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Reproduktionszahl steigt weiter – Londoner Krankenhäuser vor dem Kollaps

Agenturen/red

8.1.2021 - 21:54

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Freitag 3220 Coronavirus-Ansteckungen bei 26‘879 Tests innerhalb eines Tages gemeldet worden. Das entspricht einer Positivitätsrate von 12 Prozent. 75 Personen sind an den Folgen von Covid-19 gestorben, 166 Personen mussten ins Spital eingewiesen werden. Die Science Task Force hat am Freitag ihre Schätzung der Reproduktionszahl für die Schweiz per 29. Dezember mit 1,04 angegeben. Eine Woche vorher hatte der Index der Ausbreitung der Infektion noch bei 0,93 gelegen.

Abgesehen davon wurden in der Schweiz und Liechtenstein bis Freitagmorgen 88 Fälle der mutierten Coronaviren aus Grossbritannien und Südafrika nachgewiesen. Sie tauchten in 11 Kantonen und im Fürstentum Liechtenstein auf.

Die EU-Kommission hat einen Vertrag über weitere bis zu 300 Millionen Dosen des Corona-Impfstoffs der Mainzer Firma Biontech und ihres US-Partners Pfizer abgeschlossen. 75 Millionen Dosen davon sollten bereits im zweiten Quartal 2021 zur Verfügung stehen, sagte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Freitag in Brüssel.

Neuer Impfstoff in Grossbritannien, China greift durch

In Grossbritannien kann derweil auch der Corona-Impfstoff des US-Herstellers Moderna eingesetzt werden. Die zuständige Behörde habe dem Vakzin eine Zulassung erteilt, teilte die britische Regierung am Freitag in London mit. In der Hauptstadt werden Impfungen dringend benötigt. Laut Bürgermeister Sadiq Khan stehen die Krankenhäuser vor dem Kollaps.

Nach dem grössten Ausbruch des Coronavirus seit Monaten in China ergreifen die Behörden strikte Massnahmen, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. In der betroffenen Provinz Hebei direkt vor den Toren der chinesischen Hauptstadt Peking wurde am Freitag ausser der elf Millionen Einwohner zählenden Provinzhauptstadt Shijiazhuang auch die Sieben-Millionen-Metropole Xingtai abgeriegelt. Die Bewohner dürfen die beiden Städte ohne besondere Erlaubnis nicht mehr verlassen. Auch wurden Wohngebiete abgesperrt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Reproduktionszahl R ist in der Schweiz wieder über 1 gestiegen.
  • Das BAG meldet 3220 Neuinfektionen bei 26‘879 Tests. Das entspricht einer Positivitätsrate von 12 Prozent. 75 Personen sind an Covid-19 gestorben, 166 Personen wurden hospitalisiert.
  • In der Schweiz und Liechtenstein sind bis Freitagmorgen 88 Fälle der mutierten Coronaviren aus Grossbritannien und Südafrika nachgewiesen worden. 
  • Der Impfstoff von Biontech/Pfizer scheint laut einer Studie auch gegen die in Grossbritannien und Südafrika entdeckten Coronavirus-Varianten zu wirken.

21.54 Uhr: Wir beenden unseren Live-Ticker am Freitag

21.17 Uhr: WHO fordert fairere Verteilung von Impfstoffen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat auf eine fairere Verteilung der Corona-Impfstoffe gedrängt. «Zu Beginn haben die reichen Länder den Grossteil des Vorrats an verschiedenen Impfstoffen aufgekauft», sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus auf einer virtuellen Pressekonferenz am Freitag. Kein Land dürfe jedoch «die Warteschlange überholen und seine gesamte Bevölkerung impfen, während andere Länder gar keine Impfstoff-Lieferungen erhalten».

Tedros forderte die Länder auf, überschüssige Impfstoffdosen für das weltweite Covax-Programm freizugeben, das eine gerechte Verteilung der Vakzine zum Ziel hat. Nach Angaben der WHO haben bislang 42 Länder ihre Impfkampagnen gestartet – darunter 36 reiche Länder und sechs Länder mit mittlerem Einkommen.

FILED – Tedros Adhanom Ghebreyesus, Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO) spricht bei einer Pressekonferenz. Photo: Sven Hoppe/dpa
WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus hofft auf Solidarität bei der Verteilung von Corona-Impfstoffen.
Bild: Sven Hoppe/dpa

Tedros rief auch die Hersteller der Impfstoffe auf, keine bilateralen Geschäfte mit einzelnen Ländern auf Kosten der Covax-Kampagne abzuschliessen. Das internationale Covax-Programm, das von der WHO mit Unterstützung des Impfbündnisses Gavi ins Leben gerufen wurde, soll einen gerechten Zugang zu Corona-Impfstoffen zu gewährleisten.

Covax hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Ende des Jahres genügend Dosen bereitzustellen, um 20 Prozent der Bevölkerung in den an der Initiative teilnehmenden Ländern zu impfen. Die Finanzierung ist für die 92 ärmsten Staaten der Welt gesichert.

20.52 Uhr: Tausende neue Gräber in Brasilien geplant

Um einen Zusammenbruch des Bestattungswesens angesichts eines neuen Anstiegs der Corona-Fälle zu verhindern, will die brasilianische Amazonas-Metropole Manaus 22'000 vertikale Gräber ausheben. Die Konstruktion würde «in den kommenden Tagen» beginnen, sagte David Almeida, Bürgermeister der Hauptstadt des Bundesstaates Amazonas, dem regionalen Fernsehsender «Bom Dia Amazônia» am Freitag.

«Wir müssen den Platz, den wir haben, ausnutzen und werden den Tarumã-Friedhof vertikalisieren.» Der Cemitério do Tarumã ist einer der Friedhöfe, auf denen in Brasilien während der ersten Welle der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 Massengräber angelegt wurden.

Am Donnerstag hat die Zahl der Corona-Toten in Brasilien die Marke von 200'000 überschritten. Nun könnte sich das Szenario aus dem Frühjahr wiederholen, als viele Krankenhäuser und Friedhöfe an ihre Grenzen gelangten. Zugleich steht das grösste Land in Lateinamerika immer noch ohne Impfkampagne für die Bevölkerung da. Nachdem Präsident Jair Bolsonaro das Coronavirus zuerst verharmlost hatte, zieht er mittlerweile auch eine Impfung in Zweifel.

20.34 Uhr: Lockdown in Griechenland erneut verlängert

Die griechische Regierung hat den Corona-Lockdown erneut verlängert. Er gilt nun bis zum 18. Januar, wie Zivilschutzminister Nikos Hardalias am Freitag mitteilte. Die Geschäfte, die eigentlich am Montag wieder öffnen sollten, bleiben damit weiter geschlossen. Kindergärten und Grundschulen, die seit Mitte November geschlossen sind, sollen dagegen wieder öffnen. Auch Gerichte sollen die Arbeit wieder aufnehmen.

