Leopard-Panzer in die Ukraine schicken
    Monatelang wurde über die Unterstützung der Ukraine mit Leopard-Panzern diskutiert. Nun erklären sich immer. mehr Länder bereit zu Lieferungen. (Archivbild)
    Monatelang wurde über die Unterstützung der Ukraine mit Leopard-Panzern diskutiert. Nun erklären sich immer. mehr Länder bereit zu Lieferungen. (Archivbild)
    Philipp Schulze/KEYSTONE

    Nach Deutschland und weiteren Ländern will auch Norwegen der Ukraine Leopard-Kampfpanzer zur Verfügung stellen. Die norwegische Regierung unterstütze es, der Ukraine Panzer zu überlassen, und werde selbst dazu beitragen, sagte Verteidigungsminister Bjørn Arild Gram am Mittwochabend im norwegischen Rundfunksender NRK. Dies geschehe im Rahmen einer breiten Zusammenarbeit mit Verbündeten und Partnern. Wie viele der 36 Leopard-Panzer des Landes geliefert würden, könne er noch nicht sagen. Es gehe aber um Panzer vom Typ Leopard 2A4.

  • 18.27 Uhr
    Biden: Kampfpanzer-Lieferung keine offensive Bedrohung für Russland

    Die Lieferung von Kampfpanzern an die Ukraine ist nach Angaben von US-Präsident Joe Biden keine «offensive Bedrohung für Russland». «Wenn die russischen Truppen nach Russland zurückkehren, werden sie dort sein, wo sie hingehören», sagte Biden am Mittwoch in Washington. Dann wäre der Krieg vorbei. «Das ist es, was wir alle wollen - ein Ende dieses Krieges in gerechter und dauerhafter Form», sagte der US-Präsident weiter. «Wir werden nicht zulassen, dass eine Nation das Territorium des Nachbarn mit Gewalt an sich reisst.» Die US-Regierung hatte zuvor angekündigt, Abrams-Kampfpanzer zur Abwehr des russischen Angriffskriegs in die Ukraine zu schicken.

    Die Lieferung der Abrams-Panzer in die Ukraine wird nach den Worten von US-Präsident Joe Biden «einige Zeit in Anspruch nehmen». Die Zeit solle nun genutzt werden, um sicherzustellen, dass die Ukrainer vollständig darauf vorbereitet würden, die Abrams-Panzer «in ihre Verteidigung zu integrieren», sagte Biden am Mittwoch in Washington.

  • 18.03 Uhr
    USA liefern der Ukraine Abrams-Kampfpanzer

    Nur Stunden nach der deutschen Zusage von Leopard-Panzern für Kiew hat die US-Regierung angekündigt, der Ukraine 31 Kampfpanzer vom Typ M1 Abrams zu liefern. Dies werde es Kiew ermöglichen, sich angesichts des russischen Angriffskriegs besser zu verteidigen, sagte ein ranghoher Mitarbeiter des Weissen Hauses am Mittwoch. Die 31 Panzer entsprächen der Ausstattung eines ukrainischen Panzerbataillons. Die ukrainischen Streitkräfte sollen schon bald in der Nutzung und Wartung des US-Panzers geschult werden.

    Die Abrams-Panzer gehören zu den leistungsfähigsten Panzern der Welt, aber sie sind auch extrem komplex in Betrieb und Wartung – hier der Typ M1A2.
    Die Abrams-Panzer gehören zu den leistungsfähigsten Panzern der Welt, aber sie sind auch extrem komplex in Betrieb und Wartung – hier der Typ M1A2.
    Daniel Karmann/KEYSTONE

    Die US-Regierung bestellt die Panzer demnach bei der Industrie, weswegen noch unklar war, wann diese in der Ukraine ankommen würden. «Wir sprechen hier über Monate, nicht Wochen», sagte eine ranghohe Beamtin der US-Regierung. Die Ankündigung der Lieferung am gleichen Tag wie jene aus Berlin demonstriere, dass «die Vereinigten Staaten und Europa weiter geschlossen zusammenarbeiten, um die Ukraine zu unterstützen», sagte sie weiter.

    Die Beamten der US-Regierung machten keine Angaben dazu, welches genaue Modell der M1-Abrams-Panzer die Ukraine bekommen soll. Auch zur Lieferung der dazugehörigen Munition wollten sie zunächst keine Details nennen. Zum Lieferumfang würden aber in jedem Fall auch Bergepanzer vom Typ M88 gehören. Es gehe darum, sicherzustellen, dass die ukrainischen Streitkräfte die Panzer langfristig eigenständig einsetzen könnten, hiess es.

  • 17.17 Uhr
    Putin behauptet vor Studierenden: Deutschland ist von den USA besetzt

    Der russische Präsident Wladimir Putin hat bei einem Universitätsbesuch in Moskau vor Studierenden behauptet, dass Deutschland bis heute von US-Truppen besetzt und kein unabhängiger Staat sei. «Formal und juristisch befinden sich auf dem Gebiet der Bundesrepublik amerikanische Besatzungstruppen. Das ist so Fakt, und dort gibt es sehr viele», sagte Putin am Mittwoch in einem vom Staatsfernsehen gezeigten Gespräch mit einer Studentin.

    Putin äusserte sich vor den handverlesenen Studierenden im Stil eines Verschwörungstheoretikers und meinte etwa, dass die europäischen Eliten nicht den Interessen ihrer Staaten dienten, sondern anderen – gemeint sind die USA. Es gebe sogar deutsche Politiker, die davon sprächen, dass Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg nie ein eigenständiger Staat gewesen sei, behauptete Putin.

    Russland und seine Führung stehen immer wieder wegen Desinformation und Lügenpropaganda international in der Kritik.

  • 17.09 Uhr
    Ukraine freut sich auf «gute Nachrichten» aus den USA

    Nach einem Telefonat mit seinem US-Amtskollegen Lloyd Austin freut sich der ukrainische Verteidigungsminister Oleksii Resnikow auf «weitere gute Nachrichten», wie er bei Twitter schrieb. Man habe über die weitere Stärkung der ukrainischen Armee gesprochen, insbesondere über weitere Panzer, sowie Nachschub und Wartung. Es wird erwartet, dass die USA heute die Lieferung von Abrams-Panzer offiziell machen. US-Präsident Joe Biden will um 18 Uhr MEZ vor die Presse treten.

