Ukraine-Überblick

Kadyrow fordert Einsatz von «Atomwaffen mit geringer Sprengkraft» in Ukraine

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1.10.2022

Russland gibt strategisch wichtige Stadt Lyman auf

Russland gibt strategisch wichtige Stadt Lyman auf

Moskau, 01.10.22: Russland hat in einer weiteren Niederlage gegen die ukrainische Armee die strategisch wichtige Stadt Lyman im Gebiet Donezk aufgegeben. Die Streitkräfte seien wegen der Gefahr einer Einkesselung abgezogen worden, sagte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriumsam Samstag in Moskau. Zuvor hatten ukrainische Behörden von rund 5000 eingekesselten russischen Soldaten gesprochen. Seit Wochen wurde um Lyman erbittert gekämpft. Nach intensiven Kämpfen ist die Stadt am Samstag gefallen. Lyman galt nach der russischen Schlappe in Charkiw als so wichtig, dass die russische Führung die Stadt möglichst lange halten wollte, zumindest aber bis zur Erklärung der Annexion der vier ukrainischen Gebiete Cherson, Donezk, Luhansk und Saporischschja. Russlands Präsident Wladimir Putin hatte die Annexion am Freitag im Rahmen eines Festakts im Kreml erklärt. Kein Staat erkennt diesen Bruch des Völkerrechts an.

01.10.2022

Die Baltischen Staaten haben sich für einen Beitritt der Ukraine zur Nato stark gemacht. In Saporischschja ist der Direktor des Atomkraftwerks von Russen entführt worden. Frankreich und Deutschland haben der Ukraine weitere Waffenlieferungen zugesagt. Alle News im Tages-Überblick.

phi

1.10.2022

Das Wichtigste in Kürze

  • Russische Truppen räumen die wichtige Stadt Lyman, die grossteils eingekesselt ist. Präsident Wolodymyr Selenskyj spricht von «erheblichen Erfolgen» der ukrainischen Armee in Donezk.
  • Moskaus Soldaten sollen den ukrainischen Direktor des AKW Saporischschja verschleppt haben. Die IAEA verlangt Aufklärung. Russische Behörden sprechen von einer «vorübergehenden Festnahme» zwecks Befragung.
  • Der Tschetschenenführer Ramsan Kadyrow hat die russische Armee zum Einsatz von «Atomwaffen mit geringer Sprengkraft» in der Ukraine aufgerufen.
  • Die USA wollen der Ukraine weitere Hilfen in Höhe von 12.16 Milliarden Franken bereitstellen. Auch Frankreich und Deutschland sagen weitere Waffenlieferungen zu.
  • Aus der beschädigten Gaspipeline Nord Stream 2 tritt kein Gas mehr aus, teilte ein Sprecher der Betreiberfirma. mit.
  • In der Nacht blockierte Russland eine Resolution wegen der Annexion im UN-Sicherheitsrat. China, Indien, Brasilien und Gabun enthielten sich.
  • Die Übersicht der Geschehnisse vom Freitag findest du hier.
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    Wir beenden unseren Live-Ticker vom 01. Oktober 2022

  • 20.44 Uhr
    Erdogan droht erneut mit Blockade der Nato-Beitritte Schwedens und Finnlands

    Die Türkei will den Nato-Beitritten Schwedens und Finnlands nach Angaben von Präsident Recep Tayyip Erdogan erst dann zustimmen, wenn die Länder «ihre Versprechen einhalten». «Solange die Versprechen nicht eingelöst werden, behalten wir unsere Position bei», sagte Erdogan am Samstag in einer Rede vor dem Parlament in Ankara. Die Türkei verfolge genau, ob Schweden und Finnland die von der Türkei gestellten Forderungen erfüllten oder nicht.

    Schweden und Finnland hatten nach dem russischen Angriff auf die Ukraine mit ihrer jahrzehntelangen Tradition der militärischen Bündnisneutralität gebrochen und im Mai einen Antrag auf Nato-Mitgliedschaft gestellt. Die Türkei hatte die Nato-Beitrittsverhandlungen der beiden skandinavischen Länder anfangs blockiert. Sie wirft ihnen vor, Mitglieder der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) zu unterstützen.

  • 20.14 Uhr
    Russland verhängt Einfuhrverbot für Laster aus EU-Ländern

    Die russische Regierung hat ein Einfuhrverbot für Lastwagen aus EU-Ländern verhängt. Verboten sei sowohl der Gütertransport im bilateralen Handel als auch der Transit oder die Einfahrt aus Drittländern, heisst es in der am Samstag veröffentlichten Verordnung. Die Bestimmungen betreffen neben der EU auf dem europäischen Kontinent auch Norwegen, Grossbritannien und die Ukraine. «Die Verordnung tritt am 10. Oktober in Kraft und gilt bis zum 31. Dezember», hiess es in dem Dokument.

    Das Verbot ist ausdrücklich auch eine Reaktion der russischen Führung auf ein Einfuhrverbot seitens der europäischen Länder gegenüber LKW-Transporten aus Russland und Belarus. Die EU hatte diese Massnahme am 8. April als Teil eines Sanktionspakets verhängt.