«Der Kampf gegen die Pandemie ist hart», sagte Hardalias. «Uns stehen noch einige schwierige Wochen bevor.» In der kommenden Woche will die Regierung die Infektionslage demnach erneut beraten. Das Ziel der Regierung sei, «eine dritte Infektionswelle zu verhindern», sagte der Minister.

In Griechenland gelten seit November strikte Einschränkungen wie eine nächtliche Ausgangssperre, die nur über Weihnachten leicht gelockert wurden. Seit Beginn der Pandemie wurden in dem Land mehr als 5000 Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus registriert, mehr als 4000 davon in den vergangenen zwei Monaten.

20.12 Uhr: Bolsonaro zu 200'000 Corona-Toten: «Das Leben geht weiter»

In Brasilien sind inzwischen mehr als 200'000 Menschen an oder mit dem Coronavirus gestorben. Präsident Jair Bolsonaro bedauerte zwar die Toten, sprach sich aber gegen zu weit gehende Einschränkungen in der Pandemie aus.

19.41 Uhr: Mallorca schliesst Restaurants

Die Urlaubsinsel Mallorca, die Region Madrid und weitere Teile Spaniens haben wegen anziehender Infektionszahlen eine erneute Verschärfung der Corona-Massnahmen beschlossen.

Nach einem regionalen Infektionsrekord auf den Balearen müssen auf Mallorca ab Dienstag alle Restaurants, Bars und Cafés sowie auch alle Kaufhäuser, Einkaufs- und Fitnesszentren für zwei Wochen geschlossen bleiben, wie die balearische Regierungssprecherin Pilar Costa am Freitag in Palma mitteilte. Im Einzelhandel sind alle Läden mit einer Verkaufsfläche von mehr als 700 Quadratmetern betroffen. Erlaubt bleibt der Verkauf von Lebensmitteln, Medikamenten und allen Produkten des Grundbedarfs.

Mit 529 Neuinfektionen pro 100'000 Einwohner binnen 14 Tagen sind die Balearen nach Extremadura an der Grenze zu Portugal (716) die derzeit von Corona am schwersten getroffene Region Spaniens. Mit 707 Infektionen binnen 24 Stunden hätten die Inseln den höchsten Wert seit Ausbruch der Pandemie registriert, sagte die regionale Gesundheitsministerin Patricia Gómez. Besonders schlimm ist die Lage auf Mallorca, wo es innerhalb eines Tages 485 Neuinfektionen gab. Die sogenannte 14-Tage-Inzidenz liegt auf der Insel bei 608.

19.14 Uhr: Dänemark verschärft Einreisebeschränkungen

Dänemark verschärft seine Einreisebeschränkungen für alle Länder der Welt. Von jeglichen Reisen ins Ausland wird den Dänen wegen Sorgen vor mutierten Varianten des Coronavirus sowie der Corona-Lage weltweit nunmehr abgeraten, darunter auch Dienstreisen. Das gab Aussenminister Jeppe Kofod am Freitagnachmittag auf einer Pressekonferenz in Kopenhagen bekannt. Die Botschaft sei ganz klar, dass man nicht ausreisen solle. Dänen im Ausland müssten sich nicht beeilen, ins Land zurückzukehren.

Zugleich werden nur noch Personen ins Land gelassen, die einen triftigen Grund dafür haben und einen negativen, maximal 24 Stunden alten Corona-Test vorweisen können, wie Justizminister Nick Hækkerup sagte. Als triftige Gründe gelten etwa Besuche naher Angehöriger. Andere bislang als ausreichend betrachtete Gründe – etwa ein Studium oder Au-pair-Aufenthalt – werden vorübergehend gestrichen. Für Einwohner der Grenzregionen in Deutschland und Schweden sowie den Warentransport und Transitverkehr sollen laut Hækkerup Ausnahmen gelten.

Die verschärften Reisebeschränkungen gelten ab Sonntag und wie andere Corona-Massnahmen in Dänemark zunächst bis zum 17. Januar. Die nächste Zeit werde entscheidend dabei sein, die Infektionsausbreitung zu verringern, sagte Kofod. Man sei letztlich besonders besorgt, dass ansteckendere Virus-Varianten nach Dänemark eingeschleppt werden. Die zunächst in England aufgetretene Corona-Mutation ist bereits einige Dutzend Mal im Land nachgewiesen worden.

19.03 Uhr: Iran blockt Impfstoff-Einfuhr aus den USA 

Irans oberster Führer hat die Einfuhr von US-amerikanischen und britischen Corona-Impfstoffen ins Land verboten. «Wenn diese Impfstoffe wirksam gewesen wären, hätten unter anderem die Amerikaner nicht Tausende von Corona-Toten am Tag», sagte Ajatollah Chamenei am Freitag im Staatsfernsehen. Der Iran dürfe kein Testlabor für unsichere Impfstoffe werden. Hintergrund des Verbots könnte die über 40-jährige politische Feindseligkeit zwischen dem Iran und den USA sein. Der Iran zieht es vor, soweit es möglich ist, auf amerikanische Produktionen zu verzichten.

Der Rote Halbmond sagte daraufhin umgehend die Bestellungen für 150'000 Impfdosen von Biontech und Pfizer ab. Impfstoff-Importe aus «sicheren Orten» seien dagegen kein Problem, so der Kleriker, der laut iranischer Verfassung das letzte Wort in allen strategischen Belangen hat.

Der Iran testet seit vergangenem Monat einen eigenen entwickelten Corona-Impfstoff namens «Coviran Barekat». Den Probanden gehe es laut Gesundheitsministerium gut und die Tests sollten daher auch weitergeführt werden. Laut Präsident Hassan Ruhani werde das Land aber demnächst auch ausländische Impfstoffe einführen.

In this photo released by an official website of the Iranian Supreme Leader's Office, supreme leader Ayatollah Ali Khamenei makes a speech to a group of air force members in Tehran, Iran, Saturday, Feb. 8, 2014. Khamenei urged officials Saturday not to pin hopes for economic recovery on the sanctions relief from a landmark deal reached with world powers on Tehran's nuclear program. Khamenei also called on critics of the interim nuclear deal achieved on Nov. 24 in Geneva to be fair and give time to President Hassan Rouhani to pursue his policy of engagement with the outside world. (AP Photo/Iranian Supreme Leader's Office)
Irans oberster Führer Ayatollah Ali Khamenei lehnt den Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer ab.
Bild: AP Photo/Iranian Supreme Leader's Office

Die iranische Zentralbank hat für die Einfuhr von Impfstoffen 200 Millionen Euro bereitgestellt. Es wird jedoch befürchtet, dass die Einfuhr der ausländischen Impfstoffe derzeit nicht machbar ist. Wegen der US-Sanktionen hat der Iran keinen Zugang zum globalen Banksystem und daher auch Probleme mit dem Zahlungsverkehr. Diese wirken sich nach offiziellen Angaben auch auf die Bestellung von Impfstoffen aus.

