Rechtsextreme

Proud-Boys-Chef verspricht: Keine Gewalt wegen Trump

dpa

15.11.2020 - 15:40

Mitglieder der Proud Boys wollen Präsenz zeigen, aber nicht zur Gewalt greifen. 
Keystone/EPA/GAMAL DIAB

Auch wenn der Wahlsieg des Demokraten Joe Biden offiziell bestätigt wird, wollen die «Proud Boys» nicht gewalttätig werden. Die mit gewalttätigen Unruhen in Verbindung gebrachten Rechtsextremen versprechen friedliche Pro-Trump-Proteste.

Die rechtsextreme US-Organisation Proud Boys will nach den Worten ihres Chefs Enrique Tarrio bei ihrem Einsatz für Donald Trump als US-Präsidenten nicht zur Gewalt greifen. «Wir werden friedlich bleiben, definitiv», sagte Tarrio dem Berliner «Tagesspiegel» am Rande einer Demonstration für Trump in Washington am Samstag.

Wenn sich ein Wahlsieg des Demokraten Joe Biden bestätigen sollte, würden die Proud Boys «ein Bier trinken und rausgehen, protestieren», und zwar definitiv «friedlich, aber kraftvoll», betonte der Geschäftsmann aus Florida. Seine Organisation habe jetzt 12'000 bis 15'000 Mitglieder. Werde Biden Präsident, würden die Proud Boys eine erneute Kandidatur Trumps 2024 unterstützen: «Er soll auf jeden Fall noch mal antreten, wenn er dieses Mal verliert.»

Donald Trump hat derweil auf Twitter erstmals geschrieben, dass Joe Biden die Wahl gewonnen hat. Allerdings warf er seinem Kontrahenten wiederholt Betrug vor, ohne dafür Beweise zu liefern.

Trump hatte im Wahlkampf in einem TV-Duell mit Biden in Richtung der Proud Boys erklärt, sie sollten sich «bereit» halten. Das war von einigen als Billigung von Gewalt interpretiert worden, zumal die Organisation auch mit gewalttätigen Unruhen wie in Charlottesville in Verbindung gebracht wird.

Der in Florida aufgewachsene Tarrio bezeichnet sich als Afro-Kubaner und «American Supremacist». Der Begriff «White Supremacists» bezeichnet Verfechter der These einer weissen Überlegenheit, Tarrio spricht also von einer amerikanischen Überlegenheit. Mitglieder der Proud Boys hatten am Samstag bei der Kundgebung von Trump-Anhängern gegen Wahlbetrug in Washington teilgenommen.

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dpa