  • 20.01 Uhr
    Lambrecht in Ukraine: Flugabwehrsystem Iris-T wird rasch geliefert

    Verteidigungsministerin Christine Lambrecht ist zum ersten Mal seit Kriegsbeginn in die Ukraine gereist. In der Hafenstadt Odessa am Schwarzen Meer wurde die SPD-Politikerin am Samstag von ihrem ukrainischen Amtskollegen Olexij Resnikow empfangen.

    Besuch in Odessa: Ministerin Lambrecht musste in Bunker

    Besuch in Odessa: Ministerin Lambrecht musste in Bunker

    Odessa, 01.10.22: Verteidigungsministerin Christine Lambrecht hat bei ihrem ersten Besuch in der Ukraine seit Kriegsbeginn in der Hafenstadt Odessa wegen eines Luftalarms in einem Bunker Schutz gesucht. Der Alarm dauerte am Samstagnachmittag etwa 45 Minuten.

    01.10.2022

    Der Ukraine hat Lambrecht die rasche Lieferung einer ersten versprochenen Einheit des bodengestützten Luftabwehrsystems Iris-T SLM zugesagt. Das System solle in den nächsten Tagen für den Abwehrkampf der Ukraine gegen Russland eintreffen, kündigte die SPD-Politikerin am Samstag bei einem Besuch in der Hafenstadt Odessa an.

    Deutschland will der Ukraine zunächst vier der jeweils 140 Millionen Euro teuren Systeme des Typs Iris-T SLM zur Verfügung stellen, die Finanzierung von drei Weiteren ist gesichert. Ein System besteht aus vier Fahrzeugen - einem Feuerleitgerät und drei Raketenwerfern. Es soll eine mittlere Grossstadt vor Angriffen aus der Luft schützen können.

  • 19.43 Uhr
    Frankreich liefert weitere Haubitzen an Ukraine

    Frankreich liefert der Ukraine zur Abwehr des russischen Angriffskriegs nach einem Bericht der Zeitung «Le Monde» sechs bis zwölf weitere Haubitzen vom Typ Caesar. Die Geschütze stammten aus einem Auftrag für Dänemark, das Land habe der Lieferung der technisch noch nicht abgenommenen Haubitzen an die Ukraine aber zugestimmt, berichtete die Zeitung am Samstag.

    Französische Soldaten operieren auf einem CAESAR (einem mit einem Artilleriesystem ausgestatteten Lastwagen) mit einer selbstfahrenden Haubitze an Bord während einer Schiessübung in Canjuers im Südosten Frankreichs. (Archiv)
    Französische Soldaten operieren auf einem CAESAR (einem mit einem Artilleriesystem ausgestatteten Lastwagen) mit einer selbstfahrenden Haubitze an Bord während einer Schiessübung in Canjuers im Südosten Frankreichs. (Archiv)
    Nicolas TUCAT/AFP via Getty Images

    Wie der Élyséepalast mitteilte, habe Präsident Emmanuel Macron am Samstag mit der dänischen Premierministerin Mette Frederiksen telefoniert. Beide seien sich einig, dass sie die Unterstützung für die Ukraine verstärken wollten, um ihr dabei zu helfen, ihre Souveränität und territoriale Integrität zu verteidigen, während Russland weiter eskaliert. Zur Lieferung der Haubitzen macht der Élysée indes keine Angaben.

    Frankreich hat der Ukraine im Frühjahr und Sommer bereits 18 Caesar-Haubitzen geliefert. Die auf Lastwagen montierten Geschütze mit einem Kaliber von 155 Millimeter können Ziele in einer Entfernung von bis zu 40 Kilometern präzise treffen. Die ursprünglich für Dänemark bestimmten Haubitzen sind nach «Le Monde»-Informationen noch schlagkräftiger als die Version der französischen Armee. Statt 18 Geschossen können sie demnach 36 Geschosse mitführen und die Kabine ist besser gepanzert.

  • 19.16 Uhr
    Gazprom drosselt Gaslieferungen nach Moldau – droht mit Stopp

    Russland hat die Gaslieferungen in die zwischen Rumänien und der Ukraine liegende ehemalige Sowjetrepublik Moldau gedrosselt und deren völlige Einstellung angedroht. Der russische Energiekonzern Gazprom machte für die Absenkung am Samstag auf seinem Telegram-Kanal die Ukraine verantwortlich, die sich weigere, «russisches Gas über die Verteilerstation "Sochranowka» zu leiten." Nach Gazprom-Angaben liegt die tägliche Liefermenge nun bei 5,7 Millionen Kubikmeter. Die einen EU-Beitritt anstrebende Republik Moldau hat 8,06 Millionen Kubikmeter täglich geordert.

    Neben dem Ausfall eines Leitungsstrangs in der Ukraine, der allerdings schon seit Monaten bekannt ist, beruft sich Gazprom in seiner Begründung für die Lieferdrosselung auf offene Gasschulden Chisinaus. Moldau sei ständig mit seinen Gaszahlungen im Rückstand. «Gleichzeitig ist durch das Verschulden der moldauischen Seite bis heute kein Abkommen über die Regulierung der Altschulden für das in den vergangenen Jahren gelieferte Gas geschlossen worden. Aus diesem Grund hat Gazprom das Recht, in jedem Moment den geltenden Vertrag zu kündigen», drohte das Unternehmen.