Wegen eines strengen Lockdowns sind die Fallzahlen im Iran in den letzten Wochen zwar gesunken, es werden aber weiterhin täglich zwischen 85 und 100 Todesfälle sowie über 6000 Neuinfektionen registriert. Seit dem Beginn der Pandemie Ende Februar gab es im Land mehr als 56'000 Tote und fast 1,3 Millionen Corona-Infektionen. Eine Massenimpfung gegen Corona für die fast 83 Millionen Iraner ist für März nächsten Jahres geplant.

18.43 Uhr: Negativrekord bei Neuinfektionen in Portugal

Portugal hat am Freitag seinen bisher schlimmsten Pandemie-Tag erlebt. Mit 10'176 Neuinfektionen und 118 Todesopfern meldeten die Gesundheitsbehörden in Lissabon die höchsten Zahlen seit Beginn der Corona-Krise. Die Neuinfektionen in dem Land mit 10,3 Millionen Einwohnern hatten zuvor schon am Mittwoch mit einem Tageswert von 10'027 den bis dahin geltenden Rekord vom 31. Dezember (7627) deutlich übertroffen.

Gesundheitsministerin Marta Temido hatte am Mittwoch ihre Landsleute gewarnt: «Die nächsten Tage werden sehr hart sein». Die zuvor höchste Zahl an Toten mit Covid-19 an einem Tag war mit 98 am 13. Dezember registriert worden.

Infolge der kräftig anziehenden Zahlen wird auch die Lage in den Krankenhäusern immer angespannter. Die Zahl der stationär behandelten Covid-Patienten kletterte am Freitag um 118 auf den neuen absoluten Höchststand von 3451. Auf Intensivbetten lagen den amtlichen Angaben zufolge 536 Kranke – 22 mehr als am Vortag.

Im Rahmen des Ausnahmezustands herrschen seit dem 9. November in weiten Teilen Portugals unter anderem strenge Ausgehbeschränkungen und Sperrstunden, darunter auch in der Hauptstadt Lissabon und der nördlichen Metropole Porto. Die zweithöchste Notstandsstufe wurde erst am Mittwoch vom Parlament bis zum 15. Januar verlängert.

18.33 Uhr: Schwyzer Regierung will Gastro-Branche besser unterstützen

Der Schwyzer Regierungsrat prüft, wie er Gastro-Betriebe und andere Firmen, die wegen der Corona-Massnahmen nicht mehr arbeiten dürfen, stärker unterstützen kann. Sie sollen rasch über zusätzliche Liquidität in Form von nicht rückzahlbaren Beiträgen verfügen können.

Der Kanton Schwyz wolle sich an einem zweiten Härtefall-Paket des Bundes beteiligen, teilte das Volkswirtschaftsdepartement am Freitag nach einem Treffen mit Vertretern von GastroSchwyz mit. Sei dieses wie das erste Paket ausgestaltet, würde Schwyz rund 4 Millionen Franken zahlen und damit 8 Millionen Franken Bundesgelder auslösen, sagte Volkswirtschaftsdirektor Andreas Barraud (SVP) auf Anfrage.

Die Regierung warte auf den Entscheid des Bundes vom kommenden Mittwoch. Es sei alles vorbereitet, mit dem Ziel, Ende Februar das zweite Paket ins Kantonsparlament zu bringen. Im Dezember hatte der Schwyzer Kantonsrat bereits ein erstes Härtefall-Paket von insgesamt 15 Millionen Franken gutgeheissen.

Der Schwyzer Volkswirtschaftsdirektor Andreas Barraud will auch ein zweites Härtefall-Paket ins Parlament bringen. (Archivbild)
Bild: Keystone

Anrecht auf Beiträge daraus haben allerdings nur Unternehmen, die mindestens 40 Prozent Umsatzeinbusse geltend machen können. Das sei auch für viele Schwyzer Gastrobetriebe eine zu hohe Hürde, sagte Barraud.

Parallel zum Bundesprogramm prüfe man, wie die betroffenen Schwyzer Betriebe kurzfristig und passend finanziell unterstützt werden könnten, auch Branchenlösungen wären möglich, etwa in Form von Auffangpaketen mit speziellen Kriterien. Neben der Gastro-Branche seien auch die Event-, die Reise- und die Kulturbranche von der verordneten Schliessung stark betroffen. Uneingeschränkt weitergeführt werden die vereinfachte Kurzarbeitsentschädigung sowie die Corona-Erwerbsersatzentschädigung.

Auch der Luzerner Regierungsrat hat angekündigt, stärkere Unterstützung unter anderem für die Gastro-Branche zu prüfen. Am Donnerstag lancierte zudem die Arbeitsgruppe Gastgewerbe Luzern eine Petition. Der Kanton soll umgehend Massnahmen oder Entschädigungen nebst der unzureichenden Härtefallentschädigung vorschlagen, mit denen die Existenz des Gastgewerbes nachhaltig sichergestellt werden könne, lautet die Forderung.

18.21 Uhr: Londoner Krankenhäuser vor dem Kollaps

Der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan hat angesichts beispiellos hoher Infektionszahlen in der britischen Hauptstadt eine Grosslage (major incident) ausgerufen. Die Bedrohung, die das Coronavirus für die Stadt darstelle, sei an einem kritischen Punkt. «Wenn wir nicht unverzüglich handeln, könnte unser (Gesundheitsdienst) NHS überwältigt werden und mehr Menschen werden sterben», sagte Khan einer Mitteilung zufolge.

Grossbritannien verzeichnete in den vergangenen Tagen sehr hohe Infektionszahlen. London ist besonders stark betroffen. Die Krankenhäuser sind bereits weitgehend ausgelastet. Verantwortlich machen die Regierung und Experten dafür auch eine neue, wohl ansteckendere Virus-Variante.

epa05294748 Newly elected Mayor of London Sadiq Khan attends a Jewish community Holocaust commemoration event in north London, Britain, 08 May 2016. The Jewish community will come together in their thousands to mark 'Yom HaShoah', the Jewish Community's Holocaust Remembrance day. EPA/HANNAH MCKAY
Der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan hat angesichts der ernsten Corona-Lage Alarm geschlagen. (Archivbild)
Bild: Keystone/EPA/Hannah McKay

Die sogenannte Sieben-Tages-Inzidenz in der britischen Hauptstadt liegt inzwischen bei mehr als 1000. Damit ist die Zahl der Neuinfektionen innerhalb einer Woche auf 100'000 Einwohner gemeint. Die Zahl der im Krankenhaus behandelten Covid-19-Patienten in London sei allein in der ersten Januarwoche um knapp ein Drittel, die Zahl der Intensivpatienten um mehr als 40 Prozent gestiegen, hiess es in der Mitteilung des Bürgermeisters.

