Anklage in Den Haag

Kosovos Präsident Thaci tritt nach Kriegsverbrechen-Anklage zurück

SDA/dpa/tafi

5.11.2020

Kosovos Präsident Hashim Thaci hat seinen Rücktritt im Zusammenhang mit einer Anklage wegen Kriegsverbrechen vor dem Kosovo-Sondertribunal in Den Haag angekündigt.
Keystone

Der kosovarische Präsident Hashim Thaci tritt aufgrund eines Prozesses wegen mutmasslicher Kriegsverbrechen zurück. Er wolle damit die Integrität des Präsidentenamtes im Kosovo schützen.

Der kosovarische Präsident Hashim Thaci hat seinen Rücktritt angekündigt. Als Grund gab er vor der Presse in Pristina am Donnerstag an, dass das Kosovo-Sondertribunal in Den Haag die Anklage wegen mutmasslicher Kriegsverbrechen gegen ihn bestätigt hat.

Thaci soll 1998 bis 1999 im Unabhängigkeitskrieg der damaligen serbischen Provinz als Oberkommandierender der Untergrund-Armee UCK für Verbrechen an Zivilisten verantwortlich gewesen sein, wie ihm Staatsanwälte am Haager Sondergericht für das Kosovo vorwerfen. In dem Konflikt kamen mehr als 10'000 Menschen ums Leben, die meisten von ihnen ethnische Albaner.

Konkret wird er unter anderem beschuldigt, strafrechtlich verantwortlich für fast 100 Morde an Serben, Roma und kosovo-albanischen politischen Gegnern zu sein. Zu den Vorwürfen zählen auch Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen.

Im Sommer war Thaci für eine Befragung durch die Staatsanwälte nach Den Haag gereist. Er sei gekommen aus Respekt für das, wofür er einst gekämpft habe; «ein freies und unabhängiges Kosovo, basierend auf individuellen Rechten, einer multi-ethnischen Gesellschaft und Rechtsstaatlichkeit».

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