  • 18.43 Uhr
    Kadyrow fordert Einsatz von «Atomwaffen mit geringer Sprengkraft» in Ukraine

    Der Tschetschenenführer Ramsan Kadyrow hat die russische Armee zum Einsatz von «Atomwaffen mit geringer Sprengkraft» in der Ukraine aufgerufen. «Meiner Meinung nach sollten drastischere Maßnahmen ergriffen werden, bis hin zur Verhängung des Kriegsrechts in den Grenzgebieten und dem Einsatz von Atomwaffen mit geringer Sprengkraft», erklärte Kadyrow auf Telegram am Samstag nach dem Rückzug der Russen aus der strategisch wichtigen ukrainischen Stadt Lyman.

    Der Machthaber der russischen Teilrepublik Tschetschenien, Ramsan Kadyrow (rechts), prangerte die «Vetternwirtschaft» in der russischen Armee an. (Archiv)
    Der Machthaber der russischen Teilrepublik Tschetschenien, Ramsan Kadyrow (rechts), prangerte die «Vetternwirtschaft» in der russischen Armee an. (Archiv)
    Kazbek Vakhayev/KEYSTONE

    Zuvor hatte Moskau den Rückzug seiner Truppen aus der Stadt Lyman in Donezk gemeldet. Donezk ist eine der vier ukrainischen Regionen, deren Annexion Russland am Freitag verkündet hatte. An der Zeremonie rund um die Unterzeichnung der Annexionsabkommen hatte auch der kreml-treue Kadyrow teilgenommen.

  • 17.56 Uhr
    Offenbar Explosionen auf russischem Militärflughafen auf der Krim

    Auf der von Russland annektierten ukrainischen Schwarzmeerhalbinsel Krim ist es offenbar erneut zu Explosionen auf einem Militärflughafen gekommen. «Der Information der Rettungskräfte nach ist ein Flugzeug über die Landebahn hinausgeschossen und in Brand geraten», schrieb der von Moskau eingesetzte Gouverneur der Stadt Sewastopol, Michail Raswoschajew, im Nachrichtendienst Telegram am Samstag. Die Feuerwehr sei im Einsatz. In sozialen Netzwerken kursierende Videos zeigten allerdings dicke Rauchwolken mit starken Explosionen. Beobachter vermuteten, dass ein Munitionslager in Brand geraten sein könnte.

  • 17.28 Uhr
    Kein Gas-Austritt mehr bei Nord-Stream-2-Pipeline

    Aus der beschädigten Gaspipeline Nord Stream 2 tritt kein Gas mehr aus. Der Druck in der Gasleitung in der Ostsee sei mittlerweile auf das gleiche Niveau wie der Wasserdruck gefallen, sagte Ulrich Lissek, Sprecher der Betreiberfirma, am Samstag der Nachrichtenagentur AFP. «Der Wasserdruck hat also die Rohrleitung mehr oder weniger verschlossen, sodass das Gas im Inneren nicht entweichen kann.»

  • 17.11 Uhr
    Region Charkiw: 24 Zivilisten bei Beschuss einer Autokolonne getötet

    Die ukrainischen Behörden haben der russischen Armee vorgeworfen, beim Beschuss einer zivilen Autokolonne nahe der Stadt Kupjansk 24 Menschen getötet zu haben - darunter 13 Kinder. Die Zivilisten hätten versucht, sich vor russischen Angriffen in Sicherheit zu bringen, teilte der ukrainische Gebietsgouverneur Oleh Sinegubow am Samstag im Nachrichtenkanal Telegram mit. «Das ist eine Grausamkeit, die keine Rechtfertigung hat.» Die zunächst mit 20 angegebene Zahl der Toten stieg später auf 24. Ermittler und Experten seien zu der Stelle im Gebiet Charkiw gefahren, um den Fall zu untersuchen, teilte Sinegubow weiter mit.

  • 16.45 Uhr
    Angehörige hoffen auf weiteren Austausch von Kriegsgefangenen
    Angehörige der Verteidiger von Asowstal und anderer ukrainischer Kriegsgefangener halten auf dem Unabhängigkeitsplatz in Kiew Spruchbänder und Fotos hoch, am 01. Oktober 2022. an einer Kundgebung teilnehmen, bei der ihre Freilassung aus russischer Gefangenschaft gefordert wird.
    Angehörige der Verteidiger von Asowstal und anderer ukrainischer Kriegsgefangener halten auf dem Unabhängigkeitsplatz in Kiew Spruchbänder und Fotos hoch, am 01. Oktober 2022. an einer Kundgebung teilnehmen, bei der ihre Freilassung aus russischer Gefangenschaft gefordert wird.
    ROMAN PILIPEY/KEYSTONE

    Der jüngste grosse Kriegsgefangenenaustausch, bei dem 215 Ukrainer aus russischer Gefangenschaft zurückkehren konnten – darunter Kämpfer des Stahlwerks Azovstal in Mariupol – gibt den Verwandten anderer ukrainischer Soldaten, die sich noch in russischer Gefangenschaft befinden, Hoffnung. Mit Spruchbändern erinnern sie auf dem Unabhängigkeitsplatz in Kiew an ihre Angehörigen, die sich noch in russischer Kriegsgefangenschaft befinden.