Insgesamt wurden in Grossbritannien am Freitag mehr als 68 000 neue Corona-Fälle gemeldet – ein neuer Tagesrekord. Einen weiteren traurigen Rekord stellte das Land bei den Todesfällen innerhalb eines Tages auf: 1325 Menschen starben an oder mit Covid-19.

18.05 Uhr: Italien teilt Land wieder in verschiedene Corona-Zonen ein

Italien will ab kommender Woche das Land wieder in unterschiedliche Corona-Zonen einteilen. Damit werden in den Regionen wieder unterschiedliche Regeln für die Menschen gelten, je nachdem wie sich die Corona-Lage dort entwickelt. Italiens Gesundheitsminister Roberto Speranza unterzeichnete dazu am Freitag eine neue Verordnung, wie er am Abend mitteilte.

Danach fallen die nördlichen Regionen Emilia Romagna, die Lombardei und Venetien sowie Sizilien und Kalabrien im Süden ab Montag in die orangefarbene Zone. In ihnen gelten dann strengere Regeln als im Rest des Landes, der dann in die gelbe Zone eingeteilt werden soll.

Konkret bedeutet das für die Menschen in den orangefarbenen Zonen etwa, dass Bars und Restaurants geschlossen bleiben und nur Essen zum Mitnehmen verkaufen dürfen. Der Bewegungsradius ist auf die Kommune beschränkt. Darüber hinaus hat die Regierung des Landes mit rund 60 Millionen Einwohnern noch bis zum 15. Januar Reisen zwischen allen Regionen untersagt.

Die Pandemie-Situation hat sich landesweit zuletzt verschärft, sagte einer der Experten des Gesundheitsministeriums am Freitag. Die Fallzahlen, die im Dezember noch eher rückläufig waren, seien wieder schneller gestiegen. In vielen Regionen liege der Reproduktionswert, der angibt, wie viele Menschen ein Infizierter ansteckt, über eins – ein massgeblicher Wert für Einteilung der Zonen.

Italiens Behörden meldeten am Freitag rund 600 Tote mit Sars-CoV-2 und etwa 17'500 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages. Insgesamt liegt die Gesamtzahl der Toten damit bei knapp 78'000 und die der Infektionen bei rund 2,24 Millionen. Nach Behördenangaben wurden bislang ungefähr 413'000 Corona-Impfungen verabreicht.

17.32 Uhr: Sozialpartner im Gastgewerbe fordern A-Fonds-perdu-Beiträge

«Angesichts der verzweifelten Lage» der Gastro- und Tourismusbranche in der Coronakrise fordern die Sozialpartner vom Bundesrat sofortige A-fond-perdu-Beiträge. Viele Betriebe hätten schon schliessen müssen, Zehntausende von Stellen seien verloren gegangen.

Eine Entspannung der Lage sei nicht in Sicht, teilten die Verbände Gastrosuisse, Hotel & Gastro Union, Hotelleriesuisse und Swiss Catering Association (SCA) sowie die Gewerkschaften Unia und Syna am Freitag gemeinsam mit. Weitere Betriebseinstellungen und Entlassungen drohten.

Die in der Härtefallregelung versprochenen Ersatzzahlungen seien noch nicht bei den dringend darauf angewiesenen Betrieben angekommen, hiess es im Communiqué weiter. Zudem ist für die Branche unklar, wer mit den Mitteln rechnen kann und wann diese eintreffen.

16.49 Uhr: Reproduktionszahl steigt auf 1,04

Die Science Task Force hat am Freitag ihre Schätzung der Reproduktionszahl für die Schweiz per 29. Dezember mit 1,04 angegeben. Eine Woche vorher hatte der Index der Ausbreitung der Infektion noch bei 0,93 gelegen.

Der aktuelle R-Wert bildet die Infektionslage vor etwa zehn Tagen ab, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Freitag auf seiner Webseite mitteilte. Mit 1,04 liegt sie nun wieder weit vom angestrebten Zielwert von 0,8 entfernt. Das errechnete die wissenschaftlich Task Force des Bundes.

Die Zahl gibt an, wie viele Personen eine infizierte Person ihrerseits ansteckt. Nach dem neuesten Wert stecken also 100 Personen 104 weitere an. Für die Infektionslage der Kantone und Liechtenstein gibt es zeitliche Verzögerungen von rund 14 Tagen.

16.05 Uhr: Solothurner Skigebiete ab Samstag unter Auflagen offen

Die Skigebiete im Kanton Solothurn können ab Samstag ihren Betrieb aufnehmen. Damit sind die Pisten in allen Kantonen geöffnet. Trotz der weiterhin besorgniserregenden Corona-Situation seien entsprechende Betriebsbewilligungen am Freitag erteilt worden, teilte die Solothurner Staatskanzlei am Freitag mit.

Skifahrer auf einem Sessellift im Jungfrau-Skigebiet (Archivbild)
Skifahrer können ab morgen im Kanton Solothurn wieder in die Sessellifte steigen. (Symbolbild)
KEYSTONE/ANTHONY ANEX

Am 21. Dezember hatte der Kanton noch sämtliche Bewilligungsgesuche abgelehnt. Da jedoch inzwischen alle anderen Kantone ihre Skigebiete geöffnet hätten, würden jetzt auch die Solothurner Skiliftbetreiber eine Betriebsbewilligung ab Samstag erhalten, schreibt der Kanton. Und er erinnerte daran, dass «die Fallzahlen bis heute zu hoch» und die Kapazitäten der Spitäler weiterhin am Limit seien.

Als eine von mehreren Auflagen fordert der Kanton, dass Mitarbeitende des Skigebiets, die in direktem Kundenkontakt stehen, sich wöchentlich einem Coronatest unterziehen.