  • 16.25 Uhr
    Norwegen lässt geflohenen Wagner-Söldner frei

    Ein geflohener Söldner der russischen Wagner-Gruppe kommt nach seiner Festnahme in Norwegen wieder auf freien Fuss. Andrej Medwedew sollte am Mittwoch unter der Bedingung aus einem Haftzentrum freigelassen werden, dass er sich an einem bestimmten Ort aufhält. Das teilte die Einwanderungseinheit der Polizei mit. Man könne ihn nicht mehr nach dem Einwanderungsgesetz festhalten.

    Medwedew war am Sonntagabend festgenommen worden. Er soll 2022 monatelang Mitglied der Wagner-Gruppe gewesen sein, ehe er nach Norwegen floh und Asyl beantragte. Norwegen grenzt im hohen Norden an Russland, dort gelangte Medwedew nach Angaben des norwegischen Rundfunksenders NRK vor knapp zwei Wochen über die Grenze.

    Die Wagner-Gruppe gehört dem Oligarchen Jewgeni Prigoschin, der wegen seiner guten Beziehungen zum russischen Präsidenten Wladimir Putin auch als «Putins Koch» bekannt ist. Prigoschin hat in den russischen Gefängnissen Tausende Häftlinge für den Krieg gegen die Ukraine rekrutiert. Dabei versprach er den Gefangenen die Freilassung nach Ende ihres Vertrags, drohte aber zugleich mit standrechtlichen Hinrichtungen, sollten sie versuchen zu fliehen.

    Medwedew hatte in einem auf Gulagu.net veröffentlichten Video die Befürchtung geäussert, dass er brutal getötet werde, sollte man ihn zurück nach Russland schicken. Die norwegischen Behörden haben aber bislang nicht erklärt, dass sie das tun wollen.

  • 15.40 Uhr
    Russisches Gericht verfügt Aus für älteste Menschenrechtsorganisation

    Ein Gericht in der russischen Hauptstadt hat die Schliessung der noch zu Sowjetzeiten gegründeten Menschenrechtsorganisation Moskauer Helsinki-Gruppe verfügt. Dem Antrag des russischen Justizministeriums auf Liquidierung werde stattgegeben, entschied Richter Michail Kasakow am Mittwoch im Moskauer Stadtgericht. Die 1976 gegründete Helsinki-Gruppe ist die älteste Bürgerrechtsorganisation des Landes; sie kündigte an, gegen die Entscheidung des Gerichts Einspruch einzulegen.

    Die russischen Gerichte gelten als vom Kreml gesteuert, weshalb die Entscheidung erwartet worden war. Viele Nichtregierungsorganisationen (NGO) beklagen politische Verfolgung durch die russische Justiz. Das Justizministerium hatte der Helsinki-Gruppe vorgeworfen, gesetzeswidrig ausserhalb der Moskauer Region tätig geworden und etwa bei Prozessen in anderen Teilen des Landes anwesend gewesen zu sein.

    Die Moskauer Helsinki-Gruppe wurde 1976 kurz nach der Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit (KSZE) gegründet, als die sowjetische Delegation die Schlussakte von Helsinki unterzeichnete. Zu Sowjetzeiten wurde die Gruppe allerdings verfolgt. Erst später liess der behördliche Druck nach.

    Die prominente Menschenrechtlerin Ljudmila Alexejewa war bis zu ihrem Tod 2018 Vorsitzende der NGO. In den letzten Jahren ist der Druck auf diese älteste Menschenrechtsorganisation Russland allerdings wie im Fall anderer Bürgerrechtsvereinigungen wieder gestiegen.

  • 15.30 Uhr
    Kiew gesteht russische Eroberung von Soledar ein

    Mehr als eine Woche nach der russischen Seite hat das ukrainische Militär den Verlust der Kleinstadt Soledar im Gebiet Donezk eingestanden. Um das Leben der Soldaten zu retten, hätten diese sich auf bereits vorbereitete Verteidigungslinien zurückgezogen, sagte der Sprecher der Ostgruppe der Armee, Serhij Tscherewatyj, am Mittwoch dem ukrainischen öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Durch den Rückzug sei ein Durchbruch des Gegners in den rückwärtigen Raum verhindert worden.

    Soledar stand im Januar unter Beschuss. Nun bestätigt Kiew die Eroberung der ostukrainischen Stadt durch russische Truppen. 
    Soledar stand im Januar unter Beschuss. Nun bestätigt Kiew die Eroberung der ostukrainischen Stadt durch russische Truppen. 
    Keystone

    Es habe weder eine Einkreisung noch Gefangennahme der ukrainischen Einheiten gegeben, so Tscherewaty. Seinen Angaben nach erlitten die russischen Truppen bei der Eroberung gewaltige Verluste, die vergleichbar mit den beiden Tschetschenienkriegen (1994 bis 1996 und 1999 bis 2000) seien. Zu den eigenen Verlusten machte der Militärsprecher keine Angaben.

    Russische Einheiten hatten die komplette Eroberung von Soledar bereits zu Beginn voriger Woche verkündet. Dabei stritten sich Verteidigungsministerium und die Führung der Söldnertruppe Wagner zeitweise darum, wer den Ruhm für die Einnahme der völlig zerstörten Kleinstadt, die vor dem Krieg rund 10'000 Einwohner zählte, für sich beanspruchen darf.

  • 14.50 Uhr
    Ukraine dankt Deutschland für angekündigte Panzerlieferung

    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und Deutschland für die zugesagte Lieferung von Kampfpanzern gedankt. «Deutsche Kampfpanzer, eine erweiterte Rüstungsunterstützung und Ausbildungsmissionen und grünes Licht für die Lieferung ähnlicher Waffen durch Partnerstaaten», fasste der 45-Jährige den Inhalt eines Telefonats mit Scholz am Mittwoch zusammen. Die Ukraine sei dem Kanzler und allen Freunden der Ukraine in Deutschland aufrichtig dankbar, schrieb er auf Twitter.