  • 16.11 Uhr
    Russland gibt strategisch wichtige Stadt Lyman auf

    Russland hat in einer weiteren Niederlage gegen die ukrainische Armee die strategisch wichtige Stadt Lyman im Gebiet Donezk aufgegeben. Die Streitkräfte seien wegen der Gefahr einer Einkesselung abgezogen worden, sagte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, am Samstag in Moskau. Zuvor hatten ukrainische Behörden von rund 5000 eingekesselten russischen Soldaten gesprochen.

  • 15.19 Uhr
    Russland: Chef von AKW Saporischschja «vorübergehend festgenommen»

    Russische Behörden informierten die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) am Samstag, dass der Generaldirektor des grössten europäischen Kernkraftwerks «vorübergehend festgenommen wurde, um Fragen zu beantworten», wie ein IAEA-Sprecher in Wien am Samstag sagte. Nach ukrainischen Angaben wurde Muraschow von Moskauer Truppen entführt. Der Präsident der ukrainischen Betreibergesellschaft Enerhoatom, Petro Kotin, teilte mit, dass der Kraftwerks-Chef am Vortag von einer russischen Patrouille am AKW-Standort Enerhodar auf der Strasse gestoppt, aus dem Auto gezerrt und mit verbundenen Augen an einen unbekannten Ort gebracht worden sei. Russland hält das AKW seit Anfang März besetzt.

  • 14.27 Uhr
    Russland liefert kein Gas mehr nach Italien

    Russland hat nach Auskunft des italienischen Versorgers Eni seine Gaslieferungen an das Mittelmeerland vorerst eingestellt. Ein Eni-Sprecher sagte der Nachrichtenagentur Ansa, dass der. russische Konzern Gazprom mitgeteilt habe, nicht mehr nach Österreich liefern zu können. Allerdings erhalte die Alpenrepublik nach Auskünften von Eni weiterhin russisches Gas, sagte der Sprecher weiter.

    Italien hatte bis zum Ausbruch des Krieges in der Ukraine rund 40 Prozent seines Gases aus Russland erhalten. Dann schlossen die Regierung in Rom und der teilstaatliche Konzern Eni mit etlichen anderen Ländern - etwa Algerien - Abkommen ab, um die Abhängigkeit von Moskau zu minimieren. In den vergangenen Monaten hiess es, Italien bekomme nur noch rund 25 Prozent seines Gases aus Russland. In den vergangenen Tagen waren die Liefermengen stark zurückgegangen.

  • 14.16 Uhr
    Ukrainer hissen Flagge in Lyman

    Andrij Jermak, der Leiter des Präsidialamts der Ukraine, hat auf seinem Telegram-Kanal ein Video veröffentlicht, das ukrainische Soldaten vor dem Ortseingang von Lyman zeigt. «Am 1. Oktober entfalten wir unsere Nationalflagge und hissen sie auf unserem Land in Lyman», sagt der Soldat. «Die Ukraine wird obsiegen.»

  • 14 Uhr
    Dänemark und Grossbritannien stärken Kiew den Rücken

    London und Kopenhagen haben der Kiew nach der völkerrechtswidrigen Annexion ukrainischer Gebiete durch Russland ihre weitere Unterstützung zugesagt.

    «Grossbritannien und Dänemark unterstützen die Ukraine sehr stark und wir werden das auch weiterhin tun und zusammenarbeiten», sagte die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen heute in London nach einem Treffen mit ihrer britischen Amtskollegin Liz Truss.

    Zu den Gaslecks an den Nord-Stream-Pipelines, über die sich die beiden Politikerinnen austauschten, sagte Frederiksen: «Es ist mir sehr wichtig zu betonen, dass die dänischen Behörden der Meinung sind, dass es kein Unfall war. Das ist Sabotage von kritischer Infrastruktur. Also ist es eine sehr ernste Situation.»

    Auch aus der Downing Street hiess es, es handele sich «eindeutig um einen Akt der Sabotage». Grossbritannien habe seine Hilfe bei den Ermittlungen angeboten. Ausserdem hätten die Regierungschefinnen vereinbart, beim Streben nach Energieunabhängigkeit enger zusammenzuarbeiten – etwa beim Ausbau von Windenergie.

  • 13.31 Uhr
    Angeblich 20 Tote bei Beschuss von Evakuierungskonvoi

    Beim Beschuss eines Evakuierungskonvois im Nordosten der Ukraine sind nach ukrainischen Angaben 20 Zivilisten getötet worden. Der Gouverneur der Region Charkiw, Oleh Synjehubow, nannte die Attacke auf Menschen, die versuchten, aus der Region zu flüchten, um dem Beschuss zu entgehen, eine «Grausamkeit, die nicht gerechtfertigt werden kann.» Der Konvoi sei im Rajon Kupjansk getroffen worden.