15.13 Uhr: Pandemie prägt Schweizer Arbeitsmarkt

14.55 Uhr: WHO-Experten erlauben bis zu sechs Wochen zwischen Impfungen mit Biontech-Vakzin

Der Zeitraum zwischen der ersten und der zweiten Dosis des Corona-Impfstoffs von Biontech und Pfizer kann auf bis zu sechs Wochen ausgedehnt werden. Diese Richtlinie gab ein Expertenkomitee der Weltgesundheitsorganisation am Freitag bekannt. Empfohlen wird allerdings weiterhin ein Zeitraum von 21 bis 28 Tagen zwischen den beiden Spritzen, wie die Strategische Beratungsgruppe betonte.

Die WHO wies darauf hin, dass der Impfstoff in vielen Ländern knapp und die Belastung durch die Krankheit hoch sei. Manche Staaten würden eine spätere Verabreichung der zweiten Dosis erwägen, um mehr Menschen schnell die erste geben zu können. Dieser «pragmatische Ansatz» könne als Reaktion auf die «aussergewöhnlichen epidemiologischen Umstände» in Betracht gezogen werden, erklärte die Organisation. Ein verlängerter Zeitraum von 42 Tagen (sechs Wochen) zwischen den Impfdosen sei möglich.

14.25 Uhr: China riegelt Millionenstädte ab

Nach dem grössten Ausbruch des Coronavirus seit Monaten in China ergreifen die Behörden strikte Massnahmen, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. In der betroffenen Provinz Hebei direkt vor den Toren der chinesischen Hauptstadt Peking wurde am Freitag ausser der elf Millionen Einwohner zählenden Provinzhauptstadt Shijiazhuang auch die Sieben-Millionen-Metropole Xingtai abgeriegelt.

Die Bewohner dürfen die beiden Städte ohne besondere Erlaubnis nicht mehr verlassen. Auch wurden Wohngebiete abgesperrt.

Die Zahl der Infektionen in Hebei stieg auf rund 300, wie die örtliche Gesundheitskommission berichtete. Mehrere Millionen Menschen wurden bereits getestet. Allein am Freitag wurden 33 neue Infektionen und 39 asymptomatische Fälle gemeldet, während die Tests laufen. Die Behörden hatten «den Kriegszustand» im Kampf gegen das Virus ausgerufen. Der Ursprung des neuen Ausbruchs ist noch ungeklärt.

Die Pekinger Stadtregierung untersagte derweil alle grösseren Versammlungen zum chinesischen Neujahrsfest, das am 12. Februar gefeiert wird. Die Zentralregierung und örtliche Behörden in dem bevölkerungsreichsten Land raten dem Milliardenvolk, zu dem wichtigsten Familienfest nicht wie sonst üblich in ihre Heimatdörfer zu reisen.

14.10 Uhr: Moderna-Vakzin – Grossbritannien lässt dritten Impfstoff zu

In Grossbritannien kann nun auch der Corona-Impfstoff des US-Herstellers Moderna eingesetzt werden. Die zuständige Behörde habe dem Vakzin eine Zulassung erteilt, teilte die britische Regierung am Freitag in London mit.

Nach dem Vakzin von Biontech/Pfizer sowie dem heimischen Impfstoff der Universität Oxford und dem Konzern Astrazeneca ist es bereits das dritte Präparat, das im Land geimpft werden darf. Grossbritannien hat 17 Millionen Dosen des Moderna-Mittels geordert.

Der Moderna-Impfstoff gilt als ebenso wirksam, aber etwas unkomplizierter in der Verwendung als das Mittel von Biontech/Pfizer. Er muss anders als das Mittel von Biontech/Pfizer nicht bei minus 70 Grad gekühlt werden. In den USA wird das Moderna-Vakzin nach einer Notfallzulassung bereits seit kurz vor Weihnachten gespritzt. Auch in der EU ist es seit Mittwoch zugelassen.

13.33 Uhr: 3220 neue Ansteckungen innert 24 Stunden

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit BAG am Freitag 3220 Coronavirus-Ansteckungen bei 26‘879 Tests innerhalb eines Tages gemeldet worden. Das entspricht einer Positivitätsrate von 12 Prozent. 75 Personen sind an den Folgen von Covid-19 gestorben, 166 Personen mussten ins Spital eingewiesen werden.

Die Positivitätsrate für die vergangenen zwei Wochen lag bei 16,2 Prozent. Im gleichen Zeitraum wurden pro 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner 517,95 laborbestätigte Coronavirus-Infektionen gemeldet. Die Reproduktionszahl R, die angibt, wie viele Personen eine infizierte Person im Durchschnitt ansteckt, lag am 25. Dezember bei 0,89.

Seit Beginn der Pandemie wurden in der Schweiz und in Liechtenstein 3'822'336 Tests auf Sars-CoV-2 durchgeführt, den Erreger der Atemwegserkrankung Covid-19, wie das BAG weiter mitteilte. Insgesamt gab es 477'983 laborbestätigte Fälle von Ansteckungen mit dem Coronavirus.

19'787 Personen mussten bisher wegen einer Covid-19-Erkrankung im Spital behandelt werden. Die Auslastung der Intensivstationen in der Schweiz lag bei 76 Prozent. 41 Prozent der Auslastung wurde von Covid-19-Patienten benötigt. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung belief sich auf 7583

Aerzte und Pflegende kuemmern sich um Covid-Patienten in einer Intensivstation im Universitaetsspital Basel, am Montag, 28. Dezember 2020, in Basel. Der Pfleger im Vordergrund befindet sich ausserhalb der Intensivstation. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)
Ärzte und Pflegende kümmern sich Ende Dezember auf in einer Intensivstation im Universitätsspital Basel um Covid-Patienten. (Archiv)
Bild: Keystone

12.43 Uhr: EU-Behörde erlaubt Entnahme von sechs statt fünf Dosen

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hat der Entnahme von sechs Impfdosen pro Ampulle des Impfstoffes der Hersteller Pfizer und Biontech in der EU zugestimmt. Bisher waren nur fünf Dosen pro Ampulle erlaubt. Das teilte die EMA am Freitag in Amsterdam mit. Damit könnten kurzfristig etwa 20 Prozent mehr Menschen geimpft werden.

epa08922731 A health worker holds a vial containing the Pfizer-BioNTech COVID-19 vaccine in Aulnay-sous-Bois, France, 06 January 2021, as several French medical representatives and personalities receive the vaccine. France began its coronavirus disease (COVID-19) vaccination campaign on 27 December 2020. The French government has faced criticism over the slow progress of its drive to vaccinate people, a problem compounded by the high levels of public skepticism about the campaign. EPA/CHRISTOPHE ARCHAMBAULT / POOL MAXPPP OUT
Aus den Impfstoff-Ampullen von Biontech/Pfizer dürfen in der EU nun eine Dose mehr entnommen werden. 
Bild: Keystone

12.11 Uhr: Gratis-Masken für Nothilfe-Bezüger gefordert

In der Schweiz haben Personen, die auf Sozialhilfe oder Zusatzleistungen angewiesen sind, Anrecht auf den kostenlosen Bezug von Hygienemasken. Nun fordert die Swiss Covid-Task Force in ihrem jüngsten Policy Brief, dass auch Personen, die wegen Sanktionen von der Sozialhilfe ausgeschlossen sind oder aus anderen Gründen Nothilfe beziehen kostenlos Masken zur Verfügung gestellt werden. Eine grosse Gruppe von Nothilfe-Bezügern sind zum Beispiel die Sans-Papiers.

