Schweizer Behörden im Ungewissen über Frankreichs Grenzentscheid

ot

29.1.2021 - 23:55

Grenzübergang Les Brenets zwischen der Schweiz und Frankreich. (Archivbild)
Keystone

Nach dem Entscheid der französischen Regierung über eine Schliessung der Landesgrenzen für alle Nicht-EU-Länder waren die Auswirkungen auf die Schweiz am Freitagabend unklar. Das Schweizer Aussendepartement war laut Angaben eines Sprechers zunächst im Ungewissen.

Das Aussendepartement stehe in Kontakt mit den französischen Behörden, um die Auswirkungen auf den Grenzverkehr zwischen der Schweiz und Frankreich zu klären, sagte ein Sprecher des Eidgenössischen Departements für Auswärtige Angelegenheiten (EDA) am Freitagabend auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Weitere Angaben konnte er keine machen. Zwischen der Schweiz und Frankreich sind täglich zehntausende Grenzgänger unterwegs.

Angesichts der schnellen Ausbreitung neuer Coronavirus-Varianten hatte Frankreich angekündigt, die wegen der Pandemie erlassenen Schutzmassnahmen zu verschärfen. Für Nicht-EU-Länder gelte ab Sonntag – ausser in dringenden Fällen – ein Ein- und Ausreiseverbot, kündigte Regierungschef Jean Castex am Freitagabend in Paris an. Ausnahmen solle es nur bei triftigem Grund geben. Zudem müssten Geschäfte, die nicht für den täglichen Bedarf notwendig sind, ab einer bestimmten Grösse schliessen.

Stärkere Überwachung

Kultur- und Sporteinrichtungen, Restaurants und Cafés sind in Frankreich derzeit bereits geschlossen. Schulen und Geschäfte können dagegen bis 18.00 Uhr öffnen. Nun sollen Geschäfte ab einer Grösse von 20'000 Quadratmetern ab Sonntag ganz schliessen, sagte Castex. Zudem solle die Einhaltung der ab 18.00 Uhr geltenden Ausgangssperre verstärkt überwacht werden und die «illegale» Öffnung von Restaurants verhindert werden.

Frankreich verzeichnet seit der Jahreswende wieder steigende Infektionszahlen. Zuletzt wurden mehr als 20'000 tägliche Coronavirus-Neuinfektionen verzeichnet; auch der Druck auf die Spitäler wächst. Virologen warnen vor einer schnellen Ausbreitung der ansteckenderen britischen Coronavirus-Variante.

Zurück zur Startseite

ot