    Rot markiert: Kupjansk.
    Rot markiert: Kupjansk.
    Google Earth

    Russische Streitkräfte hatten sich nach einer erfolgreichen Gegenoffensive des ukrainischen Militärs im September aus weiten Teilen der Region Charkiw zurückgezogen. Sie beschossen das Gebiet allerdings weiter. Das Bombardement nahm zuletzt drastisch zu, als Moskau nach Scheinreferenden über einen Beitritt zu Russland die Annexion von vier ukrainischen Regionen vorantrieb, die sich im Osten und Süden der Ukraine ganz oder teilweise unter russischer Kontrolle befinden.

  • 12.56 Uhr
    USA: Kein Hinweis auf Atomwaffen-Einsatz
    USA: Kein Hinweis auf bevorstehenden Atomwaffen-Einsatz

    USA: Kein Hinweis auf bevorstehenden Atomwaffen-Einsatz

    Die USA halten einen russischen Einsatz von Atomwaffen im Ukraine-Krieg für möglich, sehen laut dem Nationalen Sicherheitsberater im Weissen Haus, Jake Sullivan, derzeit aber keine Anzeichen für einen unmittelbar bevorstehenden Angriff dieser Art.

    01.10.2022

  • 12.15 Uhr
    Angeblich 5000 russische Soldaten in Lyman eingekesselt

    Die ukrainischen Truppen haben in der strategisch wichtigen Stadt Lyman im Gebiet Donezk nach eigenen Angaben rund 5000 russische Soldaten eingekesselt. Das sei der Stand am Samstagmorgen, teilte der ukrainische Verwaltungschef für Luhansk, Serhij Hajdaj, mit.

    «Die Okkupanten haben ihre Führung gebeten, nach Möglichkeit herauszukommen, woraufhin sie eine Abfuhr erhielten», sagte er. «Sie haben jetzt drei Handlungsmöglichkeiten: Entweder können sie versuchen auszubrechen oder sie ergeben sich. Oder sie sterben alle zusammen. Da sind von ihnen etwa 5000, eine genaue Zahl gibt es nicht.»

    Selenskyj vermeldet «erhebliche Erfolge» bei Gegenoffensive

    Selenskyj vermeldet «erhebliche Erfolge» bei Gegenoffensive

    Nach der Annexion von vier besetzten ukrainischen Gebieten durch Russland hat Ukraines Präsident Wolodymyr Selenskyj «erhebliche Erfolge» der ukrainischen Gegenoffensive im Osten des Landes vermeldet.

    01.10.2022

    Eine solche Zahl an eingekesselten Russen habe es überhaupt noch nicht gegeben in dem Krieg, sagte Hajdaj. Es seien fast alle Zugänge blockiert. Westliche Militärexperten gehen davon aus, dass Lyman in den nächsten Tagen komplett befreit wird. Für die Armee des russischen Präsidenten Wladimir Putin wäre das eine neue massive Niederlage in der seit mehr als sieben Monaten andauernden Invasion.

    Kremlchef Putin hatte am Freitag die besetzten Teile der Gebiete Donezk, Luhansk, Saporischschja und Cherson unter internationalem Protest annektiert. Kein Staat erkennt diesen Bruch des Völkerrechts an. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte angekündigt, alle besetzten Territorien zu befreien. Er setzt dazu auf schwere Waffen des Westens und auf Militärberater der Nato-Staaten.

  • 12 Uhr
    IAEA verlangt Auskunft zu entführtem AKW-Direktor

    Der Chef des von russischen Truppen besetzten Atomkraftwerks Saporischschja, Ihor Muraschow, ist nach ukrainischen Angaben von Moskauer Truppen entführt worden. Das teilte der Präsident der Betreibergesellschaft Enerhoatom, Petro Kotin, heute mit.

    Der Generaldirektor des grössten europäischen Kernkraftwerks wurde demnach am Vortag von einer russischen Patrouille am AKW-Standort Enerhodar auf der Strasse gestoppt, aus dem Auto gezerrt und mit verbundenen Augen an einen unbekannten Ort gebracht. Eine Erklärung von russischer Seite gab es zunächst nicht. Russland hält das AKW seit Anfang März besetzt.

    «Es gibt keine Erkenntnisse zu seinem Schicksal», teilte Kotin im Nachrichtenkanal Telegram mit. Er warf Russland atomaren Terrorismus gegen das Management und gegen die Mitarbeiter des Kraftwerks vor. Muraschow, der die Hauptverantwortung für das sichere Funktionieren und die nukleare Sicherheit der Anlage trage, müsse sofort freigelassen werden.

    Ein russischer Soldat im Atomkraftwerk von Saporischschja in Enerhodar – ein Bild vom 1. September.
    Ein russischer Soldat im Atomkraftwerk von Saporischschja in Enerhodar – ein Bild vom 1. September.
    EPA

    Kotin forderte auch den Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, auf, sich für Muraschows Freilassung einzusetzen. Die IAEA teilte heute Morgen mit, dass sie die russischen Behörden kontaktiert und eine Aufklärung gefordert habe.

