Pflegemangel in Grossbritannien durch Brexit verschärft 

dpa

24.10.2021

Die DAK zieht aus ihrem Report das Fazit, dass das Thema Pflege unter jungen Menschen kein Tabu sei, sondern bei vielen im Alltag verankert.
Der Brexit hat weitreichende Folgen: Nun fehlen Grossbritannien auch noch die Pflegefachkräfte.
Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Besonders Beeinträchtigte bekommen den Brexit derzeit zu spüren. Sie haben nämlich immer grössere Mühe Personal zu finden, das ihnen bei der Erledigung der täglichen Aufgaben hilft.

dpa

24.10.2021

Der Pflegemangel in Grossbritannien hat sich einem Bericht zufolge durch den Brexit deutlich verschärft. Vor allem Behinderte, die Hilfe bei alltäglichen Aufgaben brauchen, haben Probleme, entsprechende Pflegekräfte zu finden, wie der «Observer» am Sonntag berichtete.

«Normalerweise rekrutieren wir mehr als 100 Pflegekräfte pro Jahr. Jetzt sind es um die 50», sagte Peter Henry von der Organisation Origin, die Pflegekräfte für Menschen mit Wirbelsäulenleiden vermittelt. Seit Juli habe sich die Situation dramatisch verschärft. Henry führt das auf das Ende der Bewerbungsfrist für das sogenannte Settlement Scheme zurück. Das Programm soll EU-Bürgern, die bereits vor dem Brexit im Land gelebt haben, weitgehend die gleichen Rechte gewähren wie zuvor.

Briten können fehlende europäische Kräfte nicht ausgleichen

Nach dem Brexit können Beschäftigte aus der EU ansonsten nicht mehr ohne Visum in Grossbritannien arbeiten. Dieses muss von einem Arbeitgeber befürwortet werden. Viele der Pflegekräfte, die bei Behinderten leben und diese pflegen, kommen den Organisationen zufolge aus dem Ausland. Mittlerweile müsse man regelmässig Anträge zurückweisen, so Peter Henry. Auch Katy Etherington, die die Datenbank für persönliche Pflegekräfte PA Pool betreibt, berichtete der Zeitung, britische Bewerber könnten die fehlenden europäischen Kräfte nicht ausgleichen.

Die Organisation Disable People Against Cuts hatte bereits vor Monaten von der Regierung gefordert, flexiblere Einwanderungsregeln für die Branche einzuführen. Die Regierung lehnt dies bislang ab.