Nach Missbrauchsskandalen

Niederlande ernennen Beauftragte für #MeToo-Fragen

dpa

8.2.2022 - 18:30

epa09673457 Robbert Dijkgraaf, intended Minister of Education, Culture and Science, arrives at the Binnenhof for the constituent deliberation in the Hague, the Netherlands, 08 January 2022. After a formation period of 271 days, the Rutte IV cabinet is complete and all new cabinet members are known.  EPA/Sem van der Wal
Der niederländische Bildungs- und Kulturminister Robbert Dijkgraaf hat das Amt einer MeToo-Beauftragten geschaffen.
Bild: EPA/Sem van der Wal

Zuletzt erschütterten gleich mehrere Missbrauchsskandale die Niederlande. Als Konsequenz hat die Regierung nun beschlossen, eine MeToo-Beauftragte einzusetzen.

dpa

8.2.2022 - 18:30

Nach schlagzeilenträchtigen #MeToo-Fällen in den Niederlanden hat die Regierung am Dienstag eine Beauftragte für den Kampf gegen sexuellen Missbrauch und Einschüchterung ernannt. «Die jüngsten Vorfälle in der Sport- und Fernsehwelt zeigen uns, dass der Grund für die #MeToo-Bewegung in unserem Land immer noch lebendig ist», sagte der Minister für Bildung, Kultur und Wissenschaft, Robbert Dijkgraaf. «Das muss sich ändern.»

Die Regierung ernannte die ehemalige Abgeordnete und Gewerkschaftsführerin Mariëtte Hamer für eine dreijährige Amtszeit zur neuen Beauftragten. Ihre Aufgabe sei es, einen nationalen Aktionsplan zur Bekämpfung von sexuell unangemessenem Verhalten und sexueller Gewalt zu entwickeln.

«Wir arbeiten an einem Kulturwandel, bei dem niemand wegschaut und bei dem sich die Menschen gegenseitig für Fehlverhalten zur Verantwortung ziehen», sagte der Minister. «Denn jedes Opfer von sexuell übergriffigem Verhalten und sexueller Gewalt ist eines zu viel.»

Missbrauchsskandal um TV-Show «The Voice of Holland»

In den letzten Wochen wurde die beliebte Casting-Show «The Voice of Holland» aufgrund von Beschwerden über unerwünschtes Verhalten – von WhatsApp-Nachrichten mit sexuellem Unterton bis hin zu Vergewaltigungsvorwürfen – abgesetzt. Die Polizei prüft die Anschuldigungen. Am Sonntag kündigte der Fussballdirektor von Ajax Amsterdam und entschuldigte sich für eine Reihe unangemessener Nachrichten, die er an mehrere Kolleginnen geschickt hatte.



Zudem verliess ein Abgeordneter der Arbeitspartei, Gijs van Dijk, das Parlament, nachdem seine Partei erklärt hatte, sie werde eine unabhängige Untersuchung zu Berichten über sein «unerwünschtes Verhalten im privaten Bereich» einleiten.

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