    Das AKW war immer wieder beschossen worden. Sowohl die russischen Besatzer als auch die ukrainischen Behörden warnten mehrfach vor einem möglichen atomaren Zwischenfall mit massiven Auswirkungen für ganz Europa. Die IAEA setzt sich für rasche weitere Gespräche über eine Waffenstillstandszone um das AKW ein.

    Der staatliche russische Atomkonzern Rosatom, der das Kraftwerk gemeinsam mit russischen Einheiten kontrolliert, ist nach Angaben seines Managements bereit, über technische Aspekte einer Schutzzone zu reden.

  • 11.44 Uhr
    Russland blockiert UN-Resolution zur Annexion
    Russland blockiert UN-Resolution zur Annexion

    Russland blockiert UN-Resolution zur Annexion

    Russland hat im UN-Sicherheitsrat mit seinem Veto die Verabschiedung einer Resolution verhindert, mit der die russische Annexion von ukrainischen Gebieten als Völkerrechtsbruch verurteilt werden sollte. Zehn Länder in dem Gremium votierten am Freitag für den von den USA und Albanien eingebrachten Antrag.

    01.10.2022

  • 11.15 Uhr
    Biden: «Jeden Zentimeter Nato-Territorium verteidigen»
    Biden: Wir verteidigen «jeden Zentimeter» Nato-Territorium

    Biden: Wir verteidigen «jeden Zentimeter» Nato-Territorium

    US-Präsident Joe Biden hat seinen russischen Kollegen Wladimir Putin vor jeglichem Angriff auf einen Nato-Staat gewarnt. «Die USA sind mit ihren Nato-Partnern vollständig bereit, jeden Zentimeter Nato-Territorium zu verteidigen», sagte Biden im W

    01.10.2022

  • 10.56 Uhr
    Ukraine: Russland will angeblich Kadetten einsetzen

    Wegen eines Mangels an Soldaten ist Russland nach Angaben des ukrainischen Militärs in seinem Krieg in der Ukraine zum Einsatz von nicht fertig ausgebildeten Kadetten gezwungen.

    Der ukrainische Generalstab erklärte heute, Kadetten der Militärschule in Tjumen im Westen Sibiriens und der Luftwaffen-Schule Rjasan in der gleichnamigen Oblast würden im Rahmen der vom Kreml ausgerufenen Teilmobilmachung eingesetzt.

    Der Generalstab machte keine Angaben dazu, wie er in den Besitz der Informationen gelangt sei. In der Vergangenheit hat Kiew jedoch unter anderem Handygespräche von russischen Soldaten aufgezeichnet. Zehntausende Männer sind aus Russland geflüchtet, um einer möglichen Einberufung zu entgehen.

  • 10.30 Uhr
    Kreml nutzt Boden-Luft-Raketen als Artillerie

    Nach Einschätzung britischer Geheimdienste setzt Moskau bei seiner Bodenoffensive in der Ukraine mittlerweile Abwehrraketen ein, die eigentlich für den Abschuss von Flugzeugen oder anderen Geschossen bestimmt sind.

    Bei einem Angriff auf einen Konvoi südöstlich der Stadt Saporischschja am Freitag sei mutmasslich eine solche Luftabwehrrakete mit grosser Reichweite eingesetzt worden, hiess es am Samstag im täglichen Kurzbericht des britischen Verteidigungsministeriums. Lokalen Behörden zufolge seien dabei 25 Zivilisten zu Tode gekommen.

    Die britischen Geheimdienste werten den Einsatz einer solchen Rakete als Zeichen russischer Munitionsengpässe, da diese Waffen als strategisch wertvoll und nur in begrenzter Zahl vorhanden gelten. Moskau setze mutmasslich nun auch solche Waffen ein, um sich taktische Vorteile zu verschaffen und nehme dabei hin, dass Zivilisten getötet würden, die nach der völkerrechtswidrigen Annexion mehrerer ukrainischer Gebiete als eigene Bürger Russlands gelten müssten.

  • 10.15 Uhr
    Russen räumen Lyman

    Bei der Gegenoffensive der Ukraine gegen die russischen Besatzer zeichnen sich aus Sicht einer US-Denkfabrik weitere Rückeroberungen ab. Mit der fast vollständigen Rückeroberung der Region Charkiw im September hatte das ukrainische Militär dem Kreml eine Demütigung beigefügt.

    Nun sei die Ukraine im Begriff, eine weitere wichtige, von Russland besetzte Stadt im Osten des Landes zurückzuerobern, teilte das Washingtoner Institute for the Study of War (ISW) mit. Ukrainische Truppen hätten die Stadt Lyman in der Donbass-Region Donezk, etwa 160 Kilometer südöstlich der zweitgrössten ukrainischen Stadt Charkiw, bereits eingekreist.

