Türkei fordert Zwei-Staaten-Lösung für Zypern

dpa/tpfi

2.2.2021

Turkish Foreign Minister Mevlut Cavusoglu (R) and Turkish Cypriot Foreign Affairs Minister Tahsin Ertugruloglu hold a joint press conference after their meeting in Ankara, on January 11, 2021. (Photo by Adem ALTAN / AFP) (Photo by ADEM ALTAN/AFP via Getty Images)
Der türkische Aussenminister Mevlut Cavusoglu (rechts) und der türkisch-zypriotische Aussenminister Tahsin Ertugruloglu bei einer gemeinsame Pressekonferenz am 11. Januar 2021. (Archivbild)
Bild: Getty Images

Der türkische Aussenminister Mevlüt Cavusoglu hat eine Zwei-Staaten-Lösung für Zypern gefordert. Das Rezept einer Wiedervereinigung Zyperns als Föderation zwischen griechischen und türkischen Zyprern sei vom Tisch, weil es seit fünf Jahrzehnten zu keiner Lösung geführt habe, sage Cavusoglu am Dienstag nach Gesprächen mit dem zyprisch-türkischen Präsidenten Ersin Tatar.

Die griechischen Zyprer müssten die faktische Lage auf der Insel anerkennen. «Es gibt bereits zwei Gemeinschaften auf der Insel Zypern, zwei Völker, zwei Staaten», sagte Cavusoglu.

Zypern ist seit einer türkischen Invasion im Jahr 1974 geteilt. 1983 erklärten sich die türkischen Zyprer im nördlichen Drittel der Mittelmeerinsel für unabhängig. Das wird nur von der Türkei anerkannt, die dort militärisch noch immer stark vertreten ist. Im Süden der Insel sitzt die international anerkannte Regierung von Zypern, die Teil der EU ist. Cavusoglus Auftreten könnte den Plan von UN-Generalsekretär António Guterres erschweren, der im März die Chancen für neue Friedensgespräche ausloten will.

Cavusoglu warf den griechischen Zyprern vor, Einkünfte aus vor der Küste vermuteten Bodenschätzen nicht mit den türkischen Zypern teilen zu wollen. Die griechischen Zyprer weisen dies zurück und versichern, die türkischen Zyprer würden einen fairen Anteil erhalten, aber erst nach einem Friedensvertrag. Die griechischen Zyprer lehnen allerdings jedes Abkommen ab, das eine ethnische Teilung der Insel legitimieren würde. Vor einem Friedensvertrag wollen sie auch nicht über Souveränitätsrechte der türkischen Zyprer verhandeln.

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