Die Unterstützung mit Nothilfe ist verfassungsrechtlich garantiert, sie geht jedoch deutlich weniger weit als die Sozialhilfe. Sie beschränkt sich auf Unterkunft, Nahrung, Kleidung, Hygiene und die medizinische Grundversorgung. «In der gegenwärtigen Situation sind jedoch auch Masken als Teil der Mindestmittel, auf die jede in der Schweiz lebende oder sich vorübergehend in der Schweiz befindliche Person ein Anrecht hat», teilte die Task Force mit.

Diese Auffassung werde auch durch das Covid-Gesetz gestützt, das die medizinischen Hilfsgüter, die für die Bewältigung der Pandemie notwendig sind, als essentielles Gut definiert. Für die Sozial- und Nothilfe sind die Kantone und die Gemeinden zuständig. Die direkte Verteilung der Masken kann laut der Covid-Task Force aber auch subsidiär durch den Bund erfolgen.

11.53 Uhr: Mutierte Viren 88 Mal in der Schweiz nachgewiesen

In der Schweiz und Liechtenstein sind bis am Freitagmorgen 88 Fälle der mutierten Coronaviren aus Grossbritannien und Südafrika nachgewiesen worden. Sie tauchten in 11 Kantonen und im Fürstentum Liechtenstein auf.

Neu wurde dabei auch erstmals ein Fall im Kanton Solothurn bestätigt, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mitteilte. Einen deutlichen Anstieg der Zahlen gab es innert 24 Stunden im Kanton Bern, von zuvor vier auf neu 18 Fälle.

Damit gab es bisher am meisten bestätigte Fälle mit den mutierten Viren in den Kantonen Bern und Waadt mit je 18, gefolgt von Genf mit 16 Fällen. Auch in Zürich erhöhte sich die Zahl innert 24 Stunden von sieben auf nunmehr 13 Fälle.

Deutlich tiefer sind die Fallzahlen derzeit im Wallis (7), Tessin (4), St. Gallen (4), Graubünden (3) und im Fürstentum (3). Lediglich einen Fall eines mutierten Coronavirus vermelden Solothurn, Basel-Landschaft, Schwyz. Der Baselbieter Fall betrifft eine in Frankreich wohnhafte Person, die aber im Halbkanton getestet wurde. Am Donnerstag hatte das BAG 46 bestätigte Fälle mit den Virus-Mutationen vermeldet. 

Virology laboratory technicians of the Geneva University Hospitals (HUG) tests samples nasopharyngeal collected on persons suspected of being infected with the coronavirus COVID-19 (SARS-CoV2) in the P4D Laboratory at the University Hospital Geneva (HUG), in Geneva, Switzerland, Tuesday, March 10, 2020. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)
In einem Labor am Universitätsspital Genf (HUG) werden während der ersten Pandemie-Welle im März Viren-Proben untersucht. (Archiv)
Bild: Keystone

11.33 Uhr: Betrug bei Covid-19-Krediten im Aargau

Im Kanton Aargau sind bislang 48 Strafanzeigen wegen des Verdachts auf Betrug bei Covid-19-Krediten eingereicht worden. Der Deliktsbetrag beläuft sich gemäss Angaben der Kantonspolizei Aargau auf rund 10 Millionen Franken.

«Wir müssen noch mit deutlich mehr Anzeigen rechnen», sagte Markus Gisin, Abteilungsleitung der Kriminalpolizei, am Freitag an einer Online-Medienkonferenz zum Jahresrückblick 2020. Man gehe von mehreren 100 Fällen aus. Dies werde die Polizei stark beschäftigen. Auch die Deliktsumme beim Anlagebetrug habe sich im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt,

11.14 Uhr: Zürcher Arbeitsmarkt kommt mit blauem Auge davon

Der Zürcher Arbeitsmarkt ist angesichts der Corona-Krise bis jetzt mit einem blauen Auge davongekommen. Die Zahl der Arbeitslosen dürfte zwar in den kommenden Monaten weiter leicht steigen, der Kanton rechnet aber nicht mit einer grossen Entlassungswelle.

Im vergangenen Jahr betrug die durchschnittliche Arbeitslosenquote im Kanton Zürich 3,1 Prozent, ein ganzer Prozentpunkt höher als im Jahr 2019, wie das Zürcher Amt für Wirtschaft und Arbeit (Awa) am Freitag mitteilte. Diese 3,1 Prozent entsprechen dem Schweizer Schnitt.

Vor allem das Zürcher Gastgewerbe litt bisher übermässig unter der Krise, weil die internationalen Städte- und Geschäftstouristen ausblieben. Die Arbeitslosenquote stieg in diesen Berufen denn auch von 4,2 Prozent im Jahr 2019 auf 8 Prozent. Im Schweizer Schnitt liegt die Arbeitslosenquote im Gastgewerbe «nur» bei 7,9 Prozent, weil andere Regionen weniger international ausgerichtet sind.

10.53 Uhr: Kanton Bern verbessert Härtefall-Antragsformular

Nach heftiger Kritik aus der Gastrobranche verbessert der Kanton Bern das Formular, mit dem Unternehmen in der Corona-Pandemie Härtefallhilfe beantragen können. Das «offensichtlich unvollständig erläuterte Antragsformular» werde noch diese Woche angepasst, schreibt die Kantonsregierung in einer Mitteilung vom Freitag.

Die Präsidentin des Wirteverbands Gastrobern, Eveline Neeracher, hatte vor ein paar Tagen in einem offenen Brief an den Regierungsrat geschrieben, die Kriterien für die Härtefallhilfe mache sie «traurig, deprimiert, aber auch wütend». Es werde nämlich kaum einen Betrieb geben, welcher die vom Kanton Bern definierten Kriterien erfüllen könne.

Dies, da als Bedingung für eine Hilfe nicht nur ein Umsatzrückgang von 40 Prozent gefordert werde. Darüber hinaus müsse noch die Kurzarbeitsentschädigung aufgerechnet werden, welche ausbezahlt worden sei. So lasse der Kanton Bern das Gewerbe «wissentlich sterben».

