159 Menschen nach Hauseinsturz in Florida weiterhin vermisst

dpa

26.6.2021 - 18:00

TOPSHOT - This aerial view, shows search and rescue personnel working on site after the partial collapse of the Champlain Towers South in Surfside, north of Miami Beach, on June 24, 2021. - The multi-story apartment block in Florida partially collapsed early June 24, sparking a major emergency response. Surfside Mayor Charles Burkett told NBCs Today show: My police chief has told me that we transported two people to the hospital this morning at least and one has died. We treated ten people on the site. (Photo by CHANDAN KHANNA / AFP) (Photo by CHANDAN KHANNA/AFP via Getty Images)
Das zwölfstöckige Wohngebäude Champlain Tower in der Stadt Surfside nördlich von Miami Beach war in der Nacht zu Donnerstag aus unbekannter Ursache eingestürzt.
Bild: AFP via Getty Images

Drei Tage nach dem teilweisen Einsturz eines Wohnhochhauses in Florida wird die Suche nach Vermissten weiter fortgesetzt. Manche Angehörige von Vermissten haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben, andere haben sich mit dem Tod von Verwandten oder Freunden abgefunden. 

dpa

26.6.2021 - 18:00

Angehörige von vermissten Bewohnern eines eingestürzten Hochhauses in der Nähe von Miami haben die Hoffnung auf ein Wunder noch nicht aufgegeben. Sie harrten am Freitagabend weiter aus, während Rettungskräfte mit schwerem Gerät und blossen Händen in den Trümmern des Champlain Towers South in Surfside nach Überlebenden suchten.



«Ich bete einfach für ein Wunder», sagte Rachel Spiegel, deren 66 Jahre alte Mutter Judy im sechsten Stock des Hauses wohnte. «Wir sind untröstlich, dass sie überhaupt im Gebäude war.» Jeanne Ugarte erklärte dagegen, sie müsse sich wohl damit abfinden, dass ihre langjährigen Freunde Juan und Ana Mora sowie der Sohn Juan Jr., der seine Eltern im dem Haus besucht hatte, nicht mehr am Leben seien. «Ich weiss, dass sie sie nicht (lebend) finden werden», sagte Ugarte. «Es ist schon zu lange her.»

«Es wird nicht genug getan»

Die Rettungskräfte bemühten sich, an der Unglücksstelle einige Kilometer nördlich von South Beach möglichst rasch voranzukommen. Sie arbeiteten bei böigem Wind und wiederholten Regenschauern. Über den Trümmern stieg immer wieder Staub auf. Der Bürgermeister von Surfside, Charles Burkett, erklärte, die Einsatzkräfte täten ihr Möglichstes. «Wir haben kein Problem mit den Ressourcen wir haben ein Problem mit dem Glück», erklärte er.

Unter einigen Angehörigen von Vermissten machte sich hingegen Frustration breit: «Es wird nicht genug getan», sagte Mike Salberg, der nach dem Unglück aus New York nach Miami geflogen war. Fünf Familienmitglieder, darunter seine Eltern, würden noch vermisst, sagte er der Nachrichtenagentur AFP. «Ich will Antworten», fügte er hinzu. «Uns wird gesagt, sie hätten die besten Teams», aber er glaube das nicht: «40 Stunden später, vier Tote».

Bisher wurden vier Todesopfer geborgen

Menschen hängten an einem Zaun in der Nähe der Unglücksstelle Blumen auf, andere sahen aus der Ferne zu, mit gefalteten Händen, manche umarmten sich. Gemeindemitglieder beteten in einer Synagoge, wo einige der Vermissten Mitglieder waren.

Noch immer war nach Angaben der Behörden nicht klar, wie viele Menschen sich zum Zeitpunkt des Einsturzes in dem Gebäude aufhielten. 159 Menschen galten als vermisst und könnten im Haus gewesen sein. Bisher wurden vier Todesopfer geborgen.

Ursache für den Einsturz noch unklar

Eine mögliche Ursache für das Unglück wurde nicht genannt. Gouverneur Ron DeSantis erklärte, es werde zeitnah eine definitive Antwort auf diese Frage geben. Videoaufnahmen schienen zu zeigen, dass die Mitte des Gebäudes zuerst einstürzte, gefolgt von einem Abschnitt näher am Strand.

US-Präsident Joe Biden drückte in einer Botschaft an die bangenden Familien sein Mitgefühl aus. Sie machten eine «harte Zeit» durch. Zuvor hatte er bereits Bundeshilfe zur Unterstützung der Rettungsbemühungen angeordnet.

Von dem Einsturz betroffen waren insgesamt 55 Wohnungen. Bis Freitagabend war immer noch unklar, wieviele Menschen sich zum Unglückszeitpunkt in dem Gebäude aufhielten, in dem sich auch viele Ferienwohnungen befanden. Laut dem republikanischen Senator von Florida, Marco Rubio, kommen viele der Vermissten aus dem Ausland, darunter aus Argentinien, Uruguay und Paraguay. Kanada erklärte, dass mindestens vier seiner Bürger ebenfalls «betroffen» sein könnten.

dpa