    ISW

    Unter Berufung auf russische Berichte erklärten die ISW-Militäranalysten, es habe den Anschein, dass sich russische Streitkräfte aus Lyman zurückzögen. Dies korrespondierte mit online kursierenden Videos, die angeblich russisches Militär auf dem Rückzug zeigten, während ukrainische Soldaten berichteten, sie hätten den Rand Lymans erreicht.

    Das ukrainische Militär hatte die Einnahme Lymans bis Samstagmorgen noch nicht verkündet. Von Russland unterstützte Streitkräfte erklärten, sie schickten Verstärkung in das Gebiet. Das ukrainische Militär verzeichnete auch Geländegewinne um Kupjansk und das östliche Ufer des Flusses Oskil, der nach der weitgehenden Rückeroberung der Region Charkiw zu einer wichtigen Frontlinie geworden war.

  • 9.46 Uhr
    Widerstand in Russlands Teilrepublik Dagestan

    Dass Wolodymyr Selenskyj die ethnischen Minderheiten in Sibirien und Dagetsan dazu aufruft, sich der Mobilmachung zu widersetzen, ist eine Sache. Dass offizielle Medien in Dagestan den Aufruf nicht nur aufgreifen, sondern weiterverbreiten, ist eine andere.

  • 9.22 Uhr
    Japan verurteilt Annexion «aufs Schärfste»

    Der japanische Ministerpräsident Fumio Kishida hat die Annexion von Teilen der Ukraine durch Russland in einem Telefonat mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj scharf verurteilt.

    Dies sei illegal und eine Verletzung der Souveränität des Landes, sagte er. «Ich sagte ihm, dass der Prozess, den Russland als Referendum bezeichnete, und die Annexion von Teilen der Ukraine niemals akzeptiert werden sollten, und dass ich sie aufs Schärfste verurteile», sagte Kishida nach dem etwa 30-minütigen Gespräch am Freitag.

    Japans Premier Fumio Kishida am 27. September in Tokio.
    Japans Premier Fumio Kishida am 27. September in Tokio.
    EPA

    Kishida versicherte Selenskyj, Japan sei entschlossen, zusammen mit anderen Staaten aus der Gruppe der G7 und der internationalen Gemeinschaft die Ukraine weiter zu unterstützen. Weitere Sanktionen gegen Russland seien in Planung. Vertreter zahlreicher westlicher Staaten, darunter US-Präsident Joe Biden, hatten die Annexion der Regionen Luhansk, Donezk, Saporischschja und Cherson verurteilt und erklärt, sie würden diese niemals akzeptieren.

    Kishida, der im kommenden Jahr Gastgeber eines G7-Treffens ist, sagte Selenskyj, er plane, weitere harte Sanktionen gegen Russland vorzuschlagen. Zudem werde er eine Diskussion über den Wiederaufbau der Ukraine führen. Japan prüfe, wann es seine kriegsbedingt im März geschlossene Botschaft in Kiew wiedereröffnen könne.

  • 9.05 Uhr
    Baltische Staaten befürworten Nato-Beitritt der Ukraine

    Die baltischen EU- und Nato-Staaten Estland, Lettland und Litauen befürworten ein beschleunigtes Verfahren für den Nato-Beitritt der Ukraine.

    «Die baltischen Freunde der Ukraine unterstützen voll und ganz die Aufnahme der Ukraine in die Nato so bald wie möglich», schrieben die Aussenminister Urmas Reinsalu (Estland), Edgars Rinkevics (Lettland) und Gabrielius Landsbergis (Litauen) am Freitagabend wortgleich auf Twitter. «Der inspirierende Mut der Ukraine kann unser Bündnis nur stärken.»

    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte zuvor nach der formellen Annexion von vier ukrainischen Regionen durch Russland angekündigt, einen beschleunigten Beitritt zur Nato zu beantragen. Die Bundesregierung und die USA hatten sich dazu zurückhaltend geäussert. Die baltischen Staaten gelten international als Fürsprecher der von Russland angegriffenen Ukraine.

    Allgemein gilt als Voraussetzung für einen Nato-Beitritt, dass der Kandidat nicht in internationale Konflikte und Grenzstreitigkeiten verwickelt sein darf.

  • 8.42 Uhr
    Ukrainischer AKW-Chef verschleppt

    Der Chef des von russischen Truppen besetzten Atomkraftwerks Saporischschja, Ihor Muraschow, ist nach ukrainischen Angaben von Moskauer Truppen entführt worden. Das teilte der Präsident der Betreibergesellschaft Enerhoatom, Petro Kotin, heute mit.

    Der Generaldirektor des grössten europäischen Kernkraftwerks wurde demnach am Vortag von einer russischen Patrouille am AKW-Standort Enerhodar auf der Strasse gestoppt, aus dem Auto gezerrt und mit verbundenen Augen an einen unbekannten Ort gebracht. Eine Erklärung von russischer Seite gab es zunächst nicht. Russland hält das AKW seit Anfang März besetzt.

    «Es gibt keine Erkenntnisse zu seinem Schicksal», teilte Kotin im Nachrichtenkanal Telegram mit. Er warf Russland atomaren Terrorismus gegen das Management und gegen die Mitarbeiter des Kraftwerks vor. Muraschow, der die Hauptverantwortung für das sichere Funktionieren und die nukleare Sicherheit der Anlage trage, müsse sofort freigelassen werden. Kotin forderte auch den Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, auf, sich für Muraschows Freilassung einzusetzen.