Die Kantonsregierung schreibt nun, die Kurzarbeitsentschädigung müsse nicht zum Umsatz aufgerechnet werden. «Somit werden personalintensive Unternehmen wie Gastronomiebetriebe nicht bereits aufgrund der hohen Personalkosten faktisch von den Härtefallmassnahmen ausgeschlossen.»

Blick in ein geschlossenes Berner Restaurant.
Blick in ein geschlossenes Berner Restaurant. (Symbolbild)
Bild: Keystone

10.38 Uhr: Österreich verlängert Landeverbote

Österreich will angesichts des mutierten Coronavirus das Landeverbot für Flugzeuge aus Grossbritannien und Südafrika verlängern. Die bisherigen Massnahmen galten zunächst bis zum 10. Januar und sollen nun um weitere zwei Wochen ausgeweitet werden, wie Gesundheitsminister Rudolf Anschober am Freitag in Wien ankündigte. «Es geht darum, die Ausbreitung möglichst lange hinauszögern», so Anschober.

Es soll zudem künftig deutlich mehr Tests zur Erkennung der Corona-Mutationen, sogenannte Sequenzierungen, geben. Dazu wollen Experten auch regelmässig die Kläranlagen im ganzen Land untersuchen. Britische und südafrikanische Virusmutationen sind nach Probenentnahmen am Flughafen Wien bereits in Österreich nachgewiesen worden.

10.07 Uhr: EU sichert sich mehr Biontech/Pfizer-Impfstoff 

Die EU-Kommission hat einen Vertrag über weitere bis zu 300 Millionen Dosen des Corona-Impfstoffs der Mainzer Firma Biontech und ihres US-Partners Pfizer abgeschlossen. 75 Millionen Dosen davon sollten bereits im zweiten Quartal 2021 zur Verfügung stehen, sagte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Freitag in Brüssel.

9.50 Uhr: Impfdosen für ärmste Länder in nächsten Wochen

Die ärmsten Länder der Welt sollen zwischen Ende Januar und Mitte Februar die ersten Dosen des Corona-Impfstoffs erhalten. Die im Rahmen der Covax-Initiative beschafften Impfdosen sollen in den kommenden Wochen verteilt werden, wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Donnerstag ankündigte. Insgesamt habe Covax Zugang zu zwei Milliarden Dosen Impfstoff.

Das internationale Covax-Programm, das von der WHO mit Unterstützung des Impfbündnisses Gavi ins Leben gerufen wurde, soll dabei helfen, einen gerechten Zugang zu Covid-19-Impfstoffen zu gewährleisten. Covax hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Ende des Jahres genügend Dosen bereitzustellen, um 20 Prozent der Bevölkerung in den an der Initiative teilnehmenden Ländern zu impfen. Die Finanzierung ist für die 92 ärmsten Staaten der Welt gesichert.

9.16 Uhr: Virus-Mutation in Australien nachgewiesen

In Australien ist erstmals die Corona-Mutation aus England nachgewiesen worden. Als Sofortreaktion geht die Millionenstadt Brisbane im Bundesstaat Queensland in einen dreitägigen Lockdown. Von Freitagabend bis Montagabend dürfen die Einwohner nur noch in Ausnahmefällen ihre Häuser verlassen, etwa zum Einkaufen oder für die Fahrt zur Arbeit. «Betrachten Sie es als ein langes Wochenende zu Hause mit ihren Familien oder Freunden», sagte die Regierungschefin von Queensland, Annastacia Palaszczuk.

Bis zum 15. Februar sollen auf Anordnung der Regierung in Canberra zudem viele internationale Flugverbindungen um 50 Prozent eingeschränkt werden. Zudem werden für Rückkehrer nach Australien striktere Massnahmen eingeführt, darunter die Vorlage eines negativen Corona-Tests vor der Abreise.

Die neue Variante des Coronavirus aus Grossbritannien war zuvor bei einem Angestellten eines Quarantäne-Hotels in Brisbane nachgewiesen worden. Nach der Ankündigung des Lockdowns kam es zu Panikkäufen in der Region, wie die Zeitung «Brisbane Times» schrieb. Viele Supermärkte waren völlig überfüllt.

8.50 Uhr: Besucherzahlen am Titlis eingebrochen

Die Titlis Bergbahnen haben im Geschäftsjahr 2019/20 massiv unter der Corona-Krise gelitten. Das Unternehmen weist trotz Kosteneinsparungen einen hohen Verlust aus – daher soll nun auch keine Dividende ausbezahlt werden.

Nachdem die Titlis Bergbahnen im Geschäftsjahr 2018/19 mit 1,24 Millionen Fahrgästen noch einen Besucherrekord eingefahren hatte, waren es im vergangenen Geschäftsjahr (per Ende Oktober) lediglich noch knapp 600'000 Passagiere, wie die Bahnen am Freitag mitteilten.

Im Jahresvergleich betrug der Rückgang im Kundensegment Schneesport rund 21 Prozent, bei den Einzelreisenden 40 Prozent und bei den Gruppenreisenden 85 Prozent. Entsprechend brach auch der Betriebsertrag um gut die Hälfte auf noch 38,2 Millionen Franken ein.



8.30 Uhr: Armee beginnt RS gestaffelt

Wegen der Coronavirus-Pandemie beginnen die Januar-Rekrutenschulen der Schweizer Armee gestaffelt. Knapp die Hälfte der Rekruten rücken statt im Januar erst im Februar ein und arbeiten zunächst zu Hause mit einem Lernprogramm, wie die Armee am Freitag mitteilte.

Die anderen Rekruten sollen am 18. Januar ihre Ausbildung bei der Armee in Angriff nehmen. Einrücken sollen nach Angaben der Armee zunächst vor allem die Sanitäts- und Spital-Rekrutenschulen sowie die Infanteristen. Insgesamt sind dies 12'000 Rekrutinnen und Rekruten. Sie sollen ihre Grundausbildung rasch absolvieren. 

Diese Rekrutinnen und Rekruten sollen für allfällige Einsätze zugunsten der zivilen Behörden zur Verfügung stehen, wie es in der Mitteilung der Armee hiess. Rund 60 Prozent der Rekruten fallen in diese Kategorie, wie Armeesprecher Daniel Reist auf Anfrage sagte.

482 junge Rekruten ruecken in die Sommer-Rekrutenschule ein, am Montag, 29. Juni 2020, in Airolo. (KEYSTONE/Ti-Press/Pablo Gianinazzi)
Ein Rekrut unterwegs in Airolo. 
Bild: Keystone/Ti-Press/Pablo Gianinazzi

8.24 Uhr: CS führt Generalversammlung online durch

Die Credit Suisse hält ihre Generalversammlung vom 30. April angesichts der Covid-19-Pandemie ohne die Aktionäre ab. Diese können im Voraus über den unabhängigen Stimmrechtsvertreter abstimmen, wie die Grossbank am Freitag mitteilte. Zudem wird es einen Webcast geben, den die Aktionäre verfolgen können.