    Kurz vor Selenskyj hatte sich auch Verteidigungsminister Olexij Resnikow erfreut über die Zusage gezeigt. «Leoparden sehen gut aus in der Ukraine», schrieb er bei Twitter und dankte Deutschland.

  • 14.45 Uhr
    Spanien zur Leopard-Lieferung an die Ukraine bereit

    Nach der Entscheidung aus Berlin hat Spanien seine Bereitschaft bekräftigt, Leopard-2-Kampfpanzer aus deutscher Produktion an die Ukraine zu liefern. Möglich sei auch «die Ausbildung im Umgang mit Leopard-Panzern» oder «Hilfe bei deren Wartung und Instandhaltung», sagte Verteidigungsministerin Margarita Robles am Mittwoch im spanischen Fernsehen. Sie machte allerdings keine Angaben dazu, wie viele Panzer Spanien liefern könne, noch wann dies geschehen könnte.

    Zuvor hatte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) am Mittwochmittag die Lieferung deutscher Leopard-Panzer an die Ukraine bekannt gegeben. Nach Angaben eines Regierungssprechers wird Deutschland zudem Partnerländern, die Leopard-2-Panzer aus ihren Beständen an die Ukraine liefern wollen, die Genehmigung dazu erteilen.

  • 14.35 Uhr
    Scholz zieht rote Linien: Keine Kampfjets und Bodentruppen

    Nach der Entscheidung für die Lieferung von Kampfpanzern in die Ukraine hat der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz rote Linien für die weitere militärische Unterstützung des von Russland angegriffenen Landes gezogen.

    Die Lieferung von Kampfflugzeugen oder die Entsendung von Bodentruppen schloss Scholz am Mittwoch im Bundestag aus. «Dass es nicht um Kampfflugzeuge geht, habe ich ja sehr früh klargestellt und mache das auch hier», sagte der Regierungschef. Als kurz nach Kriegsbeginn über Flugverbotszonen diskutiert worden sei, hätten er und US-Präsident Joe Biden gesagt: «Das werden wir nicht tun. Und an dieser Haltung hat sich gar nichts geändert und wird sich auch nichts ändern.»

    Scholz: Müssen Krieg zwischen Russland und der NATO verhindern

    Scholz: Müssen Krieg zwischen Russland und der NATO verhindern

    Der Kanzler sagte in einer Fragestunde im Bundestag, es sei richtig, dass Deutschland sich bei der Entscheidung, Leopard-Kampfpanzer in die Ukraine zu liefern, nicht habe treiben lassen.

    25.01.2023

    Scholz fügte hinzu: «Bodentruppen werden wir in keinem Fall schicken. Ich habe gesagt, es wird keine direkte Beteiligung von Nato-Soldaten in dem Ukraine-Krieg geben. Das ist bisher nicht der Fall und das wird auch in Zukunft nicht der Fall sein. Und darauf können sich alle verlassen», sagte Scholz. «Das ist von Anfang an so gesagt worden, nicht nur von mir, sondern auch vom amerikanischen Präsidenten. Und zusammen sollte das ja wohl ein gewichtiges Wort sein.»

    Scholz hatte am Mittwochvormittag angekündigt, dass die Ukraine 14 Kampfpanzer vom Typ Leopard 2 aus den Beständen der Bundeswehr erhält. Der ukrainische Vizeaussenminister Andrij Melnyk hatte bereits am Dienstagabend, nachdem die Entscheidung der Bundesregierung bekannt geworden war, auch die Lieferung von Kampfjets gefordert.

  • 14.25 Uhr
    Scholz verteidigt Panzer-Lieferung in die Ukraine

    Der deutsche Kanzler Olaf Scholz hat im Bundestag die Entscheidung der Bundesregierung verteidigt, Leopard-Kampfpanzer in die Ukraine zu schicken.

    Deutschland handele bei der militärischen Unterstützung der Ukraine nach dem Prinzip, das Notwendige möglich zu machen und gleichzeitig eine Eskalation zu einer Auseinandersetzung zwischen der Nato und Russland zu vermeiden. «Dieses Prinzip werden wir auch weiter beachten.»

    Der deutsche Kanzler Olaf Scholz weist die Vorwürfe, Deutschland habe die Ukraine militärisch zu wenig unterstützt, zurück. Gleichzeitig verteidigt er die angekündigte Lieferung der Leopard-Panzer. 
    Der deutsche Kanzler Olaf Scholz weist die Vorwürfe, Deutschland habe die Ukraine militärisch zu wenig unterstützt, zurück. Gleichzeitig verteidigt er die angekündigte Lieferung der Leopard-Panzer. 
    Keystone 

    Scholz wies auch Vorwürfe zurück, Deutschland habe zu wenig für die militärische Unterstützung der Ukraine getan. «Deutschland wird immer vorne an sein, wenn es darum geht, die Ukraine zu unterstützen», versprach er. Nach seinen Angaben ist Deutschland nach den USA zusammen mit Grossbritannien der grösste Waffenlieferant für die Ukraine.

    Scholz hatte am Mittwochvormittag angekündigt, dass die Ukraine 14 Kampfpanzer vom Typ Leopard 2 aus den Beständen der Bundeswehr erhält. Zusammen mit Verbündeten sollen insgesamt etwa 90 Leopard-Panzer in die Ukraine geschickt werden, um das Land bei seinem Abwehrkampf gegen Russland zu unterstützen.

  • 14.15 Uhr
    Russische Botschaft nennt Leopard-Lieferung «äusserst gefährlich»

    Die russische Botschaft in Berlin hat die deutsche Ankündigung zur Lieferung von Kampfpanzern an die Ukraine scharf kritisiert.

    «Berlins Entscheidung, Kiew Panzer vom Typ Leopard 2 zu liefern, ist äusserst gefährlich, weil sie den Konflikt auf ein neues Level der Konfrontation hebt», sagte Botschafter Sergej Netschajew am Mittwoch einer Pressemitteilung zufolge. Die Entscheidung widerspreche den Ankündigungen deutscher Politiker, sich nicht in den Konflikt hineinziehen lassen zu wollen.

