Trump will nicht, dass seine Anhänger 2022 und 2024 wählen

phi

14.10.2021

Former President Donald Trump smiles toward supporters as he prepares to provide commentary during a boxing event headlined by a bout between former heavyweight champ Evander Holyfield and former MMA star Vitor Belfort on Saturday, Sept. 11, 2021, in Hollywood, Fla.(AP Photo/Rebecca Blackwell)
Er schlägt verbal auch mal überraschend zu: Donald Trump kommentiert am 11. September in Hollywood einen Boxkampf.
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Drei Mitteilungen von Donald Trump an einem Tag – und dreimal wird gemotzt und getrotzt. Weil seine Mär vom Wahlbetrug auf taube Ohren stösst, will er nun gar nicht mehr, dass Republikaner abstimmen.

phi

14.10.2021

Was macht eigentlich Donald Trump? An sich gibt's wenig Neues – und das hat nun dazu geführt, dass der Ex-Präsident eine bizarre Warnung formuliert hat: «Republikaner werden 2022 oder 2024 nicht wählen», schreibt der 75-Jährige.

Was der Satz mit der Tatsache zu tun hat, dass es nichts Neues gibt? Nun, Trump verknüpft seine Warnung mit einer altbekannten These: «Wenn wir den Betrug bei der Präsidentenwahl 2020 nicht aufklären, den wir sorgfältig und schlüssig und dokumentiert haben, werden die Republikaner 2022 oder 2024 nicht wählen. Das ist das Wichtigste für die Republikaner.»

Was anmutet wie politischer Selbstmord, könnte mit einem Vorfall in Georgia zu tun haben: In McDonough hat Richter Brian Amero die letzte Klage abgewiesen, die die Wahl vom November juristisch anfechten wollte. Neun Wähler aus Georgia hatten gefordert, die Briefwahl-Zettel des Bezirks Henry County nachzählen zu lassen.

Schreckliche Wahlzettel

Die Wahl in Georgia war äusserst knapp ausgegangen, weshalb das Trump-Lager grosse Hoffnungen in die Klage gesetzt hatte. «Schon wieder», schreibt Trump. «Nach sehr langer Wartezeit hat ein Richter in Georgia es abgelehnt, die Wahlzettel anzuschauen, bei denen ich keine Zweifel habe, dass sie schrecklich sind.»

Surrounded by Army cadets, President Donald Trump watches the 121st Army-Navy Football Game in Michie Stadium at the United States Military Academy, Saturday, Dec. 12, 2020, in West Point, N.Y. (AP Photo/Andrew Harnik)
Trump beim Besuch der Militärakademie in West Point, New York, am 12. Dezember 2020.
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Trump ist von dem Vorgang sichtlich angefressen. «Unser Land geht zur Hölle und uns wird nicht einmal bei unseren Wahlen Transparenz zugestanden», motzt der New Yorker. «So unfair für [die Leute in Georgia] und unser Land. Der Kampf geht weiter, wir werden niemals aufgeben. Unsere Wahlen sind so was von korrupt und niemand will etwas dagegen tun.»

Tatsächlich war der Mittwoch kein guter Tag für den passionierten Golfer, wie der dritte Eintrag vom 13. Oktober zeigt. «Warum untersucht das Komitee der parteiischen Parteisoldaten des Repräsentantenhauses zum 6. Januar nicht den massiven Wahlbetrug, der am 3. November stattgefunden hat?» Der habe schliesslich erst dazu geführt, dass ein Mob zum Kapitol marschiert ist.

«Fast genauso korrupt wie unser politisches System»

Die Demokraten würden gemäss seiner Logik den vermeintlichen Betrug, den Trump die «wirklich grosse Lüge» nennt, totschweigen – «denn sie wissen, was am Wahltag in den Swing States und darüber hinaus passiert ist». Und damit nicht genug: «Wenn wir ehrliche Medien hätten, wäre die Wahl schon vor vielen Monaten angefochten worden, aber unsere Presse ist fast genauso korrupt wie unser politisches System.»

President Donald Trump arrives to speak at a rally Wednesday, Jan. 6, 2021, in Washington. (AP Photo/Jacquelyn Martin)
Die verlorene Wahl lässt ihn nicht los: Der damalige Präsident Donald Trump spricht am 6. Januar in Washington zu seinen Anhängern.
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Dieser verbale Tiefschlag ist der Tatsache geschuldet, dass jenes Komitee gerade gegen Trump-Gefährten vorgeht, die ihren Vorladungen nicht nachgekommen sind. Zu ihnen gehören sein früherer Berater Steve Bannon, der frühere Stabschef Mark Meadows, Kash Patel aus dem Pentagon und Dan Scavino, der für Kommunikation zuständig war.

Obwohl die Republikanerin Liz Cheney dem Quartett mit rechtlichen Konsequenzen gedroht hat, ist bisher keiner der vier zurückgerudert. Im Gegenteil: Steve Bannon liess seinen Anwalt sogar bekräftigen, dass von einer «Missachtung» des Komitees gar keine Rede sein könne und er von Trump angewiesen worden sei, nicht auszusagen. Das werde Bannon auch nicht tun, versprach der Anwalt.