6.25 Uhr: USA überholt Schweiz bei Todesfällen

In den USA ist die Zahl der täglichen Corona-Todesfälle erstmals über die Marke von 4000 gestiegen. Dies geht aus Daten des Covid Tracking Projects hervor. Demnach starben am Donnerstag 4033 Menschen im Zusammenhang mit dem Virus. Das sind etwa 12 Tote pro eine Million Einwohner. Damit haben die USA die Schweiz überholt, wo in den vergangenen Monaten jeden Tag knapp 10 Menschen pro eine Million Einwohner an Corona gestorben sind.

6 Uhr: Deutschland bei Todesfällen mit neuen Höchstwert

Die Zahl der gemeldeten Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus hat in Deutschland einen neuen Höchstwert erreicht. Innerhalb eines Tages übermittelten die deutschen Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) 1188 neue Todesfälle, wie aus den RKI-Zahlen vom Morgen hervorgeht.

Ausserdem wurden 31'849 Neuinfektionen gemeldet. Der bisherige Höchststand von 1129 neuen Todesfällen war am 30. Dezember erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33'777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden – darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

5.20 Uhr: Pfizer-Impfstoff wirksam gegen Mutationen

Der Impfstoff von Biontech/Pfizer scheint laut einer neuen Studie gegen die in Grossbritannien und Südafrika entdeckten Coronavirus-Varianten zu wirken. Dies sagte einer der führenden Wissenschaftler für virale Impfstoffe bei Pfizer in der Nacht auf Freitag.

«Wir haben jetzt 16 verschiedene Mutationen getestet, von denen keine wirklich signifikante Auswirkungen hatte. Das sind die guten Nachrichten», hiess es. «Das heisst aber nicht, dass die 17. keine Auswirkungen haben wird», mahnte er jedoch.

Die noch nicht von Fachleuten begutachtete Studie von Pfizer und Wissenschaftlern der medizinischen Abteilung der Universität Texas zeigt, dass der Coronavirus-Impfstoff das Virus auch bei einer Veränderung am sogenannten Spike-Protein wirksam neutralisiere.

3.09 Uhr: England verlangt bei Einreise negativen Test

Für Einreisen nach England ist von kommender Woche an ein negativer Corona-Test vorgeschrieben. Alle Reisenden, die mit dem Flug, Zug oder Schiff eintreffen, müssen einen entsprechenden Nachweis vorlegen, der nicht älter als 72 Stunden sein darf, wie der britische Verkehrsminister Grant Shapps in der Nacht zum Freitag mitteilte. Mit der Massnahme soll die Verbreitung neuer Corona-Varianten unterbunden werden.

Wer keinen Test nachweisen kann, muss auf der Stelle 500 Pfund (rund 600 Franken) Strafe zahlen. Ausnahmen gibt es unter anderem für Lastwagenfahrer, Kinder unter elf Jahren und Einreisen aus Irland. Die Ankündigung betrifft nur England, aber ähnliche Massnahmen für die anderen Landesteile Wales, Schottland und Nordirland sollen folgen.

«Wir haben bereits bedeutende Massnahmen getroffen, um importierte Fälle von Covid-19 zu verhindern, aber angesichts der internationalen Verbreitung neuer Virusstämme müssen wir weitere Vorsichtsmassnahmen treffen», sagte Shapps. Tests vor der Abreise seien eine weitere Abwehrmassnahme, zusätzlich zur verpflichtenden Selbstisolation nach der Einreise aus einem anderen Land.

Wegen des Lockdowns in Grossbritannien gibt es derzeit ohnehin nur wenig internationalen Reiseverkehr. Viele andere Länder verlangen bereits seit Längerem einen negativen Corona-Test als Voraussetzung für eine Einreise.

A family queues with their luggage at the airport in Duesseldorf, Germany, for a Corona test, while a British flag with the words
Wer viel und gern reist, muss sich in Corona-Zeiten zuerst schlaumachen. Nach vielen andern Länder müssen Einreisende nun auch in Grossbritannien einen negativen Test vorlegen. (Symbolbild)
KEYSTONE

2.44 Uhr: Immer mehr Menschen wollen Impfung

Die Bereitschaft zur Impfung gegen das Coronavirus hat laut einer Umfrage in Deutschland zugenommen. In einer Befragung von infratest dimap für den ARD-Deutschlandtrend von Anfang der Woche gaben 54 Prozent an, sich auf jeden Fall gegen das Coronavirus impfen lassen zu wollen.

Das waren 17 Prozentpunkte mehr als im November 2020. Weitere 21 Prozent sagten, sie wollten sich wahrscheinlich impfen lassen (minus 13 Prozentpunkte). Die Impfbereitschaft sei in allen Altersgruppen gewachsen, insbesondere aber bei den Menschen unter 65 Jahren. Nach wie vor zeigten sich jüngere Menschen gegenüber einer Corona-Impfung weniger offen als ältere.

1.07 Uhr: Australien kauft 51 Millionen Novavax-Impfdosen

Der US-Impfstoffhersteller Novovax hat mit der Regierung in Australien einen Vertrag über die Lieferung von 51 Millionen Coronavirus-Dosen unterzeichnet. Australien habe zusätzlich die Option, weitere 10 Millionen Einheiten des Coronavirus-Vakzins zu erwerben.

Dies teilte das Unternehmen am Donnerstag (Ortszeit) mit. Die ersten Dosen des Vakzins würden voraussichtlich Mitte 2021 ausgeliefert werden. Novavax konnte wegen Problemen beim Hochfahren der Produktion erst im Dezember mit Spätstudien seines experimentellen Covid-19-Impfstoffkandidaten beginnen.

Der Novavax-Impfstoff kann bei Temperaturen zwischen zwei und acht Grad Celsius gelagert werden, was seinen Transport im Vergleich zu anderen Vakzinen erheblich erleichtern würde. Die bereits zugelassenen Präparate des Mainzer Pharmaunternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer sowie des US-Konzerns Moderna erfordern eine aufwendigere Kühlung.

Australien verschärft zur Eindämmung der zuerst in Grossbritannien aufgetretenen Coronavirus-Variante die Einreise- und Lockdown-Bestimmungen. Vor Antritt eines Fluges nach Australien müssten Reisende nunmehr einen negativen Coronavirus-Test vorweisen, erklärte Regierungschef Scott Morrison am Freitag.

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Agenturen/red