    Sergej Netschajew, Botschafter der Russischen Föderation in Deutschland, kritisiert den Entscheid, Leopard-Panzer an die Ukraine zu liefern, scharf. 
    Sergej Netschajew, Botschafter der Russischen Föderation in Deutschland, kritisiert den Entscheid, Leopard-Panzer an die Ukraine zu liefern, scharf. 
    Keystone

    Deutschland und seine westlichen Partner seien nicht an einer diplomatischen Lösung des Konflikts interessiert. Vielmehr setze es auf Eskalation, kritisierte Netschajew. «Berlins Entscheidung bedeutet eine endgültige Abkehr der BRD vom Eingeständnis der historischen Verantwortung gegenüber unserem Volk für die schrecklichen, nicht verjährenden Verbrechen des Nazismus im Grossen Vaterländischen Krieg», so der 69-Jährige. Deutsche Panzer würden wieder an die «Ostfront» geschickt, was nicht nur den Tod russischer Soldaten, sondern auch der Zivilbevölkerung bedeute, so Netschajew.

    Nach der deutschen Ankündigung zur Lieferung von Schützenpanzern und eines Patriot-Luftabwehrsystems an die Ukraine Anfang Januar hatte sich die russische Botschaft bereits ähnlich geäussert. Es handle sich um «einen weiteren Schritt hin zur Konflikteskalation in der Ukraine», hiess es damals unter anderem.

  • 13.04 
    Kiew begrüsst deutschen Entscheidung als «ersten Schritt»

    Die Ukraine hat die Entscheidung der Bundesregierung zur Lieferung von Leopard-Kampfpanzern an die Ukraine als «ersten Schritt» bezeichnet. «Ein erster Schritt ist gemacht», erklärte Präsidialamtsleiter Andrij Jermak am Mittwoch im Onlinedienst Telegram. Der nächste Schritt sei die Bildung einer «Panzer-Koalition», schrieb Jermak: «Wir brauchen eine Menge Leoparden.»

    Polen verhandelt eigenen Angaben zufolge mit etwa 15 Staaten über die Bildung einer internationalen Koalition zur Lieferung von Leopard-Panzern an Kiew. Unter anderem Polen und Finnland haben sich bereits zu einer Lieferung aus eigenen Beständen bereit erklärt.

  • 12.33 Uhr
    Kreml: «Panzer werden brennen wie alle übrigen»,

    Der Kreml hat die geplanten Panzerlieferungen an die Ukraine als militärisch nutzlos, aber politisch höchst gefährlich kritisiert. «Diese Panzer werden brennen wie alle übrigen», kommentierte Kremlsprecher Dmitri Peskow Berichte über die Bereitschaft der USA, Panzer an die Ukraine zu liefern. Russische Experten halten den T-90 Panzer aus landeseigener Produktion für überlegen und erprobt in Kriegen.

    Zugleich beklagte der 55-Jährige, dass aufgrund der westlichen Politik «die Lage in Europa und der Welt tatsächlich sehr, sehr angespannt» sei. Perspektiven einer diplomatischen Lösung des Konflikts gebe es derzeit nicht.

    Der Plan, Panzer an die Ukraine zu liefern, um deren Kampfkraft zu stärken, sei zum Scheitern verurteilt, sagte Peskow. «Das ist eine klare Überschätzung des Potenzials, das sie den ukrainischen Streitkräfte zusätzlich geben.» Es sei zudem klar, dass es in der Nato Probleme gebe, so viele Panzer bereitzustellen.

    Nach Darstellung Peskows irrt der Westen, wenn er glaube, dass die europäische Sicherheit durch eine Stärkung der ukrainischen Armee und eine Fortsetzung des Kriegs erreicht werden könne. «Das ist eine absurde Überzeugung, das ist eine Sackgasse», sagte Peskow. Moskau sehe sich durch die Entwicklung in seinem Vorgehen gegen die Ukraine bestätigt, meinte er mit Blick auf ukrainische Drohungen, Städte in Russland anzugreifen. Kremlchef Wladimir Putin hatte immer wieder behauptet, er sei der Ukraine mit dem russischen Angriff zuvorgekommen.

    Kreml-Sprecher Dmitri Peskow hat die Lieferung von US-Panzern an die Ukraine als nutzlos, aber gefährlich kritisiert.
    Kreml-Sprecher Dmitri Peskow hat die Lieferung von US-Panzern an die Ukraine als nutzlos, aber gefährlich kritisiert.
    Bild: Keystone
  • 12.16 Uhr
    Polen dankt Berlin für Leopard-Lieferung an Ukraine

    Polens Regierungschef Mateusz Morawiecki hat dem deutschen Bundeskanzler Olaf Scholz für die geplante Unterstützung der Ukraine mit Leopard-Kampfpanzern gedankt. «Die Entscheidung, Leopard-Kampfpanzer in die Ukraine zu liefern, ist ein grosser Schritt, um Russland zu stoppen. Zusammen sind wir stärker», schrieb Morawiecki am Mittwoch auf Twitter. Unmittelbar zuvor hatte die Bundesregierung angekündigt, dass Deutschland in einem ersten Schritt 14 Leopard-Kampfpanzer des Typs 2A6 in die Ukraine liefern will.

    Polen hatte in der Diskussion um die Kampfpanzer-Lieferungen schon seit längerem Druck auf Deutschland ausgeübt. Bereits in der vorvergangenen Woche verkündete Präsident Andrzej Duda, man wolle der Ukraine 14 Leopard-Kampfpanzer überlassen. Am Dienstag stellte die polnische Regierung einen entsprechenden Exportantrag bei der Bundesregierung und setzte Scholz damit weiter unter Zugzwang. Nun ist klar, dass die Bundesregierung den polnischen Antrag, die in Deutschland hergestellten Panzer weiterzugeben, genehmigen wird.

  • 11.49 Uhr
    Deutschland liefert 14 Leopard-2-Kampfpanzer in die Ukraine

    Deutschland will in einem ersten Schritt 14 Leopard-Kampfpanzer des Typs 2A6 aus den Beständen der Bundeswehr in die Ukraine liefern. Das kündigte Regierungssprecher Steffen Hebestreit am Mittwoch in einer Mitteilung an.

