Massnahmen-Kritiker verschaffen in Bern ihrem Unmut Luft

zc, sda

28.11.2021 - 19:12

Menschen protestieren nach der Bekanntgabe der Ergebnisse waehrend die Kundgebung der Gegner des Covid-19-Gesetzes, am Sonntag, 28. November 2021, auf dem Bundesplatz in Bern. Das eidgenoessische Stimmvolk hat am Sonntag ueber drei Vorlagen zu bestimmen, die Pflegeinitiative, die Justiz-Initiative und die Aenderung vom 19. Maerz 2021 des Covid-19-Gesetzes. (KEYSTONE/Anthony Anex)
Nur ein paar vereinzelte Massnahmen-Kritiker protestieren nach der Bekanntgabe der Abstimmungs-Ergebnisse zum Covid-19-Gesetz auf dem Bundesplatz in Bern. 
Bild: KEYSTONE/Anthony Anex

Der grosse Aufmarsch der Corona-Massnahmen-Gegner ist am Sonntag in Bern ausgeblieben. Nach dem klaren Ja zum Covid-19-Gesetz versammelten sich am Nachmittag bloss einige Dutzend Personen auf dem Bundesplatz.

zc, sda

28.11.2021 - 19:12

Im Schneegestöber schwenkten sie Schweizerfahnen und skandierten «Liberté!» (Freiheit). Die Kantonspolizei Bern tolerierte die Versammlung.

Später marschierten etwa 50 Menschen durch die Innenstadt, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur Keystone-SDA berichtete. Die Polizei begleitete den Umzug.

In der Nähe eines Weihnachtsmarktes seien Feuerwerkskörper gezündet worden, meldete die Polizei im Kurznachrichtendienst Twitter. Böller seien auch in Richtung der Einsatzkräfte geworfen worden.



Am Rande des Umzugs kam es vereinzelt zu gehässigen Konfrontationen zwischen Demonstrierenden und Dritten. Die meisten Passanten schauten dem Treiben aber gelassen zu.

Die Polizei kontrollierte im Laufe des Nachmittags nach eigenen Angaben mehrere Personen. Einige von ihnen brachte sie auf die Wache. In mindestens einem Fall ging es um das Missachten einer Fernhalteverfügung.

Bundeshaus abgeriegelt

Gegner der Corona-Massnahmen hatten im Internet zu einer Kundgebung in Bern am Abstimmungssonntag aufgerufen. Die grösseren Protest-Organisationen hatten den Aufruf allerdings nicht verbreitet.



Trotzdem waren die Behörden laut Bundeskanzlei von einem «sehr grossen Mobilisierungspotenzial» ausgegangen. Bereits am Sonntagvormittag war deshalb der Gitterzaun am Bundesplatz montiert worden.

Laut dem Politologen Claude Longchamp wurde das Bundeshaus erstmals überhaupt wegen einer eidgenössischen Abstimmung abgeriegelt. Das sei ein «bedenklicher Tiefpunkt», schrieb Longchamp auf Twitter – «auf den Tag 173 Jahre nachdem Bern Bundesstaat wurde».

Kundgebung auch in Lausanne

Auch in Lausanne versammelten sich am späten Sonntagnachmittag rund 200 Personen zu einer Kundgebung gegen das Covid-19-Gesetz.

Die Teilnehmenden, nach Angaben der Polizei zwischen 150 und 200 Personen, versammelten sich friedlich und bei Glühwein, nachdem die Bewegung MSLC (Mouvement Suisse pour la Liberté Citoyenne) dazu aufgerufen hatte. «Nein zum Covid-Zertifikat» war auf einer Schweizerfahne zu lesen.

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