    Das AKW war immer wieder beschossen worden. Sowohl die russischen Besatzer als auch die ukrainischen Behörden warnten mehrfach vor einem möglichen atomaren Zwischenfall mit massiven Auswirkungen für ganz Europa. Die IAEA setzt sich für rasche weitere Gespräche über eine Waffenstillstandszone um das AKW ein. Der staatliche russische Atomkonzern Rosatom, der das Kraftwerk gemeinsam mit russischen Einheiten kontrolliert, ist nach Angaben seines Managements bereit, über technische Aspekte einer Schutzzone zu reden.

  • 8.30 Uhr
    Selenskyj-Berater warnt vor Einsatz von Atomwaffen

    Nach Meinung des externen Beraters des ukrainischen Präsidentenbüros, Mychajlo Podoljak, ist es nicht undenkbar, dass Moskau im Krieg gegen die Ukraine auch Atomwaffen einsetzen könnte. «Angesichts der inneren Panik in der Russischen Föderation und der zunehmenden militärischen Niederlagen steigt das Risiko dafür», sagte Podoljak der «Bild».

    Mychajlo Podoljak,traut Putin den Einsatz von Atomwaffen zu.
    Mychajlo Podoljak,traut Putin den Einsatz von Atomwaffen zu.
    AP

    Anders sieht das laut dem «Bild»-Bericht der Aussenpolitik-Experte Wolfgang Ischinger. «Mit einem nuklearen Ersteinsatz wäre die höchste denkbare Eskalationsstufe erreicht», sagte der ehemalige Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz der Zeitung. Diese sei aber Russland zufolge nur für «existenzielle Bedrohungen» vorgesehen.

    Der Kreml hat in Verbindung mit dem Angriffskrieg in der Ukraine wiederholt indirekt auch mit dem Einsatz von Atomwaffen gedroht. Russlands Präsident Wladimir Putin hatte vergangene Woche bei der Ankündigung der Mobilmachung von 300'000 Reservisten für den Krieg gesagt: «Wenn die territoriale Integrität unseres Landes bedroht wird, werden wir zum Schutz Russlands und unseres Volkes unbedingt alle zur Verfügung stehenden Mittel nutzen. Das ist kein Bluff.» Beobachter sahen darin eine Drohung mit dem Einsatz von Atomwaffen.

  • 8.15 Uhr
    USA winken Milliarden für Ukraine durch

    Die USA haben am Freitag einen Zwischenhaushalt mit weiteren Milliardenhilfen für die Ukraine beschlossen. Präsident Joe Biden setzte den wenige Stunden zuvor vom Repräsentantenhaus beschlossenen Etat mit seiner Unterschrift in Kraft. Der bis Mitte Dezember angelegte Zwischenhaushalt sieht militärische und wirtschaftliche Unterstützung für die Ukraine in Höhe von rund 12,3 Milliarden Dollar (12,16 Milliarden Franken) vor.

    Mit dem Budget wird auch ein neuerlicher sogenannter Shutdown abgewendet – die Drosselung von Staatsausgaben, zu der es in den USA immer wieder kommt, wenn sich Demokraten und Republikaner nicht rechtzeitig auf einen Haushalt einigen können. Die Frist wäre um Mitternacht Ortszeit abgelaufen, jetzt ist die Finanzierung zunächst bis zum 16. Dezember gesichert.

    Der Senat hatte den Zwischenhaushalt am Donnerstag auf den Weg gebracht, das Repräsentantenhaus billigte ihn am Freitag mit einer Mehrheit von 230 zu 201 Stimmen.

  • 8 Uhr
    Protest gegen Russland bei Unesco-Konferenz in Mexiko

    Zum Abschluss einer Unesco-Konferenz in Mexiko-Stadt haben die Vertreter von 48 Ländern gegen Russlands Angriffskrieg in der Ukraine protestiert. Dutzende Delegierte verliessen am Freitag vorübergehend den Saal, als der russische Vertreter sich zu Wort meldete. An der dreitägigen Konferenz Mondiacult der UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur nahmen Vertreter aus rund 120 Staaten teil.

    In einer gemeinsamen Erklärung riefen zunächst die Delegierten der Europäischen Union, Kanadas, der USA, Japans und anderer Staaten Russland dazu auf, sich aus der Ukraine zurückzuziehen. Sie prangerten auch die Beschädigung und Plünderung von Kulturstätten in der Ukraine an. Solche Aussagen seien inakzeptabel, erwiderte der russische Vertreter, Sergej Obrywalin.

    Gut sieben Monate nach Beginn der russischen Invasion hat Moskau vier Gebiete im Osten und Süden der Ukraine annektiert. Kremlchef Wladimir Putin unterschrieb am Freitag die Abkommen, mit denen die Einverleibung der besetzten Regionen Luhansk, Donezk, Saporischschja und Cherson besiegelt wurde.