    Pistorius: Lieferung von Leopard-Panzern «richtige und historische Entscheidung»

    Pistorius: Lieferung von Leopard-Panzern «richtige und historische Entscheidung»

    Deutschland liefert der Ukraine 14 Leopard-2-Kampfpanzer. Dies sei aber kein Grund für «Halleluja-Rufe», sagte Bundesverteidigungsminister Pistorius.

    25.01.2023

  • 11.22 Uhr
    Selenskyj feiert Geburtstag - Selenska wünscht mehr Gründe zum Lächeln

    Die Frau des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, Olena Selenska, hat ihrem Ehemann über den Kurznachrichtendienst Twitter zum 45.

    Geburtstag gratuliert und ihm mehr Grund zur Freude gewünscht. Sie werde oft gefragt, wie sich Selenskyj im vergangenen Jahr seit Beginn des russischen Angriffskriegs verändert habe. «Und ich sage immer: Er hat sich nicht geändert. Er ist derselbe. Derselbe Bursche, den ich getroffen habe, als wir 17 Jahre alt waren», schrieb die 44-Jährige am Mittwoch.

    Doch tatsächlich habe sich etwas geändert. Ihr Mann lache weniger, schrieb Selenska, die ein Foto veröffentlichte aus glücklichen Tagen. «Ich wünsche Dir mehr Gründe zum Lächeln.» Zugleich lobte sie Selenskyjs Hartnäckigkeit und wünschte ihm genug Gesundheit für das neue Lebensjahr. «Ich möchte immer mit Dir zusammen lachen. Schenk mir diese Möglichkeit.»

  • 11.12 Uhr
    Kiew will vom Westen auch Kriegsschiffe und U-Boote

    Nach den Kampfpanzern sollten die westlichen Verbündeten der Ukraine nach Ansicht der Regierung in Kiew nun auch Kriegsschiffe und U-Boote liefern.

    «Wir bräuchten Kriegsschiffe, damit die Küste geschützt werden kann, wir haben eine sehr lange Küste. Wir bräuchten auch U-Boote, um die Gefahr zu bannen, dass ein neuer Angriff von der Seeseite im Schwarzen Meer folgt», sagte der stellvertretende Aussenminister Andrij Melnyk, ehemals Botschafter in Berlin, am Mittwoch den Sendern RTL und ntv.

    Die nun zugesagten Kampfpanzer zum Abwehrkampf gegen die russische Invasion sollten nur der erste Schritt sein, sagte Melnyk. «Wir haben einen sehr mächtigen Gegner, die Russen produzieren Waffen auf Hochtouren.» Der Krieg sei noch lange nicht zu Ende.

    Bereits zuvor hatte Melnyk gesagt, dass die Ukraine auch Verstärkung für ihre Luftwaffe benötige. Deutschland könne beispielsweise mit Tornados oder Eurofighter helfen, sagte Melnyk. Er forderte vom deutschen Verteidigungsminister Boris Pistorius in dem Punkt «Leadership» (Führungsstärke).

  • 11.05 Uhr
    Korruptionsskandal zieht Kreise in Kiew: Neue Entlassung beim Militär

    Wegen des Skandals um den Kauf überteuerter Lebensmittel für Soldaten muss nach offiziellen Angaben ein weiterer ranghoher Beamter des ukrainischen Verteidigungsministeriums gehen. «Entlassen wurde der Direktor der Einkaufsabteilung im Verteidigungsministerium (Bohdan) Chmelnyzkyj», teilte die Chefin des Ausschusses für Korruptionsbekämpfung im ukrainischen Parlament, Anastassija Radina, in der Nacht zum Mittwoch per Facebook mit. Zuvor war schon Vizeverteidigungsminister Wjatscheslaw Schapowalow wegen der Affäre zurückgetreten.

    Am Wochenende hatten Medienberichte in der Ukraine für Aufsehen gesorgt, wonach das Verteidigungsministerium Lebensmittel für die Verpflegung seiner Soldaten zu Preisen ankaufe, die bis zu dreimal höher seien als die Einzelhandelspreise im Geschäft. Bei dem Vertrag über 13 Milliarden Hrywnja (gut 300 Millionen Euro) soll es sich nicht um die Verpflegung der Soldaten an der Front, sondern im Hinterland handeln.

  • 10.55 Uhr
    Schweden schliesst Leopard-Lieferung an Ukraine nicht aus

    Schweden hat derzeit keine Pläne zur Lieferung von Leopard-2-Kampfpanzern an die Ukraine, schliesst dies für die Zukunft aber nicht aus. Aktuell werde keine Spende von Panzern aus Schweden vorbereitet, aber es sei nicht ausgeschlossen, dass dies zu einem späteren Zeitpunkt geschehen könne, teilte Verteidigungsminister Pål Jonson der Zeitung «Svenska Dagbladet» mit. Bereits vergangenen Freitag hatte er dem schwedischen Radio gesagt, man habe generell keine Einwände dagegen, Panzer in die Ukraine zu schicken.

    Wie die Deutsche Presse-Agentur am Dienstag aus Koalitionskreisen erfuhr, will Deutschland Leopard-2-Panzer in die Ukraine liefern und das auch anderen Ländern wie Polen erlauben. Das schwedische Militär verfügt über rund 120 Leopard-2-Panzer, die in Schweden Stridsvagn 122 heissen.

  • 10.30 Uhr
    Russland errichtet mehr als 20 Gefängnisse in annektierten Gebieten

    Die russische Regierung hat die Gefängnisbehörde mit dem Aufbau von 25 Strafkolonien in den seit Kriegsbeginn annektierten Gebieten in der Ukraine beauftragt.

    Zwölf Gefängnisse entstehen dabei im Gebiet Donezk, sieben in Luhansk, drei im besetzten Teil des Gebiets Cherson und zwei in der Region Saporischschja, wo zudem ein Lager im offenen Vollzug entstehen soll. Das geht aus einer Regierungsanordnung am Dienstag hervor, über den die staatliche «Parlamentskaja Gaseta» am Mittwoch berichtete.

    Nach Angaben der Bürgerrechtsorganisation Sidjaschtschaja Rus (Deutsch: Russland hinter Gittern) hat die Söldnerorganisation Wagner bisher rund 50'000 Insassen russischer Gefängnisse für den Krieg in der Ukraine rekrutiert. Davon seien aber nur noch etwa 10'000 im Einsatz, der Rest sei gefallen, verwundet, gefangen genommen worden oder desertiert, berichtete die Organisation.

    Der ukrainische Generalstab teilte in seinem Lagebericht am Mittwochmorgen mit, dass die Wagner-Gruppe wegen der hohen Verluste nun Rekruten unter den ukrainischen Gefangenen anwerbe.

  • 9.50 Uhr
    Medien: Rund 30 US-Panzer für Ukraine

    Rund 30 Panzer des Typs M1 Abrams wollen die USA nach Angaben von US-Medien der Ukraine zur Verfügung stellen. Zunächst hatten die «New York Times» und andere Medien unter Berufung auf Insider von 30 bis 50 berichtet.

    Am Dienstagabend (Ortszeit) zitierten mehrere US-Medien mit dem Anliegen vertraute Amtspersonen, denen zufolge «um die 30» Abrams-Panzer eingeplant seien. Es wird erwartet, dass sich die US-Regierung am Mittwoch auch offiziell zur Panzer-Freigabe äussert.

    Die USA wollen laut Medienberichten 30 Panzer des Typs M1 Abrams an die Ukraine liefern. 
    Die USA wollen laut Medienberichten 30 Panzer des Typs M1 Abrams an die Ukraine liefern. 
    Keystone (Archivbild)

    Der «Washington Post» zufolge dürfte es jedoch Monate, wenn nicht Jahre dauern, bis die Abrams-Panzer in dem Krieg zum Einsatz kommen. Es sei unwahrscheinlich, dass die Fahrzeuge zum Frühjahr in der Ukraine ankommen, wenn mit der Offensive Russlands beziehungsweise einer Gegenoffensive der Ukraine zur Rückeroberung russisch besetzter Gebiete gerechnet wird, so die Zeitung.

    Bislang hatten die USA betont, eine Abrams-Bereitstellung aus praktischen Gründen nicht für sinnvoll zu halten. Hintergrund des Umschwenkens ist die – ebenso noch nicht offizielle – deutsche Bereitschaft, der Ukraine nun doch Leopard-2-Kampfpanzer zur Verfügung zu stellen. Nach wochenlangem Hin und Her soll Bundeskanzler Olaf Scholz die US-Zusage zu den Abrams zur Bedingung gemacht haben, um in einer koordinierten Aktion Panzer westlicher Bauart in die Ukraine zu liefern.

    Deutschland nimmt als Produktionsland des Leopard-2 in der Frage um die Lieferung eine Schlüsselrolle ein, denn es entscheidet damit nicht nur über eigene Lieferungen. Die deutsche Regierung muss auch zustimmen, dass etwa Finnland oder Polen Leoparden in ihrem Besitz an die Ukraine weitergeben dürfen.

  • 9.40 Uhr
    Russland imitiert Abschuss von Hyperschallrakete im Atlantik

    Die russische Marine hat nach eigenen Angaben bei einem Manöver im Atlantik erfolgreich mittels Computersimulation ihre neue Hyperschallrakete Zirkon getestet.

    Geschehen sei dies während einer Übung von der Fregatte «Flottenadmiral der Sowjetunion Gorschkow» im westlichen Teil des Atlantischen Ozeans, teilte das Verteidigungsministerium am Mittwoch auf ihrem Telegram-Kanal mit. Die Simulation sei erfolgreich verlaufen, meldete Kommandeur Igor Kromal in dem vom Ministerium verbreiteten Video.

    Russland testet die Hyperschallrakete Zirkon im Atlantik. Dabei hat die Marine den Abschuss der Rakete simuliert.
    Russland testet die Hyperschallrakete Zirkon im Atlantik. Dabei hat die Marine den Abschuss der Rakete simuliert.
    Keystone

    Die Rakete selbst wurde dabei nicht auf das angenommene Ziel in 900 Kilometer Entfernung abgefeuert. Auf dem Video ist lediglich zu sehen, wie sich die Raketenluke nach dem Feuerkommando öffnet. Der weitere Verlauf des Abschusses wurde auf den Bildschirmen modelliert. Damit würden die Abläufe für einen tatsächlichen Abschuss geübt, hiess es zur Begründung.

    Die Zirkon ist ein Seeziel-Flugkörper mit hoher Reichweite und enormer Geschwindigkeit. Sie soll auf mehr als 9000 Kilometer pro Stunde beschleunigen können, womit sie für die Flugabwehr praktisch unerreichbar ist. Potenziell kann die «Zirkon» auch einen Nuklearsprengkopf tragen.

  • 8.40 Uhr
    Flugzeug aus Belarus löst Luftalarm in der ganzen Ukraine aus 

    In allen Regionen der Ukraine herrscht aktuell Luftalarm. Wie mehrere ukrainische Medien berichten, stehe der Alarm im Zusammenhang mit einem Flugzeug des Typs MiG-31K. Dieses soll aus Belarus stammen und mit einer ballistischen Rakete bewaffnet sein. Dies schreibt etwa der Gouverneur von Lwiw, Maksym Kozytskyi, auf Twitter.

  • 5.10 Uhr
    Nato-Generalsekretär Stoltenberg warnt vor Ausrüstungslücken

    Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg warnt angesichts der Waffen- und Munitionslieferungen an die Ukraine vor Ausrüstungslücken in den Mitgliedstaaten der Allianz. «Unsere Unterstützung der Ukraine hat die Bestände der Nato an Waffen und Munition immer weiter geleert», sagte er der «Welt» (Mittwochsausgabe).

    Die massive Unterstützung sei aufgrund des Bedarfs der Ukraine richtig und notwendig gewesen, sagte der Nato-Chef. «Aber natürlich müssen wir unsere eigenen Vorräte an Munition und Waffensystemen wieder auffüllen, auch um sicherzustellen, dass wir die Ukraine weiter versorgen können.» Stoltenberg warnte zudem vor einer anhaltenden Bedrohung durch Russland. «Es gibt keine Anzeichen dafür, dass Präsident (Wladimir) Putin sein Ziel geändert hat, die Ukraine zu beherrschen. Nichts deutet darauf hin, dass er sich auf Frieden vorbereitet».

    Nato Generalsekretär Jens Stoltenberg am 24. Januar 2023 in Berlin. Er warnt angesichts der Waffen- und Munitionslieferungen an die Ukraine vor Ausrüstungslücken in den Mitgliedstaaten der Allianz.
    Nato Generalsekretär Jens Stoltenberg am 24. Januar 2023 in Berlin. Er warnt angesichts der Waffen- und Munitionslieferungen an die Ukraine vor Ausrüstungslücken in den Mitgliedstaaten der Allianz.
    Keystone

    Putin sei bereit, «Zehntausende russischer Soldaten in diesem völlig ungerechtfertigten Krieg zu opfern», führte Stoltenberg aus. Der russische Staatschef habe mehr als 200'000 Soldaten mobilisiert und wolle weitere mobilisieren. Zudem arbeite Putin aktiv daran, mehr Waffen zu beschaffen «von anderen autoritären Staaten wie Iran und Nordkorea».

    Die Verbündeten dürften bei der Unterstützung der Ukraine nicht nur an neue Waffenlieferungen denken, sagte Stoltenberg weiter: «Wir sollten auch sicherstellen, dass die gelieferten Systeme auch funktionieren, dass wir genügend Munition und Ersatzteile liefern, an die Wartung und Ausbildung an den Systemen. Das ist notwendig, damit dieses Gerät auch die Wirkung erzielen kann, für die es geliefert wurde.»

  • 4.35 Uhr
    Medien: USA wollen Abrams-Panzer an die Ukraine liefern

    Die USA wollen nach Berichten mehrerer US-Medien nun doch Abrams-Kampfpanzer an die Ukraine liefern. Das berichtete die «New York Times» am Dienstagabend (Ortszeit) unter Berufung auf Insider. Eine offizielle Bestätigung könne es der Zeitung zufolge bereits an diesem Mittwoch geben. Es könne sich um 30 bis 50 Panzern handeln, schrieb die Zeitung.

    Ein Panzer des Typs M1 Abrams der US Army fährt am 8. Juni 2022 während einer multinationalen Übung auf dem Truppenübungsplatz Hohenfels in Bayern über eine Strasse. 
    Ein Panzer des Typs M1 Abrams der US Army fährt am 8. Juni 2022 während einer multinationalen Übung auf dem Truppenübungsplatz Hohenfels in Bayern über eine Strasse. 
    Bild: Keystone/Nicolas Armer

    Zuvor hatte schon das «Wall Street Journal» berichtet, dass eine US-Ankündigung über die Zusage «einer grösseren Anzahl» der M1 Abrams noch diese Woche kommen könnte. Demnach soll US-Präsident Joe Biden Bundeskanzler Olaf Scholz in einem Telefonat vergangene Woche zugesagt haben, eine solche Lieferung prüfen zu lassen. Weder das Weisse Haus noch das Pentagon bestätigten am Dienstag offiziell die Meldungen.

    Kurz zuvor war aus Koalitionskreisen bekannt geworden, dass die Bundesregierung nach wochenlangem Hin und Her deutsche Leopard-2-Kampfpanzer an die Ukraine liefern und dies auch den Bündnispartnern erlauben will. Das Kanzleramt äusserte sich bisher nicht dazu. Zuletzt hatte es Berichte gegeben, wonach der deutsche Kanzler Olaf Scholz (SPD) die Lieferung der Abrams-Panzer dafür zur Bedingung gemacht habe. Berlin und Washington hatten diese Berichte zurückgewiesen. Die USA hatten bisher betont, die Bereitstellung des Abrams-Panzers aus praktischen Gründen nicht für sinnvoll zu halten.

  • 4.33 Uhr
    Schweizer Militärexperte sieht Russland gestärkt

    Im Krieg gegen die Ukraine hat Russland nach Einschätzung eines Schweizer Militärexperten eine Schwächephase überwunden. «Wir steuern auf eine Gemengelage zu, in der Kampfpanzer mit Blick auf die Verteidigung und Gegenoffensiven eine wichtige Rolle spielen», sagte Niklas Masuhr, Forscher am Center for Security Studies der ETH Zürich, der Deutschen Presse-Agentur. Seit dem Herbst habe Russland seine Position verbessert, etwa durch die Errichtung von Verteidigungslinien.

    Die Nachrüstung der ukrainischen Panzer sei erschwert, weil Russland viele Fabriken und Fertigungsstrassen etwa für Panzermunition zerstört habe. Die Nato-Staaten hätten alten Reserven bereits zur Verfügung gestellt. Entsprechend rückten jetzt westliche Kampfpanzer wie der Leopard aus deutscher Produktion oder der Abrams aus den USA in den Fokus. Nach wochenlangem Hin und Her hat Deutschland nach Angaben aus Koalitionskreisen von Dienstagabend die Lieferung von Leopard-Panzern bewilligt.

    Mit einem Minimum von 100 westlichen Panzern könne die Ukraine eine Panzerbrigade nach westlichem Modell ausrüsten, sagte Masuhr. «Kampfpanzer sind aber keine Wunderwaffe. Sie müssen im Verbund eingesetzt und repariert werden und mit Munition ausgestattet werden.» Der Experte wies zudem auf einen logistischen Alptraum für die Ukraine hin, falls die Lieferungen nicht gut abgestimmt würden. Selbst verschiedene Versionen des gleichen Typs bedeuteten zusätzliche Herausforderungen. «Wenn die Ukraine auch längerfristig befähigt werden soll, sich zu verteidigen, ist es wichtig, dass das Logistiksystem nicht übermässig kompliziert ist», sagte Masuhr. Für die Ukraine wäre es wohl insbesondere hilfreich, wenn Komponenten westlicher Panzer jenseits der Grenzen teils gewartet und repariert würden - wie dies bei Artilleriegeschützen bereits geschehen.

    Zum Kriegsverlauf sagte der Militärexperte: «Die Ukraine hat ihre bisherigen Gegenoffensiven in russischen Schwächephasen durchgeführt, insbesondere im Herbst. Seitdem hat Russland sich aber konsolidiert und auf Kommandoebene eine stetere Hand.» Die Ukraine könne sich auch nicht darauf verlassen, dass sich «russische Unzulänglichkeiten aus dem ersten Jahr notwendigerweise wiederholen werden». Der Krieg dauert bereits seit Februar vergangenen Jahres.

  • 2.02 Uhr
    Selenskyj bezeichnet Entlassungswelle in Regierung als «notwendig»

    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Entlassung hochrangiger Regierungsvertreter infolge eines mutmasslichen Korruptionsskandals in der Armee als «notwendig» verteidigt. «Wir brauchen einen starken Staat», sagte er am Dienstagabend in seiner täglichen Videoansprache. Die Entlassungen seien «notwendig für unsere Verteidigung - und es hilft unserer Annäherung an die europäischen Institutionen».

    «Alle internen Probleme, welche die Stärkung des Staates verhindern, werden gerade geregelt – und sie werden auch künftig geregelt», sagte der Präsident weiter. Am Dienstag waren infolge eines mutmasslichen Korruptionsskandals in der ukrainischen Armee mehrere Vize-Minister, Gouverneure und hochrangige Beamte zurückgetreten oder entlassen worden.

    Zuvor waren Berichte veröffentlicht worden, in denen das Verteidigungsministerium beschuldigt wurde, bei der Beschaffung von Lebensmitteln einen Vertrag zu überhöhten Preisen abgeschlossen zu haben. Sie sollen zwei bis drei Mal höher gelegen haben als die üblichen Einkaufspreise. Sollten sich die Berichte bewahrheiten, wäre dies der erste derart grosse Korruptionsskandal in der Ukraine seit Beginn der russischen Invasion. Das Verteidigungsministerium hatte die Vorwürfe zurückgewiesen.

  • 0.30 Uhr
    Selenskyj sieht hohen Bedarf an Kampfpanzern

    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat am Dienstag zurückhaltend auf Berichte über die Zusage von Kampfpanzen aus deutscher Produktion reagiert. «Viele Bemühungen, Worte, Versprechen», sagte er am Dienstagabend in einer Videoansprache. Wichtiger sei, die Realität zu sehen. «Es geht nicht um fünf oder zehn oder fünfzehn Panzer. Der Bedarf ist grösser.» Die Ukraine bemühe sich täglich, den Mangel an schweren Kampfpanzern auszugleichen. «Und ich danke jedem Einzelnen von Ihnen, der uns dabei unterstützt.»

    Die Diskussionen um die Lieferung von Panzern müssten jetzt in Entscheidungen münden, forderte Selenskyj. «Entscheidungen, die unsere Verteidigung gegen die (russischen) Terroristen wirklich stärken.» Die Verbündeten der Ukraine verfügten über die erforderliche Anzahl von Panzern. «Wenn wir das nötige Gewicht an Entscheidungen haben, werden wir Ihnen gern für jede einzelne wichtige Entscheidung danken», betonte Selenskyj. «Daran arbeiten wir noch.»

    Nach langem Zögern hat sich Deutschland entschlossen, Leopard-Kampfpanzer in die Ukraine zu liefern und erlaubt das auch anderen Ländern. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Dienstag in Berlin aus Koalitionskreisen. Zuvor hatten «Spiegel» und ntv darüber berichtet. Geplant ist nach «Spiegel»-Informationen, mindestens eine Kompanie mit der Version Leopard 2A6 aus Beständen der Bundeswehr auszustatten. Dafür wären 14 der Waffensysteme nötig. Zuvor hatte bereits Polen angekündigt, der Ukraine eine Kompanie Leopard-Panzer liefern zu wollen. Auch Finnland und weitere Länder sind dazu bereit.

  • 0.10 Uhr
    Kiew erfreut über Lieferung von Kampfpanzern

    In einer ersten offiziellen Reaktion auf den Durchbruch bei den Gesprächen über die Lieferung schwerer Panzer aus dem Westen hat sich die Regierung der Ukraine hoch erfreut gezeigt. Der Kanzleichef von Präsident Wolodymyr Selenskyj, Andrij Jermak, schrieb am Dienstagabend auf Telegram: «Wir werden alles haben, alles für die Rückeroberung unserer Gebiete und für die Gegenoffensive. Panzerfahrer werden sich freuen, ebenso wie Artilleristen und später auch Piloten.» Bald werde «alles wieder Ukraine» sein. Der russische Angriffskrieg dauert inzwischen bereits elf Monate.

    Mit dem Hinweis auf Piloten nahm der Kanzleichef eine neue Diskussion vorweg, die Aussenminister Dmytro Kuleba wenige Minuten zuvor begonnen hatte. «Jetzt F-16? Ja!, ich übernehme das», schrieb er auf Facebook über ein Gespräch mit einem nicht genannten europäischen Kollegen. Damit legte er den nächsten Schritt der ukrainischen Führung offen, die sich nun auch um die baldige Lieferung von Kampfflugzeugen bemühen will.

  • 0.05 Uhr
    Zwei in Ukraine vermisste Briten tot

    Bei einem Hilfseinsatz in der Ukraine sind nach Angaben der Familien zwei britische Staatsangehörige ums Leben gekommen. Dies teilte das Aussenministerium in London unter Berufung auf die Angehörigen am Dienstagabend mit. Die beiden Männer im Alter von 28 und 48 Jahren, die demnach als zivile Hilfskräfte ins Kriegsgebiet gereist waren, wurden seit mehr als zwei Wochen vermisst. Der Mitteilung zufolge wurden sie beim Versuch einer Evakuierung aus der Stadt Soledar getötet.

    Medien in Neuseeland, wo der 48-Jährige lebte, zitierten eine Mitteilung seiner Eltern. Demnach wurde das Auto der Männer von Artillerie getroffen, als sie eine ältere Frau in Sicherheit bringen wollten. Das Aussenministerium hatte bereits Anfang Januar mitgeteilt, dass die Männer vermisst würden. Vor rund zwei Wochen hatte die russische Söldnergruppe Wagner behauptet, die Leiche eines vermissten Briten samt Ausweis sowie die Dokumente eines zweiten britischen Staatsbürgers gefunden zu haben.

    Seit Beginn des russischen Angriffskriegs vor elf Monaten sind in der Ukraine nach verschiedenen Medienberichten bereits Dutzende Ausländer ums Leben gekommen. Viele von ihnen kämpften auf Seiten der ukrainischen Armee.